<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-05-12T06:39:11+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Pfarrkirche Heilig Blut:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um das Jahr 1900 gehörten zur Pfarrei St. Georg in Bogenhausen bis zu 5000 Katholiken, so dass der Bau einer neuen Pfarrkirche notwendig wurde. In der Urkunde zur Grundsteinlegung am 25. Mai 1934 war zu lesen: „Nach vielen Versuchen, die bis auf das Jahr 1912 zurückgehen und bald einen Neubau neben der Gebeleschule, bald einen Erweiterungsbau oder Umbau der St. Georgskirche ins Auge fassten, kam endlich die Erbauung dieser Kirche zustande.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/cbcc6aa3c5108f71e292b4f4e41bf77e.jpg" alt="Die Kirche Heilig Blut, vor 1945" /><br/><p>Den Kirchenbauplatz am damaligen Secchiplatz erhielt die Kirchenstiftung Bogenhausen als Schenkung von der Stadtgemeinde München. Der erste Spatenstich für die neue Kirche Heilig Blut fand am 18. März 1934 und die Einweihung durch Erzbischof Kardinal Faulhaber am 1. November 1934 statt. Der Architekt Hans Döllgast schuf eine dreischiffige Hallenkirche in einfachen und klaren Formen. Sie hat eine Länge von 40 Metern und eine Breite von 16 Metern. Die von Richard Braun 1950 bemalte Holzdecke wird von 14 runden Säulen getragen (14 Nothelfer, 14 Kreuzwegstationen). Das Altarbild stammt von Albert Burkart, ebenso die Wandfresken von 1941 im nördlichen und südlichen Seitenschiff. Auf dem Fresko mit dem auferstandenen Christus sind einige, zum Kirchentitel passende Heilige abgebildet: Gertrud, Judas Thaddäus, Theresia v. Lisieux, Albertus Magnus, Longinus, Bruder Konrad, Hedwig und Johannes Bosco. Vom Altöttinger Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, der 1934 heiliggesprochen wurde, gibt es eine Reliquie.
Den Reliefbogen über dem Hauptportal gestaltete Georg Pezold. Im Bogenfeld sind neben dem Lamm Christi die Symbole der vier Evangelisten dargestellt. Das Mosaik „zwei Engel mit dem Schweißtuch Christi“ aus geschliffenen Natursteinen im Giebelfeld schuf Günther Graßmann. Das Wappen daneben verweist auf Kardinal von Faulhaber, der die Kirche weihte und das Wappen an der Kirchensüdseite neben der Sonnenuhr erinnert an den ersten Pfarrer von Heilig Blut, den Prälaten Maximilian Blumschein.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 brannte die Kirche durch Bombeneinschlag bis auf die Umfassungsmauern aus. Turm, Sakristei und Unterkirche blieben erhalten. Die kirchlichen Einrichtungsgegenstände konnten nur zum Teil gerettet werden. Erhalten geblieben ist das Altarbild, der Tabernakel vom Silberschmied Johann Michael Wilm (1885–1963), die Statue des Auferstandenen von Theodor Georgii und die Ölberggruppe von Oswald Hofmann.
1950 baute man die Kirche unter Leitung von Hans Döllgast wieder auf. Der nun höhere Turm erhielt 1953 ein flaches Satteldach anstatt des früheren Spitzturmes. Der Kreuzweg (die Druckplatten entstanden um 1932) besteht aus Holzschnitten der Künstlerin Ruth Schaumann. Die Josefsfigur aus den 1950er Jahren stammt von Maria Elisabeth Stapp (1908–1995) und die Bronzefigur des hl. Antonius von Padua von Klaus Backmund. Hans Wimmer schuf die bronzene Heilig-Geist-Taube über dem von Architekt Oswald Hermann entworfenen Weihwasserbrunnen, ehemals der Taufstein der Kirche. Der heutige Taufstein mit Deckel (2009) stammt von Josef Alexander Henselmann wie auch die Delpbüste und das Gitter hinter der Madonnenstatue von Josef Hien, das sich aus 122 abstrahierten Engeln zusammensetzt. Das Kriegerdenkmal ist ein Werk von Josef Henselmann; den Steinaltar, den Bronzeambo und den Osterleuchter entwarf Max Faller.
Für ein Jahr war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Kaplan in der Pfarrei. An ihn erinnern seit 2009 die Glasbilder von Josef Alexander Henselmann „Deus Caritas Est“ am Eingangsportal.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/261">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-30T16:20:40+02:00</published>
    <updated>2025-07-21T18:12:54+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/261"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/261</id>
    <author>
      <name>Karin Bernst</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Anwesen Holbeinstraße 9–11:  Der ehemalige Sitz der Landesversicherungsanstalt von Oberbayern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/13fc05c6e9f6c3de283914409166fdd5.jpg" alt="Das Eingangsportal der Versicherungsanstalt für Oberbayern, 1907" /><br/><p>Das Anwesen in barockisierenden Formen mit Risaliten, Zwerchgiebeln, Dachreitern und plastischem Dekor an beiden steinernen Portalvorbauten, wurde von 1903 bis 1905 von den Architekten Heilmann & Littmann für die Landesversicherungsanstalt (LVA) erbaut. Der östliche Erweiterungsbau entstand Anfang der 1950er Jahre. Der Bildhauer Julius Seidler (1867–1936) schuf den Fassadenschmuck am Hauptportal. Er war seit 1892 als Bildhauer überwiegend in München tätig, wo er bis zu seinem Tod lebte. Julius Seidler, der mit dem Architekten Gabriel Seidl, den Firmen Eugen Hönig & Karl Söldner und mit Heilmann & Littmann zusammenarbeitete, schuf unter anderem den Fassadenschmuck am Ruffiniblock (Rosental/Sendlinger Straße), Hirmer (Kaufingerstraße 28), Dallmayr (Dienerstraße 14/15) und dem ehemaligen Warenhaus Tietz (später Hertie) am Hauptbahnhof.
Das Gebäude der LVA war seit der Beschlagnahmung durch die Amerikaner von Mai bis November 1945 Sitz des für ganz Bayern zuständigen Regional Military Government. Im Oktober 1945 zog das „Staatskommissariat für die Betreuung der Juden in Bayern“ ein. Unter Staatskommissar Hermann Aumer sollte eine Wiedergutmachung des an den Juden begangenen Unrechts organisiert werden. Erweitert im September 1946 durch das „Staatskommissariat für rassisch, religiös und politisch Verfolgte“, kümmerte sich nun Philipp Auerbach um die Wiedergutmachung, Wohnungsbeschaffung, Treuhänderschaft über „arisiertes“ Eigentum und Unterbringung von heimatlosen KZ-Überlebenden. Die Behörde unterstand dem bayerischen Innenministerium. Im selben Gebäude waren außerdem das „Staatssekretariat für das Flüchtlingswesen“ sowie das Staatsministerium der Justiz untergebracht.
Der KZ-Überlebende Philipp Auerbach (1906–1952) war nicht nur als Staatskommissar tätig, sondern auch Gründungsmitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Mitglied des ersten Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsident des Bayerischen Landesentschädigungsamtes. Im März 1951 wurde er festgenommen, da man ihm Veruntreuung von 13 Millionen Reichsmark Wiedergutmachungsgeldern, 111-fache Urkundenfälschung, Annahme von Bestechungsgeldern und Erpressung vorwarf. Das Gericht verurteilte ihn nach einem aufsehenerregenden, antisemitisch aufgeladenen Prozess am 14. August 1952 zu zweieinhalb Jahren Haft und 2700 DM Geldstrafe. Philipp Auerbach nahm sich daraufhin das Leben. Durch einen Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags wurde er 1954 posthum rehabilitiert.
In den 1970er Jahren übersiedelte die LVA an die Thomas-Dehler-Straße 3 in Neuperlach. Das Gebäude Holbeinstraße 9 wurde bis zu ihrem Umzug an den Prinzregentenplatz 16 im April 1998 von der Bogenhausener Polizei genutzt. Derzeit sind an der Holbeinstraße 9 wieder Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd untergebracht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/233">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-23T12:05:22+02:00</published>
    <updated>2025-05-26T15:26:28+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/233"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/233</id>
    <author>
      <name>Karin Bernst</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Lauervilla in Bogenhausen: Die erste Synagoge Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b0cba461a279369861cb3c0125d9215d.jpg" alt="Die Lauervilla, 2005" /><br/><p>Der Kunstmaler, Unternehmersohn und spätere Farbenfabrikant Friedrich Lauer (1874–1935) kaufte 1911 für 200.000 Mark die Gastwirtschaft Neuberghausen, die östlich der Bogenhausener Kirche St. Georg lag. Seit 1913 steht hier die „Lauervilla“, entworfen vom Architekten Wilhelm Scherer und in Anlehnung an den deutschen Renaissancestil erbaut. Lauer war 1895 als Student der Philosophie und Kunstgeschichte an der Münchner Universität eingeschrieben. Im Jahr 1922 zog er nach Urfahrn am Chiemsee, wo er sich eine weitere Villa errichten ließ.
Im Gebäude in Bogenhausen fanden ab Januar 1923 dann die Musterschauen der „Münchner Edel-Messe GmbH“ statt. Gezeigt wurde eine ständig wechselnde Kunstschau sowie hochwertige deutsche Waren aus dem Bereich Haus, Küche, Auto, Bekleidung und Kunsthandwerk. Um die Besucher bewirten zu können, richtete man im Kellergeschoss einen Erfrischungsraum ein. Die Bewirtungsräumlichkeiten baute man mit den Jahren weiter aus, so gab es später auch eine Kegelbahn. Die Erlaubnis zum Vollbetrieb einer Schankwirtschaft wurde schließlich erteilt. Musik- und Tanzveranstaltungen erhielten, wegen der Nähe zur Kirche, nur in Ausnahmefällen eine Genehmigung. 1925 ging die von Friedrich Lauer gegründete Edel-Messe bankrott.
Noch im selben Jahr wurde die Villa von der Studentenverbindung Corps Suevia (1803 gegründet, eine der ältesten Münchner Studentenverbindungen) gekauft. 1939 löste sich, mit der „Gleichschaltung“ der Studentenverbindungen, das Corps Suevia auf. Die Stadt München erwarb die Lauervilla für 330.000 Reichsmark zur Unterbringung der „Meisterschule für Mode“. Während des Zweiten Weltkriegs war hier eine Luftschutzschule untergebracht.
1946 überließ man das Anwesen dem Zentralkomitee der befreiten Juden. Hier entstand die erste Synagoge Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg. Der zwanzig Meter lange, acht Meter breite und nach Osten ausgerichtete Festsaal wurde zum Betsaal umfunktioniert. Im Keller baute das Zentralkomitee ein rituelles Bad und einen Raum für rituelle Schlachtungen ein. Außerdem konnten bis zu 170 Personen – „displaced persons“ – in der weitläufigen Villa wohnen. Im östlichen Trakt befand sich zudem ein hebräisches Gymnasium und eine jüdische Volksschule und ein Kindergarten. Der Umzug der Synagoge erfolgte um 1975 in die Possartstraße 15.
In die leer stehende die Villa zog dann die Städtische Fachschule für Sozialberufe und später die Fachhochschule für Sozialpädagogik ein. Im Gebäude verblieb bis heute im Erdgeschoss eine Städtische Kindertagesstätte. Die übrigen Räume nutzt seit 1993 die Städtische Sing- und Musikschule. Mit Hilfe eines Förderkreises konnte das gesamte Gebäude renoviert und am 27. Februar 2003 der große Konzertsaal feierlich eröffnet werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/219">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-28T15:32:04+01:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:01+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/219"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/219</id>
    <author>
      <name>Karin Bernst</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Bayerische Hauptstaatsarchiv im ehem. Kriegsministerium (Ecke Schönfeld- / Ludwigstraße): Die historischen Standorte des Bayerischen Hauptstaatsarchivs]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6f6e7ec55b462d2ecda097b8b51f00cf.jpg" alt="Das Kriegsministerium in der Schönfeldstraße, 1905" /><br/><p>Der klassizistische Gebäudekomplex war von Leo von Klenze (1784–1864) vor 1830 für das Bayerische Kriegsministerium errichtet worden und diente auch nach 1918 militärischen Zwecken (Wehrkreiskommando VII). Während des Luftkriegs war der gesamte Baukörper schwer beschädigt worden. 1950 begannen erste Planungen zur Adaptierung des Komplexes für die Staatlichen Archive Bayerns. Zwischen 1964 und 1967 erfolgte in Anlehnung an die historischen Baupläne die Wiedererrichtung der zuvor niedergelegten Klenzebauten. In einem zweiten Bauabschnitt wurde von 1970 bis 1972 als Abschluss des Vorplatzes der östlich anschließende Querbau errichtet; zwischen 1974 und 1977 kam ein moderner Verwaltungs- und Magazinbau hinzu.
1967 zogen das Geheime Staats- und das Geheime Hausarchiv in den an der Ludwigstraße gelegenen Teil des wiedererrichteten Gebäudes ein. Das Staatsarchiv für Oberbayern (jetzt Staatsarchiv München) bezog den Bauteil an der Schönfeldstraße und gab seinen bisherigen Standort an der Himbselstraße auf. Das Allgemeine Staatsarchiv und die 1970 errichtete Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns folgten 10 Jahre später. Mit Ausnahme des Kriegsarchivs, das 1946 in das Hauptstaatsarchiv eingegliedert worden war und über ein eigenes Dienstgebäude an der Leonrodstraße verfügte, waren die bis dahin über die Innenstadt verteilten Dienststellen des Hauptstaatsarchivs und die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns nun an einem Standort zusammengefasst.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/163">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-14T11:37:42+02:00</published>
    <updated>2024-06-14T12:48:59+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/163"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/163</id>
    <author>
      <name>Elisabeth Weinberger</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Archivstandort im ehemaligen „Führerbau“: Die historischen Standorte des Bayerischen Hauptstaatsarchivs]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4ce07f7e14c41c12725859617fc3ef9e.jpg" alt="Hochschule für Musik (ehem. „Führerbau“), 1995" /><br/><p>Das zwischen 1933 und 1937 von Paul Ludwig Troost als sogenannter „Führerbau“ errichtete repräsentative Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden. 1947 zogen hier die obdachlos gewordenen Abteilungen Reichsarchiv, Geheimes Staatsarchiv und Geheimes Hausarchiv des Hauptstaatsarchivs ein. Im Januar 1948 waren mehr als zehn Regalkilometer Akten und etwa 250.000 Urkunden aus den Bergungslagern zurückgeholt und provisorisch im Lichthof sowie auf den Galerien untergebracht.
Für die ursprünglich angedachte dauerhafte Unterbringung der Archive war das Gebäude aber nur bedingt geeignet, es fehlten zweckmäßige Magazinräume für die Aufbewahrung von Archivalien. Zudem waren in den Nachkriegsjahren intakte Bauten rar – so sollte auch das Amerikahaus im ehemaligen „Führerbau“ unterkommen. Der Generaldirektor der Staatlichen Archive brachte daraufhin das nicht mehr für militärische Zwecke benötigte frühere Kriegsministerium in der Maxvorstadt (Ecke Schönfeldstraße/Ludwigstraße) ins Gespräch, wo die Staatlichen Archive Bayerns zukünftig unterkommen sollten.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/159">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-07T12:44:01+02:00</published>
    <updated>2024-06-12T17:03:50+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/159"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/159</id>
    <author>
      <name>Elisabeth Weinberger</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Städtische Galerie im Lenbachhaus: Die Sammlung im Zweiten Weltkrieg]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im zweiten Weltkrieg und den Nachkriegsjahren musste die Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, wie auch die anderer Münchner Museen, mehrmals umziehen. Von Depots außerhalb der Stadt zum Schutz vor dem Krieg, kam sie über eine Sammelstelle auf der gegenüberliegenden Seite des Königsplatzes langsam wieder zurück ins Lenbachhaus.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1308689c905e285975a7e571e0dd48a2.jpg" alt="Das alte Lenbachhaus, 1932" /><br/><p>In der Zeit des Nationalsozialismus wurde in der Städtischen Galerie sowie in anderen Häusern der Ankauf neuer Werke durch Verordnungen des Kulturamtes und durch ein grundsätzliches Ankaufsverbot „nicht-arischer“ Kunst eingeschränkt. Zudem wurde als „entartet“ diffamierte Kunst, etwa Werke jüdischer Künstler*innen, des Expressionismus und des Kubismus sowie Motive, die nicht der nationalsozialistischen Kunstauffassung entsprachen, aus dem Bestand genommen.
Um die Sammlung vor alliierten Luftangriffen zu schützen, wurden die Werke zunächst im Keller des Lenbachhauses gelagert. Darüber hinaus wurden besonders wertvolle Kunstwerke ab April 1941 auf Schloss Hohenaschau untergebracht. Einige der zurückgebliebenen Werke wurden 1943 bei einem Bombenangriff beschädigt, sodass die gesamte Sammlung aus der Stadt gebracht werden sollte. Stückweise wurde die Kunst in Ausweichlager in Schlössern und Burgen gebracht. Annähernd die komplette Münchner Städtische Galerie befand sich schließlich an verschiedenen Standorten im ländlichen Bayern, an Orten, die weniger gefährdet waren als der zentral gelegene Königsplatz im Zentrum des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NS-Parteiviertels</a>. Solche Notdepots wurden nicht nur für die Museumssammlungen, sondern auch für die Lagerung geraubter Kulturgüter genutzt. All diese Kunstschätze wurden nach Kriegsende von den Alliierten an zentrale Sammelstellen wie den <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/27" target="_blank" rel="noopener">Central Art Collecting Point (kurz CCP)</a> am Münchner Königsplatz gebracht. Dort wurden Werke aus den Sammlungen der Münchner Museen ebenso wie Raubkunst aus europäischen Nachbarstaaten und jüdischem Privatbesitz eingeliefert. Die Sammlung der Städtischen Galerie kam aus den Notdepots ebenfalls in den CCP München, in dem für einige Zeit die Sammlungen der Museen dicht gedrängt aufbewahrt wurden. Dazu äußerte sich Hans Konrad Röthel, einer der Zuständigen am CCP, folgendermaßen:
„Trotz mancher Beengung und trotz mancher Provisorien stellt diese Hausgemeinschaft angesichts der beklagenswerten Raumnot der Münchner Kulturinstitute […] eine ideale Lösung dar.“ (zit. nach: Röthel 1948, S. 10).
Weil das beschädigte Lenbachhaus erst wieder instandgesetzt werden musste, blieben die Werke der Städtischen Galerie bis 1948 noch im Münchner CCP.
Die Rückführung der Sammlungen war eine Hauptaufgabe des CCP. Nach und nach wurde die Sammlung der Städtischen Galerie über den Königsplatz zurück ins Lenbachhaus geholt. Mehrere Werke wurden in diesem Zusammenhang in den Jahrzehnten nach Kriegsende als NS-verfolgungsbedingt entzogen identifiziert und anfangs über den CCP und später über die Münchner Behörden an die rechtmäßigen Eigentümer restituiert. Zudem wurden auch als „entartet“ aussortierte Werke zurück in die Sammlung aufgenommen und wieder ausgestellt.
Der CCP wurde als Ausgangspunkt für viele Restitutionen von während des NS entzogenen Kulturgütern aus den Notlagern genutzt. Doch bei einem gewissen Restbestand gelang dies nie. Diese übriggebliebenen Zweifelsfälle durchliefen nach dem Krieg aufgrund der Unklarheit der Besitzverhältnisse mehrere Stationen. Zunächst unterlagen sie bis etwa 1949 der Verantwortung der Alliierten, wurden dann in die Hände des Bayerischen Staates übergeben, später vom Bund verwaltet und – als unbedenklich eingestuft – ab 1963 Eigentum des Bundes. Als Leihgaben wurden diese Zweifelsfälle zur Ausstellung verschiedenen deutschen Museen überlassen, so auch der Städtischen Galerie für Ausstellungen wie „Restitutionspolitik“ der Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn im Jahr 2004.
Die Untersuchung der Sammlung auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kunstwerke ist bis heute nicht abgeschlossen; das Lenbachhaus restituiert weiterhin einzelne Werke.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/150">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-04-24T12:24:14+02:00</published>
    <updated>2025-05-30T16:09:02+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/150"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/150</id>
    <author>
      <name>Antonia Bartl</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die neue Matthäuskirche: Der kühne Neubau der ersten evangelischen Kirche Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Kirche am Sendlinger-Tor-Platz mit ihren organisch schwingenden Formen, bei denen zunächst nur der Glockenturm deutlich macht, dass es sich um einen Sakralbau handelt, ist der Nachfolger der ersten evangelischen Kirche Münchens, die in den 1930er Jahren abgerissen wurde. Der Bau gehört zu den architektonisch markantesten Arbeiten des Architekten Gustav Gsaenger und ist einer der ersten modernen Kirchenbauten Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e5188df796e03d971172d7a884e66d38.jpg" alt="St. Matthäus, Ansicht von Nordosten, ca. 1960" /><br/><p>Noch während die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133" target="_blank" rel="noreferrer noopener">alte Matthäuskirche</a> an der Sonnenstraße in der Nähe des Karlsplatzes vom NS-Regime Ende Juni 1938 abgerissen wurde, beauftragte man den Münchner Architekt German Bestelmeyer (1874–1942), Pläne für einen Neubau zu entwerfen. Er hatte erst 5 Jahre zuvor die Restaurierungsarbeiten zur alten Kirche geleitet. Der Bauplatz am Sendlinger Tor wurde dafür bereits im Oktober 1938 genehmigt, woraufhin die Gemeinde ihren Bauplatz an der Sonnenstraße gegen den am Nußbaumpark tauschte. Das Bauvorhaben sollte sich jedoch noch einige Jahre verzögern aufgrund des Krieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten die Gläubigen den Wiederaufbau der Matthäuskirche. Im März 1947 wurde eine Notkirche für die Gemeinde St. Matthäus eingeweiht. Nachdem die Finanzierung geklärt werden konnte, wurde 1951 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Obwohl er im Wettbewerb lediglich den zweiten Platz belegte, wurde der Münchner Architekt Gustav Gsaenger (1900–1989) mit dem Bau beauftragt. Gsaenger, der unter anderem bei Bestelmeyer in München studiert hatte, war dabei, sich auf evangelische Kirchenbauten zu spezialisieren. Der Bau der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Matthäus, der von 1953 bis 1955 nach seinen Plänen errichtet wurde, war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.
Er bediente sich bei diesem Projekt einer dezidiert neuen Architektursprache. Während Bestelmeyers (nicht ausgeführter) Entwurf von 1939 den querovalen Grundriss des Zentralraums der alten Matthäuskirche gegen einen kreisrunden ersetzt hatte, erweiterte Gsaenger den geschwungenen Zentralraum in Richtung Osten, während er nach Westen breiter wird. Laut Gsaenger sollte das Gebäude sowohl die Formen der Stadt aufnehmen als auch den Raum des protestantischen Glaubens symbolisieren. So korrespondiert beispielsweise der runde Chor – sowohl im Grundriss als in der Dachform – mit der Bogenform des Sendlinger Tors auf der Ostseite des Sendlinger-Tor-Platzes. Das Gebäude sollte gleichzeitig auch Gemeindezentrum sein, weshalb sich zu den Seiten des Zentralraums unter anderem der Gemeindesaal und Sitzungsräume befinden. Die Kirche und die Gemeinderäume überschneiden sich sowohl im Grundriss als auch im Aufriss und sollen somit die Offenheit und die große Bedeutung der Gemeinschaft im evangelischen Glauben versinnbildlichen. Die organisch geschwungene Form der neuen Matthäuskirche wurde intensiv diskutiert und erhielt Spitznamen wie z.B. Gottes Achterbahn. Als Bischofskirche ist sie auch Predigtstätte des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/147">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-22T16:40:35+01:00</published>
    <updated>2025-04-01T18:19:04+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/147"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/147</id>
    <author>
      <name>Nadine Raddatz</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Bürgerpark Oberföhring : Kulturoase im ehemaligen Lazarett]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände des Bürgerparks Oberföhring liegt im Stadtteil Bogenhausen und beherbergt heute unterschiedliche Vereine und Gruppierungen aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater und Stadtteilkultur. Erbaut wurden die Baracken 1939 als Luftwaffenlazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bauten noch bis 1984 als ziviles Krankenhaus genutzt. Seitdem ist der Bürgerpark ein Teil des nichtkommerziellen Kulturraums München.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f8850772517ac9473dc4627bb759c373.jpg" alt="Das „Kleine Theater im Pförtnerhaus“ am Eingang des Bürgerparks, 2023" /><br/><p>Der Bürgerpark Oberföhring umfasst eine große Zahl unterschiedlicher Einrichtungen. Dazu zählen Galerien, Clubs, Theater, Vereine, Probenräume und weitere kulturelle und soziale Institutionen. Sie nutzen die alten Barackenbauten von 1939 oder befinden sich in neu errichteten Gebäuden auf dem Gelände.</p><p>Die historischen Baracken gehen noch auf die Ursprünge des von einer Mauer umgebenen Geländes zurück. Auf dem Areal einer ehemaligen Ziegelei wurde 1939 ein Luftwaffenlazarett erbaut. Während des Krieges wurden hier Soldaten behandelt und Luftwaffensanitätspersonal ausgebildet. </p><p>Das Lazarett setzte sich aus 21 Gebäuden zusammen, die über ein Netz von Straßen und Wegen verbunden waren – hauptsächlich handelte es sich um einstöckige Baracken (z.B. für Verletzte, Sanitätspersonal, Verwaltung und Bewirtschaftung), aber auch um einige feste Gebäude. </p><p>Nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen in München im Frühjahr 1945 wurde das Lazarett bis 1946 von der amerikanischen Militärregierung übernommen. Da es in München nach dem Krieg akut an Krankenhausbetten mangelte, wurde das Gelände des ehemaligen Militärlazaretts dann unter städtische Verwaltung gestellt – obwohl es ursprünglich als Provisorium gebaut worden war und Architektur der NS-Zeit nach dem Krieg häufig abgerissen wurde.</p><p>1984 zog der Krankenhausbetrieb in den Neubau des städtischen Krankenhauses Bogenhausen um. Die Stadt plante daraufhin, das ehemalige Lazarett-Gelände zu verkaufen. Mehrere Vereine Oberföhrings hatten jedoch Raumbedarf. Um die Nutzung durch Vereine durchzusetzen, wurden einige Baracken im Juni 1984 durch die „Vereinsgemeinschaft 29 e.V.“ besetzt. Es kam zu langwierigen Verhandlungen mit der Stadt, an deren Ende ein Mietvertrag für das parkartige Gelände und zwölf Baracken unterzeichnet wurde, der seither immer wieder erneuert wird. </p><p>In der darauffolgenden Zeit haben sich unterschiedliche Nutzergruppen auf dem Gelände formiert, beispielsweise der „Freie Kunstverein O.K. neun“ oder die „Interessengemeinschaft Bürgerpark Oberföhring“/IBO, welche die Interessen aller Gruppierungen auf dem Gelände vertreten und sich um den Fortbestand des Bürgerparks kümmert. </p><p>Die auf das Lazarett zurückgehende bauliche Infrastruktur ermöglicht eine vernetzte, aber dezentralisierte Nutzung des Geländes durch die unterschiedlichen Interessengruppen. Eine Besonderheit ist die Einbettung der Gebäude in die Natur, die der Anlage eine einzigartige Atmosphäre verleiht.</p><p>Die Beschaffenheit des Bürgerparks ermöglicht eine Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen – sei es ein Faschingsumzug der Feringa-Gesellschaft, Konzerte im Punk-Club „Kafe Kult“, Ausstellungen der Künstler:innen beider Atelierhäuser (OK9 und FOE) oder Puppenspiel im „Kleinen Theater im Pförtnerhaus“. In der Vergangenheit war der Bürgerpark auch ein wichtiger Ort für die Streetart-Szene.</p><p>Kunst- und Kulturorte Münchens, die Geschichte haben, aber nicht zur institutionalisierten Kunst gehören, werden im Verlaufe der letzten Jahrzehnte immer mehr aus dem städtischen Raum verdrängt. Als Gründe dafür werden oft die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und neuem Wohnraum herangezogen. Damit verschwindet häufig eine gewachsene alternative Kultur und die Chance kultureller Teilhabe an diesen historischen Orten.</p><p>Obwohl es sich um einen wichtigen Ort für das Münchner Kulturleben handelt, ist das Fortbestehen des Bürgerparks Oberföhrig immer wieder bedroht. Für die Zeit nach dem Auslaufen des aktuellen Mietvertrags 2025 plante die Stadt eine Generalsanierung samt Neubau, welche stark in die existierenden Strukturen eingegriffen hätte. Die Nutzer:innen des Geländes waren sich darin einig, dass ein Umbau den Charakter des Bürgerparks nachhaltig beeinträchtigen würde. Um also das geschichtsträchtige Gelände mitsamt seinen unterschiedlichen Nutzungen erhalten zu können, wurde im August 2023 eine Online-Petition gestartet. Bereits einen Monat später konnte sie erfolgreich geschlossen werden – dank der regen Beteiligung beschloss die Stadt, den Bürgerpark in seiner existierenden Form beizubehalten.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/139">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-21T13:53:48+01:00</published>
    <updated>2025-10-30T10:25:51+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/139"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/139</id>
    <author>
      <name>Alexandra Avrutina</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Mariahilfkirche: Das ehemalige romantische Gesamtkunstwerk inmitten der Au]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Mariahilfkirche ist mehr als nur eine Kirche. Sie ist ein Symbol für die Geschichte, die Kultur und den Glauben eines alten Münchner Stadtteils. Die Backsteinbasilika ist das Wahrzeichen der Au und gilt als erster großer neugotischer Kirchenbau Deutschlands. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/69d9a31668d19801e34e2ad685cffd07.jpg" alt="Gemälde von Ferdinand Jodl, 1839" /><br/><p>Auf dem Mariahilfplatz befanden sich einst drei Kirchen, die alle eine wichtige Rolle in der Geschichte der Au spielten. 1463 wurde am Ufer des Auer Mühlbachs ein Kruzifix angespült. Noch im selben Jahr wurde an jener Stelle – dem heutigen Mariahilfplatz – eine Kreuzkapelle errichtet und 1466 geweiht. 1647 wurde die Kapelle umgebaut und schließlich 1817 aufgrund von Baufälligkeit abgetragen. Am Südende jenes Platzes wurde 1621 die Klosterkirche St. Karl Borromäus der Paulaner errichtet und faktisch zur Pfarrkirche der Au. Nach der Auflösung des Paulanerordens 1799 wurde der Bau zum Zuchthaus. Der bereits 1886 bei einem Brand schwer beschädigte Klosterkomplex wurde 1901/1902 vollständig abgerissen, um Platz zu schaffen für den Neubau des Amtsgerichts – heute Landratsamt.</p><p>Der dritte Kirchenbau auf dem Platz bildete sogleich den Vorgängerbau der Mariahilfkirche: 1632 bis 1639 wurde eine Wallfahrtskapelle errichtet für das wundertätige Gnadenbild, welches 1629 den Paulanermönchen der Au übergeben worden war. Die aus der Provence stammende Muttergottes mit Jesusknaben entstand um 1450. Aufgrund großer Beliebtheit des Wallfahrtortes musste die Kapelle 1723 bis 1725 erweitert werden. Nach der Auflösung des Paulanerklosters wurde die Mariahilfkapelle zur Pfarrkirche der Au erhoben. Da der Bau jener Aufgabe nicht gewachsen war, kam 1822 der Wunsch nach einem Neubau auf. 1827 beauftragte König Ludwig I. mehrere Architekten, Entwürfe einzureichen; darunter auch Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner. Überzeugen konnte am Ende Joseph Daniel Ohlmüller (1791–1839) mit seinem „altdeutschen“, also neugotischen Entwurf. Die Gotik galt als Idealzeitalter für Leben und Kunst sowie der Verbindung von Staat und Kirche und wurde zum neuen Nationalstil erhoben. </p><p>Von 1831 bis 1839 wurde die katholische Pfarrkirche Maria Hilf in der Au errichtet. Nach dem Tod Ohlmüllers wurde Georg Friedrich Ziebland (1800–1873) mit der Fertigstellung beauftragt. Der Bau war eine dreischiffige Hallenkirche mit erhöhtem Chor und Umgang. Die Wimperge über dem Westportal und den Fenstern der Vorhalle, die Ornamentik der Fensterrosen und Dachzone der Seitenschiffe nach Westen sowie der Turmhelm des Westturms waren in hellgrauem Haustein gefertigt und setzten sich vom roten Backstein ab. Filialen krönten die stark zurückgenommenen Strebepfeiler des sonst eher kubischen Baukörpers. Ohlmüller schuf ein in sich geschlossenes Gesamtkunstwerk im romantischen Sinne. Deutlich wird dies durch seine Entwürfe, die über das Kirchenmobiliar bis zum liturgischen Gerät reichen. Auch die Glasmalereien spielten bereits bei der Planung eine Rolle. </p><p>Die 19 Glasfenster wurden von 1832 bis 1846 im Stil der Nazarener geschaffen und waren der bedeutendste Teil der neugotischen Ausstattung. Die Leitung der Ausführung übernahm der von König Ludwig I. eingesetzte Professor der Königlichen Akademie der Bildenden Künste Heinrich Maria von Hess, welcher von 1826 bis 1853 an den Glasfenstern des Kölner Doms beteiligt war. Die Glasmalereien wurden von Max Emanuel Ainmiller ausgeführt und zeigten Szenen des Marienlebens. Nachdem die Mariahilfkirche von 1943 bis 1944 bei Bombenangriffen schwer beschädigt wurde, konnten nur zwei Fragmente der Glasmalerei geborgen werden: ein Christuskopf und eine Büste der Maria – heute in der Gnadenkapelle aufbewahrt. Glücklicherweise sind die Motive jedoch in großformatigen zeitgenössischen Lithographien erhalten, von denen auch kolorierte Fassungen existieren. </p><p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche von 1952 bis 1953 von Michael Steinbrecher (1887–1976) und Hans Döllgast (1891–1974) wiedererrichtet. Äußeres und Inneres der neuen Mariahilfkirche unterscheiden sich stark voneinander. Vom ursprünglichen romantischen Gesamtkunstwerk ist heute kaum noch etwas zu sehen. Der Außenbau wurde in stark vereinfachter Form wiedererrichtet. Im Osten des Baukörpers wurde auf der Nordseite ein zusätzliches Portal und auf der Südseite eine Kapelle für das Gnadenbild errichtet. Das Innere wurde komplett neugestaltet. Die Seitenschiffe wurden zu schmalen Gängen reduziert. Statt des neugotischen Sterngewölbes ist eine Flachdecke eingezogen worden. Generell distanzierte man sich gezielt vom Historismus.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/132">Für mehr (einschließlich 14 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-11-28T18:18:50+01:00</published>
    <updated>2023-12-05T15:10:20+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/132"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/132</id>
    <author>
      <name>Nadine Raddatz</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt München: Vom städtischen Wehramt zum Gedächtnis der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem städtischen Wehramt München in der Winzererstraße, in welchem seit 1926 das Stadtarchiv seine Heimat hat, schuf Hans Grässel (1860–1939) ein Dienstgebäude, das wie alle seine Bauwerke in seiner liebevollen Ausgestaltung nicht nur den praktischen Anforderungen der städtischen Verwaltung Rechnung trug, sondern bereits damals vornehmlich psychologische Aspekte berücksichtigte, die im Behördenbau heutiger Tage selbstverständlich erscheinen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/868c3cb307db57921d87017164291a89.jpg" alt="Stadtarchiv München, Vorderansicht von der Winzererstraße aus, um 1920" /><br/><p>Zur Unterbringung des 1888 für die städtischen Militäraufgaben geschaffenen Wehramtes entwarf Stadtbaurat Hans Grässel (1860–1939) ein repräsentatives Dienstgebäude. Es trägt mit seiner illustren Eingangshalle, dem breiten Treppenhaus, den großen hellen Räumen und lichtdurchfluteten Gängen dazu bei, dass sich die dort Beschäftigten in „ihrem“ Haus wohlfühlen. Dies ist im Übrigen ein Merkmal aller Grässelschen Bauten, gleich ob es sich um Dienst- oder um Wohngebäude handelt.</p><p>Das Wehramt wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube am Rand des Münchner Kasernenviertels zwischen 1912 und 1914 in zurückhaltenden Formen des späten 18. Jahrhunderts errichtet. Das viergeschossige Hauptgebäude war für den Amtsvorstand und die Friedensersatzkommissionen bestimmt, die den Innenhof umschließenden eingeschossigen Nebengebäude wurden von den Kriegsersatzkommissionen und als Lagerräume genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude mit dem Übergang der Wehrhoheit auf das Deutsche Reich funktionslos und diente anderen städtischen Dienststellen als Unterkunft. 1926 bezog das Stadtarchiv die beiden Obergeschosse des Hauptgebäudes mit einem Teil seiner Bestände. Schließlich konnte es das gesamte Hauptgebäude in Besitz nehmen.</p><p>Der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäudekomplex wurde nach Kriegsende wieder von verschiedenen heimatlos gewordenen städtischen Dienststellen bezogen. 1947 konnte das Stadtarchiv die alleinige Nutzung für Archivzwecke sicherstellen. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1950 mit dem Nordpavillon. Anstelle der beiden zerstörten östlichen Pavillons entstanden zwischen 1958 und 1961 Magazintürme in zeitgemäßer Gestalt. 1964 bis 1965 wurde das kriegszerstörte Dach des Hauptgebäudes in alter Form mit einem als Magazin ausgebauten Dachgeschoss wieder errichtet. Im Rahmen einer dringend notwendigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten des Stadtarchivs wurden zwischen 1977 und 1982 zunächst die beiden Seitentrakte im Norden und Süden äußerlich in alter Form aber innen für Aufbewahrungszwecke und zur Aufnahme der Restaurierungswerkstatt erneuert. Von 1986 bis 1989 wurden auch der Ostflügel und die beiden Magazintürme durch einen großen Trakt mit Seitentürmen nach Planungen des Architektenbüros Hans-Busso von Busse (1930–2009) ersetzt. Neben Magazinräumen für insgesamt 34 km Aktengut, von denen derzeit bereits rund 26 km belegt sind, erhielt der in Schicht-Ziegelbauweise errichtete Neubau als Publikumsbereich eine Rotunde für Ausstellungen und Veranstaltungen. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen 1990 durch die Aufstellung eines vierteiligen Kunstwerkes zwischen dem Gebäude und dem gegenüber liegenden Nordbad nach Entwürfen des französischen Künstlerehepaares Anne und Patrick Poirier. Es symbolisiert den Menschen und seinen Blick auf die Geschichte.</p><p>Das Stadtarchiv als „Gedächtnis der Stadt“ ist mehr als nur ein Lagerort für altes Schriftgut und Akten; es ist vielmehr ein Ort des Quellenmaterials für Forschende, sei es an wissenschaftlichen Institutionen oder privat zur eigenen Familiengeschichte. Damit will das Stadtarchiv die Menschen der Gegenwart mit der Überlieferung einer vermeintlich beendeten Zeit in Berührung bringen; es möchte ihnen helfen, sich für die Vergangenheit der eigenen Stadt zu interessieren – und diese auch zu verstehen. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-19T15:32:51+02:00</published>
    <updated>2024-09-11T17:35:58+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119</id>
    <author>
      <name>Manfred Heimers&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Christian Freundorfer</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Pfanni-Gelände am Ostbahnhof: Vom Knödel zur Kultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof, auf dem momentan das Werksviertel entsteht, hat in seiner Geschichte mehrere Umnutzungen erfahren. Einst unter anderem von der ehemaligen Knödelfabrik Pfanni verwendet, erfuhr es in den 1990er und 2000er Jahren eine Verwandlung zum Kunstpark Ost und danach zur Kultfabrik, einer der europaweit größten Partymeilen. Mittlerweile beheimatet es neue Kulturangebote, Hotels und Unternehmen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4dc7854711ba93c438cbacdc49d639c5.jpg" alt="Pfanni-Werke hinter dem Ostbahnhof, 1957/58" /><br/><p>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof hat oft sein Gesicht verändert. Wo seit einigen Jahren das Werksviertel entsteht, befanden sich früher Firmengelände, wie etwa die Optimol Ölwerke, das Bekleidungshaus Konen oder die auf Motorräder spezialisierte Zünder-Apparatebau-Gesellschaft (Zündapp). Am bekanntesten sind aber wohl die Knödel-Produktionshallen, Teil der 1949 von Werner Eckart (1909–1997) gegründeten Pfanni-Werke, die zum größten europäischen Spezialisten für Kartoffelprodukte avancierten. Da industrielle Produktion innerhalb von München weniger erwünscht war, sich die Marktverhältnisse verändert hatten und Energie- und Lohnkosten gestiegen waren, mussten sie in den 1990er Jahren schließen.
1993 wurde das Gelände vom Münchner Kulturunternehmer Wolfgang Nöth (1943–2021) aufgekauft. Dieser war seit den 1980er Jahren in München für seine unkonventionellen Ideen zum Feierleben und seiner Hartnäckigkeit bezüglich bürokratischer Auflagen bekannt. 1996 entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Pfanni-Werke der „Kunstpark Ost“, der zeitweise als größtes Clubgelände in Deutschland galt und rund 250.000 Besuchende pro Monat zählte. Neben den etwa 30 Diskotheken und Clubs, die in unterschiedlichen Hallen angesiedelt waren, gab es Restaurants, Spielhallen, Antikmärkte und Ateliers zu günstigen Mieten.
Ab 2003 wurde der ehemalige „Kunstpark Ost“ vom Team der Eventfabrik GmbH als „Kultfabrik“ betrieben, mit reduzierter Größe und Vielfalt, während Nöth in die benachbarten Optimolwerke umzog, auf deren Gelände wiederum mehrere Clubs eröffnet wurden.</p><p>Da die Planung des sogenannten Werksviertels immer mehr Form angenommen hatte, mussten Kultfabrik, Optimolwerke und andere kulturelle Einrichtungen 2015 weichen. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Areal 1.500 Wohnungen, Büroräume für 7.000 Arbeitsplätze, fünf Hotels, Einzelhandelsfläche von 30.000 Quadratmetern, mehrere Musikbühnen und eine neue Philharmonie geplant. Das Gesamtkonzept sollte vom Büro Steidle Architekten erarbeitet werden.
Für Bauherren, Stadt und Architekten war es wichtig, den Kern des alten Pfanniwerks mit Kartoffelsilo, Verpackungshalle oder Kartoffelwaschanlage zu erhalten: „Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu dem Zukunftsviertel für München“, heißt es auf der offiziellen Website des Werksviertels (zit. nach <a href="https://werksviertel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">werksviertel münchen</a>). Dort werden neben Büros, Wohnungen und Hotels auch vielzählige Startups, Veranstaltungshallen, Theater, das Container Collective mit Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur sowie viele weitere Einrichtungen beherbergt. Auch wenn das Projekt im Mai 2023 den deutschen Städtepreis gewonnen hat, weisen Gegner:innen der Bauvorhaben darauf hin, dass alteingesessene Kultur vertrieben wurde, um Hotels zu errichten und Raum für Arbeitsplätze privater Medienunternehmen zu schaffen. Viele der Künstler:innen, die Ateliers auf dem Gelände nutzten, werden kaum die Miete aufbringen können, die bereits heute in einigen Bürogebäuden angesetzt wird.
Die kreative Lücke, die entsteht, um das neue Konzept zu verwirklichen, lässt sich nur schwer füllen, da es in München – einer Stadt, die lange Zeit für ihre künstlerische Bohème bekannt war – an bezahlbarem Raum für alternative Nutzungen, wie etwa den damaligen Kunstpark Ost, mangelt.</p><p>Seit Ende 2023 stehen Verwaltungsgebäude und Kesselhaus unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-30T18:52:51+02:00</published>
    <updated>2024-10-02T11:55:25+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111</id>
    <author>
      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Alexandra Avrutina</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der „Führerbau“ am Ende des Zweiten Weltkrieges : Ein Kunstdepot wird geplündert]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Kurz vor der Eroberung Münchens durch die Amerikaner, deren Truppen unmittelbar vorher das KZ in Dachau befreit hatten, wurde das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz von der Bevölkerung geplündert. Neben Lebensmitteln, Ausstattungsstücken und anderem verwertbaren Material wurden auch hunderte von hochkarätigen Kunstwerken aus den Depots in den Luftschutzkellern der Gebäude gestohlen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6e0558ef9e7656391d8652995f4f4de3.jpg" alt="Ansicht des „Führerbaus“ von Norden, 1935" /><br/><p>Was war geschehen? Weshalb waren in den Gebäuden der Partei Kunstwerke gelagert? Als am 28. April 1945 die amerikanischen Truppen in einer Zangenbewegung von Norden und Süden kommend München erreichten und einnahmen, war das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz längst von Wachmannschaften und Personal verlassen. Ohnehin hatte seit Beginn des Krieges die politische Bedeutung und mediale Inszenierung von „Führerbau“ und benachbartem „Verwaltungsbau“ stetig abgenommen. Während im Verwaltungsbau allerdings weiterhin die Finanzverwaltung der Partei und die Pflege der Mitgliederkartei betrieben wurde, war dem „Führerbau“ eine neue Funktion zugewiesen worden. Für den sogenannten „Sonderauftrag Linz“, also für das von Hitler geplante aber nie realisierte Führermuseum in Linz, diente er als logistisches Zentrum. Hier besichtigte Hitler in regelmäßigen Abständen neu „erworbene“ Kunstwerke, hier wurden die Objekte durch Fotografen professionell dokumentiert und registriert. Diese Fotografien wiederum dienten dem wissenschaftlichen Team des Sonderauftrags, das an der Gemäldegalerie in Dresden angesiedelt war, als Arbeitsgrundlage für die kunsthistorische Einordnung und Katalogisierung der Werke. Die Erwerbungen des „Sonderauftrags“ wurden anfangs über Dresden, später immer häufiger auch direkt aus den verschiedenen besetzten Ländern nach München geschickt und dort in ein Gesamtinventar aufgenommen, das von dem Architekten Hans Reger geführt wurde. Reger organisierte von München aus die Transporte der Kunstwerke des „Sonderauftrags“ in die Bergungsdepots. Das war zunächst das Stift Kremsmünster, in das ca. 1.700 Werke von München ausgelagert wurden. Als Hitler das Stift im November 1943 unter Luftschutzgesichtspunkten nicht mehr sicher genug erschien, trat das Depot im Salzbergwerk Altaussee in der Steiermark an dessen Stelle. Bis in den April 1945 wurden aus dem „Führerbau“ gut 1.600 Gemälde hierhin geliefert. Ein Transport mit 137 Gemälden und weiterem Kulturgut verließ München noch am 13. April 1945. Im „Führerbau“, der gewissermaßen als ein Hilfsdepot fungierte, benutzte man für die luftschutzsichere Deponierung die eigentlich für den Schutz von Personen vorgesehenen Zellen in der Bunkeranlage im Kellergeschoss auf der Westseite des Gebäudes. Die kleinteilig gegliederte Anlage mit Grundrissgrößen zwischen 8,5 und 21,5 Quadratmetern und einer beschränkten Zugangshöhe von maximal 2,20 Metern legten den Einlagerungen von Kunstgut hinsichtlich der Größe deutliche Einschränkungen auf. Was aber war nun vor fast 70 Jahren in den Zellen der Luftschutzkeller des Parteizentrums der NSDAP gelagert? Was fiel den Plünderungen zum Opfer? Dazu kursierten seit 1945 die unterschiedlichsten Informationen, Gerüchte und Zahlen. Beispielhaft schildert der Bericht über die Vernehmung Hans Regers durch die Amerikaner die Ereignisse:  „Am 29. April 1945 befanden sich noch 723 Objekte, darunter die Sammlung SCHLOSS (262 Gemälde) in den Luftschutzbunkern. … Am späten Abend des 29. April 1945 drang eine Gruppe von Zivilisten in den Führerbau ein und plünderten in großem Stil, darunter auch die Gemälde in den Luftschutzbunkern. … Weitere Plünderungen fanden statt, als Truppen der 7th U. S. Army am 30. April und danach eintrafen. Die Ermittlungen laufen derzeit, um die Einzelheiten dieser Aktivitäten zu ermitteln.“ Diese Ermittlungen wurden zunächst vom Central Collecting Point durchgeführt, später auch von der Kriminalpolizei und der Treuhandverwaltung. Im Laufe der Jahre gelang es, einige der Kunstwerke aufzuspüren und zurückzuführen. Der gesamte Umfang des Diebstahls wurde erst durch ein Forschungsprojekt des Zentralinstituts für Kunstgeschichte sichtbar, das mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste zwischen 2014 und 2018 durchgeführt werden konnte. Die Grundlage dieses Projekts bildeten u. a. die reichhaltige Überlieferung an historischem Fotomaterial aus der NS-Zeit, das in der Photothek des ZI bewahrt ist. Der Abschlussbericht des Projekts dokumentiert ausführlich die belegbaren Verluste und bilanziert folgende Zahlen: Ende April 1945 waren ca. 1.500 Objekte noch im Führerbau deponiert, davon wurden 676 Kunstwerke gestohlen. 297 Objekte konnten im Laufe der Jahrzehnte wiedergefunden werden. Allerdings müssen 379 Kunstwerke bis heute für die Öffentlichkeit und die Forschung als verschollen gelten! Die verschwundenen Bilder sind zu einem großen Teil bei Interpol als gestohlen registriert und bei der deutschen Polizei zur Fahndung ausgeschrieben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/81">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-05-03T17:40:33+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:51:43+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/81"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/81</id>
    <author>
      <name>Stephan Klingen</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
