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Der Westpark

Ein Park, der Kultur und Kunst vereint

Heutzutage wird der Westpark als Ort zum Entspannen genutzt. Er bietet aber weitaus mehr, denn er verbindet Gartenkultur und Kunst anderer Länder und war Schauplatz der Internationalen Gartenbau-Ausstellung (IGA) 1983.

Nach den Olympischen Spielen 1972 erlebte München einen Modernisierungsboom und es wurden massenhaft Planungen für Grünflächen entworfen. Besonders Oberbürgermeister Georg Kronawitter (1928-2016) setzte sich mit dem Slogan „Genügend Grünflächen sind für die Stadt so wichtig wie die Luft zum Atmen” dafür ein. 1975 wurde der erste Stadtentwicklungsplan erstellt, der Grünflächen einbezog und ein Netz mit Nord-, Ost-, Süd- und Westpark vorsah. 1976 wurde vom Stadtrat der Grün- und Erholungsflächenplan verabschiedet, welcher das Fundament für die Finanzierung von Bau und Planung des Westparks war.

1976 beschloss der Stadtrat einen Wettbewerb zur Gestaltung des Parks. Ziel war es, den Bürgern im Westen der Stadt den langerwünschten Traum, einen Park zu haben, zu erfüllen und ebenfalls die IGA, die im Jahr 1983 stattfinden würde, nach München zu holen.

Der deutsche Landschaftsarchitekt Peter Kluska (1938-2020) gewann 1977 den Wettbewerb, da sein Plan einer „Tallandschaft“, teilweise sechs bis acht Meter unter Geländeniveau, mit zwei Wasserflächen überzeugte. Das hügelige Gelände sollte an die Voralpenlandschaft erinnern. 1977 erhielt München den Zuschlag zur IGA und bereits 1978 begann der Bau. Die Gesamtkosten betrugen circa 112 Millionen Deutsche Mark. Etwa zwei Millionen Kubikmeter Material wurden bewegt, um den 29 Hektar großen Park zu schaffen.

Einige Gebäude und Pflanzen aus verschiedenen Kulturen wurden geschenkt, so befinden sich noch heute der japanische Garten als Geschenk der Münchner Patenstadt Sapporo, der chinesische Garten mit Toren und zwei Pavillons, der von der Volksrepublik China gestiftet wurde, eine nepalesische Pagode und ein thailändischer Pavillon mit Buddha-Statue im Westpark. Im Park befinden sich außerdem ein Haus von 1747 aus dem Bayerischen Wald mit Bauerngarten und ein Haus in der Form der Tafelberge Sardiniens, das von Italien gestiftet wurde, sowie Kunstwerke von Johannes Leismüller, Jean Clareboudt und Christian Tobin.

Außerdem wurden Spielplätze sowie künstliche Wasserflächen angelegt und 20- bis 40-jährige Bäume gepflanzt, um den zuvor leeren Haufen von Kies mit grüner Fläche zu füllen. 1983 wurde mit der IGA der Westpark eröffnet, der zunächst vom 28. April bis 9. Oktober nur mit Eintrittskarte zugänglich war. Seit Dezember 1983 ist der Park der Öffentlichkeit zugänglich.

Bilder

Peter Kluska: Entwurfsplan des Westparks, 1979
Peter Kluska: Entwurfsplan des Westparks, 1979 Der Park teilt sich in eine Ost- und eine Westhälfte , die durch eine Brücke verbunden sind. Beide Park-Hälften besitzen eine Wasserfläche. Quelle: Peter Kluska: Landschaftsarchitektur: Projekte + Wettbewerbe 1970-2010= Landscape architecture: projects + competitions 1970-2010. München 2013, S. 62-63.
Der Westpark während seiner Bauphase
Der Westpark während seiner Bauphase Um die Hügellandschaft des Parks zu erzeugen wurden zwei Millionen Kubikmeter Material bewegt. Quelle: Peter Kluska: Landschaftsarchitektur: Projekte + Wettbewerbe 1970-2010= Landscape architecture: projects + competitions 1970-2010. München 2013, S. 66.
Der Westpark während der IGA 1983
Der Westpark während der IGA 1983 Die IGA fand zwischen dem 28. April und 9. Oktober statt und wurde von 11,5 Millionen Menschen besucht. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Sammlungen, Bruckmann Archiv, ZI-BAB-26-Arch-040 Erstellt von: Heinz Gebhardt
Nepalesische Pagode im Ostasienensemble (2011)
Nepalesische Pagode im Ostasienensemble (2011) Die Pagode wurde von 300 Handwerkern in Nepal für die IGA geschnitzt und befindet sich in der Nähe des chinesischen Gartens und der Thai-Sala. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Rufus46
Kugelbrunnen von Christian Tobin (2011)
Kugelbrunnen von Christian Tobin (2011) Eine 1,2 Tonnen schwere Kugel, die in einem kalottenförmigen Gegenstück liegt und durch den Wasserdruck im Spalt gedreht werden kann. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Gras-Ober
Thailändische Sala mit Buddha-Statue (2009)
Thailändische Sala mit Buddha-Statue (2009) Eine neun Meter hohe Sala mit einer Buddha-Statue befinden sich auf einer Plattform umrandet von Wasser in einem Becken. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Rufus46
Der Pavillon des Sommers im chinesischen Garten (2012)
Der Pavillon des Sommers im chinesischen Garten (2012) Ein chinesischer Garten, der von sechs Gärtnern aus Kanton erstellt wurde unter dem Motto Garten von Duft und Pracht. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Henning Schlottmann

Ort

Am Westpark, 81373 München | öffentlich zugänglich

Metadaten

Lukas Sonidis, “Der Westpark: Ein Park, der Kultur und Kunst vereint,” MunichArtToGo, zuletzt zugegriffen am 21. Mai 2026, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342.