Eingeordnet unter Englischer Garten

Das Sckell-Denkmal am Kleinhesseloher See

Monument für einen großen Gartenkünstler

Der Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt) legte 1789 den „Anfang und ersten Entwurf des Englischen Gartens“ vor. Der Hofgärtner gab damit der Münchner Stadtentwicklung ihren nachhaltigsten Impuls. Sckell war der bedeutendste deutsche Gartenkünstler seiner Generation.

Sckells Ausbildung in Schwetzingen, in Frankreich und in England verhalf ihm zu einem internationalen Netzwerk. Als Hofgärtner und seit 1804 bayerischer Hofgarten-Intendant sowie in privatem Auftrag realisierte er zahlreiche, bedeutende Gartenanlagen, wie etwa den Montgelas-Garten in Bogenhausen. Als weitsichtiger Stadtplaner legte er die Grundlage für die Erweiterung Münchens zur königlichen Residenzstadt. Der Englische Garten und die Umgestaltung des Nymphenburger Schlossgartens sind die Hauptwerke seiner Münchner Phase. Mit klassisch schönen „Bildern der Natur“ entwarf Sckell Landschaftsgärten, die sich durch große Dimensionen, ausgefeilte räumliche Gestaltungen und einen respektvollen Umgang mit dem Vorhandenen auszeichnen.

Nach Sckells Tod am 24. Februar 1823 ließ König Max I. Joseph für den hoch geachteten Gartenkünstler und Stadtplaner ein monumentales Denkmal am Nordostufer des Kleinhesseloher Sees im Englischen Garten planen. Der Bildhauer Ernst von Bandel (1800–1876) führte 1824 einen Entwurf Leo von Klenzes (1784–1864) aus. Die ursprüngliche Sandsteinsäule wurde 1932 wegen Verwitterungsschäden entfernt und 1939 durch die heute erhaltene Kalksteinsäule von Georg Pezold ersetzt.

Bilder

„Auch Du Lustwandler ehre / das Andenken des Biedermannes“ – Das 1824 ausgeführte Sckell-Denkmal, Fotografie, 1904
„Auch Du Lustwandler ehre / das Andenken des Biedermannes“ – Das 1824 ausgeführte Sckell-Denkmal, Fotografie, 1904 Die Inschriften auf den vier Seiten des Sockels würdigen den Hofgarten-Intendanten, Ehrenmitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften, als „sinnigen Meister / schoener Gartenkunst / der sein volles Verdienst / um der Erde reinsten Genuss / durch diese Anlagen kroente“. Für sein Angedenken gilt: „Der Staub vergeht / der Geist besteht.“. Und noch heute möge er gewürdigt werden: „Auch Du Lustwandler ehre / das Andenken des Biedermannes.“ Quelle: Jakob Heiler, Münchens Gartenwesen, in: August Hoffmann, Hygienische und soziale Betätigung deutscher Städte auf den Gebieten des Gartenbaus, Düsseldorf 1904, S. 309.
Das Sckell-Denkmal im Englischen Garten in München nach Leo von Klenzes erstem Entwurf von 1823, Lithografie
Das Sckell-Denkmal im Englischen Garten in München nach Leo von Klenzes erstem Entwurf von 1823, Lithografie Zunächst schlug Klenze 1823 eine Porträtbüste auf einer Säule vor. Die von Sckells Neffen Carl August Sckell (1793–1840) herausgegebene zweite Auflage des Lehrbuchs „Beiträge zur bildenden Gartenkunst“ gibt auf dem Umschlag diesen nicht ausgeführten Entwurf wieder. Realisiert wurde hingegen eine Gedenksäule mit einem Pinienzapfen statt der bekrönenden Büste, in einem auf Fernsicht kalkulierten monumentalen Format. Quelle: Friedrich Ludwig von Sckell, Beiträge zur bildenden Gartenkunst, München 1825, Umschlag
Carl August Lebschée, „Sckell’s Monument im englischen Garten“, Aquatinta, 1831
Carl August Lebschée, „Sckell’s Monument im englischen Garten“, Aquatinta, 1831 Die Ansicht zeigt das auf der Spitze einer Halbinsel am Kleinhesseloher See exponiert errichtete Sckell-Denkmal. Carl August Sckell gab dem Monument mit Gehölzen, die schon sein Onkel Friedrich Ludwig als geeignete Uferbepflanzung vorgeschlagen hatte, eine würdige Rahmung: Pyramidenpappeln im säulenförmigen Habitus und Trauerweiden mit ihren geschmeidigen Zweigen wurden neben das Monument gepflanzt. Das Denkmal und die Gehölze, die sich in der Wasserfläche spiegeln, bilden ein markantes Tableau. Quelle: Stadtarchiv München, GS-A-0970
Oswald Senoner, Porträtbüste Friedrich Ludwig von Sckell, Fotografie, 2025
Oswald Senoner, Porträtbüste Friedrich Ludwig von Sckell, Fotografie, 2025 Anlässlich von Sckells 250. Geburtstag fertigte Oswald Senoner, Bildhauer der Bayerischen Schlösserverwaltung, eine Porträtbüste Sckells an, die den erhaltenen gemalten Porträts folgt. Sie steht an der öffentlich zugänglichen Nordseite des Orangeriegebäudes im Englischen Garten. Erstellt von: Iris Lauterbach

Ort

Kleinhesselohe 1, 80802 München | frei zugänglich

Metadaten

Iris Lauterbach, “Das Sckell-Denkmal am Kleinhesseloher See,” MunichArtToGo, zuletzt zugegriffen am 23. Februar 2026, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/309.