
Laut der Inschrift auf der Rückseite, handelt es sich um das einzige Foto des Kruzifixes von Tobias Bader, der auch das Marienbild schnitzte. Das Kreuz ging im Krieg verloren. Erstellt von: Lud. Schiessl, München
Im schummrig-meditativen Halbdunkel der modernen Herzogspitalkirche von 1954 erwartet den Besucher noch heute das wundertätige Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes, das seit über 300 Jahren Gläubige anzieht. In der Stille der Ewigen Anbetung zeigt sich hier, mitten im Trubel der Münchener Innenstadt, die reiche Frömmigkeit der Servitinnen, welche die Figur regelmäßig in neue Mäntel und Schmuckstücke kleiden.
Das bis heute bedeutendste Ausstattungsstück der Herzogspitalkirche wurde bereits 1651 von Tobias Bader (+1690) geschaffen. Der Münchener Künstler gestaltete eine Kreuzigungsgruppe mit einer Schmerzensmutter, die bald zum Ziel einer Wallfahrt wurde. Das Gnadenbild stand zunächst in der Mitte der Kirche, wurde 1676 im Zuge der größeren baulichen Veränderungen während der Barockisierung und wachsender Wallfahrerzahlen an die linke Seite der Kirche umgestellt. Erste Gebetserhörungen der Schmerzensmutter wurden bekannt und 1690 ereignete sich das Wunder der Augenwendung. Fürstbischof Josef Clemens (1671–1723) approbierte das Wunder und bis heute wird es jährlich am 3. Sonntag im Januar gefeiert.
Im Folgenden wurde dem Gnadenbild ein Barockaltar gestiftet.
Ab 1700 begann, zunächst mit Gaben der Wittelsbacher, die bis heute anhaltende Praxis, die Muttergottes mit Mänteln, Kronen und Votivgaben zu schmücken. Heute umfasst die Garderobe der Herzogspitalmadonna knapp 30 teils reich verzierte Mäntel und unzählige gestiftete Schmuckstücke, die dem Gnadenbild im Verlauf des liturgischen Jahres alternierend angelegt werden. Zur stetig wachsenden Sammlung der Gottesmutter gehören auch die sogenannten „Schmuckerl“, ein halbmondförmiger Halsschmuck, der aus gestifteten Ketten, Ohrringen und Broschen zusammengesetzt ist.
Diesen frommen Brauch führen heute die Schwestern des Servitenordens aus, welcher die Kirche seit 1920 betreut. Der italienische Orden kam 1715 nach München und widmet sich besonders der Verehrung der schmerzhaften Muttergottes. 1721 begannen die Schwestern ihre Ewige Anbetung des Allerheiligsten, die bis heute aufrechterhalten wird.
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Laut der Inschrift auf der Rückseite, handelt es sich um das einzige Foto des Kruzifixes von Tobias Bader, der auch das Marienbild schnitzte. Das Kreuz ging im Krieg verloren. Erstellt von: Lud. Schiessl, München


