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    <title type="html"><![CDATA[Friedrich Ludwig von Sckells „Natur-Garten“ für den Grafen Montgelas: „Niedliche Voralpe [...] in ihrem grünen Kleide“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der östlichen Isaraue und auf dem Isarhochufer entstand im frühen 19. Jahrhundert der bedeutendste private Landschaftsgarten Münchens. Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt) entwarf diese weitläufige Anlage.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7a222e12d20e653b1f94bac01e6d3d36.jpg" alt="Plan des Gartens nach Sckells Entwurf 1813, Holzstich, 1828" /><br/><p>1803 erwarb Staatsminister Maximilian Joseph von Montgelas (1759–1838) <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/215" target="_blank" rel="noopener">den Edelsitz Stepperg in Bogenhausen</a>. Der Neubau eines Landhauses auf dem Hochufer war geplant, wurde jedoch nicht verwirklicht. Vielmehr konzentrierten Montgelas und seine Gemahlin Ernestine (1779–1820) geb. von Arco sich auf die Neuanlage des Gartens, die sie dem 1804 zum Hofgarten-Intendanten ernannten Hofgärtner Sckell übertrugen.
Das ab 1805 durch Sckell gestaltete erste Wiesental sagte Montgelas so zu, dass er ihn 1813 mit Erweiterungen in den Isarauen beauftragte. Kurz vor 1830 ließ er den Garten nach Norden hin um eine landwirtschaftlich genutzte Partie erweitern. Dieser gegenüber dem Englischen Garten gelegene, etwa 40 Hektar große erste Münchner Landschaftsgarten östlich der Isar begann etwa auf der Höhe der Schwaige im Hirschanger und erstreckte sich entlang dem Brunnbach weiter Richtung Oberföhring.
Der Haupteingang zum Garten befand sich am Fuß des Hochufers nahe der 1804 errichteten hölzernen Isarbrücke. Sie wurde 1812 durch eine Brücke mit gemauerten Pfeilern ersetzt (<a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/263" target="_blank" rel="noopener">heute: Max-Joseph-Brücke</a>). Zunächst mussten im Schwemmgebiet unter enormen Anstrengungen Unmengen an Kies und Gestrüpp entfernt und unzählige Wagenladungen Humus aufgebracht werden. So gelang es Sckell, am östlichen „Gestade der reißenden Isar“ eine „niedliche Voralpe [...] in ihrem grünen Kleide“ [zit. nach Sterler 1830, S. 12] zu modellieren und „die lieblichsten ländlichen Naturscenen“  [zit. nach Sterler 1830, S. 20] künstlerisch zu gestalten. Von den Wegen der Wiesentäler und von Aussichtspunkten auf dem Hochufer aus inszenierte Sckell eindrucksvolle Blicke auf die Residenzstadt und nach Ober- und Unterföhring, bei gutem Wetter nach Norden bis Freising und nach Süden auf die Alpenkette.
Sckells künstlerische Überformung der Isaraue und des Hochufers zu malerischen Szenerien des Landschaftsgartens hat in der Münchner Stadt- und Grünplanung des 19. Jahrhunderts eine nachhaltige Wirkungsgeschichte. Von dem berühmten „Naturgarten“ selbst, der 1838 an Herzog Max Joseph in Bayern verkauft wurde und später im Villenviertel des Herzogparks aufging, lässt sich lediglich am malerischen Brunnbach noch eine Ahnung gewinnen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/318">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-23T11:44:00+01:00</published>
    <updated>2026-02-23T13:25:02+01:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa an der Thomas-Mann-Allee 10: Vom Künstlerhaus zum Erinnerungsort]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Schriftsteller Thomas Mann und seine Familie wohnten ab 1910 in Bogenhausen. Zwei Gedenktafeln erinnern daran: am Gebäude Mauerkircherstraße 13 und an der Gartenmauer der Villa an der Thomas-Mann-Allee 10.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bda2e45f6ae652b0d0227432c6811890.jpg" alt="Die Thomas-Mann-Villa, um 1910" /><br/><p>Am Mietshaus Mauerkircherstraße 13 ist seit 2010 eine Tafel mit folgender Aufschrift angebracht:</p><p>„Der Schriftsteller und spätere Nobelpreisträger (1929) / Thomas Mann / lebte mit seiner Familie im Haus Mauerkircherstraße 13/II / von Oktober 1910 bis Januar 1914. / Hier entstand die Novelle ‘Der Tod in Venedig‘ (1912).“
1914 bezogen Thomas und Katia Mann mit ihren vier Kindern Erika, Klaus, Golo und Monika das Haus mit der damaligen Adresse Poschingerstraße 1, heute Thomas-Mann-Allee 10. Die Villa, gelegen im Herzogpark und in der Nähe der Isar, planten die Architekten Alois und Gustav Ludwig. In den folgenden Jahren entstanden hier einige der bedeutendsten Werke Manns, darunter „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (1918), „Der Zauberberg“ (1924), „Mario und der Zauberer“ (1930) und die ersten beiden „Joseph“-Romane (1933/34).
Am 10. Februar 1933 hielt der Schriftsteller in München einen Vortrag über „Leiden und Größe Richard Wagners“. Von der anschließenden Vortragsreise im Ausland kehrte er auf Warnung seiner Familie nicht mehr zurück, denn im April 1933 kam es zum öffentlichen Protest der Richard-Wagner-Stadt München gegen ihn. Im Mai 1933 wurden die Werke von Heinrich, Thomas und dessen Kindern Klaus und Erika Mann an der Universität München verbrannt. Thomas Mann verlor die deutsche Staatsbürgerschaft und 1937 folgte die endgültige Beschlagnahme seines Besitzes.
Die Villa diente von 1938 bis 1940 dem NS-Verein "Lebensborn" als Zentrale. Ein Fliegerschaden vom 25. April 1944 machte das zu diesem Zeitpunkt weitgehend leerstehende Gebäude unbewohnbar. Ab 1945 nutzten russische und ukrainische Familien, bis zu 50 Personen, davon die Hälfte Kinder, das Haus als Unterkunft. 1948 erhielten Thomas und Katja Mann ihren Besitz zurück und ließen das Haus 1952 abreißen. Der Apotheker Otto Roeder erwarb das Grundstück laut Katastereintrag 1953 für 26.000 DM und errichtete auf den alten Fundamenten einen Bungalow.
Nach mehreren Besitzerwechseln wurde das Anwesen 2002 neu bebaut. Der Neubau orientiert sich in seiner äußeren Gestalt an der ursprünglichen Villa. Auf der 2006 angebrachten Gedenktafel ist zu lesen:</p><p>„AUF EIGENE ART EINEM BEISPIEL FOLGEN. DAS IST TRADITION. / Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann (1875–1955) ließ hier 1913 ein Wohnhaus errichten und bewohnte es mit seiner Familie von Januar 1914 bis zum Beginn des Exils im Februar 1933. Der Beschlagnahme des Hauses 1933 durch die Bayerische Politische Polizei folgte 1937 die Enteignung durch das Deutsche Reich und das Land Bayern. Nach der Zerstörung im Krieg 1944 wurde das Haus Thomas und Katia Mann 1948 zurückerstattet. Thomas Mann ließ es 1952 abreißen und verkaufte das Ruinengrundstück. Ein Nachfolgebau (1953–2002) wurde im Jahr 2006 durch die mit der Stadt München vereinbarte äußerliche Rekonstruktion des einstigen Thomas-Mann-Hauses ‚auf eigene Art’ ersetzt.“
Um das Leben und Wirken der Familie Mann zu würdigen, beschloss der Stadtrat der Landeshauptstadt München die Schaffung eines Denkmals; 2019 prämierte eine Fachjury den Entwurf „Straßen Namen Leuchten“ des Künstlers Albert Coers. Dieser greift die biografischen Stationen der Familienmitglieder in München und die Orte ihres Exils auf sowie die literarische Rezeption und Gedenkkultur, die sich weltweit mit dieser außergewöhnlichen Familie auseinandersetzt. Das Denkmal wird ab 9. Dezember am Salvatorplatz beim Literaturhaus München zu sehen sein.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/277">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-14T17:49:12+02:00</published>
    <updated>2025-12-18T12:39:56+01:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa des Hofschauspielers Richard Stury:  Possartstraße 18]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/88f243e12f7939feb2cabfa4563783a9.jpg" alt="Die Stury-Villa, um 1910" /><br/><p>Die in Ecklage am Shakespeareplatz befindliche Villa, ein reich gegliederter Mansardwalmdachbau in neuklassizistischen Formen mit Erkern, Zwerchhausloggia und Stuckdekor, stammt aus der Zeit um 1910. Das Gebäude und die zwei Gartenpavillons stehen unter Denkmalschutz. Der Hofschauspieler Richard Stury (1859–1928) und seine Ehefrau Gisela (1878–1941) zogen 1912 mit ihren vier Kindern ein.
In den „Alt-Münchner Theater-Erinnerungen“ von Alfred von Mensi-Klarbach erfährt man über Richard Stury Folgendes:</p><p>„Den Söhnen des Münchner Postbeamten Stury scheint das Theaterblut mit auf ihren Lebensweg gegeben worden zu sein, denn noch zwei Brüder Richards: Franz Xaver und Max, waren als Schauspieler, Opernsänger und Intendant beim Theater. Das Deklamationstalent Richards gab sich schon auf dem Gymnasium kund. Mit 16 Jahren stellte er sich Possart vor (Anm. d. Verf.: Ernst von Possart, 1841–1921, Buchhändler, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg; ab 1873 Oberregisseur an der Königlichen Hofbühne zu München, ab 1878 Schauspieldirektor), der sich von da an für ihn interessierte. Vorerst aber absolvierte er das Gymnasium, studierte auch vier Semester Jus an der Universität seiner Vaterstadt, zugleich aber auch an der Akademie der Tonkunst, um von Regisseur Heinrich Richter vorbereitet, im Dezember 1880 am Coburger Hoftheater als Don Carlos zum erstenmal aufzutreten und von nun an dem Theater treu zu bleiben. Das nächste Jahr ging es nach Darmstadt, dann nach Mannheim.“ [zit. nach Mensi-Klarbach 1924, S. 215]
Seit 1887 war Richard Stury festes Ensemblemitglied des Münchner Hof- und Nationaltheaters. Ein Unfall im Jahr 1899 bei einer Aufführung von Faust II beeinträchtigte seine weitere Berufstätigkeit. 1905 beendete er aus gesundheitlichen Gründen sein Engagement am Nationaltheater; anschließend wirkte er vor allem als privater Schauspiellehrer. Von 1913 bis 1927 leitete Richard Stury im Rahmen der Kulturinstitution Freies Deutsches Hochstift in Frankfurt die Münchner Zweiggenossenschaft. Zudem war er Präsident der Münchner Versuchsbühne sowie langjähriges Mitglied und zeitweise Obmann der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger.
Richard Stury verstarb 1928 im Alter von 68 Jahren. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich seit 1999 in der Monacensia, Maria-Theresia-Straße 23. Die Villa erbte seine Ehefrau Gisela. 1955 waren die Kinder Ludowika Klenke, geborene Stury, Dr. Richard Stury und Gisela Stury als Besitzer im Kataster eingetragen.
Der Sohn Richard F. Stury (1911–1999) plante zu Ehren seines Vaters die „Hofrat Richard Stury Stiftung“ zur Förderung der Literatur in München. Erst durch seine Ehefrau Gertrud Stury konnte die Stiftung im Oktober 2002 realisiert werden. Stiftungsobjekt ist das Anwesen Possartstraße 18. Die Stadt München darf es weder verkaufen, vertauschen, versteigern noch mit dinglichen Rechten belasten; zudem verpflichtet sie sich zur Pflege des Grabes von Richard Stury. 2004 wurde die ursprünglich rechtlich unselbständige „Hofrat Richard Stury Stiftung“ in die rechtlich selbständige „Richard Stury Stiftung“ umgewandelt. Die Stiftung vergibt Stipendien an Studierende der Otto-Falckenberg-Schule und der Bayerischen Theaterakademie August Everding; außerdem fördert sie wissenschaftliche und künstlerische Projekte an Museen und Akademien.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/276">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-09T18:22:34+02:00</published>
    <updated>2025-10-10T10:39:59+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Shakespeareplatz :  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Zuge der Entstehung des Bogenhausener Villenquartiers ab 1897 stiftete die Heilmann’sche Immobilien-Gesellschaft den Grund für den heutigen Shakespeareplatz. Die 1913 angelegte Grünanlage mit Brunnen wurde später mehrfach umgestaltet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/12a4d9a48217b0245173c372942859cd.jpg" alt="Skizze zur Planung des Holbeinplatzes von 1911" /><br/><p>Das circa 22 Hektar große Areal „Bogenhausener Villenquartier südlich der Königlichen Sternwarte“ erstreckt sich von der Prinzregentenstraße im Süden, der Ismaninger Straße im Westen bis zur Sternwarte und dem Böhmerwaldplatz im Nordosten. Die Heilmann'sche Immobilien-Gesellschaft kaufte kurz nach ihrer Gründung 1897 die ersten Grundstücke. Fünf Prozent der Gesamtfläche des Bebauungsgrundes sollten zur Schaffung freier Plätze an die Stadt München abgetreten werden. Die Immobilien-Gesellschaft stellte daraufhin den Grund für den Holbeinplatz, den späteren Possartplatz, zur Verfügung. Erst 1964 taufte man den Platz in Shakespeareplatz um. Skizzen aus den Jahren 1911 und 1912 dokumentieren die verschiedenen Ideen, die für die Anlage entwickelt wurden – etwa eine Anlage mit einem Brunnen in der Mitte oder mit einer im Norden höher liegenden, von Bäumen umrandeten Rasenfläche mit einem Brunnen an der Holbeinstraße. Der Entwurf des Stadtgartendirektors Otto Multerer von 1912 wurde letztlich umgesetzt und 1913 begann man mit der Ausführung der Grünanlage, die in zwei Bereiche unterteilt wurde: einen von Bäumen umgebenen Rasenspielplatz und einen Schmuckplatz mit Brunnen an der Holbeinstraße. Die Brunnenanlage aus Tuffstein entwarf der Bildhauer Emil Krieger (1902–1979). Die erstmalige Inbetriebnahme fand im Juni 1933 statt; schon im August 1938 wurde die Anlage neu gestaltet. Ursprünglich trug der Sockel im Brunnenbecken eine von Emil Krieger gemeißelte liegende Frauengestalt, die Göttin Isis, die auf Wellen schwimmt. Emil Kriegers erster Entwurf, eine nackte liegende Frauengestalt, fand zuerst keine Zustimmung. Auch die Abänderung in eine halb knieende Figur aus hellem Marmor wurde verworfen und man einigte sich schließlich auf eine „schwebende“ Frauenfigur. Das Modell hierzu besichtigten die Professoren Josef Wackerle und Richard Knecht, die es auch als gut befanden. Die Abnahme der fertigen Plastik geschah dann durch Professor Hermann Hahn im Juni 1933. Krieger schuf die 2,70 Meter lange „Isis auf den Wellen schwimmend“ aus einem fast zweihundert Zentner schweren und 1200 Mark teuren Block aus schwarzem Diabas. Drei Jahre nach der Aufstellung der Brunnenfigur gab es bereits negative Äußerungen zum Kunstwerk, die Figur verstieß gegen das „gesunde Volksempfinden“. Die Plastik wurde dann 1937 auf Veranlassung des Hochbauamtes entfernt und zusammen mit Plastiken von Mathias Gasteiger und Fritz Koelle in den damaligen städtischen Steinhof an der Plinganserstraße gebracht. Heute steht hier eine aus Kirchheimer Muschelkalk gearbeitete Frauengestalt von Georg Müller (1880–1952). Die Steinplastik trägt auf dem Kopf eine Schale mit Fischen und anderen Wassertieren. Zum Andenken an Wilhelm Shakespeares Julia, der legendären Märtyrerin der Liebe und somit Schutzheiligen für Liebesmüde und Liebessehnsüchtige, ließ man 1972 vor der Casa di Giulietta in Verona die Bronzestatue „Giulietta Capuleti“ aufstellen. Auch die Partnerstadt München wurde mit zwei Abgüssen der Julia beschenkt. Eine steht vor dem alten Rathaus, die andere am Shakespeareplatz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/270">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-11T12:06:10+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:38:12+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Thomas-Mann-Haus: Eine Villa der Weltliteratur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Haus an der Poschingerstraße 1 im Münchner Herzogpark war ab 1914 Wohnsitz des Schriftstellers Thomas Mann und seiner Familie. In seinen Romanen und Erzählungen jener Zeit spiegelt sich die Lebenswelt des Dichters im Kleinen wie im Großen, doch mit dem Exil ab 1933 ging sie für immer verloren. Nach dem Krieg war das einst so geliebte Haus eine Ruine. Heute steht an seiner Stelle ein moderner Nachbau und eine Gedenktafel hält die Erinnerung wach.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/76bf36db7c217ecf57b40121eda92a98.jpg" alt="Nachbau des Thomas-Mann-Hauses, 2025" /><br/><p>Das Grundstück an der Isar erwarben Katia und Thomas Mann am 25. Februar 1913 und ließen sich darauf von den Architektenbrüdern Alois und Gustav Ludwig eine Villa errichten. Am 5. Januar 1914, Katia weilte gerade zur Erholung in Arosa in der Schweiz, zogen Thomas und die Kinder Erika, Klaus, Golo und Monika von der Doppelwohnung in der nahen Mauerkircherstraße 13 in das neue Haus. Ein paar Jahre später kamen hier die beiden Jüngsten, Elisabeth und Michael, zur Welt. Sie waren es auch, die an einem Herbstnachmittag des Jahres 1929 ins Schlafzimmer ihres Vaters im ersten Stock schleichen durften, um ihn zu wecken und ihm die Nachricht von der Verleihung des Literaturnobelpreises zu überbringen.
Das Haus, das die Kinder die „Poschi“ nannten, beschreibt der Biograf Peter de Mendelssohn wie folgt: „Die Haustür befand sich auf der Rückseite des Hauses. Man betrat einen Vorraum mit einer Garderobe, der in eine holzgetäfelte Diele mit hohen Bücherschränken an allen Wänden, einem Kamin und einer Treppe nach oben führte. [...] Von der Diele ging es auf der einen Seite in den Salon, einen dreifenstrigen Raum, in dem der Flügel und Katias Bibliothek standen und in dem sich in einer Ecke der „Besuchsteetisch“ befand, auf der anderen Seite in das große Eßzimmer, das sich auf eine gedeckte Veranda oder Terrasse öffnete. […] Den Mittelteil zwischen Salon und Eßzimmer nahm Thomas Manns geräumiges Arbeitszimmer mit der Flügeltür und der Steintreppe zum Garten ein. Der Schreibtisch stand in der „Rondell“-Wölbung, so daß er von drei Seiten Licht erhielt. [...] „Wenn abends“, so erinnerte sich Erika, „die grünen Samtportieren vor den hohen Fenstern und der Terrassentür geschlossen waren und dafür die Flügeltüren offen standen zwischen Arbeitszimmer und Diele, zeigte der Hausherr sich immer aufs neue entzückt. Denn es gewährte dies Arrangement, wie er häufig verkündete, einen äußerst herrschaftlichen Durchblick.“ (zitiert nach Mendelssohn, 1975/1996, S. 1550–1552).
In der Erzählung „Herr und Hund“ von 1919 verewigte Thomas Mann die Spaziergänge mit seinem Hund Bauschan durch die noch ungezähmte Natur entlang der Isar. Ausgangspunkt ist dabei der Blick des Schriftstellers aus dem Arbeitszimmer auf den unruhig im Garten auf ihn wartenden Hund.
„Und dann treten wir durch die Gartenpforte ins Freie. Rauschen wie das des Meeres umgibt uns; denn mein Haus liegt fast unmittelbar an dem schnell strömenden und über flache Terrassen schäumenden Fluss, getrennt von ihm nur durch die Pappelallee, einen eingegitterten, mit jungem Ahorn bepflanzten Grasstreifen und einen erhöhten Weg, den gewaltige Espen einsäumen, weidenartig bizarr sich gebärdende Riesen, deren weiße, samentragende Wolle zu Anfang Juni die ganze Gegend verschneit.“ (zitiert nach Große kommentierte Frankfurter Ausgabe 6.1, S. 17–18).
Auch im Roman „Der Zauberberg“ von 1924, der in Davos spielt, tauchen immer wieder Gegenstände aus dem Münchner Haus in tragenden Rollen auf. Dem Grammophon, das in der unteren Diele stand und auf dem Thomas Mann seine Lieblingsplatten spielte, ist ein ganzes Kapitel gewidmet. Bedient wird es vom Protagonisten Hans Castorp, der sich in einem Salon des Sanatoriums Berghof bis tief in die Nacht dem Zauber der Musik hingibt.
Das bewegte und tätige Leben in der „Poschi“ währte zwar länger als Hans Castorps Aufenthalt auf dem Zauberberg, aber nach 19 Jahren war es abrupt zu Ende. Elf Tage nach Hitlers Machtergreifung 1933 verließen Thomas und Katia Mann die Villa für eine Vortragsreise und kehrten nie wieder zurück. Fortan lebten sie und ihre Kinder im Exil, in Südfrankreich, in der Schweiz und schließlich in den USA. Thomas Mann war als Gegner der Nationalsozialisten geächtet. Der gegen ihn im Juli 1933 verhängte Schutzhaftbefehl hätte ihn, wäre er damals zurückgekehrt, ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Das Haus im Herzogpark wurde von der Bayerischen Politischen Polizei beschlagnahmt, das Inventar zwangsversteigert, das auf Bankkonten verbliebene Vermögen eingezogen. Sogar die deutsche Staatsbürgerschaft wurde den Manns aberkannt. Sie sollten, außer zu Stippvisiten, nie wieder nach München zurückkehren.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs war ihr Haus an der Isar nichts mehr als eine verwahrloste Ruine. Nach der Rückerstattung 1948 ließ Thomas Mann das Gebäude 1952 abreißen und verkaufte das Grundstück an einen Apotheker, der auf den alten Grundmauern einen Bungalow errichten ließ. Seit 2006 steht an selber Stelle eine moderne Villa, deren Äußeres das Haus von 1914 in abgeklärten Formen zitiert. Eine vom Thomas-Mann-Forum München an der Gartenmauer angebrachte Gedenktafel erinnert an die Familie Mann und das Schicksal ihres Hauses. Die Villa existiert übrigens noch ein zweites Mal. Ein originalgetreuer Nachbau war für die Dreharbeiten des Dreiteilers „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ von 2001 in der Bavaria Filmstadt entstanden. Heute ist auch dieses Haus verändert, umfunktioniert zum Hotel Fürstenhof der Daily Soap „Sturm der Liebe“. So bleiben nur die Filmtrilogie und einige mit historischen Fotos bebilderte Publikationen, um sich in das Haus Thomas Manns und seiner Familie zurückzuversetzen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/264">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-31T12:17:55+02:00</published>
    <updated>2025-10-22T11:26:05+02:00</updated>
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      <name>Dr. Dagmar Walden</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Max-Joseph-Brücke:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/af8eda608157eb95d21e7f4c2c9684c1.jpg" alt="Zeichnung der Wiebeking&#039;schen Bogenbrücke, ca. 1811" /><br/><p>Eine erste einfache Holzbrücke bei Bogenhausen – damals die zweite Isarbrücke Münchens – wurde 1804 nach den Plänen von Adrian von Riedl errichtet. In den Jahren 1811/1812 ersetzte man sie durch die sogenannte Wiebeking'sche Bogenbrücke, ebenfalls aus Holz. Diese wurde bereits 1826 erneuert und immer wieder geflickt, bevor sie 1873 vom Isarhochwasser weggerissen wurde. Bis zum Bau eines Notsteges im Frühjahr 1874 richtete man eine Fähre für den Personenverkehr ein. Am 12. Oktober 1876 wurde schließlich eine eiserne Fachwerkbrücke mit dem Namen Max-Joseph-Brücke eingeweiht. Doch das Jahrhunderthochwasser im September 1899 zerstörte auch diese Brücke. Das Eisenbahn-Bataillon plante den Bau einer soliden Behelfsbrücke, wofür jedoch eine Arbeitszeit von mindestens einem halben Monat veranschlagt wurde. Als vorübergehende Lösung diente daher eine Pontonbrücke.
Die heutige Max-Joseph-Brücke wurde am 1. September 1902 dem Verkehr übergeben. Der plastische Schmuck entstand nach Skizzen des Architekten Theodor Fischer, die künstlerische Ausführung übernahmen die Bildhauer Heinrich Düll und Georg Pezold (Luft und Wasser), Josef Flossmann (Erde) und Max Heilmaier (Feuer). Die vier Figurengruppen werden von jeweils zwei Reliefs flankiert. Im Scheitel des Brückenbogens sind Kartuschen mit dem Münchner Kindl von Jakob Bradl angebracht. Eine Beschreibung der neuen Brücke gibt die Zeitschrift „Kunst und Handwerk“ von 1907:

„Die Skulptur wächst aus der Architektur hervor; aus der in tektonischen Formen gebundenen Materie entwickelt sich organisches, symbolisches Leben. …. Zwischen zwei Pfeilern erhebt sich auf der Basis der Brüstung eine plastische Gruppe, und zwar auf der linken, östlichen Seite eine geflügelte weibliche Figur mit einem Putto, der in ein Horn bläst. In den Reliefs auf den beiden Pfeilern nebenan erwecken ein fliegender Adler und eine Windmühle die Vorstellung von Luft und Wind. Ein anderes Naturelement – das Feuer – ist gegenüber in der Gestalt des Prometheus, eines jugendlichen nackten Mannes mit einem kräftig gebildeten Rücken und sehnigen Beinen verkörpert. Mit der rechten Hand hält er eine brennende Fackel, die Linke umfasst ein altes Götterbild; ein Zeus-Adler umschließt mit seinen mächtigen Schwingen das Ganze. Auf den nächsten Pfeilern ist ein Feuersalamander und ein Vogel Phönix in den Stein gemeißelt. In einer liegenden weiblichen Figur ist die Mutter Erde, die ihr Kind mit ihren Früchten nährt, dargestellt. Durch die entsprechenden Begleitbilder auf den Pfeilern: ein paar Hasen im blühenden Kohl und einem Vogel im Korn, wird dieses Thema vertieft. Am westlichen Ende der Brücke wird ein feister Mann mit einem Fischleib dargestellt, der auf seinem breiten Leib ein Nixlein sitzen hat. Das ungleiche Paar, der biedere fette Alte und das zarte Mägdelein, die vergnüglich auf den Wogen schwimmen, gewinnt jedem ein Lächeln ab. Daneben sind auf den Pfeilern Prachtexemplare von Fischen zu sehen. Alles deutet auf das flüssige Element.“</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/263">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-17T16:39:40+02:00</published>
    <updated>2025-07-21T18:13:13+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Denkmal für König Ludwig II. in den Maximiliansanlagen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bereits 1832, als Kronprinz, projektierte Max II. (1811–1864) auf der Isarhöhe neben einem „Nationalbau“ und einem neuen Stadtteil die Anlage eines Parks. Von der Planung 1856 bis zur Fertigstellung 1862 entstanden die Isaranlagen zwischen Maximilianeum und dem Friedensengel nach den Plänen von Carl von Effner.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ac6ba0f919fa6c4a1b1efc13dbd949a3.jpg" alt="Das Denkmal Ludwig II. in den Maximiliansanlagen, 2005" /><br/><p>Wenn man die Maximiliansanlagen durchwandert, kommt man zu einem vom Bildhauer Toni Rückel geschaffenen Denkmal für König Ludwig II. (1845–1886). Dieses wurde als Ersatz für das nach 1942 eingeschmolzene Standbild von der Corneliusbrücke errichtet und wie auch schon damals mit Hilfe eines Vereins finanziert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen Gestaltung und Standort wurde es am 28. Mai 1967 enthüllt. Auf einem hohen Granitsockel steht die überlebensgroße Bronzefigur des bayerischen Königs Ludwig II. im Ornat der Sankt-Georgs-Ritter. Am Sockel sind vier Bronzeplatten befestigt, die auf vier Bauwerke des Königs verweisen: die Schlösser Linderhof, Herrenchiemsee, Neuschwanstein und das von Semper geplante Festspielhaus, das aber dann in Dresden gebaut wurde.
Auf der Bodenplatte vor dem Denkmal ist folgende Inschrift zu lesen:</p><p>„Wo Bayerns König Ludwig / Für Richard Wagners Werke / Nach Gottfried Sempers Plänen / Zum Ruhm der ganzen Menschheit / Den Festbau schaffen wollte / Setzt ihm das Volk sein Denkmal / A.D.MCMLXVII“.
Den Originalkopf der eingeschmolzenen Bronzestatue von 1910, modelliert und gegossen von Ferdinand von Miller (1842–1929), fand man nach 1945 auf einem Hamburger Schrottplatz. Er lag danach jahrelang in einem städtischen Lager und steht heute in einem Seitenflügel der Oper am Max-Joseph-Platz. Den Abguss der Büste, die 1973 auf dem Isarbalkon der Corneliusbrücke angebracht wurde, führte die Erzgießerei von Werner Braun in Oberschleißheim aus. Der Denkmaltempel, ein Entwurf von Adolf von Hildebrand, wurde 1970 abgetragen und lagert seitdem auf einem städtischen Bauhof.
Bereits 1959 wurde probeweise ein Gipsentwurf von Fritz Behn (1878–1970) für ein Denkmal zu Ehren König Ludwigs II. in der Nische der Prinzregenten-Terrasse unterhalb des Friedensengels aufgestellt. Dazu gab der „Verein für die Wiedererrichtung eines Denkmals für König Ludwig II. von Bayern e.V. München“ 1960 eine Broschüre heraus mit den Argumenten für die Aufstellung. Der Entwurf von Professor Behn für eine riesige, feuervergoldete Bronzestatue, war schon gussfertig und im Haushaltsplan von 1959 der erforderliche Betrag von 130.000 DM freigegeben. Auch wurden 15.000 DM an Spenden zusammengetragen. 1960 wählte man für das Denkmal einen Platz zwischen Maximilianeum und Friedensengel aus, wofür Fritz Behn und der Architekt Carl Michael Fell eine architektonische Umrahmung entwarfen. Das Denkmal sollte mindestens 10 Meter hoch werden, damit man es von der Stadt aus hätte sehen können. Doch die Bayerische Schlösserverwaltung als zuständige Behörde für die Maximilians-Anlagen verweigerte ihre Zustimmung.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/262">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-11T15:55:49+02:00</published>
    <updated>2025-10-22T11:26:14+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Pfarrkirche Heilig Blut:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um das Jahr 1900 gehörten zur Pfarrei St. Georg in Bogenhausen bis zu 5000 Katholiken, so dass der Bau einer neuen Pfarrkirche notwendig wurde. In der Urkunde zur Grundsteinlegung am 25. Mai 1934 war zu lesen: „Nach vielen Versuchen, die bis auf das Jahr 1912 zurückgehen und bald einen Neubau neben der Gebeleschule, bald einen Erweiterungsbau oder Umbau der St. Georgskirche ins Auge fassten, kam endlich die Erbauung dieser Kirche zustande.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/cbcc6aa3c5108f71e292b4f4e41bf77e.jpg" alt="Die Kirche Heilig Blut, vor 1945" /><br/><p>Den Kirchenbauplatz am damaligen Secchiplatz erhielt die Kirchenstiftung Bogenhausen als Schenkung von der Stadtgemeinde München. Der erste Spatenstich für die neue Kirche Heilig Blut fand am 18. März 1934 und die Einweihung durch Erzbischof Kardinal Faulhaber am 1. November 1934 statt. Der Architekt Hans Döllgast schuf eine dreischiffige Hallenkirche in einfachen und klaren Formen. Sie hat eine Länge von 40 Metern und eine Breite von 16 Metern. Die von Richard Braun 1950 bemalte Holzdecke wird von 14 runden Säulen getragen (14 Nothelfer, 14 Kreuzwegstationen). Das Altarbild stammt von Albert Burkart, ebenso die Wandfresken von 1941 im nördlichen und südlichen Seitenschiff. Auf dem Fresko mit dem auferstandenen Christus sind einige, zum Kirchentitel passende Heilige abgebildet: Gertrud, Judas Thaddäus, Theresia v. Lisieux, Albertus Magnus, Longinus, Bruder Konrad, Hedwig und Johannes Bosco. Vom Altöttinger Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, der 1934 heiliggesprochen wurde, gibt es eine Reliquie.
Den Reliefbogen über dem Hauptportal gestaltete Georg Pezold. Im Bogenfeld sind neben dem Lamm Christi die Symbole der vier Evangelisten dargestellt. Das Mosaik „zwei Engel mit dem Schweißtuch Christi“ aus geschliffenen Natursteinen im Giebelfeld schuf Günther Graßmann. Das Wappen daneben verweist auf Kardinal von Faulhaber, der die Kirche weihte und das Wappen an der Kirchensüdseite neben der Sonnenuhr erinnert an den ersten Pfarrer von Heilig Blut, den Prälaten Maximilian Blumschein.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 brannte die Kirche durch Bombeneinschlag bis auf die Umfassungsmauern aus. Turm, Sakristei und Unterkirche blieben erhalten. Die kirchlichen Einrichtungsgegenstände konnten nur zum Teil gerettet werden. Erhalten geblieben ist das Altarbild, der Tabernakel vom Silberschmied Johann Michael Wilm (1885–1963), die Statue des Auferstandenen von Theodor Georgii und die Ölberggruppe von Oswald Hofmann.
1950 baute man die Kirche unter Leitung von Hans Döllgast wieder auf. Der nun höhere Turm erhielt 1953 ein flaches Satteldach anstatt des früheren Spitzturmes. Der Kreuzweg (die Druckplatten entstanden um 1932) besteht aus Holzschnitten der Künstlerin Ruth Schaumann. Die Josefsfigur aus den 1950er Jahren stammt von Maria Elisabeth Stapp (1908–1995) und die Bronzefigur des hl. Antonius von Padua von Klaus Backmund. Hans Wimmer schuf die bronzene Heilig-Geist-Taube über dem von Architekt Oswald Hermann entworfenen Weihwasserbrunnen, ehemals der Taufstein der Kirche. Der heutige Taufstein mit Deckel (2009) stammt von Josef Alexander Henselmann wie auch die Delpbüste und das Gitter hinter der Madonnenstatue von Josef Hien, das sich aus 122 abstrahierten Engeln zusammensetzt. Das Kriegerdenkmal ist ein Werk von Josef Henselmann; den Steinaltar, den Bronzeambo und den Osterleuchter entwarf Max Faller.
Für ein Jahr war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Kaplan in der Pfarrei. An ihn erinnern seit 2009 die Glasbilder von Josef Alexander Henselmann „Deus Caritas Est“ am Eingangsportal.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/261">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-30T16:20:40+02:00</published>
    <updated>2025-07-21T18:12:54+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Daphne in der Grünanlage Wahnfriedallee: Eine Nymphe und ihre Künstlerin]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die circa sechs Hektar große Grünanlage an der Wahnfriedallee erstreckt sich in west-östlicher Richtung und wird durch die Effnerstraße in zwei Teile geteilt. Zur Daphne gelangt man von der Oberföhringer Straße aus.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5ba5ea06632289f8e1f87a65c4987fe2.jpg" alt="Die Daphne in der Grünanlage an der Wahnfriedallee, 2022" /><br/><p>Die Bronzeplastik, eine Nymphe aus den griechischen Göttersagen, stammt vom ehemaligen Brunnen am Ostbahnhof. Nach der Demontage im Jahr 1982 schlug die Stadt vor, die Skulptur auf dem Johannisplatz in Haidhausen aufzustellen. Aufgrund der Nähe zur Kirche stieß dieser Standort jedoch auf Kritik – nicht zuletzt, weil es sich bei der Figur um eine unbekleidete Nymphe handelt. Auch die Künstlerin selbst sprach sich gegen die Platzierung an diesem Ort aus. Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung aus dem Juni 1997 berichtet von einer probeweisen Aufstellung der Skulptur, die zu Szenen „wie bei Don Camillo und Peppone“ geführt habe – da die Skulptur offenbar keinen Anklang in der Bevölkerung fand, wurde sie schließlich auf dem städtischen Bauhof in Johanneskirchen eingelagert. Seit August 2007 steht die Daphne an ihrem heutigen Standort. Folgender Text befindet sich auf der dazugehörigen Bodenplatte:</p><p>„DAPHNE · NYMPHE AUS DEN GRIECHISCHEN GÖTTERSAGEN VOM GOTT APOLL VERFOLGT UND ZUM SCHUTZ DAVOR DURCH DEN GÖTTERVATER ZEUS IN EINEN LORBEERBAUM VERWANDELT · DIE BRONZEPLASTIK DER BILDHAUERIN MARLENE NEUBAUER-WOERNER MÜNCHEN ZEIGT DEN BEGINN DER VERWANDLUNG UND WURDE AM 8.10.1976 ALS DAPHNEBRUNNEN AM ORLEANSPLATZ ERRICHTET SPÄTER BEI DER NEUGESTALTUNG DES PLATZES ENTFERNT“ Von der Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner gibt es einige trockengelegte Brunnen in München. Ein Beispiel hierfür sind das „Mädchen auf dem Delfin“ im Westbad, das Krokodil im Michaelibad, der Brunnen mit den drei Löwen an der Perlacher Straße und der Brunnen „Wasserkrone“ von 1965 im Hasenbergl (Blodigstraße). Die Brunnenskulpturen existieren zwar noch, aber es fließt kein Wasser mehr durch die Leitungen. Durch mutwillige Zerstörung wurden Wasserleitungen verstopft oder auch Teile abgehauen – und ist die Technik nicht mehr zu reparieren, werden Brunnen irgendwann abgeschaltet. Marlene Neubauer-Woerner (1918–2010) begann 1936, nach ihrem Abschluss an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut, ihr Studium als Architekturbildhauerin an der Akademie für angewandte Kunst. Als erste Frau bewarb sie sich unter dem Namen M. Woerner, also ohne Angabe des vollständigen Vornamens, bei Professor Josef Henselmann – denn dieser legte keinen großen Wert darauf, Frauen zu unterrichten. Frauen standen damals meist nur kostenpflichtige, private Kunstschulen offen. Erst ab 1918/19 waren sie an den Akademien zugelassen. Ab 1941 studierte Neubauer-Woerner bei Professor Richard Knecht an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1945 arbeitete sie als selbstständige Architekturbildhauerin.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/260">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-26T18:35:13+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:38:27+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa Lindenhof:  Das Wohnhaus des Architekten Max Littmann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be963da0ecb2365286f1a324bb3e7cb9.jpg" alt="Die Villa Lindenhof, um 1910" /><br/><p>Mit der Villa Lindenhof errichtete sich Max Littmann ein eigenes Wohnhaus in historisierenden Formen. Der reiche plastische Dekor stammt von Heinrich Waderé. Auf einer Tafel, verziert mit Engeln, ist folgende Inschrift zu lesen: „VON MIR ERDACHT – VON MIR ER-BAUT – SOLLST MIR EIN HEIM SEIN LIEB UND TRAUT – A.D. 1902-1903 M.L.“
Trat man vom Speisezimmer des Anwesens in den Garten, gelangte man links direkt in eine Loggia mit Muschelbrunnen. Das Gewölbe der Loggia war mit Groteskmalereien von Karl Throll (1873–1952) geschmückt. Eine Freitreppe führte, vorbei an einem Zierbrunnen mit Putte, in den Garten, wo im hinteren Bereich ein Pavillon stand. Der Eingang zum Gartenpavillon wurde von zwei Karyatiden gesäumt. In der Süddeutschen Bauzeitung, Nummer 13, 31. März 1906, XVI. Jahrgang, wird der Garten recht kritisch beschrieben:
„Eine zehn Meter lange, mit Zement ausgekleidete Pfütze ahmt die Verzweigungen des Vierwaldstättersees nach. Sinnlose Schlängelwege irren in allen Ecken umher. Naturhäuschen aus wilden Ästen, hier und da ersetzt durch Gebilde aus Draht, vervollständigen das Bild von Verrottung und Verkommenheit, zu dem der heutige deutsche Hausgarten herabgesunken ist. Zu diesem Bilde passen dann die tönernen Hasen und Rehe und die glasierten Gnomen vortrefflich, durch die der deutsche Gartenenthusiast heute seinen Kunstsinn zu betätigen pflegt.“
1920 erwarb der Münchner Arzt Gustav Baermann für 510.000 Mark die Villa. Die Kaufmannseheleute Max und Sabine Lieber waren ab 1933 neue Besitzer. Unter der Bezeichnung „Vermögen der abgeschobenen Juden“ kaufte Sofie von Günther, geheime Kommerzienrats- und Generalkonsulswitwe 1938 das Anwesen. 1943 ging die Villa an das Deutsche Reich, Waffen-SS, und 1948, als deren Rechtsnachfolger, durch Übertragungsurkunde des Bayerischen Landesamtes für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung an das Land Bayern.
1953 erfolgte ein Tausch mit der St. Johannis-Freimaurerloge „In Treue fest“ München. Das Gründungsdatum dieser Loge war der 17. Mai 1896. Eines der prominentesten Mitglieder war der Maler Lovis Corinth. Die Freimaurerei beeinflusste seine Werke und immer wieder tauchten freimaurerische Symbolik und Rituale in seinen Bildern auf. Eines der berühmtesten freimaurerischen Bilder ist Corinths „Die Logenbrüder“. Die Auflösung der Loge erfolgte in den 1930er Jahren, 1948 zählte sie wieder 60 Mitglieder. Sie geriet schon bald nach dem Erwerb der Bogenhausener Villa in finanzielle Schwierigkeiten, was mit dem Verlust des Logenhauses endete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/250">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-28T14:37:45+02:00</published>
    <updated>2025-06-03T13:20:02+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Wotan im Schlösselgarten:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Schlösselgarten ist ein Überbleibsel des im Zuge der Säkularisation 1803 versteigerten und dann komplett abgeholzten Prielwaldes zwischen Bogenhausen im Süden und Oberföhring im Norden. In diesem Wäldchen steht, etwas versteckt, auf einem Podest der Göttervater Wotan, auch Odin genannt, ein allen germanischen Völkern gemeinsamer Gott.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0dac17437e2b9b7726e02d22e276da77.jpg" alt="Der Wotan im Schlösselgarten, 2018" /><br/><p>Nach der nordischen Mythologie ist er der Herrscher über Himmel und Erde, der Gott des Krieges, insbesondere des Sieges, der Erfinder der Runen und damit jeglicher Wissenschaft sowie der Weissagung und der Dichtkunst. Überhaupt ist er der Weiseste unter den Asen, den germanischen Gottheiten.
1871 gab Anton Höchl (1818–1897) dem Bildhauer Heinrich Natter den Auftrag, die Statue in Kelheimer Marmor in der Größe von circa 2,70 Meter für seinen Park zu schaffen. Anton Höchl, Sohn des Stadtbaumeisters und Ziegeleibesitzers Joseph Höchl, hatte sich 1852 eine Villa, das sogenannte Höchlschlößl, im Priel erbauen lassen. Im Januar 1873 wurde die fertige Figur im Atelier des Tiroler Künstlers Natter öffentlich ausgestellt. Natter ließ sich durch die Dichtung Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ zu dem Entwurf des Wotan inspirieren:
„Den Flügelhelm auf dem gesenkten Haupte blickt er finsteren Auges aus dem bartumhüllten Antlitz. Mit hocherhobenem Speer, auf seinem Schild kräftig gestützt, lauscht er der Kunde seiner beiden weisen Raben Hugion und Munion.“ [Natter 1914, S. 26].
Das Werk war so gut gelungen, dass es im April 1873 zur Weltausstellung nach Wien geschickt und bis 1874 ausgestellt wurde. Seit 1874 steht der inzwischen ziemlich beschädigte Wotan nun an seinem jetzigen Platz.
Heinrich Natter wurde 1844 in Graun/Südtirol geboren. Er war Schüler von Johann Geyer (Genre- und Historienmaler) in Augsburg und von 1864 bis 1867 bei Maximilian von Widnmann an der Akademie der Bildenden Künste in München. Heinrich Natter war mit Anton Höchl befreundet und wohnte einige Zeit in Bogenhausen, danach in München. In den Jahren 1871 bis 1872 entstanden von ihm zwölf Porträtbüsten, einige davon vermittelt durch Professor Caspar von Zumbusch für die Universität Straßburg. Bei den Münchnern wurde Natter als „Faunmacher“ charakterisiert. 1876 übersiedelte Heinrich Natter nach Wien, wo er 1892 starb.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/248">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-22T14:15:38+02:00</published>
    <updated>2025-05-23T13:35:58+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Anwesen Holbeinstraße 9–11:  Der ehemalige Sitz der Landesversicherungsanstalt von Oberbayern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/13fc05c6e9f6c3de283914409166fdd5.jpg" alt="Das Eingangsportal der Versicherungsanstalt für Oberbayern, 1907" /><br/><p>Das Anwesen in barockisierenden Formen mit Risaliten, Zwerchgiebeln, Dachreitern und plastischem Dekor an beiden steinernen Portalvorbauten, wurde von 1903 bis 1905 von den Architekten Heilmann & Littmann für die Landesversicherungsanstalt (LVA) erbaut. Der östliche Erweiterungsbau entstand Anfang der 1950er Jahre. Der Bildhauer Julius Seidler (1867–1936) schuf den Fassadenschmuck am Hauptportal. Er war seit 1892 als Bildhauer überwiegend in München tätig, wo er bis zu seinem Tod lebte. Julius Seidler, der mit dem Architekten Gabriel Seidl, den Firmen Eugen Hönig & Karl Söldner und mit Heilmann & Littmann zusammenarbeitete, schuf unter anderem den Fassadenschmuck am Ruffiniblock (Rosental/Sendlinger Straße), Hirmer (Kaufingerstraße 28), Dallmayr (Dienerstraße 14/15) und dem ehemaligen Warenhaus Tietz (später Hertie) am Hauptbahnhof.
Das Gebäude der LVA war seit der Beschlagnahmung durch die Amerikaner von Mai bis November 1945 Sitz des für ganz Bayern zuständigen Regional Military Government. Im Oktober 1945 zog das „Staatskommissariat für die Betreuung der Juden in Bayern“ ein. Unter Staatskommissar Hermann Aumer sollte eine Wiedergutmachung des an den Juden begangenen Unrechts organisiert werden. Erweitert im September 1946 durch das „Staatskommissariat für rassisch, religiös und politisch Verfolgte“, kümmerte sich nun Philipp Auerbach um die Wiedergutmachung, Wohnungsbeschaffung, Treuhänderschaft über „arisiertes“ Eigentum und Unterbringung von heimatlosen KZ-Überlebenden. Die Behörde unterstand dem bayerischen Innenministerium. Im selben Gebäude waren außerdem das „Staatssekretariat für das Flüchtlingswesen“ sowie das Staatsministerium der Justiz untergebracht.
Der KZ-Überlebende Philipp Auerbach (1906–1952) war nicht nur als Staatskommissar tätig, sondern auch Gründungsmitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Mitglied des ersten Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsident des Bayerischen Landesentschädigungsamtes. Im März 1951 wurde er festgenommen, da man ihm Veruntreuung von 13 Millionen Reichsmark Wiedergutmachungsgeldern, 111-fache Urkundenfälschung, Annahme von Bestechungsgeldern und Erpressung vorwarf. Das Gericht verurteilte ihn nach einem aufsehenerregenden, antisemitisch aufgeladenen Prozess am 14. August 1952 zu zweieinhalb Jahren Haft und 2700 DM Geldstrafe. Philipp Auerbach nahm sich daraufhin das Leben. Durch einen Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags wurde er 1954 posthum rehabilitiert.
In den 1970er Jahren übersiedelte die LVA an die Thomas-Dehler-Straße 3 in Neuperlach. Das Gebäude Holbeinstraße 9 wurde bis zu ihrem Umzug an den Prinzregentenplatz 16 im April 1998 von der Bogenhausener Polizei genutzt. Derzeit sind an der Holbeinstraße 9 wieder Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd untergebracht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/233">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-23T12:05:22+02:00</published>
    <updated>2025-05-26T15:26:28+02:00</updated>
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