Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße
Ein Jahrhundert Bildungsgeschichte in München

Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße gehört seit über hundert Jahren zum festen Bild des Münchner Südens. Das Gebäude wurde zwischen 1902 und 1904 nach Plänen des städtischen Baurats Robert Rehlen errichtet und am 11. April 1904 eröffnet. Damals wuchs der Stadtteil rasant, weil sich im Thalkirchner Oberfeld neue Fabriken ansiedelten und viele Familien zuzogen.
Der Bau war für seine Zeit ungewöhnlich modern. Neben 29 Klassenzimmern gab es zwei Turnsäle, Werkstätten, eine Kindergartenstation und sogar ein eigenes Schulbrausebad. Die markante Fassade mit dem hohen Ziegeldach prägt das Erscheinungsbild bis heute.
Im Ersten Weltkrieg wurde die Schule als Reservelazarett genutzt, im Zweiten Weltkrieg stark zweckentfremdet. So werden in dieser Zeit eine Möbelbergungsstätte sowie Feuerwehr, Sanitätstrupp, Entgiftungstrupp und ein Arbeitskommando im Schulhaus untergebracht. Nach 1945 fand man das Gebäude in schlechtem Zustand vor, doch der Unterricht begann bald wieder, da das Gebäude nicht zerstört worden war. In den Nachkriegsjahren platzte die Schule aus allen Nähten: Zeitweise lernten über 1000 Kinder dort, verteilt auf mehrere Schulen im selben Haus.
Seit den 2000er Jahren wurde das Gebäude schrittweise modernisiert und digital ausgestattet. 2012 kamen Ganztagsklassen hinzu, und wegen steigender Schülerzahlen entstand eine Zweigstelle in der Baierbrunner Straße 61. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wie der Aufnahme von Flüchtlingskindern oder die Corona-Pandemie bewältigte die Schule mit großer Flexibilität.
Heute versteht sich die Grundschule an der Boschetsrieder Straße als lebendiger Lernort, der Digitalisierung, Gesundheit, Leseförderung und projektorientiertes Arbeiten miteinander verbindet.
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