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Das Bahnbetriebswerk Thalkirchen

Zwischen Dampf und Strom

Das Betriebswerk Thalkirchen war lange Herzstück der Isartalbahn. Gegründet 1891, erlebte es den Übergang von Dampf- zu Elektroantrieb und ist als Bauensemble im ins 21. Jahrhundert weiterhin sichtbar und erzählt viel über die Geschichte der Münchner Lokalbahn.

Das Betriebswerk entstand zur Eröffnung der Isartalbahn am 10. Juni 1891. Es lag zwischen den Haltestellen Thalkirchen und Maria‑Einsiedel und diente als Hauptwerkstätte der LAG (Lokalbahn AG). Anfangs standen dort sieben Dampflokomotiven. Ein fünfständiger Rundlokschuppen formte das Gelände.

Am 15. Januar 1900 kamen die ersten Triebzüge in München zum Einsatz. Dafür baute man eine dreigleisige Triebwagenhalle und ein kleines E‑Werk zur Stromversorgung. Dampf‑ und Elektrofahrzeuge fuhren eine Zeit lang parallel. Das stellte Werkstatt und Personal vor neue Aufgaben.

Ab 1. Januar 1952 wurde das Bw (Betriebswerk) Thalkirchen als Außenstelle dem Bw München Ost unterstellt. Vier Jahre später, 1956, wurde das Betriebswerk aufgehoben. Teile der Gleisanlagen blieben noch bis 1964 erhalten. Einige Gleise erinnern noch an die frühere Nutzung des Geländes. Zwischenzeitlich befand sich dort auch ein Spielplatz, der mittlerweile aber wieder abgebaut wurde. Einige Gebäude, etwa der Rundlokschuppen, das Kesselhaus und die Triebwagenhalle, überdauerten und stehen heute als Baudenkmäler in der Bayerischen Denkmalliste. Zwischen 2014 und 2015 wurden Teile des Geländes saniert und gewerblich genutzt.

Heute erinnert die ehemalige Trasse mit Radweg und Parkflächen an die Zeit, als früher hier Züge das Isartal verbanden. Die Spuren sind sichtbar und so bleibt die Geschichte greifbar.

Bilder

Ehemalige vierständige Reparaturwerkstätte
Ehemalige vierständige Reparaturwerkstätte Das Foto zeigt ein altes Betriebsgebäude des ehemaligen Bw Thalkirchen mit Ziegelwänden, mehreren Fensterreihen und einem einfachen Eingang. Das Gebäude diente früher als Werkstatt des Thalkirchner Bw. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: FritzK2 Datum: 29. September 2013
Ehemaliges Kesselhaus
Ehemaliges Kesselhaus Aufnahme des Betriebsgebäudes des ehemaligen Bw Thalkirchen mit massiven Ziegelwänden, hohen Fenstern und einfachem Dach. Das ehemalige Kesselhaus erzeugte den Wasserdampf, der für den Betrieb des Bahnbetriebswerks notwendig war. Der Dampf wurde genutzt, um Lokomotiven zu versorgen, Reinigungs und Enteisungsarbeiten durchzuführen und für den Betrieb verschiedene technischer Anlagen des Betriebswerks. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Lenni-2011 Datum: 31. Mai 2012
Ehemaliger fünfständiger Ringlokschuppen
Ehemaliger fünfständiger Ringlokschuppen : Der ehemalige fünfständige Ringlokschuppen diente als Abstell und Wartungsort für die Lokomotiven. Hinter den Toren wurden die Geräte untergestellt, versorgt und für den nächsten Einsatz vorbereitet. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Fentriss Datum: 2. April 2010
Ehemalige dreiständige Triebwagenhalle
Ehemalige dreiständige Triebwagenhalle Nahaufnahme eines Schuppens auf dem ehemaligen Bw Gelände. Auch hier waren Lokomotiven untergestellt. Bis in die 1980er Jahre wurde die Triebwagenhalle von der Gleisbaufirma Robel genutzt. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: FritzK2 Datum: 29. September 2013
Ehemaliges Wohn- und Dienstgebäude
Ehemaliges Wohn- und Dienstgebäude Das Foto zeigt ein Wohnhaus auf dem Gelände des ehemaligen Bw Thalkirchen. Es diente für das Betriebs Personal als direkter Wohnort. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: FritzK2 Datum: 29. September 2013

Ort

Isarwinkel 4;14; 8; 6; 10; 12, 81379, München
Zwischen ehemaligen Isartalbahn Haltestelle Thalkirchen und Maria Einsiedel, München (in der Nähe des Freibads Maria Einsiedel)

Metadaten

Philip Nätscher, “Das Bahnbetriebswerk Thalkirchen: Zwischen Dampf und Strom,” MunichArtToGo, zuletzt zugegriffen am 21. Mai 2026, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/323.