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    <title type="html"><![CDATA[Die Buchdruckerei B. Heller: Ein Familienunternehmen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1879 ist die Buchdruckerei B. Heller Teil der Münchner Druck- und Verlagsgeschichte. In jenem Jahr übernahm Benno Heller (gestorben nach 1934) die J. Schaumberg’sche Druckerei und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das über Jahrzehnte hinweg eng mit dem jüdischen Kulturleben der Stadt verbunden war.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/52e8a234d8c733705eb104a70835f741.jpg" alt="Die Plinganserstraße 64, 2023." /><br/><p>Die Heller’sche Buchdruckerei hatte ihre Geschäftsräume ab 1883 zunächst in der Innenstadt, in der Herzog-Max-Straße 4. Das Produktionsprogramm der Druckerei umfasste medizinische sowie Kunstpublikationen. Heller, selbst jüdischer Herkunft, druckte auch jüdische Gemeindeschriften wie ab 1913 die Wochenzeitung <i>Das Jüdische Echo</i>, später auch die <i>Bayerische Israelitische Gemeindezeitung</i>, redaktionell betreut von Eugen Schmidt und Ludwig Feuchtwanger, dem Bruder Lion Feuchtwangers. Benno Hellers Sohn Alfred (1885–1955) absolvierte nach der mittleren Reife eine Lehre im väterlichen Betrieb und studierte dann am Buchdruckereitechnikum in Leipzig sowie Staatswissenschaften in München und Tübingen. Bereits 1909 wurde er Teilhaber der Buchdruckerei B. Heller. Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Leutnant gedient hatte, übernahm er 1920 die Firma vollständig. Alfred Heller engagierte sich stark für die Ausbildung des Druckernachwuchses: Er war Gründungsmitglied der Münchner Meisterschule für Buchdrucker und unterrichtete dort von 1928 bis 1933.</p><p>1929 verlegte Alfred Heller das expandierende Unternehmen in die Plinganserstraße in Sendling. Das Neurenaissance-Fabrikantenhaus nach Entwürfen von Andreas Ostler wurde 1890 fertiggestellt. Hinter der heute unter Denkmalschutz stehenden Villa befand sich das Betriebsgelände. Dort waren in der Vergangenheit unter anderem eine Samenklenganstalt zur Saatgutherstellung aus Zapfen oder Fruchtkapseln und die Teigwarenfabrik Gebr. Hüther untergebracht. Die Heller’sche Buchdruckerei teilte sich das Firmengelände mit einem Mechaniker und einer Autolackiererei. 1933 wurde die Setzerei der Druckerei Heller von Nationalsozialisten verwüstet, Alfred Heller kurzzeitig inhaftiert. Sein Vater Benno hatte 1934 versucht, nach Palästina zu emigrieren; vermutlich kam er auf der Überfahrt im Mittelmeer ums Leben. Alfred Heller wurde nach den Novemberpogromen 1938 erneut verhaftet. Unter massivem Druck musste er den Betrieb verkaufen; lediglich der Verlag blieb ihm vorübergehend erhalten. Nach fünf Wohnortwechseln infolge antisemitischer Verfolgungsmaßnahmen zwischen 1935 und 1939 versuchten Alfred Heller und seine Frau Friedl 1939 illegal nach Palästina zu fliehen. Sie wurden von den britischen Behörden aufgegriffen und zusammen mit rund 1.500 weiteren jüdischen Flüchtlingen bis 1945 auf Mauritius in einem ehemaligen Polizeigefängnis inhaftiert. Unter dem Pseudonym Dr. Seligman, dem Mädchennamen seiner Frau, verfasste Alfred Heller einen Bericht über diese Flucht, der 1990 posthum erschien. Erst vier Jahre und acht Monate später erreichte das Ehepaar Palästina – Friedl Heller starb dort wenige Tage nach der Ankunft. Alfred Heller arbeitete von Dezember 1945 bis März 1951 als Leiter einer Druckerei in Haifa, zog anschließend nach Jerusalem zu seiner Tochter und eröffnete dort eine kleine Werkstatt, in der er Büttenpapier herstellte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/325">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T11:31:26+01:00</published>
    <updated>2026-04-23T14:18:58+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Betina Pflaum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Bayerische Landesamt für Steuern: Ein Bauwerk zwischen Raub, Macht und Nachnutzung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Münchner Maxvorstadt finden sich bis heute Bauwerke, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen. Der Verwaltungsbau in der Sophienstraße 6 gehört zu diesen historischen Gebäuden. Seine Geschichte zeigt den Wandel der Nutzung eines staatlichen Gebäudes des NS-Regimes bis in die Gegenwart.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3d061e4166d541d49cbefebc2fd16054.jpg" alt="Das Gebäude im Jahr 2017" /><br/><p>Das Gebäude in der Sophienstraße 6, welches sich unmittelbar gegenüber des Alten Botanischen Gartens in der Münchner Maxvorstadt befindet, gehört zu den Verwaltungsbauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Errichtet wurde das Gebäude zwischen 1938 und 1941 nach Plänen des Architekten Franz Stadler als Sitz des Oberfinanzpräsidiums München. Architektonisch folgt das Gebäude dem klassizierenden Monumentalstil, welchen das NS-Regime bevorzugte. Besonders prägnant ist der überdimensionierte steinerne Adler, welcher einen Lorbeerkranz mit Hakenkreuz hielt. Dieses wurde nach 1945 entfernt, der Adler ist jedoch bis heute sichtbar. Das Oberfinanzpräsidium war hauptsächlich an der Enteignung jüdischen Eigentums beteiligt. Eine eigene Hauptabteilung befasste sich mit der „Verwertung des einzuziehenden Vermögens“ jener jüdischen Bürger, die zur Emigration gezwungen oder deportiert wurden. Allein in München wurden die Vermögen von tausenden jüdischen Familien auf diese Weise enteignet – verwaltet und organisiert von Beamten am Oberfinanzpräsidium. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte zunächst die amerikanische Besatzung das Gebäude, da es kaum beschädigt worden war. Zwischen 1947 und 1949 tagte im sogenannten Sophiensaal sogar der Bayerische Landtag. Später wurde aus diesem Saal ein Konzertsaal, den man bis heute mieten kann. Und seit 2002 ist das Gebäude Sitz der Oberfinanzdirektion München sowie weiterer Finanzbehörden des Freistaats Bayern und des Hauptzollamts.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/324">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T10:56:21+01:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:19:31+02:00</updated>
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      <name>Tommy Sabsch</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Bonbonniere:  Spielort des Kabaretts &#039;Die Pfeffermühle&#039;]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Kabarett „Pfeffermühle“ demonstrierte durch scharfzüngige Kritik im Revuetheater „Bonbonniere“ intellektuellen Widerstand gegen die Nazis, die sich gleich um die Ecke im Hofbräuhaus versammelten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c944abdcbe47aa06ef7a76a04d13fc91.jpg" alt="Das Gebäude an der Neuturmstraße 5, ca. 1935" /><br/><p>In der Neuturmstraße 5 lag das Revuetheater „Bonbonniere“. Dort spielte seit dem 1. Januar 1933 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten das politisch engagierte Kabarett „Die Pfeffermühle“. Dessen Programm übte scharfzüngige, unerschrockene Kritik an Nazis und Nazi-Ideologie, während gleich nebenan auch heute noch das Hofbräuhaus liegt, wo sich damals häufig die Nationalsozialisten trafen.
Die prominentesten Mitglieder der „Pfeffermühle“ waren der homosexuelle Klaus (1906–1949) und die bisexuelle Erika Mann (1905–1969) sowie die lesbische Schauspielerin Therese Giehse (1898–1975). Erika Mann und Therese Giehse hatten zu dieser Zeit eine Liebesbeziehung.
Der Spielbetrieb der Gruppe „Die Pfeffermühle“ vor stets ausverkauftem Haus dauerte aufgrund ihrer NS-kritischen Positionen nur knapp zwei Monate und wurde Ende Februar 1933 eingestellt. Gleich darauf, im Anschluss an den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar, gewannen die Nationalsozialisten am 5. März 1933 die Wahlen. Das Ensemble emigrierte in die Schweiz und tourte später bis 1936 durch das noch freie Europa, dann zog man weiter in die USA. Dort konnte sich „Die Pfeffermühle“ jedoch nicht etablieren und löste sich auf.
Die Beziehung zwischen Therese Giehse und Erika Mann zerbrach. Die beiden blieben sich aber lebenslang verbunden. Erika Mann blieb in den USA, wo sie Vorträge hielt und schrieb. Klaus Mann verübte 1949 Selbstmord. Therese Giehse kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und war später viele Jahre eine gefeierte Schauspielerin an den Kammerspielen in München, in deren Vorraum eine Büste an sie erinnert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/305">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-16T16:02:52+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:11:19+01:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Kunst- und Antiquitätenhandlung Siegfried Lämmle:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>1933 würdigten die Münchner Neueste Nachrichten den jüdischen Kunsthändler Siegfried Lämmle zu seinem 70. Geburtstag als „Mitglied zahlreicher kultureller Vereine und Ehrenmitglied des Münchner Altertums-Vereins, in dem sein Urteil an den Fachabenden sehr geschätzt ist. Mit seinem Geschmack verband er stets eine glückliche Hand und konnte auch einer Anzahl von Museen wertvolle Erwerbungen vermitteln.“ Im selben Jahr markierte die nationalsozialistische Machtübernahme den Beginn der systematischen Entrechtung der jüdischen Bevölkerung – ein Prozess, der auch die Familie Lämmle traf und 1938 in ihrer Emigration in die USA mündete.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f6f84d8f231b19ecb01889b5882f1f18.jpg" alt="Ansicht des Almeida-Palais mit der Kunsthandlung Siegfried Lämmle" /><br/><p>Der in Laupheim geborene Siegfried Lämmle (1863–1953) eröffnete 1894 in München seine erste Kunsthandlung in der Barerstraße 8. Im Laufe der Jahre etablierte er sich in der bayerischen Hauptstadt als angesehener Kunsthändler und Sammler, der sich auf Antiquitäten, Grafik und mittelalterliche Skulptur spezialisierte.
Die Kunsthandlung wechselte mehrfach den Standort. Sie wurde 1897 zunächst in die Karlstraße 8 verlegt und dort ein Jahr später offiziell beim Landgericht München angemeldet. 1903 folgte der Umzug an den Maximiliansplatz, ab 1906 war sie in direkter Nachbarschaft zur renommierten Galerie Heinemann am Lenbachplatz 6 ansässig. Die Etablierung Lämmles als eine der angesehensten Adressen des Münchner Kunsthandels zeigte sich aber vor allem in der Verlegung der Firma in die Räumlichkeiten des repräsentativen Almeida-Palais in der Brienner Straße 51 (heute 14).
Das Almeida-Palais war um 1825 nach Plänen des deutsch-französischen Architekten Jean-Baptiste Métivier (1781–1857) als elegantes Wohnhaus errichtet worden. Métivier soll dieses Bauvorhaben selbst finanziert haben, in der Hoffnung, das Palais nach dessen Fertigstellung gewinnbringend verkaufen zu können. Es wurde schließlich von Prinz Karl V erworben, als Geschenk für seine Frau Baronin Sophie Bayrstorff. Das Ehepaar überließ seinen Besitz der gemeinsamen Tochter und ihrem Schwiegersohn, Gräfin und Graf d’Almeida.
Im Jahr 1921 wurde das Palais nach den Plänen des Architekten Otto Prollius (Lebensdaten unbekannt) umgestaltet: Vorder- und Rückgebäude wurden durch Seitenflügel verbunden, und das Gebäude sollte fortan Büro- und Geschäftszwecken dienen. Ursprünglich war geplant, die Fensterfronten zu Schaufenstern umzubauen, um der kurz darauf dort ansässigen Kunsthandlung Siegfried Lämmle mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Auf Intervention des Architekten Theodor Fischer (1862–1938) im Namen der Münchner Kunstkommission blieb das äußere Erscheinungsbild des klassizistischen Gebäudes jedoch unverändert.
Während des Nationalsozialismus wurde die Familie Lämmle als jüdisch verfolgt und Siegfried und dessen Sohn Walter, der 1928 in das väterliche Unternehmen eingestiegen war, im August 1935 aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Dies kam einem Berufsverbot gleich, sodass sie gezwungen waren, ihre Kunsthandlung zu liquidieren. Sowohl der Warenbestand als auch Objekte aus der Privatsammlung wurden in der Folge teils unter Zwang verkauft, teils beschlagnahmt. Im Juni 1937 wurde der Restbestand der Kunsthandlung in die Ottostraße 5 verlagert, Ende 1938 emigrierte die Familie Lämmle in die Vereinigten Staaten.
Im Mai 1939 wurde Siegfried, Betty und Walter Lämmle die deutsche Staatsbürgerschaft abgesprochen. Gleichzeitig fiel ihr in Deutschland verbliebenes Vermögen dem „Deutschen Reich“ zu. Im Rahmen der sogenannten „Sicherstellung von Kulturgut aus jüdischem Besitz“ beschlagnahmte die Gestapo das bei der Münchner Spedition A. Frank & Söhne eingelagerte Umzugsgut der Familie. Es wurde an das Bayerische Nationalmuseum überstellt und von dort aus teils an Museen, teils über den Kunsthandel weiterveräußert. Zu den Hauptprofiteuren dieser Enteignung gehörte der Kunsthändler Adolf Weinmüller, der im Auftrag der Gestapo auch Objekte aus dem Besitz der Familie Lämmle versteigerte. Der Erlös dieser Auktionen wurde auf ein Sperrkonto eingezahlt, auf das die Familie keinen Zugriff hatte.
Nach ihrer Emigration gründeten Siegfried und Walter Lämmle 1940 in Los Angeles eine neue Kunsthandlung unter dem Namen <em>Siegfried Laemmle, Inc. Antiques</em>. An die Erfolge der Münchner Jahre konnte das Unternehmen jedoch nicht mehr anknüpfen. 1993 wurde die Firma endgültig geschlossen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/279">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-22T10:00:10+02:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:05:26+01:00</updated>
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      <name>Lena Schneider</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Villa an der Thomas-Mann-Allee 10: Vom Künstlerhaus zum Erinnerungsort]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Schriftsteller Thomas Mann und seine Familie wohnten ab 1910 in Bogenhausen. Zwei Gedenktafeln erinnern daran: am Gebäude Mauerkircherstraße 13 und an der Gartenmauer der Villa an der Thomas-Mann-Allee 10.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bda2e45f6ae652b0d0227432c6811890.jpg" alt="Die Thomas-Mann-Villa, um 1910" /><br/><p>Am Mietshaus Mauerkircherstraße 13 ist seit 2010 eine Tafel mit folgender Aufschrift angebracht:</p><p>„Der Schriftsteller und spätere Nobelpreisträger (1929) / Thomas Mann / lebte mit seiner Familie im Haus Mauerkircherstraße 13/II / von Oktober 1910 bis Januar 1914. / Hier entstand die Novelle ‘Der Tod in Venedig‘ (1912).“
1914 bezogen Thomas und Katia Mann mit ihren vier Kindern Erika, Klaus, Golo und Monika das Haus mit der damaligen Adresse Poschingerstraße 1, heute Thomas-Mann-Allee 10. Die Villa, gelegen im Herzogpark und in der Nähe der Isar, planten die Architekten Alois und Gustav Ludwig. In den folgenden Jahren entstanden hier einige der bedeutendsten Werke Manns, darunter „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (1918), „Der Zauberberg“ (1924), „Mario und der Zauberer“ (1930) und die ersten beiden „Joseph“-Romane (1933/34).
Am 10. Februar 1933 hielt der Schriftsteller in München einen Vortrag über „Leiden und Größe Richard Wagners“. Von der anschließenden Vortragsreise im Ausland kehrte er auf Warnung seiner Familie nicht mehr zurück, denn im April 1933 kam es zum öffentlichen Protest der Richard-Wagner-Stadt München gegen ihn. Im Mai 1933 wurden die Werke von Heinrich, Thomas und dessen Kindern Klaus und Erika Mann an der Universität München verbrannt. Thomas Mann verlor die deutsche Staatsbürgerschaft und 1937 folgte die endgültige Beschlagnahme seines Besitzes.
Die Villa diente von 1938 bis 1940 dem NS-Verein "Lebensborn" als Zentrale. Ein Fliegerschaden vom 25. April 1944 machte das zu diesem Zeitpunkt weitgehend leerstehende Gebäude unbewohnbar. Ab 1945 nutzten russische und ukrainische Familien, bis zu 50 Personen, davon die Hälfte Kinder, das Haus als Unterkunft. 1948 erhielten Thomas und Katja Mann ihren Besitz zurück und ließen das Haus 1952 abreißen. Der Apotheker Otto Roeder erwarb das Grundstück laut Katastereintrag 1953 für 26.000 DM und errichtete auf den alten Fundamenten einen Bungalow.
Nach mehreren Besitzerwechseln wurde das Anwesen 2002 neu bebaut. Der Neubau orientiert sich in seiner äußeren Gestalt an der ursprünglichen Villa. Auf der 2006 angebrachten Gedenktafel ist zu lesen:</p><p>„AUF EIGENE ART EINEM BEISPIEL FOLGEN. DAS IST TRADITION. / Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann (1875–1955) ließ hier 1913 ein Wohnhaus errichten und bewohnte es mit seiner Familie von Januar 1914 bis zum Beginn des Exils im Februar 1933. Der Beschlagnahme des Hauses 1933 durch die Bayerische Politische Polizei folgte 1937 die Enteignung durch das Deutsche Reich und das Land Bayern. Nach der Zerstörung im Krieg 1944 wurde das Haus Thomas und Katia Mann 1948 zurückerstattet. Thomas Mann ließ es 1952 abreißen und verkaufte das Ruinengrundstück. Ein Nachfolgebau (1953–2002) wurde im Jahr 2006 durch die mit der Stadt München vereinbarte äußerliche Rekonstruktion des einstigen Thomas-Mann-Hauses ‚auf eigene Art’ ersetzt.“
Um das Leben und Wirken der Familie Mann zu würdigen, beschloss der Stadtrat der Landeshauptstadt München die Schaffung eines Denkmals; 2019 prämierte eine Fachjury den Entwurf „Straßen Namen Leuchten“ des Künstlers Albert Coers. Dieser greift die biografischen Stationen der Familienmitglieder in München und die Orte ihres Exils auf sowie die literarische Rezeption und Gedenkkultur, die sich weltweit mit dieser außergewöhnlichen Familie auseinandersetzt. Das Denkmal wird ab 9. Dezember am Salvatorplatz beim Literaturhaus München zu sehen sein.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/277">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-14T17:49:12+02:00</published>
    <updated>2025-12-18T12:39:56+01:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Regina-Lichtspiele: Der Film „Nathan der Weise“ (1922) als frühes Opfer des Nationalsozialismus]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Am 9. Februar 1923 kündigten die Regina-Lichtspiele in der Kaufingerstraße die Münchner Uraufführung des Monumental-Stummfilms „Nathan der Weise“ an. Die in München gedrehte Filmadaption von Gotthold Ephraim Lessings flammendem Appell an religiöse Toleranz und Menschlichkeit war nach seiner Berliner Uraufführung wenige Wochen zuvor zu einem regelrechten Kassenschlager geworden. Dieser Beitrag skizziert die Münchner Rezeptionsgeschichte des Films vor dem Hintergrund der erstarkenden nationalsozialistischen Partei in der „Hauptstadt der Bewegung“ der frühen 1920er Jahre.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a4c53b6995ef31361938f9e908ae4391.jpg" alt="Außenansicht der Regina-Lichtspiele " /><br/><p>Antisemitismus war in der bayerischen Hauptstadt als öffentliche Haltung gesellschaftsfähig, lange bevor er zum zentralen Topos einer marktschreierischen NS-Propaganda wurde. In bestimmten Kreisen war der Judenhass ein identitätsstiftendes Element, ein verbindendes Merkmal. Wie der Münchner Historiker Andreas Heusler zusammenfasst, „bot das ‚Milieu München‘ geradezu ideale Entstehungs- und Wachstumsbedingungen für die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus“ (Heusler 2025). Es war dieses Milieu, welches die Münchner Rezeptionsgeschichte des Monumental-Stummfilms „Nathan der Weise“ maßgeblich bestimmte.
Wir setzen den Beginn dieser Geschichte ins Jahr 1918 mit der Eröffnung der Regina-Lichtspiele in der Kaufingerstraße in München. Zu diesem Anlass ließ Wilhelm Sensburg, der Kinopionier und Betreiber des neuen Lichtspielhauses verkünden, dass „nur Erstklassiges geboten“ würde, weshalb es „noch nicht an der Zeit sein [wird], Münchner Produkte des Filmmarktes zu bringen, weil dieser […] noch in den Kinderschuhen stecke“ (Lerch-Stumpf 2008, S. 91).
Bis spätestens Anfang 1923 scheint er sein Urteil geändert zu haben: Am 9. Februar setzte er „Nathan der Weise“, eine Monumentalproduktion des Bavaria-Filmhauses – einer Tochterfirma des noch jungen Filmkonzerns Münchner Lichtspielkunst, genannt EMELKA –, auf den Spielplan der Regina-Lichtspiele. Die filmische Adaption von Gottfried Lessings flammendem Appell an religiöse Toleranz und Menschlichkeit war wenige Wochen zuvor in Berlin uraufgeführt worden. Im Deutschen Reich und im Ausland erreichte sie bald solch überwältigende Besucherzahlen, dass die Aktien der EMELKA „an die Spitze aller deutschen Film-Aktien stieg[en]“ (Brenner 2019, S. 258).
Doch sollte weder Kinobetreiber Sensburg eine Scheibe dieses Erfolgs für sich abschneiden können noch sollte das Münchner Publikum die Gelegenheit bekommen, das äußerst gelungene Beispiel der heimischen Lichtspielkunst zu feiern. Am Nachmittag des 9. Februar trafen erste Drohbriefe ein, am Abend ein Anruf, in dem Sensburg gedroht wurde, sein Kino werde „am nächsten Abend kurz und klein“ (Drössler 2020, o.S.) geschlagen, falls er den Film nicht aus dem Programm nähme.
Der um seinen teuer ausgestatteten Kino-Palast fürchtende Besitzer gab nach, denn er wusste, aus welcher Ecke die Drohungen kamen. Schließlich war der Film schon im September des Vorjahres während des Begutachtungsverfahrens an der Filmprüfstelle München einer antisemitischen Hetze ausgesetzt worden. Begründet wurde diese mit der positiven Darstellung der Hauptfigur Nathan als „den weitaus besten Menschen“ (Drössler 2020, o.S.) gegenüber den christlichen und muslimischen Protagonisten. „Besonders zur Jetztzeit, wo die Meinungen darüber besonders in der breiten Masse ganz entgegengesetzter Art sind, [müsste dies] sowohl den katholischen als auch den protestantischen Volksteil in seinem religiösen Gefühl verletzen“, hieß es weiter im Protokoll der Filmprüfstellensitzung. Daher erscheine „der Bildstreifen außerordentlich geeignet, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gefährden“ (Drössler 2020, o.S.).
Diese Kampagne richtete sich aber nicht nur gegen den Inhalt des Films, sondern auch gegen die vielen jüdischen Mitwirkenden, darunter den Produzenten Erich Wagowski, den Regisseur Manfred Noa, sowie zwei meiner Vorfahren: den Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzenden des EMELKA-Konzerns Wilhelm Rosenthal und dessen Sohn Emil Emanuel Kurt Rosenthal (Künstlername Kurt Rosen), den Aufnahmeleiter des Films.
Trotz der Bedenken waren die Filmprüfstelle München sowie Ende 1922 die Berliner Filmoberprüfstelle zu dem Ergebnis gekommen, dass der Film zuzulassen sei. Denn sollten antisemitische Aktionen gegen ihn unternommen werden, dann aus Gründen „die von außen willkürlich in den Inhalt des Films hineingetragen werden. […] Die Abstellung dieser Gefährdung [kann] nicht durch die Versagungsgründe des Lichtspielgesetzes, sondern lediglich durch das Einschreiten der Polizeiverwaltungen erfolgen“ (Drössler 2020, o.S.).
Als Sensburg den Film aus seinem Programm strich, hatte er nicht einmal versucht, ein solches Einschreiten zu bewirken. „Es war bezeichnend für die Zeit, dass er [Sensburg] sich gar nicht erst an die Münchner Polizei um Hilfe wandte, von der man wusste, dass sie nationalsozialistisch durchsetzt war“, stellt Historiker Michael Brenner fest (Brenner 2019, S. 259). Wilhelm Sensburg sollte allerdings 1931 seine positive Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus unter Beweis stellen, als er das Münchner Luitpold-Filmtheater übernahm und es „ausdrücklich in den Dienst der Wahlkampf-Propaganda [stellte]. Während des Dritten Reiches blieb es eine zentrale Abspielstätte für NS-Vorzugsfilme, zuletzt noch für ‚Jud Süß‘ […]“ (Stankiewitz 2019, o.S.). Nach dem Krieg war Sensburg weiter im Filmgeschäft tätig und beteiligte sich zum Beispiel an der Produktion „In München steht ein Hofbräuhaus“ des Jahres 1951.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/271">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-19T10:28:36+02:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:05:02+01:00</updated>
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      <name>Judy Rosenthal</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das NS-Dokumentationszentrum München: History is not the Past.]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>München ist als Gründungsorts der NSDAP wie keine andere Stadt mit der Entstehung und dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbunden. Das NS-Dokumentationszentrum München befindet sich am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“, der Parteizentrale der NSDAP. Im Umfeld des Königsplatzes befand sich zwischen 1933 und 1945 ein weitläufiges Parteiviertel mit Sitz zahlreicher Verwaltungsstellen. Heute vermittelt das nsdoku hier am historischen Ort die Geschichte des Nationalsozialismus mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7f12649491dc8f214961fe3df064066d.jpg" alt="Das NS-Dokumentationszentrum München (nsdoku)" /><br/><p>2015 am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“ neu errichtet, setzt sich das nsdoku München kritisch mit der Geschichte dieses Ortes und der historischen Bedeutung Münchens als ehemaliger „Hauptstadt der Bewegung“ auseinander. Ausgehend von den historischen Ereignissen vor und während der NS-Diktatur werden insbesondere auch deren Auswirkungen bis heute dokumentiert und die Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur in einem aktuellen und globalen Zusammenhang verortet. Ein zentrales Anliegen ist es, mit Blick auf die Geschichte auch die Gegenwart kritisch zu prüfen und Fragen zu stellen: Was macht eine starke Demokratie aus? Wie wird sie geschwächt? Wo erleben wir heute Ausgrenzung und Verfolgung, Hass und Gewalt gegen Minderheiten? Welche Werte und welches Handeln tragen eine solidarische und offene Gesellschaft? Wie wollen wir erinnern?
Zum Angebot des nsdoku zählen die historische Ausstellung „München und der Nationalsozialismus“, wechselnde Ausstellungen und Kunstinterventionen, Veranstaltungen und partizipative Projekte, Onlineangebote, eine Bibliothek sowie Vermittlungsprogramme für unterschiedliche Zielgruppen. Seit Kurzem gibt es auch ein Café mit Shop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/269">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-11T11:16:11+02:00</published>
    <updated>2025-08-14T09:45:11+02:00</updated>
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      <name>Julia Kessler</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Pringsheim: Musik, Majolika und die Familie Mann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Alfred Pringsheim war nicht nur Mathematikprofessor, Kunstsammler, Musikliebhaber und Schwiegervater Thomas Manns, sondern auch eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Münchner Bildungsbürgertums um 1900. Gemeinsam mit seiner Familie bewohnte er das prächtige Palais Pringsheim in der Arcisstraße 12. Das Haus war ein Ort des kulturellen Austauschs und Treffpunkt prominenter Zeitgenossen. Wegen des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">Parteiforums am Königsplatz</a> wurde das Palais bald nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten abgerissen, und die Familie Pringsheim floh ins Exil.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a5cd82ac5337913bcbe067431db6529d.jpg" alt="Das Palais Pringsheim, 1894" /><br/><p>Der Bewohner und Namensgeber des Palais Pringsheim, Alfred Pringsheim, wurde am 2. September 1850 in Ohlau, Oberschlesien, in eine jüdische Familie geboren. Sein Vater hatte als Besitzer von Kohlegruben und als Eisenbahnunternehmer ein beträchtliches Vermögen erworben. Der junge Alfred studierte in Berlin und Heidelberg Mathematik und habilitierte sich 1877 an der Universität München. Ab 1886 lehrte er dort als außerordentlicher, ab 1901 dann als ordentlicher Professor in den Fachbereichen „Analysis, Functionen-Theorie, Algebra und Zahlentheorie“ (Süddeutsche Zeitung, 16./17. November 2024, R 6). 1894 wurde er zudem als außerordentliches, 1898 als ordentliches Mitglied in die Königlich-Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Das von seinem Vater geerbte Millionenvermögen machte ihn zu einem der reichsten Männer Bayerns. In den 1870er Jahren lernte Alfred Pringsheim die Schauspielerin Hedwig Dohm kennen, die er 1878 heiratete. In den darauffolgenden Jahren bekam das Paar fünf Kinder, zuletzt das Zwillingspaar Klaus und Katharina (genannt Katia). Ihre Kinder ließen die Pringsheims evangelisch taufen.
Die junge Familie Pringsheim bezog bald nach seiner Fertigstellung in den Jahren 1889/90 das Palais an der Arcisstraße 12. Das nach einem Entwurf der Berliner Architekten Kayser & von Großheim errichtete Gebäude gehörte zu den modernsten in München. Es war mit einer Zentralheizung, elektrischem Licht und einem Telefon ausgestattet. Die 24 Meter breite Ziegelfassade im Stil der deutschen Neorenaissance war mit Türmchen und Erkern geschmückt, die Innenräume waren im Stil der Renaissance gehalten. Neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor war Alfred Pringsheim Musiker und Kunstsammler. Im Palais befand sich ein 63 Quadratmeter großes Musikzimmer mit einem 21 Meter langen Wandfries des Malers Hans Thoma, in dem Konzerte mit bis zu 150 Gästen stattfanden. Daneben lag eine Bibliothek, in der ein Porträt Hedwig Pringsheims, gemalt von Franz von Lenbach, die Wand zierte.
Neben Gemälden seiner Zeitgenossen, darunter Franz von Lenbach und Friedrich August von Kaulbach, welche die Frauen der Familie porträtiert hatten, sammelte Alfred Pringsheim auch Kunstgegenstände der Renaissance. Dazu zählten Silberobjekte aus Deutschland und den Niederlanden, italienische Bronzeskulpturen sowie Majoliken.
Zu den Gästen, die das Palais Pringsheim besuchten, um die Sammlung zu besichtigen, gehörten Prinz Rupprecht von Bayern und Henry Ford. Pringsheim verlieh Werke aus seiner Sammlung für Ausstellungen und war Mitglied der Ankaufkommission des Bayerischen Nationalmuseums. Im Palais waren zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Prinzregentenzeit zu Gast: Richard Strauss, Fritz August Kaulbach, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Paul Heyse, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Mahler und auch Thomas Mann. Der Schriftsteller kannte Katia Pringsheim bereits aus den Konzerten im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/8" target="_blank" rel="noopener">Kaimsaal</a>, die sie gemeinsam mit ihren Brüdern besuchte. Eine erste persönliche Begegnung der beiden fand 1904 im Salon von Max und Elsa Bernstein statt. Das Paar heiratete am 11. Februar 1905, obwohl Alfred Pringsheim den Schriftstellerberuf als wenig seriös und Thomas Mann so für den gesellschaftlichen Stand der Tochter nicht angemessen hielt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Thomas Mann, ein entschiedener Gegner und öffentlicher Kritiker des NS-Regimes, im März 1933 gemeinsam mit Katia in die Schweiz ins Exil, während die Pringsheims zunächst in München blieben. Da Alfred Pringsheims Eltern jüdisch gewesen waren und auch Hedwigs Familie vom jüdischen zum evangelischen Glauben konvertiert war, wurde auf Alfred Pringsheim seit Januar 1933 Druck durch die NSDAP ausgeübt. Man forderte ihn auf, sein Haus zu verkaufen, andernfalls würde er enteignet. Hintergrund war neben der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung auch das Vorhaben der Partei, auf dem Grundstück des Palais Pringsheim den Verwaltungsbau der NSDAP zu errichten.
Der 83-jährige Alfred Pringsheim verkaufte das Palais unter diesem Druck noch 1933 weit unter Wert und zog gemeinsam mit Hedwig in eine acht Zimmer umfassende Wohnung am Maximiliansplatz. Nachdem auch dieses Haus von der NSDAP gekauft wurde, mussten sie erneut umziehen, diesmal in eine kleinere Wohnung in der Widenmayerstraße. Das Palais wurde noch im November 1933 abgerissen.
In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden die Kunstschätze aus der Sammlung Alfred Pringsheims beschlagnahmt. Viele dieser Werke befinden sich heute in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt.
1939 kaufte die NSDAP auch das Haus in der Widenmayerstraße. Ende Oktober desselben Jahres emigrierten die Pringsheims schließlich in die Schweiz. Alfred Pringsheim starb dort am 25. Juni 1941, ein Jahr später folgte ihm seine Frau.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/268">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-08T10:41:33+02:00</published>
    <updated>2025-08-12T13:24:31+02:00</updated>
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      <name>MunichArtToGo</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Hochschule für Musik und Theater: Arcisstraße 12.: Ein Ort für Kunst und Zukunft, Erinnerung und Demokratie ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1957 haben wir, die Hochschule für Musik und Theater München, unseren Hauptstandort im Gebäude der Arcisstraße 12 auf dem Campus Arcisstraße. Obwohl die Nationalsozialisten nur rund acht Jahre von 1937 bis 1945 die „Hausherren“ auf diesem Gelände waren, gelingt es uns nicht immer, den braunen „Geist“ zu überschreiben.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1d4e2b6c7a677c77aa256986b8640874.jpg" alt="Das Hauptgebäude der Hochschule für Musik und Theater München in der Arcisstraße 12" /><br/><p>Wir, die wir auf dem Gelände unseres Campus Arcisstraße arbeiten, musizieren, studieren, lehren oder forschen, werden jeden Tag auf fast profane Weise an die toxische Wirkung und Schuld dieses Ortes erinnert. Die kleinen Momente sind es, die einen unerwartet überkommen: der Klang der eigenen Schritte am Morgen auf der Marmortreppe im Lichthof, die kantige Glattheit der Türklinken, die Wuchtigkeit der sich auflösenden Fensterrahmen. Wie kann es uns gelingen, den menschenverachtenden Geist, den man beim Betreten des Gebäudes spüren kann, zu überwinden? Welche Verantwortung ergibt sich aus der Last der Vergangenheit für die Gestaltung von Gegenwart und der Zukunft? Welche Möglichkeiten ergeben sich aus der Überlagerung der toxischen historischen Linien an diesem Ort? Eine Musikhochschule wie wir – eine Universität der Künste – ist ein Ort der Freiheit, der Debatte und der Vielfalt. Wie verteidigen wir diese Werte gegen demokratiefeindliche Stimmen bei gleichzeitiger Offenheit? In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns. Dies zu reflektieren, zu nutzen und sich selbst/bewusst in diesem Kontext zu bewegen, ist Chance, Bürde und Verantwortung zugleich.  </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/257">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-24T12:52:44+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:47:55+02:00</updated>
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      <name>Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der alte Flughafen in München-Riem – Ein unbequemes Erbe: Plädoyer für eine zeitnahe Erinnerungskultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen der ehemalige Flughafen in München-Riem (1937-1939 nach Entwurf von Ernst Sagebiel errichtet) und sein missglückter Umbau nach 1992, als er auf Grund des neuen Flughafens in Erding aufgegeben wurde.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4c80e4a62d1c11920409f88ff8641e98.jpg" alt="Flughafen München-Riem wenige Tage nach Einstellung des Flugbetriebs 1992" /><br/><p>Wie sollten wir mit diesem unbequemen Erbe umgehen? Zu erörtern ist, ob ein vollständiger Abbruch der Gebäude, deren Generalsanierung oder ein zeitgemäßer Umbau sinnvoll gewesen wäre. Dahinter steht die Frage, wie mit NS-Architektur umgegangen werden kann und soll? Wie sähe hier eine zeitgemäße Erinnerungskultur aus (wie beim Haus der Kunst, aber auch bei den erhaltenen Bauten am Königsplatz)? In Riem geht es vor allem um die Wappenhalle, den Kontrollturm, deren Denkmalschutz und die vertane Chance, ein Flugzeug- und Architekturmuseum einzurichten, eventuell neben den alten Kopf-und Tribünen-Bauten. So oder so muss das schwierige Erbe angenommen werden, es kann nicht negiert werden.</p><p>1936 war als Standort für einen neuen, zweiten Flughafen in München (nach dem Oberwiesenfeld – heute Olympia-Gelände) ein Platz südöstlich von Riem ausgewählt und mit der Planung durch Ernst Sagebiel sofort begonnen worden. Er zeichnete auch für die zeitgleich entstehenden Flughäfen in Berlin-Tempelhof, Dresden und Stuttgart verantwortlich. Diese Informationen sucht man in Riem vergeblich; würden sie die Nutzung als Event-Location beeinträchtigen? Wieso behielt die Stadt nicht die gut erhaltene, unter Denkmalschutz stehende Wappenhalle? Die Bauten des Riemer Flughafens waren (und sind noch heute) für eine museale Nutzung sehr geeignet. Heute stehen wir einem “Un-Ort” gegenüber. Auf dem weiten ehemaligen Flughafengelände könnte ein NS-Architektur-Dokumentations-Museum eingerichtet werden, als Dependance des Stadtmuseums oder der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Bis jetzt werden die Gipsmodelle der NS-Stadtplanung nur in verschiedenen Abteilungen des noch länger geschlossenen Stadtmuseums gezeigt. Wenn es in der "Hauptstadt der Bewegung" schon ein NS-Dokumentationszentrum gibt, so sollte der Architektur und dem Städtebau der NS-Zeit ebenfalls ein Dokumentationszentrum gewidmet werden, in oder neben den beiden gut erhaltenen Flughafen-Bauten, als kultureller Erinnerungsort im Münchner Osten – neben der Münchner Messe. Diese Idee erfordert allerdings eine besonders behutsame Szenographie, vergleichbar den Plänen von David Chipperfield für das Haus der Kunst. Man würde dann der Geschichte wieder direkt ins Angesicht sehen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-13T14:44:29+02:00</published>
    <updated>2025-05-14T13:05:31+02:00</updated>
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      <name>Michael Stanic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Erinnerungszeichen Lindwurmstraße 33: Wegen einer Broschüre denunziert und als Zeuge Jehovas im Konzentrationslager ermordet: Josef Edlmann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein Stolperstein an der Lindwurmstraße 33 erinnert an den Tischler Josef Edlmann. Der Zeuge Jehovas wurde denunziert und starb 1945 im Konzentrationslager Stutthof, nachdem er fast acht Jahre in verschiedenen Lagern gefoltert worden war. Der politische KZ-Häftling Alfred Hübsch berichtet in seinen geheimen Aufzeichnungen über das mutige Verhalten und die Leiden von Josef Edlmann im KZ Dachau.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6c17de55cbd876633e0ef07356d073ee.jpg" alt="Josef Edlmann mit seiner Tochter Ingeborg, 1935" /><br/><p>Ein Stolperstein an der Lindwurmstraße 33 erinnert an den Tischler Josef Edlmann, der von einem Beamten der Stadt München denunziert wurde. Dem Beamten war bei einem Besuch bei einer Nachbarin der Edlmanns eine biblische Broschüre der Zeugen Jehovas aufgefallen, die sie von Edlmann erhalten hatte. Am 18. Februar 1937 wurde Josef Edlmann um 4.30 Uhr nachts von der Gestapo aus dem Schlaf gerissen und verhaftet. Seine vier Kinder im Vorschulalter sahen ihren Vater nie wieder. Frieda Edlmann, keine Zeugin Jehovas, lehnte es trotz Druck ab, sich von ihm scheiden zu lassen. Nach seiner Gefängnishaft wurde Edlmann 1937 ins KZ Dachau deportiert. Dort hielt der politische Häftling Alfred Hübsch in seinen geheimen Aufzeichnungen fest, Edlmann sei „geschlagen, getreten, gestoßen“ worden, weil er sich weigerte, ein Soldatenlied zu singen. Wiederholt habe er die Prügelstrafe erhalten. Man habe Druck auf die Zeugen Jehovas ausgeübt, einen Vordruck zu unterschreiben, ihre Lehre abzulehnen und Heeresdienst zu leisten. Dadurch hätte sich Josef Edlmann befreien können. Aber er lehnte es, wie die meisten Zeugen Jehovas ab, dem NS-Regime eine Loyalitätserklärung abzugeben. 1939 kam Josef Edlmann ins KZ Mauthausen. Nach acht Jahren Haft starb er 1945 im KZ Stutthof. Die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde schon wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland verboten. Das Vorgehen gegen sie wurde auch von der Evangelischen und Katholischen Kirche unterstützt. Die Angriffe gegen die Glaubensrichtung bezogen sich auf die Kriegsdienstverweigerung ihrer Angehörigen sowie die Predigt des bevorstehenden Untergangs „der ‚Alten Welt‘ und der sie tragenden Mächte ‚Politik, Kapital und Kirche‘, die scharfe antiklerikale Polemik der Bibelforscher, die Lehre von der Gleichheit der Rassen sowie die ‚Fremdlenkung‘ der Glaubensgemeinschaft aus den USA.“ (Garbe 2018, S. 9) Den Zeugen Jehovas wurde die für die Ausübung ihres Glaubens zentrale Missionstätigkeit untersagt, ihre Schriften wurden beschlagnahmt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/232">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-17T13:22:09+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T12:27:21+02:00</updated>
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    <author>
      <name>Christoph Wilker</name>
    </author>
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    <title type="html"><![CDATA[Die DenkStätte Weiße Rose :  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die DenkStätte befindet sich am Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität, dem historischen Ort des Flugblattabwurfs durch die Geschwister Scholl am 18. Februar 1943. Die Dauerausstellung bietet einen umfassenden Blick auf die Geschichte der Weißen Rose und stellt ihren Widerstand in den Kontext von nationalsozialistischer Terrorherrschaft und verbrecherischem Krieg.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e19bab8d5ffb88dea3a3ec0e040bca0a.jpg" alt="Bodendenkmal am Haupteingang der Ludwig-Maximilians-Universität" /><br/><p>Die Widerstandsgruppe appelierte mit sechs Flugblättern in unterschiedlich hoher Auflage sowie Wandanschriften an die Bevölkerung und hoffte damit, Sabotage und Widerstand zu initiieren. Neben den Biographien der Protagonisten, die an neun interaktiven Medienstationen vermittelt werden, gilt in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk den Flugblättern. Erläutert werden auch der zeithistorische Kontext sowie ideengeschichtliche Einflüsse auf den Widerstand der Weißen Rose.
Die Ausweitung des Widerstands mit Wandanschriften und die Verteilung der Flugblätter in Städten wie Ulm, Saarbrücken, Hamburg und Berlin wird gleichfalls thematisiert. Ein eigener Abschnitt widmet sich der „Hamburger Weißen Rose“, einem Widerstandskreis in Hamburg, der Flugblätter der Münchner Gruppe weitergab. Der gebürtige Hamburger Hans Leipelt und seine Freundin Marie Luise Jahn, Studierende am Chemischen Institut in München, stehen für diese Gruppe. Teil der Ausstellung ist auch die Erinnerungsgeschichte an die Weiße Rose ab 1943.
Am 26. April 2025 erinnern die Weiße Rose Stiftung und DenkMalAmOrt an die Geschwister Hans und Maria Leipelt. Hans Leipelt wurde für seinen Widerstand am 29. Januar 1945 hingerichtet. Maria Leipelt wurde inhaftiert und am 15. April 1945 durch US-Truppen aus dem NS-Gefängnis Bayreuth befreit.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/231">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-17T10:57:55+02:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:40+02:00</updated>
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      <name>Weiße Rose Stiftung e.V.</name>
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