<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-07-17T00:03:46+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der ehemalige Firmensitz der Leonhard Moll AG: Vom Industriegelände zum Kulturzentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bauunternehmer Leonhard Moll, geboren am 31.07.1870 in Külsheim (Mittelfranken), errichtete 1922 einen Bauhof an der Hansastraße mit Eisenbiegerei, Sägewerk, Zimmerei und Schreinerei und 1929 ein Betonwerk. In den darauffolgenden Jahrzehnten produzierte der Bauhof unter anderem Betonfertigteile für die Sportanlagen der Olympischen Sommerspiele 1972, Stahlbeton-Tübbings für den Bau der U-Bahn, Einmannbunker, Gehwegplatten, Bahnschwellen sowie Betonmasten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1dfa88e3c2d29f26b0a7ec94841a522c.jpg" alt="Feierwerk, Gebäude Hansastraße 41, 2012 " /><br/><p>Die heute denkmalgeschützten Gebäude in der Hansastraße 39–41 wurden 1924 als symmetrische Anlage aus höheren Pavillonbauten und niedrigeren Flügelbauten erbaut. In der Hausnummer 39 befand sich das ehemalige Bürogebäude mit Magazin und Montagehalle. In Hausnummer 41 befand sich das Pförtnergebäude und die Kantine, sowie eine Abbindehalle und eine Transformatorenstation. Nachdem Moll mit gerade einmal 24 Jahren am 01.10.1894 sein Baugeschäft gründete, führte er zunächst kleinere Um- und Ausbauten durch. Bereits kurze Zeit später errichtete er jedoch auch Neubauten von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg realisierte das Unternehmen zahlreiche bedeutende Bauwerke in München. Insgesamt zählen mehrere dieser Bauten bis heute zu den prägenden Elementen des Münchner Stadtbildes. Dazu gehören unter anderem das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum, die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/332" target="_blank" rel="noopener">Großmarkthallen</a>, das Hauptzollamt, das Schwabinger Krankenhaus sowie das Sanatorium in Harlaching. Im Mai 1933 trat Leonhard Moll der NSDAP bei. Daraufhin übernahm das Unternehmen Aufträge für staatliche Bauprojekte, darunter das Haus der Deutschen Kunst. Am 8. Juni 1938 wurde den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde in der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums per sogenanntem „Führerbefehl“ mitgeteilt, dass die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/114" target="_blank" rel="noopener">Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße</a> abzubrechen sei. Der Abriss wurde im Juni 1938 durch das Bauunternehmen Leonhard Moll durchgeführt. Trotz der sehr kurzen Frist für den Abbruch einschließlich der Sprengarbeiten gelang es dem Unternehmen, die neue Orgel, die die Israelitische Kultusgemeinde zuvor an das Erzbischöfliche Ordinariat veräußert hatte, auszubauen. Auf Bitten der jüdischen Gemeinde sicherte Leonhard Moll zudem die Kupferbüchse mit den Gründungsurkunden aus dem Grundstein. Sie befindet sich heute wieder im Besitz der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern. Die Rolle des Unternehmens ist auch deshalb besonders ambivalent, weil Leonhard Moll noch 1930/31 den Einbau des Dachstuhls beim Neubau der Synagoge in der Reichenbachstraße ausgeführt hatte. Wie andere deutsche Bauunternehmen erhielt auch Leonhard Moll kriegswichtige Bauaufträge, unter anderem beim Bau von Autobahnen. Leonhard Moll gilt als Profiteur des NS-Regimes, da das Unternehmen zahlreiche prestigeträchtige Großaufträge ausführte. So war die Firma am Ausbau des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NSDAP-Parteiviertels am Münchner Königsplatz</a> beteiligt. Auf Münchner Baustellen setzte das Unternehmen während der NS-Zeit in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene ein. Allein 1942 waren in firmeneigenen Lagern in der Hansastraße über 1.100 Zwangsarbeiter sowie rund 70 französische Kriegsgefangene untergebracht. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erfolgte erst spät. Ab 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und leistete Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Rolle des Bauunternehmens Leonhard Moll während der NS-Zeit wird derzeit von der <i>Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e. V.</i> wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Aufgrund der NS-Belastung beschloss der Münchner Stadtrat 2014, Leonhard Moll die Ehrung durch einen Straßennamen zu entziehen. Der 1990 nach ihm benannte Leonhard-Moll-Bogen heißt seit 2014 Landaubogen, nach der niederbayerischen Stadt Landau (an der Isar). 1945 wurde das Unternehmen unter die Kontrolle der US-amerikanischen Militärregierung gestellt. Der Firmengründer Leonhard Moll starb im Oktober 1945. Ab 1948/49 ging die Leitung des Unternehmens auf seine Söhne über. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten, unter anderem am <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245" target="_blank" rel="noopener">Flughafen München-Riem</a>, im BMW-Werk Karlsfeld sowie an Wohnhäusern, Brücken und Verkehrswegen. In den folgenden Jahren errichtete die Leonhard Moll AG zahlreiche Bauwerke, die das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen, darunter die alte Eingangshalle des Hauptbahnhofs, das Gebäude des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252" target="_blank" rel="noopener">US-Generalkonsulats</a> und das Haus des Bayerischen Rundfunks, sowie die Sportstätten für die Olympischen Spiele 1972. 1976 verkaufte das Unternehmen seine ehemaligen Betriebsflächen an der Hansastraße an die Landeshauptstadt München; auf Teilen des Geländes entstand zunächst die Internationale Gartenbauausstellung 1983, später der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342" target="_blank" rel="noopener">Westpark</a>. Im Zentrum des ehemaligen Moll-Geländes befindet sich heute das Kultur- und Veranstaltungszentrum Feierwerk mit mehreren Konzert- und Ausstellungshallen. Außerdem befindet sich dort das Radio Feierwerk, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München und die Fachstelle Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-27T16:19:20+02:00</published>
    <updated>2026-06-18T12:03:39+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344</id>
    <author>
      <name>Nikita Wilhelm</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das „Schachterleis“: Eislaufspaß im Lehel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als der Architekt und Maschinenbauer Felix Unsöld 1891 nach München kam, brachte er die Idee vom ganzjährig kühlen Bier – und bald auch vom Eislaufen im Winter – mit. In seiner Kunsteisfabrik an der Galeriestraße entstand 1892 Deutschlands erste künstliche Eisbahn. Wo einst Musik vom Grammophon erklang und Kufen über das „Schachterleis“ glitten, steht heute ein Hotel, das die Geschichte des Ortes lebendig hält.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e2443dc690361d0960d040c75e312d86.jpg" alt="Unsölds künstliche Eisbahn in der Galeriestraße 24 in München, 1911 " /><br/><p>Johann Felix Unsöld (1852–1931) stammte aus einer Kemptener Brauereifamilie. 1891 zog er mit der Geschäftsidee, Stangeneis und Eisblöcke zur Kühlung von Bier herzustellen und so auch im Sommer kühles Bier trinken zu können, nach München. Ein passendes Grundstück für sein Vorhaben fand er bald darauf in der damaligen Galeriestraße 24, das auch die Wasserrechte für den angrenzenden Stadtmühlbach umfasste. Um die Produktion seiner Fabrik auch im Winter auszulasten, richtete Unsöld 1892 im Hinterhof seiner Kunsteisfabrik die erste künstliche Eisbahn in Deutschland ein. Der verschachtelte Glasbau zwischen den Häusern – überdacht und ungefähr 40 Meter lang und 15 Meter breit – verdankt seinen Namen „Schachterleis“ der Bauweise der nachträglich angelegten Eisbahn. Dort wurden Schlittschuhe verliehen und auch Eislaufkurse angeboten. Für musikalische Begleitung gab es ein Grammophon, an Donnerstagen, Sonntagen und Feiertagen nachmittags sogar ein Orchester, das live spielte. Vom 25. Bis 27. Januar 1913 fand auf Unsöld’s Eisbahn die vierte Europameisterschaft im Eishockey statt, an der vier Teams aus Österreich, Böhmen, Deutschland und Belgien teilnahmen. Der Vizepräsident des Österreichischen Eishockey-Verbands schrieb dazu im Illustrierten (Österreichischen) Sportblatt vom 1. Februar 1913: „Münchens Kunsteisbahn kann wohl einer geringen Menge von [Schlachten]bummlern genügen, aber zur Austragung sportlicher Wettkämpfe oder Konkurrenzen ist sie nicht geeignet.“ Das Dach der Eisbahn wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Dennoch blieb sie als Freiluftanlage bis 1949 bestehen. Aber die Eisbahn bekam Konkurrenz: Nachdem 1933 das Prinzregentenstadion aufgemacht hatte, gingen die Münchner lieber dorthin. 1960 wurde Unsöld’s Eisbahn geschlossen. Die technische Entwicklung in dieser Zeit machte auch den Handel mit Stangeneis überflüssig – elektrische Kühlschränke übernahmen die Kühlung im Alltag. Gleichzeitig verschwanden immer mehr Münchner Wasserläufe unter Beton und Asphalt, um dem in den Nachkriegsjahren stetig wachsenden Verkehr Raum zu geben. So sah sich Unsöld gezwungen, seine Wasserrechte an die Stadt abzutreten und den Betrieb seiner Eisfabrik 1961 endgültig einzustellen.  Seit 1970 steht an dieser Stelle ein Hotel, Unsölds Nachfahren hatten so im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972 ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell geschaffen, das sich über die folgenden 50 Jahre bewähren sollte. Unsölds Urenkelinnen, Sonja Unsöld und Susanna Lechner, haben das „Unsöld’s Factory Hotel“ zwischen 2019 und 2020 saniert und umgestaltet. Inspiriert von der Geschichte des Ortes orientiert sich die Innenarchitektur des Hotels mit Farben und Formen an der Vergangenheit. So ist nun in der Bar ein historisches Foto eines der Unsöld’schen Eislieferwagen zu sehen und im Frühstücksraum erinnert ein wandfüllendes Foto an die Eislaufbahn. Auch der Straßenname erinnert seit 1970 and den Kunsteisfabrikanten Felix Unsöld.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/278">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-15T11:02:48+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:42:13+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/278"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/278</id>
    <author>
      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Amalienstraße 66: Die Wohnsituationen des Malers Friedrich Dürck: Mieter, Bauherr, Hausbesitzer – „ein Renditehaus im mittelalterlichen Style“<br />
]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>22. Februar 1845: „Im Vollzuge einer höchsten Entschließung des k. Ministeriums des Inneren ... daß Seine Majestät der König, den man dem Maler Dürck allerunterthänigst vorgelegten, in Anlage zurückfolgenden Entwurf zu einem Wohngebäude in der verlängerten Amalienstraße dahier, allergnädigst zu genehmigen geruht haben, jedoch mit der allerhöchsten Bestimmung, daß der, der bestehenden Bauordnung und dem guten Geschmack wiedersprechende Erker hinweggelaßen werde.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a9a13176a0d0dac4cb186092b41713d.jpg" alt="Projektskizze für das Haus in der Amalienstraße 66, 1845." /><br/><p>Zum Leidwesen des aufstrebenden Porträtmalers Friedrich Dürck (1809 Leipzig – 1884 München) wurde seine nachgeschobene Petition vom 1. März 1845 an König Ludwig I. ebenso abschlägig beschieden wie die vom 22. Februar. Der über drei Stockwerke reichende Eckerker im „altdeutschen Style“ durfte nicht gebaut werden. Dürcks Architekt, der Oberbaurat Eduard Metzger, beklagt sich darüber noch 1851 in <i>Rombergs Zeitschrift für praktische Baukunst</i>: „Obwohl in letzter Zeit manche Erker und Vorbauten in München ausgeführt worden sind, ... wurde [damals] dennoch dem Bauherrn die Baubewilligung nur gegen Hinweglassung des Erkers ertheilt, worauf ich erst die Umänderung beantragte, wenngleich ich vor wie nach das ursprüngliche Project für besser halte.“ Wie kam es zu diesem mittelalterschwärmerischen Vorhaben in der biedermeierlich-klassizistischen Maxvorstadt? Wagte zu dieser Zeit lediglich der als leicht verschroben geltende Ludwig Schwanthaler (1802–1848) draußen im Isartal die Burg Schwaneck in einem ähnlichen Stil zu errichten. Hätte Dürck seine Residenz „nach altdeutschen Motiven“ mit Staffelgiebel, Türmchen, Altane, Erker und Schindeldach ausführen dürfen, hätte das sicherlich ein werbewirksames Alleinstellungsmerkmal bedeutet. Zu dieser Zeit arbeitete Dürck an der Ausführung seines ersten und größten Doppelporträts in seinem Mietatelier im Odeon. Für Aloys Graf von Arco-Stepperg (1808–1891) sollte er diesen und dessen Gemahlin Irene (1811–1877) in lebensgroßen Kostümbildern für das gerade im neugotischen Stil umgestaltete Wasserschloss Anif porträtieren. Wenngleich Dürck nicht auf der Baustelle südlich von Salzburg gewesen sein dürfte, kannte er zumindest Aloys‘ romantisierende Baupläne. So weist die Säulenbasis auf dem Bild von Irene Gräfin Arco-Stepperg große Ähnlichkeit mit der Bauzeichnung der Wendeltreppe in Anif auf. Der am Anfang stehende „gothische Styl“ vermochte sich „im Wohngebäude des Malers Dürck ... nicht zur Höhe des Zeitgeschmacks erheben“, wurde in der Zeit­schrift <i>Über Land und Meer</i> vermeldet. Der weitere Grund für den Bau eines großen „Renditehauses“ lag wohl schlicht darin, dass die Kinderzahl der Dürcks mittlerweile auf sechs angewachsen war. Möglicherweise wollte der Künstler auch die Dresdener Hoteliersfamilie (Hotel zur Stadt Berlin) seiner Frau beeindrucken. Es war zu dieser Zeit ungewöhnlich, dass Kunstmaler Hausbesitzer waren – im Jahr 1842 lediglich sechs Prozent. Eine gute Auftragslage ermutigte ihn, Grundstück und Hausbau mit privaten Hypotheken über 19.000 Gulden zu finanzieren. 1846 konnte die Familie Dürck von ihrer Wohnung in der Briennerstr. 13 in das Haus in der Neuen Amalienstr. 66 (später Amalienstr. 2) ziehen. Sie wohnten nicht vorne in der „Bel étage“, sondern hinten im Erdgeschoß. Die „Bel étage“ wurde an Wilhelm von Dönniges (1814–1872), dem königlichen Hofrat, Bibliothekar und engen Berater des Königs Maximilian II. vermietet. Die Dönniges unterhielten in ihrer mit grellroten Samtmöbeln, napoleonischen Kanapees und Sphinx-Uhren ausgestatteten Wohnung regelmäßige „Tee-Abende“ mit Berühmtheiten der damaligen Zeit. Im dritten Obergeschoß war ein großzügiges Atelier eingebaut, in welchem Dürck täglich von neun bis zehn Uhr anwesend war und auch seine neuesten Porträts ausgestellt wurden. 1857 teilte er das Atelier mit dem Historienmaler Feodor Dietz (1813–1870). 1863 wurde das Haus in der Amalienstraße schließlich verkauft. Friedrich Dürck wohnte bis zu seinem Lebensende im zweiten Stock des Hauses des Hofmalers Peter von Heß (1792–1871) in der Glückstraße 10a. Sein Biograph Hyazinth Holland notierte lakonisch: „Hausbau durch Metzger eine Quelle der Verdrießlichkeiten.“ Den Erlös von 10.000 Gulden investierte er in eine kleine Sommerfrische in Niederpöcking am Starnberger See, an welcher Dürck ein Atelier errichten ließ. Aufgrund seiner Erkrankung musste er das Anwesen an den Maler Prof. Ferdinand Keller (1842–1922) veräußern. Den beabsichtigten Umzug in die von Gabriel von Seidl erbauten Häuser in der Liebigstraße 19–21 sollte er nicht mehr erleben. Seine Witwe Laura wohnte dort mit ihrer Tochter Josephine bis 1900. Das weitere Schicksal des „Renditehauses im mittelalterlichen Style“ sei noch kurz erzählt: Der neue Besitzer Oskar von Schanzenbach ließ das gesamte Anwesen im neobarocken Stil umbauen. Bei den schweren Luftangriffen von 1943/44 wurde das Haus schließlich in Schutt und Asche gebombt. Heute befindet sich an der Stelle der westliche Tunnelmund des Oscar-von-Miller-Ringes.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/274">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-16T09:39:16+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:27+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/274"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/274</id>
    <author>
      <name>Arno Scherling</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Projekt Archäologie München: Über das Projekt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e795e58773d10da20e42f9b2077010e5.jpg" alt="Aufnahme der Ausgrabungen am Marienhof, 2011" /><br/><p>Im Rahmen des Projekts "Archäologie München" wurde seit 2013 die Münchner Altstadt erforscht, also der Bereich innerhalb bzw. nahe der zwei Stadtumfassungen. Schwerpunkt waren hierbei die Grabungen am Marienhof. Seit der Verlängerung 2023 sieht die Projektplanung vor, dass verstärkt auch Grabungen in den übrigen Stadtbezirken bearbeitet und für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Gerade die intensive Bautätigkeit wie beispielsweise im neuen Wohnquartier in Freiham bedingt umfangreiche archäologische Voruntersuchungen. Einige der Funde sind auch in unserer Tour "<a href="https://municharttogo.zikg.eu/tours/show/10" target="_blank" rel="noopener">Archäologie in München</a>" zu finden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/273">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-08T14:19:40+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:23:57+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/273"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/273</id>
    <author>
      <name>Archäologische Staatssammlung München</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder: Ein Kaufhaus von Münchnern für Münchner ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Der Uhlfelder“ war ein echtes Münchner Kaufhaus, das es mit den großen Konkurrenten Tietz und Oberpollinger aufnehmen konnte. 1931 überraschte es seine Kundschaft mit den ersten elektrischen Rolltreppen in der Isarmetropole.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a74e6e2500214b04dcdfb27f734dfca0.jpg" alt="Rosental mit Kaufhaus Heinrich Uhlfelder, vor 1938." /><br/><p>Nach Hermann Tietz am Bahnhofplatz war das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder im Rosental in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das zweitgrößte Warenhaus Münchens. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten, der seine Stammkundschaft hauptsächlich in der Mittel- und Oberschicht besaß, richtete sich das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder vorrangig an die einkommensschwächeren Schichten aus dem Kleinbürgertum. Das Kaufhaus ging zurück auf das 1878 von Heinrich Uhlfelder (1853–1928) gegründete Haushalts- und Galanteriewarengeschäft im Rosental 9. Wie viele andere Kaufhausgründungen der Zeit verbuchte es rasch großen wirtschaftlichen Erfolg, so dass bald nicht nur das Sortiment, sondern auch die Verkaufsräume erweitert wurden. Im Jahr 1930 waren darin eintausend Angestellte beschäftigt. Aufsehen erregte der Einbau der ersten elektrischen Rolltreppen Münchens im Jahr 1931, die in die drei Verkaufsetagen hinaufführten. Für sein soziales Engagement erhielt Heinrich Uhlfelder 1924 den Titel eines Kommerzienrats. Im Jahr seines Todes 1928 übernahm sein Sohn Max (1884–1958) die Geschäftsleitung. Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 verschlechterte sich die Situation der jüdischen Unternehmerfamilie und ihres Kaufhauses rapide. Immer wieder wurde es zum Ziel antisemitischer Übergriffe. Früh schon bemühte sich Max Uhlfelder um einen Verkauf, erreichte im Sommer 1938 gar den Abschluss eines Vorvertrages mit Vertretern der Hertie GmbH, die 1933 aus der Arisierung des Warenhauskonzerns Hermann Tietz hervorgegangen war. Die für die Genehmigung eines solchen Verkaufs zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) wie auch das Reichwirtschaftsministerium und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft verweigerten jedoch ihre Zustimmung. Stattdessen wollten sie ein Exempel statuieren und eine vollständige Liquidation des Kaufhauses erreichen. Dem kamen die Ereignisse in der Reichspogromnacht 9./10. November 1938 zuvor. Das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder, zu dem Zeitpunkt das einzige noch komplett in jüdischem Besitz befindliche große Warenhaus in der Münchner Innenstadt, wurde geplündert, die Inneneinrichtung – auch die Rolltreppen – nahezu vollständig zerstört und das Gebäude in Brand gesteckt. Ab Dezember 1938 wurde der noch vorhandene Warenbestand sowie das restliche Inventar an verschiedene Einzelhandelsbetriebe veräußert, der erzielte Verkaufserlös, der weit unter dem tatsächlichen Wert lag, von der Oberfinanzdirektion einbehalten. Der von den Behörden betriebene Verkauf der Immobilien zog sich allerdings noch einige Jahre hin, bis die Löwenbräu AG 1943 das Anwesen erwarb. Max Uhlfelder wurde wie viele andere jüdische Unternehmer unmittelbar nach der Pogromnacht verhaftet und zunächst in Dachau inhaftiert, Anfang 1939 nach der schriftlichen Zusicherung, aus Deutschland zu emigrieren, wieder entlassen. Im Sommer 1939 gelang ihm mit seiner Familie die Ausreise nach Indien, 1947 in die USA. Der von ihm ab 1948 unternommene Versuch, das verlorene Münchner Geschäft wie auch das Vermögen und die Immobilien zurückzuerhalten, zog sich mit mehr als 89 Einzelverfahren bis 1971 hin. Nach seinem Tod 1958 setzten seine Nachfahren die Anstrengungen um die Restituierung fort. Bereits 1954 hatte Max Uhlfelder die zu dem Zeitpunkt bereits zurückerhaltenen Grundstücke im Rosental – außer dem einstigen Stammgebäude mit der Hausnummer 9 – zum Vorzugspreis an die Stadt München verkauft, die dort bis 1997 zunächst eine Stadtteilbibliothek und schließlich den Erweiterungsbaus des Stadtmuseums errichtete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/228">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-16T15:34:04+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:37+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/228"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/228</id>
    <author>
      <name>Heidi Rehn</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Alte Matthäuskirche: Die erste evangelische Kirche Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Matthäus, genannt Matthäuskirche, war die erste evangelische Kirche Münchens. Der von 1827 bis 1833 errichtete Bau war eine spätklassizistische Rotunde. Die Kirche befand sich an der Sonnenstraße unweit des Karlsplatzes (Stachus) auf Höhe Schwanthaler- und Herzogspitalstraße.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9742a90e6485e8f35b90829483b31440.jpg" alt="Außenansicht von Nordosten, um 1890" /><br/><p>Die Ehefrau von Maximilian I. Joseph König von Bayern (1756–1825), Friederike Karoline Wilhelmine Prinzessin von Baden (1776–1841), war maßgeblich für die Anfänge des Protestantismus im bis dahin rein katholischen München verantwortlich. In ihrem Eheversprechen ließ sie sich die Ausübung ihres evangelischen Glaubens zusichern. Am 12. Mai 1799 fand der erste evangelische Gottesdienst in Schloss Nymphenburg statt. 1801 erwarb der erste Protestant das Münchner Bürgerrecht. Als 1806 die erste evangelische Pfarrei Münchens offiziell gegründet wurde, waren bereits 1.200 der 45.000 Einwohner evangelisch. Im selben Jahr wurde der Kirchengemeinde die nur wenige Jahre zuvor säkularisierte Salvatorkirche im Kreuzviertel zur Verfügung gestellt. Nachdem diese Kirche jedoch zu klein und stark renovierungsbedürftig war, forderte die Gemeinde einen Neubau. 1818 wurde der evangelische Architekt Leo von Klenze (1784–1864) beauftragt, einen Entwurf vorzulegen für einen neuen Kirchenbau in der Nähe des Odeonsplatzes. Zunächst wurde auch der Platz der Salvatorkirche, die hierfür abgerissen werden sollte, vorgeschlagen. Der Klenze-Plan wurde jedoch aus Kostengründen nicht umgesetzt. Nach seiner Thronbesteigung 1825 wies König Ludwig I. (1786–1868) dem Neubau schließlich den Platz an der Sonnenstraße, unweit des Karlstors, zu. Im folgenden Jahr wurde der Oberbaurat Johann Nepomuk Pertsch (1784–1835) mit einem Entwurf beauftragt. Wieder ein Jahr später, am 28. Juli 1827, fand die Grundsteinlegung statt. Am 25. August 1833 wurde die Kirche geweiht. Der Bau war ein gerichteter Zentralbau, hatte einen ovalen Grundriss mit einem hohen Turm an der Südseite und bot Platz für etwa 1.500 Gläubige. Durch ihren Platz an der Sonnenstraße wurde die Kirche im Volksmund auch Sonnenkirche genannt. Ihren Namen nach dem Evangelisten erhielt die Matthäuskirche erst 1885, als die zweite evangelische Kirche Münchens, die Markuskirche, errichtet wurde. Zum 100-jährigen Weihjubiläum 1933 leitete der Münchner Architekt German Bestelmeyer (1874–1942) Restaurierungsarbeiten an der Kirche. Im Juni 1938 veranlasst Gauleiter Adolf Wagner auf Anweisung von Adolf Hitler den Abriss der Kirche. Aus angeblich städtebaulichen Gründen musste der Platz geräumt werden, wie es in dem Schreiben an die Gemeinde vom 9. Juni 1938 hieß. Zwischen dem 26. Juni und dem 3. Juli 1938 wurde das Gebäude durch die Firma Leonhard Moll abgebrochen, die bereits den Abriss der Hauptsynagoge (Artikel zur alten Hauptsynagoge) durchführte. Dies geschah praktisch zur selben Zeit, allerdings mit einer Vorankündigung von nur einem Tag: Die jüdische Gemeinde wurde am 8. Juni informiert und bereits am Folgetag begann der Abriss, welcher bis Anfang Juli beendet war. Der Abriss beider Gotteshäuser zur selben Zeit war stark politisch motiviert und es wurde getestet ob es einen Aufschrei in der Gesellschaft gebe, welcher jedoch verhalten ausfiel. 85 Jahre nach der Zerstörung förderten Renovierungsarbeiten am Großhesseloher Isarwehr Trümmerstücke beider Sakralbauten wieder ans Tageslicht. Ende Juni/Anfang Juli 2023 konnten über 400 Tonnen Steine nach und nach geborgen werden. Sie wurden 1956 von derselben Baufirma, die mit dem Abriss beauftragt worden war, für Sanierungsarbeiten zum Hochwasserschutz verbaut. Zuvor lagerten sie mehrere Jahre auf dem Gelände der Firma Moll am heutigen Westpark. Neben Trümmern, die eindeutig der ehemaligen Hauptsynagoge und der Matthäuskirche zugeordnet werden konnten, befinden sich auch noch Überreste anderer Gebäude in dem bedeutenden Fund. Das Jüdische Museum München und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bemühen sich um eine Aufarbeitung. Noch etwas von der alten Matthäuskirche hat die Zeit überdauert: Eine Bronzeglocke aus dem Glockenturm wurde bis zum Frühjahr 2022 im Gemeindezentrum Bartimäus in Lochhausen aufbewahrt. Nach dem Abriss des Gemeindezentrums wurde die Glocke der Gemeinde von St. Matthäus zurückgegeben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-15T13:57:18+01:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:36:33+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133</id>
    <author>
      <name>Nadine Raddatz</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Nonnen vom Max-Joseph-Platz: Klöster, Kirchen und Grüfte der Franziskanerbrüder, der Püttrich- und Ridlerschwestern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Längst vergessen – keine Spur im Münchner Stadtbild erinnert noch an das einst berühmte Franziskanerviertel an der Stelle des heutigen Max-Joseph-Platzes in unmittelbarer Nähe des Hofes: das Kloster der Brüder mit den beiden zugehörigen Frauenklöstern der Püttrich- und Ridlerschwestern. Die Klöster bestanden seit dem 13. und 14. Jahrhundert und wurden 1802 im Rahmen der Säkularisation abgerissen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6f86791e3f6aded4df9d237037357a70.jpg" alt="Die Ausgrabung am Max-Joseph-Platz, 1982" /><br/><p>Schon unter Kaiser Ludwig dem Bayer (1281/1282–1347, reg. 1314/1328–1347) erlangte das Männerkloster große wissenschaftliche und politische Bedeutung innerhalb Europas. Der sicherlich berühmteste Bruder war William von Ockham (um 1288–1347), der hier 1330 mit seinen beiden Mitstreitern Bonagratia von Bergamo (um 1265–1340) und Michael von Cesena (um 1270–1342) Schutz vor der kirchlichen Verfolgung fand. Er wurde vor dem Altar im Chor der Kirche bestattet, der ungefähr unter der südwestlichen Ecke des Nationaltheaters – der Bayerischen Staatsoper – lag. Das Franziskanerkloster mit Kirche und umgebendem Friedhof nahm den ganzen Max-Joseph-Platz ein und erstreckte sich weit in den Bereich des heutigen Nationaltheaters sowie die Maximilianstraße hinein. Das Ridlerkloster befand sich unter dem westlichen Teil des Königsbaus der Residenz, der erst ab 1826 errichtet wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich an der nördlichen Ecke der heutigen Residenz- und Perusastraße das Püttrichkloster. Die Frauen lebten zunächst als Seelschwestern und widmeten sich der täglichen Krankenpflege, Sterbebegleitung und den Totengebeten. Sie konnten in freier Gemeinschaft ein weitgehend eigenständiges Leben ohne Gelübde und Habit führen, waren jedoch der geistlichen Obhut der Franziskaner unterstellt. Mit verschiedenen Reformen erhielten die Schwestern im Lauf der Zeit strengere Ordnungen. So wurden 1483/84 die drei Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams eingeführt, 1621 die ewige Klausur. Ab diesem Zeitpunkt lebten die Schwestern ausschließlich innerhalb ihrer Klostermauern und verschwanden gänzlich aus dem Münchner Stadtbild. Trotz dieser Einschränkungen konnten die Schwestern innerhalb des ihnen vorgegebenen, engen Rahmens ein selbständiges Leben führen. Sie verwalteten ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich, übten leitende Ämter, wie das einer Oberin, aus, konnten sich künstlerisch entfalten und waren in der Bibliothek, im Archiv und in der Schreibstube tätig. Ihr Bildungsniveau war vergleichsweise hoch. In aller Regel stammten die Schwestern aus adeligen und vermögenden Familien und waren bei ihrem Eintritt ins Kloster zwischen 17 und 21 Jahre alt. Die wohl berühmteste Bewohnerin im Püttrichkloster war Herzogin Kunigunde (1465–1520), die Tochter Kaiser Friedrichs III. (1415–1493, reg. 1440/1452–1493) und Schwester Kaiser Maximilians I. (1459–1519, reg. 1486/1508–1519). Sie war dem Kloster schon seit langem eng verbunden und begab sich 1508 nach dem Tod ihres Gemahls, Herzog Albrecht IV. von Bayern (1447–1508, reg. 1465–1508), dorthin. Mit den Schwestern führte sie ein einfaches und vorbildliches geistliches Leben. Bestattet wurde sie in der Fürstengruft Unserer Lieben Frau, jedoch im Ordenshabit, worum sie bereits zu Lebzeiten ihres Gemahls gebeten hatte. Bei einer Ausgrabung anlässlich von Erdarbeiten zur Erweiterung der Tiefgarage unter dem Max-Joseph-Platz wurde 1982 die Gruft der Frauenklöster gefunden, die 1714 unter der Franziskanerkirche errichtet worden war. Die Gräber waren mit Beigaben wie Papierblumen, Michaelsmedaillen, Christusfiguren, Rosenkränzen und Figürchen ausgestattet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/116">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-10T18:15:53+02:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:45:49+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/116"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/116</id>
    <author>
      <name>Elke Bujok</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Ausstellungsgebäude der „Münchner Secession“ an der Prinzregentenstraße: – provisorisch, kurzlebig und unbekannt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>1893 eröffnete die Künstlergruppe der „Münchner Secession“ ein monumentales provisorisches Ausstellungsgebäude an der Prinzregentenstraße und bildete damit ein kleines Gegenzentrum zu den populären Kunstausstellungen im Münchner Glaspalast.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ce5ff0b2a3d8c736d7f1275914ee2b11.jpg" alt="Paul Pfann, Das Ausstellungsgebäude des Vereins Bildender Künstler (Secession), 1894" /><br/><p>Nach dem immensen Erfolg der drei internationalen Ausstellungen im Glaspalast (1869, 1879 und 1883) wuchs das Interesse der internationalen Künstlerschaft an einer Ausstellungsbeteiligung in München stark an. Dies hatte zur Folge, dass einheimische Künstler eine Benachteiligung gegenüber internationalen Vertretern in Gestalt von Verdiensteinbußen befürchteten. An Franz von Lenbach, Leiter der „Münchner Künstlergenossenschaft“ (MKG), wurde daher die Bitte herangetragen, heimische Künstler zu bevorzugen und internationale Akteure auszuschließen. Lenbach reagierte mit einer Ausstellungspolitik, die dem Rechnung trug, indem sie den heimischen Historismus förderte und neuere Kunstrichtungen begrenzte. Einige Mitglieder der Münchner Künstlerschaft wollten jedoch die Internationalität der Veranstaltung unbedingt erhalten und lehnten die geplante „konservative“ Ausstellungspolitik der MKG ab; in ihrer Sicht trugen auswärtige Künstler entscheidend zum Niveau der progressiven Kunststadt München bei. Die Differenzen in künstlerischen und kulturpolitischen Fragen führten dazu, dass einige Künstler die MKG verliessen und sich im Frühjahr 1892 als „Münchner Secession“ zusammenschlossen. Bekannte Mitglieder sind Franz von Stuck, Max Liebermann, Max Slevogt, Bruno Pilghein, Wilhelm Trübner und Lovis Corinth. Nach der offiziellen Abspaltung wandten sich die Secessionisten an das Kultusministerium, um eine Genehmigung für eine von der MKG unabhängige Präsentation im Glaspalast zu erhalten. Diese Bitte wurde nach nur vier Tagen vom Kultusminister mit dem Kommentar abgelehnt, dass man eine Abspaltung nicht gutheiße und im Interesse der Münchner Kunst auf eine schnelle Versöhnung hoffe. Diese Ablehnung motivierte die Secessionisten, bereits am 1. April 1893 mit dem Bau eines eigenen Ausstellungsgebäudes zu beginnen. Baurat Franz Brandl (1833–1896) stellte dafür ein kostenloses Grundstück an der Prinzregentenstraße Ecke Pilotystraße – heute etwa Prinzregentenstraße 2, die direkte Eckverbindung der beiden Straßen existiert jedoch nicht mehr – zur Verfügung und genehmigte den Secessionisten, sich dort für fünf Jahre niederzulassen. Das provisorische Ausstellungsgebäude wurde zum größten Teil vom Publizisten Georg Hirth (1841–1916) finanziert, welcher die Secessionisten seit der Gründung mit seinen journalistischen Beiträgen sowie auch mit finanziellen Mitteln unterstützt hatte. Der namhafte Architekt und Professor der Technischen Hochschule Paul Pfann (1860–1919) errichtete gemeinsam mit der Baufirma „Heilmann & Littmann“ eine beeindruckende Galerie für die Secession. Am 15. Juli 1893 wurde die erste Ausstellung der „Münchner Secession“ mit ungefähr 880 Werken eröffnet. Im Vergleich zu den rund 2800 Werken, welche im Glaspalst gezeigt wurden, wird das gewünschte „elitäre“ Verhältnis von Quantität und Qualität ersichtlich. Mit diesem Kontrastprogramm wurde das Provisorium an der Prinzregentenstraße zum kleinen Zentrum, zu einem Gegenpol zu den großen Ausstellungen im Glaspalast. In fünf erfolgreichen Jahren mit eigenem Ausstellungsbetrieb war die „Münchner Secession“ zweifelsfrei zu einer bedeutenden Vereinigung in München geworden. Trotzdem wurde das Gebäude an der Prinzregentenstraße nach den vereinbarten fünf Jahren abgerissen. Heute sind nur noch wenige Spuren der Innen- sowie Außenansicht des monumentalen Ausstellungsbaus nachzuweisen, der sich einst gegenüber dem heutigen Haus der Kunst befand.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/94">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-06-22T16:53:09+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:46+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/94"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/94</id>
    <author>
      <name>Valérie Meßner</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die alte Schack-Galerie: Wechselvolle Baugeschichte einer privaten Gemäldegalerie ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Brienner Straße 41, unweit der Propyläen und des Lenbachhauses, wo sich heute ein studentisches Wohnheim und zahlreiche kleine Geschäfte befinden, existierte Ende des 19. Jahrhunderts eine der wenigen privaten, aber täglich für Besucher geöffneten Gemäldesammlungen in München: die des Grafen Adolf Friedrich von Schack (1815–1894).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a0dbcdc929e4454ed536e462216831b3.jpg" alt="Das Anwesen Schack, um 1890 " /><br/><p>Graf von Schack, der zuvor in Berlin im preußischen Staatsdienst tätig war und dann dem Ruf des bayerischen Königs Maximilian II. Joseph (1811–1864) nach München folgte, kaufte 1856 die Villa mit Gartenpavillon in der Brienner Str. 19 als Wohnhaus. Ein Jahr später erwarb er sein erstes Gemälde: Die Vision des Ezechiel von Bonaventura Genelli (1798–1868); bis 1861 folgten noch acht weitere Bilder, die im Wohnhaus und im Pavillon aufgehängt wurden. Als Schack 1862 weitere sieben Werke kaufte, veranlassten der Platzmangel, feuchte Wände im Pavillon sowie sein Wunsch, eine Gemäldesammlung aufzubauen, den Umbau des Gartenhauses. Dieser rechteckige, eingeschossige Bau mit einer antikisierenden Fassade, besaß eine Grundfläche von 8,90 x 5,90 Metern. Das Äußere des Gebäudes ist nur durch einen im Stadtarchiv München befindlichen Plan dokumentiert. Diese 1862 von Genelli in einem Brief an Schack bezeichnete „kleine Pinakothek“ wurde allerdings schnell zu klein. 1863 und 1864 erwarb Schack 43 Bilder, sodass ein größerer Bau notwendig wurde.</p><p>1865 entstand nach den Plänen des Architekten Heinrich von Hügel (1828–1899) ein einstöckiger Galeriebau mit neun aufeinanderfolgenden Oberlichträumen. Die klassizistische Fassade der Front wurde durch korinthische Doppelpilaster in neun vierteilige Rechtecke, die mittig mit Rosetten und Büsten geschmückt waren, gegliedert. Das nun knapp 35 Meter lange und 6 Meter breite Gebäude konnte nur durch die Verschmelzung mit dem Wohnhaus und den umstehenden Nebengebäuden realisiert werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde an zukünftige Besucher gedacht: Die Galerie konnte sowohl vom Wohnhaus als auch von Hof und Garten durch ein Vestibül betreten werden. Das Wohnhaus erhielt ebenfalls eine neue, durch den Architekten Heinrich von Hügel konzipierte Fassade, sodass ein stimmiges Gesamtbild entstand.</p><p>Bereits sechs Jahre später war auch dieser Galeriebau zu klein, denn Schack erwarb bis 1871 zusätzlich 158 Gemälde. Zudem drohte erneut hohe Luftfeuchtigkeit, die Bilder zu gefährden. Mit dem Ankauf der zwei benachbarten Grundstücke Brienner Str. 21 und 22 besaß Schack nun genug Platz, um einen Bau nach seinen Wünschen durch Lorenz Gedon (1844–1883) verwirklichen zu lassen. Dabei wurden die bereits bestehenden Gebäude miteinander verbunden und umgebaut. Durch die unterschiedlichen Höhen, Proportionen sowie gewünschten Dimensionen war dies ein komplizierter – und letztendlich teurer – Umbau, dessen Fertigstellung bis 1874 dauerte. Mittels einer gemeinsamen Fassadenfront im Neorenaissance-Stil mit zahlreichen dekorativen Elementen wurden die Häuser der Brienner Str. 19 und 22 verbunden. Das Erdgeschoss beider Anwesen diente nun als Wohn- und Arbeitsbereich. Durch einen Arkadengang seitlich des Hauses Nummer 19 gelangte man in die sogenannte „Alte Galerie“, gefolgt von einem Treppenhaus, das zu den weiteren Galerieräumen führte. Die „Neue Galerie“, ein einstöckiger Bau im maurischen Stil mit Oberlicht und neun großen Bogenfenstern, verband das Haus Nummer 22 nun mit dem rückwärtigen Haus Nummer 21. Dieses Hinterhaus wurde ebenfalls im maurischen Stil umgebaut und in die „Neue Galerie“ integriert. Besucher hatten nun die Möglichkeit, in dieser sechsteiligen AnlageWerke von vor allem Münchner Künstlern wie Arnold Böcklin (1827–1901), Anselm Feuerbach (1829–1880), Franz Lenbach (1836–1904) sowie Hans Marées (1837–1887) neben Kopien alter italienischer Meister, die größtenteils von Lenbach angefertigt wurden, zu betrachten.</p><p>Als Schack 1894 verstarb, erbte der deutsche Kaiser dessen Sammlung, mit der Bedingung, die Sammlung nicht zu trennen. Wilhelm II. (1859–1941) entschied sich, die Werke in München zu belassen und integrierte sie 1909 in den durch Max Littman (1862–1931) konzipierten Neubau an der Prinzregentenstraße, wo sich ab diesem Zeitpunkt auch die Preußische Gesandtschaft befand. Das Anwesen in der Brienner Straße wurde bis zu seiner Zerstörung durch einen Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs unterschiedlich genutzt: Zunächst erwarb der Künstler Franz Naager (1870–1942) das Grundstück und die Gebäude, anschließend dienten Teile der Räumlichkeiten als Ausstellungsräume, als Wohnraum sowie als Atelier der Hofglasmalerei F. X. Zettler.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-04-13T15:13:54+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:55+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/79</id>
    <author>
      <name>Cosima Dollansky</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Herzog-Max-Palais: Ein Abriss zugunsten der „Hauptstadt der Deutschen Kunst“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/832d24c6f52a038445ff9eac8c858c09.jpg" alt="Das Herzog-Max-Palais, um 1900" /><br/><p>Was wäre das für ein Pilgerort für Sisi-Fans aus aller Welt: Im Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße 13 erblickte die Tochter von Herzog Maximilian in Bayern (1808–1888) und seiner Frau Ludovica (1808–1892), einer Schwester von König Ludwig I., an Heiligabend 1837 das Licht der Welt. Sisi, eigentlich Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Herzogin in Bayern (1837–1898), die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, wuchs hier in einem schlossähnlichen Palast auf, der an Größe und klassizistischem Prunk in München nur von der Residenz übertroffen wurde. Doch heute ist das Palais längst Geschichte – abgerissen 1937/38. Adolf Hitler war für die geplanten Aufmärsche zum „Haus der Deutschen Kunst“ die damals viel zu schmale Von-der-Tann-Straße ein Dorn im Auge, weshalb er das Palais abreißen ließ. Der damalige Eigentümer des Palastbaus, Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern (1884–1968), wurde unter Druck gesetzt, das Kaufangebot der Reichsbank zu akzeptieren und in nur drei Wochen das Palais leerzuräumen. Am 14. Juni 1937 verkaufte er – kurz vor seiner Flucht in die USA. Noch im selben Jahr ließ der spätere Wiederaufbau-Architekt Hans Döllgast (Alte Pinakothek, St. Bonifaz, Residenz, Würzburger Dom) die herrlichen Innenräume dokumentieren, um zumindest das Andenken dieser verlorenen Pracht zu bewahren. Und Fritz Gablonsky von der Obersten Baubehörde überreichte Hitler sogar persönlich seine schriftlichen Bedenken (nebst Fotos) gegen den Abriss des prachtvollen Palais – vergeblich. Ende März 1938 war der Abriss vollendet. Was damit verloren war, waren die repräsentativsten Raumfluchten des Klassizismus Leo von Klenzes in München. So etwa der Große Speisesaal mit Kassettendecke und einem 44 Meter langen Relieffries von Ludwig von Schwanthaler, der noch prunkvollere, zweistöckige Ballsaal, der Empfangssalon mit seinen monumentalen Fresken, der Stuckmarmor, das prächtige Parkett, die vielen Malereien und kunstvoll geschnitzten Decken und Türen in allen Räumen. Auch ein zeltartiger Theatersaal, eine Hauskapelle, Wirtschaftsgebäude sowie Stallungen wurden in nur wenigen Monaten zerstört. Dennoch hat sich ein wenig vom alten Palais erhalten. Das Meiste davon befindet sich im 1938 begonnenen Reichsbankgebäude an gleicher Stelle, das nach dem Krieg von der Landeszentralbank Bayern und dem Architekten Prof. Carl Sattler bis 1951 vollendet wurde. Das wertvollste Relikt hängt dort in der gewölbten Eingangshalle des Bankgebäudes – das Bacchus-Relief von Ludwig von Schwanthaler, das fast komplett erhalten ist – oder auch die von Klenze konzipierten und vor dem Abriss ausgebauten Intarsien-Parkettböden, die im Großen Sitzungssaal, in Vorstandsräumen, mehreren Diensträumen, im Präsidentenzimmer oder im kleinen Sitzungssaal Verwendung gefunden haben und so erhalten geblieben sind. Auch die vier monumentalen Fresken von Robert Langer haben den Abbruch des Palais überlebt. Vor dem Abriss bewahrt hatte sie der zuständige Baudirektor der Reichsbank Heinrich Wolff, der jedes der Monumentalfresken (2,5 mal 5 Meter) – einschließlich Mörtelschicht wog so ein Fresko etwa 10 Zentner – ausbauen ließ. Eingebaut wurden sie ausgerechnet in den Sitzungssaal im „Haus des Deutschen Rechts“ in der Ludwigstraße, das 1939 eingeweiht wurde. Dort gerieten sie dann allerdings erst in Vergessenheit, wurden teils übermalt und erst 1992/93 restauriert. Immerhin, auch der Kaulbach-Zyklus aus dem Ballsaal ist erhalten – in der Musikalienabteilung der Staatsbibliothek – ansonsten nichts. Heute erinnern nur noch eine unauffällige Bronze- und eine nichtssagende Infotafel an Sisi und an das vormalige Pracht-Palais. Nein, wahrlich kein guter Ort für Sisi-Fans aus aller Welt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-01-12T09:46:32+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:21:04+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59</id>
    <author>
      <name>Thomas Müller</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Kil’s Colosseum: Das pralle Leben und der Feuertod]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Münchens größtes Varietétheater war Schauplatz rauschender Feste, aber auch einer schrecklichen Brandkatastrophe.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4c7c3f450cb26c892ce097a670289792.jpg" alt="„Kil’s Colosseum“, Postkarte von 1897" /><br/><p>Die Kombination einer stets offenen Bierzapfsäule mit einem bunten Unterhaltungsprogramm ist bekanntermaßen ein Erfolgskonzept – nicht nur, aber besonders in München. Dies hatte auch der Bauunternehmer Franz Kil erkannt, als er 1873 in der Isarvorstadt sein legendäres „Colosseum“ (auch: „Kolosseum“) eröffnete. Das Glockenbachviertel sah damals noch völlig anders aus als heute: Es war vielmehr florierendes Gewerbegebiet denn Wohnviertel, mit dort ansässigen Traditionsunternehmen, die es teils heute noch gibt (etwa „Rodenstock“ und „Roeckl“). Bis zum Neubau der Hans-Sachs-Straße im Jahr 1896 befand sich in unmittelbarer Nähe zum „Colosseum“ außerdem eine Schwimm- und Badeanstalt – auch Naherholungsmöglichkeiten für die Großstädter waren also gegeben. Für Kils Etablissement war der Standort somit ideal: Varieté- und Artistikdarbietungen, Konzerte und Tanzveranstaltungen, mehrere Bierhallen, ein großer Biergarten und eine eigene Brauerei machten es rasch zu einem kulinarisch-kulturellen (und leicht verruchten) Hotspot vor den Toren der Stadt.</p><p>Zur Faschingszeit des Jahres 1881 ereignete sich hier jedoch eine Brandkatastrophe, die als „Eskimotragödie“ in die Annalen der Stadt einging: Am 18. Februar veranstaltete die Kunstakademie ein aufwendig gestaltetes Künstlerfest unter dem Motto „Eine Kneipreise um die Welt“. Über den gesamten Festsaal verteilten sich von den einzelnen Bildhauer- und Malerklassen inszenierte Länder-Stationen. Vor der Bühne erhob sich außerdem die riesige Attrappe eines Schiffs namens „Katerina“, das die Besucher der Veranstaltung imaginär durch die ganze Welt befördern sollte.</p><p>Das Unglück ereignete sich kurz vor Mitternacht an der Station „Eskimo-Höhle“ der Bildhauerklasse von Professor Max von Widnmann: Meterhohe Eisberge aus Gips und Felsblöcke aus Pappmaché simulierten hier ein arktisches Ambiente, die Studenten trugen zottelige, fatalerweise aus leicht brennbarem Werg und Watte gefertigte Inuitkostüme (bzw. was man damals eben für eine typische Tracht hielt). Das Kostüm eines Studenten entzündete sich an einer Kerze und binnen Sekunden standen er und mehrere Kommilitonen, die ihm zu Hilfe eilen wollten, in Flammen. Prominente Augenzeugen wie der Maler Lovis Corinth und der Schriftsteller Ludwig Ganghofer schilderten die schrecklichen Szenen später eindrücklich. Insgesamt neun Studenten verloren ihr Leben, sieben davon wurden am 22. Februar unter großer öffentlicher Anteilnahme in einem Gemeinschaftsgrab auf dem nahegelegenen Südfriedhof beigesetzt. Rund 15.000 Menschen begleiteten den Trauerzug, direkt hinter den Särgen schritt kein Geringerer als Prinz Luitpold von Bayern. Bis heute blieb das Unglück München und der Kunstakademie im Gedächtnis: Am Aschermittwoch 2015 erinnerte der Künstler und Absolvent der Münchner Akademie Stefan Lenhart mit seiner performativen Reinszenierung „Die Eskimo Tragödie (memento mori)“ an die Verstorbenen.</p><p>Dem Erfolg des „Colosseums“ tat das Desaster allerdings keinen Abbruch. Seinen Ruf als Münchner Kultinstitution konnte es sich noch gut dreißig Jahre lang bewahren, bevor das Programm nach dem Ersten Weltkrieg immer weniger bunt und stattdessen zunehmend profaner wurde. Nach einem Umbau der Innenräume im Jahr 1927 folgten nochmals einige Glanzzeit-Jahre, an denen die regelmäßigen Auftritte des Komikerduos Karl Valentin und Lisl Karlstadt deutlichen Anteil hatten. Der Zweite Weltkrieg markierte aber schließlich den endgültigen Niedergang: Durch einen Bombentreffer im Jahr 1944 schwer zerstört, entstand aus den Trümmern des „Colosseums“ wieder ein Tanzlokal, das jedoch nicht an alte Erfolge anknüpfen konnte. Im Jahr 1958 schlossen sich die Pforten schließlich für immer und der Komplettabriss des Gebäudes folgte drei Jahre später. Heute steht der kurz darauf errichtete Betonbaukomplex – eingefasst von Ickstatt-, Jahn-, Kolosseums- und Hans-Sachs-Straße – geradezu sinnbildlich für die brachialen Urbanisierungsmaßnahmen der 1960er Jahre im Glockenbachviertel. An das schillernde Treiben von einst erinnern nur noch der Name der „Kolosseumsstraße“ und ein einsamer Zeitzeuge an der Ecke Ickstatt-/Hans-Sachs-Straße: ein großer Kastanienbaum, der seinerzeit den Besuchern des Biergartens Schatten spendete.   </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/47">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-26T14:13:21+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:19:05+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/47"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/47</id>
    <author>
      <name>Hanna Lehner</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das „Wiener Café Stefanie“: Sehen und gesehen werden – ein Treffpunkt der Kunstszene Münchens um 1900]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um 1900 galt das Café Stefanie in der Maxvorstadt als beliebter Treffpunkt der Bohemiens, besonders der Literat:innen und Kunstschaffenden Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/48d14dfd314d561e032ed9b562e385fd.jpg" alt="Außenansicht des Café Stefanie, um 1905–1910" /><br/><p>„<i>Irgendwo im Haus und im Himmel mußte ein Elektrizitätswerk sein. Die Gäste, angeschlossen an den Starkstrom, zuckten unter elektrischen Schlägen gestikulierend nach links und nach rechts und vor und von den Polsterbänken hoch, fielen ermattet zurück und schnellten mitten im Satz wieder hoch, die Augen aufgerissen im Kampf der Meinung über Kunst.</i>“ (Frank 1963, S. 11).</p><p>Leonhard Frank beschrieb mit diesen Worten das pulsierende Innere des „Wiener Café Stefanie“. Das legendäre Kaffeehaus wurde 1895 in dem Eckhaus an der Amalienstraße / Theresienstraße eröffnet und galt als beliebter Treffpunkt der Literat:innen, Kunstschaffenden und Studierenden. Als eines der wenigen Cafés Münchens durfte es sogar bis 3 Uhr nachts geöffnet haben. Auch wenn das Gebäude bei einem Fliegerangriff am 6./7. September 1943 gänzlich zerstört wurde, bleiben die Erzählungen, Zeichnungen und Karikaturen als bleibende Erinnerungen des Cafés im Gedächtnis der Stadt verankert. Das Mobiliar glich einem von vielen Cafés im Wiener-Kaffeehaus-Stil – Spiegelwand und Holzvertäfelungen, runde Marmortische, geschwungene Thonet-Stühle und ein Billardtisch –, doch besonders die (Stamm)Gäste galten als spezifisches Charakteristikum des Café Stefanie und trugen zu seiner Beliebtheit bei. Hier fühlte sich vor allem die sogenannte Schwabinger Bohème heimisch, Personen mit einer bestimmten freigeistigen Mentalität, einem unkonventionellen Lebensstil und einer exzessiven Lebensweise. Man frequentierte regelmäßig die zahlreichen Kneipen, Kleinkunstbühnen und Cafés – allen voran das Café Stefanie – in der Maxvorstadt. Viele Künstler:innen nutzten das „Café Größenwahn“, wie das Kaffeehaus im Volksmund genannt wurde, als Wohn- und Arbeitszimmer. Es war Knotenpunkt einer exzeptionellen Infrastruktur des künstlerischen Lebens: die Akademie, die Ateliers und die Museen waren ebenso nah wie Verlage, Fotograf:innen, Kunstvereine, Kunsthandlungen oder satirische Zeitschriften wie „Simplicissimus“ oder „Jugend“.</p><p>Einige Gäste im „Café Größenwahn“ waren beispielsweise die Zeichner und Karikaturisten Henry Bing, Hanns Bolz und Ernst Stern sowie die Maler:innen Lovis Corinth, Franz Marc, Paul Klee, Alfred Kubin, Marianne von Werefkin, die Schriftsteller:innen Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, Klabund, Heinrich Mann, Erich Mühsam, die Diseuse Marya Delvard, und die Personifikation des Bohèmelebens schlechthin – Franziska Gräfin zu Reventlow (1871–1918). Viele der Gäste kamen bei einer Melange und einem Glas Wasser im Café zum ersten Mal miteinander in Kontakt, ganze Gruppierungen und (Künstler)kreise entstanden hier. Beispielsweise traf sich die Kabarettgruppe der „Elf Scharfrichter“ im „Wiener Café Stefanie“ und auch die Mitglieder des Blauen Reiters verweilten dort.</p><p>Man hat im „Café Größenwahn“ leidenschaftlich philosophiert und debattiert, über Kunst und Literatur diskutiert sowie Schach gespielt und gezeichnet und zugleich bleibende Erinnerungen an das „Wiener Café Stefanie“ geschaffen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/32">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-07-29T11:27:17+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:19:14+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/32"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/32</id>
    <author>
      <name>Hannah Rathschlag</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
