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Der Justizpalast

Der Architekt Friedrich von Thiersch (1852–1921) errichtete von 1891–1897 den Münchner Justizpalast am Karlsplatz. Der repräsentative Monumentalbau zeugt von dem gesteigerten Interesse an Gerichtsgebäuden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie von dem Bedürfnis nach der Mündigkeit und Öffentlichkeit von Gerichtsverfahren.

Die Auswahl der Abbildungen stammt aus dem Fundus der rund 25.000 München-Fotos der Photothek sowie aus dem Bruckmann-Archiv des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.

Bilder

Gesamtansicht des Justizpalastes vom Karlsplatz aus, um 1900
Gesamtansicht des Justizpalastes vom Karlsplatz aus, um 1900 Richtung Prielmayerstraße eröffnet sich der Blick auf den Justizpalast, der eine Länge von 138 Metern und circa 80 Meter Tiefe misst. Drei Geschosse sowie Vor- und Rücksprünge charakterisieren das Äußere des rechteckigen Gebäudes. Die zentrale Glaskuppel mit Laterne, die 66 Meter über dem Straßenniveau liegt, sticht ebenfalls imposant hervor. Im Vordergrund zeigt sich das trubelhafte Stadtleben auf der Straßenkreuzung, links im Bild befindet sich das Hotel Königshof. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th151419 Erstellt von: Carl Teufel
Friedrich von Thiersch (Hg.): Das neue Justizgebäude in München. Denkschrift zur Feier der Eröffnung, München 1897, Tafel 2
Friedrich von Thiersch (Hg.): Das neue Justizgebäude in München. Denkschrift zur Feier der Eröffnung, München 1897, Tafel 2 Im Jahr 1897 erschien kurz vor der Eröffnung des Justizpalastes die von dem Architekten Friedrich von Thiersch höchstpersönlich herausgegebene Denkschrift „Das neue Justizgebäude in München“, von der eine Ausführung in der Bibliothek des Zentralinstituts aufbewahrt wird. Diese Illustration zeigt in Aufsicht den Lageplan des Bauwerks: Im Norden befindet sich die Elisenstraße mit dem Botanischen Garten, im Osten grenzen der Karlsplatz, südlich die Prielmayerstraße an. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Bibliothek, 2° ET-Mu 41/291 R
Ansicht des Justizpalastes von Nordwesten, um 1900
Ansicht des Justizpalastes von Nordwesten, um 1900 An der Nordseite des Justizpalast schließt der Alte Botanische Garten an, in dem sich der alte Neptunbrunnen sowie der Glaspalast von August von Voit von 1865 befanden. Letzterer wurde 1931 durch ein Feuer zerstört. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, ZI-BAB-27-Arch-006
Detail der nördlichen Fassade, um 1905
Detail der nördlichen Fassade, um 1905 Besonders betont ist der Mittelrisalit der Nordfront. Das obere Geschoss wird durch die 13 m hohen Vollsäulen mit korinthischen Kapitellen hervorgehoben und das Dachgeschoss mit dem bayrischen Wappen akzentuiert. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th151408
Die nördliche Fassade, Detail des Dachgesimses und des bayerischen Wappens auf dem Mittelrisalit, um 1900
Die nördliche Fassade, Detail des Dachgesimses und des bayerischen Wappens auf dem Mittelrisalit, um 1900 Das Dachgesims der Nordfassade wird von dem bayerischen Wappen bekrönt. Links und rechts davon stehen auf der Attika jeweils zwei Figuren – Personifikationen der Milderung, des Beweises, der Rechtsmacht sowie der Rechtsstärke. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th151412
Der Justizpalast von Südwesten, 1953
Der Justizpalast von Südwesten, 1953 Im Zweiten Weltkrieg wurde der Justizpalast durch Bomben schwer beschädigt. Der Wiederaufbau wurde bereits nach 1945 begonnen, doch noch bis Mitte der 1950er Jahre waren die Kriegsschäden des Bauwerkes im Stadtbild präsent. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, 325575
Justizpalast, Südfront von Westen, 1975
Justizpalast, Südfront von Westen, 1975 Während des Wiederaufbaus wurden auch die Fassaden des Justizpalastes wiederhergestellt. Das Innere erscheint heute in reduzierter und schlichterer Form. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th257511
Justizpalast, Kuppel von Norden, 1990
Justizpalast, Kuppel von Norden, 1990 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand ein regelrechter Boom von Justiz-Neubauten. Vorbilder waren beispielweise Gebäude in Wien, Brüssel, Leipzig oder Berlin, die Friedrich von Thiersch bei seinen Studienreisen auch eingehend studiert hatte. Besondere Ähnlichkeit, vor allem aufgrund der Glaskuppel, lässt sich zum Berliner Reichstagsgebäude (1884–1894) von Paul Wallot feststellen. Die Kuppel unterstrich die Würde des Gerichtsgebäudes und galt durch die Eisen-Glas-Konstruktion als technisch modern. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, 352789 Erstellt von: Margrit Behrens
Detail der Tür zum Schwurgericht, um 1900
Detail der Tür zum Schwurgericht, um 1900 Die Portaltüren waren früher mit Eisen beschlagen und zeigten Kinderfiguren, die die Rechtspflege symbolisierten. Der Schwurgerichtssaal war durch verschiedene Treppen zugänglich – jeweils eine für die Zuschauenden, für die Angeklagten und wie hier für die Geschworenen. Die Kinderfigur auf der Tür trägt Schwert und Waage, die Beschriftung verweist auf den Aufgang für die Geschworenen. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, ZI-BAB-27-Arch-019
Blick in den Schwurgerichtssaal, 1897
Blick in den Schwurgerichtssaal, 1897 Der Schwurgerichtssaal war mit einer 3,8 m hohen kastanienfarbenen Eichenvertäfelung verkleidet und besaß massive Marmortüren, deren Bekrönungen an der Schmalseite Medusenhäupter aufzeigten. Links standen die Geschworenenbänke, im mittleren Bereich befanden sich die Plätze der Zuschauenden und der Pressevertretung. Der dunkle, hölzerne Charakter erweckte einen seriösen und ehrwürdigen Eindruck. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, 014463
Blick in den Repräsentationssaal, um 1900
Blick in den Repräsentationssaal, um 1900 Neben dem Schwurgerichtssaal und der Bibliothek zählte der Repräsentationssaal zu den künstlerisch am prächtigsten ausgestatteten Räumlichkeiten. Dieser wurde auch als Empfangssaal des Justizministers genutzt. Links befand sich das Porträt des Prinzregenten Luitpold, angefertigt von Fritz August von Kaulbach. Der circa 200 Quadratmeter große Repräsentationssaal erweckte durch Vergoldungen und helle Materialverwendung einen fröhlichen und heiteren Eindruck. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, 014465
Justizgebäude, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Justizgebäude, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts Die Bibliothek des Justizministeriums befand sich im dritten Stock. Sie erstreckte sich bis hinauf ins Dachgeschoss und war ringsherum mit einer Galerie versehen, die Eichenholzschränke boten Platz für Reihen gebundener Bücher. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, ZI-BAB-27-Arch-015
Justizpalast, Treppenhaus, um 1905
Justizpalast, Treppenhaus, um 1905 Die Zentralhalle mit dem Treppenhaus wird von einem Glasdach, das ein gedämpftes Licht ins Gebäudeinnere wirft, überspannt und diente als Hauptverkehrsraum sowie Zugang zu allen Geschossen. Hier offenbart sich die Raumdekoration im neobarocken Stil mit Verwendung von Marmor sowie farbigem Stuckmarmor und durch florale Gewölbestuckaturen. Thiersch zufolge sollte der Bau praktische Bedürfnisse mit dem Schönen verbinden – dem Architekten schwebte dafür noch eine weit prachtvollere Ausstattung vor, für die jedoch die Mittel nicht ausreichten. Der Bau kann als Exemplum für das Zusammenwirken von Baukunst und Bildhauerei, Malerei sowie Kleinkunst angesehen werden und dient als repräsentativer Monumentalbau. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th151385
Zentralhalle des Justizpalastes, zwischen 1955/1975
Zentralhalle des Justizpalastes, zwischen 1955/1975 Der Nachkriegszustand zeigt sich im Inneren in reduzierter, schlichterer Formensprache ohne Stuckdekorationen. Der Fußboden aus Granit- und Terrazzoplatten, das Treppenhaus, die Brüstungen sowie die (Halb-)säulen verweisen dagegen auf den ursprünglichen Erbauungszustand. Heutzutage befinden sich das Bayerische Staatsministerium der Justiz und Teile des Landgerichts München I in dem Gebäude. Ein Gedenkraum erinnert an den Prozess gegen die Mitglieder der Weißen Rose im Jahr 1943. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, 494004 Erstellt von: A.F. Kersting

Ort

Prielmayerstraße 7, 80335 München | zugänglich

Metadaten

Hannah Rathschlag, “Der Justizpalast,” MunichArtToGo, accessed 24. Mai 2024, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/117.