
Das Kabarett „Pfeffermühle“ demonstrierte durch scharfzüngige Kritik im Revuetheater „Bonbonniere“ intellektuellen Widerstand gegen die Nazis, die sich gleich um die Ecke im Hofbräuhaus versammelten.
In der Neuturmstraße 5 lag das Revuetheater „Bonbonniere“. Dort spielte seit dem 1. Januar 1933 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten das politisch engagierte Kabarett „Die Pfeffermühle“. Dessen Programm übte scharfzüngige, unerschrockene Kritik an Nazis und Nazi-Ideologie, während gleich nebenan auch heute noch das Hofbräuhaus liegt, wo sich damals häufig die Nationalsozialisten trafen.
Die prominentesten Mitglieder der „Pfeffermühle“ waren der homosexuelle Klaus (1906–1949) und die bisexuelle Erika Mann (1905–1969) sowie die lesbische Schauspielerin Therese Giehse (1898–1975). Erika Mann und Therese Giehse hatten zu dieser Zeit eine Liebesbeziehung.
Der Spielbetrieb der Gruppe „Die Pfeffermühle“ vor stets ausverkauftem Haus dauerte aufgrund ihrer NS-kritischen Positionen nur knapp zwei Monate und wurde Ende Februar 1933 eingestellt. Gleich darauf, im Anschluss an den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar, gewannen die Nationalsozialisten am 5. März 1933 die Wahlen. Das Ensemble emigrierte in die Schweiz und tourte später bis 1936 durch das noch freie Europa, dann zog man weiter in die USA. Dort konnte sich „Die Pfeffermühle“ jedoch nicht etablieren und löste sich auf.
Die Beziehung zwischen Therese Giehse und Erika Mann zerbrach. Die beiden blieben sich aber lebenslang verbunden. Erika Mann blieb in den USA, wo sie Vorträge hielt und schrieb. Klaus Mann verübte 1949 Selbstmord. Therese Giehse kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und war später viele Jahre eine gefeierte Schauspielerin an den Kammerspielen in München, in deren Vorraum eine Büste an sie erinnert.
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