Die Fläche des Alten Südlichen Friedhofs wurde über die Jahrhunderte hinweg mehrmals erweitert. Im Jahre 1780 wurden der ehemalige Entlastungsfriedhof und der ehemalige Pestfriedhof, welche bislang separate Felder waren, zusammengeschlossen. Erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts präsentiert sich der Alte Südliche Friedhof in seiner symbolhaft symmetrischen Form eines Sarkophags. Diese Umgestaltung nahm Gustav Vorherr, Kreisbauinspektor und Baurat unter König Max I. Joseph, vor. Er wurde dabei von der französischen Revolutionsarchitektur beeinflusst: Dort wird die Veranschaulichung der Funktion eines Gebäudes durch das architektonische Erscheinungsbild als „Architecture parlante“ (wörtlich: „sprechende Architektur“) bezeichnet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Feld schließlich um das quadratische Feld im Südwesten, den „Neuen Friedhof“, erweitert. | Quelle: Franz Schiermeier, Der Alte Südliche Friedhof in München. Begräbnisstätte Erinnerungsort Denkmal, in: Standpunkte Dezember 2014, S. 13. | Rechte: vorbehalten