
Der Brunnen wurde nicht für seinen heutigen Standort auf dem Weißenburger Platz geschaffen, sondern stand ursprünglich im Glaspalast im ehemaligen Botanischen Garten.
August von Voit (1801–1870), dem die Planung für den Glaspalast unterlag, hatte den Brunnen als dekoratives Element für das Ausstellungsgebäude entworfen. 1853 wurde der Brunnen in der Mitte des Hauptschiffs des Glaspalastes errichtet.
Der sechseinhalb Meter hohe Brunnen bestand in seiner ursprünglichen Form aus einem quadratischen Umfassungsbecken mit zwei hervorspringenden halbkreisförmigen Becken und dem runden Brunnenaufbau. An den Ecken des Umfassungsbeckens befanden sich Sockel, in die Blumenschalen aus Ton gestellt werden konnten.
Die Einfassung des Umfassungsbeckens, des erhöhten Brunnenbeckens und der Aufbau des Brunnens wurden vom Steinmetz Nikolaus Höllriegel aus Kelheimer Kalkstein gefertigt. Die mit Ranken und Grotesken verzierten Sockel, welche die einzelnen Bogensegmente des Brunnenbeckens unterteilen, sowie die gedrehten und ornamentierten Säulen des Aufbaus wurden vom Bildhauer Anselm Sickinger gefertigt. Die sechs Beckenschalen, die auf den Säulen ruhen, sind aus Eisen.
Neben seiner dekorativen Funktion diente der Brunnen auch als Klimaanlage: Gemeinsam mit den beiden Fontänen, die im Brunnenbecken angebracht waren, sollte das zirkulierende Wasser die Luft im Glasgebäude kühlen.
1897 wurde der Brunnen im Rahmen der von Gabriel von Seidl und Franz von Lenbach durchgeführten Umgestaltung des Glaspalastes entfernt. Er wurde eingelagert und durch Theodor Fischer und Adolf Schwiening renoviert.
1901 wurde der Brunnen dann auf dem Vorplatz des Ostbahnhofs aufgestellt. Im Rahmen der Umgestaltung des Orleansplatzes 1973 wurde der Brunnen erneut abgebaut. Nach Renovierungsarbeiten und einer Erweiterung des Umfassungsbeckens um zwei weitere Bögen durch die Steinmetze des Bauunternehmens Philipp Holzmann steht der Brunnen nun seit 1974 auf dem Weißenburger Platz.
Der Brunnen ist das einzige erhaltene Bauwerk von August von Voit in München und steht unter Denkmalschutz.
Bilder





Stadtarchiv München, HB-II-b-0228-a
