<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-07-01T10:23:18+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Glaspalast-Brunnen: Vom anderen Ende der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Brunnen wurde nicht für seinen heutigen Standort auf dem Weißenburger Platz geschaffen, sondern stand ursprünglich im Glaspalast im ehemaligen Botanischen Garten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d8b9d3c784081f688fdd96a2ff726fe3.jpg" alt="Der Brunnen auf dem Weißenburger Platz, 2022" /><br/><p>August von Voit (1801–1870), dem die Planung für den <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/7" target="_blank" rel="noopener">Glaspalast</a> unterlag, hatte den Brunnen als dekoratives Element für das Ausstellungsgebäude entworfen. 1853 wurde der Brunnen in der Mitte des Hauptschiffs des Glaspalastes errichtet. Der sechseinhalb Meter hohe Brunnen bestand in seiner ursprünglichen Form aus einem quadratischen Umfassungsbecken mit zwei hervorspringenden halbkreisförmigen Becken und dem runden Brunnenaufbau. An den Ecken des Umfassungsbeckens befanden sich Sockel, in die Blumenschalen aus Ton gestellt werden konnten. Die Einfassung des Umfassungsbeckens, des erhöhten Brunnenbeckens und der Aufbau des Brunnens wurden vom Steinmetz Nikolaus Höllriegel aus Kelheimer Kalkstein gefertigt. Die mit Ranken und Grotesken verzierten Sockel, welche die einzelnen Bogensegmente des Brunnenbeckens unterteilen, sowie die gedrehten und ornamentierten Säulen des Aufbaus wurden vom Bildhauer Anselm Sickinger gefertigt. Die sechs Beckenschalen, die auf den Säulen ruhen, sind aus Eisen. Neben seiner dekorativen Funktion diente der Brunnen auch als Klimaanlage: Gemeinsam mit den beiden Fontänen, die im Brunnenbecken angebracht waren, sollte das zirkulierende Wasser die Luft im Glasgebäude kühlen. 1897 wurde der Brunnen im Rahmen der von Gabriel von Seidl und Franz von Lenbach durchgeführten Umgestaltung des Glaspalastes entfernt. Er wurde eingelagert und durch Theodor Fischer und Adolf Schwiening renoviert. 1901 wurde der Brunnen dann auf dem Vorplatz des Ostbahnhofs aufgestellt. Im Rahmen der Umgestaltung des Orleansplatzes 1973 wurde der Brunnen erneut abgebaut. Nach Renovierungsarbeiten und einer Erweiterung des Umfassungsbeckens um zwei weitere Bögen durch die Steinmetze des Bauunternehmens Philipp Holzmann steht der Brunnen nun seit 1974 auf dem Weißenburger Platz. Der Brunnen ist das einzige erhaltene Bauwerk von August von Voit in München und steht unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/347">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-06-17T09:56:43+02:00</published>
    <updated>2026-06-23T09:41:01+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/347"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/347</id>
    <author>
      <name>Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Giesinger Bahnhof: Im Zug der Zeit]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Am 10. Oktober 1898 wurde der Giesinger Bahnhof „auf der grünen Wiese“ an der Strecke vom Münchner Ostbahnhof nach Deisenhofen eröffnet. Der Bahnhof lag damals noch über einen Kilometer von Giesing entfernt. Seit Januar 1901 wird der Bahnhof als „München-Giesing“ bezeichnet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d426b040e04774ff06f55e9ff9a8b661.jpg" alt="Bahnhofsgebäude von den Gleisen gesehen, 2008" /><br/><p>Dem Bau der Bahnstrecke und der Eröffnung des Bahnhofs 1898 waren seit 1886 Diskussionen zwischen den Gemeinden an der Strecke und der Generaldirektion der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen vorausgegangen. Ein Argument der Befürworter des Bahnhofs in Giesing war, dass der Bahnhof mit drei täglichen Zügen nach Deisenhofen Ausgangspunkt für Ausflüge nach Bad Tölz und Holzkirchen sein könnte. In den Anfangsjahren des Bahnhofs wurde dieses Angebot allerdings nicht angenommen, da die Züge vom Ostbahnhof nach Deisenhofen 38 Minuten brauchten – länger als die Fahrt vom Hauptbahnhof ins Voralpenland, die zwar teurer, aber schneller war. Das verbesserte sich 1904, als die Geschwindigkeit der Züge auf 60 km/h erhöht wurde. So wurde der Giesinger Bahnhof zunächst zum Startpunkt für Ausflüge zum Pilzesammeln im Hofoldinger Forst, mit dem weiteren Streckenausbau dann auch für Bergsportler. Auf dem Bahnhofsgelände befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Rund 500 polnische, niederländische, ukrainische, jugoslawische, belgische und französische Zwangsarbeiterinnen, die bei der auf Kriegswirtschaft umgestellten Firma Agfa in Giesing Raketenbauteile und Zünder für Flakgranaten herstellen mussten, waren in dem noch nicht fertiggestellten Wohnkomplex an der heutigen Weißenseestraße 7–15 untergebracht. Im Zuge des Baus des S-Bahn-Netzes, das bis zu den Olympischen Sommerspielen in München 1972 fertiggestellt wurde, erhielt der Giesinger Bahnhof zudem einen S-Bahn-Anschluss. Das Bahnhofsgebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Seit 2004 beherbergt es das Stadtteil-Kulturzentrum Giesinger Bahnhof mit Veranstaltungsräumen, dem Archiv des Trägervereins Freunde Giesings und einer Gaststätte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/346">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-06-17T09:36:39+02:00</published>
    <updated>2026-06-23T09:41:09+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/346"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/346</id>
    <author>
      <name>Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Bavaria: Repräsentantin Bayerns]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Statue der Bavaria wurde im Auftrag von König Ludwig I. (1786–1868) errichtet und anlässlich des Oktoberfests 1850 eingeweiht. Sie ist die erste kolossale Bronzestatue des 19. Jahrhunderts in Deutschland.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/84dfd98bae936f67c51f07139afe9973.jpg" alt="Die Bavaria von Süden" /><br/><p>Die Statue steht am westlichen Rand der Theresienwiese in München, direkt vor der Ruhmeshalle. Sie stellt eine Frau dar, die das Königreich Bayern personifiziert und beschützen soll. Der Entwurf der Statue kommt von dem Architekten Leo von Klenze (1784–1864) und dem Bildhauer Ludwig Schwanthaler (1802–1848). Der Guss der Statue wurde in der Königlichen Erzgießerei unter der Leitung von Ferdinand von Miller angefertigt.  Die Bavaria ist achtzehn Meter hoch und war bei ihrer Fertigstellung eine der größten hohl gegossenen Bronzestatuen der Welt. Sie ist mit einer Tunika und einem Bärenfell bekleidet und hält in ihrer linken Hand einen Eichenkranz als Symbol der Anerkennung für diejenigen, die in der dahinterliegenden Ruhmeshalle geehrt werden. Mit ihrer rechten Hand hält die Bavaria ein Schwert, das an ihrem Gürtel befestigt ist. Zu ihren Füßen liegt ein Löwe, das heraldische Zeichen Bayerns. Der Löwe steht zudem für Stärke und Wachsamkeit. Statue der Bavaria ist auch von innen zu besichtigen. Eine enge Wendeltreppe führt hinauf in den Kopf. Von dort hat man eine tolle Aussicht über die Theresienwiese und viele Teile der Münchner Innenstadt. Die Ruhmeshalle direkt hinter der Statue wurde zwischen 1843 und 1853 errichtet. Sie ist ein besonderer Ort, an dem wichtige Persönlichkeiten Bayerns geehrt werden. Hier sind Büsten von bekannten Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Militärs untergebracht, die sich um Bayern verdient gemacht haben. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/345">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-28T11:51:15+02:00</published>
    <updated>2026-06-23T09:41:18+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/345"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/345</id>
    <author>
      <name>Kerem Demir</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der ehemalige Firmensitz der Leonhard Moll AG: Vom Industriegelände zum Kulturzentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bauunternehmer Leonhard Moll, geboren am 31.07.1870 in Külsheim (Mittelfranken), errichtete 1922 einen Bauhof an der Hansastraße mit Eisenbiegerei, Sägewerk, Zimmerei und Schreinerei und 1929 ein Betonwerk. In den darauffolgenden Jahrzehnten produzierte der Bauhof unter anderem Betonfertigteile für die Sportanlagen der Olympischen Sommerspiele 1972, Stahlbeton-Tübbings für den Bau der U-Bahn, Einmannbunker, Gehwegplatten, Bahnschwellen sowie Betonmasten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1dfa88e3c2d29f26b0a7ec94841a522c.jpg" alt="Feierwerk, Gebäude Hansastraße 41, 2012 " /><br/><p>Die heute denkmalgeschützten Gebäude in der Hansastraße 39–41 wurden 1924 als symmetrische Anlage aus höheren Pavillonbauten und niedrigeren Flügelbauten erbaut. In der Hausnummer 39 befand sich das ehemalige Bürogebäude mit Magazin und Montagehalle. In Hausnummer 41 befand sich das Pförtnergebäude und die Kantine, sowie eine Abbindehalle und eine Transformatorenstation. Nachdem Moll mit gerade einmal 24 Jahren am 01.10.1894 sein Baugeschäft gründete, führte er zunächst kleinere Um- und Ausbauten durch. Bereits kurze Zeit später errichtete er jedoch auch Neubauten von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg realisierte das Unternehmen zahlreiche bedeutende Bauwerke in München. Insgesamt zählen mehrere dieser Bauten bis heute zu den prägenden Elementen des Münchner Stadtbildes. Dazu gehören unter anderem das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum, die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/332" target="_blank" rel="noopener">Großmarkthallen</a>, das Hauptzollamt, das Schwabinger Krankenhaus sowie das Sanatorium in Harlaching. Im Mai 1933 trat Leonhard Moll der NSDAP bei. Daraufhin übernahm das Unternehmen Aufträge für staatliche Bauprojekte, darunter das Haus der Deutschen Kunst. Am 8. Juni 1938 wurde den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde in der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums per sogenanntem „Führerbefehl“ mitgeteilt, dass die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/114" target="_blank" rel="noopener">Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße</a> abzubrechen sei. Der Abriss wurde im Juni 1938 durch das Bauunternehmen Leonhard Moll durchgeführt. Trotz der sehr kurzen Frist für den Abbruch einschließlich der Sprengarbeiten gelang es dem Unternehmen, die neue Orgel, die die Israelitische Kultusgemeinde zuvor an das Erzbischöfliche Ordinariat veräußert hatte, auszubauen. Auf Bitten der jüdischen Gemeinde sicherte Leonhard Moll zudem die Kupferbüchse mit den Gründungsurkunden aus dem Grundstein. Sie befindet sich heute wieder im Besitz der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern. Die Rolle des Unternehmens ist auch deshalb besonders ambivalent, weil Leonhard Moll noch 1930/31 den Einbau des Dachstuhls beim Neubau der Synagoge in der Reichenbachstraße ausgeführt hatte. Wie andere deutsche Bauunternehmen erhielt auch Leonhard Moll kriegswichtige Bauaufträge, unter anderem beim Bau von Autobahnen. Leonhard Moll gilt als Profiteur des NS-Regimes, da das Unternehmen zahlreiche prestigeträchtige Großaufträge ausführte. So war die Firma am Ausbau des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NSDAP-Parteiviertels am Münchner Königsplatz</a> beteiligt. Auf Münchner Baustellen setzte das Unternehmen während der NS-Zeit in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene ein. Allein 1942 waren in firmeneigenen Lagern in der Hansastraße über 1.100 Zwangsarbeiter sowie rund 70 französische Kriegsgefangene untergebracht. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erfolgte erst spät. Ab 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und leistete Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Rolle des Bauunternehmens Leonhard Moll während der NS-Zeit wird derzeit von der <i>Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e. V.</i> wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Aufgrund der NS-Belastung beschloss der Münchner Stadtrat 2014, Leonhard Moll die Ehrung durch einen Straßennamen zu entziehen. Der 1990 nach ihm benannte Leonhard-Moll-Bogen heißt seit 2014 Landaubogen, nach der niederbayerischen Stadt Landau (an der Isar). 1945 wurde das Unternehmen unter die Kontrolle der US-amerikanischen Militärregierung gestellt. Der Firmengründer Leonhard Moll starb im Oktober 1945. Ab 1948/49 ging die Leitung des Unternehmens auf seine Söhne über. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten, unter anderem am <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245" target="_blank" rel="noopener">Flughafen München-Riem</a>, im BMW-Werk Karlsfeld sowie an Wohnhäusern, Brücken und Verkehrswegen. In den folgenden Jahren errichtete die Leonhard Moll AG zahlreiche Bauwerke, die das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen, darunter die alte Eingangshalle des Hauptbahnhofs, das Gebäude des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252" target="_blank" rel="noopener">US-Generalkonsulats</a> und das Haus des Bayerischen Rundfunks, sowie die Sportstätten für die Olympischen Spiele 1972. 1976 verkaufte das Unternehmen seine ehemaligen Betriebsflächen an der Hansastraße an die Landeshauptstadt München; auf Teilen des Geländes entstand zunächst die Internationale Gartenbauausstellung 1983, später der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342" target="_blank" rel="noopener">Westpark</a>. Im Zentrum des ehemaligen Moll-Geländes befindet sich heute das Kultur- und Veranstaltungszentrum Feierwerk mit mehreren Konzert- und Ausstellungshallen. Außerdem befindet sich dort das Radio Feierwerk, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München und die Fachstelle Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-27T16:19:20+02:00</published>
    <updated>2026-06-18T12:03:39+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344</id>
    <author>
      <name>Nikita Wilhelm</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Kunst- und Antiquitätenhandlung A. S. Drey: Aufstieg, internationale Strahlkraft und abruptes Ende einer Kunsthändlerdynastie]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ausdruck des internationalen Ruhms der Kunst- und Antiquitätenhandlung A.S. Drey war das prächtige Geschäfts- und Wohngebäude, für das die Familie den renommierten Architekten Gabriel von Seidl gewinnen konnte. Mit dem 1911 fertiggestellten Prachtbau schuf er einen der bedeutendsten Kunsthandelsorte im damaligen München. Doch die jüdische Kunsthandelsfamilie geriet ab 1933 unter massiven Druck durch das NS-Regime, musste 1935 das Haus verkaufen verkaufen und 1936 den Kunstbesitz zwangsversteigern lassen. Die Kunsthandlung wurde „arisiert“ und als „Galerie für Alte Kunst – vormals A. S. Drey“ fortgeführt. Die Familie floh ins Ausland.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/43ebde1d1f2b1558f0d714d603baa328.jpg" alt="Haus Drey, um 1915" /><br/><p>Das heutige Stammhaus der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern war einst eng verbunden mit einer der bedeutendsten Adressen des europäischen Kunsthandels: der Kunst- und Antiquitätenhandlung A. S. Drey. Diese zählte zu den renommiertesten und umsatzstärksten Unternehmen des Münchner Kunstmarkts. 1839 im fränkischen Heidingsfeld durch Aron Schmay Drey (1813–1891) gegründet, übersiedelte die Firma nach einem kurzen Intermezzo in Würzburg 1852 nach München. 1881 nahm Aron seinen Sohn Siegfried (1859–1936) und seinen Schwiegersohn Adolf Stern (1845–1913) als Teilhaber ins Geschäft. 1914 folgten deren Söhne Paul (1884–1953) und Franz Drey (1886–1952) sowie Ludwig (1882–1939) und Friedrich Stern (1888-1936). 1911 ließ sich die Familie von dem renommierten Architekten Gabriel von Seidl (1848-1913) ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus errichten – direkt angrenzend an das um 1900 von Friedrich von Thiersch (1852–1921) gebaute „Haus für Handel und Gewerbe“. Das am Maximiliansplatz 7 (heute Max-Joseph-Straße 2) gelegene Gebäude bot im Erdgeschoss auf 1.100 qm Platz für das Geschäft, während im Obergeschoss die Familien Drey und Stern wohnten. Zu ihrer Handelsware zählten insbesondere Altmeister-Gemälde, Skulpturen und wertvolle Gobelins, ein Bestand, den der Kollege Hugo Helbing (1863-1938) in den frühen 1930er Jahren auf etwa 2 Millionen Reichsmark schätzte. International gefragt expandierte die Kunsthandlung und etablierte ein finanzstarkes Firmengeflecht mit Filialen in New York, London, später Brüssel, Den Haag und Paris, was hervorragende Auslandsgeschäfte garantierte. Noch 1927 wurde Siegfried Drey, der auch als Kommerzienrat und Handelsrichter wirkte, zum ersten Vorsitzenden des Verbandes des Deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels gewählt. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 endete diese Münchner Erfolgsgeschichte schnell und gnadenlos. Die jüdischen Familien Drey und Stern wurden verfolgt, entrechtet und wirtschaftlich durch immense, fingierte Steuerforderungen unter Druck gesetzt. Siegfried Drey sah sich gezwungen, das Haus zu verkaufen, das die benachbarte Handelskammer 1935 für 1,3 Millionen Reichsmark erwarb. Nach einem Besuch im Münchner Finanzamt und dem Zwang, eine sogenannte Unterwerfungserklärung zu unterzeichnen, starb Siegfried Drey auf dem Rückweg am 8.2.1936 an einem Herzinfarkt. Nur wenig später, am 17./18.6.1936, erfolgte die Liquidationsversteigerung des wertvollen Kunstbestands der Firma bei Paul Graupe (1881-1953) in Berlin. Der Erlös floss direkt an die Finanzbehörde. Unter desaströsen Verkaufsbedingungen „arisierte“ ein weitgehend unbedeutender Kölner Kunsthändler namens Walter Bornheim (1888-1971) die Kunsthandlung, der sie unter dem Namen „Galerie für alte Kunst – vormals A. S. Drey“ zunächst am Ort weiterführte. Die Familien Drey und Stern flohen nach Amerika und England, nur Siegfried Dreys Tochter Luise blieb in München, wurde im November 1941 nach Kaunas in Litauen deportiert und dort ermordet. Auch nach 1945 blieb die Geschichte der Familie Drey schmerzhaft. Im Juni 1947 schrieb Dr. Paul Drey aus New York an die Handelskammer und teilte mit, dass die Familie keine Restitution des Gebäudes verlangen werde. Die Handelskammer sei aus ihrer Sicht ein fairer Verhandlungspartner gewesen. Stattdessen versuchte die Familie, den verlorengegangenen Kunstbesitz aus den Zwangsverkäufen zurückzuerlangen – ein fast aussichtsloses Unterfangen. Das Gebäude nahm während des Zweiten Weltkriegs durch Luftangriffe schweren Schaden, blieb aber Stammsitz der IHK für München und Oberbayern, die es in den 1960er Jahren, 1992 und zuletzt 2012 umfassend renovierte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/343">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-21T11:34:45+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T08:49:41+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/343"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/343</id>
    <author>
      <name>Birgit Jooss</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Westpark: Ein Park, der Kultur und Kunst vereint]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Heutzutage wird der Westpark als Ort zum Entspannen genutzt. Er bietet aber weitaus mehr, denn er verbindet Gartenkultur und Kunst anderer Länder und war Schauplatz der Internationalen Gartenbau-Ausstellung (IGA) 1983.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c4fa212851c1d3775991a47f4b7663e7.jpg" alt="Peter Kluska: Entwurfsplan des Westparks, 1979" /><br/><p>Nach den Olympischen Spielen 1972 erlebte München einen Modernisierungsboom und es wurden massenhaft Planungen für Grünflächen entworfen. Besonders Oberbürgermeister Georg Kronawitter (1928-2016) setzte sich mit dem Slogan „Genügend Grünflächen sind für die Stadt so wichtig wie die Luft zum Atmen” dafür ein. 1975 wurde der erste Stadtentwicklungsplan erstellt, der Grünflächen einbezog und ein Netz mit Nord-, Ost-, Süd- und Westpark vorsah. 1976 wurde vom Stadtrat der Grün- und Erholungsflächenplan verabschiedet, welcher das Fundament für die Finanzierung von Bau und Planung des Westparks war. 1976 beschloss der Stadtrat einen Wettbewerb zur Gestaltung des Parks. Ziel war es, den Bürgern im Westen der Stadt den langerwünschten Traum, einen Park zu haben, zu erfüllen und ebenfalls die IGA, die im Jahr 1983 stattfinden würde, nach München zu holen. Der deutsche Landschaftsarchitekt Peter Kluska (1938-2020) gewann 1977 den Wettbewerb, da sein Plan einer „Tallandschaft“, teilweise sechs bis acht Meter unter Geländeniveau, mit zwei Wasserflächen überzeugte. Das hügelige Gelände sollte an die Voralpenlandschaft erinnern. 1977 erhielt München den Zuschlag zur IGA und bereits 1978 begann der Bau. Die Gesamtkosten betrugen circa 112 Millionen Deutsche Mark. Etwa zwei Millionen Kubikmeter Material wurden bewegt, um den 29 Hektar großen Park zu schaffen. Einige Gebäude und Pflanzen aus verschiedenen Kulturen wurden geschenkt, so befinden sich noch heute der japanische Garten als Geschenk der Münchner Patenstadt Sapporo, der chinesische Garten mit Toren und zwei Pavillons, der von der Volksrepublik China gestiftet wurde, eine nepalesische Pagode und ein thailändischer Pavillon mit Buddha-Statue im Westpark. Im Park befinden sich außerdem ein Haus von 1747 aus dem Bayerischen Wald mit Bauerngarten und ein Haus in der Form der Tafelberge Sardiniens, das von Italien gestiftet wurde, sowie Kunstwerke von Johannes Leismüller, Jean Clareboudt und Christian Tobin. Außerdem wurden Spielplätze sowie künstliche Wasserflächen angelegt und 20- bis 40-jährige Bäume gepflanzt, um den zuvor leeren Haufen von Kies mit grüner Fläche zu füllen. 1983 wurde mit der IGA der Westpark eröffnet, der zunächst vom 28. April bis 9. Oktober nur mit Eintrittskarte zugänglich war. Seit Dezember 1983 ist der Park der Öffentlichkeit zugänglich.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-05T10:17:18+02:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:17:51+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342</id>
    <author>
      <name>Lukas Sonidis</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Alte Utting : Ein Ausflugsschiff als Bar über den Dächern Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Alte Utting ist ein ehemaliges Passagierschiff, das heute als Bar und Veranstaltungsort in München genutzt wird. Sie steht nicht im Wasser, sondern auf einer Brücke im Stadtteil Sendling. Damit gehört sie zu den ungewöhnlichsten Treffpunkten der Stadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/eec7458a68ec35c92b528aa561afe851.jpg" alt="Die Alte Utting auf der Brücke, 2018" /><br/><p>Die Alte Utting wurde ursprünglich im Jahr 1950 gebaut und fuhr viele Jahrzehnte lang als Ausflugsschiff auf dem Ammersee. Nachdem sie außer Dienst gestellt wurde, drohte ihr die Verschrottung. Stattdessen wurde das Schiff 2017 auf Initiative des Vereins <i>Wannda</i> nach München transportiert und auf eine stillgelegte Eisenbahnbrücke gehoben. Seitdem ist es ein beliebter Kulturort im Stadtteil Sendling. Heute dient die Alte Utting als Bar, Biergarten und Veranstaltungsort. Besucher können dort Getränke genießen, Musik hören oder einfach die besondere Atmosphäre erleben. Durch ihre Lage über der Straße bietet sie einen außergewöhnlichen Blick über die Umgebung. Besonders im Sommer ist sie ein beliebter Treffpunkt für junge Leute und Touristen. Die Kombination aus historischem Schiff und modernem Nutzungskonzept macht die Alte Utting zu einem einzigartigen Beispiel für kreative Stadtgestaltung. Sie zeigt, wie alte Bauwerke und historische Objekte sinnvoll weiterverwendet werden können und gleichzeitig neue kulturelle Räume entstehen können.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/341">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-05T09:38:04+02:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:17:57+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/341"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/341</id>
    <author>
      <name>Marie Kreilinger</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Gnadenbild in der Herzogspitalkirche: Wundertätiges Wallfahrtsziel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im schummrig-meditativen Halbdunkel der modernen Herzogspitalkirche von 1954 erwartet den Besucher noch heute das wundertätige Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes, das seit über 300 Jahren Gläubige anzieht. In der Stille der Ewigen Anbetung zeigt sich hier, mitten im Trubel der Münchener Innenstadt, die reiche Frömmigkeit der Servitinnen, welche die Figur regelmäßig in neue Mäntel und Schmuckstücke kleiden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/494bfa2e421b3ee9dc45a60863155a4e.jpg" alt="Skulptur der Gnadenmadonna ohne textile Gewandung, Kunsttopographie der Erzdiözese München und Freising, „W“, 1984. " /><br/><p>Das bis heute bedeutendste Ausstattungsstück der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322" target="_blank" rel="noopener">Herzogspitalkirche</a> wurde bereits 1651 von Tobias Bader (+1690) geschaffen. Der Münchener Künstler gestaltete eine Kreuzigungsgruppe mit einer Schmerzensmutter, die bald zum Ziel einer Wallfahrt wurde. Das Gnadenbild stand zunächst in der Mitte der Kirche, wurde 1676 im Zuge der größeren baulichen Veränderungen während der Barockisierung und wachsender Wallfahrerzahlen an die linke Seite der Kirche umgestellt. Erste Gebetserhörungen der Schmerzensmutter wurden bekannt und 1690 ereignete sich das Wunder der Augenwendung. Fürstbischof Josef Clemens (1671–1723) approbierte das Wunder und bis heute wird es jährlich am 3. Sonntag im Januar gefeiert. Im Folgenden wurde dem Gnadenbild ein Barockaltar gestiftet. Ab 1700 begann, zunächst mit Gaben der Wittelsbacher, die bis heute anhaltende Praxis, die Muttergottes mit Mänteln, Kronen und Votivgaben zu schmücken. Heute umfasst die Garderobe der Herzogspitalmadonna knapp 30 teils reich verzierte Mäntel und unzählige gestiftete Schmuckstücke, die dem Gnadenbild im Verlauf des liturgischen Jahres alternierend angelegt werden. Zur stetig wachsenden Sammlung der Gottesmutter gehören auch die sogenannten „Schmuckerl“, ein halbmondförmiger Halsschmuck, der aus gestifteten Ketten, Ohrringen und Broschen zusammengesetzt ist. Diesen frommen Brauch führen heute die Schwestern des Servitenordens aus, welcher die Kirche seit 1920 betreut. Der italienische Orden kam 1715 nach München und widmet sich besonders der Verehrung der schmerzhaften Muttergottes. 1721 begannen die Schwestern ihre Ewige Anbetung des Allerheiligsten, die bis heute aufrechterhalten wird.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/340">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-29T15:46:52+02:00</published>
    <updated>2026-05-19T10:53:15+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/340"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/340</id>
    <author>
      <name>Katharina Roßmy</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße: Ein Jahrhundert Bildungsgeschichte in München]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße gehört seit über hundert Jahren zum festen Bild des Münchner Südens. Das Gebäude wurde zwischen 1902 und 1904 nach Plänen des städtischen Baurats Robert Rehlen errichtet und am 11. April 1904 eröffnet. Damals wuchs der Stadtteil rasant, weil sich im Thalkirchner Oberfeld neue Fabriken ansiedelten und viele Familien zuzogen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f9b29ca313aa6048434a01e543eb0c39.jpg" alt="Die Grundschule an der Boschetsrieder Straße" /><br/><p>Der Bau war für seine Zeit ungewöhnlich modern. Neben 29 Klassenzimmern gab es zwei Turnsäle, Werkstätten, eine Kindergartenstation und sogar ein eigenes Schulbrausebad. Die markante Fassade mit dem hohen Ziegeldach prägt das Erscheinungsbild bis heute. Im Ersten Weltkrieg wurde die Schule als Reservelazarett genutzt, im Zweiten Weltkrieg stark zweckentfremdet. So werden in dieser Zeit eine Möbelbergungsstätte sowie Feuerwehr, Sanitätstrupp, Entgiftungstrupp und ein Arbeitskommando im Schulhaus untergebracht. Nach 1945 fand man das Gebäude in schlechtem Zustand vor, doch der Unterricht begann bald wieder, da das Gebäude nicht zerstört worden war. In den Nachkriegsjahren platzte die Schule aus allen Nähten: Zeitweise lernten über 1000 Kinder dort, verteilt auf mehrere Schulen im selben Haus. Seit den 2000er Jahren wurde das Gebäude schrittweise modernisiert und digital ausgestattet. 2012 kamen Ganztagsklassen hinzu, und wegen steigender Schülerzahlen entstand eine Zweigstelle in der Baierbrunner Straße 61. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wie der Aufnahme von Flüchtlingskindern oder die Corona-Pandemie bewältigte die Schule mit großer Flexibilität. Heute versteht sich die Grundschule an der Boschetsrieder Straße als lebendiger Lernort, der Digitalisierung, Gesundheit, Leseförderung und projektorientiertes Arbeiten miteinander verbindet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/339">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T14:11:32+02:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:45:44+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/339"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/339</id>
    <author>
      <name>Max Kreilinger</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Standbild von Christoph Willibald Gluck: Ein Denkmal für die Ewigkeit?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Errichtet 1848“ ist am Denkmal des Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck zu lesen. Allerdings gilt dies nur für den Sockel. Bei der Bronze-Statue selbst handelt es sich um eine Kopie. Das Original wurde in den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen. Um es zu retten, fehlte es in München an Fürsprechern. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8243c2079c7e3d51b88d623625fc1695.jpg" alt="Denkmal für Gluck am Promenadeplatz" /><br/><p>Keinem anderen Komponisten bescherte König Ludwig I. (1786–1868) ein so vielfaches Andenken wie dem 1714 in Erasbach geborenen Christoph WillibaldGluck, der es schon zu Lebzeiten als gefeierter „Opernreformer“ zu großem Ruhm gebracht hatte. Gluck war niemals in München. Er stammte aber aus der bayerischen Oberpfalz, weswegen sein Denkmal für Ludwig I. Teil seiner Integrationspolitik für die neu hinzugekommenen bayerischen Territorien war. Als glühender Griechenlandbewunderer fand er in Glucks musikalischen Neuerungen zudem eigene künstlerische Ideale verkörpert. Schließlich habe Gluck die Einheit von Musik und Text endlich zu dem zurückgeführt „<i>was sie bei den Griechen gewesen</i>“ seien. Bei dem 1848 enthüllten Denkmal handelt es sich um eine Bronze-Statue. Bronze galt als edel, vor allem aber als unvergänglich – passend für ein Standbild, welches als Andenken an Gluck für alle Zeiten gedacht war. Ganz im Geiste des 19. Jahrhunderts, schuf der Münchner Bildhauer Friedrich Brugger den Komponisten als schöpferischen Künstler, der eine Notenrolle in der Hand hält. Ein Instrument fehlt. Stattdessen lässt er Glucks in der Luft schwebende Hand einen klingenden Akkord greifen. Glucks Denkmal wurde direkt vor dem Konzertsaal am Odeonsplatz aufgestellt, ein Jahr später gefolgt von seinem bronzenen Komponisten-Kollegen Orlando di Lasso. 1861 forderte das monumentale Reiterstandbild Ludwigs I. am Odeonsplatz viel Platz, so dass beide Statuen an den Promenadeplatz umzogen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Situation. Zunehmende Metallknappheit bedrohte den Nachschub an Waffen und Munition, weswegen ab 1940 von den Reichsministerien diverse Erlasse und Anordnungen zur „Metallmobilisierung“ an die Gemeinden ergingen. Schon früh gerieten dabei auch die Bronzedenkmäler ins Visier. Ausgenommen von der geforderten Ablieferung waren ausdrücklich jene Denkmäler, die „von besonderem künstlerischem oder historischem Wert“ seien und deshalb nicht eingeschmolzen, sondern erhalten werden sollten; eine Werte-Definition, für die es allerdings nirgends klare Richtlinien gab. In München führte dies dazu, dass zwischen 1940 und 1942 eine Reihe von Entscheidungsträgern und Mitspielern zu Richtern über den Erhalt oder die Vernichtung von Kulturgut und Erinnerung wurde. Eindrücklich dokumentieren erhaltene Akten, wie das Schicksal des Gluck-Denkmals von Kompetenzgerangel, ideologisch geprägter Einflussnahme, unterschiedlichen Werturteilen und staatlichem Druck bestimmt wurde. Am Promenadeplatz resultierte der Widerstreit verschiedener Interessen schließlich in der absurden Situation, dass von den dort aufgereihten fünf Bronzestandbildern zwei erhalten und drei eingeschmolzen wurden – unter den letzteren die der Komponisten Gluck und Lasso, denen ausgerechnet ihre für zeitlose Dauer gedachte Materialität zum Verhängnis wurde. 16 Jahre lang sollten nur noch ihre leeren Sockel an sie erinnern. 1958 feierte München seinen 800. Stadtgeburtstag. Der Beschluss, aus diesem Anlass eine Reihe von Denkmälern (wieder) zu errichten, leitete die Wiederauferstehung des Gluck-Denkmals aus dem 19. Jahrhundert ein. Bruggers originales Gipsmodell hatte sich erhalten und konnte nun als Vorlage für einen Neuguss verwendet werden. Am 31. August 1958 erfolgte die Enthüllung der identischen, frisch gegossenen Statue unter reger öffentlicher Teilnahme – die Münchner hatten „ihren“ Gluck wieder. Heutigen Betrachtern vermittelt sein Denkmal am Promenadeplatz einerseits das Verständnis von Kunst und nationaler Heroen-Darstellung im 19. Jahrhundert – gleichzeitig aber auch eine in der Münchner Nachkriegszeit installierte Scheinkontinuität, die nie bestand.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T13:13:55+02:00</published>
    <updated>2026-05-05T09:21:25+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338</id>
    <author>
      <name>Marlies Lüpke</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Standbild von Orlando di Lasso: Zwischen Erinnern und Vergessen: Wie sich ein Denkmal verwandelt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Fast vier Jahrzehnte lang war München die Heimat eines der bedeutendsten Komponisten der Renaissance. Orlando di Lasso brachte im 16. Jahrhundert Ruhm und musikalischen Glanz an den Münchner Hof. Sein Denkmal am Promenadeplatz hat immer wieder neue Rollen übernommen und erzählt von den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der Stadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b6737d6ce92943bed2c6681ce60d025a.jpg" alt="Denkmal Lasso" /><br/><p>Im Mai 1956 fand in München ein feierlicher Festakt in Gegenwart oberster Vertreter aus Kultur, Wissenschaft und Kirche statt. Genau 400 Jahre war es her, dass der Komponist Orlando di Lasso Antwerpen verließ, um 1556 in die Dienste Herzog Albrechts V. (1528–1579) zu treten und die hiesige Hofkapelle zu ungeahnter Blüte zu führen. Bis zu seinem Tod 1594 blieb Lasso München treu. In den 1830er Jahren hatte König Ludwig I. (1786–1868) damit begonnen, verdiente Persönlichkeiten seines Landes mit bronzenen Standbildern zu ehren und dies zugleich mit seinen kulturpolitischen Zielen und Idealen zu vereinen. Die Denkmäler sollten die Untertanen aller Landesteile in nationalem Stolz vereinen und Bayern nach außen hin als bedeutende Kulturnation präsentieren. Der allgemeine Geniekult des 19. Jahrhunderts verlangte darüber hinaus nach einer sprichwörtlichen „Überhöhung“. Ein massiver Sockel, der den Dargestellten über den Betrachter erhebt, war unabdingbar. Bildhauer Max von Widnmann hatte zudem die Aufgabe, Lasso nicht nur erkennbar als Musiker, sondern zugleich als schöpferisches Individuum von überragender geistiger Größe zu formen. Widnmann zeigt den Komponisten deshalb im Moment musikalischer Eingebung mit unbestimmt in die Ferne gerichtetem Blick. Notenpapier und Feder in der Hand lassen vermuten, dass er diese Inspiration sogleich in überzeitlich gültige Musik verwandeln wird. Die überhöhende Bezeichnung als „Tondichter“ am Sockel stellt Lasso dabei bewusst über seine weniger gesegneten Komponistenkollegen. Idealisierende Funktion hat auch der wallende Mantel, der die Figur faltenreich umhüllt – eine beliebte „Zutat“ des 19. Jahrhunderts, die Gelehrsamkeit vermitteln soll. Mit der zu Lassos Zeiten tatsächlich getragenen, modischen Schaube (eine Art Kurzmantel) hat das fantasievolle Kleidungsstück wenig zu tun und steht somit in merkwürdigem Kontrast zu der übrigen, historisch korrekt dargestellten Kleidung. Lassos Denkmal wurde 1849 neben seinem bereits im Jahr zuvor enthüllten Komponistenkollegen Gluck am Odeonsplatz aufgestellt, doch schon 1861 ließ Widnmanns neues Reiterstandbild Ludwigs I. keinen Platz mehr für die beiden. Gemeinsam wanderten sie auf den Promenadeplatz, den sie sich für die nächsten 80 Jahre mit drei weiteren Bronzestatuen teilten. Ab 1940 sorgte der kriegsbedingte hohe Bedarf an Metallreserven für eine Auslese. Lassos Bronze-Porträt gehörte zu jenen Statuen, die man nicht vor dem Einschmelzen für Rüstungszwecke bewahrt hatte. Genauso wie die benachbarten Statuen von Christoph W. Gluck und Alois Kreittmayr entsprach es nicht den Werten der neuen Zeit und wurde in einem Akt selektiver Tilgung der „Metallmobilisierung“ geopfert. Zurück blieben drei verwaiste Sockel. Während der Vorbereitungen für den 800. Stadtgeburtstag im Jahr 1958 beschloss man, Orlando di Lasso wieder ein Denkmal zu errichten. Statt für eine Neuschöpfung entschied sich der städtische Festausschuss für eine originalgetreue Kopie nach dem noch vorhandenen Gipsmodell Widnmanns. Mit der Enthüllung der vertrauten Statue am 22. Juli 1958 wurde die Erinnerung an ihren Verlust gleichsam überschrieben: Der Komponist auf dem wiederbelebten Sockel sah aus, als sei er nie fortgewesen. Die bewusste Rückkehr zum Alten fügte sich nahtlos in ein Festprogramm ein, das sich der Inszenierung einer ungebrochenen Kulturtradition verschrieben hatte und dabei die Jahre 1933 – 1945 vollständig ausblendete. Damit erhielt Lassos Statue eine Doppelfunktion: Als Symbol musikalischer Tradition stand sie für einen gewollten Erinnerungswert, der zugleich unerwünschte Erinnerungen an belastende Brüche und Leerstellen überdeckte. Heute besitzt Lassos Denkmal vor allem historischen Wert. 2009 wurde sein längst funktionslos gewordene Monument von der Fangemeinde Michael Jacksons zum „Memorial“ ihres Idols umgewandelt und im Sockelbereich mit zahlreichen Andenken an den Popstar bestückt. Seither hat sich die Wahrnehmung des Denkmals deutlich verschoben: Privates Gedenken ersetzt die „von oben“ verordnete Repräsentationsfunktion; aus Distanz durch Überhöhung wurde ein emotionaler Erinnerungsort auf Augenhöhe. Lasso hat inzwischen eine andere Art von Denkmal erhalten: Die jüngst in München vollendete Gesamtausgabe seiner Werke hat ihm ein neues (diesmal musikalisches) Monument gesetzt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337">Für mehr (einschließlich 12 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T12:04:14+02:00</published>
    <updated>2026-05-12T09:35:50+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337</id>
    <author>
      <name>Marlies Lüpke</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Alte Israelitische Friedhof: Über 200 Jahre Geschichte]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Geschichte des Alten Israelitischen Friedhofs umfasst seit seiner Erbauung im Jahr 1816 mittlerweile über 200 Jahre. Dieser Friedhof hat beide Weltkriege überlebt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fabf8819ed8829385f4314d9c8f6699f.jpg" alt="Haupttor des Alten Israelitischen Friedhofs an der Thalkirchner Straße, 2026" /><br/><p>Auf der 2,5 Hektar großen Gesamtfläche des Friedhofs befinden sich etwa 6000 Gräber. Obwohl der Friedhof seit 1907 geschlossen ist, finden dort heute noch in seltenen Fällen und nur bei bereits bestehenden Familiengräbern Begräbnisse statt. Diese Regelung ermöglichte es auch, dass Opfer des Holocaust auf dem alten Israelitischen Friedhof begraben wurden. In der Zeit vor seiner Schließung wurde der Friedhof in den Jahren 1854, 1871 und 1881 erweitert. Nach jeder Erweiterung erhielt der Friedhof eine neue Backsteinmauer. Nachdem eine erneute Erweiterung aus Platzgründen nicht mehr möglich war, wurde der Alte Israelitische Friedhof mit der Eröffnung des Neuen Israelitischen Friedhofs in Alte Heide-Hirschau geschlossen. Das Haupttor des Friedhofs wurde seit seiner Schließung nicht mehr geöffnet. Der Friedhof ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, das Betreten für Angehörige ist jedoch über einen Seiteneingang möglich.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/336">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-21T16:13:05+02:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:09:33+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/336"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/336</id>
    <author>
      <name>Julia Karcher</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
