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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[Das AIDS-Memorial von Wolfgang Tillmans: Eine U-Bahn-Säule als Mahnmal am Sendlinger-Tor-Platz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Eine türkis gekachelte Säule, als Bauteil Münchner U-Bahn-Stationen vertraut, steht plötzlich im Freien und irritiert durch ihre vermeintliche Deplatziertheit die vorbeigehenden Passanten. Wolfgang Tillmans’ <i>AIDS-Memorial</i> setzt bewusst auf Wiedererkennung und zugleich auf minimale Verschiebung der Wahrnehmung des Altbekannten. Auf dem Sendlinger-Tor-Platz aufgestellt, verankert die Gedenksäule die Erinnerung an all diejenigen Menschen, deren Leben durch AIDS geprägt worden ist und weiterhin wird. An einem städtischen Knotenpunkt, an dem sich die Menschen im Modus des Vorübergehens befinden, lädt das Memorial zum Verweilen und zur Reflektion ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8ed9692f055c9c850f1113dbab0092e8.jpg" alt="Wolfgang Tillmans, AIDS-Memorial, 2002." /><br/><p>Das <i>AIDS-Memorial </i>am Sendlinger-Tor-Platz, aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen und am 17. Juli 2002 eingeweiht, gehört zu jenen künstlerischen Interventionen, die sich – anders etwa als klassische Pestsäulen – der Rhetorik des monumentalen Denkmals entziehen und gerade dadurch wirksam werden. Wolfgang Tillmans nutzt die Logik eines städtischen Transitortes: flüchtiger Blick, schneller Schritt und erhoffte Umsteigemöglichkeit bestimmen hier am Drehpunkt des Nahverkehrs den Rhythmus der Passanten. Aus der U-Bahn an die Oberfläche gelangt, richtet sich der Blick der Menschen gen Einkaufsstraße und bleibt zugleich an einer „Irritation“ im Stadtbild hängen, die zu Entschleunigung und Reflektion einladen möchte. Besagte Störung der Wahrnehmung ist von Tillmans intendiert und entsteht, indem er ein Element der Münchner U-Bahn-Architektur, mit dessen markanten Siebziger Jahre-Design, übernimmt und es als Solitär in den Stadtraum setzt. Die türkisblau gekachelte Gedenksäule wirkt wie ein fragmentiertes Stück Infrastruktur, das aus dem Untergrund an die Oberfläche geholt wurde. Die Arbeit spielt mit Index und Replik. Das seriell gefertigte Material, die sachliche Vertikale und die vertraute Farbigkeit erzeugen Wiedererkennung, zugleich verschiebt die Versetzung aus dem Funktionsraum in den Außenraum die Wahrnehmung der Betrachtenden. Das heißt, erst auf den zweiten Blick wird die Säule zum Memorial. War sie in der U-Bahn noch eine unter Vielen, steht sie im Tageslicht allein da. Der Eindruck der Vereinzelung oder gar des Alleingelassen-Seins ruft in Zusammenschau mit der Alltäglichkeit des U-Bahn-Designs Assoziationen zu den prekären Lebensumständen und der Stigmatisierung hervor, denen an AIDS erkrankte Personen und ihr soziales Umfeld lange Zeit ausgesetzt waren, und teils weiterhin sind. Die Inschrift „AIDS / den Toten / den Infizierten / ihren Freunden / ihren Familien / 1981 bis heute“ formuliert eine Widmung ohne Personalisierung und erinnert an Beziehungen, an soziale Eingebundenheit, an Liebe, an Pflege und Verlust. Wobei die gewählte Zeitformel „bis heute“ die Erinnerung offenhält, sie an Gegenwart bindet und zur Solidarität aufruft. Zwei nahe Sitzbänke schaffen die Möglichkeit des Verweilens und machen aus dem dynamischen Durchgangspunkt einen Gedenkort des Innehaltens. Seit der Aufstellung des AIDS-Memorials im Jahr 2002 hat sich die Wahrnehmung des Memorials etwas verändert, denn der U-Bahnhof Sendlinger Tor wurde 2021/22 renoviert und dabei auch die Verkleidung der Säulen modernisiert. <p>Durch den Einsatz des Rosa-Liste Stadtrats Thomas Niederbühl konnte erwirkt werden, dass zumindest einer der Rundpfeiler im originalen Siebziger-Jahre-Keramikkachel-Design verblieben ist, um den Bezug zu Tillmans <i>AIDS-Memorial</i> an der Oberfläche erkennbar zu lassen. Inwiefern die intendierte Aussage des Denkmals hierbei erhalten werden konnte, ist eine andere Frage. Als Ort für Kundgebungen und Protest, der gepflegt und geachtet wird, ist das <i>AIDS-Memorial</i> aber weiterhin fest in der queeren Community Münchens verankert. <strong> </b></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-05T11:14:12+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:36:07+02:00</updated>
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      <name>Henry Kaap</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der alte Flughafen in München-Riem – Ein unbequemes Erbe: Plädoyer für eine zeitnahe Erinnerungskultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen der ehemalige Flughafen in München-Riem (1937-1939 nach Entwurf von Ernst Sagebiel errichtet) und sein missglückter Umbau nach 1992, als er auf Grund des neuen Flughafens in Erding aufgegeben wurde.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4c80e4a62d1c11920409f88ff8641e98.jpg" alt="Flughafen München-Riem wenige Tage nach Einstellung des Flugbetriebs 1992" /><br/><p>Wie sollten wir mit diesem unbequemen Erbe umgehen? Zu erörtern ist, ob ein vollständiger Abbruch der Gebäude, deren Generalsanierung oder ein zeitgemäßer Umbau sinnvoll gewesen wäre. Dahinter steht die Frage, wie mit NS-Architektur umgegangen werden kann und soll? Wie sähe hier eine zeitgemäße Erinnerungskultur aus (wie beim Haus der Kunst, aber auch bei den erhaltenen Bauten am Königsplatz)? In Riem geht es vor allem um die Wappenhalle, den Kontrollturm, deren Denkmalschutz und die vertane Chance, ein Flugzeug- und Architekturmuseum einzurichten, eventuell neben den alten Kopf-und Tribünen-Bauten. So oder so muss das schwierige Erbe angenommen werden, es kann nicht negiert werden.</p><p>1936 war als Standort für einen neuen, zweiten Flughafen in München (nach dem Oberwiesenfeld – heute Olympia-Gelände) ein Platz südöstlich von Riem ausgewählt und mit der Planung durch Ernst Sagebiel sofort begonnen worden. Er zeichnete auch für die zeitgleich entstehenden Flughäfen in Berlin-Tempelhof, Dresden und Stuttgart verantwortlich. Diese Informationen sucht man in Riem vergeblich; würden sie die Nutzung als Event-Location beeinträchtigen? Wieso behielt die Stadt nicht die gut erhaltene, unter Denkmalschutz stehende Wappenhalle? Die Bauten des Riemer Flughafens waren (und sind noch heute) für eine museale Nutzung sehr geeignet. Heute stehen wir einem “Un-Ort” gegenüber. Auf dem weiten ehemaligen Flughafengelände könnte ein NS-Architektur-Dokumentations-Museum eingerichtet werden, als Dependance des Stadtmuseums oder der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Bis jetzt werden die Gipsmodelle der NS-Stadtplanung nur in verschiedenen Abteilungen des noch länger geschlossenen Stadtmuseums gezeigt. Wenn es in der "Hauptstadt der Bewegung" schon ein NS-Dokumentationszentrum gibt, so sollte der Architektur und dem Städtebau der NS-Zeit ebenfalls ein Dokumentationszentrum gewidmet werden, in oder neben den beiden gut erhaltenen Flughafen-Bauten, als kultureller Erinnerungsort im Münchner Osten – neben der Münchner Messe. Diese Idee erfordert allerdings eine besonders behutsame Szenographie, vergleichbar den Plänen von David Chipperfield für das Haus der Kunst. Man würde dann der Geschichte wieder direkt ins Angesicht sehen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-13T14:44:29+02:00</published>
    <updated>2025-05-14T13:05:31+02:00</updated>
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      <name>Michael Stanic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Kunsthalle München: Über die Kunsthalle München (DE/EN)]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit rund 350.000 Besucher:innen jährlich ist die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung (kurz: Kunsthalle München) eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3fa39c78a526f825c0009f7b9027dfeb.jpg" alt="Die Kunsthalle München" /><br/><p>Im Herzen der Münchner Innenstadt gelegen werden hier pro Jahr drei große Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt: von Malerei, Skulptur und Grafik über Fotografie bis hin zu Kunsthandwerk, Design oder Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, aber auch interdisziplinäre Ansätze finden im vielseitigen Programm der Kunsthalle München ihren Platz.
Trägerin der Kunsthalle München ist die Hypo-Kulturstiftung, die 1983 von der damaligen Hypotheken- und Wechselbank aus Anlass des 150-jährigen Firmenjubiläums gegründet wurde. Zwei Jahre später, am 14. Juni 1985, öffnete die Kunsthalle ihre Türen für das Publikum. Die HypoVereinsbank (mittlerweile ein Teil der <span>UniCredit Bank) </span>setzt ihr starkes Engagement für Stiftung und Kunsthalle bis heute weiterhin fort.
Im Jahr 2001 bezog die Kunsthalle ihre jetzigen Räume im Areal der »Fünf Höfe«, die von dem renommierten Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron entworfen und realisiert wurden. Rund 1.200 m² Ausstellungsfläche sind mit modernster Museumstechnik ausgestattet und bieten Kunstwerken verschiedenster Gattungen eine würdige Plattform.
Peter Ade, der erste Direktor der Kunsthalle, wurde 1999 von Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern abgelöst, der das Ausstellungshaus bis März 2006 mit großem Erfolg leitete. Danach übernahm Dr. Christiane Lange bis Ende 2012 die Leitung der Kunsthalle; seit Januar 2013 entwickelt Dr. Roger Diederen als Direktor das anspruchsvolle Ausstellungsprogramm weiter.</p><p><strong><em>EN</em></strong>
<strong>About the Kunsthalle</strong>
With around 350,000 visitors every year, the Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung (in short: Kunsthalle Munich) is one of Germany’s most prestigious exhibition houses. Located at the heart of Munich, the Kunsthalle stages three large exhibitions a year on a variety of themes: from painting, sculpture, graphic art, photography and crafts, through to design and fashion. The Kunsthalle München’s diverse programme alternates monographic exhibitions with thematic projects, yet also includes interdisciplinary concepts.
The Kunsthalle Munich is supported by the Hypo-Kulturstiftung, which was founded in 1983 by the former Hypotheken- und Wechselbank to mark the 150th anniversary of the company. Two years later, on 14 June 1985, the Kunsthalle opened its doors for the general public. HypoVereinsbank (now part of UniCredit Bank) continues its strong commitment to the Foundation and Kunsthalle to this day.
In 2001, the Kunsthalle moved into its current premises in the “Fünf Höfe” complex, designed and built by the renowned Swiss architects Herzog & de Meuron. With an area of approximately 1,200 m² equipped with state-of-the-art museum technology, the exhibition space provides a worthy stage for all forms of art.
Peter Ade, the first director of the Kunsthalle, was succeeded by Dr. Johann Georg Prince von Hohenzollern in 1999, who headed the exhibition venue with great success until March 2006. Dr. Christiane Lange then took over leadership of the Kunsthalle until the end of 2012; since January 2013, Dr. Roger Diederen continues to develop the discerning exhibition programme as its director.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/177">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-09-23T22:02:17+02:00</published>
    <updated>2025-05-30T16:08:43+02:00</updated>
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      <name>Kunsthalle München</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Allianz Arena: Zwischen Architektur und Fußballstadion]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die architektonischen Besonderheiten des neuen Stadions in München, entworfen von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, gelten weltweit als einzigartig.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be6e7f7b4b7b408380341c491036533c.jpg" alt="Die Allianz Arena, 2019" /><br/><p>Die Allianz Arena ist ein starkes Zeichen für München und für den Fußball: Das Stadion, ein weithin sichtbarer Leuchtkörper, dient als bedeutender Orientierungspunkt und Identitätsmerkmal, vergleichbar mit anderen architektonischen Wahrzeichen wie den Türmen der Frauenkirche, den Dächern des Olympiageländes, dem BMW- oder dem Hypo-Hochhaus. Wie ein großer leuchtender Körper steht das Stadion an der Autobahn und markiert einen neuen Übergang zwischen urbanem und ländlichem Raum. Gemeinsam mit der umgebenden Landschaft, den beiden Windrädern und dem Fröttmaninger Berg, bildet es ein neues Tor zur Stadt. Die weit über die unmittelbare Umgebung ausstrahlende architektonische Homogenität und Größe der Arena erstrecken sich auch auf den Innenraum. Der Zug der Fans zum Stadion erfolgt über die Esplanade, die in Anlehnung an die Vegetation der nah gelegenen Fröttmaninger Heide gestaltet ist. Darunter befinden sich die Parkhäuser, die dadurch in die Landschaft integriert werden und den Blick von Süden auf die faszinierende, fast schwebende Architektur freigeben. Die Zuschauer nähern sich dem Stadion über die gesamte Breite des Geländes. Am Übergang zwischen Esplanade und Stadion können sie von allen Seiten unter dem Architekturkörper hindurch in das Innere der Arena gelangen. Die Zuschauerränge sind möglichst eng um das Spielfeld angeordnet, ähnlich den Vorbildern der traditionellen, nach innen gekehrten englischen Stadien, wie allen voran in Manchester und Liverpool. Wie im alten Shakespeare-Theater rücken sie die Zuschauer in unglaubliche Nähe an das Spielgeschehen heran. Diese räumliche Verdichtung schafft, wie in Fußballhochburgen wie Mailand und Madrid, eine intensive Spielatmosphäre: Die größtmögliche Nähe zwischen Spielern und Fans ist der entscheidende Faktor für die Stimmung in einem Stadion. In der Allianz Arena wird die Nähe zum Spielfeld zusätzlich optimiert: Denn jeder der drei Ränge ist für sich so weit wie möglich an das Geschehen herangerückt. Die von unten ansteigende Höhe der drei Ränge schafft eine zusätzliche räumliche Verdichtung. Die Versätze zwischen den Rängen werden genutzt, um die Logen zu integrieren, ohne dabei die Tribünen zu unterteilen. Der große Umgang auf der Zugangsebene erhält zwischen dem ersten und dem zweiten Rang auf 360 Grad eine direkte räumliche Verbindung zum Spielfeld. Der derart verdichtete Innenraum lässt die Atmosphäre nach keiner Seite entweichen, die Stimmung wogt zwischen dem Spielfeld und den Tribünen hin und her. Hoffnung, Verzweiflung, Begeisterung: die ganze Dramatik und Emotion eines Spiels wird in diesem Kessel eingefangen. Der Rasen, die Bühne des Spiels, das magische Rechteck, die Oberfläche, auf der sich das Spiel und die Spannung entfalten: Das Spielfeld ist der Ausgangspunkt des Entwurfes. „Fußball bedeutet immer die direkte Konfrontation einer Mannschaft gegen die andere. Das sind beinahe feindselige Kämpfe und das Stadion gleicht schon fast einer Burg, das Spielfeld einem Schlachtfeld - überspitzt ausgedrückt… Ich nenne das Innere des Stadions nicht Hexenkessel, sondern Wahrnehmungsmaschine. Die Interaktivität, das totale Verstärken der Emotionen ist das Wichtigste bei allen unseren Projekten. Wir können nicht wegen radikaler unkontrollierbarer Emotionen langweilige Architektur machen - weder für eine Oper oder ein Museum noch für ein Fußballstadion“ (Zitat von Jacques Herzog zur Allianz Arena). Die äußere Hülle des Stadions besteht aus großen, weiß-schimmernden rautenförmigen ETFE-Folienkissen, die einzeln beleuchtet werden können. Durch LED-Technologie kann das gesamte Stadion in über 16 Millionen Farben erstrahlen, was eine Vielzahl von Lichtszenarien ermöglicht und die Atmosphäre aus dem Inneren widerspiegelt. Die Allianz Arena und allen voran der FC Bayern München üben eine große Anziehungskraft auf Gäste aus der ganzen Welt aus. Ein Besuch des Stadions ist daher für alle empfehlenswert, die Begeisterung für Architektur und Sport haben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/152">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-04-29T15:42:12+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T12:48:30+02:00</updated>
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      <name>FC Bayern Museum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Riemer Park: Auf Linie]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Gestaltung des Landschaftsparks „Riemer Park“ ist geprägt von einem ungewöhnlichen Konzept: gerade Wege und eine einheitliche, lineare Bepflanzung durchziehen den Park konsequent und geben ein Gefühl von Unendlichkeit, weshalb der Riemer Park auch als „Park ohne Grenzen“ [Vexlard 2005] bezeichnet wird.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/91dc989b892bf34a0b88e5e18a319901.jpg" alt="Weg durch den Riemer Park, 2019" /><br/><p>Der Riemer Park wurde als Teil des städtebaulichen Gesamtkonzepts der Messestadt Riem auf dem ehemaligen Flughafengelände des Flughafens München-Riem errichtet. 1992 war der Flugbetrieb dort eingestellt und in das Gebiet des Erdinger Mooses zwischen Freising und Erding verlagert worden.</p><p>Das Konzept für die künftige Nutzung des ehemaligen Airports sollte zu je einem Drittel den Nutzungsarten Grünfläche, Wohngebiet und Gewerbeansiedlung gewidmet werden. Gebaut wurde der Riemer Park von 1992 bis 2006 als Teil der öffentlichen Infrastruktur der Messestadt Riem, im Zuge einer der größten Flächenumwandlungen Münchens. Ab 1996 war die Austragung einer Gartenschau auf dem Gelände im Gespräch, was die Stadt München zum Anlass nahm, einen internationalen Wettbewerb für die Landschaftsgestaltung auszurufen. Der neu zu schaffende Park sollte einen Übergang zwischen urbaner Zone und der Landschaft im Nordosten Münchens herstellen. </p><p>Gewinner des Wettbewerbs war das Pariser Landschaftsarchitektenbüro Latitude Nord. Deren Entwurf setzte sich aus einer aktiven Zone im Norden, dem sogenannten Aktivitätenband, mit einem Freizeitbereich aus Spiel- und Sportplätzen, und einem weniger nutzbaren Bereich im Süden zusammen. Diese Nutzungsgliederung ist auch durch die Bepflanzung festgelegt: im Norden ist der Rasen kurz geschnitten, während im Süden Magerrasen aus heimischem Saatgut ungemäht bleibt, um der Tierwelt Nahrung und Schutz zu bieten. Symmetrische Gehölzstellungen, gerade Linien, Granit, Kies und Beton sind die prägenden Gestaltungselemente des Parks. Die planerische Komplexität des Riemer Parks erschließt sich beim Blick von der Spitze des Rodelhügels aus, der sich beim See im Osten des Parks befindet.</p><p>Dort ist der Park auch mit Blütenpflanzen gestaltet, im Südwesten hingegen liegen die sogenannten „Senkgärten“ mit monokulturell bepflanzten metallumrandeten Parzellen.</p><p>Die Reaktionen auf den Park waren während der Bundesgartenschau 2005 oft negativ, kritisiert wurde vor allem seine Kargheit und die große Menge an Stein, die verwendet wurde. Die Kombination von strenger Geometrie und den verwendeten Materialien machen den Riemer Park zu einem Gegenentwurf zu anderen Münchner Parks wie dem Englischen Garten. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/128">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-11-24T10:48:10+01:00</published>
    <updated>2024-09-04T14:55:20+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche in München: Ein Juwel unter den Münchner Kirchen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die zwischen 1993 und 1995 errichtete Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche in München hat für ihre Gemeinde, die Stadt und die Ökumene eine große kulturelle und architekturgeschichtliche Bedeutung. Ihre Vorgeschichte beginnt bereits Anfang der 1980er Jahre, als der griechisch-orthodoxen Gemeinde die an gleicher Stelle befindliche, 1929 erbaute römisch-katholische Allerseelenkirche von der Erzdiözese München und Freising unter Kardinal Friedrich Wetter zur Mitnutzung zur Verfügung gestellt wurde. In die heutige Kirche wurden Teile der Bestandsmauern integriert. Zugleich wurden die traditionellen Bauelemente orthodoxer Kirchen mit zeitgenössischem Aussehen verbunden. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4eb6d41fc5d15c5b14c394fd33daed04.jpg" alt="Allerheiligenkirche, 2023" /><br/><p><b>Allerseelenkirche 1929</b> An der Ungererstraße 131 in München entsteht nach Plänen des Architekten Richard Steidle die römisch-katholische Allerseelenkirche. Der Entwurf sieht einen zweistufigen Bauplan vor: Zunächst soll nur die Unterkirche gebaut werden, worauf ein paar Jahre später mit zusätzlicher Finanzierung die Oberkirche entstehen soll. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kommt es nicht zum Weiterbau der Oberkirche. Die Allerseelenkirche übersteht den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet und verliert ab 1958 an Bedeutung, da deren Gemeinde in die neugebaute katholische Allerheiligenkirche an der Ungererstraße 187 weiter nördlich zieht. Der Stadtrat Dr. Hans Högg hatte sich bereits seit Anfang der 1950er Jahre für einen größeren, repräsentativeren Neubau auf einem anderen Grundstück näher am Stadtrand ausgesprochen. <b>Raumnot 1978</b> Wegen eines Rechtsstreits mit einer religiösen Splittergruppe ist die Salvatorkirche, in der seit 1827 griechisch-orthodoxe Gottesdienste im Herzen Münchens gefeiert werden, für die Griechisch-Orthodoxe Metropolie bis auf weiteres nicht mehr betretbar. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde, die seit dem Abwerbeabkommen zwischen Deutschland und Griechenland 1960 in München stetig gewachsen ist, gerät in Raumnot. <b>Ankunft 1980</b> Die katholische Kirche schlägt der griechisch-orthodoxen Gemeinde die Allerseelenkirche ab Weihnachten 1980 zur Mitbenutzung vor. Ab 1982 wird die griechisch-orthodoxe Gemeinde dann alleinige Nutzerin der Allerseelenkirche. <b>Erster Entwurf 1986</b> Der Bauunternehmer und Architekt Robert Brannekämper sen. wird vom katholischen Ordinariat unter der Leitung des damaligen Erzbischofs von München und Freising Kardinal Friedrich Wetter beauftragt, eine griechisch-orthodoxe Kirche mit Gemeindezentrum an der Ungererstraße zu entwerfen. Er sieht zunächst drei separate Volumen mit Rundungen vor, wobei die Kirche nach orthodoxen Vorgaben geostet wird. <b>Vorentwurf 1991</b> Der Vorentwurf wird vom Entscheid Kardinal Wetters geprägt, die Allerseelenkirche nicht vollständig abzureißen, sondern in den Entwurf zu integrieren. Das Grundstück ist im Vorentwurf L-förmig belegt und weist einen höheren Turm auf. Nach einer gemeinsamen Griechenlandreise von Brannekämper und Erzpriester Apostolos Malamoussis, um orthodoxe Kirchenbauten in Thessaloniki und Umgebung zu besuchen, werden Ende 1991 die Pläne zur Genehmigung bei der Lokalbaukommission eingereicht. Kurz darauf erhebt ein Vertreter der Denkmalpflege Einspruch, um die Allerseelenkirche auf ihren denkmalpflegerischen Wert prüfen zu lassen. Die Genehmigung verzögert sich um mehrere Monate. <b>Beginn des Umbaus 1993</b> Im Oktober 1993 findet die Grundsteinlegung in Anwesenheit des Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel und Kardinal Friedrich Wetter statt. Kurz darauf wird die Allerseelenkirche bis auf die Außenmauern teilabgerissen. Die neue Dachkonstruktion mit einer Haupttonne und seitlichen Stichkappen besteht aus einer Mischung von Fertigteilen und Ortbeton. Der Innenraum ist von schlanken Säulen geprägt. Die Nebengebäude werden bis auf die Außenmauern entkernt. Zum Großteil finanziert das katholische Ordinariat die Kosten für den Umbau, mit einer finanziellen Mitbeteiligung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. <b>Weihung 1995</b> Nach zwei Jahren Bauzeit weiht Metropolit Augoustinos die Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche in Anwesenheit von Kardinal Friedrich Wetter und weiteren ranghohen Vertretenden aus Kirche und Politik. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits die ersten Ausmalungen fertiggestellt, u.a. die Kuppel. <b>Auflassung 2009</b> Der Auflassungsvertrag wird zwischen der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und der Erzdiözese München und Freising unterzeichnet. Damit ist die Griechisch-Orthodoxe Metropolie offiziell Eigentümerin der Ungererstraße 131. <b>Ausmalung seit 1995</b> Seit 1995 wird die Griechisch-Orthodoxe Allerheiligenkirche, allein durch Spenden finanziert, von der Werkstatt Voutsina aus Thessaloniki ausgemalt. Dabei werden die Motive auf Leinwänden in Griechenland vorgemalt, vor Ort an die Wände mit einem speziellen Leim geklebt und mit Farben und Blattgold ergänzt. Einzig die Auferstehung an der Ostwand über dem Altar ist vor Ort direkt auf die Wand gemalt worden, da das Motiv aufgrund seiner Größe nicht in der räumlich zu kleinen Werkstatt in Griechenland vorgefertigt werden konnte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/120">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-19T18:42:13+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T12:46:39+02:00</updated>
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      <name>Korinna Zinovia Weber</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt München: Vom städtischen Wehramt zum Gedächtnis der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem städtischen Wehramt München in der Winzererstraße, in welchem seit 1926 das Stadtarchiv seine Heimat hat, schuf Hans Grässel (1860–1939) ein Dienstgebäude, das wie alle seine Bauwerke in seiner liebevollen Ausgestaltung nicht nur den praktischen Anforderungen der städtischen Verwaltung Rechnung trug, sondern bereits damals vornehmlich psychologische Aspekte berücksichtigte, die im Behördenbau heutiger Tage selbstverständlich erscheinen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/868c3cb307db57921d87017164291a89.jpg" alt="Stadtarchiv München, Vorderansicht von der Winzererstraße aus, um 1920" /><br/><p>Zur Unterbringung des 1888 für die städtischen Militäraufgaben geschaffenen Wehramtes entwarf Stadtbaurat Hans Grässel (1860–1939) ein repräsentatives Dienstgebäude. Es trägt mit seiner illustren Eingangshalle, dem breiten Treppenhaus, den großen hellen Räumen und lichtdurchfluteten Gängen dazu bei, dass sich die dort Beschäftigten in „ihrem“ Haus wohlfühlen. Dies ist im Übrigen ein Merkmal aller Grässelschen Bauten, gleich ob es sich um Dienst- oder um Wohngebäude handelt.</p><p>Das Wehramt wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube am Rand des Münchner Kasernenviertels zwischen 1912 und 1914 in zurückhaltenden Formen des späten 18. Jahrhunderts errichtet. Das viergeschossige Hauptgebäude war für den Amtsvorstand und die Friedensersatzkommissionen bestimmt, die den Innenhof umschließenden eingeschossigen Nebengebäude wurden von den Kriegsersatzkommissionen und als Lagerräume genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude mit dem Übergang der Wehrhoheit auf das Deutsche Reich funktionslos und diente anderen städtischen Dienststellen als Unterkunft. 1926 bezog das Stadtarchiv die beiden Obergeschosse des Hauptgebäudes mit einem Teil seiner Bestände. Schließlich konnte es das gesamte Hauptgebäude in Besitz nehmen.</p><p>Der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäudekomplex wurde nach Kriegsende wieder von verschiedenen heimatlos gewordenen städtischen Dienststellen bezogen. 1947 konnte das Stadtarchiv die alleinige Nutzung für Archivzwecke sicherstellen. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1950 mit dem Nordpavillon. Anstelle der beiden zerstörten östlichen Pavillons entstanden zwischen 1958 und 1961 Magazintürme in zeitgemäßer Gestalt. 1964 bis 1965 wurde das kriegszerstörte Dach des Hauptgebäudes in alter Form mit einem als Magazin ausgebauten Dachgeschoss wieder errichtet. Im Rahmen einer dringend notwendigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten des Stadtarchivs wurden zwischen 1977 und 1982 zunächst die beiden Seitentrakte im Norden und Süden äußerlich in alter Form aber innen für Aufbewahrungszwecke und zur Aufnahme der Restaurierungswerkstatt erneuert. Von 1986 bis 1989 wurden auch der Ostflügel und die beiden Magazintürme durch einen großen Trakt mit Seitentürmen nach Planungen des Architektenbüros Hans-Busso von Busse (1930–2009) ersetzt. Neben Magazinräumen für insgesamt 34 km Aktengut, von denen derzeit bereits rund 26 km belegt sind, erhielt der in Schicht-Ziegelbauweise errichtete Neubau als Publikumsbereich eine Rotunde für Ausstellungen und Veranstaltungen. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen 1990 durch die Aufstellung eines vierteiligen Kunstwerkes zwischen dem Gebäude und dem gegenüber liegenden Nordbad nach Entwürfen des französischen Künstlerehepaares Anne und Patrick Poirier. Es symbolisiert den Menschen und seinen Blick auf die Geschichte.</p><p>Das Stadtarchiv als „Gedächtnis der Stadt“ ist mehr als nur ein Lagerort für altes Schriftgut und Akten; es ist vielmehr ein Ort des Quellenmaterials für Forschende, sei es an wissenschaftlichen Institutionen oder privat zur eigenen Familiengeschichte. Damit will das Stadtarchiv die Menschen der Gegenwart mit der Überlieferung einer vermeintlich beendeten Zeit in Berührung bringen; es möchte ihnen helfen, sich für die Vergangenheit der eigenen Stadt zu interessieren – und diese auch zu verstehen. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-19T15:32:51+02:00</published>
    <updated>2024-09-11T17:35:58+02:00</updated>
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      <name>Manfred Heimers&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Christian Freundorfer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Fischerbuberlbrunnen am Wiener Platz:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ae4415e29bbf3fc8ed43e37d1ff28681.jpg" alt="Der Fischerbuberlbrunnen auf dem Wiener Platz, 2006" /><br/><p>Der Fischerbuberlbrunnen ist das ehemalige Wahrzeichen des Viktualienmarktes auf dem Platz an der alten Schrannenhalle, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts demontiert war. Das Buberl schaute mit der Adresse Blumenstraße nach Westen in Richtung Hochbunker. Das frisch gereinigte, mehrteilige, kreisrund sich nach unten verjüngende Becken (Granit aus dem Bayerischen Wald) hat in der Mitte einen kurzen vierkantigen Pfosten und darauf eine Kugel aus Bronze, die auf vier Muschelschalen steht. Die Kugel hat um ihren Äquator ein breites, fein ziseliertes Band sowie zwei Röhren in der Horizontal-Achse für den Wasserauslass. Auf der Kugel steht das bronzene Fischerbuberl als Putto, damit beschäftigt, zwei Schleien in den Armen und eine zwischen den Füßen festzuhalten. Als die Schrannenhalle in den frühen 2000er Jahren wiederaufgebaut wurde, versetzte man das Fischerbuberl vom Stadtzentrum in ein fast ebenso schönes Vorstadtzentrum, nämlich auf den Wiener Platz in Haidhausen. Hier, in Nachbarschaft zum Bayerischen Landtag in den Maximilians-Anlagen, befindet es sich in Haidhauser Ambiente in unmittelbarer Nähe zu einem Maibaum, der schönen Kirchenfassade von St. Johann Baptist und festen Marktstandl. Unweit ist sogar der Hofbräu-Bierkeller mit Biergarten und die alte Straße, auf der man früher mit der Kutsche nach Wien gefahren ist. Der Trinkwasserbrunnen ist ein Werk des Bildhausers Ignatius Taschner (1871–1913) aus dem Jahr 1910.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/113">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-09-28T14:22:06+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:38:44+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Pfanni-Gelände am Ostbahnhof: Vom Knödel zur Kultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof, auf dem momentan das Werksviertel entsteht, hat in seiner Geschichte mehrere Umnutzungen erfahren. Einst unter anderem von der ehemaligen Knödelfabrik Pfanni verwendet, erfuhr es in den 1990er und 2000er Jahren eine Verwandlung zum Kunstpark Ost und danach zur Kultfabrik, einer der europaweit größten Partymeilen. Mittlerweile beheimatet es neue Kulturangebote, Hotels und Unternehmen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4dc7854711ba93c438cbacdc49d639c5.jpg" alt="Pfanni-Werke hinter dem Ostbahnhof, 1957/58" /><br/><p>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof hat oft sein Gesicht verändert. Wo seit einigen Jahren das Werksviertel entsteht, befanden sich früher Firmengelände, wie etwa die Optimol Ölwerke, das Bekleidungshaus Konen oder die auf Motorräder spezialisierte Zünder-Apparatebau-Gesellschaft (Zündapp). Am bekanntesten sind aber wohl die Knödel-Produktionshallen, Teil der 1949 von Werner Eckart (1909–1997) gegründeten Pfanni-Werke, die zum größten europäischen Spezialisten für Kartoffelprodukte avancierten. Da industrielle Produktion innerhalb von München weniger erwünscht war, sich die Marktverhältnisse verändert hatten und Energie- und Lohnkosten gestiegen waren, mussten sie in den 1990er Jahren schließen.
1993 wurde das Gelände vom Münchner Kulturunternehmer Wolfgang Nöth (1943–2021) aufgekauft. Dieser war seit den 1980er Jahren in München für seine unkonventionellen Ideen zum Feierleben und seiner Hartnäckigkeit bezüglich bürokratischer Auflagen bekannt. 1996 entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Pfanni-Werke der „Kunstpark Ost“, der zeitweise als größtes Clubgelände in Deutschland galt und rund 250.000 Besuchende pro Monat zählte. Neben den etwa 30 Diskotheken und Clubs, die in unterschiedlichen Hallen angesiedelt waren, gab es Restaurants, Spielhallen, Antikmärkte und Ateliers zu günstigen Mieten.
Ab 2003 wurde der ehemalige „Kunstpark Ost“ vom Team der Eventfabrik GmbH als „Kultfabrik“ betrieben, mit reduzierter Größe und Vielfalt, während Nöth in die benachbarten Optimolwerke umzog, auf deren Gelände wiederum mehrere Clubs eröffnet wurden.</p><p>Da die Planung des sogenannten Werksviertels immer mehr Form angenommen hatte, mussten Kultfabrik, Optimolwerke und andere kulturelle Einrichtungen 2015 weichen. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Areal 1.500 Wohnungen, Büroräume für 7.000 Arbeitsplätze, fünf Hotels, Einzelhandelsfläche von 30.000 Quadratmetern, mehrere Musikbühnen und eine neue Philharmonie geplant. Das Gesamtkonzept sollte vom Büro Steidle Architekten erarbeitet werden.
Für Bauherren, Stadt und Architekten war es wichtig, den Kern des alten Pfanniwerks mit Kartoffelsilo, Verpackungshalle oder Kartoffelwaschanlage zu erhalten: „Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu dem Zukunftsviertel für München“, heißt es auf der offiziellen Website des Werksviertels (zit. nach <a href="https://werksviertel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">werksviertel münchen</a>). Dort werden neben Büros, Wohnungen und Hotels auch vielzählige Startups, Veranstaltungshallen, Theater, das Container Collective mit Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur sowie viele weitere Einrichtungen beherbergt. Auch wenn das Projekt im Mai 2023 den deutschen Städtepreis gewonnen hat, weisen Gegner:innen der Bauvorhaben darauf hin, dass alteingesessene Kultur vertrieben wurde, um Hotels zu errichten und Raum für Arbeitsplätze privater Medienunternehmen zu schaffen. Viele der Künstler:innen, die Ateliers auf dem Gelände nutzten, werden kaum die Miete aufbringen können, die bereits heute in einigen Bürogebäuden angesetzt wird.
Die kreative Lücke, die entsteht, um das neue Konzept zu verwirklichen, lässt sich nur schwer füllen, da es in München – einer Stadt, die lange Zeit für ihre künstlerische Bohème bekannt war – an bezahlbarem Raum für alternative Nutzungen, wie etwa den damaligen Kunstpark Ost, mangelt.</p><p>Seit Ende 2023 stehen Verwaltungsgebäude und Kesselhaus unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-30T18:52:51+02:00</published>
    <updated>2024-10-02T11:55:25+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Walking Man an der Leopoldstraße: Monumentalskulptur oder repräsentativer „Hauseingang“?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Walking Man ist eine 1995 vor dem Verwaltungsgebäude des Rückversicherungsunternehmens Munich Re installierte Monumentalskulptur des US-amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky (geb. 1942). Die markante haushohe Skulptur stellt einen Sonderfall in der Kunst im öffentlichen Raum in München dar.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d40a0360a8be00cf382f817dab1f8215.jpg" alt="Jonathan Borowsky, Walking Man, 2023" /><br/><p>Errichtet wurde die Monumentalskulptur Walking Man 1995 an prominenter Stelle an der belebten Leopoldstraße. 17 Meter hoch und 16 Tonnen schwer, besteht sie aus weißer Glasfaser und einer Stahlgitterkonstruktion. Der Walking Man gehört zu den wenigen zeitgenössischen Skulpturen im Münchner öffentlichen Raum und setzt sich von den üblichen „Kunst am Bau“-Werken ab. In Los Angeles, USA, konstruiert, wurde die Skulptur in neun Einzelteile zerlegt und per Luftfracht nach München geschickt, wo sie Anfang August 1995 an ihrem aktuellen Standort wieder zusammengebaut und auf einem in 15 Meter Tiefe gegossenen Fundament verankert wurde. Eingeweiht wurde der Walking Man am 21. September 1995 in Anwesenheit der damaligen Führungsriege der Munich Re, des seinerzeit amtierenden Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude, des Künstlers Jonathan Borofsky und zahlreicher lokaler Honoratioren. Die Munich Re, die eine der größten „corporate collections“, also Unternehmens-Kunstsammlungen weltweit besitzt, beauftragte mit Jonathan Borofsky einen documenta-Teilnehmer (1982 und 1993), nachdem dieser einen Kreativ-Wettbewerb des Rückversicherers gewonnen hatte. Das figurative Kunstwerk steht im Gegensatz zu der sehr geometrischen, formalen und kühlen Glas- und Stahlkonstruktion des kurz vorher fertiggestellten, neuen Hauptverwaltungsgebäudes des Unternehmens und entspricht so den damaligen Vorgaben des Unternehmens. Auffällig sind die neutrale Form und Farbe der Skulptur, die zudem ohne spezifische Geschlechtsmerkmale auskommt. „Man“ bezeichnet im Englischen nicht nur einen erwachsenen Mann, sondern auch die Menschheit, das gesamte Menschengeschlecht. Der Titel der Skulptur Walking Man kann also genderneutral verstanden werden. Kunst im öffentlichen Raum stammt in München oft aus dem 19. Jahrhundert und wurde an großzügig angelegten Straßen und Promenaden aufgestellt. Die verkehrsgerechte Stadtplanung ab den 1950er Jahren drängte diese auf kleine Inseln im innerstädtischen Verkehr zurück, die von der Bevölkerung gemieden werden und heute Randgruppen der Gesellschaft als Rückzugsort dienen. Der Walking Man ist ein positives, ermutigendes Beispiel dafür, dass auch im 20. und 21. Jahrhundert relevante Kunst im öffentlichen Raum möglich ist. Er wurde zu einem „transformativen Element“, das eine Stadt für seine Bürger:innen attraktiv macht und sogar Kulturtourist:innen anzuziehen vermag. Der Walking Man gehört mittlerweile zum Gesicht Münchens und wurde zu einem Wahrzeichen der Münchner Kunstlandschaft. Als freundlicher Riese repräsentiert der Walking Man das Image und Selbstverständnis der Munich Re als Weltunternehmen und ökonomische Macht und bereichert die Stadt München als Kunststadt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/93">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-06-20T17:00:58+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T12:47:20+02:00</updated>
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      <name>Michele Vitucci</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Sammlung Goetz: Gegenwartskunst am Stadtrand Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Hinter einem hohen Lattenzaun am Stadtrand von München verbirgt sich das Ausstellungsgebäude der Sammlung Goetz. Es ist ein Frühwerk der bekannten Schweizer Architekten Jacques Herzog & Pierre de Meuron und zugleich ihr erstes Museumsgebäude weltweit.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e301cd6626452997a4cab1227a1cef95.jpg" alt="Das Ausstellungsgebäude von der Oberföhringer Straße aus, 2009" /><br/><p>Die Sammlerin Ingvild Goetz hatte es 1989/1990 in Auftrag gegeben, als die beiden nur architekturbegeisterten Insidern bekannt waren. Das änderte sich schlagartig 1993 mit der Eröffnung der damals privaten Sammlung Goetz, denn die Zeitungen berichteten euphorisch über das langgestreckte zweigeschossige Bauwerk. Leicht, fast schwebend, ruht der schlichte Baukörper auf einem transluziden Sockel aus Milchglas in einem parkähnlichen Grundstück. „Ich hatte die Idee, ein ‘Contemporary Monastery‘ für die Kunst zu bauen. Herzog & de Meuron haben den Gedanken in ein Gebäude mit Fenstern umgesetzt, aus denen man nicht hinausschauen kann,“ erklärte die Sammlerin. „In der Kunstszene wurde das Museum sehr positiv aufgenommen, weil es in dieser Zeit nur wenige Institutionen für Gegenwartskunst gab“, so Goetz. Deshalb öffnete Ingvild Goetz ihr Privatmuseum auch bald für die Öffentlichkeit.
Mehr als 50 kuratierte Ausstellungen wurden hier aus dem rasch anwachsenden Sammlungsbestand präsentiert. Hinzu kommen fast noch einmal so viele Kooperationsausstellungen in anderen Institutionen sowie ein reger Leihverkehr. Zu den Schwerpunkten der mehr als 5000 Werke umfassenden Sammlung der Gegenwartskunst gehören Arte Povera, amerikanische Malerei ab den 1980er Jahren, Young British Artists, Medienkunst, Fotografie und Arbeiten auf Papier. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Werkbestände von einzelnen Künstlerpersönlichkeiten wie zum Beispiel Rosemarie Trockel, Thomas Schütte, Cindy Sherman, Mike Kelley, Roni Horn, Pawel Althamer sowie Peter Fischli & David Weiss.
Das Frühwerk von Herzog & de Meuron gehört heute zu den Ikonen der zeitgenössischen Architektur. 2014 schenkte Ingvild Goetz einen Teil ihrer Sammlung und das Ausstellungsgebäude dem Freistaat Bayern, der es seitdem als eine staatliche Institution weiterführt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/92">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-06-20T16:37:54+02:00</published>
    <updated>2023-10-11T15:38:43+02:00</updated>
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      <name>Cornelia Gockel</name>
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