Die Brunnengruppe „Satyrherme und Knabe“ von Mathias Gasteiger in den ehemals begrünten Stachusanlagen, um 1895

Die Brunnengruppe „Satyrherme und Knabe“, auch „Brunnenbuberl“ genannt, war Gasteigers erfolgreiches Abschlussprojekt an der Münchner Kunstakademie. Mit seinen gewitzten Brunnenfiguren erhielt der Bildhauer zahlreiche Preise. Als er das „Brunnenbuberl“ seiner Heimatstadt München jedoch zum Geschenk machte, war die Freude über den nackten Jüngling nicht so groß wie erhofft. Die Stadt war sich lange Zeit unsicher, wo Satyr und Nackedei ohne viel Aufhebens aufgestellt werden könnten. Wie man in der historischen Aufnahme sieht, fiel die Entscheidung auf die Stachusanlagen am Karlsplatz. Damals waren diese noch reichlich begrünt – ein passender Platz für Satyr und Knabe. Doch dürfte dies nicht der einzig ausschlaggebende Grund für den Standort gewesen sein. Wahrscheinlich ist, dass man ihn hier den Blicken der Öffentlichkeit ein wenig entziehen wollte. Doch falsch gedacht: bald darauf entbrannte aufgrund des nackten Knaben die Münchner „Brunnenbuberlaffäre“, ein Streit zwischen Münchner Moralisten und Freigeistern. | Quelle: © Bayerische Schlösserverwaltung | Rechte: vorbehalten