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    <title type="html"><![CDATA[Der Artur-Kutscher-Brunnen: Masken- und Wasserspiel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Auf dem nach dem Professor für Theaterwissenschaft benannten Platz erinnert ein Brunnen an Artur Kutscher (1878–1960) und einen ehemaligen Münchner Oberbürgermeister.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/15b80cb20a7f8c9674c15a0887adf461.jpg" alt="Der Artur-Kutscher-Brunnen, 2026" /><br/><p>Der Brunnen wurde 1969 von Lothar Dietz (1896–1976) geschaffen. Das Brunnenbecken besteht aus Muschelkalk, der Boden ist mit Keramikbruch verkleidet. Die Brunnensäule aus Bronze ist einem Baum nachempfunden und mit zahlreichen Figuren und Burlesken verziert, unter anderem einer Eule, einem Pegasus, dem Münchner Kindl, Theatermasken und einem Lautenspieler, die sich auf Kutschers Beitrag zur Erforschung des Theaters beziehen. Artur Kutscher ist im Profil neben seinem Lebensmotto „Humor ist Weltanschauung!“ auf der Brunnensäule abgebildet. Kutscher gilt als der Begründer der Theaterwissenschaft. Der Literaturwissenschaftler setzte sich dafür ein, auch noch lebende Autoren zu erforschen und Theater unter stärkerer Berücksichtigung der schauspielerischen Ausführung statt rein literarisch zu betrachten. Daraus leitete er die Notwendigkeit einer neuen Disziplin ab und gründete 1908 das sogenannte „Kutscher-Seminar“, aus dem 1926 das „Institut für Theaterkunde“ als Teil des Literaturwissenschaftlichen Instituts wurde. Bekannte Schüler Kutschers waren unter anderem Bertolt Brecht, Dieter Hildebrandt und Ödön von Horváth. Wegen seiner konträren Ansichten wurde Kutscher 1915 zwar außerplanmäßiger Professor, aber nie ordentlicher Professor. 1940 wurde er verbeamtet und beantragte am Ende des darauffolgenden Jahres die Aufnahme in die NSDAP, der er Anfang 1942 beitrat. 1945 wurde er im Rahmen der Entnazifizierung kurzzeitig seines Amtes enthoben, kehrte jedoch bald an die Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1951. Im Jahr 1958 erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der Lehrstuhl für Theaterwissenschaft wurde erst nach Kutschers Tod eingerichtet. Neben Kutscher befindet sich an der Brunnensäule auch das Portrait von Hans-Jochen Vogel, Oberbürgermeister von München 1960 bis 1972, der maßgeblich an der Auswahl Münchens als Auistragungsort der Olympischen Spiele 1972 beteiligt war.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/360">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-07-29T15:05:31+02:00</published>
    <updated>2026-07-29T15:27:32+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz: Adolf von Hildebrands Hauptwerk in München]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>1888 schrieb die Stadt München einen Wettbewerb zur Errichtung eines Brunnens zur Feier der Fertigstellung der Quellwasserleitung aus dem Mangfalltal aus. Der Sieger des Wettbewerbs zog in der Folge nach München.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/eb0aa1787fb2fb00663e0aa500765e43.jpg" alt="Der Wittelsbacher Brunnen, Gesamtansicht, 1895" /><br/><p>Als im Jahre 1883 die Wasserversorgung Münchens durch die Fertigstellung von Wasserleitungen aus dem Mangfalltal vollendet war, beschloss die Stadt einen Brunnen am Maximiliansplatz errichten zu lassen und schrieb 1888 einen ersten Wettbewerb aus. Adolf von Hildebrand nahm als Jurymitglied an der Auswahl der eingereichten Entwürfe teil. Zu jener Zeit genoss er bereits hohes Ansehen in München: 1887 war ihm für sein künstlerisches Werk der Maximiliansorden verliehen worden. 1847 in Marburg geboren, wuchs Adolf von Hildebrand seit 1850 in der Schweiz auf und kam 1861 mit seiner Familie nach Jena. Ab 1864 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg, folgte nach nur eineinhalb Jahren allerdings 1866 Caspar von Zumbusch nach München und kurz darauf nach Rom. 1874 erwarb er gemeinsam mit Hans von Marées ein ehemaliges Kloster (heute Villa di San Francesco di Paola) in Florenz, wo er seither residierte. Zum Zeitpunkt der Münchner Ausschreibung nahm Hildebrand an zwei Berliner Wettbewerben teil, die er jedoch nicht gewann. Unterdessen endete der (erste) Münchner Wettbewerb ohne Ergebnis. Als der Bildhauer eine Skizze für den neuen Münchner Brunnen anfertigte und diese u.a. bei seinen Jurykollegen Rudolf von Seitz, Gabriel von Seidl und Ferdinand Miller großen Anklang fand, trat er im November 1889 aus der Jury aus, nahm an einem zweiten Wettbewerb selbst teil und reichte im August 1890 ein eigenes Modell ein. Nach etlichen Abwägungen und Bedenken der Jury, die einem Briefwechsel mit Rudolf von Seitz zu entnehmen sind, trug von Hildebrand schließlich Ende 1890 den Sieg davon. Zur Bedingung machte man ihm allerdings, dass er sowohl einheimische Firmen mit der Ausführung zu beauftragen als auch einheimische Materialien zu verwenden habe. Insgesamt besteht der monumentale Brunnen aus einem 25m breiten Wasserbecken, das sich zum heutigen Lenbachplatz hin ausbuchtet. Etwas eingerückt erhebt sich eine in sieben Felder unterteilte Wand. In jedes dieser Felder ist ein Wasserspeier als Relief in Form eines Meereswesens eingearbeitet. Begrenzt wird die Wand auf beiden Seiten von zwei Sockeln, die aus scheinbar zufällig angeordneten Gesteinsbrocken herauszuwachsen scheinen. Auf diesen stehen zwei monumentale Figurengruppen. Mittig hinter der inneren Wand erhebt sich ein Zweischalenbrunnen, an dessen Schaft rundherum abwechselnd Masken und Wappen angebracht sind. Auf dem oberen Sockelband, direkt unterhalb der zweiten Schale, auf der Vorderseite zum Lenbachplatz hin, befindet sich die Inschrift: „Wittelsbacher Brunnen MDCCCXCV“. Auf der Rückseite des Brunnens am Maximiliansplatz steht: „Errichtet von der Stadtgemeinde Muenchen. Zur Erinnerung an die Vollendung der städt. Wasserversorgung aus dem Mangfallthale.“ Die linke Figurengruppe des Brunnens besteht aus einem nackten jungen Mann, der ohne Sattel und Zaumzeug auf einem Pferd mit Fischschwanz reitend einen Gesteinsbrocken über seinen Kopf hält, gleich so, als würde er ihn im nächsten Moment von sich schleudern wollen. Die rechte Gruppe zeigt eine junge Frau, die mit entblößter Brust, den Oberkörper zum Betrachter gewandt, auf einem ebenfalls fischschwänzigen Stier sitzt und in ihrer ausgestreckten linken Hand eine Wasserschale präsentiert. Mit der rechten Hand hält sie sich am Kopf des Tieres fest. Beide Gruppen sind aus Untersberger Marmor gefertigt, einem Kalkstein aus dem Salzburger Raum, der wie Marmor verarbeitet und poliert werden kann. Die beiden Figuren stehen allegorisch für die Zerstörungs- sowie die Schöpfungskraft des Wassers. Die männliche repräsentiert dabei die ungezügelte Wildheit der Gebirgsbäche im Mangfalltal, während die weibliche den Segensreichtum des Wassers nach seiner Bändigung symbolisiert. Insbesondere zur Figurengruppe des steinschleudernden Mannes auf dem Wasserpferd gab es von Hildebrand verschiedene Überlegungen. Zunächst war die Gruppe mit zwei Personen, einer männlichen und einer weiblichen, auf einem Wasserpferd geplant. Im Dezember 1891 entschied sich Hildebrand dann allerdings für die Ausführung wie sie heute zu sehen ist. Bei den Bombenangriffen auf München 1944 wurde auch der Wittelsbacher Brunnen in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere der Steinschleuderer war fast gänzlich zerstört. An dieser Figurengruppe ist noch heute der Ansatz des neuen (oberen) Teils durch eine Nahtstelle klar zu erkennen. Durch die Initiative des 1950 von Münchner Bürgern gegründeten „Arbeitsausschusses für die Wiederherstellung des Wittelsbacher Brunnens e.V.“ konnte der Steinschleuderer von Theodor Georgii, Schwiegersohn und Schüler Adolf von Hildebrands, erneuert und der Brunnen am 3. Oktober 1952 wieder in Betrieb genommen werden. Georgii orientierte sich bei der Restaurierung an einem Ausspruch seines Schwiegervaters, der nachträglich gesehen diese Figur nicht als ganz gelungen ansah und gestaltete sie in leicht anderer Weise.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/135">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-19T11:24:40+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:10:09+02:00</updated>
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      <name>Silvia Werndl</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Fischerbuberlbrunnen am Wiener Platz:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ae4415e29bbf3fc8ed43e37d1ff28681.jpg" alt="Der Fischerbuberlbrunnen auf dem Wiener Platz, 2006" /><br/><p>Der Fischerbuberlbrunnen ist das ehemalige Wahrzeichen des Viktualienmarktes auf dem Platz an der alten Schrannenhalle, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts demontiert war. Das Buberl schaute mit der Adresse Blumenstraße nach Westen in Richtung Hochbunker. Das frisch gereinigte, mehrteilige, kreisrund sich nach unten verjüngende Becken (Granit aus dem Bayerischen Wald) hat in der Mitte einen kurzen vierkantigen Pfosten und darauf eine Kugel aus Bronze, die auf vier Muschelschalen steht. Die Kugel hat um ihren Äquator ein breites, fein ziseliertes Band sowie zwei Röhren in der Horizontal-Achse für den Wasserauslass. Auf der Kugel steht das bronzene Fischerbuberl als Putto, damit beschäftigt, zwei Schleien in den Armen und eine zwischen den Füßen festzuhalten. Als die Schrannenhalle in den frühen 2000er Jahren wiederaufgebaut wurde, versetzte man das Fischerbuberl vom Stadtzentrum in ein fast ebenso schönes Vorstadtzentrum, nämlich auf den Wiener Platz in Haidhausen. Hier, in Nachbarschaft zum Bayerischen Landtag in den Maximilians-Anlagen, befindet es sich in Haidhauser Ambiente in unmittelbarer Nähe zu einem Maibaum, der schönen Kirchenfassade von St. Johann Baptist und festen Marktstandl. Unweit ist sogar der Hofbräu-Bierkeller mit Biergarten und die alte Straße, auf der man früher mit der Kutsche nach Wien gefahren ist. Der Trinkwasserbrunnen ist ein Werk des Bildhausers Ignatius Taschner (1871–1913) aus dem Jahr 1910.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/113">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-09-28T14:22:06+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:28:33+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Marienplatz:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Auswahl der Abbildungen stammt aus den rund 25.000 München-Fotos der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a1c8f77b2ef4899944d5f9ef742b5bcc.jpg" alt="Der Marienplatz im 18. Jahrhundert, Detail eines Gemäldes im Münchener Stadtmuseum" /><br/><p>Die Auswahl der Abbildungen stammt aus den rund 25.000 München-Fotos der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/104">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-01T09:17:27+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:25:06+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Hubertusbrunnen: Ein transloziertes Werk des Münchner Bildhauers Adolf von Hildebrand]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Hubertusbrunnen von Adolf von Hildebrand (1847–1921), auch als das „Schmuckstück Hildebrands“ bekannt, steht heute am östlichen Ende des Nymphenburger Kanals, an der Waisenhausstraße 20.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/acbd69019cfc2f69b69dc4f654e4af7e.jpg" alt="Der Hubertusbrunnen nach der Neuaufstellung, 1954" /><br/><p>1904 beauftragte die Stadt München den renommierten Bildhauer, einen Brunnen zu entwerfen, der den Heiligen Hubertus, Patron des Wittelsbachischen Hausordens, zum Thema haben sollte. Der Brunnen wurde am 18. Juni 1907 als Geschenk der Münchner Bürgerschaft seiner königlichen Hoheit, dem Prinzregenten Luitpold von Bayern, aus Anlass seines 85. Geburtstags übergeben. Der Künstler folgte bei seinem Entwurf für den Brunnen-Pavillon nicht architektonischen, sondern plastisch-skulpturalen Prinzipien. Wahrscheinlich erklärt dieses freie bildhauerische Vorgehen die zauberhafte Wirkung des Brunnens auf den Betrachter. Der in barocken Formen realisierte, kompakte und auf einem fast quadratischen Grundriss errichtete Pavillon aus Muschelkalk, mit dem knienden Hubertus auf dem Kupferdach und den abgerundeten Treppen der Portale, wirkt harmonisch und in völligem Einklang mit der umgebenden Natur. Da, wo das Wasser an den Eck-Türmchen aus muschelartigen Wasserspeiern in die Kleeblatt-förmigen Becken fließt, erweitern vor Nischen platzierte Bronzeplastiken das Bildprogramm des Brunnens; eine junge Jägerin mit Speer, der junge muskulöse Jäger mit seinem Bogen, der ältere bärtige Jäger, gekrümmt unter der Last einer erlegten Gams, und die alte, abstoßend wirkende Kräutersammlerin. Die Spannung durch bedrohliche Figuren, die aus den Nischen des Tempels nach draußen spähen, wird im Inneren des Baus aufgelöst. Der edle Bronzehirsch, mit Strahlenkreuz im Geweih, steht majestätisch im Zentrum des Raums und spiegelt sich im Wasser eines roten Marmorbeckens. Die geheimnisvolle Wirkung des Ortes wird durch die wie Spitzenschleier anmutenden Eisengitter der Eingänge verstärkt. Wenn man heute den Pavillon mit dem fernen vis-à-vis des Nymphenburger Schlosses am anderen Ende des Kanals vor Augen hat, kann man sich nicht vorstellen, dass der Brunnen nicht für genau diesen Platz erschaffen worden war. Doch der Brunnen war ursprünglich für das Forum vor dem Bayerischen Nationalmuseum an der Prinzregentenstraße vorgesehen, wo er sich auch von 1907–1937 befand. 1937 erhielt die Stadt München den Befehl, den Brunnen wegen der geplanten Neubebauung der Prinzregentenstraße im „Großen Stil“ des NS-Regimes abzureißen. Glücklicherweise beschloss die Direktion des Nationalmuseums stattdessen, den Brunnen sorgfältig abzubauen, alle Bronzeplastiken und die kunstvollen Gitter in seinen Räumen auszustellen, die Steine durchzunummerieren und einzulagern. Der Wiederaufbau von Hildebrands „Schmuckstück“ im Jahr 1954 am heutigen Ort ist den Bemühungen von Kronprinz Rupprecht, dem Enkelkind des Prinzregenten Luitpolds, und einer Bürgerinitiative der Stadt zu verdanken.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/98">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-07-14T10:39:55+02:00</published>
    <updated>2026-07-02T13:25:16+02:00</updated>
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      <name>Anna Liss</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Karl-Valentin-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1953 befindet sich am südlichen Ende des Viktualienmarkts der Brunnen als Andenken an Karl Valentin (1882–1948). Der für seine dürre Gestalt bekannte Münchner Komiker und Schauspieler ist hier auf einem kopfstehenden Fragezeichen balancierend dargestellt, an dem auf der Vorderseite Masken seiner bekanntesten Rollen und auf der Rückseite ein Teufelsköpfchen angebracht sind.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/515e6f5180b1514a7b31b44c1eb387e4.jpg" alt="Der Brunnen für Karl Valentin mit Blumenschmuck, 2004" /><br/><p>Lebendiges Münchner Wahrzeichen, seine Einmaligkeit, Karl Valentin. Selbst in Berlin stand die Kritiker-Elite von Alfred Kerr (1867–1947) bis Kurt Tucholsky (1890–1935) Kopf vor Begeisterung über die Realsatire und das intuitive Erfassen von dem, was hinter dem Sinn steckt. Karl Valentins vertrackte Logik gewann großen Einfluss auf Bertolt Brecht (1896–1956), der wusste, wie das Publikum fühlt und spricht. Brecht bewunderte den Verfremdungsprozess, den Valentin intuitiv beherrschte, und der seine Zuhörer – unmerklich und doch zwingend – dazu brachte, das Gewöhnliche in einem ganz neuen Lichte zu sehen. Der in der Entenbachstraße 63 (heute Zeppelinstraße 41) in der Münchner Au gebürtige Valentin Fey, so der bürgerliche Name des Karl Valentin, war in der Zeit der Lebensmittelmarken noch magerer geworden und schrieb an den Stadtanzeiger: „Ich war kürzlich bei einem Bekannten, der hat mich in seinem Garten photographiert, und wie ich das fertige Bild anschau, bin ich überhaupt nicht mehr drauf zu sehen gewesen.“ Valentin starb am Rosenmontag, den 9. Februar 1948, wohl mit den Worten: „I hab net g'moant, dass's Sterbn so schee is“. Am Aschermittwoch wurde er in Planegg beigesetzt. Sein Nachlass ging für 7.000 Reichsmark an das Theaterwissenschaftliche Institut der Universität zu Köln. Die Stadt München hatte diesen Betrag „aus Geldmangel“ nicht aufbringen können. Eine Fotosammlung zu Karl Valentin befindet sich heute im Stadtarchiv München. Aufgedreht wurde der Trinkwasserbrunnen auf dem Münchner Viktualienmarkt am 18. Oktober 1953 von seiner ehemaligen Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt. Entworfen hatte den Brunnen der Münchner Bildhauer Ernst Andreas Rauch (1901–1990). Rauch studierte von 1920 bis 1927 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Bernhard Bleeker. Von 1932 bis 1960 für die Nymphenburger Porzellan-Manufaktur tätig, beteiligte sich Rauch im Nationalsozialismus mehrfach an der <a href="https://www.gdk-research.de/db/apsisa.dll/ete?action=addFilter&filter=filter_kunstler&term=Rauch%2C%20Ernst%20Andreas&sstate=eJyNVNtu00AQrZOgtk5L022AUHExqYQQaovtXJqEF4oIlVDFpXngpSLa2OvYjW_dXTcJX8-sL1FcEsHbzjlnZo5n1rsloaaMiBme3kaEzk8Zx76JqVkp1DbqMgsoH2J3FHlvpI70Qf6ylfGHv-QDkeUGwSQKF2loz3JcTuhwEvmMu4QebtRV-T6Iqlc4MuxjpU8BUM59kxLMQFrkY_J2A3pV61N589PHi-Hltwt0YzosdPH8c1xFeadAN8p7yqoiwBo2DkHXU-51Bao_I0bEyWVs-qfD7R_io4FIpD2lJtVludjXVCRpcN4VZw2V7MAjEFZEqKNNHhinM88F5FggDXQ0Nie6qmknIQ3MyOBO4MNIyNjDPhzmcPRYVrqZlN4R5xYqzolgnouovXouWeMztPk1iA0DUhZIBxV0NbPZRSXXYRzCbbnQ15MuB8DoKlpaZNpa11ARMyNN1luoZAYGSwvrbVQgfhZAlxMtLdtAUtKw0G-iB9bUJLfxdxX6rdTLEzi3_7oGQDwFoov2R9iY9LRj7b3jYxjUnZjrs5iqMhJiinlAY_4_2Rcx-9gK6BTuX-9EV_O1wc9AQ3te5HIndMkVYXBKZzoQy7xzmDNySYa0lpEdgbRR0fAWGWd_8Z2Mj6NuFsFQBno6R5EJa1jKrAlkpa9dweiLZcZhA5V-B4GX5TVX5SHBtNB2vOVhstuywNrpZoQ9fWE2LtRdVagMxhuZTLRvqDk3DW3hpgLSJtqyKHE4mfE0-SxL3oOgs3xrFblsWsP0B2WrbsnLvOJhpsAksmLBUV6AUgE8PmPChiFgIKrnRft50ZgE_yw0wtF0fSFODNt3JsN4uWssp5r1nSY4skKYHKPeehG3iUd8VUtarZlfJoofkpxiJ1XcYJuKa_c6Tz9K6Sk8haFj8IiSpNEaN0s6EFXlXRB5eJawDEldQF_JZcd3AIL_lduo0u9dn38fXNsB40bgW9c16Q-tCsNC" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Großen Deutschen Kunstausstellung“</a> und erhielt 1941 eine Professur an der Nürnberger Akademie. Der auf der <a href="https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kunst-und-kultur/die-gottbegnadeten-liste.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sogenannten Gottbegnadeten-Liste</a> verzeichnete Künstler schuf im öffentlichen Raum in München nach 1945 vor allem Tierdarstellungen und Brunnenfiguren, darunter eine Serie von acht Tierskulpturen in der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/45" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Borstei</a>. Der humorvolle Valentin-Brunnen ist ein typisches Nachkriegswerk des Bildhauers.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/82">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-05-24T14:19:34+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:52:37+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Liesl-Karlstadt-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Liesl Karlstadt (1882–1960) wurde 1961 als dritte Person mit einem Trinkwasserbrunnen auf dem Viktualienmarkt geehrt. Der Bildhauer Hans Osel zeigt sie in einer ihrer Paraderollen, der resoluten, aber freundlichen Hausfrau. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0551da3862e61be3310b0c87b6555508.jpg" alt="Der Liesl-Karlstadt-Brunnen, 2004" /><br/><p>Als Elisabeth Wellano, Tochter eines Bäckers italienischer Abstammung, wurde Liesl Karlstadt in der Münchner Zieblandstraße geboren. Entdeckt wurde sie 1910 von Karl Valentin mit der Bemerkung: "Als Soubrette san Sie vui z'mager, Soubretten müassen mollert sein!" Seit 1915 hat Liesl Karlstadt gemeinsam mit Karl Valentin 25 Jahre lang das „strahlende Zweigestirn am Himmel der grossen humoristischen Kunst gebildet“ und begeisterte gleich mit ihrer ersten Rolle als „Firmling“. In ihren Lebenserinnerungen schreibt sie: „Valentin habe für das 'Italiensche' nix übrig g'habt, weil eahm amoi auf an italienischen Salat so schlecht worn is“. Ihren Brunnen bekam Liesl Karlstadt am ersten Jahrestag ihres Todes: am Donnerstag den 27. Juli 1961, um Schlag 19 Uhr. Aufgedreht wurde er von ihrer Schwester Ada. Dazu gab es in Anwesenheit unter anderem von Alt-Oberbürgermeister Thomas Wimmer und SKH Herzog Franz von Bayern Turm-Musik und die Bayern-Hymne. Der amtierende Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel hielt die Festrede und darin wurde sie von ihm „zum Köstlichsten, was München in den letzten 8oo Jahren hervorgebracht hat“ erhoben. Anschließend wurde sie in der Rats-Trinkstube offiziell „unter die Münchner Unsterblichen aufgenommen.“ „Liesl Karlstadt war nicht nur eine große Schauspielerin, sondern auch eine gute Münchnerin. Alles an ihr war gut und münchnerisch: Ihr Lebenslauf, ihre Sprache und vor allem ihr Wesen, ihre resolute Herzlichkeit, ihre Ehrlichkeit, ihre Güte und Bescheidenheit" – so der damalige Oberbürgermeister Vogel. Wie der Inschrift auf dem Rand des Brunnenbeckens zu entnehmen ist, wurde der Brunnen 1961 von Hans Osel (1907–1996) geschaffen. Von 1926 bis 1930 studierte er an der Staatsschule für angewandte Kunst bei Karl Killer und Walther Teutsch, von 1930 bis 1938 an der Akademie der Bildenden Künste. Viele seiner Werke befinden sich im öffentlichen Raum in München und Umgebung, so etwa der Ziegelbrenner-Brunnen vor St. Johann Baptist in Haidhausen oder der Roider-Jackl-Brunnen, der ebenfalls auf dem Viktualienmarkt steht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/75">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-30T18:11:44+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:47:44+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Elise-Aulinger-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Dem Betrachter (und Zuhörer) mit einem Buch in der Hand zugeneigt sitzt die dargestellte Volksschauspielerin Elise Aulinger (1881–1965) auf dem ihr zu Ehren errichteten Brunnen. Die Skulptur spielt somit auf die von Aulinger 1925 begründete traditionelle Lesung der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma im Bayerischen Rundfunk an.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9309cde413426c019b17d4bda41d8a72.jpg" alt="Der Elise-Aulinger-Brunnen, 2018" /><br/><p>Auf Initiative des „Freundeskreises der Volkssänger und Volksschauspieler“ wurde neben Ida Schumacher und dem Roider Jackl auch Elise Aulinger mit einem Trinkwasserbrunnen geehrt. Am 23. September 1977, zur fünften Münchner Jahreszeit, der Wiesn, erhielt der Brunnen das Kommando „Wasser marsch!“ Die Trambahnerkapelle spielte: "Mei Huat, der hat drei Löcher" und der damalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter hielt die Lobesreden: „Sie gehören alle drei zu den Großen der Münchner Volkssängerzunft, die ja nicht nur eine Tradition ist, sondern auch Gegenwart und Zukunft hat. Was den Berlinern einst ihre Feldherren, das sind den Münchnern heute ihre Volkssänger. Der Viktualienmarkt wird Siegesallee!“ Und zu Elise Aulinger: Sie sei unvergessen als Darstellerin gescheiter, resoluter, pfiffiger und dennoch herzensguter Bauersfrauen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, sowie als ergreifende Vorleserin der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma. Ihr richtiger Name war Elise Sommer, sie war die Großtante von Sigi Sommer, der ebenfalls in Erz verewigt als „Blasius der Spaziergänger“ rund 300 Meter weiter westlich vor der Rosenstraße 8 steht. Den Brunnen seiner „Ratsch-Kathl“, der gscherten Standlfrau vom Viktualienmarkt, durfte der 95-jährige, pensionierte Oberlokomotivführer aufdrehen, der den Brunnen auch finanziert hatte. Im Jahre 2005 wurde der Aulingerbrunnen vom rückwärts einparkenden LKW eines Anlieferers gerammt, wobei das Brunnenbecken zerbrach. Kurz nach Neuanfertigung und Wiedererrichtung im März 2006 demolierte ihn am 12. März 2007 ein „Entsorger“ ohne Einwinker. Geschaffen wurde die Brunnenfigur von Anton Rückel (1919–1990). Seine Ausbildung begann er 1938 in München an der Akademie für angewandte Kunst, nach Kriegsgefangenschaft wurde er Meisterschüler in der Bildhauerklasse von Josef Henselmann an der Akademie der Bildenden Künste München. Bekannt ist Rückel besonders für die Ausstattung von Kirchen und Klöstern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/73">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-20T16:15:12+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:46:40+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Vier-Nymphen-Brunnen von Elmar Dietz: Tretet näher ans Wasser!]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Antike Mythologie, besonders in Gestalt von Meereswesen – wie Nymphen – taucht als häufiges Thema an den Münchner Brunnen des Bildhauers Elmar Dietz auf.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d1021e8f5c7f4984edaf598b587828d2.jpg" alt="Der Vier-Nymphen-Brunnen von Elmar Dietz, o. D." /><br/><p>Unter den Namen Nereiden-, Najaden- oder Vier-Nymphen-Brunnen ist der steinerne Brunnen am Gollierplatz in der Schwanthalerhöhe bekannt. 1934 wurde er von dem Bildhauer Elmar Dietz (1902– 1996) gestaltet. Der Brunnen ist oben von einer Gruppe aus vier nackten weiblichen Figuren bekrönt, die auf dem Bauch liegend mit Fischen gefüllte Netze halten. Aus den Fischmäulern sprudelt das Wasser in eine tieferliegende runde Steinschale, deren Außenseite mit stilisierten Löwenköpfen verziert ist, aus welchen das Wasser in ein darunter liegendes quadratisches Wasserbecken fließt. Die Steinmetzarbeiten sind von Karl Hilbinger ausgeführt worden. Am 28. August 1935 sei der Brunnen in Betrieb genommen worden. Nach Kriegszerstörungen wurde der Brunnen wiederhergestellt und ab 1958 erneut in Betrieb genommen. Der noch bis in die 1980er Jahre häufig im Münchner Stadtraum präsente Künstler Elmar Dietz war während der NS-Zeit in der Großen Deutschen Kunstausstellung mehrfach mit Kleinbronzen, Bildnissen und Reliefs vertreten. Seine Brunnen, wie der Vier-Nymphen-Brunnen oder der Brunnen „Fischerknabe“ an der Agnes-Bernauer-Straße aus dem Jahre 1936, befinden sich seit den dreißiger Jahren in München. Sein Œuvre umfasst vielfältige thematische Spektren – von christlicher Ikonografie über klassische Porträts bis zu mythologischen Darstellungen; zu diesem Themenbereich kann der Vier-Nymphen-Brunnen gezählt werden. Während die Bezeichnung „Nereiden“ in der griechischen Mythologie meist für Meereswesen verwendet wird, meint „Najaden“ die in Süßgewässern, wie Quellen, Bächen oder Seen, lebenden Nymphen. Beide sind beliebte Motive für Quellen- und Brunnenfiguren. Die anmutigen, verspielten Nymphen erschienen meist im Gefolge, häufig auch im Reigen tanzend. Elmar Dietz ließ an seinem Vier-Nymphen-Brunnen die Unterkörper der Brunnennymphen miteinander verschmelzen und stellte auf diese Weise die Verbundenheit der Naturwesen dar. Die Nereiden werden für Elmar Dietz auch zum Gegenstand in den Entwürfen für die Brunnen „Wassermann und Nereiden“ von 1964 sowie dem „Neptunbrunnen“ von 1967, in denen der Künstler wiederum das Thema „Wasser“ mit den mythologischen Frauengestalten kombiniert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/70">Für mehr (einschließlich 8 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-06T16:46:05+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:43:58+02:00</updated>
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    <author>
      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Roider-Jackl-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bildhauer Hans Osel (1907–1996) gestaltete die Brunnenfigur, die seit 1977 auf dem Viktualienmarkt an den berühmten Volkssänger Roider Jackl (1906–1975) erinnert. Sie zeigt ihn beim Singen, mit weit ausgebreiteten Armen und der Gitarre in der Hand.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9b832bb064e5c46bb409810c2f2b552c.jpg" alt="Der Roider-Jackl-Brunnen, 2006" /><br/><p>Der weiß-blaue Troubadour und unvergessene Gstanzl-König, Jakob Roider, verstarb am 9. Mai 1975. Schon zu Lebzeiten sang er in einem seiner Spottlieder von: „A Denkmal, wo's Wasser rausrinnt“: „Und bal der Hahn kraht</p><p>nacha kraht er am Mist</p><p>nacha ändert sich's Wetta</p><p>oder's bleibt wia's is</p><p>Jetzt muaß i aufhör'n zum Singa</p><p>Sonst werd' i berühmt</p><p>Sonst kriag i a so a Denkmal</p><p>Wo's Wasser rausrinnt“ Jetzt hat er´s. Und die Brunnenfigur zeigt ihn in der Pose, in der er beim Starkbier-Ausschank auf dem Nockherberg jahrzehntelang die prominente Politikerriege aufs Korn nahm. Er habe, so der damalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter, „mit seiner Jägerfaust nach manchem Großkopferten gegriffen“. Als Denkmals-Sponsoren für den größten Bayerischen G'stanzl-Macher durften die möglicherweise leider nicht von ihm „Derbleckten“ jedenfalls doch den Brunnen aufdrehen: Generaldirektor Paul Werner von der Bayern-Versicherung und Konrad Peteranderl, Bezirksdirektor von der Landesbausparkasse. Die Stadtpfarrer Müller (Heiliggeist) und Zistl (St. Peter) seien sich zwecks der Brunnen-Zugehörigkeit beinahe in die Haare geraten, weil die Gemeindegrenze durch den Viktualienmarkt verläuft. Die Brunnenfigur ist ein Werk des Bildhauers Hans Osel. Von 1926 bis 1930 studierte er an der Staatsschule für angewandte Kunst bei Karl Killer und Walther Teutsch, von 1930 bis 1938 an der Akademie der Bildenden Künste. Viele seiner Werke befinden sich im öffentlichen Raum in München und Umgebung, so etwa der Ziegelbrenner-Brunnen vor St. Johann Baptist in Haidhausen oder der Liesl-Karlstadt-Brunnen, der ebenfalls auf dem Viktualienmarkt steht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/69">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-03T15:10:31+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:43:16+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
    </author>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Ida-Schumacher-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Marlene Neubauer-Woerner (1918–2010) schuf die Brunnenfigur, die Ida Schumacher (1895–1956) in ihrer bekanntesten Bühnenrolle als „Ratschkathl“ darstellt. Die Figur befindet sich seit 1977 auf dem Viktualienmarkt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d2248157a0fdf388b760c74d54408749.jpg" alt="Der Ida-Schumacher-Brunnen, 2006" /><br/><p>Geboren 1895 im niederbayerischen Arnstorf war die spätere „Quadrat-Ratschn aus dem Hinterhof-Milljöh“, Ida Schumacher, schon mit 15 Jahren Soubrette und ging, weil's mit der Stimme nicht g'langte, über das Bauerntheater Tegernsee nach München, wo sie als Mutter von vier Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem trockenen Humor und ihrer Schlagfertigkeit eine Spätkarriere machte (im Ensemble der „Weißblauen Drehorgel“ des Bayerischen Rundfunks). Ihrem urwüchsigen, geschliffenen Mundwerk konnte kein Zwerchfell widerstehen. Beim Enthüllen ihres Brunnens am 23. September 1977 sagte der Oberbürgermeister Georg Kronawitter: „Sie hat den Münchner Marktfrauen längst ein Denkmal gesetzt und durch ihre bekannte Szene, die Oa-Tandlerin (Eierhändlerin), den Viktualienmarkt verewigt“. Gleichzeitig tröstete der OB die jetzt leibhaftig anwesenden Standlfrauen, dass sie natürlich „viel, viel freundlicher“ seien als die Ida. Einen Redeschwall, wie die über ihren „Käufer“ hereinbrechen lässt, bringt auch sonst keine zusammen, oder wenn sie so nebenbei über ihren Ehemann plaudert: „Sie, mei Mo is so furchtbar greisli, daß mir jedesmal das Feuer ausgeht, wenn der in den Ofen neischaut.“ Unübertroffen ist ihre „Trambahn-Ritzen-Reinigerin-Dame“. Die Brunnenfigur ist ein Werk der Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner. Ab 1936 studierte sie bei Josef Henselmann Bildhauerei an der Akademie für angewandte Kunst in München, ab 1942 war sie Meisterschülerin bei Richard Knecht an der Akademie für Bildende Künste. Im Auftrag der Stadt München schuf sie etwa auch den Daphnebrunnen am Orleansplatz (vor dem Ostbahnhof), dessen Brunnenskulptur sich seit 2007 in einem Park an der Wahnfriedallee in Bogenhausen befindet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/65">Für mehr (einschließlich 2 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-02-09T11:53:00+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T13:36:08+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Nornenbrunnen: Urd, Verdandi und Skuld – drei germanische Schicksalsfrauen für den Stachus]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bier galt in München immer schon als kulturstiftend – und so ist diesem gewissermaßen auch der Brunnen in der Eschenanlage am Maximiliansplatz zu verdanken – wenngleich er ursprünglich an einer anderen, wesentlich prominenteren Stelle, nämlich dem Stachus, stand.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f68eeab6dfef92d6ef48cfe0d83d7aa9.jpg" alt="Nornenbrunnen von Hubert Netzer am Stachus" /><br/><p>Als „<i>eine der glücklichsten Schöpfungen der Bildnerei aller Zeiten</i>“ bezeichnete Julius Baum den 1907 von Hubert Netzer (1865–1939) entworfenen Brunnen (Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart, Stuttgart 1913, S. 216). Der Brunnen zeigt die drei Nornen – die germanischen Schicksalsfrauen Urd, Verdandi und Skuld –, die an einer großen Wasserschale lehnen. Sie stehen für das Gewordene, das Werdende und das Seinsollende, für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie sind die Hüterinnen der Quelle, die am Fuße der Weltenesche Yggdrasil entspringt, und lenken das Schicksal der Menschen – äquivalent zu den römischen Parzen und den griechischen Moiren. Bekannt ist das Motiv der Nornen auch etwa aus dem Vorspiel von Richard Wagners „Götterdämmerung“, wo sie das Schicksalsseil spinnen. Bereits 1903 hat sich Netzer, der an der Münchner Kunstakademie studiert hatte und vom Neoklassizismus der Bildhauerschule um Adolf von Hildebrand geprägt war, am Wettbewerb für einen Monumentalbrunnen auf dem St. Magnusplatz in Kempten mit einem Modell beteiligt. Anstelle der eigentlich in der Ausschreibung geforderten Darstellung des Heiligen Magnus hatte er ein Modell mit den drei Nornen eingereicht, das nichtsdestotrotz mit einem dritten Preis prämiert wurde. 1907 griff er das Thema schließlich erneut für einen Wettbewerb auf, dieses Mal für einen Brunnen am Isartor. Sein mit einem zweiten Preis ausgezeichneter Entwurf wurde daraufhin für 40.000 Mark am Stachus realisiert, finanziert von der 1901 gegründeten Mathias-Pschorr-Hackerbräu-Stiftung. Vor diesem Brunnen hatte Netzer in München bereits zwei weitere realisiert: 1893 den im Zweiten Weltkrieg zerstörten „Tritonenbrunnen“ in der Herzog-Wilhelm-Straße und 1896 den „Narzissbrunnen“ im Garten des Bayerischen Nationalmuseums. Darüber hinaus schuf er 1911 den ebenfalls im Krieg zerstörten „Jonasbrunnen“ am Josephsplatz, bevor er im selben Jahr München verließ, da er an die Kunstgewerbeschule Düsseldorf berufen worden war. Bis zu 15 Steinmetze waren an der Ausführung des Prachtbrunnens aus Kirchheimer Muschelkalk beteiligt. Der Brunnen weist eine dreieckige Grundform auf. An einer großen Schale auf einem hohen Sockel lehnen die drei Nornen, „<i>hoheitsvolle Gestalten, ihrer architektonischen Aufgabe entsprechend durchaus geschlossen pfeilermäßig in der Form und doch von tiefem Leben erfüllt“</i> (Julius Baum [Hg.], Die Stuttgarter Kunst der Gegenwart, Stuttgart 1913, S. 216). Zwischen den Figuren ergießt sich das Wasser aus drei Mäulern an der großen Schale in drei flache, runde Becken. Im Gegensatz zum Kemptener Brunnenmodell sind der Sockel und die Wasserbassins nicht sechsseitig, sondern rund ausgebildet. Auch die Kartuschen mit den Namen der drei Nornen wurden bei der Münchner Ausführung weggelassen. Am 4. September 1907 wurde der Nornenbrunnen am Stachus gegenüber des etwa zehn Jahre zuvor fertiggestellten Justizpalastes enthüllt. Wo heute einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in München ist, befand sich um 1900 eine großzügige Grünanlage, deren südlichen Abschluss der Brunnen bildete. 1964 musste der Brunnen den umfangreichen Baumaßnahmen am Stachus weichen. Anfang 1966 wurde dieses „<i>Denkmal romantischer Sehnsucht, nordischen Schicksalsglaubens, beindruckenden Jugendstils</i>“ (Bistritzki 1980, S. 60) rund 500 Meter weiter an seinem heutigen Standort in den Eschenanlagen am Maximiliansplatz, nahe der Industrie- und Handelskammer, wiederaufgebaut. 1999, mehr als 90 Jahre nach der Entstehung des Brunnens, übernahm die Bayerische Immobilien AG, die auf Pschorr- und Hacker-Bräu zurückgeht, die Kosten für seine Instandsetzung – womit sich der Kreis zum Bier gewissermaßen schließt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/24">Für mehr (einschließlich 15 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-04-05T17:32:33+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T11:17:06+02:00</updated>
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      <name>Krista Profanter</name>
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