Der Große Wasserfall im Englischen Garten
„Weit eher ein Werk der Natur, als der Kunst“

Der Große Wasserfall – nicht zu verwechseln mit der Eisbachwelle! – gehört zu dem 1807 im sogenannten „Plan B“ vorgelegten Konzept des Hofgarten-Intendanten Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt) für die Weiterentwicklung des Englischen Gartens.
An der Kreuzung des Eisbaches mit dem Schwabinger Bach befand sich zuvor ein Wehr, das Sckell durch diesen künstlichen Wasserfall ersetzte. Zu den künstlerischen Vorbildern der „Bilder der Natur“ in Landschaftsgärten gehörten Gemälde des 17. Jahrhunderts. Sckell berief sich etwa auf Gemälde des Holländers Jacob van Ruisdael, die dramatisch inszenierte wilde Wasserfälle zeigen. Laut Sckell bestand bei der Anlage eines künstlichen Wasserfalls die Kunst darin, einzelne Felsbrocken zunächst möglichst natürlich zu gruppieren und gar zu unvermittelte Übergänge durch eine ebenso natürlich wirkende Uferbepflanzung von „malerischem Werth“ zu kaschieren.
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