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    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogstraße 81: Wohn- und Wirtshaus mit auffälliger Fassade]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Jugendstilbau sticht sofort ins Auge: Über der Rustika im Erdgeschoss des viergeschossigen Wohnhauses schmückt formenreiches Stuckdekor die Fassade. Mittig, unter einem kleinen Baldachin, steht eine Ritterfigur in einer halbrunden Nische.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3e90a830d561c5a1702117f6f31e5540.jpg" alt="Die Fassade der Herzogstraße 81" /><br/><p>Geplant wurde das 1901 für einen Baumeister errichtete Haus von Adam Walther. Ab 1902 war es im Besitz eines Dekorationsmalers. Im Erdgeschoss wurde schon damals eine Schankwirtschaft betrieben – bis 1940 unter dem Namen „Herzogsalon“, später dann als „Herzog-Kellerei“. Im Zentrum der sechsachsigen Fassade steht unter einem kleinen Dach in einer Nische die Figur eines Jünglings mit Schwert. Unter ihm öffnet sich eine Bogenform mit reliefierten kleinen Halbsäulen, die die beiden mittleren Fenster des zweiten Stocks unterfängt. In der Mitte, direkt unter dem Jüngling, spannt sich ein Andreaskreuz zwischen den Halbsäulen. Rechts und links, auf den äußeren Rändern dieser bootsartigen Form aus Halbsäulen, werden die beiden mittleren Fenster von zwei roten Gefäßen gerahmt. Es handelt sich um Dreifüße, aus denen stuckierte, spiralförmige Rauchkreise aufsteigen, die sich symmetrisch zwischen den Fenstern des zweiten und dritten Stocks zur Mitte hin auf der Fassade ausbreiten. Zwischen der äußeren und der zweiten Fensterachse erstrecken sich Ornamente aus senkrechten Linien, kleinen Quadraten und Blütenborten. Sie wachsen jeweils aus einer naturalistisch anmutenden Wurzel empor, die sich zwischen den Fenstern des ersten Stocks nach oben erstrecken. Im Jugendstil wurden solche Formen häufig verwendet, da die Jugendstil-Ornamentik als Reaktion auf die überkommenen Formen des Historismus entstand. Dabei wandte man sich angesichts der Herausforderungen der Industrialisierung und Technisierung dem Organisch-Biologischen zu. Besonders charakteristisch waren dabei neue Linienführungen in Wellen- und Spiralform oder Wurzelmotive. Die Fassadengestaltung besteht aus vielfältigen Versatzstücken, die keine einheitliche Deutung zulassen. Die Fassade erinnert in ihrem Aufbau, insbesondere aufgrund der Bogenform und der Dreifüße, an die Fassade in der Unteren Grasstraße 6. Da nicht geklärt ist, wer für die Fassadengestaltung in der Herzogstraße 81 verantwortlich war, kann ein Austausch zwischen den Künstlern nicht ausgeschlossen werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/216">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-19T17:13:48+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:58:26+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Franz-Joseph-Straße 19:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das 1903 nach Entwürfen des ungarischen Architekten Ferenc Nyilas errichtete Mietshaus in der Franz-Joseph-Straße 19 weist trotz baulicher Eingriffe noch zahlreiche Jugendstil-Elemente wie etwa die geschwungenen Ornamente oder die Verwendung des Putzes als gestalterisches Mittel auf.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/502f5255ebf123ed28c23bd8e7870fbc.jpg" alt="Fassade zur Straße der Franz-Joseph-Straße 19" /><br/><p>Das 1903 nach Entwürfen des ungarischen Architekten Ferenc Nyilas errichtete Mietshaus in der Franz-Joseph-Straße 19 weist trotz baulicher Eingriffe noch zahlreiche Jugendstil-Elemente wie etwa die…</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/209">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-24T18:46:40+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:39:23+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Untere Grasstraße 6: Jugendstil in Giesing]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Haus war ursprünglich mit einer neubarocken Fassade geplant – stattdessen schuf Max Scheidl in Giesing einen Jugendstil-Solitär.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0de58705a9cd382eca0ab50bf95dec69.jpg" alt="Die Untere Grasstraße 6, Detail der Fassade, 2009" /><br/><p>Das Mietshaus wurde 1903/04 von dem Architekten Hans Thaler (1885–1914) für einen Baumeister errichtet. Die Jugendstilfassade ist mit ornamentalen Stuckformen und Figuren ausgestaltet und stammt von Max Scheidl. Im Erdgeschoss sind die Zwischenfensterzonen mit reliefierten Rechtecken gestaltet, die an Gesteinsstrukturen erinnern. Im ersten Stock werden diese mittig von stilisierten Wappen mit jeweils drei Blumen überlagert, die in ihrer Form fast geometrisch wirken. Darüber, unter den mittleren drei Fenstern des zweiten Obergeschosses, öffnet sich eine Bogenform mit reliefierten kleinen Halbsäulen, die die Fenster zu tragen scheinen. Dazwischen befinden sich rechteckige Felder mit einer an ein Andreaskreuz erinnernden Form. Das zweite und dritte Obergeschoss werden beidseitig neben dem jeweils ersten Fenster von großflächigen, abgesetzten Wandflächen in antikisierender Gestaltung verbunden. Dort steht auf einem Dreifuß mit Kranz ein Kelch, aus dem dynamisch stuckierte Rauchschwaden aufsteigen. Das mittlere Fenster im vierten Obergeschoss wird von zwei Mandorlen mit weiblichen Genien flankiert, die jeweils ein römisches Horn, ein sogenanntes Cornu, spielen. Der Architekt Hans Thaler schuf zwischen 1903 und 1912 zehn Jugendstilgebäude in München – darunter im Jahr 1904 die Häuser Untere Grasstraße 1 und 6. Zu weiteren Jugendstilbauten Thalers zählen die Hiltenspergerstraße 15 in der Maxvorstadt, die Friedrichstraße 3 in Schwabing-Freimann, die Fäustlestraße 14 und die Astallerstraße 25 auf der Schwanthalerhöhe sowie in Sendling die Aberlestraße 14 und 21, die Senserstraße 1 und die Lindwurmstraße 177. Das Haus in der Unteren Grasstraße 6 wurde 1971 restauriert und gewann dafür den Fassadenpreis der Stadt München. Bei diesem Umbau wurde die Farbgestaltung der Fassade verändert. Welche Farbe das Gebäude vor der Renovierung hatte, ist nicht überliefert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/208">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-20T16:03:58+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:39:07+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Römerstraße 15:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das viergeschossige  Wohnhaus, das im Jahr 1900 von den Architekten Eugen Hönig und Karl Söldner entworfen wurde, fällt besonders durch den ornamentreichen Erker und Zwerchgiebel ins Auge.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1ae376e7cec99e9b125db04db8ee174b.jpg" alt="Die Fassade der Römerstraße 15" /><br/><p>Das viergeschossige  Wohnhaus, das im Jahr 1900 von den Architekten Eugen Hönig und Karl Söldner entworfen wurde, fällt besonders durch den ornamentreichen Erker und Zwerchgiebel ins Auge.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/205">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-06T17:46:59+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:38:00+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Franz-Joseph-Straße 23:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das 1904 von Max Langheinrich (1869–1923) errichtete Mietshaus hat zwei auffällig gestaltete Fassaden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/de7cd830f6f139bd9c8c331a79a48232.jpg" alt="Die Franz-Joseph-Straße 23" /><br/><p>Das 1904 von Max Langheinrich (1869–1923) errichtete Mietshaus hat zwei auffällig gestaltete Fassaden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/204">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-06T17:31:57+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:37:42+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Widenmayerstraße 25: Ein Doppelmietshaus für den Handschuhfabrikanten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Fassade mit den vorgelagerten kannelierten Lisenen, zwischen denen kleine halbplastische Tier-Ornamente die Wandfelder zieren, hebt sich deutlich von den anderen Häusern in der Widenmayerstraße ab.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/008dc69c39fcba254a03233be97b67ab.jpg" alt="Widenmayerstraße 25/25a; Doppelhaus, klassizistischer Jugendstil, 2011" /><br/><p>Das symmetrisch angelegte Doppelhaus wurde 1910–11 für den Kommerzienrat Heinrich Roeckl (1867–1950) erbaut, der in dritter Generation Leiter der Leder- und Handschuhfabrik Roeckl München war. Architekten waren Emmanuel von Seidl und Hugo M. Roeckl. Der untere Teil der Fassade ist im neuklassizistischen Stil gehalten und zeichnet sich durch auffällige Ornamente aus. Oberhalb des ersten Obergeschosses schließt diese Fassadengliederung mit einer schmalen Verdachung ab. Darüber ist die Fassade – abgesehen von den für Seidl typischen geschwungenen Giebeln – im Vergleich zum unteren Bereich geradezu nüchtern gehalten. Die beiden Häuser sind durch einen baulich abgesetzten Bereich miteinander verbunden, der im Hochparterre ein großes, mit stilisierten Blumenranken verziertes Holzfenster sowie Balkone in den Obergeschossen aufweist. Rechts und links davon, zwischen den Lisenen und den Fenstern des Hochparterres und des ersten Obergeschosses, befinden sich kleine rechteckige Rahmen mit Reliefs: Auf beiden Seiten sind – von außen nach innen – ein Meerestier, ein Pfau und Vögel in einer Obstschale dargestellt. Rechts außen ist ein Fisch abgebildet, links eine Schildkröte, beide vor einer Etagere mit Obst. Während die Pfauen identisch sind, unterscheiden sich die Vogel-Ornamente: Links handelt es sich um zwei große Vögel in einem Obstkorb, rechts um zwei kleine Vögel auf einer Etagere mit Trauben. Bei der Dekoration der Fassade wurden verschiedene Stile miteinander kombiniert. Die Umkehr und Abwendung von traditionellen Fassadengliederungen sowie die Vermischung unterschiedlichster Stile sind Merkmale des späten Heimatstils, der in den Jugendstil überging und ländliche Elemente aufgriff. Diese Merkmale sind an der Fassade gut erkennbar. Innen ist das Gebäude verschiedenartig gegliedert. Der linke, von außen sichtbare Eingang (heute Hausnummer 25) führte in die Hochparterre-Wohnung. Durch den rechten Eingang (heute Hausnummer 25a) gelangte man in ein rückwärtig gelegenes repräsentatives Treppenhaus, neben dem sich auch der Personenaufzug befindet, der dort schon 1910–11 eingebaut wurde. Die großen Räume der Wohnungen zeugen vom Wohlstand und den sozialen Verhältnissen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Zum Hof hin befand sich im Erdgeschoss ein zweigeschossiger ovaler Tanzsaal, der später entfernt wurde. Im Rückbau lagen die Wohn- und Wirtschaftsräume des Personals sowie ein Kohleaufzug und die Dienstbotentreppe, die eine klare Trennung zwischen den Wegen der Herrschaften und des Personals sicherstellten. Das Haus wurde am 25. April 1944 von einer Brandbombe getroffen und erlitt bei den darauffolgenden Löscharbeiten einen Wasserschaden. Das daraufhin aufgesetzte Notdach wurde 1952–53 durch ein neues Dach mit zwei Dachwohnungen ersetzt. 1959–60 wurden weitere Umbaumaßnahmen durchgeführt: Es wurden Zugänge zu den Wohnungen im Rückflügel über die Haupttreppe geschaffen und der Bereich der ehemaligen Bedienstetentreppe wurde zugunsten von Wohnungen aufgegeben. 1975 wurde die Fassade restauriert und an die Farbigkeit der Entstehungszeit angeglichen und vereinheitlicht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/203">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-01-23T11:20:28+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:37:26+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Mietshaus Römerstraße 11: Ist das noch Jugendstil oder schon Neoklassizismus?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Münchner Jugendstil hat viele Gesichter – eines davon ist inspiriert durch tradierte Formen oder Ornamente, die ihren künstlerischen Ursprung außerhalb Europas haben. Die Fassade in der Römerstraße 11 vereint architektonische Elemente aus geografischer und historischer Ferne: dem alten Ägypten, dem römischen Imperium, der griechischen Antike – alles findet hier in einer modernen Zusammensetzung seinen Platz.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/cbea025ae08404fb2380bac4fc43fbe5.jpg" alt="Die Fassade der Römerstraße 11, 2024" /><br/><p>Der vierstöckige Bau mit Mansardendach wurde 1899 fertiggestellt. Das Architektenduo Henry Helbig und Ernst Haiger hat die Fassade in fünf Achsen gegliedert, die drei mittleren werden von einem mehrfach gestuften Korbbogengiebel überfangen. Bereits im Sockelgeschoss begegnet man Referenzen auf altägyptische Kunst. Den Eingang bekrönt ein rundes Relief, das an eine Pharaonenmaske erinnert. Rechts daneben befindet sich ein Motiv, das auch häufig in der ägyptischen Wandmalerei auftauchte: die goldgefärbte Profilansicht eines Mannes mit Palmwedel. Außen und in der Mitte ziehen kannelierte Pilaster den Sockel optisch nach oben. Sie haben keine Plinthe und reichen bis zum vierten Geschoss. Hier wird das antike Vorbild der Säulenordnung im Kapitell weitergedacht: Die Ornamentik ist angelehnt an einen Eierstab – eine Zierleiste, die in der Regel fortlaufend eine Eiform und ein pfeilspitzenartiges Element kombiniert. Sie wird flankiert von einem stilisierten Akanthusblatt. Eierstab und Akanthusblatt tauchen bereits an Gebäuden der griechischen und römischen Antike auf, werden hier aber etwas verfremdet. Eine ebenfalls innovative Ergänzung stellt das verhältnismäßig kurze griechische Mäanderornament unmittelbar darüber dar, das in der Architekturgeschichte eher als umlaufende Verzierung an griechischen Tempelfronten bekannt ist. In den beiden anderen Achsen reichen Doppelpilaster bis zum Sockelgeschoss. Sie werden voneinander jeweils durch Reliefmasken getrennt, die sowohl in der Gestalt als auch in der gold-blauen Farbigkeit erneut Bezüge zur Kunst des alten Ägyptens aufweisen. An den goldenen Voluten der Maske, aber auch den radialen Formen wird der für das Jugendstil-Ornament typische Schwung offenbar. Die für den Münchner Jugendstil sonst charakteristische Flächigkeit und Dynamik ist mit Ausnahme dieses Details an der restlichen Fassade kaum sichtbar. Die wohl eindeutigste Referenz auf antike Formensprachen sind allerdings die vier Reliefs in der Mitte, die mythologische Szenen zeigen. Das obere Relief könnte das Urteil des Paris darstellen. Die Erzählung handelt davon, wie Paris die schönste der Göttinnen Aphrodite, Athene und Hera küren muss. Erst bei genauerer Betrachtung wird ersichtlich, dass jeweils zweimal das gleiche Motiv dargestellt ist und durch die Mittelachse gespiegelt wird. Dies betont die Symmetrie der Fassade, die nur im Sockel durch die Position des Eingangs gebrochen wird. Vermutlich wurden diese Reliefs im Zuge einer Restaurierung nach originalem Vorbild wieder hergestellt. Als moderne Elemente hingegen gelten die goldenen Kreise, die geordnet auf der freien Wandfläche eingesetzt sind und so in dezenter Weise zum harmonischen Gesamtbild beitragen. Der zweifach abgestufte Giebel ist ein weiterer Hingucker der Römerstraße 11. Der Korbbogen – so bezeichnet man einen gedrückten Rundbogen – wird um 1900 vermehrt verwendet. An dieser Fassade bildet die Form sowohl den Abschluss des Giebels als auch den Blendbogen im Giebelfeld, der zwei Fenster mit der gleichen Form überfängt. Dazwischen wachsen strahlenförmig stilisierte Blumen bis zum Bogenrand. In München erlebte der Klassizismus zeitgleich zur Entwicklung des Jugendstils ein Comeback. Auf der VI. Internationalen Kunstausstellung 1897 wurde der Jugendstil erstmals in einem kleinen Raum präsentiert. Ein Jahr später wurde vonseiten konservativer Künstler ein neoklassizistisches Zimmer auf der Münchner Jahresausstellung gezeigt, das auch der Architekt Henry Helbig mitgestaltete. Dem Amerikaner waren architektonische Referenzen auf antikisierende Formen also nicht fremd. Sie wurden in der Folge an vielen Bauten verschiedenster Architekten in München um 1900 mit Jugendstil-Ornamenten verflochten. Helbig war aufgrund seiner Herkunft darüber hinaus bestens mit der Hochhausarchitektur Chicagos vertraut, die er auch in der Schwabinger Nachbarschaft in den Entwurf der Aimillerstraße 22 einfließen ließ. Chicago könnte auch der Grund sein, weshalb sich an seinen Bauten in der Ainmillerstraße 22 und der Römerstraße 11 Zitate altägyptischer Kunst finden lassen. Auf der Weltausstellung World’s Columbian Exposition 1893 in Chicago gab es unter anderem die sogenannte Cairo Street, in der Kunst und Kultur aus Ägypten in einer Reihe von Architekturen nach ägyptischem Vorbild gezeigt wurde. Diese sicherlich aufsehenerregende, wenn auch aus heutiger Sicht, kritisch einzuordnende Präsentation, könnte Helbig nachhaltig beeinflusst haben. Zudem interessierten sich die Künstler:innen um die Jahrhundertwende besonders für die Ferne und außereuropäische Kunsttraditionen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/201">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-12-20T13:58:04+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:04:45+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Münchner Stadtmuseum:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Münchner Stadtmuseum wurde im Jahr 1888 gegründet und ist heute das größte kommunale Museum Deutschlands mit einer Sammlung von mehr als vier Millionen Objekten. In einer gemeinsamen Ausstellung beleuchten das Münchner Stadtmuseum und die Kunsthalle München die Rolle Münchens als Wiege des Jugendstils in Deutschland.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e9493912cf9cd1d46c4e49005539c617.jpg" alt="Das Münchner Stadtmuseum vom Rindermarkt aus" /><br/><p>Je nachdem, von welcher Seite man sich nähert, zeigt das Museum ein anderes Gesicht. Der weitläufige Gebäudekomplex besteht aus sechs verschiedenen Bauteilen, die zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert entstanden sind. Sie umfassen zwei Innenhöfe und befinden sich in zentraler Lage zwischen St.-Jakobs-Platz, Sebastiansplatz, Nieserstraße, Rosental, Rindermarkt und Oberanger. Parallel zum Gebäude wuchs auch die Zahl der Objekte, die heute an die dreißig Sammlungsgebiete umfassen und aus dem Museum ein Vielspartenhaus machen. Derzeit wird das Gebäudeensemble, das unter Denkmalschutz steht, generalsaniert, umgebaut und voraussichtlich 2031 wiedereröffnet. Das Münchner Stadtmuseum besitzt eine Jugendstil-Sammlung von internationalem Rang. In nahezu allen Sammlungsbereichen lassen sich kunst- und kulturhistorisch relevante Objekte aus der Zeit um 1900 finden: von der Angewandten Kunst über Graphik und Gemälde, Reklamekunst, Fotografie, Mode und Textilien, Puppentheater und Schaustellerei bis hin zur Stadtkultur. Darunter befinden sich Inkunabeln des deutschen Jugendstils wie der erstmals 1896 in München ausgestellte Wandbehang mit Alpenveilchen („Peitschenhieb“) von Hermann Obrist, seine 1897 auf der VII. Internationalen Kunstausstellung gezeigte Truhe oder das ebenfalls dort präsentierte, großformatige Gemälde „Rübezahl auf Reisen“ von Fritz Erler. Außerdem sind ikonische Werke wie Richard Riemerschmids Gemälde „Garten Eden“ oder der 24-flammige Kerzenleuchter von Gertraud von Schnellenbühel hervorzuheben. Die Jugendstil-Künstler*innen wollten ihre komplette Umgebung künstlerisch neu gestalten und nahmen vom Türgriff bis zum ganzen Haus und darüber hinaus alles in den Blick. Es zählt zu den Besonderheiten der Sammlung des Münchner Stadtmuseums, dass sich hier teilweise komplette Möbelgarnituren und Innenausstattungen erhalten haben. Beispielhaft seien hier die zahlreichen Einrichtungsgegenstände aus dem Haus Thieme genannt, die hauptsächlich von Richard Riemerschmid entworfen worden sind. Den Schwerpunkt bildet der Jugendstil, der in direktem Bezug zu München steht. In den Sammlungen finden sich aber auch Werke des französischen und internationalen Art Nouveau. Bereits in der direkten Nachkriegszeit wurden am Münchner Stadtmuseum Jugendstil-Objekte gesammelt und oftmals noch direkt von den Künstler*innen oder ihren Nachfahren erworben. Im Jahr 2018 wurde der Jugendstil-Bestand des Hauses durch die außerordentlich großzügige und qualitätvolle Schenkung von Kenneth Barlow und Albrecht Widmann nochmals enorm bereichert und ergänzt. In zahlreichen Ausstellungen und Publikationen wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Aspekte und monographische Themen des Jugendstils präsentiert und untersucht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/200">Für mehr (einschließlich 8 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-12-13T13:17:41+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T15:55:13+02:00</updated>
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      <name>Münchner Stadtmuseum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[The Kabelsteg bridge: A Jugendstil bridge with a secret function]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>The Kabelsteg is an important protected monument today , but it was originally a by-product of the reconstruction work on the Muffatwerk power station in 1898. At first glance, it might seem like a simple pedestrian bridge, but its purpose extends beyond carrying people across the river.  Hidden beneath its slabs are cables that transmitted energy from the Muffatwerk power station across the Isar to the city center. The bridge itself served as a conduit for these cables. This electricity was essential for powering the street lamps and later also supplied energy for the city´s trams.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ed286bc3a7cf44339bf1e019ee11a64b.jpg" alt="The Kabelsteg bridge, 2007" /><br/><p>The construction of the 37.50-meter-long and 4-meter-wide two-basket-handle arch bridge, made of reinforced concrete, was based on a design by Adolf Schwiening and Aquilin Altmann from the City Planning Authority (Stadtbauamt). Originally, the bridge was clad with shell-bearing limestone, which was later removed during renovation work. The opening between the two arches reduces weight and improves flood resistance by allowing water to flow through. The construction was carried out by the Wayss & Freytag company, which was founded in 1875 by Conrad Freytag and later joined by Gustav Adolf Wayss. In 1884, Conrad Freytag acquired a patent for reinforced concrete developed by Joseph Monier (22.12.1880), marking the beginning of a new era for reinforced concrete in Germany. The company undertook numerous projects during this time and remains active today. Its work can be found all over the world, including the first skyscraper in Buenos Aires – Argentina (<i>Caja Internacional Mutua de Pensiones</i>), and the Imperial Hotel in Karlovy Vary. The Kabelsteg was the second reinforced concrete bridge built in Munich, following the Ludwig-Ferdinand-Brücke over the Nymphenburg Canal, which was the first.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/199">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-12-10T10:02:18+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:05:03+02:00</updated>
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      <name>Annabel Cuenca</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Wohnhaus Ainmillerstraße 20: Die Ambivalenz des Ornaments]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Ainmillerstraße wird deutlich, wie unterschiedlich der Münchner Jugendstil aussehen kann. Die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/196" target="_blank" rel="noopener">Hausnummer 22</a> ist eine der bekanntesten Fassaden der Stadt. Direkt daneben, nicht weniger schmuckreich, wurde zur gleichen Zeit ein weiterer Prachtbau errichtet. Dessen farbliche Zurückhaltung wird mit originellen Stuckornamenten ausgeglichen, bleibt aber gestalterisch in vielerlei Hinsicht konservativ.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6595fa4aa4e7c9e5cb49a90618db43af.jpg" alt="Fassade der Ainmillerstraße 20" /><br/><p>Mit dem konventionellen Grundriss des 1900 errichteten Hauses konnten die Architekten Eugen Hönig (1873–1945) und Karl Söldner (1871–1946) sich wohl kaum brüsten. Wie bei den meisten Jugendstilhäusern in München ist das Besondere des Gebäudes die Fassade. Mitunter um den Mietpreis zu rechtfertigen, wurde die Fassade prunkvoll und nach bauzeitlicher Mode gestaltet: Jugendstil-Ornamente finden sich überall. Doch trotzdem strotzt der Bau insgesamt nicht vor progressiver Gestaltung. Die Stuckreliefs erfüllen einen rein dekorativen Zweck und sind weitestgehend in der tektonischen Gliederung verwoben. Das steht im Gegensatz zur Tendenz um die Jahrhundertwende, dass dem Ornament zunehmend ein autonomer Charakter zugeschrieben wurde, so dass es über die bloße Zierde hinausgehen sollte. Der Wandaufriss der vier Hauptgeschosse ist weitestgehend symmetrisch gestaltet. Dies ist eher untypisch für die Architektur des Münchner Jugendstils. Der mittige Eingang wird von einem ornamentierten Rundbogen überfangen; über diesem erhebt sich ein Erker. Im Dachgeschoss bekrönt ein Giebel die Mittelachse der Fassade, die somit nochmals hervorgehoben wird. Asymmetrie wird allein durch die beiden unterschiedlich gestalteten Balkone der linken Achse sowie den Blendbogen neben der Eingangstür erzeugt. Die verschiedenen Fensterformen sind eine stilistische Unterbrechung der eigentlich historistischen Struktur der Fassade. Insbesondere die abgerundeten Ecken der Fenster im dritten Stock sind vom Jugendstil inspiriert. Blumenranken, an denen Früchte und schwungvolle Bänder hängen, treten dreidimensional zwischen den Fenstern hervor. An den Seiten sind ebenfalls florale Ornamente zu finden. Die leere Inschrifttafel in der Mittelachse bewegt sich stilistisch auf einem schmalen Grat zwischen energetischer Jugendstilform und neobarocker Gestalt. Im Fries wird diese Ambivalenz fortgeführt. Er ist reich ausgestaltet mit Geäst, das sich über die gesamte Hausbreite schlängelt. An den Hausecken rankt sich flächiges Blattwerk empor. Zusätzlich zu diesen floralen Ornamenten, sind zwei in einem Blätterkranz stehende Putti aus dem Stuck gearbeitet. Links und rechts daneben hockt jeweils, ebenfalls in einem Kranz, eine nackte Frauenfigur, die sich zur Mitte bzw. zu den Putti wendet – vermutlich handelt es sich hierbei um Nymphen. Eine moderne Interpretation von Triglyphen und runden Metopen begrenzt den Fries nach unten. Durch diese enorme Dekordichte steht der Fries trotz seiner Höhe im gestalterischen Fokus der Ainmillerstraße 20. Jedoch wird das Stuckrelief auch im Giebel fortgeführt. Links und rechts des mittleren Fensters sprießen Bäume empor, deren Gestalt nicht etwa durch ein architektonisches Element, sondern durch dunkleren Putz getrennt wird. Unter den vier kleinen Wandöffnungen am oberen Gebäudeabschluss wächst aus dem Blattwerk eine Groteske. Ein ähnliches Motiv findet sich wenige Meter darunter, direkt über dem Hauseingang. Eine scheinbar hämisch lachende Fratze mit knolliger Nase bewacht den Gebäudezutritt. Grotesken sind seit der Antike beliebtes Dekorationsmotiv, das in der Renaissance gemeinsam mit antiken architektonischen Formen wiederbelebt wurde. Auch im Münchner Jugendstil, der an vielen Stellen noch in historischen Formen und Wandgliederungen verhaftet ist, finden sich die bizarren Grotesken an vielen Häuserwänden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/198">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-12-03T15:58:57+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:05:21+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Trautenwolfstraße 7:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em> Das viergeschossige Wohnhaus wurde um 1900 errichtet und zeichnet sich durch seine hellgelbe Fassade mit Riffelputz und der Gestaltung des Erkers als Jugendstilbau aus.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/803c6fbed05114e64aa73ef3cdc54a50.jpg" alt="Gesamtansicht der Fassade" /><br/><p> Das viergeschossige Wohnhaus wurde um 1900 errichtet und zeichnet sich durch seine hellgelbe Fassade mit Riffelputz und der Gestaltung des Erkers als Jugendstilbau aus.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/197">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-11-20T17:38:25+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:35:52+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Ainmillerstraße 22: Chicago in München? Amerikanischer Wolkenkratzer trifft Münchner Jugendstil]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Mietshaus in der Ainmillerstraße 22 ist ein Vorzeigebau des Münchner Jugendstils. So modern dieser Bau um 1900 mit seinem reichen Dekor und der farbenfrohen Gestalt einerseits erscheint, lässt sich doch auch eine architektonische Tradition wiederfinden. Überraschenderweise weist die Fassade mitten in Schwabing auch Ähnlichkeiten zur Hochhausarchitektur Chicagos auf.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3d8816d64860455a324902ac3eb8eae5.jpg" alt="Fassade der Ainmillerstraße 22" /><br/><p>1898–1900 hat Felix Schmidt die Fassade des viergeschossigen Wohnhauses nach dem Entwurf von Henry Helbig und Ernst Haiger errichtet. Sie ist senkrecht in fünf Achsen gegliedert, die durch kannelierte Wandpfeiler gerahmt werden. Dazwischen liegen Fensterarkaden, die leicht zurückgestuft sind. Etwas grimmig dreinschauende und Assoziationen zu altägyptischen Darstellungen weckende Maskenreliefs bekrönen die Scheitel der Bögen. Ein florales Ornament aus Blättern und Blüten umläuft die Arkatur. Das an Sonnenblumen erinnernde Dekor findet sich auch zwischen den Fenstern wieder, wobei es aussieht, als würde der Stängel über die Wandöffnungen hinweg nach oben wachsen und die Blumen tatsächlich unterhalb des Bogenfensters blühen. Die gold-grüne Farbgebung unterstreicht diese Wirkung. 1982 wurde die Fassade nach originaler Farbgestaltung restauriert. Im Zwerchgiebel werden das Pilaster-Motiv und Pflanzenornament im asymmetrischen Bogen nochmals als opulente Rahmung des Fensters aufgegriffen. Das Ladenlokal im Sockelgeschoss, in dem sich aktuell ein Optikgeschäft befindet, ist nicht bauzeitlich. Doch das biblische Sündenfall-Relief über dem Hauseingang ist beim Umbau erhalten worden. Die tektonische Gliederung der Fassade allein ist noch keine Innovation. Tatsächlich wird an dieser Fassade eher ein konservativer Zugang zu den neuen Jugendstilformen in München deutlich. Denn diese werden innerhalb der historisierenden Struktur eingepasst und schlängeln sich nicht frei auf der Fassadenfläche herum, wie es etwa aus der verwandten Strömung des Art Nouveau in Frankreich oder Belgien bekannt ist. Moderne Tendenzen finden sich trotz allem auch in der Tektonik. Hier wagten die Entwerfer, vermutlich der aus den USA stammende Henry Helbig, den Blick über den Atlantik. So ist hier nicht bloß die europäische Bauhistorie, etwa italienische Renaissancepalazzi, in der Arkatur erkennbar, sondern auch die neuste Hochhausarchitektur aus Chicago. Die Stadt am Michigansee war im späten 19. Jahrhundert die Geburtsstätte der Hochhausarchitektur. Nach dem großen Brand 1871, der viele Holzbauten in der Stadt zerstört hatte, setzte sich dort die Stahlskelettbauweise durch und ermöglichte das Bauen in die Höhe. Eine ganze Stilrichtung, die sogenannte Chicagoer Schule, entwickelte sich hieraus. Die Entwerfer der Chicagoer Schule schöpften wiederum aus Gestaltungsformen der mitteleuropäischen Renaissance oder des Klassizismus. Sie fügten diese aber in neuen Höhendimensionen ein und setzten sie mithilfe moderner Materialien und Technik innovativ um. Das 1887–1889 von Louis Henri Sullivan und Dankmar Adler errichtete Auditorium Building war einer der ersten Wolkenkratzer in den USA und bauzeitlich das komplexeste Gebäude im ganzen Land. Augenmerk der Fassade dieses historisch relevanten Baus sind ebenfalls die gliedernden Arkaden, die allerdings in vielen Neubauten der späten 1880er und frühen 1890er in Chicago auftauchen. Weiteres Beispiel ist etwa das Fine Arts Building (früher: Studebaker Building) in der Nachbarschaft. Es wurde 1885 von Solon Spencer Beman gebaut. Wie in der Ainmillerstraße 22 dominieren hier fünf Arkaden, wobei die beiden äußeren schmaler und niedriger sind – ganz wie in München.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/196">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-11-14T16:24:58+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:05:52+02:00</updated>
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