Das Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Kunsthistorische Lehre gestern und heute

Das Institut für Kunstgeschichte, das seinen Sitz seit nun bald zwanzig Jahren in der Zentnerstraße 31 hat, zählt, betrachtet man Studierenzahlen sowie Lehr- und Forschungskapazitäten, zweifelsfrei zu den ‚größten‘ Instituten im deutschsprachigen Raum. Mehreren hundert Studierenden und Dutzenden von Promovierenden stehen zwei Lehrstühle, fünf Professuren, zahlreiche Mittelbaustellen sowie mehrere internationale Forschungsprojekte gegenüber.
Das Institut blickt auf eine lange Geschichte zurück, deren institutionellen Anfang man gemeinhin mit der Begründung eines Lehrstuhles für Kunstgeschichte im Jahr 1909 durch Berthold Riehl beginnen lässt. Das damals neu entstandene „Kunsthistorische Seminar und Kupferstichsammlung“ wurde im Bestelmeyer-Anbau des Universitätshauptgebäudes untergebracht und umfasste einen Hörsaal, einen Seminarraum und ein Vorstandszimmer. Die institutseigene Graphiksammlung ging dabei auf bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts für den kunsthistorischen Unterricht erworbene Bestände zurück.
Auf Riehl folgten die Lehrstuhlinhaber Heinrich Wölfflin, Max Hauttmann, Wilhelm Pinder, Hans Jantzen, Hans Sedlmayr, Norbert Lieb, Wolfgang Braunfels, Hermann Bauer, Hans Belting, Frank Büttner und Hubertus Kohle. Unter Wölfflin wurde die Dia-Doppelprojektion eingeführt, Pinder holte man 1935 „als ersten Kunsthistoriker im Reich“ mittels eines so genannten „Ringtausches“ nach Berlin, während Jantzen nach München beordert wurde. Sedlmayrs Berufung 1951 löste aufgrund seiner NS-Vergangenheit Proteste aus. In den 1960er Jahren bezog das Institut Räume im Amalientrakt, bevor es in eine Villa in der Georgenstraße 11 umzog, die jedoch zugunsten der aktuellen, größeren Räumlichkeiten wieder verlassen wurde.
Bilder


Zwischen 1974 und 2008 befand sich das Institut für Kunstgeschichte im Gebäude Georgenstraße 7. Die Fassade hat ihr heutiges Aussehen seit 1888. Im Jahr zuvor hatte der Unternehmer Carl Thieme das Haus erworben und ließ es im Folgenden umgestalten. Mehrere Zimmer des Hauses wurden von Richard Riemerschmid zwischen 1899 und 1906 gestaltet, viele der in diesem Zuge entstandenen Möbel befinden sich heute im Münchner Stadtmuseum. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Rufus46

