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    <title type="html"><![CDATA[Die Buchdruckerei B. Heller: Ein Familienunternehmen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1879 ist die Buchdruckerei B. Heller Teil der Münchner Druck- und Verlagsgeschichte. In jenem Jahr übernahm Benno Heller (gestorben nach 1934) die J. Schaumberg’sche Druckerei und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das über Jahrzehnte hinweg eng mit dem jüdischen Kulturleben der Stadt verbunden war.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/52e8a234d8c733705eb104a70835f741.jpg" alt="Die Plinganserstraße 64, 2023." /><br/><p>Die Heller’sche Buchdruckerei hatte ihre Geschäftsräume ab 1883 zunächst in der Innenstadt, in der Herzog-Max-Straße 4. Das Produktionsprogramm der Druckerei umfasste medizinische sowie Kunstpublikationen. Heller, selbst jüdischer Herkunft, druckte auch jüdische Gemeindeschriften wie ab 1913 die Wochenzeitung <i>Das Jüdische Echo</i>, später auch die <i>Bayerische Israelitische Gemeindezeitung</i>, redaktionell betreut von Eugen Schmidt und Ludwig Feuchtwanger, dem Bruder Lion Feuchtwangers. Benno Hellers Sohn Alfred (1885–1955) absolvierte nach der mittleren Reife eine Lehre im väterlichen Betrieb und studierte dann am Buchdruckereitechnikum in Leipzig sowie Staatswissenschaften in München und Tübingen. Bereits 1909 wurde er Teilhaber der Buchdruckerei B. Heller. Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Leutnant gedient hatte, übernahm er 1920 die Firma vollständig. Alfred Heller engagierte sich stark für die Ausbildung des Druckernachwuchses: Er war Gründungsmitglied der Münchner Meisterschule für Buchdrucker und unterrichtete dort von 1928 bis 1933.</p><p>1929 verlegte Alfred Heller das expandierende Unternehmen in die Plinganserstraße in Sendling. Das Neurenaissance-Fabrikantenhaus nach Entwürfen von Andreas Ostler wurde 1890 fertiggestellt. Hinter der heute unter Denkmalschutz stehenden Villa befand sich das Betriebsgelände. Dort waren in der Vergangenheit unter anderem eine Samenklenganstalt zur Saatgutherstellung aus Zapfen oder Fruchtkapseln und die Teigwarenfabrik Gebr. Hüther untergebracht. Die Heller’sche Buchdruckerei teilte sich das Firmengelände mit einem Mechaniker und einer Autolackiererei. 1933 wurde die Setzerei der Druckerei Heller von Nationalsozialisten verwüstet, Alfred Heller kurzzeitig inhaftiert. Sein Vater Benno hatte 1934 versucht, nach Palästina zu emigrieren; vermutlich kam er auf der Überfahrt im Mittelmeer ums Leben. Alfred Heller wurde nach den Novemberpogromen 1938 erneut verhaftet. Unter massivem Druck musste er den Betrieb verkaufen; lediglich der Verlag blieb ihm vorübergehend erhalten. Nach fünf Wohnortwechseln infolge antisemitischer Verfolgungsmaßnahmen zwischen 1935 und 1939 versuchten Alfred Heller und seine Frau Friedl 1939 illegal nach Palästina zu fliehen. Sie wurden von den britischen Behörden aufgegriffen und zusammen mit rund 1.500 weiteren jüdischen Flüchtlingen bis 1945 auf Mauritius in einem ehemaligen Polizeigefängnis inhaftiert. Unter dem Pseudonym Dr. Seligman, dem Mädchennamen seiner Frau, verfasste Alfred Heller einen Bericht über diese Flucht, der 1990 posthum erschien. Erst vier Jahre und acht Monate später erreichte das Ehepaar Palästina – Friedl Heller starb dort wenige Tage nach der Ankunft. Alfred Heller arbeitete von Dezember 1945 bis März 1951 als Leiter einer Druckerei in Haifa, zog anschließend nach Jerusalem zu seiner Tochter und eröffnete dort eine kleine Werkstatt, in der er Büttenpapier herstellte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/325">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T11:31:26+01:00</published>
    <updated>2026-04-23T14:18:58+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Betina Pflaum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Preysing: Beginn des Rokoko vor den Toren der Residenz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In unmittelbarer Nachbarschaft zur Residenz München befindet sich das ehemalige Adelspalais des Grafen Johann Maximilian IV. Emanuel von Preysing (1687–1764). In nur fünfjähriger Bauzeit von 1723 bis 1728 errichtete Josef Effner (1687–1745) das Bauwerk für den damaligen Oberststallmeister des Kurprinzen Karl Albrecht (1697–1745). Die spätbarocke Fassade und die prunkvolle Innenausstattung läuteten eine neue Phase im Münchner Profanbau ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fe34d4d45fb44bd44abc8905a039fc1c.jpg" alt="Fassade an der Residenzstraße, vor 1938." /><br/><p>Der nördlich an die Feldherrnhalle angrenzende Baublock mit reich stuckierten Fassaden geht auf einen Entwurf des Hofarchitekten Joseph Effner zurück. Er war bereits in Paris für Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662–1726) tätig, während dieser im Exil lebte. Als Effner den Kurfürsten 1715 zurück nach München begleitete, bereicherte er das hiesige höfische Bauwesen mit neuen, aus Frankreich importierten Bauideen. Die prachtvolle Ausstattung des Palais mit Stuck und Deckenmalerei wurde von Johann Baptist Zimmermann (1680–1758) beziehungsweise Jacopo Amigoni (1682–1752) realisiert. Zimmermann brach dabei mit den Konventionen der damaligen profanen Palastarchitektur: Er übertrug feingliedrige innenarchitektonische Elemente auf den Außenbau. Als Inspiration dienten ihm die Stadtpaläste in Wien, wie das Palais Schönborn-Batthyány oder das Palais Daun-Kinsky. Die polychrome Fresken Amigonis, die im Inneren die Decken einzelner Räume zierten, sind bereits im 19. Jahrhundert verschwunden, darüber hinaus erlitt das Gebäude im Zweiten Weltkrieg starke Schäden. Ein besonderer Höhepunkt ist das heute frei zugängliche Prunktreppenhaus. Hier verbergen sich in der üppig stuckierten Pflanzornamentik fantasievolle Tier- und Fabelwesen. Schriftlichen Überlieferungen zufolge war an der Decke das Haus Preysing dargestellt, geführt von der Personifikation der Klugheit (Prudentia). Die Gottheiten Minerva und Mars überreichten ihr die Attribute der Gerechtigkeit und des Friedens (Palm- und Olivenzweigen).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/287">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-07T09:16:01+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:26:17+02:00</updated>
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      <name>Lilia Gaivan</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa des Hofschauspielers Richard Stury:  Possartstraße 18]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/88f243e12f7939feb2cabfa4563783a9.jpg" alt="Die Stury-Villa, um 1910" /><br/><p>Die in Ecklage am Shakespeareplatz befindliche Villa, ein reich gegliederter Mansardwalmdachbau in neuklassizistischen Formen mit Erkern, Zwerchhausloggia und Stuckdekor, stammt aus der Zeit um 1910. Das Gebäude und die zwei Gartenpavillons stehen unter Denkmalschutz. Der Hofschauspieler Richard Stury (1859–1928) und seine Ehefrau Gisela (1878–1941) zogen 1912 mit ihren vier Kindern ein. In den „Alt-Münchner Theater-Erinnerungen“ von Alfred von Mensi-Klarbach erfährt man über Richard Stury Folgendes:</p><p>„Den Söhnen des Münchner Postbeamten Stury scheint das Theaterblut mit auf ihren Lebensweg gegeben worden zu sein, denn noch zwei Brüder Richards: Franz Xaver und Max, waren als Schauspieler, Opernsänger und Intendant beim Theater. Das Deklamationstalent Richards gab sich schon auf dem Gymnasium kund. Mit 16 Jahren stellte er sich Possart vor (Anm. d. Verf.: Ernst von Possart, 1841–1921, Buchhändler, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg; ab 1873 Oberregisseur an der Königlichen Hofbühne zu München, ab 1878 Schauspieldirektor), der sich von da an für ihn interessierte. Vorerst aber absolvierte er das Gymnasium, studierte auch vier Semester Jus an der Universität seiner Vaterstadt, zugleich aber auch an der Akademie der Tonkunst, um von Regisseur Heinrich Richter vorbereitet, im Dezember 1880 am Coburger Hoftheater als Don Carlos zum erstenmal aufzutreten und von nun an dem Theater treu zu bleiben. Das nächste Jahr ging es nach Darmstadt, dann nach Mannheim.“ [zit. nach Mensi-Klarbach 1924, S. 215] Seit 1887 war Richard Stury festes Ensemblemitglied des Münchner Hof- und Nationaltheaters. Ein Unfall im Jahr 1899 bei einer Aufführung von Faust II beeinträchtigte seine weitere Berufstätigkeit. 1905 beendete er aus gesundheitlichen Gründen sein Engagement am Nationaltheater; anschließend wirkte er vor allem als privater Schauspiellehrer. Von 1913 bis 1927 leitete Richard Stury im Rahmen der Kulturinstitution Freies Deutsches Hochstift in Frankfurt die Münchner Zweiggenossenschaft. Zudem war er Präsident der Münchner Versuchsbühne sowie langjähriges Mitglied und zeitweise Obmann der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. Richard Stury verstarb 1928 im Alter von 68 Jahren. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich seit 1999 in der Monacensia, Maria-Theresia-Straße 23. Die Villa erbte seine Ehefrau Gisela. 1955 waren die Kinder Ludowika Klenke, geborene Stury, Dr. Richard Stury und Gisela Stury als Besitzer im Kataster eingetragen. Der Sohn Richard F. Stury (1911–1999) plante zu Ehren seines Vaters die „Hofrat Richard Stury Stiftung“ zur Förderung der Literatur in München. Erst durch seine Ehefrau Gertrud Stury konnte die Stiftung im Oktober 2002 realisiert werden. Stiftungsobjekt ist das Anwesen Possartstraße 18. Die Stadt München darf es weder verkaufen, vertauschen, versteigern noch mit dinglichen Rechten belasten; zudem verpflichtet sie sich zur Pflege des Grabes von Richard Stury. 2004 wurde die ursprünglich rechtlich unselbständige „Hofrat Richard Stury Stiftung“ in die rechtlich selbständige „Richard Stury Stiftung“ umgewandelt. Die Stiftung vergibt Stipendien an Studierende der Otto-Falckenberg-Schule und der Bayerischen Theaterakademie August Everding; außerdem fördert sie wissenschaftliche und künstlerische Projekte an Museen und Akademien.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/276">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-09T18:22:34+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:43:45+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa Lindenhof:  Das Wohnhaus des Architekten Max Littmann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be963da0ecb2365286f1a324bb3e7cb9.jpg" alt="Die Villa Lindenhof, um 1910" /><br/><p>Mit der Villa Lindenhof errichtete sich Max Littmann ein eigenes Wohnhaus in historisierenden Formen. Der reiche plastische Dekor stammt von Heinrich Waderé. Auf einer Tafel, verziert mit Engeln, ist folgende Inschrift zu lesen: „VON MIR ERDACHT – VON MIR ER-BAUT – SOLLST MIR EIN HEIM SEIN LIEB UND TRAUT – A.D. 1902-1903 M.L.“ Trat man vom Speisezimmer des Anwesens in den Garten, gelangte man links direkt in eine Loggia mit Muschelbrunnen. Das Gewölbe der Loggia war mit Groteskmalereien von Karl Throll (1873–1952) geschmückt. Eine Freitreppe führte, vorbei an einem Zierbrunnen mit Putte, in den Garten, wo im hinteren Bereich ein Pavillon stand. Der Eingang zum Gartenpavillon wurde von zwei Karyatiden gesäumt. In der Süddeutschen Bauzeitung, Nummer 13, 31. März 1906, XVI. Jahrgang, wird der Garten recht kritisch beschrieben: „Eine zehn Meter lange, mit Zement ausgekleidete Pfütze ahmt die Verzweigungen des Vierwaldstättersees nach. Sinnlose Schlängelwege irren in allen Ecken umher. Naturhäuschen aus wilden Ästen, hier und da ersetzt durch Gebilde aus Draht, vervollständigen das Bild von Verrottung und Verkommenheit, zu dem der heutige deutsche Hausgarten herabgesunken ist. Zu diesem Bilde passen dann die tönernen Hasen und Rehe und die glasierten Gnomen vortrefflich, durch die der deutsche Gartenenthusiast heute seinen Kunstsinn zu betätigen pflegt.“ 1920 erwarb der Münchner Arzt Gustav Baermann für 510.000 Mark die Villa. Die Kaufmannseheleute Max und Sabine Lieber waren ab 1933 neue Besitzer. Unter der Bezeichnung „Vermögen der abgeschobenen Juden“ kaufte Sofie von Günther, geheime Kommerzienrats- und Generalkonsulswitwe 1938 das Anwesen. 1943 ging die Villa an das Deutsche Reich, Waffen-SS, und 1948, als deren Rechtsnachfolger, durch Übertragungsurkunde des Bayerischen Landesamtes für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung an das Land Bayern. 1953 erfolgte ein Tausch mit der St. Johannis-Freimaurerloge „In Treue fest“ München. Das Gründungsdatum dieser Loge war der 17. Mai 1896. Eines der prominentesten Mitglieder war der Maler Lovis Corinth. Die Freimaurerei beeinflusste seine Werke und immer wieder tauchten freimaurerische Symbolik und Rituale in seinen Bildern auf. Eines der berühmtesten freimaurerischen Bilder ist Corinths „Die Logenbrüder“. Die Auflösung der Loge erfolgte in den 1930er Jahren, 1948 zählte sie wieder 60 Mitglieder. Sie geriet schon bald nach dem Erwerb der Bogenhausener Villa in finanzielle Schwierigkeiten, was mit dem Verlust des Logenhauses endete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/250">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-28T14:37:45+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:51:39+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder: Ein Kaufhaus von Münchnern für Münchner ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Der Uhlfelder“ war ein echtes Münchner Kaufhaus, das es mit den großen Konkurrenten Tietz und Oberpollinger aufnehmen konnte. 1931 überraschte es seine Kundschaft mit den ersten elektrischen Rolltreppen in der Isarmetropole.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a74e6e2500214b04dcdfb27f734dfca0.jpg" alt="Rosental mit Kaufhaus Heinrich Uhlfelder, vor 1938." /><br/><p>Nach Hermann Tietz am Bahnhofplatz war das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder im Rosental in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das zweitgrößte Warenhaus Münchens. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten, der seine Stammkundschaft hauptsächlich in der Mittel- und Oberschicht besaß, richtete sich das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder vorrangig an die einkommensschwächeren Schichten aus dem Kleinbürgertum. Das Kaufhaus ging zurück auf das 1878 von Heinrich Uhlfelder (1853–1928) gegründete Haushalts- und Galanteriewarengeschäft im Rosental 9. Wie viele andere Kaufhausgründungen der Zeit verbuchte es rasch großen wirtschaftlichen Erfolg, so dass bald nicht nur das Sortiment, sondern auch die Verkaufsräume erweitert wurden. Im Jahr 1930 waren darin eintausend Angestellte beschäftigt. Aufsehen erregte der Einbau der ersten elektrischen Rolltreppen Münchens im Jahr 1931, die in die drei Verkaufsetagen hinaufführten. Für sein soziales Engagement erhielt Heinrich Uhlfelder 1924 den Titel eines Kommerzienrats. Im Jahr seines Todes 1928 übernahm sein Sohn Max (1884–1958) die Geschäftsleitung. Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 verschlechterte sich die Situation der jüdischen Unternehmerfamilie und ihres Kaufhauses rapide. Immer wieder wurde es zum Ziel antisemitischer Übergriffe. Früh schon bemühte sich Max Uhlfelder um einen Verkauf, erreichte im Sommer 1938 gar den Abschluss eines Vorvertrages mit Vertretern der Hertie GmbH, die 1933 aus der Arisierung des Warenhauskonzerns Hermann Tietz hervorgegangen war. Die für die Genehmigung eines solchen Verkaufs zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) wie auch das Reichwirtschaftsministerium und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft verweigerten jedoch ihre Zustimmung. Stattdessen wollten sie ein Exempel statuieren und eine vollständige Liquidation des Kaufhauses erreichen. Dem kamen die Ereignisse in der Reichspogromnacht 9./10. November 1938 zuvor. Das Kaufhaus Heinrich Uhlfelder, zu dem Zeitpunkt das einzige noch komplett in jüdischem Besitz befindliche große Warenhaus in der Münchner Innenstadt, wurde geplündert, die Inneneinrichtung – auch die Rolltreppen – nahezu vollständig zerstört und das Gebäude in Brand gesteckt. Ab Dezember 1938 wurde der noch vorhandene Warenbestand sowie das restliche Inventar an verschiedene Einzelhandelsbetriebe veräußert, der erzielte Verkaufserlös, der weit unter dem tatsächlichen Wert lag, von der Oberfinanzdirektion einbehalten. Der von den Behörden betriebene Verkauf der Immobilien zog sich allerdings noch einige Jahre hin, bis die Löwenbräu AG 1943 das Anwesen erwarb. Max Uhlfelder wurde wie viele andere jüdische Unternehmer unmittelbar nach der Pogromnacht verhaftet und zunächst in Dachau inhaftiert, Anfang 1939 nach der schriftlichen Zusicherung, aus Deutschland zu emigrieren, wieder entlassen. Im Sommer 1939 gelang ihm mit seiner Familie die Ausreise nach Indien, 1947 in die USA. Der von ihm ab 1948 unternommene Versuch, das verlorene Münchner Geschäft wie auch das Vermögen und die Immobilien zurückzuerhalten, zog sich mit mehr als 89 Einzelverfahren bis 1971 hin. Nach seinem Tod 1958 setzten seine Nachfahren die Anstrengungen um die Restituierung fort. Bereits 1954 hatte Max Uhlfelder die zu dem Zeitpunkt bereits zurückerhaltenen Grundstücke im Rosental – außer dem einstigen Stammgebäude mit der Hausnummer 9 – zum Vorzugspreis an die Stadt München verkauft, die dort bis 1997 zunächst eine Stadtteilbibliothek und schließlich den Erweiterungsbaus des Stadtmuseums errichtete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/228">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-16T15:34:04+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:37+02:00</updated>
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      <name>Heidi Rehn</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Bernheimer Schloss in Oberföhring: Eine herrschaftliche Villa und ihre Bewohner]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die im Vergleich zu den Oberföhringer Bauernhäusern noble Villa, die zwischen 1900 und 1901 erbaut wurde, wurde aufgrund ihrer Architektur „Bernheimer Schloss“ genannt. Die wechselnden Bewohner und Nutzungen der Künstlervilla zeugen von ihrer bewegten Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2259786b0031c13f81ef152f7643a09f.jpg" alt="Das Bernheimer Schloss in Oberföhring, um 1930" /><br/><p><b>Johann Parzinger</b> Im Jahre 1899 kaufte Johann Parzinger für 28.000 Mark das Haus der Maurers-Eheleute Jakob und Anna Neuner in Oberföhring, Muspillistraße 19. Auf dem Grundstück ließ er sich 1901 nach dem Entwurf des Architekten Andreas Holzinger eine burgartige Villa mit Atelier errichten. Parzinger, als Sohn eines Kaufmanns in München geboren, begann 1895 mit 18 Jahren sein Studium der Bildhauerei bei Wilhelm von Rümann an der Akademie der Bildenden Künste in München. Parzinger gehörte nicht zu den erfolgreichsten Bildhauern seiner Zeit. Bei den jährlichen Ausstellungen im Glaspalast im alten Botanischen Garten war er einige Jahre mit einem oder zwei Werken vertreten und die Galerie Heinemann am Maximiliansplatz zeigte 1904 und 1905 einige seiner Skulpturen. 1904 tauschte Johann Parzinger seinen Besitz, vermutlich aus finanziellen Gründen, gegen ein Anwesen an der Tegernseer Landstraße ein. Ob die Reliefs an der Westseite seiner Oberföhringer Villa von ihm stammen ist ungewiss. Von 1905 bis 1913 war Blanche von Arschak, Gemahlin des persischen Generals und Kabinetts-Ministers in Teheran, Mirza Reza Khan von Arschak, Besitzerin der Villa (Kaufpreis 97.500 Mark). 1911 ließ sie sich scheiden. Daraufhin ersteigerte 1913 Ernst Bernheimer den Besitz für das Meistgebot von 42.127 Mark und die Übernahme zweier Bankhypotheken zu 54.000 Mark und 10.000 Mark. <b>Die Familie Bernheimer</b> Die Künstlervilla diente den Bernheimers als Sommerresidenz und die Familie hatte viel übrig für die Oberföhringer Bevölkerung. An Weihnachten verteilte der Chauffeur der Bernheimers Geschenke an die ärmeren Oberföhringer Kinder und für manchen Firmling übernahm Frau Bernheimer die Patenschaft. Im Jahre 1905 verlieh der Magistrat der königlichen Haupt- und Residenzstadt München Ernst Bernheimer das Bürgerrecht und im Jahre 1928 wurde er für die Verleihung des Titels eines Kommerzienrates vorgeschlagen. Ein Großteil der jüdischen Familie Bernheimer konnte im Frühjahr 1939 nach England oder in die USA auswandern und so der Verfolgung durch das NS-Regime entkommen. Für die Familie von Ernst Bernheimer war die Auswanderung jedoch aufgrund der Behinderung ihres zweiten Sohnes Karls besonders schwierig. Deshalb wandten sie sich ab 1938 an die Auswanderer-Beratungsstelle in München. Wegen der immer wieder neu zu beantragenden Bescheinigungen, die für die Emigration nötig waren, verzögerte sich ihre Ausreise. Die Familie wohnte zunächst in der Rauchstraße 20, später war sie in einer Pension an der Kaulbachstraße untergebracht, bis sie im Februar 1941 nach Kuba emigrieren konnte. Offiziell war für die jüdische Bevölkerung eine Ausreise aus Deutschland bis zum Erlass des Ausreiseverbots im Oktober 1941 möglich. <b>Die Zeit nach 1945</b> Die Villa von Ernst Bernheimer in Oberföhring wurde im Februar 1940 von dem Treuhänder Hans Wegner an die Arno Fischer Forschungsstätte GmbH verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Anwesen als Ausweichkrankenhaus. Die Bernheimers gehörten zu den ersten jüdischen Familien, die aus der Emigration nach Deutschland zurückkehrten. Sie konnten ihre frühere Firma wieder übernehmen, Haus und Grundbesitz wurden ab 1948 restituiert. Die Rückerstattung des Bernheimer Schlosses erfolgte 1950, im selben Jahr erwarb die Stadt München die Villa. Nach dem Auszug des Oberföhringer Ausweichkrankenhauses wurden die Räume als Altenheim mit etwa 100 Bewohnern genutzt. <b>Der Verein Condrobs e.V.</b> Am 16. Februar 1978 fand die Eröffnung des Jugendwohnprojekts für drogen- und alkoholgefährdete junge Menschen im Gebäude an der Muspillistraße 19 statt. Die Elterninitiative gegen Drogenmissbrauch e.V. war Anfang der 1970er Jahre gegründet worden. Heute werden in der Einrichtung etwa 20 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 22 Jahren betreut.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/218">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-25T14:17:03+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:54:47+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogstraße 81: Wohn- und Wirtshaus mit auffälliger Fassade]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Jugendstilbau sticht sofort ins Auge: Über der Rustika im Erdgeschoss des viergeschossigen Wohnhauses schmückt formenreiches Stuckdekor die Fassade. Mittig, unter einem kleinen Baldachin, steht eine Ritterfigur in einer halbrunden Nische.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3e90a830d561c5a1702117f6f31e5540.jpg" alt="Die Fassade der Herzogstraße 81" /><br/><p>Geplant wurde das 1901 für einen Baumeister errichtete Haus von Adam Walther. Ab 1902 war es im Besitz eines Dekorationsmalers. Im Erdgeschoss wurde schon damals eine Schankwirtschaft betrieben – bis 1940 unter dem Namen „Herzogsalon“, später dann als „Herzog-Kellerei“. Im Zentrum der sechsachsigen Fassade steht unter einem kleinen Dach in einer Nische die Figur eines Jünglings mit Schwert. Unter ihm öffnet sich eine Bogenform mit reliefierten kleinen Halbsäulen, die die beiden mittleren Fenster des zweiten Stocks unterfängt. In der Mitte, direkt unter dem Jüngling, spannt sich ein Andreaskreuz zwischen den Halbsäulen. Rechts und links, auf den äußeren Rändern dieser bootsartigen Form aus Halbsäulen, werden die beiden mittleren Fenster von zwei roten Gefäßen gerahmt. Es handelt sich um Dreifüße, aus denen stuckierte, spiralförmige Rauchkreise aufsteigen, die sich symmetrisch zwischen den Fenstern des zweiten und dritten Stocks zur Mitte hin auf der Fassade ausbreiten. Zwischen der äußeren und der zweiten Fensterachse erstrecken sich Ornamente aus senkrechten Linien, kleinen Quadraten und Blütenborten. Sie wachsen jeweils aus einer naturalistisch anmutenden Wurzel empor, die sich zwischen den Fenstern des ersten Stocks nach oben erstrecken. Im Jugendstil wurden solche Formen häufig verwendet, da die Jugendstil-Ornamentik als Reaktion auf die überkommenen Formen des Historismus entstand. Dabei wandte man sich angesichts der Herausforderungen der Industrialisierung und Technisierung dem Organisch-Biologischen zu. Besonders charakteristisch waren dabei neue Linienführungen in Wellen- und Spiralform oder Wurzelmotive. Die Fassadengestaltung besteht aus vielfältigen Versatzstücken, die keine einheitliche Deutung zulassen. Die Fassade erinnert in ihrem Aufbau, insbesondere aufgrund der Bogenform und der Dreifüße, an die Fassade in der Unteren Grasstraße 6. Da nicht geklärt ist, wer für die Fassadengestaltung in der Herzogstraße 81 verantwortlich war, kann ein Austausch zwischen den Künstlern nicht ausgeschlossen werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/216">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-19T17:13:48+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:58:26+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Musterbauten an der Prinzregentenstraße: Als Bunker geplant, als Ausstellungsraum genutzt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die „Versuchsbauten“ an der Prinzregentenstraße zwischen Wilhelm-Tell- und Brucknerstraße wurden als Musterbauten für die „Neue Südstadt“ errichtet. Die Planung der „Neuen Südstadt“, einer Trabantenstadt mit rund 14.500 Wohneinheiten, gehörte zum städtebaulichen Konzept der Neugestaltung Münchens im Dritten Reich.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9360128eb9d880a7aa3588a51c4dc701.jpg" alt="Die Wohnanlage an der Prinzregentenstraße während der Bauarbeiten, 1942" /><br/><p>Die Planungen gehen auf das Jahr 1939 zurück, bebaut werden sollte das Gelände zwischen Ramersdorf und Giesing, östlich des Friedhofs am Perlacher Forst und westlich der Ottobrunner Straße. Unter der Leitung von Wilhelm Sommerer von der Dienststelle des Generalbaurates war man zwar schon weit vorangekommen – es existieren Entwürfe, Pläne und Fotos von Modellen bis zum Jahre 1943 –, doch verwirklicht wurde die „Neue Südstadt“ nicht mehr. Im Sommer 1943 stellte man die Planungen für die Neugestaltung Münchens im Großen und Ganzen ein. Der „Wiederaufbau“ trat in den Vordergrund, statt Wohnhäusern errichtete man nur noch Behelfsheime. Die Musterbauten an der Prinzregentenstraße vermitteln uns eine ungefähre Vorstellung von den Bauten der „Neuen Südstadt“. Der Entwurf stammt von Fritz Norkauer, Herbert Landauer und Walter Kratz, geplant und ausgeführt in der Zeit zwischen 1941 und 1943. Die circa 165 Meter lange Straßenfront zeigt mit dem erhöhten Erdgeschoss, den drei durch Sohlbänder ausgezeichneten Obergeschossen und dem schmucklosen vierten Obergeschoss die Fassadenstruktur der Südstadt-Häuser. Die Musterbauten wurden auf Kosten des „Zweckverbandes Südstadt“ gebaut. Die Gesamtkosten, veranschlagt mit circa 1,7 Millionen Reichsmark, finanzierte man vorerst aus dem Sonderhaushalt „Ersatzwohnungsbau“. Bei den Häusern an der Prinzregentenstraße erprobte man erstmals die Verbindung von Luftschutzhochbunker mit Wohnbauten. Das Ideal war ein Luftschutzraum für jede Wohnung, der in Friedenszeiten als Speisekammer genutzt werden konnte. An drei Enden der Wohnblöcke ist heute noch ein quadratischer Eckhausbunker mit einem Fassungsvermögen von 200 bis 250 Personen zu sehen. An der Ecke Bruckner-/Zaubzerstraße befindet sich der dritte Hochbunker. Der Schutzraum konnte jeweils von einer Wohnung aus über einen abgewinkelten Splitterschutz und eine Gasschleuse betreten werden. Im Untergeschoss befanden sich Aborte, ein Waschraum und ein Gemeinschaftsraum. Eine Wendeltreppe verbindet die einzelnen Geschosse miteinander. Im Bunker Ecke Prinzregenten-/Wilhelm-Tell-Straße befand sich seit 1993 die Galerie „Kunstbunker Tumulka“, in der aber – aus Gründen des Brandschutzes – keine Ausstellungen mehr gezeigt werden dürfen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/214">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-14T16:56:57+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T12:29:54+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Bürgermeistervilla: Die Villa des letzten Bürgermeisters der Gemeinde Bogenhausen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Zwischen der Ismaninger Straße und der Weberstraße befindet sich ein kleiner Park mit einer Villa. Das 1898 von Architekt Paul Pfann unter Mitarbeit von Günther Blumentritt errichtete schlossartige, neubarocke Gebäude liegt im sogenannten Bürgermeistergarten. Der öffentlich zugängliche Garten kann durch Portalgitter von der Ismaninger Straße oder der Händelstraße sowie durch ein Steinportal an der Weberstraße betreten werden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/10dbb8d6f02dc1f8a5cb87826aba1357.jpg" alt="Die Villa für Josef Selmayer, 1898" /><br/><p>Erbaut wurde die unter Denkmalschutz stehende Bürgermeistervilla für den Ökonomen und Ziegeleibesitzer Josef Selmayr und seine Frau Pauline. Josef Selmayr war letzter Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde Bogenhausen bis zu deren Eingemeindung nach München am 1. Januar 1892. Nach dem Tod von Josef Selmayr 1909 erbten seine Frau Pauline Selmayr, geborene Wagner, Kommerzienrats- und Gutsbesitzerswitwe und die elf Kinder die Bürgermeistervilla. Pauline Selmayr verstarb mit 64 Jahren im Januar 1922. Ihre neun noch lebenden Kinder, darunter die Bildhauersgattin Pauline Düll, traten die Erbfolge an. Die Villa wurde dann ab 1941 als eines der Häuser der Organisation „Lebensborn“ genutzt, die 1935 im Auftrag des „NS-Rasse- und Siedlungshauptamtes“ zur Aufzucht „rassisch wertvoller“ Kinder gegründet wurde. Sie betrieb zwischen 1935 und 1945 europaweit über 20 Heime für unverheiratete schwangere Frauen, junge Mütter und deren Kinder. Laut Kataster kaufte der Verein „Lebensborn e.V.“ das Gebäude um 625.000 RM. 1948 ging der Besitz an das Bayerische Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung in München. Es folgten bauliche Veränderungen im Jahr 1958 und Renovierungsarbeiten 1985. „Bei der Instandsetzungsmaßnahme der Villa wird darauf geachtet, dass die noch weitgehend im Originalzustand befindlichen Räume des Erdgeschosses und das Treppenhaus mit wertvoller Eichentäfelung erhalten und restauratorisch behandelt werden.“ (Jahrbuch der Denkmalpflege 1985, S. 314).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/213">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-12T15:13:55+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:58:47+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Seidlvilla: Eine Villa für Alle]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die von einem großzügigen Garten umgebene Villa mit ihren Jugendstilformen hat eine über 100-jährige Geschichte, in der sie vom privaten Wohnhaus zum öffentlich zugänglichen Bürgerhaus wurde.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f5112a0c849be4c7b58f90c8e82c621a.jpg" alt="Die Seidlvilla, 2024" /><br/><p>Als Johann Sedlmayr (1846–1900), einer der Inhaber der Brauerei Spaten, starb, hinterließ er seiner Frau ein Vermögen. Franziska Sedlmayr heiratete daraufhin Paul Johann Lautenbacher und ließ sich 1904–1906 von ihrem Neffen, dem Architekten Emanuel von Seidl (1856–1919) die „Villa Lautenbacher“, auch Seidlvilla genannt, errichten. Das Gebäude umfasste neben dem Wohnhaus auch eine Remise, einen Pferdestall und eine Kutscherwohnung in einem angrenzenden Nebentrakt. Nach dem Tod Franziska Lautenbachers wechselte das Haus mehrmals den Besitzer. In den 1950er Jahren war dann eine Schule dort untergebracht. In den 1970er Jahren drohte dem Ensemble der Abriss, da das gesamte Areal am Nikolaiplatz neu bebaut werden sollte. Auf Initiative von Meinrad von Ow, einem Architekten aus der Nachbarschaft, und dem Verein „Münchner Forum“ organisierte sich ein Bürgerkomitee. 1976 gab es dann erste Demonstrationen um das Gebäude zu erhalten. Und das Engagement der Bürger hatte Erfolg: 1977 wurde die Seidlvilla auf die Denkmalliste gesetzt und der Stadtrat beschloss den Ankauf der Villa. Im Rahmen der Proteste hatten die engagierten Bürger bereits Konzepte entwickelt, das Haus als Kulturzentrum zu nutzen. Zunächst wurde die Seidlvilla aber für acht Jahre als Polizeistation genutzt. Seit 1991, nach einer Übergangsphase und Renovierung, ist die Seidlvilla nun Sitz des Stadtteilkulturzentrums und ein Ort für Veranstaltungen aus vielen kulturellen Bereichen. Im Jahr 2019 etwa war in der Seidlvilla eine Ausstellung zum 100. Todestag des Architekten Emanuel von Seidl zu sehen. Aber auch Lesungen, Konzerte, Theater, Vorträge und Gesprächsrunden finden heute in Franziska Lautenbachers Villa statt. Ein schönes Gebäude mit wunderbarem Garten, eine Oase im hektischen Viertel. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/212">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-05T16:17:29+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T16:04:10+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Laimer Schlössl: Ein Haus prominenter bayerischer Persönlichkeiten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Laimer Schlössl in der Agnes-Bernauer-Straße hat einige Besitzerwechsel erlebt und erzählt ein Stück Architekturgeschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/63a87680ac940a82264f5ba651ec86bc.jpg" alt="Das Laimer Schlössl, 1976" /><br/><p>Im Jahr 1716 erwarb Kurfürst Max Emmanuel ein Hofgut in Laim, das damals noch im Wald lag, um dort einen Jagdsitz zu errichten. 1720 wurde das Gebäude auf der Basis eines dort bereits existierenden Bauwerks zum Laimer Schlössl umgebaut. Neben dem Haupthaus gehören zum Hofgut auch ein Nebenhaus mit Remise im Osten. Sein Nachfolger, Max III. Joseph, verkaufte den Jagdsitz im Jahr 1751. Darauf folgten weitere Besitzerwechsel: Die Reichsgräfin von Betschard versuchte in den 1790er Jahren erfolglos, im Laimer Schlössl eine Seidenraupenzucht mit Seidenmanufaktur aufzubauen, später gehörte es dann der Gräfin Chamisso, die dort eine Porzellanmanufaktur gründete, die bis ins 19. Jahrhundert bestand. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die „Terraingesellschaft Neu-Westend“ das Schlösschen und verkaufte es 1908 an den Architekten Theodor Fischer (1862–1938). Dieser gestaltete das Laimer Schlössl um und renovierte es. Die Dachgauben, die von der Straße gut sichtbar sind, gehen auf seinen Umbau zurück. Fischer bewohnte das Laimer Schlössl bis zu seinem Tod ebendort im Jahr 1938. In einem Nebengebäude des ehemaligen Gutshofs wohnte sein Freund Oskar Pixis (1847–1946), ebenfalls Architekt und von 1903 bis 1926 Fischers Büroleiter. Fischers Büro zog mit ihm von Stuttgart nach München, in einen Trakt des Nebenhauses, das zum Laimer Schlössl gehörte. Zeitweise waren dort bis zu 18 Mitarbeiter angestellt. Die Gartenanlagen um das Hofgut planten Fischer und Pixis nach dem Vorbild englischer Reformgärten, die von ihren Frauen Therese Fischer und Hertha Pixis umgesetzt wurden. Der Fischer’sche Teil des Gartens war als repräsentativer Ziergarten mit Rosen, Rittersporn und Sitzbänken am Brunnen angelegt. Die Fassade des Laimer Schlössl wurde mit Rosenspalieren bepflanzt, inspiriert von Adalbert Stifters Roman „Nachsommer“. Der von Hertha Pixis gestaltete Teil enthielt Gemüse- und Beerenanpflanzungen sowie eine Pergola, die für Besprechungen der beiden Architekten genutzt wurde. Der hintere Teil des Grundstücks wurde als historischer Schlosspark mit Eschen in seinem Zustand belassen. 1968 wurde auf diesem Teil des Grundstücks von den Nachfahren der Familie Pixis ein Mehrfamilienhaus errichtet. Architekt war Werner Wirsing (1919–2017). Aktuell steht das denkmalgeschützte Laimer Schlössl seit sechs Jahren leer. Der jetzige Besitzer, ein Investor, hat seit 2023 eine Genehmigung zum Umbau des Schlösschens zu einem Mehrfamilien-Wohnhaus, doch der Beginn der Bauarbeiten steht noch aus.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/211">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-03-05T16:02:39+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:16:19+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Untere Grasstraße 6: Jugendstil in Giesing]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Haus war ursprünglich mit einer neubarocken Fassade geplant – stattdessen schuf Max Scheidl in Giesing einen Jugendstil-Solitär.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0de58705a9cd382eca0ab50bf95dec69.jpg" alt="Die Untere Grasstraße 6, Detail der Fassade, 2009" /><br/><p>Das Mietshaus wurde 1903/04 von dem Architekten Hans Thaler (1885–1914) für einen Baumeister errichtet. Die Jugendstilfassade ist mit ornamentalen Stuckformen und Figuren ausgestaltet und stammt von Max Scheidl.
Im Erdgeschoss sind die Zwischenfensterzonen mit reliefierten Rechtecken gestaltet, die an Gesteinsstrukturen erinnern. Im ersten Stock werden diese mittig von stilisierten Wappen mit jeweils drei Blumen überlagert, die in ihrer Form fast geometrisch wirken. Darüber, unter den mittleren drei Fenstern des zweiten Obergeschosses, öffnet sich eine Bogenform mit reliefierten kleinen Halbsäulen, die die Fenster zu tragen scheinen. Dazwischen befinden sich rechteckige Felder mit einer an ein Andreaskreuz erinnernden Form. Das zweite und dritte Obergeschoss werden beidseitig neben dem jeweils ersten Fenster von großflächigen, abgesetzten Wandflächen in antikisierender Gestaltung verbunden. Dort steht auf einem Dreifuß mit Kranz ein Kelch, aus dem dynamisch stuckierte Rauchschwaden aufsteigen. Das mittlere Fenster im vierten Obergeschoss wird von zwei Mandorlen mit weiblichen Genien flankiert, die jeweils ein römisches Horn, ein sogenanntes Cornu, spielen.
Der Architekt Hans Thaler schuf zwischen 1903 und 1912 zehn Jugendstilgebäude in München – darunter im Jahr 1904 die Häuser Untere Grasstraße 1 und 6. Zu weiteren Jugendstilbauten Thalers zählen die Hiltenspergerstraße 15 in der Maxvorstadt, die Friedrichstraße 3 in Schwabing-Freimann, die Fäustlestraße 14 und die Astallerstraße 25 auf der Schwanthalerhöhe sowie in Sendling die Aberlestraße 14 und 21, die Senserstraße 1 und die Lindwurmstraße 177.
Das Haus in der Unteren Grasstraße 6 wurde 1971 restauriert und gewann dafür den Fassadenpreis der Stadt München. Bei diesem Umbau wurde die Farbgestaltung der Fassade verändert. Welche Farbe das Gebäude vor der Renovierung hatte, ist nicht überliefert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/208">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-20T16:03:58+01:00</published>
    <updated>2025-02-21T13:06:25+01:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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