Eingeordnet unter Sendling-Westpark

Die Theresienwiese

Vom königlichen Hochzeitsgeschenk zur Weltbühne

Aus der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. (1768–1868) und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792–1854) sowie einem Pferderennen zu ihren Ehren am 17. Oktober 1810 entwickelte sich das größte Volksfest der Welt. Heute ist die berühmte Wiese, die nach der Prinzessin benannt wurde, weit mehr als nur eine Eventfläche: Sie symbolisiert den historischen Wandel von einem einst unbedeutenden Gelände vor den Toren der Stadt zu einem der weltweit bekanntesten Schauplätze bayerischer Tradition.

Die Planung der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 war der Anfang eines Bedeutungsgewinns einer bis dahin ungenutzten 42 Hektar großen Wiese. Am 15. Oktober 1810, also während der Hochzeitswoche, wurde die Fläche offiziell mit ihrer Genehmigung nach der Prinzessin benannt. Das Pferderennen wurde im darauffolgenden Jahr wiederholt – so entwickelte sich das Oktoberfest als Tradition.

Der Bankier und Major Andreas von Dall’Armi, der die Idee hatte, die Hochzeit mit einem Pferderennen zu beenden, wurde für seinen Vorschlag im Jahre 1824 mit der erstmals verliehenen Bürger-Medaille der Stadt München ausgezeichnet.

Das Fest wurde 1811 um ein Landwirtschaftsfest mit Landwirtschaftsausstellung ergänzt.Anlässlich des Oktoberfests 1850 wurde die Theresienwiese durch die Bronzestatue der Bavaria um ein dauerhaftes Monument der Patronin Bayerns ergänzt. Mit der Zeit kamen immer mehr Gaukler, Kegelbahnen und Losbuden dazu. Aus kleinen Bierbuden wurden in den 1890er-Jahren riesige Bierzelte.

Heute kennen wir die Theresienwiese als Ort des größten Volksfests der Welt, dem Oktoberfest, das jährlich über 6 Millionen Menschen aus der ganzen Welt besuchen. Außerdem wird die Fläche auch für Weihnachtsmärkte, Flohmärkte, politische Demonstrationen und andere Veranstaltungen genutzt.

Bilder

Wilhelm von Kobell: Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, Öl auf Leinwand, 78,5 cm x 135,5 cm
Wilhelm von Kobell: Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, Öl auf Leinwand, 78,5 cm x 135,5 cm Das Pferderennen anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen wurde von Andreas von Dall’Armi veranstaltet und gilt als der Ursprung des Oktoberfestes. Quelle:

Münchner Stadtmuseum, Sammlung Graphik / Gemälde, Inventarnummer GM-IIb/33

Erstellt von: Wilhelm von Kobell
Bavaria und Ruhmeshalle von der Theresienwiese aus gesehen, 1971.
Bavaria und Ruhmeshalle von der Theresienwiese aus gesehen, 1971. Seit 1810 findet das Oktoberfest beinahe jedes Jahr statt. Während der Napoleonischen Kriege 1913, der Cholera 1854, 1866 und 1873, der Inflation von 1923, dem Zweiten Weltkrieg 1939-1945 und aufgrund der Corona-Pandemie 2020 und 2021 fiel das Oktoberfest aus. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek, ZI-0946-01-00-Th219529 Erstellt von: Z. J.
Die Theresienwiese mit Oktoberfest-Zelten, 2006
Die Theresienwiese mit Oktoberfest-Zelten, 2006 Aus den Hochzeitsfeierlichkeiten mit Pferderennen ist eine Weltattraktion geworden, 2026 besuchten 6,5 Millionen Menschen die Wiesn. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Stefan Weigel Datum: 14. September 2006
Luftbild der Theresienhöhe mit Theresienwiese, vor 1939
Luftbild der Theresienhöhe mit Theresienwiese, vor 1939 Direkt an die Theresienwiese grenzt der Bavariapark mit der Alten Messe, wo sich heute das Verkehrszentrum des Deutschen Museums befindet. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek /Archiv, Bildarchiv Bruckmann, ZI-BAB-26-Arch-053a

Ort

Theresienwiese, 80336 München | öffentlich zugänglich

Metadaten

Rafael Valsamidis, “Die Theresienwiese: Vom königlichen Hochzeitsgeschenk zur Weltbühne ,” MunichArtToGo, zuletzt zugegriffen am 21. Mai 2026, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/328.