Die Ludwig-Maximilians-Universität in den 1920er Jahren
Alma Mater des Journalisten Konrad Heiden

Konrad Heiden (1901–1966) war ein Journalist und Buchautor, der kritisch über den Aufstieg der Nationalsozialisten berichtete. Unter anderem verfasste er die erste fundierte Hitler-Biografie. In den 1920er Jahren studierte er an der LMU.
Im Mai 1920 schrieb sich der 18-jährige Konrad Heiden für ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften ein. Die Ludwig-Maximilians-Universität war damals geprägt von politischen Auseinandersetzungen. Viele Studierende gehörten völkischen, antisemitischen und reaktionären Gruppen an, sie lehnten wie auch die Mehrheit der Professoren die Weimarer Republik ab. Immer wieder kam es zu Tumulten, mehrfach musste die Universität sogar geschlossen werden.
In diesem aufgeheizten Klima zeigte der junge Heiden, dessen früh verstorbene Eltern in der Arbeiterbewegung aktiv gewesen waren, bemerkenswerten Mut. Er ging keiner Konfrontation mit Rechtsradikalen aus dem Weg, engagierte sich im Republikanischen Studentenbund, lud demokratisch gesinnte Politiker für Vorträge an die LMU ein und konnte sogar den berühmten Schriftsteller Thomas Mann als Redner gewinnen.
Schon während seines Studiums, das er ohne Abschluss beendete, schlug Heiden eine journalistische Laufbahn ein. Ab 1923 berichtete er für das Münchner Büro der liberalen „Frankfurter Zeitung“ über den Aufstieg Hitlers und der NSDAP. Als Gegner der Nationalsozialisten musste er Deutschland Anfang 1933 verlassen, bekämpfte sie jedoch weiterhin publizistisch aus dem Exil. 1940 gelang es ihm, sich in den USA in Sicherheit zu bringen.
Für Aufsehen sorgte Konrad Heiden nicht zuletzt mit seiner Mitte der 1930er Jahre verfassten zweibändigen Hitler-Biografie. Darauf aufbauend erschien 1944 in den USA sein Buch „Der Führer – Hitler’s Rise to Power“, das ihn in der angelsächsischen Welt berühmt machte. In Deutschland blieb der engagierte Nazi-Gegner auch nach dem Krieg weitgehend vergessen.
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