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    <title type="html"><![CDATA[Die Schraudolphstraße 1: Ein Haus für Katholikinnen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Landesverband Bayern des Katholischen Frauenbunds Deutschland (KDFB) erwarb im April 1927 dieses Haus bis dahin war es eine Pension mit 18 möblierten Zimmern. Nun diente es als Bundesheim, das KDFB-Mitglieder für Übernachtungen und als Treffpunkt nutzen konnten. Auch der Frauenbund hatte hier Büroräume. Während des Nationalsozialismus waren nur kulturelle und religiöse Arbeiten erlaubt, soziale und politische Aktionen wurden verboten und leitende Mitglieder waren Repressalien ausgesetzt. Ein Bombenangriff in der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 1944 zerstörte das Haus weitgehend – mit ihm auch den größten Teil des Archivs. 1949 war ein Wiederaufbau abgeschlossen. Nach Um- und Ausbauten konnte 1951 das Ellen-Ammann-Haus als Heim und Verwaltungsgebäude eingeweiht werden. Eine Tafel im Treppenhaus erinnert daran, dass ein Scheck der US-Zivilverwaltung über 100.000 DM dabei sehr hilfreich war. Für die Frauenschule des KDFB wurde ein Rückgebäude gebaut und 1953 bezogen. Sie hatte hier bis 1964 ihren Sitz. Heute zählt der KDFB Bayern etwa 125.000 Mitglieder. Im Haus befinden sich die Büroräume, das Bildungswerk, die Landfrauenvereinigung sowie das Familienpflegewerk im KDFB. <i>„Mutter Maria, die Patrona Bavariae, möge die besondere Patronin des Hauses werden und helfen, dass katholische Gedanken dort sichtbar und verwirklicht werden können, das ist unser Wunsch für die neue Heimat des Frauenbundes.“ </i>(Ellen Ammann, zitiert in der Broschüre des KDFB „Mein Name ist Ellen Ammann ...“)</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e8a42685fad1cb108345c37ac1a2855e.jpg" alt="Das Haus, 1927 " /><br/><p>Das unscheinbare Haus repräsentiert die katholische Frauenbewegung in Bayern – Ellen Ammann (1870–1932) ist ihre Leitfigur. Sie kam am 30. Juli 1870 als Ellen Sundström in Stockholm zur Welt. Sie besuchte dort eine katholische Klosterschule, machte Abitur und verbrachte anschließend ein Jahr als sogenannte Haustochter bei der Familie von Heremann in Nordrhein-Westfalen. In Stockholm begann sie danach, schwedische Heilgymnastik zu studieren. Um diese neue Therapieform kennenzulernen, war der Münchner Orthopäde Dr. Ottmar Ammann (1861–1939) in Schweden. Er verliebte sich sofort in die junge Frau. Im Oktober 1890 heirateten die beiden, Ammann nahm Ellen mit nach München, wo er in der Landwehrstraße 4 eine Praxis und Tagesklinik betrieb. Ellen Ammann sorgte für die Hauswirtschaft der Klinik und wurde Mutter von sechs Kindern. Das genügte ihr nicht, sie widmete sich, nachdem sie sich an das fremde Leben in Bayern mit seiner patriarchalen Struktur gewöhnt hatte, der sozial-politischen Arbeit. 1894 war sie aktiv im Marianischen Mädchenschutzbund (heute IN VIA) und begründete drei Jahre später die katholische Bahnhofsmission am Hauptbahnhof. Dafür wurde sie kritisiert, als junge Mutter und Ausländerin sollte sie das Haus hüten, fanden die etablierten Damen. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt war seit 1894 ein großes Haus in der Theresienstraße 25. Hier gründete Ellen Ammann den KDFB München und Bayern und sorgte 1905 für die Anfänge einer „social-caritativen Frauenschule“ (heute Katholische Stiftungshochschule in Haidhausen). Es war ihr ein wichtiges Anliegen, jungen katholischen Frauen religiösen Halt zu bieten und für die soziale Arbeit eine professionelle Ausbildung zu ermöglichen. <i>„Caritas Christi urget nos – die Liebe Christi drängt uns.“ </i> <i>Leitsatz von Ellen Ammann und Motto der Frauenschule</i> 1919 wurde Ellen Ammann als eine der ersten weiblichen Abgeordneten für die Bayerische Volkspartei in den Landtag gewählt und gehörte ihm bis zu ihrem Tod am 23. November 1932 an. 1920 initiierte sie die katholische Polizeiseelsorge in München. Ihre politische Haltung war patriotisch und konservativ, dennoch gegenüber den Nationalsozialisten kritisch genug, um 1923 mit mehreren Frauen die Ausweisung Hitlers als kriminellem Ausländer zu fordern. Im November erfuhr sie zufällig vom Putschversuch im Bürgerbräukeller und holte alle unbeteiligten Politiker in ihre Frauenschule. Hier konnte die Niederschlagung organisiert werden, da niemand an diesem Ort Regierungsvertreter vermutete. Der stellvertretende Ministerpräsident Franz Matt konstatierte später: „Ellen Ammann hat damals mehr Mut bewiesen als manche Herren in Männerhosen.“ (zitiert nach Neboisa 1992, S. 478) Nach einer großen Rede über die Situation der Familien im Landtag verstarb sie am 23. November 1932.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/306">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-18T12:19:23+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:35:53+02:00</updated>
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      <name>Adelheid Schmidt-Thomé</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Paul Hoeckers Wohnung in der Gabelsbergerstraße: Letzter Wohnort des Malers in München ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em><span>Im Gartenhaus des Anwesens Gabelsbergerstraße 45 befand sich der letzte Wohnort des Malers Paul Hoecker. Er war Hochschullehrer an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste und Gründungsmitglied der Münchner Secession bevor er 1898 infolge von Gerüchten über eines seiner Modelle, das als Sexarbeiter tätig war, München verlassen musste. Seit mehreren Jahren wird am Forum Queeres Archiv München an der Erforschung und Sichtbarmachung von Hoeckers Leben und Werk gearbeitet. Dies gibt Anlass, um über die Geschichte struktureller Repression sowie die Resilienzfähigkeit im Spannungsfeld zwischen Geheimhaltung und Stolz nachzudenken, in dem sich Menschen bewegten, die heute als queer gelesen werden.</span></em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ece138991bbaefb607a6747f4c468610.jpg" alt="Paul Hoecker bei der Arbeit im Atelier, um 1900" /><br/><p><span>Paul Hoecker (1854–1910) war eine prägende Figur der Münchner Kunstszene um 1900. Dennoch wurde sein Wirken von der Forschung lange Zeit marginal behandelt. Als Maler, Professor und Mitbegründer der Münchner Secession war er aktiv an der Neuausrichtung des Ausstellungsbetriebs beteiligt, die darauf zielte moderne Strömungen nach München zu holen, um den konservativen Historismus und akademische Normen zu überwinden. Seine Malklasse erlangte rasch einen hervorragenden Ruf: Mit seinem liberalen Lehrstil – er verlagerte den Unterricht von den Ateliers in die freie Natur zur Pleinairmalerei – prägte er eine neue, kreative Künstlergeneration. Fast alle Gründungsmitglieder der Künstlervereinigung <em>Die Scholle</em> sowie einige frühe Illustratoren der Zeitschriften <em>Die Jugend</em> und <em>Simplicissimus</em> gingen aus seiner Klasse hervor. Hoeckers eigenes Œuvre umfasst eine Vielzahl an Themen: von Marinedarstellungen über holländische Genrebilder und Nonnenporträts bis hin zu humorvollen Pierrots.</span>
<span>In einem Brief an den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld gestand Hoecker, dessen Einsatz für die Abschaffung des §175 (Kriminalisierung von Homosexualität zwischen Männern) zu unterstützen. Er traute sich jedoch nicht, dies öffentlich zu bekunden, aus Angst, sich selbst zu enttarnen. 1898 kursierten Gerüchte über sein Gemälde <em>Ave Maria</em>: Angeblich sollte ihm ein männlicher Sexarbeiter für die Madonnenfigur Modell gestanden haben. Bevor daraus ein öffentlicher Skandal werden konnte, trat Hoecker von seiner Professur zurück. In den folgenden Jahren lebte er in Italien, auf Capri und in Rom, bevor er sich ab 1901 in das Haus seiner Eltern im schlesischen Oberlangenau (heute Długopole Górne) zurückzog. Seine Kunst und sein Wirken gerieten weitestgehend in Vergessenheit; viele seiner Gemälde gelten heute als verschollen. Durch die Arbeit einer Forschungsgruppe am Forum Queeres Archiv München kehrt Hoecker jedoch langsam ins Kunst- und Geschichtsbewusstsein zurück. So konnte 2025 das Gemälde “Sage und Volkslied” (vor 1907) an das Lenbachhaus München vermittelt werden. </span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/303">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:33:57+01:00</published>
    <updated>2026-02-24T10:53:10+01:00</updated>
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      <name>Forschungsgruppe Paul Hoecker</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p><span>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog  mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. </span>
<span>Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht. </span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:07+01:00</updated>
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      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Kunst- und Antiquitätenhandlung Siegfried Lämmle:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>1933 würdigten die Münchner Neueste Nachrichten den jüdischen Kunsthändler Siegfried Lämmle zu seinem 70. Geburtstag als „Mitglied zahlreicher kultureller Vereine und Ehrenmitglied des Münchner Altertums-Vereins, in dem sein Urteil an den Fachabenden sehr geschätzt ist. Mit seinem Geschmack verband er stets eine glückliche Hand und konnte auch einer Anzahl von Museen wertvolle Erwerbungen vermitteln.“ Im selben Jahr markierte die nationalsozialistische Machtübernahme den Beginn der systematischen Entrechtung der jüdischen Bevölkerung – ein Prozess, der auch die Familie Lämmle traf und 1938 in ihrer Emigration in die USA mündete.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f6f84d8f231b19ecb01889b5882f1f18.jpg" alt="Ansicht des Almeida-Palais mit der Kunsthandlung Siegfried Lämmle" /><br/><p>Der in Laupheim geborene Siegfried Lämmle (1863–1953) eröffnete 1894 in München seine erste Kunsthandlung in der Barerstraße 8. Im Laufe der Jahre etablierte er sich in der bayerischen Hauptstadt als angesehener Kunsthändler und Sammler, der sich auf Antiquitäten, Grafik und mittelalterliche Skulptur spezialisierte.
Die Kunsthandlung wechselte mehrfach den Standort. Sie wurde 1897 zunächst in die Karlstraße 8 verlegt und dort ein Jahr später offiziell beim Landgericht München angemeldet. 1903 folgte der Umzug an den Maximiliansplatz, ab 1906 war sie in direkter Nachbarschaft zur renommierten Galerie Heinemann am Lenbachplatz 6 ansässig. Die Etablierung Lämmles als eine der angesehensten Adressen des Münchner Kunsthandels zeigte sich aber vor allem in der Verlegung der Firma in die Räumlichkeiten des repräsentativen Almeida-Palais in der Brienner Straße 51 (heute 14).
Das Almeida-Palais war um 1825 nach Plänen des deutsch-französischen Architekten Jean-Baptiste Métivier (1781–1857) als elegantes Wohnhaus errichtet worden. Métivier soll dieses Bauvorhaben selbst finanziert haben, in der Hoffnung, das Palais nach dessen Fertigstellung gewinnbringend verkaufen zu können. Es wurde schließlich von Prinz Karl V erworben, als Geschenk für seine Frau Baronin Sophie Bayrstorff. Das Ehepaar überließ seinen Besitz der gemeinsamen Tochter und ihrem Schwiegersohn, Gräfin und Graf d’Almeida.
Im Jahr 1921 wurde das Palais nach den Plänen des Architekten Otto Prollius (Lebensdaten unbekannt) umgestaltet: Vorder- und Rückgebäude wurden durch Seitenflügel verbunden, und das Gebäude sollte fortan Büro- und Geschäftszwecken dienen. Ursprünglich war geplant, die Fensterfronten zu Schaufenstern umzubauen, um der kurz darauf dort ansässigen Kunsthandlung Siegfried Lämmle mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Auf Intervention des Architekten Theodor Fischer (1862–1938) im Namen der Münchner Kunstkommission blieb das äußere Erscheinungsbild des klassizistischen Gebäudes jedoch unverändert.
Während des Nationalsozialismus wurde die Familie Lämmle als jüdisch verfolgt und Siegfried und dessen Sohn Walter, der 1928 in das väterliche Unternehmen eingestiegen war, im August 1935 aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Dies kam einem Berufsverbot gleich, sodass sie gezwungen waren, ihre Kunsthandlung zu liquidieren. Sowohl der Warenbestand als auch Objekte aus der Privatsammlung wurden in der Folge teils unter Zwang verkauft, teils beschlagnahmt. Im Juni 1937 wurde der Restbestand der Kunsthandlung in die Ottostraße 5 verlagert, Ende 1938 emigrierte die Familie Lämmle in die Vereinigten Staaten.
Im Mai 1939 wurde Siegfried, Betty und Walter Lämmle die deutsche Staatsbürgerschaft abgesprochen. Gleichzeitig fiel ihr in Deutschland verbliebenes Vermögen dem „Deutschen Reich“ zu. Im Rahmen der sogenannten „Sicherstellung von Kulturgut aus jüdischem Besitz“ beschlagnahmte die Gestapo das bei der Münchner Spedition A. Frank & Söhne eingelagerte Umzugsgut der Familie. Es wurde an das Bayerische Nationalmuseum überstellt und von dort aus teils an Museen, teils über den Kunsthandel weiterveräußert. Zu den Hauptprofiteuren dieser Enteignung gehörte der Kunsthändler Adolf Weinmüller, der im Auftrag der Gestapo auch Objekte aus dem Besitz der Familie Lämmle versteigerte. Der Erlös dieser Auktionen wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt, auf das die Familie keinen Zugriff hatte.
Nach ihrer Emigration gründeten Siegfried und Walter Lämmle 1940 in Los Angeles eine neue Kunsthandlung unter dem Namen <em>Siegfried Laemmle, Inc. Antiques</em>. An die Erfolge der Münchner Jahre konnte das Unternehmen jedoch nicht mehr anknüpfen. 1993 wurde die Firma endgültig geschlossen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/279">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-22T10:00:10+02:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:05:26+01:00</updated>
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      <name>Lena Schneider</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das NS-Dokumentationszentrum München: History is not the Past.]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>München ist als Gründungsorts der NSDAP wie keine andere Stadt mit der Entstehung und dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden. Das NS-Dokumentationszentrum München befindet sich am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“, der Parteizentrale der NSDAP. Im Umfeld des Königsplatzes befand sich zwischen 1933 und 1945 ein weitläufiges Parteiviertel mit Sitz zahlreicher Verwaltungsstellen. Heute vermittelt das nsdoku hier am historischen Ort die Geschichte des Nationalsozialismus mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7f12649491dc8f214961fe3df064066d.jpg" alt="Das NS-Dokumentationszentrum München (nsdoku)" /><br/><p>2015 am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“ neu errichtet, setzt sich das nsdoku München kritisch mit der Geschichte dieses Ortes und der historischen Bedeutung Münchens als ehemaliger „Hauptstadt der Bewegung“ auseinander. Ausgehend von den historischen Ereignissen vor und während der NS-Diktatur werden insbesondere auch deren Auswirkungen bis heute dokumentiert und die Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur in einem aktuellen und globalen Zusammenhang verortet. Ein zentrales Anliegen ist es, mit Blick auf die Geschichte auch die Gegenwart kritisch zu prüfen und Fragen zu stellen: Was macht eine starke Demokratie aus? Wie wird sie geschwächt? Wo erleben wir heute Ausgrenzung und Verfolgung, Hass und Gewalt gegen Minderheiten? Welche Werte und welches Handeln tragen eine solidarische und offene Gesellschaft? Wie wollen wir erinnern?
Zum Angebot des nsdoku zählen die historische Ausstellung „München und der Nationalsozialismus“, wechselnde Ausstellungen und Kunstinterventionen, Veranstaltungen und partizipative Projekte, Onlineangebote, eine Bibliothek sowie Vermittlungsprogramme für unterschiedliche Zielgruppen. Seit Kurzem gibt es auch ein Café mit Shop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/269">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-11T11:16:11+02:00</published>
    <updated>2025-08-14T09:45:11+02:00</updated>
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      <name>Julia Kessler</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Pringsheim: Musik, Majolika und die Familie Mann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Alfred Pringsheim war nicht nur Mathematikprofessor, Kunstsammler, Musikliebhaber und Schwiegervater Thomas Manns, sondern auch eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Münchner Bildungsbürgertums um 1900. Gemeinsam mit seiner Familie bewohnte er das prächtige Palais Pringsheim in der Arcisstraße 12. Das Haus war ein Ort des kulturellen Austauschs und Treffpunkt prominenter Zeitgenossen. Wegen des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">Parteiforums am Königsplatz</a> wurde das Palais bald nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten abgerissen, und die Familie Pringsheim floh ins Exil.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a5cd82ac5337913bcbe067431db6529d.jpg" alt="Das Palais Pringsheim, 1894" /><br/><p>Der Bewohner und Namensgeber des Palais Pringsheim, Alfred Pringsheim, wurde am 2. September 1850 in Ohlau, Oberschlesien, in eine jüdische Familie geboren. Sein Vater hatte als Besitzer von Kohlegruben und als Eisenbahnunternehmer ein beträchtliches Vermögen erworben. Der junge Alfred studierte in Berlin und Heidelberg Mathematik und habilitierte sich 1877 an der Universität München. Ab 1886 lehrte er dort als außerordentlicher, ab 1901 dann als ordentlicher Professor in den Fachbereichen „Analysis, Functionen-Theorie, Algebra und Zahlentheorie“ (Süddeutsche Zeitung, 16./17. November 2024, R 6). 1894 wurde er zudem als außerordentliches, 1898 als ordentliches Mitglied in die Königlich-Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Das von seinem Vater geerbte Millionenvermögen machte ihn zu einem der reichsten Männer Bayerns. In den 1870er Jahren lernte Alfred Pringsheim die Schauspielerin Hedwig Dohm kennen, die er 1878 heiratete. In den darauffolgenden Jahren bekam das Paar fünf Kinder, zuletzt das Zwillingspaar Klaus und Katharina (genannt Katia). Ihre Kinder ließen die Pringsheims evangelisch taufen.
Die junge Familie Pringsheim bezog bald nach seiner Fertigstellung in den Jahren 1889/90 das Palais an der Arcisstraße 12. Das nach einem Entwurf der Berliner Architekten Kayser & von Großheim errichtete Gebäude gehörte zu den modernsten in München. Es war mit einer Zentralheizung, elektrischem Licht und einem Telefon ausgestattet. Die 24 Meter breite Ziegelfassade im Stil der deutschen Neorenaissance war mit Türmchen und Erkern geschmückt, die Innenräume waren im Stil der Renaissance gehalten. Neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor war Alfred Pringsheim Musiker und Kunstsammler. Im Palais befand sich ein 63 Quadratmeter großes Musikzimmer mit einem 21 Meter langen Wandfries des Malers Hans Thoma, in dem Konzerte mit bis zu 150 Gästen stattfanden. Daneben lag eine Bibliothek, in der ein Porträt Hedwig Pringsheims, gemalt von Franz von Lenbach, die Wand zierte.
Neben Gemälden seiner Zeitgenossen, darunter Franz von Lenbach und Friedrich August von Kaulbach, welche die Frauen der Familie porträtiert hatten, sammelte Alfred Pringsheim auch Kunstgegenstände der Renaissance. Dazu zählten Silberobjekte aus Deutschland und den Niederlanden, italienische Bronzeskulpturen sowie Majoliken.
Zu den Gästen, die das Palais Pringsheim besuchten, um die Sammlung zu besichtigen, gehörten Prinz Rupprecht von Bayern und Henry Ford. Pringsheim verlieh Werke aus seiner Sammlung für Ausstellungen und war Mitglied der Ankaufkommission des Bayerischen Nationalmuseums. Im Palais waren zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Prinzregentenzeit zu Gast: Richard Strauss, Fritz August Kaulbach, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Paul Heyse, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Mahler und auch Thomas Mann. Der Schriftsteller kannte Katia Pringsheim bereits aus den Konzerten im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/8" target="_blank" rel="noopener">Kaimsaal</a>, die sie gemeinsam mit ihren Brüdern besuchte. Eine erste persönliche Begegnung der beiden fand 1904 im Salon von Max und Elsa Bernstein statt. Das Paar heiratete am 11. Februar 1905, obwohl Alfred Pringsheim den Schriftstellerberuf als wenig seriös und Thomas Mann so für den gesellschaftlichen Stand der Tochter nicht angemessen hielt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Thomas Mann, ein entschiedener Gegner und öffentlicher Kritiker des NS-Regimes, im März 1933 gemeinsam mit Katia in die Schweiz ins Exil, während die Pringsheims zunächst in München blieben. Da Alfred Pringsheims Eltern jüdisch gewesen waren und auch Hedwigs Familie vom jüdischen zum evangelischen Glauben konvertiert war, wurde auf Alfred Pringsheim seit Januar 1933 Druck durch die NSDAP ausgeübt. Man forderte ihn auf, sein Haus zu verkaufen, andernfalls würde er enteignet. Hintergrund war neben der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung auch das Vorhaben der Partei, auf dem Grundstück des Palais Pringsheim den Verwaltungsbau der NSDAP zu errichten.
Der 83-jährige Alfred Pringsheim verkaufte das Palais unter diesem Druck noch 1933 weit unter Wert und zog gemeinsam mit Hedwig in eine acht Zimmer umfassende Wohnung am Maximiliansplatz. Nachdem auch dieses Haus von der NSDAP gekauft wurde, mussten sie erneut umziehen, diesmal in eine kleinere Wohnung in der Widenmayerstraße. Das Palais wurde noch im November 1933 abgerissen.
In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden die Kunstschätze aus der Sammlung Alfred Pringsheims beschlagnahmt. Viele dieser Werke befinden sich heute in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt.
1939 kaufte die NSDAP auch das Haus in der Widenmayerstraße. Ende Oktober desselben Jahres emigrierten die Pringsheims schließlich in die Schweiz. Alfred Pringsheim starb dort am 25. Juni 1941, ein Jahr später folgte ihm seine Frau.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/268">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-08T10:41:33+02:00</published>
    <updated>2025-08-12T13:24:31+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Thomas Mann in der Glyptothek:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bis 1944 war die Sammlung ägyptischer Objekte König Ludwigs I. im Ägyptischen Saal der Glyptothek ausgestellt. Thomas Mann ließ sich bei der Arbeit an seinem Josephs-Roman auch von den dort gezeigten Stücken inspirieren.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5587020448645302e7590481085c1b62.jpg" alt="Glyptothek, Ägyptischer Saal, um 1900" /><br/><p>Die erste Idee für eine Bearbeitung des biblischen Joseph-Stoffes bekam Thomas Mann bereits im Winter 1923/24, und schon in seinem Ende 1924 abgeschlossenen Werk „Der Zauberberg“ beschäftigte er sich mit dem Alten Ägypten. Eine dreiwöchige Mittelmeerreise führte ihn im März auch nach Kairo, von wo aus er einen Tagesausflug nach Theben unternahm, bei dem er die Gräber im Tal der Könige besuchte. Passagen dieses Besuchs fanden später ihren Weg in die Romane.
Bei der Recherche für seinen Josephs-Roman legte Thomas Mann großen Wert auf Authentizität; so nahm er in München Kontakt mit dem Ägyptologen Wilhelm Spiegelberg auf. Von ihm ließ er sich Literatur empfehlen und seine Idee absegnen, die Josephsgeschichte in der Zeit von Amenophis IV. / Echnaton spielen zu lassen. Gemeinsam besuchten die beiden auch die Glyptothek und deren Ägyptischen Saal.
Einige der dort betrachteten Objekte finden sich in den Romanen wieder. Aus der Würfelstatue des Bakenchons wurde die Figur des „staatsklugen Ober-Blankschädels Beknechons“. Den Namen und Rang übernahm Mann vom Münchner Stück, für die Beschreibung des Gesichts griff er allerdings auf den berühmten Grünen Kopf aus dem Berliner Ägyptischen Museum zurück.
Eine Szene von Trauernden auf dem Grabrelief des Imen-em-Inet inspirierte ihn zur Beschreibung eines Trauerzuges: „ […] so daß die Hofherren die Schultern hochzogen und den Mund mit der hohlen Hand bedeckten […]“ (zit. nach Grimm 1992).
Für die Vorbereitung einer weiteren Ägyptenreise traf sich Thomas Mann Ende des Jahres 1929 wieder mit Wilhelm Spiegelberg, der ihn nicht nur mit Literatur zur Reisevorbereitung versorgte, sondern auch gemeinsam mit Thomas Mann und seiner Frau am 14. Februar 1930 nach Ägypten aufbrach und die beiden begleitete. Am 19. Februar trennten sich ihre Wege: Die Manns brachen zu einer rund vierwöchigen Ägyptenrundreise auf, die sie durch das ganze Niltal führte. Mitte März trafen sich Mann und Spiegelberg erneut in Kairo. Sie unternahmen Ausflüge und Besichtigungen in die Umgebung und natürlich besuchten sie auch das Ägyptische Museum in Kairo unter der Führung von Spiegelberg und des Ägyptologen Percy Newberry.
Mit der Sonderausstellung „Joseph und Echnaton – Thomas Mann und Ägypten“ kehrten der Schriftsteller und sein Werk posthum nach München zurück. Der begleitende Katalog zeigt erstmals die vielfältigen Verbindungen zwischen Ägyptologie und dem Josephs-Roman auf.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/266">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-07-31T16:21:00+02:00</published>
    <updated>2025-10-22T11:25:49+02:00</updated>
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      <name>Roxane Bicker</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke: Freiheit der Teilhabe: Antike für alle]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Freiheit ist nicht nur mit inhaltlichen Aspekten oder einzelnen Kunstwerken im Museum verbunden – Freiheit besteht im Museum auch in der Freiheit, Kunst zu genießen, von Kunst zu lernen und an Kunst und Kultur teilzuhaben. Der Begriff Freiheit steckt auch in Barriere<em>freiheit</em>: frei sein von Hürden – das ist unser erklärtes Ziel. Diese Hürden können Stufen, Sprache oder Eintrittsgelder sein – und noch vieles mehr.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/03e274939d926ea99b8f1de253754c2f.jpg" alt="Der Diskobol des Myron als Tastobjekt" /><br/><p>Das Museum für Abgüsse zeigt originalgetreu abgeformte Skulpturen, Reliefs und Kleinkunst der griechischen und römischen Antike vom 7. Jahrhundert vor Christus bis zum 5. Jahrhundert nach Christus. Die Abgüsse geben das abgeformte Objekt exakt in Größe, Oberflächenbeschaffenheit und allen Details wieder. Mit unseren Abgüssen von antiken Originalen, die sich in Museen auf der ganzen Welt befinden, bieten wir im süddeutschen Raum das breiteste Spektrum an Bildwerken der griechischen und römischen Antike.
Seit mehreren Jahren hat Barrierefreiheit im Münchner Abgussmuseum einen hohen Stellenwert. Die Freiheit steht dabei im Mittelpunkt: Wir streben eine positive und partizipative Art der Vermittlung an, die sich am Menschen und seiner Vielfältigkeit in Interessen, Bedürfnissen und Möglichkeiten orientiert. Den Startpunkt hierfür bildete das Projekt „All Inclusive“ im Förderprogramm „Kultur.Digital.Vermittlung“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Angepasst an unsere räumlichen, personellen und infrastrukturellen Gegebenheiten entwickeln wir seit 2021 vielfältige Angebote für blinde und sehbeeinträchtigte Personen, für Gehörlose Besucherinnen und Besucher sowie für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Die Angebote sind ausgerichtet auf den Einzel- wie auch Gruppenbesuch, auf Führungen aber auch auf die Nutzung am heimischen PC. So hoffen wir, alle in die Lage zu versetzen, frei – und so wie es jeder und jede kann und möchte – an unserem Kulturerbe teilzuhaben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/259">Für mehr (einschließlich 3 images&#32;&amp;&#32;1 video) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-26T13:24:17+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:18:02+01:00</updated>
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      <name>Andrea Schmölder-Veit&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Nele Schröder-Griebel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[ZI: Freihandbestand: Durch die Bücher browsen: Entdecken statt suchen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Eine Bibliothek mit Freihandbestand ist weit mehr als nur ein Aufbewahrungsort für Bücher.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2fa754bb892763c00cba5e11db0b2b95.jpg" alt="Der große Lesesaal" /><br/><p>Die Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte (ZI) ist in einem abgetrennten Bereich des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/27" target="_blank" rel="noopener">Gebäudes</a> untergebracht – zugänglich mit einem Bibliotheksausweis des ZI. Wer die Eingangsaufsicht passiert, betritt eine der bedeutendsten kunsthistorischen Fachbibliotheken weltweit: Über 763.000 Medieneinheiten stehen hier bereit, darunter 1.138 laufend abonnierte Fachzeitschriften, über 78.000 Auktionskataloge, zahlreiche Online-Angebote und Datenbanken. Hinzu kommen die Bildbestände der Photothek mit circa 900.000 Medieneinheiten.
Die Bibliothek des ZI zählt international zu den größten Einrichtungen ihrer Art. Ihre Besonderheit: Der Großteil des Bestandes ist im Freihandsystem direkt zugänglich. Das heißt, dass der überwiegende Teil der Bücher unmittelbar und ohne Vorbestellung genutzt werden kann. Rara werden dagegen konservatorisch angemessen in Magazinen verwahrt und auf Anfrage bereitgestellt.
Auf fünf Ebenen erstrecken sich rund 11,5 Kilometer frei zugängliche Regale mit Literatur zur Kunst vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Themenschwerpunkte sind die Kunst Frankreichs, Kunst und kunstwissenschaftliche Literatur der ost- und südosteuropäischen Länder, Kunsttheorie und Wissenschaftsgeschichte, Ikonographie, Gartenkunst, Kunst und Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts sowie französische Graphzines, künstlerische Comics und Graphic Novels.
Diese unmittelbare Zugänglichkeit der Bücher ist ein zentraler Vorteil der Freihandbibliothek und wirkt sich auch auf die geistige Freiheit aus – sie eröffnet Forschenden Freiräume für unerwartete Entdeckungen. Wer ein bestimmtes Buch aus dem Regal holt, stößt in den systematisch aufgestellten Bereichen auf benachbarte Werke, nach denen er gar nicht gesucht hat. Gerade diese Zufallsfunde eröffnen oft neue Perspektiven. So entsteht ein offener Denkraum, in dem Recherche nicht nur zielgerichtet, sondern auch inspirierend sein kann.
Anders als in Bibliotheken mit reinem Magazinbestand, in denen der Zugang zu Literatur über Katalogrecherche und Ausleihsysteme vermittelt wird, erlaubt die Freihandbibliothek einen direkten, ungefilterten Zugang zum Wissen.
Die Freihandbibliothek des ZI steht damit sinnbildlich für Freiheit in der Forschung: Sie bietet nicht nur Zugang zu Information, sondern auch den Raum zur eigenständigen Auseinandersetzung – frei von Vorselektion, frei im Denken.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/249">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-22T17:05:27+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:18:58+01:00</updated>
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      <name>Eva Blüml &amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Krista Profanter</name>
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    <title type="html"><![CDATA[SMÄK: Befreie den Sonnengott!: Ein Augmented Reality Adventure im Museum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8611324d5e464f98503240315f103d43.jpg" alt="Spielende beim AR-Adventure" /><br/><p>Vor Dir lodert eine Flammenwand und der sprechende Löwe fordert ein Opfer, bevor er sich bereiterklärt, das Feuer zu löschen.
Erst als der Sonnenstrahl auf das steinerne Tor fällt, öffnet es sich und lässt Dich in den nächsten Raum eintreten.
Plötzlich umschwirrt Dich ein ganzer Schwarm bunte Skarabäen – wer hat die denn in die Freiheit entlassen, und was machen sie eigentlich hier im Museum?
Löwe, Sonnenstrahl und Skarabäen gehören zu einem ganz besonderen Spiel, dass man im Ägyptischen Museum erleben kann – dem Augmented Reality Adventure „Die Nachtfahrt der Sonne“.
Ausgestattet mit AR-fähigen Geräten bewegen sich die Spielenden frei im Museum und entdecken auf ihren Bildschirmen, was dem normalen Auge verborgen bleibt. Der Sonnengott selbst ist es, der über der ersten Galerie auftaucht und der Gruppe ihren Auftrag verkündet. Die Spielenden begleiten ihn auf seiner Reise durch die zwölf Stunden der Nacht. Dabei warten einige Rätsel und Herausforderungen: so müssen die Skarabäen wieder eingefangen werden und am Ende muss sich die Gruppe gar der großen Apophis-Schlange stellen, dem Widersacher des Sonnengottes.
Ob es die Spielenden schaffen, dass auch am nächsten Morgen die Sonne wieder aufgeht?
Die Idee des Spiels greift eine Grundsituation der Archäologie auf, Sehnsucht und Antrieb vieler Archäolog*innen: Sie sind auf der Suche, sie möchten etwas finden. Früher waren dies Schätze, Gräber und Tempel, heute mag es eher eine (wissenschaftliche) Erkenntnis sein – doch vor allem in der medialen Aufbereitung haftet der Archäologie immer noch die Aura einer romantischen Verklärung, einer Schatzsuche an.
Mit diesen Klischees wird ganz bewusst gespielt und so ist dieses AR-Game ein spannendes und interessantes Angebot, bei dem das Museum auf eine ganz andere Art erkundet werden kann.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/247">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-16T17:02:04+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:20:04+01:00</updated>
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      <name>Roxane Bicker</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die DenkStätte Weiße Rose :  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die DenkStätte befindet sich am Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität, dem historischen Ort des Flugblattabwurfs durch die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943. Die Dauerausstellung bietet einen umfassenden Blick auf die Geschichte der Weißen Rose und stellt ihren Widerstand in den Kontext von nationalsozialistischer Terrorherrschaft und verbrecherischem Krieg.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e19bab8d5ffb88dea3a3ec0e040bca0a.jpg" alt="Bodendenkmal am Haupteingang der Ludwig-Maximilians-Universität" /><br/><p>Die Widerstandsgruppe appelierte mit sechs Flugblättern in unterschiedlich hoher Auflage sowie Wandanschriften an die Bevölkerung und hoffte damit, Sabotage und Widerstand zu initiieren. Neben den Biographien der Protagonisten, die an neun interaktiven Medienstationen vermittelt werden, gilt in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk den Flugblättern. Erläutert werden auch der zeithistorische Kontext sowie ideengeschichtliche Einflüsse auf den Widerstand der Weißen Rose.
Die Ausweitung des Widerstands mit Wandanschriften und die Verteilung der Flugblätter in Städten wie Ulm, Saarbrücken, Hamburg und Berlin wird gleichfalls thematisiert. Ein eigener Abschnitt widmet sich der „Hamburger Weißen Rose“, einem Widerstandskreis in Hamburg, der Flugblätter der Münchner Gruppe weitergab. Der gebürtige Hamburger Hans Leipelt und seine Freundin Marie Luise Jahn, Studierende am Chemischen Institut in München, stehen für diese Gruppe. Teil der Ausstellung ist auch die Erinnerungsgeschichte an die Weiße Rose ab 1943.
Am 26. April 2025 erinnern die Weiße Rose Stiftung und DenkMalAmOrt an die Geschwister Hans und Maria Leipelt. Hans Leipelt wurde für seinen Widerstand am 29. Januar 1945 hingerichtet. Maria Leipelt wurde inhaftiert und am 15. April 1945 durch US-Truppen aus dem NS-Gefängnis Bayreuth befreit.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/231">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-17T10:57:55+02:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:40+02:00</updated>
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      <name>Weiße Rose Stiftung e.V.</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Ludwig-Maximilians-Universität in den 1920er Jahren: Alma Mater des Journalisten Konrad Heiden]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Konrad Heiden (1901–1966) war ein Journalist und Buchautor, der kritisch über den Aufstieg der Nationalsozialisten berichtete. Unter anderem verfasste er die erste fundierte Hitler-Biografie. In den 1920er Jahren studierte er an der LMU.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/be55cd080624e65edff9e91b2d7f62a1.jpg" alt="Das Hauptgebäude der LMU vor 1939" /><br/><p>Im Mai 1920 schrieb sich der 18-jährige Konrad Heiden für ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften ein. Die Ludwig-Maximilians-Universität war damals geprägt von politischen Auseinandersetzungen. Viele Studierende gehörten völkischen, antisemitischen und reaktionären Gruppen an, sie lehnten wie auch die Mehrheit der Professoren die Weimarer Republik ab. Immer wieder kam es zu Tumulten, mehrfach musste die Universität sogar geschlossen werden.
In diesem aufgeheizten Klima zeigte der junge Heiden, dessen früh verstorbene Eltern in der Arbeiterbewegung aktiv gewesen waren, bemerkenswerten Mut. Er ging keiner Konfrontation mit Rechtsradikalen aus dem Weg, engagierte sich im Republikanischen Studentenbund, lud demokratisch gesinnte Politiker für Vorträge an die LMU ein und konnte sogar den berühmten Schriftsteller Thomas Mann als Redner gewinnen.
Schon während seines Studiums, das er ohne Abschluss beendete, schlug Heiden eine journalistische Laufbahn ein. Ab 1923 berichtete er für das Münchner Büro der liberalen „Frankfurter Zeitung“ über den Aufstieg Hitlers und der NSDAP. Als Gegner der Nationalsozialisten musste er Deutschland Anfang 1933 verlassen, bekämpfte sie jedoch weiterhin publizistisch aus dem Exil. 1940 gelang es ihm, sich in den USA in Sicherheit zu bringen.
Für Aufsehen sorgte Konrad Heiden nicht zuletzt mit seiner Mitte der 1930er Jahre verfassten zweibändigen Hitler-Biografie. Darauf aufbauend erschien 1944 in den USA sein Buch „Der Führer – Hitler’s Rise to Power“, das ihn in der angelsächsischen Welt berühmt machte. In Deutschland blieb der engagierte Nazi-Gegner auch nach dem Krieg weitgehend vergessen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/220">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-01T12:40:20+02:00</published>
    <updated>2025-04-02T09:32:13+02:00</updated>
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      <name>Harald Wiederschein</name>
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