Münchner Wagner-Vortrag von Thomas Mann - Einladung an Oberbürgermeister Scharnagl

Der Festvortrag, den Thomas Mann anlässlich des 50. Todestags Richard Wagners 1933 im Audimax der Münchner Universität hielt, führte zu einem massiven Angriff auf seine Person. In einem mit „Protest der Richard-Wagner-Stadt München“ betitelten Offenen Brief, abgedruckt in den Münchner Neuesten Nachrichten, bezichtigte man den Schriftsteller der angeblichen Verunglimpfung Wagners. Weit mehr allerdings ging es darum, Mann öffentlich als Gegner der „nationalen Erhebung“ zu kennzeichnen und mit dem demokratisch gesinnten Nobelpreisträger abzurechnen. Thomas Mann erkannte die Bedrohung durch diesen inszenierten Feldzug. Er sah sich gezwungen, die Stadt München, in der er fast 40 Jahre lang gelebt hatte, zu verlassen und ins Exil zu gehen. | Quelle: Stadtarchiv München, KULA-0089-2 | Rechte: vorbehalten