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    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogspitalkirche Mater Dolorosa: Spätbarockes Gnadenbild in postmodernem Betonbau]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Herzogspitalstraße verbirgt sich, eingerückt hinter die Fassadenfront der Wohnhäuser, ein postmoderner Kirchenbau mit einer altehrwürdigen Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7de77f3b8bfce7feb6a9d74ad46a0896.jpg" alt="Stich „Das Churfürstliche St. Elisabeth oder Herzogs- und St. Josephs Spital in München.“" /><br/><p>Das Spital, das der Straße und auch der Kirche ihre Namen gegeben hat, wurde von 1552 bis 1570 unter dem Wittelsbacher Herzog Albrecht V. von Bayern (1528–1579) erbaut. Es sollte schwerkranken Hofbediensteten zur Verfügung stehen, die in anderen Einrichtungen nicht aufgenommen wurden. Unter Herzog Wilhelm V. dem Frommen (1548–1626) wurde es erweitert und 1626 von Kurfürst Max I. dem Großen (1573–1651) mit einer Apotheke und einem „chirurgischen Apparat“ ausgestattet sowie durch das südlich gelegene Josephspital ergänzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Herzogspital 1800 aufgehoben. Herzog Albrecht V. ließ seinem Spital 1555 auch eine Kirche errichten, die 1572 geweiht wurde. Für das Patrozinium wählte man die Heilige Elisabeth als Patronin der Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen. Der Baumeister dieser ersten Kirche war Heinrich Schöttl (+1576). Die Spitalkirche war ihrer Funktion entsprechend eher schlicht gehalten. Schöttl entwarf hierfür einen rechteckigen Zweckbau mit Tonnengewölbe und polygonalem Chorschluss - der früheste, wenn auch bescheidene, kirchliche Renaissancebau Münchens (mit einigen gotischen Zügen)! Gut 100 Jahre nach der Weihe erfolgte 1676 die Barockisierung des Kirchenraumes, bei der namhafte Künstler an der Ausstattung mitwirkten. In den Jahren 1727/28 ergänzte Johann Baptist Gunetzrhainer (1692–1763) den Kirchenbau mit einem Turm im Stil des Rokoko. Der Kirchenbau von 1555 wurde im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) zunächst im April 1944 beschädigt und nach ersten Wiederaufbau-Versuchen der Ordensschwestern im November desselben Jahres bis auf den Turm vollständig zerstört. Die Schwestern zogen daraufhin mit dem von Ihnen angebeteten Allerheiligsten zu Fuß nach Schönbrunn bei Dachau. Das wundertätige Gnadenbild und einige Schwestern fanden Zuflucht in der Maria-Theresia-Klinik von Prof. Max Lebsche (1886–1957) am Bavariaring. Nach dem Krieg richtete man zunächst eine Notkapelle im Herzogspital ein und begann dann mit einem Kirchenneubau unter Einbeziehung des historischen Turmes. Die moderne Herzogspitalkirche „Mater dolorosa“ befindet sich am Standort der ehemaligen Kirche „St. Elisabeth“, reicht aber nicht mehr bis an die Straßenseite. Die Grundsteinlegung für die Kirche und einem dazugehörigem Mädchenwohnheim erfolgte am 12.12.1954 durch Weihbischof Johannes Neuhäusler (1888–1973). Die Architekten waren Alexander Freiherr von Branca (1919–2011) und Herbert Groethuysen (1921–2020). Die Einweihung erfolgte am 04.12.1955 durch Joseph Kardinal Wendel (1901–1960). Der Neubau ist nicht mehr der Heiligen Elisabeth, sondern der Mater dolorosa (15.9.), der schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die moderne Herzogspitalkirche präsentiert sich als nach Südwesten ausgerichteter, einfacher Backsteinbau mit integriertem Rokokoturm. Im Inneren öffnet sich ein auffällig dunkel gehaltener Kirchenraum auf rechteckigem Grundriss mit Hauptschiff und Seitenkapelle. Auf eine barocke Lichtführung wurde bewusst zugunsten einer meditativen Lichtstimmung verzichtet. Die betonte Schlichtheit des Raumes ist zum einen sicherlich den begrenzten finanziellen Mitteln nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet, lenkt den Fokus aber auch bewusst auf die zentralen Motive des eucharistischen Herrn in Form des Doppelseitigen Anbetungsfenster und des Gnadenbildes der schmerzhaften Muttergottes. Auch für die Nachkriegskirche wurden namhafte Künstler zur Gestaltung beauftragt. Herbert Altmann schuf das Engelgitter und das Hauptportal, Blasius Gerg (1927–2007) gestaltete die Betonelemente im Kirchenraum (Chorschranke und Windfang), Karl Knappe (1884–1970) schuf das bunte Glasfenster zwischen Kirchenraum und Nonnenchor, die neue liturgische Ausstattung ist von Fritz König (1924–2017) und von Prof. Heinrich Kirchner (1902–1984) stammt das Tabernakel auf dem Seitenaltar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-11T16:15:33+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:45:06+02:00</updated>
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      <name>Katharina Roßmy</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Bayerische Hof- und Nationaltheater: Ein Haus von und für die Münchnerinnen und Münchner]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Begeisterung für die darstellenden Künste ist tief in der Geschichte Münchens verwurzelt. Kein Bauwerk verkörpert diese Tradition so eindrucksvoll wie das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz. Dreimal neu errichtet und stets von den Bürgerinnen und Bürgern getragen, ist es bis heute ein Symbol für die kulturelle Identität der Stadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/19793ab913507ef6ee33f25ad9e792ea.jpg" alt="Das Nationaltheater bei Nacht, ca. 1935" /><br/><p>Bereits 1651 fand im St. Georgs-Saal der Residenz das erste Singspiel in München statt. 1653 ließ Kurfürst Ferdinand Maria dann für seine Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen ein eigenes Opernhaus nach italienischem Vorbild errichten. Bis 1798 wurden Aufführungen in diesem Theater am Salvatorplatz gezeigt. 1657 wurde das „Kurfürstliche Opernhaus“ auch für die Münchner Bürgerschaft zugänglich.
Mitte des 18. Jahrhunderts reichten die bestehenden Bühnen nicht mehr aus, und zwischen 1751 und 1755 schuf François Cuvilliés der Ältere (1695‒1768) im Residenzkomplex ein Rokoko-Logentheater.
Um 1800 schließlich träumte Kurfürst Maximilian IV. (ab 1806 König Max I. Joseph von Bayern) von einem „Theater für das Volk der bayerischen Nation“. Es sollte nicht nur Unterhaltung bieten, sondern auch Bildung und Landespatriotismus fördern – ein Projekt, das sich nahtlos in seine Kulturpolitik zur Stärkung der konstitutionellen Monarchie Bayerns einfügte. 1802 gewann Karl von Fischer (1783‒1820) den Wettbewerb für einen modernen und innovativen Rangtheaterbau. Der junge Architekt setzte sich gegenüber Entwürfen durch, die eher noch den barocken Hoftheatern entsprachen. Baugrund wird der zu jener Zeit noch kahle <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/285" target="_blank" rel="noopener">Max-Joseph-Platz</a>.
Fischers Bau stand unter keinem guten Stern. Nachdem der Bau aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten 1813 fast völlig zum Erliegen kam und teilweise, nur als Bauruine die Stadt schmückte, wurde 1817 der im Marstall gelagerte Dachstuhl durch Brandstiftung zerstört. „Brot oder Brand“ hatten die Täter gefordert. Nicht jeder im hungergeplagten Volk (Missernten und die Unterstützung der Napoleon-Feldzüge hatten diese Folge) konnte die Priorisierung der Fertigstellung des Baus nachvollziehen, auch wenn sich Max Joseph dadurch einen einigenden Charakter erhofft hatte. Am 12. Oktober 1818 konnte das Gebäude dann doch feierlich eröffnet werden und die meisten Zeitzeugen lobten das Bauwerk und seine Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt in hohen Tönen. Doch schon die Vorstellung vom Abend des 14. Januar 1823 endete in einem Inferno. Ein Vorhang fing Feuer und bald brannte das ganze Theater, verletzt wurde niemand.
Der Bau wurde weitestgehend nach den Originalplänen mit einigen Ergänzungen unter der Leitung von Leo von Klenze wieder aufgebaut. Die Wiedereröffnung fand bereits 1825 statt. Finanziert wurde der Aufbau durch Spenden des Volkes und eine Sondersteuer auf Bier, den sogenannten „Bierpfennig“.</p><p>In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 wurde das Nationaltheater durch Spreng- und Brandbomben schwer getroffen und bis auf die Umfassungsmauern zerstört.
1954 schrieb man einen Wettbewerb für den Wiederaufbau aus, den Gerhard Graubner (1899‒1970), Architekt aus Hannover, 1955 gewann. Wieder einmal wurde über die Gestalt des Theaters diskutiert – letztlich entschied man sich für eine Rückkehr zu Fischers Originalplänen, verbunden mit moderner Operntechnik.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/286">Für mehr (einschließlich 12 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-12-18T12:01:36+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:08:52+01:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Denkmal für König Ludwig II. in den Maximiliansanlagen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bereits 1832, als Kronprinz, projektierte Max II. (1811–1864) auf der Isarhöhe neben einem „Nationalbau“ und einem neuen Stadtteil die Anlage eines Parks. Von der Planung 1856 bis zur Fertigstellung 1862 entstanden die Isaranlagen zwischen Maximilianeum und dem Friedensengel nach den Plänen von Carl von Effner.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ac6ba0f919fa6c4a1b1efc13dbd949a3.jpg" alt="Das Denkmal Ludwig II. in den Maximiliansanlagen, 2005" /><br/><p>Wenn man die Maximiliansanlagen durchwandert, kommt man zu einem vom Bildhauer Toni Rückel geschaffenen Denkmal für König Ludwig II. (1845–1886). Dieses wurde als Ersatz für das nach 1942 eingeschmolzene Standbild von der Corneliusbrücke errichtet und wie auch schon damals mit Hilfe eines Vereins finanziert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen Gestaltung und Standort wurde es am 28. Mai 1967 enthüllt. Auf einem hohen Granitsockel steht die überlebensgroße Bronzefigur des bayerischen Königs Ludwig II. im Ornat der Sankt-Georgs-Ritter. Am Sockel sind vier Bronzeplatten befestigt, die auf vier Bauwerke des Königs verweisen: die Schlösser Linderhof, Herrenchiemsee, Neuschwanstein und das von Semper geplante Festspielhaus, das aber dann in Dresden gebaut wurde.
Auf der Bodenplatte vor dem Denkmal ist folgende Inschrift zu lesen:</p><p>„Wo Bayerns König Ludwig / Für Richard Wagners Werke / Nach Gottfried Sempers Plänen / Zum Ruhm der ganzen Menschheit / Den Festbau schaffen wollte / Setzt ihm das Volk sein Denkmal / A.D.MCMLXVII“.
Den Originalkopf der eingeschmolzenen Bronzestatue von 1910, modelliert und gegossen von Ferdinand von Miller (1842–1929), fand man nach 1945 auf einem Hamburger Schrottplatz. Er lag danach jahrelang in einem städtischen Lager und steht heute in einem Seitenflügel der Oper am Max-Joseph-Platz. Den Abguss der Büste, die 1973 auf dem Isarbalkon der Corneliusbrücke angebracht wurde, führte die Erzgießerei von Werner Braun in Oberschleißheim aus. Der Denkmaltempel, ein Entwurf von Adolf von Hildebrand, wurde 1970 abgetragen und lagert seitdem auf einem städtischen Bauhof.
Bereits 1959 wurde probeweise ein Gipsentwurf von Fritz Behn (1878–1970) für ein Denkmal zu Ehren König Ludwigs II. in der Nische der Prinzregenten-Terrasse unterhalb des Friedensengels aufgestellt. Dazu gab der „Verein für die Wiedererrichtung eines Denkmals für König Ludwig II. von Bayern e.V. München“ 1960 eine Broschüre heraus mit den Argumenten für die Aufstellung. Der Entwurf von Professor Behn für eine riesige, feuervergoldete Bronzestatue, war schon gussfertig und im Haushaltsplan von 1959 der erforderliche Betrag von 130.000 DM freigegeben. Auch wurden 15.000 DM an Spenden zusammengetragen. 1960 wählte man für das Denkmal einen Platz zwischen Maximilianeum und Friedensengel aus, wofür Fritz Behn und der Architekt Carl Michael Fell eine architektonische Umrahmung entwarfen. Das Denkmal sollte mindestens 10 Meter hoch werden, damit man es von der Stadt aus hätte sehen können. Doch die Bayerische Schlösserverwaltung als zuständige Behörde für die Maximilians-Anlagen verweigerte ihre Zustimmung.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/262">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-11T15:55:49+02:00</published>
    <updated>2025-10-22T11:26:14+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Architekturmuseum der TUM: Amerikanisches Generalkonsulat, 1954–1958: Ein architektonisches Bekenntnis zu „Freiheit“ und „Demokratie“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Amerikanische Generalkonsulat am Englischen Garten, gegenüber dem frühklassizistischen Prinz-Carl-Palais und vis-à-vis dem nationalsozialistischen, neoklassizistischen Haus der Kunst, repräsentierte bei der Eröffnung 1958 das freiheitlich-demokratische Amerika.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/63d04327296f743cfd3ff4e96c226165.jpg" alt="Amerikanisches Generalkonsulat, 1958" /><br/><p>Das Gebiet zwischen Von-der-Tann-, Königin- und Schönfeldstraße wurde im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen schwer zerstört. Nachdem das Amerikanische Generalkonsulat zunächst im 1945 beschlagnahmten Zentralministerium an der Ludwigstraße 2 untergebracht war, sollte das Ruinengrundstück für den Neubau genutzt werden. Das amerikanische Architekturbüro SOM (Skidmore, Owings & Merill), das mit dem Lever Building in New York das erste vollverglaste Bürogebäude im International Style geschaffen hatte, entwickelte einen Bautypus, der für die in Deutschland geplanten Generalkonsulate angepasst wurde. Die Landeshauptstadt München akzeptierte allerdings den Entwurf nicht und beauftragte Sep Ruf, der seinerzeit in Bonn für die US-amerikanischen Hochkommissare verschiedene Projekte bearbeitete. Auf Grundlage des SOM-Typus entwickelte Ruf schließlich eine einvernehmliche Lösung mit einer Grünverbindung vom Finanzgarten zum Englischen Garten: Über einem niedrigen Pavillon erhebt sich auf freistehenden geschosshohen Betonstützen das dreigeschossige Kanzleigebäude mit einer Vorhangfassade mit Natursteinplatten im Brüstungsbereich. Der Nordflügel des Pavillons schiebt sich unter das Hauptgeschoss und dient sowohl als Empfangsbereich wie auch als Treppenhaus. Die Glaswände des Pavillons öffnen sich zum Englischen Garten und sind rückseitig von Wänden mit einer Natursteinverkleidung umschlossen. Den Eingang akzentuiert das Kunstwerk „Der Gong“ von Harry Bertoia. Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen wird das Gelände seit 1985 von einem hohen Metallzaun abgeschirmt und permanent bewacht. In den späten 1990er-Jahren wurde auch noch die Straße gesperrt. Das programmatische Bekenntnis, mit einer offenen Architektur einen Blick in jenes Amerika, „von welchem man Demokratie und Lebensart lernen könne“, zu ermöglichen, scheiterte gleich zwei Mal. Zurzeit scheint die einer Festung gleichende Anlage von der Geschichte überholt und eher ein Sinnbild für den Verlust von Freiheit und Demokratie in den USA zu sein.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252">Für mehr (einschließlich 8 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-04T11:14:43+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:48:37+02:00</updated>
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      <name>Irene Meissner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der alte Flughafen in München-Riem – Ein unbequemes Erbe: Plädoyer für eine zeitnahe Erinnerungskultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen der ehemalige Flughafen in München-Riem (1937-1939 nach Entwurf von Ernst Sagebiel errichtet) und sein missglückter Umbau nach 1992, als er auf Grund des neuen Flughafens in Erding aufgegeben wurde.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4c80e4a62d1c11920409f88ff8641e98.jpg" alt="Flughafen München-Riem wenige Tage nach Einstellung des Flugbetriebs 1992" /><br/><p>Wie sollten wir mit diesem unbequemen Erbe umgehen? Zu erörtern ist, ob ein vollständiger Abbruch der Gebäude, deren Generalsanierung oder ein zeitgemäßer Umbau sinnvoll gewesen wäre. Dahinter steht die Frage, wie mit NS-Architektur umgegangen werden kann und soll? Wie sähe hier eine zeitgemäße Erinnerungskultur aus (wie beim Haus der Kunst, aber auch bei den erhaltenen Bauten am Königsplatz)? In Riem geht es vor allem um die Wappenhalle, den Kontrollturm, deren Denkmalschutz und die vertane Chance, ein Flugzeug- und Architekturmuseum einzurichten, eventuell neben den alten Kopf-und Tribünen-Bauten. So oder so muss das schwierige Erbe angenommen werden, es kann nicht negiert werden.</p><p>1936 war als Standort für einen neuen, zweiten Flughafen in München (nach dem Oberwiesenfeld – heute Olympia-Gelände) ein Platz südöstlich von Riem ausgewählt und mit der Planung durch Ernst Sagebiel sofort begonnen worden. Er zeichnete auch für die zeitgleich entstehenden Flughäfen in Berlin-Tempelhof, Dresden und Stuttgart verantwortlich. Diese Informationen sucht man in Riem vergeblich; würden sie die Nutzung als Event-Location beeinträchtigen? Wieso behielt die Stadt nicht die gut erhaltene, unter Denkmalschutz stehende Wappenhalle? Die Bauten des Riemer Flughafens waren (und sind noch heute) für eine museale Nutzung sehr geeignet. Heute stehen wir einem “Un-Ort” gegenüber. Auf dem weiten ehemaligen Flughafengelände könnte ein NS-Architektur-Dokumentations-Museum eingerichtet werden, als Dependance des Stadtmuseums oder der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Bis jetzt werden die Gipsmodelle der NS-Stadtplanung nur in verschiedenen Abteilungen des noch länger geschlossenen Stadtmuseums gezeigt. Wenn es in der "Hauptstadt der Bewegung" schon ein NS-Dokumentationszentrum gibt, so sollte der Architektur und dem Städtebau der NS-Zeit ebenfalls ein Dokumentationszentrum gewidmet werden, in oder neben den beiden gut erhaltenen Flughafen-Bauten, als kultureller Erinnerungsort im Münchner Osten – neben der Münchner Messe. Diese Idee erfordert allerdings eine besonders behutsame Szenographie, vergleichbar den Plänen von David Chipperfield für das Haus der Kunst. Man würde dann der Geschichte wieder direkt ins Angesicht sehen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-13T14:44:29+02:00</published>
    <updated>2025-05-14T13:05:31+02:00</updated>
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      <name>Michael Stanic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Himmelfahrtskirche: Ein Symbol des Wiederaufbaus in Sendling]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die auf den ersten Blick unscheinbare Himmelfahrtskirche blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die baulichen Veränderungen der letzten 100 Jahre zeugen von Umwandlungen, die auf sich immer wieder ändernde Anforderungen einer Kirchengemeinde zurückzuführen sind.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4efa36ed5faacf2b5c70cd8fe4b93de8.jpg" alt="Vorderseite der Kirche mit Kircheneingang" /><br/><p>Die Himmelfahrtskirche befindet sich im Zentrum von Sendling. Der erste Kirchenbau entstand 1919, als die Großgaststätte „Vergnügungsetablissement Elysium“ nach den Plänen des Architekten Georg Zeitler zu einem Gotteshaus umgebaut wurde. Nachdem im gleichen Jahr südöstlich noch ein Glockenturm errichtet worden war, wurde der Kirchensaal 1920 schließlich eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche starke Schäden, 1944 wurde sie durch Bombardierungen nahezu komplett zerstört. Der Wiederaufbau begann ab 1946 auf den Resten der alten Kirche, ab 1950 konnte sie wieder genutzt werden. 1963/64 wurde ein neuer Kirchturm errichtet, dessen Erdgeschoss als Andachtskapelle dient.</p><p>Die heutige Gestaltung der Himmelfahrtskirche geht auf einen größeren Umbau zwischen 1988 und 1992 zurück. Neben dem Anbau eines Gemeindezentrums wurde die Anordnung im Kircheninneren grundlegend verändert. Seitdem befinden sich das historische Taufbecken sowie Altar und Ambo in der Mitte des Kirchenschiffs. Um diesen zentralen Punkt ist die Bestuhlung kreisförmig angeordnet. Eine weitere Besonderheit ist die Platzierung der 1994 eingeweihten neuen Orgel, die im Chorraum den ursprünglichen Platz des Altars einnimmt.</p><p>Nicht nur die Orgelmusik prägt das Gemeindeleben, sondern auch die Kunst. So steht beispielsweise eine von Andreas Kuhnlein mit Kettensäge gefertigte Holzskulptur des Pilatus prominent im Raum, am Eingang des Saals befindet sich das Kreuz „Ecce Homo“ von Sven Kalb.</p><p>Heute gibt es neben den wiederkehrenden Gottesdiensten auch andere Veranstaltungen im Gotteshaus, wie Friedensgebete, Gesprächsrunden über Glauben, Gott und Kirche sowie den Kinderchor und Orgelmusik bei Kerzenschein.</p><p>Es besteht Kontakt zu einer Partnerkirche in Tansania, deren Bauprojekte, wie etwa die Errichtung eines neuen Schulgebäudes, begleitet und unterstützt werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/168">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T09:49:56+02:00</published>
    <updated>2024-07-16T13:12:58+02:00</updated>
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      <name>Carl Licht</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das baiuvarische Reihengräberfeld von Aubing: Die ersten Baiuvaren und die früheste Kirche im Münchner Stadtgebiet?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bereits 1938 konnten in Aubing (Stadtkreis München) zahlreiche Gräber aus dem frühen Mittelalter archäologisch untersucht werden. In den 1960er Jahren gelang der Brückenschlag zu den zuvor nicht erschlossenen Teilen dieses großen Friedhofs des 5. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. So wurde im Münchner Westen ein baiuvarischer Bestattungsplatz annähernd vollständig untersucht, was in dieser Größenordnung bisher einzigartig für Bayern ist. Die Grabfunde und weitere Beobachtungen beleuchten schlaglichtartig den Übergang von Römern zu den frühen Baiuvaren und erlauben Rückschlüsse auf die wachsende Bedeutung des Christentums in dieser Zeit.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/46dfdb707e0e92dad5321ca1022e4c46.jpg" alt="Ausgrabung des Reihengräberfelds in Aubing, 1938" /><br/><p>Eine archäologische Sensation! 1938 wurde in Aubing beim Abbau von Schotter für den Gleisbau eines neu geplanten Verschiebebahnhofs ein baiuvarischer Friedhof entdeckt. Aufmerksame Arbeiter bemerkten menschliche Überreste und Grabbeigaben und informierten das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das unverzüglich tätig wurde. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden damals 358 Bestattungen untersucht. Die meisten waren im 6. Jahrhundert angelegt worden. Einige reichen aber auch in die 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts zurück, die Zeit kurz nach dem Ende der römischen Herrschaft. Der Zweite Weltkrieg beendete dann alle weiteren Grabungsvorhaben.
Erst ab 1961 kam es unter der Leitung der Archäologischen Staatssammlung zu erneuten Ausgrabungen mit dem Ziel, die gesamte Fläche des Friedhofs zu erfassen. Bis 1963 wurden weitere 477 Gräber entdeckt. Besonders wichtig war hierbei die Suche nach dem Anschluss an die Grabungsgrenze von 1938. Die Ausmachung der ehemaligen Randbereiche des Friedhofs zeigte den Archäolog:innen, dass sie das anvisierte Ziel der vollständigen Untersuchung eines baiuvarischen Friedhofs erreicht hatten.
Die Fundstelle der frühmittelalterlichen Begräbnisstätte von Aubing liegt im westlichsten Teil der Münchner Schotterebene, ungefähr 12 Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt. Vorrangig dürfte der wichtige Verkehrsweg des Würmtals für die frühmittelalterliche Bevölkerung eine entscheidende Bedeutung bei der Platzwahl zur Errichtung ihrer Dörfer und Höfe gehabt haben. Diese Dörfer wurden im frühen Mittelalter aus Holz gebaut, sind deshalb nicht erhalten und für Archäolog:innen oft nur schwer zu finden. Sie werden deshalb meistens nur indirekt durch die dazugehörigen charakteristischen Friedhöfe angezeigt. Im frühen Mittelalter war es üblich, die Gräber gleichmäßig ausgerichtet in langen Reihen anzulegen. Deshalb werden diese Friedhöfe, die unseren heutigen ähneln, auch als „Reihengräberfelder“ bezeichnet. Einer dieser Begräbnisplätze war also in Aubing gefunden worden.
Aber was konnten die Wissenschaftler:innen dort konkret feststellen? Zum einen, dass die Belegung des Reihengräberfeldes offenbar von Norden, wo die älteren Bestattungen angetroffen wurden, in Richtung Süden erfolgt war. Innerhalb von mehr als 200 Jahren erreichte der Bestattungsplatz somit Ausmaße von circa 120 × 55 Metern. Besonders auffällig war, dass die Menschen, die den Friedhof anlegten, sich bei der Ausrichtung an einem römerzeitlichen Graben orientierten. Dieser war im Frühmittelalter offenbar noch sichtbar und bildete immer die westliche Begrenzung.
Die Verstorbenen in den 862 Gräbern wurden zumeist in Rückenlage und mit dem Kopf im Osten beigesetzt. Abweichungen kommen vor, sind aber selten. Die bis ins 8. Jahrhundert noch üblichen Grabbeigaben bestehen bei den Männern besonders aus ihren Waffen und verzierten Gürteln. Frauen wurden vor allem ihr Schmuck und ihre oft kunstvoll gefertigten Gewandverschlüsse (Fibeln) mit ins Grab gelegt. Dinge, die den Verstorbenen im Leben sicher wichtig waren. Diese oft sehr wertvollen Gegenstände lockten Grabräuber an, was in Aubing durch eine „Zerwühlung“ der Skelette und sogar das verlorene Werkzeug eines Plünderers angezeigt wurde.
Als Besonderheit dürfen die festgestellten Spuren von Grabeinfassungen oder Überbauten gelten. Der an der östlichen Grenze des Gräberfeldes nachgewiesene Grundriss eines kleinen Holzgebäudes nimmt Bezug auf die Ausrichtung der Gräber und kann eventuell als sehr frühe christliche Kapelle oder Kirche angesehen werden. Sollte diese Theorie sich bestätigen, wäre das Friedhofsgebäude mit einer mutmaßlichen Erbauung um 700 die früheste Kirche im Münchner Stadtgebiet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/156">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-28T17:49:44+02:00</published>
    <updated>2024-06-20T14:22:01+02:00</updated>
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      <name>Brigitte Haas-Gebhard &amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Tobias Heuwinkel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die neue Matthäuskirche: Der kühne Neubau der ersten evangelischen Kirche Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Kirche am Sendlinger-Tor-Platz mit ihren organisch schwingenden Formen, bei denen zunächst nur der Glockenturm deutlich macht, dass es sich um einen Sakralbau handelt, ist der Nachfolger der ersten evangelischen Kirche Münchens, die in den 1930er Jahren abgerissen wurde. Der Bau gehört zu den architektonisch markantesten Arbeiten des Architekten Gustav Gsaenger und ist einer der ersten modernen Kirchenbauten Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e5188df796e03d971172d7a884e66d38.jpg" alt="St. Matthäus, Ansicht von Nordosten, ca. 1960" /><br/><p>Noch während die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133" target="_blank" rel="noreferrer noopener">alte Matthäuskirche</a> an der Sonnenstraße in der Nähe des Karlsplatzes vom NS-Regime Ende Juni 1938 abgerissen wurde, beauftragte man den Münchner Architekt German Bestelmeyer (1874–1942), Pläne für einen Neubau zu entwerfen. Er hatte erst 5 Jahre zuvor die Restaurierungsarbeiten zur alten Kirche geleitet. Der Bauplatz am Sendlinger Tor wurde dafür bereits im Oktober 1938 genehmigt, woraufhin die Gemeinde ihren Bauplatz an der Sonnenstraße gegen den am Nußbaumpark tauschte. Das Bauvorhaben sollte sich jedoch noch einige Jahre verzögern aufgrund des Krieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten die Gläubigen den Wiederaufbau der Matthäuskirche. Im März 1947 wurde eine Notkirche für die Gemeinde St. Matthäus eingeweiht. Nachdem die Finanzierung geklärt werden konnte, wurde 1951 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Obwohl er im Wettbewerb lediglich den zweiten Platz belegte, wurde der Münchner Architekt Gustav Gsaenger (1900–1989) mit dem Bau beauftragt. Gsaenger, der unter anderem bei Bestelmeyer in München studiert hatte, war dabei, sich auf evangelische Kirchenbauten zu spezialisieren. Der Bau der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Matthäus, der von 1953 bis 1955 nach seinen Plänen errichtet wurde, war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.
Er bediente sich bei diesem Projekt einer dezidiert neuen Architektursprache. Während Bestelmeyers (nicht ausgeführter) Entwurf von 1939 den querovalen Grundriss des Zentralraums der alten Matthäuskirche gegen einen kreisrunden ersetzt hatte, erweiterte Gsaenger den geschwungenen Zentralraum in Richtung Osten, während er nach Westen breiter wird. Laut Gsaenger sollte das Gebäude sowohl die Formen der Stadt aufnehmen als auch den Raum des protestantischen Glaubens symbolisieren. So korrespondiert beispielsweise der runde Chor – sowohl im Grundriss als in der Dachform – mit der Bogenform des Sendlinger Tors auf der Ostseite des Sendlinger-Tor-Platzes. Das Gebäude sollte gleichzeitig auch Gemeindezentrum sein, weshalb sich zu den Seiten des Zentralraums unter anderem der Gemeindesaal und Sitzungsräume befinden. Die Kirche und die Gemeinderäume überschneiden sich sowohl im Grundriss als auch im Aufriss und sollen somit die Offenheit und die große Bedeutung der Gemeinschaft im evangelischen Glauben versinnbildlichen. Die organisch geschwungene Form der neuen Matthäuskirche wurde intensiv diskutiert und erhielt Spitznamen wie z.B. Gottes Achterbahn. Als Bischofskirche ist sie auch Predigtstätte des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/147">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-22T16:40:35+01:00</published>
    <updated>2025-04-01T18:19:04+02:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt München: Vom städtischen Wehramt zum Gedächtnis der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem städtischen Wehramt München in der Winzererstraße, in welchem seit 1926 das Stadtarchiv seine Heimat hat, schuf Hans Grässel (1860–1939) ein Dienstgebäude, das wie alle seine Bauwerke in seiner liebevollen Ausgestaltung nicht nur den praktischen Anforderungen der städtischen Verwaltung Rechnung trug, sondern bereits damals vornehmlich psychologische Aspekte berücksichtigte, die im Behördenbau heutiger Tage selbstverständlich erscheinen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/868c3cb307db57921d87017164291a89.jpg" alt="Stadtarchiv München, Vorderansicht von der Winzererstraße aus, um 1920" /><br/><p>Zur Unterbringung des 1888 für die städtischen Militäraufgaben geschaffenen Wehramtes entwarf Stadtbaurat Hans Grässel (1860–1939) ein repräsentatives Dienstgebäude. Es trägt mit seiner illustren Eingangshalle, dem breiten Treppenhaus, den großen hellen Räumen und lichtdurchfluteten Gängen dazu bei, dass sich die dort Beschäftigten in „ihrem“ Haus wohlfühlen. Dies ist im Übrigen ein Merkmal aller Grässelschen Bauten, gleich ob es sich um Dienst- oder um Wohngebäude handelt.</p><p>Das Wehramt wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube am Rand des Münchner Kasernenviertels zwischen 1912 und 1914 in zurückhaltenden Formen des späten 18. Jahrhunderts errichtet. Das viergeschossige Hauptgebäude war für den Amtsvorstand und die Friedensersatzkommissionen bestimmt, die den Innenhof umschließenden eingeschossigen Nebengebäude wurden von den Kriegsersatzkommissionen und als Lagerräume genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude mit dem Übergang der Wehrhoheit auf das Deutsche Reich funktionslos und diente anderen städtischen Dienststellen als Unterkunft. 1926 bezog das Stadtarchiv die beiden Obergeschosse des Hauptgebäudes mit einem Teil seiner Bestände. Schließlich konnte es das gesamte Hauptgebäude in Besitz nehmen.</p><p>Der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäudekomplex wurde nach Kriegsende wieder von verschiedenen heimatlos gewordenen städtischen Dienststellen bezogen. 1947 konnte das Stadtarchiv die alleinige Nutzung für Archivzwecke sicherstellen. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1950 mit dem Nordpavillon. Anstelle der beiden zerstörten östlichen Pavillons entstanden zwischen 1958 und 1961 Magazintürme in zeitgemäßer Gestalt. 1964 bis 1965 wurde das kriegszerstörte Dach des Hauptgebäudes in alter Form mit einem als Magazin ausgebauten Dachgeschoss wieder errichtet. Im Rahmen einer dringend notwendigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten des Stadtarchivs wurden zwischen 1977 und 1982 zunächst die beiden Seitentrakte im Norden und Süden äußerlich in alter Form aber innen für Aufbewahrungszwecke und zur Aufnahme der Restaurierungswerkstatt erneuert. Von 1986 bis 1989 wurden auch der Ostflügel und die beiden Magazintürme durch einen großen Trakt mit Seitentürmen nach Planungen des Architektenbüros Hans-Busso von Busse (1930–2009) ersetzt. Neben Magazinräumen für insgesamt 34 km Aktengut, von denen derzeit bereits rund 26 km belegt sind, erhielt der in Schicht-Ziegelbauweise errichtete Neubau als Publikumsbereich eine Rotunde für Ausstellungen und Veranstaltungen. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen 1990 durch die Aufstellung eines vierteiligen Kunstwerkes zwischen dem Gebäude und dem gegenüber liegenden Nordbad nach Entwürfen des französischen Künstlerehepaares Anne und Patrick Poirier. Es symbolisiert den Menschen und seinen Blick auf die Geschichte.</p><p>Das Stadtarchiv als „Gedächtnis der Stadt“ ist mehr als nur ein Lagerort für altes Schriftgut und Akten; es ist vielmehr ein Ort des Quellenmaterials für Forschende, sei es an wissenschaftlichen Institutionen oder privat zur eigenen Familiengeschichte. Damit will das Stadtarchiv die Menschen der Gegenwart mit der Überlieferung einer vermeintlich beendeten Zeit in Berührung bringen; es möchte ihnen helfen, sich für die Vergangenheit der eigenen Stadt zu interessieren – und diese auch zu verstehen. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-19T15:32:51+02:00</published>
    <updated>2024-09-11T17:35:58+02:00</updated>
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      <name>Manfred Heimers&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Christian Freundorfer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Sphingen am Nordfriedhof: Der Münchner „Alektryonsphinx“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 2020 stehen am Eingang der Aussegnungshalle des Münchner Nordfriedhofes wieder zwei hahnenköpfige Sphingen. Sphingen als Wächter kennt man aus dem alten Ägypten, die Form mit Hahnenkopf ist jedoch ungewöhnlich und hat den beiden Statuen ein Weiterleben in der Literatur ermöglicht.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/dab27bbca229dec730847de1dda84986.jpg" alt="Aussegnungshalle mit Sphingen, 1889/1932" /><br/><p>Bei den Statuen handelt es sich um originalgetreue Neuanfertigungen der beiden Sphingen, die von den 1890er bis in die 1960er Jahre am Eingang des Nordfriedhofes standen und dann auf ungeklärte Weise verschwanden. Diese Sphingen fanden als „apokalyptische Tiere“ Eingang in die Novelle „Tod in Venedig“ von Thomas Mann, der zwischen 1913 und 1933 in München lebte. </p><p>Gleich im ersten Kapitel der Novelle steht der Protagonist Gustav von Aschenbach den Sphingen am Nordfriedhof gegenüber, betrachtet die Aussegnungshalle und verliert sich in Träumereien:</p><p>„Ihre Stirnseite, mit griechischen Kreuzen und hieratischen Schildereien in lichten Farben geschmückt, weist überdies symmetrisch angeordnete Inschriften in Goldlettern auf, ausgewählte, das jenseitige Leben betreffende Schriftworte wie etwa ‚Sie gehen ein in die Wohnung Gottes‘ oder ‚Das ewige Licht leuchte ihnen‘; und der Wartende hatte während einiger Minuten eine ernste Zerstreuung darin gefunden, die Formeln abzulesen und sein geistiges Auge in ihrer durchscheinenden Mystik sich verlieren zu lassen, als er, aus seinen Träumereien zurückkehrend, im Portikus, oberhalb der beiden apokalyptischen Tiere, welche die Freitreppe bewachen, einen Mann bemerkte, dessen nicht ganz gewöhnliche Erscheinung seinen Gedanken eine völlig andere Richtung gab.“ (zit. nach Mann 1922, S. 11.)</p><p>Im Anschluss an diese Begegnung plant Gustav von Aschenbach in einer ersten Todesahnung seine Reise von München nach Venedig. </p><p>Die echten Sphingen des Nordfriedhofs gerieten auch nach ihrem mysteriösen Verschwinden wegen ihrer Erwähnung in Thomas Manns Novelle nicht in Vergessenheit, sondern wurden durch das Thomas-Mann-Forum wieder in den Blickpunkt gerückt. Dank der Recherchen des Literaturwissenschaftlers und Vorsitzenden des Thomas-Mann-Forums Dirk Heißerer konnten die beiden Sphingen rekonstruiert werden. Darüber hinaus stieß er auf Dokumente, die das Rätsel um die beiden Sphingen lüften. </p><p>Das Projekt der Neuanfertigung der beiden Sphingen fand unter Anleitung des Steinmetzteams um Barbara Oppenrieder und Wolfgang Gottschalk sowie Schülern der Steinmetzschulen statt. Aus einem wuchtigen 2,3 Tonnen schweren Block aus Kehlheimer Kalkstein erschufen sie den gewaltigen 1,92 Meter langen, 62 Zentimeter breiten und 1,7 Meter hohen Sphinx. Dank alter Fotografien in Archiven ließ sich das Aussehen – über Thomas Manns Benennung als „apokalyptische Tiere“ hinaus – rekonstruieren. Der Sphinx zeigt sich – heute wie damals – mit Löwenkörper und Hahnenkopf, in den Pranken eine Stele haltend und auf dem Kamm eine runde Scheibe tragend. Die Darstellung dieser modernen Sphingen gibt Anlass zu einem kleinen Exkurs ins Alte Ägypten.</p><p>In der Scheibe der Münchner Sphingen lässt sich eine Anspielung auf die altägyptische Sonnenscheibe erkennen, die bei zahlreichen Göttern den Kopf schmückt. Ein Hahnenkopf ist für altägyptische Sphingen jedoch nicht belegt. Sie haben entweder einen menschlichen Kopf (Sphinx), einen Widderkopf (Kriosphinx) oder – seltener – einen Falkenkopf (Hierakosphinx). Entsprechend verkörpern sie den König, den Gott Amun und den Falkengott Horus oder Month. </p><p>Der ägyptische Sphinx zeigt ein Mischwesen aus liegendem Löwenkörper und männlichem Kopf. In ihm wird das Doppelwesen des Königs, der Mensch und Gott zugleich ist, sichtbar. Als König erkennbar ist der Sphinx an der Darstellung des königlichen Nemes (Königskopftuch).</p><p>In ihren Formaten decken die altägyptischen Sphingen ein breites Spektrum ab. Der riesige Sphinx von Gizeh am Fuße des Aufwegs zur Pyramide des Chephren ist nicht nur der größte, sondern auch der früheste Beleg für einen Sphinx. Am anderen Ende des Größenspektrums stehen kleine Statuetten von Sphingen, wie sie auch im Münchner Ägyptischen Museum zu sehen sind.</p><p>Die außergewöhnliche Darstellung der Sphingen am Nordfriedhof in ihrer strengen Zweiteilung in liegenden Löwenkörper mit ausgestreckten Vorderläufen nach ägyptischem Muster und gänzlich unägyptischen Hahnenkopf lässt sich am ehesten mit den falkenköpfigen Sphingen, den „Hierakosphingen“ in Verbindung bringen. Dieser Sphinxtypus ist jedoch nur sehr selten belegt. Als großformatige Skulpturen stehen Falkensphingen paarweise vor dem Tempel Ramses‘ II. in Wadi es Sebua in Nubien, und zwei Falkensphingen fand Belzoni im Großen Tempel von Abu Simbel (heute im British Museum). Ob es diese mehrfach abgebildeten ramessidischen Statuen gewesen sind, die den Bildhauer inspirierten, der die Münchener Hahnensphingen schuf? Da sie die einzigen ihrer Art sind, wäre es übertrieben, für sie der ägyptologischen Terminologie den „Alektryonsphinx“ hinzuzufügen. </p><p>Aber sie sollen doch ehrfurchtsvoll in den Kreis der Sphingen aufgenommen werden, und wir wollen ihre Rückkehr nach München freudig begrüßen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/112">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-09-22T16:06:50+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T12:47:01+02:00</updated>
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      <name>Jan Dahms</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Pfanni-Gelände am Ostbahnhof: Vom Knödel zur Kultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof, auf dem momentan das Werksviertel entsteht, hat in seiner Geschichte mehrere Umnutzungen erfahren. Einst unter anderem von der ehemaligen Knödelfabrik Pfanni verwendet, erfuhr es in den 1990er und 2000er Jahren eine Verwandlung zum Kunstpark Ost und danach zur Kultfabrik, einer der europaweit größten Partymeilen. Mittlerweile beheimatet es neue Kulturangebote, Hotels und Unternehmen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4dc7854711ba93c438cbacdc49d639c5.jpg" alt="Pfanni-Werke hinter dem Ostbahnhof, 1957/58" /><br/><p>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof hat oft sein Gesicht verändert. Wo seit einigen Jahren das Werksviertel entsteht, befanden sich früher Firmengelände, wie etwa die Optimol Ölwerke, das Bekleidungshaus Konen oder die auf Motorräder spezialisierte Zünder-Apparatebau-Gesellschaft (Zündapp). Am bekanntesten sind aber wohl die Knödel-Produktionshallen, Teil der 1949 von Werner Eckart (1909–1997) gegründeten Pfanni-Werke, die zum größten europäischen Spezialisten für Kartoffelprodukte avancierten. Da industrielle Produktion innerhalb von München weniger erwünscht war, sich die Marktverhältnisse verändert hatten und Energie- und Lohnkosten gestiegen waren, mussten sie in den 1990er Jahren schließen.
1993 wurde das Gelände vom Münchner Kulturunternehmer Wolfgang Nöth (1943–2021) aufgekauft. Dieser war seit den 1980er Jahren in München für seine unkonventionellen Ideen zum Feierleben und seiner Hartnäckigkeit bezüglich bürokratischer Auflagen bekannt. 1996 entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Pfanni-Werke der „Kunstpark Ost“, der zeitweise als größtes Clubgelände in Deutschland galt und rund 250.000 Besuchende pro Monat zählte. Neben den etwa 30 Diskotheken und Clubs, die in unterschiedlichen Hallen angesiedelt waren, gab es Restaurants, Spielhallen, Antikmärkte und Ateliers zu günstigen Mieten.
Ab 2003 wurde der ehemalige „Kunstpark Ost“ vom Team der Eventfabrik GmbH als „Kultfabrik“ betrieben, mit reduzierter Größe und Vielfalt, während Nöth in die benachbarten Optimolwerke umzog, auf deren Gelände wiederum mehrere Clubs eröffnet wurden.</p><p>Da die Planung des sogenannten Werksviertels immer mehr Form angenommen hatte, mussten Kultfabrik, Optimolwerke und andere kulturelle Einrichtungen 2015 weichen. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Areal 1.500 Wohnungen, Büroräume für 7.000 Arbeitsplätze, fünf Hotels, Einzelhandelsfläche von 30.000 Quadratmetern, mehrere Musikbühnen und eine neue Philharmonie geplant. Das Gesamtkonzept sollte vom Büro Steidle Architekten erarbeitet werden.
Für Bauherren, Stadt und Architekten war es wichtig, den Kern des alten Pfanniwerks mit Kartoffelsilo, Verpackungshalle oder Kartoffelwaschanlage zu erhalten: „Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu dem Zukunftsviertel für München“, heißt es auf der offiziellen Website des Werksviertels (zit. nach <a href="https://werksviertel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">werksviertel münchen</a>). Dort werden neben Büros, Wohnungen und Hotels auch vielzählige Startups, Veranstaltungshallen, Theater, das Container Collective mit Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur sowie viele weitere Einrichtungen beherbergt. Auch wenn das Projekt im Mai 2023 den deutschen Städtepreis gewonnen hat, weisen Gegner:innen der Bauvorhaben darauf hin, dass alteingesessene Kultur vertrieben wurde, um Hotels zu errichten und Raum für Arbeitsplätze privater Medienunternehmen zu schaffen. Viele der Künstler:innen, die Ateliers auf dem Gelände nutzten, werden kaum die Miete aufbringen können, die bereits heute in einigen Bürogebäuden angesetzt wird.
Die kreative Lücke, die entsteht, um das neue Konzept zu verwirklichen, lässt sich nur schwer füllen, da es in München – einer Stadt, die lange Zeit für ihre künstlerische Bohème bekannt war – an bezahlbarem Raum für alternative Nutzungen, wie etwa den damaligen Kunstpark Ost, mangelt.</p><p>Seit Ende 2023 stehen Verwaltungsgebäude und Kesselhaus unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-30T18:52:51+02:00</published>
    <updated>2024-10-02T11:55:25+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Alte Teil des Waldfriedhofs: Ein Friedhof inmitten der Natur – der erste seiner Art in Deutschland]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Münchner Waldfriedhof ist der erste Friedhof Deutschlands, der in einen bestehenden Wald eingefügt wurde. Die Schönheit der Natur und die Vergänglichkeit des Irdischen treffen hier zusammen und machen dieses Gebiet im Süden Münchens zum Ort der Erinnerung für die verschiedenen Kulturen der Stadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1f21384a4b54d46f0a028d96ac94e277.jpg" alt="Eingangsfront der Aussegnungshalle, 1907" /><br/><p>Angeregt vom Parkfriedhof in Hamburg-Ohlsdorf entstand erstmals in Deutschland ein Friedhof inmitten einer Waldlandschaft. Nach Entwürfen des späteren Stadtbaudirektors Hans Grässel (1860–1939) wurde inmitten des Friedhofsgeländes zwischen 1905 und 1907 die quadratische Aussegnungshalle mit der Leichenhalle und einem Betriebshof errichtet. Die Aussegnungshalle erhielt ein schlichtes Äußeres mit Zeltdach und einem hohen Aufsatz mit Spitztürmchen. An der Friedhofsmauer zur Fürstenrieder Straße entstand 1907 eine kleine Kapelle mit einem Vesperbild. Am Haupteingang, den zwei Sphinxen bewachen, baute man für Angestellte zwei symmetrische Häuser, die sich in ihrer Form in den Wald einfügen.</p><p>Zur Betonung des naturnahen Charakters der Anlage wurden die Gräberfelder unter weitgehender Wahrung der gewachsenen Waldstruktur in unregelmäßiger Form entlang zweier Ringstraßen und mehrerer Querstraßen angeordnet. Um 1910 wurde das Gräberfeld 41 dem Künstler-Unterstützungsverein zur Grabnutzung für mittellose Künstler überlassen. Gräber für katholische Priester und Schwestern im Gräberfeld 142a mit ihren schmiedeeisernen Kreuzen prägen das Friedhofsbild südlich der Aussegnungshalle noch heute. Um dem weitläufigen Friedhofsareal im Süden einen zusätzlichen Orientierungspunkt zu geben, wurde 1932 bis 1933 die an die Kirchen des Voralpengebietes erinnernde St.-Anastasia-Kapelle erbaut. Den Entwurf lieferte der spätere Stadtbaurat Hermann Leitenstorfer (1882–1972). </p><p>Das erste muslimische Gräberfeld Deutschlands wurde 1954 im Waldfriedhof in der Sektion 271 angelegt. Die liberale jüdische Gemeinde Beth Schalom bestattet ihre Mitglieder ebenso im Waldfriedhof. Ab 1957 wurde der Waldfriedhof um etwa zwei Drittel seiner bisherigen Fläche erweitert. In diesen neuen Teil wurde 1966 der italienische Militärfriedhof verlegt, der bis dahin im Nordwesten des Areals lag. Die Gräber der deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs, die in den Münchner Lazaretten verstarben, wurden bereits ab 1960 in die an der Tischlerstraße gelegene Kriegsgräberstätte umgebettet. </p><p>Zusammen mit dem neuen Friedhofsteil umfasst der Waldfriedhof eine Fläche von 163,76 Hektar und bietet Platz für 67.500 Grabstätten – vom Mausoleum bis hin zur Wiese für die anonyme Urnenbestattung. Er ist damit die größte Friedhofsanlage Münchens und der zweitgrößte Friedhof Deutschlands.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/107">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-09T17:33:12+02:00</published>
    <updated>2024-05-29T18:07:57+02:00</updated>
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      <name>Manfred Heimers und Christian Freundorfer</name>
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