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    <name>MunichArtToGo</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Am Glockenbach 10: Das erste Schwulenzentrum Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Teestube <i>Am Glockenbach</i> wurde von Aktivisten der <i>Homosexuellen Aktion München</i> (HAM) 1975 eröffnet, in einer Zeit, in der das selbstbewusste Eintreten für die Rechte homosexueller Menschen keineswegs selbstverständlich war. Sie bereiteten durch ihr Engagement den Weg für ein queeres Leben in München, wie wir es heute kennen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a869869a20de16b8672643082c958e0.jpg" alt="Innenaufnahme der Teestube Am Glockenbach, 1976" /><br/><p>Alljährlich wird auf dem Platz <i>Am Glockenbach</i> das Maibaumfest gefeiert, ein sichtbares Zeichen der Integration queeren Lebens im Münchner Alltag. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg. Als der § 175 im Jahr 1969 entschärft wurde, war es für homosexuelle Männer erstmals möglich geworden, sexuelle Kontakte in Freiheit zu knüpfen und sich ohne Gefahr zu organisieren. Ein Klima der Ausgrenzung und staatlichen Willkür herrschte aber weiterhin. Überall in Deutschland, so auch in München, nahmen deshalb politisch aktive Schwule und Lesben den Kampf für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung auf. 1971 gründeten sie die <i>Homosexuelle Aktionsgruppe München</i> mit dem Ziel, heterosexuelle Mitmenschen über homosexuelle Lebensformen aufzuklären, gegen den § 175 zu protestieren, der in abgeschwächter Form noch weiterlebte, auf der Straße Sichtbarkeit zu signalisieren und Selbstbewusstsein zu schöpfen. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines schwulen Zentrums. Im queeren Hotspot Münchens, dem Glockenbachviertel, wurde eine Lokalität gefunden: die Teestube. Sie war über vier Jahre das Zentrum, ein <i>safe space</i>, in dem sich schwule Männer kennenlernten und Pläne schmiedeten. In den folgenden Jahren entstanden mit dem <i>Verein für sexuelle Gleichberechtigung</i> (VSG) neue Homosexuellen-Vereine, die die HAM ablösten. Als im Jahr 1978 die Räume der Teestube Am Glockenbach von der Brauerei gekündigt wurden, setzten die Aktivisten ihre Arbeit in den Kellerräumen des VSG in der Weißenburger Straße 26 fort.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/315">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T16:17:50+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:11:38+02:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Zweibrückenstraße 10: Wohnhaus zweier Kämpfer für schwule Gleichberechtigung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In diesem Haus in der Zweibrückenstraße 10 wohnte um 1902 der Homosexuellenaktivist August Fleischmann. Seit 1981 wohnte in demselben Haus auch Gustl Angstmann, eine prominente Figur der Münchner Schwulenbewegung der 1970er- bis 1990er-Jahre. Dank dem Mut Einzelner wie Fleischmann und Angstmann erzielte die LGBTIQ+-Bewegung entscheidende Fortschritte, um in einer nicht immer freundlich gesinnten Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Isarvorstadt ist seit über 100 Jahren bevorzugtes Wohngebiet von Mitgliedern der LGBTIQ+-Gemeinschaft.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d0de8fa0564aae588a30ebfef94d02d2.jpg" alt="Straßenansicht des Gebäudes in der Zweibrückenstraße 10, 2007" /><br/><p>Hinter der neobarocken Putzfassade dieses typischen Miets- und Geschäftshauses aus dem Jahr 1893 lebten zu unterschiedlichen Zeiten gleich zwei prägende Persönlichkeiten der Münchner Schwulenbewegung: August Fleischmann und Gustl Angstmann.
August Fleischmann (1859–1931) war ein früher Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen, die er als „das dritte Geschlecht“ bezeichnete. Er stammte aus Baden und ließ sich 1888 in München nieder. Fleischmann wurde 1899 wegen des sexuellen Kontakts zu einem anderen Mann inhaftiert. Er verhielt sich nach seiner Entlassung – im Gegensatz zu vielen anderen Verurteilten – nicht still, sondern klärte in zahlreichen Schriften über die Gefahren der Erpressung auf Grundlage des § 175 (Kriminalisierung von Homosexualität zwischen Männern) auf. Im Juli 1902 erschien das erste Exemplar seiner Zeitschrift <em>Der Seelenforscher</em>, die er in seiner Wohnung in der Zweibrückenstraße 10 herstellte. Als dem Einzelkämpfer in den folgenden Jahren kein Erfolg vergönnt war, gab er sein bürgerrechtliches Engagement auf, verließ München und starb in der Nähe von Mannheim.
Gustl Angstmann (1947–1998) engagierte sich seit 1971 maßgeblich in der zweiten Münchner Schwulenbewegung. Der Therapeut und politisch aktive Schriftsteller kämpfte in der <em>Homosexuellen Alternative München</em> für die Entkriminalisierung schwuler Beziehungen, für eine tolerante Gesellschaft und für Respekt innerhalb der schwulen Szene. Mit dem autobiografischen Roman <em>Ein ganz normaler Mann</em> stieß er 1982 in die bayerische Literaturszene vor. Angstmann wohnte in den 1980er und 90er Jahren in demselben Haus wie 80 Jahre zuvor sein Vornamens-Vetter Fleischmann. Er starb an den Folgen von AIDS.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/313">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T15:51:47+01:00</published>
    <updated>2026-03-03T10:36:54+01:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:12:12+02:00</updated>
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      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Treibhaus“: Ein ganzes Haus voll autonomer FrauenLesbenprojekte]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das „Treibhaus“ war ein wichtiger Kristallisationspunkt der autonomen Frauen- und Lesbenbewegung im München der 1970er und 1980er Jahre, dessen Ausstrahlungskraft in die ganze Stadt wirkte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c2ca6fd17efe6bda57a52db95c01aeb4.jpg" alt="Eingangsbereich des Hauses Güllstraße 3 mit Gedenktafel, 2018" /><br/><p>Den Vorgarten des Gründerstilbaus in der Güllstraße 3 ziert ein reich dekoriertes Holzschild mit der Aufschrift „Treibhaus“. Der Rand ist mit geschnitzten, teils an Jugendstildekor erinnernden floralen Motiven und farblich abgehobenen Früchten gestaltet. In der Mitte des Schildes befindet sich farblich abgesetzt vom dunklen Untergrund in einer Schreibschrift der golden gefärbte Name „treibhaus“ mit der Unterzeile „haus für frauenprojekte“ in schwarz. Es liegt keine offizielle Erklärung der Namensgebung vor, eine naheliegende Interpretation ist aber, dass hier die feministischen Ideen und Projekte genau so üppig wuchern sollten wie in einem Treibhaus. Hier fanden 1985 acht autonome FrauenLesbenprojekte eine neue gemeinsame Bleibe, nachdem sie zuvor an diversen Orten aktiv und über weite Teile der Stadt verstreut waren. Zu ihnen gehörten die feministischen Gesundheitsprojekte FrauenGesundheitsZentrum und FrauenTherapieZentrum, die Frauenbibliothek, das Lesbentelefon, das Frauenzentrum als Treffpunkt für Gruppen, das Mädchenprojekt, Maffiosa (Modellverband autonom-feministischer Fraueninitiativen oder sonstiger Arbeitskreise), das Frauencafé sowie TuSCH Trennung und Scheidung. Heute wird das gesamte Gebäude vom FrauenTherapieZentrum genutzt. Die übrigen Projekte sind teils verzogen, etwa IMMA oder das FrauenGesundheitsZentrum, teils wurden sie eingestellt, etwa das Frauencafé oder die Frauenbibliothek. Im Jahr 2018 wurde auf Initiative der Autorin dieses Beitrags vom Forum Queeres Archiv München e. V. das Holzschild am Eingang erneuert und eine Gedenktafel hinzugefügt, deren QR-Code auf weiterführende Informationen zur Geschichte des Hauses und zu den dortigen Projekten verweist.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/301">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T12:12:42+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:12:24+02:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Odeonsplatz als Protestort: Demonstrationen gegen die AIDS-Politik der bayerischen Staatsregierung im Jahr 1987]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Odeonsplatz ist ein Erinnerungsort für den umstrittenen Umgang der bayerischen Staatsregierung mit HIV/AIDS in den 1980er Jahren. Um gegen den sogenannten <em>Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS</em> zu protestieren, fanden 1987 mehrere Demonstrationen auch in der Landeshauptstadt München statt. Die Proteste auf dem Odeonsplatz vom 4. April und vom 24. Oktober 1987 sind fotografisch gut dokumentiert.
 </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7e3a3f616653945e2df2b0551b2c641b.jpg" alt="Demonstration gegen den Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS am 4. April 1987 auf dem Odeonsplatz" /><br/><p>Das <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297" target="_blank" rel="noopener">AIDS-Memorial von Wolfgang Tillmans</a> weist den Sendlinger-Tor-Platz als einen Ort queeren Gedenkens aus, an dem auch heute weiterhin regelmäßig Protestaktionen stattfinden. Doch auch der Odeonsplatz darf als Erinnerungsort der politischen und gesellschaftlichen Kontroverse um den Umgang mit HIV/AIDS in Bayern gelten. Zwei frühe Protestaktionen aus dem Jahr 1987 markieren den damaligen Konflikt besonders deutlich: Am 4. April 1987 zog ein von zahlreichen Initiativen organisierter Demonstrationszug medienwirksam durch München und über den Odeonsplatz, um Gesicht zu zeigen und um mit Bannern und Parolen gegen den bayerischen Politkurs zu protestieren. Am 24. Oktober 1987 folgte eine weitere Kundgebung auf dem Odeonsplatz. In beiden Fällen wurde der Platz zum öffentlichen Forum für die Frage, welche Mittel ein Staat in einer Gesundheitskrise legitim einsetzen darf.
Hintergrund war der sogenannte <em>Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS</em>, den die bayerische Staatsregierung am 25. Februar 1987 beschloss und im Frühjahr durch ministerielle Vorgaben präzisierte. Die Bekanntmachung vom 19. Mai 1987 band den Umgang mit AIDS ausdrücklich an seuchen-, ausländer- und polizeirechtliche Instrumente. So konnten die Gesundheitsämter unter bestimmten Voraussetzungen Vorladungen und Blutentnahmen anordnen und diese notfalls zwangsweise durchsetzen. Dieser Ansatz stand quer zu Präventionsstrategien, die stärker auf Aufklärung, freiwillige Beratung und den Schutz vor Ausgrenzung setzten.
Wie die Fotos des Aufzugs am Odeonsplatz zeigen, richtete sich die protestierende Menschenmenge mittels Transparenten weniger gegen „AIDS-Maßnahmen“ an sich als vielmehr gegen die ordnungspolitische Logik der bayerischen Regierung, für die etwa der damals amtierende Staatsekretär Peter Gauweiler exemplarisch einstand. Die Demonstrierenden nutzen diesen zentralen und in Bezug auf Paraden und politische Aufmärsche unterschiedlichster Couleur sehr geschichtsträchtigen Ort in der Altstadt Münchens als politische Bühne, um der Öffentlichkeit aufzuzeigen, dass effektive Seuchenpolitik nicht nur eine Frage administrativer Durchsetzungskraft ist, sondern auch von Vertrauen und gesellschaftlicher Solidarität abhängt. Krisenpolitik, die auf Sicherheitsversprechen zielt, führt aber, wenn sie auf Zwang und Verdacht anstatt auf Kommunikation und Kooperation setzt, immer zu Stigmatisierung und bedroht so den gesellschaftlichen Zusammenhalt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/298">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-05T11:32:25+01:00</published>
    <updated>2026-02-18T15:42:42+01:00</updated>
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      <name>Henry Kaap</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Daphne in der Grünanlage Wahnfriedallee: Eine Nymphe und ihre Künstlerin]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die circa sechs Hektar große Grünanlage an der Wahnfriedallee erstreckt sich in west-östlicher Richtung und wird durch die Effnerstraße in zwei Teile geteilt. Zur Daphne gelangt man von der Oberföhringer Straße aus.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5ba5ea06632289f8e1f87a65c4987fe2.jpg" alt="Die Daphne in der Grünanlage an der Wahnfriedallee, 2022" /><br/><p>Die Bronzeplastik, eine Nymphe aus den griechischen Göttersagen, stammt vom ehemaligen Brunnen am Ostbahnhof. Nach der Demontage im Jahr 1982 schlug die Stadt vor, die Skulptur auf dem Johannisplatz in Haidhausen aufzustellen. Aufgrund der Nähe zur Kirche stieß dieser Standort jedoch auf Kritik – nicht zuletzt, weil es sich bei der Figur um eine unbekleidete Nymphe handelt. Auch die Künstlerin selbst sprach sich gegen die Platzierung an diesem Ort aus. Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung aus dem Juni 1997 berichtet von einer probeweisen Aufstellung der Skulptur, die zu Szenen „wie bei Don Camillo und Peppone“ geführt habe – da die Skulptur offenbar keinen Anklang in der Bevölkerung fand, wurde sie schließlich auf dem städtischen Bauhof in Johanneskirchen eingelagert. Seit August 2007 steht die Daphne an ihrem heutigen Standort. Folgender Text befindet sich auf der dazugehörigen Bodenplatte:</p><p>„DAPHNE · NYMPHE AUS DEN GRIECHISCHEN GÖTTERSAGEN VOM GOTT APOLL VERFOLGT UND ZUM SCHUTZ DAVOR DURCH DEN GÖTTERVATER ZEUS IN EINEN LORBEERBAUM VERWANDELT · DIE BRONZEPLASTIK DER BILDHAUERIN MARLENE NEUBAUER-WOERNER MÜNCHEN ZEIGT DEN BEGINN DER VERWANDLUNG UND WURDE AM 8.10.1976 ALS DAPHNEBRUNNEN AM ORLEANSPLATZ ERRICHTET SPÄTER BEI DER NEUGESTALTUNG DES PLATZES ENTFERNT“ Von der Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner gibt es einige trockengelegte Brunnen in München. Ein Beispiel hierfür sind das „Mädchen auf dem Delfin“ im Westbad, das Krokodil im Michaelibad, der Brunnen mit den drei Löwen an der Perlacher Straße und der Brunnen „Wasserkrone“ von 1965 im Hasenbergl (Blodigstraße). Die Brunnenskulpturen existieren zwar noch, aber es fließt kein Wasser mehr durch die Leitungen. Durch mutwillige Zerstörung wurden Wasserleitungen verstopft oder auch Teile abgehauen – und ist die Technik nicht mehr zu reparieren, werden Brunnen irgendwann abgeschaltet. Marlene Neubauer-Woerner (1918–2010) begann 1936, nach ihrem Abschluss an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut, ihr Studium als Architekturbildhauerin an der Akademie für angewandte Kunst. Als erste Frau bewarb sie sich unter dem Namen M. Woerner, also ohne Angabe des vollständigen Vornamens, bei Professor Josef Henselmann – denn dieser legte keinen großen Wert darauf, Frauen zu unterrichten. Frauen standen damals meist nur kostenpflichtige, private Kunstschulen offen. Erst ab 1918/19 waren sie an den Akademien zugelassen. Ab 1941 studierte Neubauer-Woerner bei Professor Richard Knecht an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1945 arbeitete sie als selbstständige Architekturbildhauerin.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/260">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-26T18:35:13+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T12:23:36+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Nonnen vom Max-Joseph-Platz: Klöster, Kirchen und Grüfte der Franziskanerbrüder, der Püttrich- und Ridlerschwestern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Längst vergessen – keine Spur im Münchner Stadtbild erinnert noch an das einst berühmte Franziskanerviertel an der Stelle des heutigen Max-Joseph-Platzes in unmittelbarer Nähe des Hofes: das Kloster der Brüder mit den beiden zugehörigen Frauenklöstern der Püttrich- und Ridlerschwestern. Die Klöster bestanden seit dem 13. und 14. Jahrhundert und wurden 1802 im Rahmen der Säkularisation abgerissen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6f86791e3f6aded4df9d237037357a70.jpg" alt="Die Ausgrabung am Max-Joseph-Platz, 1982" /><br/><p>Schon unter Kaiser Ludwig dem Bayer (1281/1282–1347, reg. 1314/1328–1347) erlangte das Männerkloster große wissenschaftliche und politische Bedeutung innerhalb Europas. Der sicherlich berühmteste Bruder war William von Ockham (um 1288–1347), der hier 1330 mit seinen beiden Mitstreitern Bonagratia von Bergamo (um 1265–1340) und Michael von Cesena (um 1270–1342) Schutz vor der kirchlichen Verfolgung fand. Er wurde vor dem Altar im Chor der Kirche bestattet, der ungefähr unter der südwestlichen Ecke des Nationaltheaters – der Bayerischen Staatsoper – lag. Das Franziskanerkloster mit Kirche und umgebendem Friedhof nahm den ganzen Max-Joseph-Platz ein und erstreckte sich weit in den Bereich des heutigen Nationaltheaters sowie die Maximilianstraße hinein. Das Ridlerkloster befand sich unter dem westlichen Teil des Königsbaus der Residenz, der erst ab 1826 errichtet wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich an der nördlichen Ecke der heutigen Residenz- und Perusastraße das Püttrichkloster. Die Frauen lebten zunächst als Seelschwestern und widmeten sich der täglichen Krankenpflege, Sterbebegleitung und den Totengebeten. Sie konnten in freier Gemeinschaft ein weitgehend eigenständiges Leben ohne Gelübde und Habit führen, waren jedoch der geistlichen Obhut der Franziskaner unterstellt. Mit verschiedenen Reformen erhielten die Schwestern im Lauf der Zeit strengere Ordnungen. So wurden 1483/84 die drei Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams eingeführt, 1621 die ewige Klausur. Ab diesem Zeitpunkt lebten die Schwestern ausschließlich innerhalb ihrer Klostermauern und verschwanden gänzlich aus dem Münchner Stadtbild. Trotz dieser Einschränkungen konnten die Schwestern innerhalb des ihnen vorgegebenen, engen Rahmens ein selbständiges Leben führen. Sie verwalteten ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich, übten leitende Ämter, wie das einer Oberin, aus, konnten sich künstlerisch entfalten und waren in der Bibliothek, im Archiv und in der Schreibstube tätig. Ihr Bildungsniveau war vergleichsweise hoch. In aller Regel stammten die Schwestern aus adeligen und vermögenden Familien und waren bei ihrem Eintritt ins Kloster zwischen 17 und 21 Jahre alt. Die wohl berühmteste Bewohnerin im Püttrichkloster war Herzogin Kunigunde (1465–1520), die Tochter Kaiser Friedrichs III. (1415–1493, reg. 1440/1452–1493) und Schwester Kaiser Maximilians I. (1459–1519, reg. 1486/1508–1519). Sie war dem Kloster schon seit langem eng verbunden und begab sich 1508 nach dem Tod ihres Gemahls, Herzog Albrecht IV. von Bayern (1447–1508, reg. 1465–1508), dorthin. Mit den Schwestern führte sie ein einfaches und vorbildliches geistliches Leben. Bestattet wurde sie in der Fürstengruft Unserer Lieben Frau, jedoch im Ordenshabit, worum sie bereits zu Lebzeiten ihres Gemahls gebeten hatte. Bei einer Ausgrabung anlässlich von Erdarbeiten zur Erweiterung der Tiefgarage unter dem Max-Joseph-Platz wurde 1982 die Gruft der Frauenklöster gefunden, die 1714 unter der Franziskanerkirche errichtet worden war. Die Gräber waren mit Beigaben wie Papierblumen, Michaelsmedaillen, Christusfiguren, Rosenkränzen und Figürchen ausgestattet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/116">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-10T18:15:53+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:18:52+02:00</updated>
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    <author>
      <name>Elke Bujok</name>
    </author>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Elise-Aulinger-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Dem Betrachter (und Zuhörer) mit einem Buch in der Hand zugeneigt sitzt die dargestellte Volksschauspielerin Elise Aulinger (1881–1965) auf dem ihr zu Ehren errichteten Brunnen. Die Skulptur spielt somit auf die von Aulinger 1925 begründete traditionelle Lesung der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma im Bayerischen Rundfunk an.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9309cde413426c019b17d4bda41d8a72.jpg" alt="Der Elise-Aulinger-Brunnen, 2018" /><br/><p>Auf Initiative des „Freundeskreises der Volkssänger und Volksschauspieler“ wurde neben Ida Schumacher und dem Roider Jackl auch Elise Aulinger mit einem Trinkwasserbrunnen geehrt. Am 23. September 1977, zur fünften Münchner Jahreszeit, der Wiesn, erhielt der Brunnen das Kommando „Wasser marsch!“ Die Trambahnerkapelle spielte: "Mei Huat, der hat drei Löcher" und der damalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter hielt die Lobesreden: „Sie gehören alle drei zu den Großen der Münchner Volkssängerzunft, die ja nicht nur eine Tradition ist, sondern auch Gegenwart und Zukunft hat. Was den Berlinern einst ihre Feldherren, das sind den Münchnern heute ihre Volkssänger. Der Viktualienmarkt wird Siegesallee!“ Und zu Elise Aulinger: Sie sei unvergessen als Darstellerin gescheiter, resoluter, pfiffiger und dennoch herzensguter Bauersfrauen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, sowie als ergreifende Vorleserin der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma. Ihr richtiger Name war Elise Sommer, sie war die Großtante von Sigi Sommer, der ebenfalls in Erz verewigt als „Blasius der Spaziergänger“ rund 300 Meter weiter westlich vor der Rosenstraße 8 steht. Den Brunnen seiner „Ratsch-Kathl“, der gscherten Standlfrau vom Viktualienmarkt, durfte der 95-jährige, pensionierte Oberlokomotivführer aufdrehen, der den Brunnen auch finanziert hatte. Im Jahre 2005 wurde der Aulingerbrunnen vom rückwärts einparkenden LKW eines Anlieferers gerammt, wobei das Brunnenbecken zerbrach. Kurz nach Neuanfertigung und Wiedererrichtung im März 2006 demolierte ihn am 12. März 2007 ein „Entsorger“ ohne Einwinker. Geschaffen wurde die Brunnenfigur von Anton Rückel (1919–1990). Seine Ausbildung begann er 1938 in München an der Akademie für angewandte Kunst, nach Kriegsgefangenschaft wurde er Meisterschüler in der Bildhauerklasse von Josef Henselmann an der Akademie der Bildenden Künste München. Bekannt ist Rückel besonders für die Ausstattung von Kirchen und Klöstern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/73">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-20T16:15:12+01:00</published>
    <updated>2026-04-23T12:24:17+02:00</updated>
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    <author>
      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
    </author>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Roider-Jackl-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bildhauer Hans Osel (1907–1996) gestaltete die Brunnenfigur, die seit 1977 auf dem Viktualienmarkt an den berühmten Volkssänger Roider Jackl (1906–1975) erinnert. Sie zeigt ihn beim Singen, mit weit ausgebreiteten Armen und der Gitarre in der Hand.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9b832bb064e5c46bb409810c2f2b552c.jpg" alt="Der Roider-Jackl-Brunnen, 2006" /><br/><p>Der weiß-blaue Troubadour und unvergessene Gstanzl-König, Jakob Roider, verstarb am 9. Mai 1975. Schon zu Lebzeiten sang er in einem seiner Spottlieder von: „A Denkmal, wo's Wasser rausrinnt“: „Und bal der Hahn kraht</p><p>nacha kraht er am Mist</p><p>nacha ändert sich's Wetta</p><p>oder's bleibt wia's is</p><p>Jetzt muaß i aufhör'n zum Singa</p><p>Sonst werd' i berühmt</p><p>Sonst kriag i a so a Denkmal</p><p>Wo's Wasser rausrinnt“ Jetzt hat er´s. Und die Brunnenfigur zeigt ihn in der Pose, in der er beim Starkbier-Ausschank auf dem Nockherberg jahrzehntelang die prominente Politikerriege aufs Korn nahm. Er habe, so der damalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter, „mit seiner Jägerfaust nach manchem Großkopferten gegriffen“. Als Denkmals-Sponsoren für den größten Bayerischen G'stanzl-Macher durften die möglicherweise leider nicht von ihm „Derbleckten“ jedenfalls doch den Brunnen aufdrehen: Generaldirektor Paul Werner von der Bayern-Versicherung und Konrad Peteranderl, Bezirksdirektor von der Landesbausparkasse. Die Stadtpfarrer Müller (Heiliggeist) und Zistl (St. Peter) seien sich zwecks der Brunnen-Zugehörigkeit beinahe in die Haare geraten, weil die Gemeindegrenze durch den Viktualienmarkt verläuft. Die Brunnenfigur ist ein Werk des Bildhauers Hans Osel. Von 1926 bis 1930 studierte er an der Staatsschule für angewandte Kunst bei Karl Killer und Walther Teutsch, von 1930 bis 1938 an der Akademie der Bildenden Künste. Viele seiner Werke befinden sich im öffentlichen Raum in München und Umgebung, so etwa der Ziegelbrenner-Brunnen vor St. Johann Baptist in Haidhausen oder der Liesl-Karlstadt-Brunnen, der ebenfalls auf dem Viktualienmarkt steht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/69">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-03-03T15:10:31+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:39:36+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Ida-Schumacher-Brunnen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Marlene Neubauer-Woerner (1918–2010) schuf die Brunnenfigur, die Ida Schumacher (1895–1956) in ihrer bekanntesten Bühnenrolle als „Ratschkathl“ darstellt. Die Figur befindet sich seit 1977 auf dem Viktualienmarkt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d2248157a0fdf388b760c74d54408749.jpg" alt="Der Ida-Schumacher-Brunnen, 2006" /><br/><p>Geboren 1895 im niederbayerischen Arnstorf war die spätere „Quadrat-Ratschn aus dem Hinterhof-Milljöh“, Ida Schumacher, schon mit 15 Jahren Soubrette und ging, weil's mit der Stimme nicht g'langte, über das Bauerntheater Tegernsee nach München, wo sie als Mutter von vier Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem trockenen Humor und ihrer Schlagfertigkeit eine Spätkarriere machte (im Ensemble der „Weißblauen Drehorgel“ des Bayerischen Rundfunks). Ihrem urwüchsigen, geschliffenen Mundwerk konnte kein Zwerchfell widerstehen. Beim Enthüllen ihres Brunnens am 23. September 1977 sagte der Oberbürgermeister Georg Kronawitter: „Sie hat den Münchner Marktfrauen längst ein Denkmal gesetzt und durch ihre bekannte Szene, die Oa-Tandlerin (Eierhändlerin), den Viktualienmarkt verewigt“. Gleichzeitig tröstete der OB die jetzt leibhaftig anwesenden Standlfrauen, dass sie natürlich „viel, viel freundlicher“ seien als die Ida. Einen Redeschwall, wie die über ihren „Käufer“ hereinbrechen lässt, bringt auch sonst keine zusammen, oder wenn sie so nebenbei über ihren Ehemann plaudert: „Sie, mei Mo is so furchtbar greisli, daß mir jedesmal das Feuer ausgeht, wenn der in den Ofen neischaut.“ Unübertroffen ist ihre „Trambahn-Ritzen-Reinigerin-Dame“. Die Brunnenfigur ist ein Werk der Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner. Ab 1936 studierte sie bei Josef Henselmann Bildhauerei an der Akademie für angewandte Kunst in München, ab 1942 war sie Meisterschülerin bei Richard Knecht an der Akademie für Bildende Künste. Im Auftrag der Stadt München schuf sie etwa auch den Daphnebrunnen am Orleansplatz (vor dem Ostbahnhof), dessen Brunnenskulptur sich seit 2007 in einem Park an der Wahnfriedallee in Bogenhausen befindet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/65">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-02-09T11:53:00+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T18:16:56+02:00</updated>
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      <name>Ernst Theodor Mayer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Olympiapark: Schauplatz für internationale Wettkämpfe im Grünen und ein tödliches Attentat]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/934f0398962d34b7e86f99c3ccca8988.jpg" alt="Briefmarkenblock der Deutschen Bundespost mit zeichnerischer Darstellung der Wettkampfstätten und des olympischen Dorfs aus der Vogelperspektive, 1972" /><br/><p>Die Wahl Münchens als Austragungsort der 20. Olympischen Sommerspiele 1972 bedeutete politisch und architektonisch eine noch nie dagewesene Herausforderung nicht nur für die Isarmetropole, sondern auch die Bundesrepublik.</p><p>Die letzten Olympischen Spiele auf deutschem Boden hatten 1936 ganz unter dem Vorzeichen der nationalsozialistischen Selbstdarstellung gestanden und Diskriminierung und Rassismus gezeigt. Dagegen galt es in jeder Form ein Zeichen zu setzen und vor Augen zu führen, dass nun der Geist der Weltoffenheit und Toleranz in der Bundesrepublik herrschte. Statt Pfeiler aus Kalkstein und Granit setzte man Pylone aus Stahl. An ihnen wurden Seilnetzkonstruktionen aus dem gleichen Material aufgehängt, die Segel aus 8.300 transparenten Acrylplatten halten, um eine Fläche von insgesamt 78.000 qm zu überspannen. Nicht das Kolosseum war das Vorbild, sondern die im Einklang mit der Natur errichteten Zelte von Nomaden. Darüber hinaus inspirierten das Stadion des antiken Olympia sowie Theaterbauten, die in Berglandschaften eingebettet sind, die Anlage. Vom Architekturbüro Behnisch & Partner (Günter Behnisch, Fritz Auer, Winfried Büxel, Erhard Tränkner, Carlo Weber mit Jürgen Joedicke), welches die Gesamtplanung innehatte, und Frei Otto stammte das revolutionäre Konzept des hängenden Zeltdachs des Olympiastadions, das bislang nur in kleinerem Maßstab an einzelnen Bauten erprobt worden war. So hatte Frei Otto bereits das 1957 im Kölner Rheinpark realisierte Sternwellenzelt entworfen und für den Deutschen Pavillon der Weltausstellung in Montreal 1967 eine ähnliche Konstruktion verwirklicht, wie sie dann in München umgesetzt werden sollte.    </p><p>Das insgesamt zu bebauende Terrain von 280 Hektar lag vor den Toren der Stadt, auf dem Oberwiesenfeld, wo man nach dem Zweiten Weltkrieg den Trümmerschutt der zerbombten Metropole abgeladen hatte (45% der Bausubstanz waren zerstört, in der Innenstadt etwa 60%). Von 1968 bis 1972 wurde das Gelände neu modelliert und der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal zum See aufgestaut, um eine künstliche Landschaft zu schaffen, in der die Sportstätten (Olympiastadion, -halle, Schwimmhallen, Radstadion sowie weitere Sporthallen und -anlagen) harmonische Bestandteile waren. Es sollten Olympische Spiele „im Grünen“ werden. Damit knüpfte man einerseits an die Tradition der Volksparks seit den 1920er Jahren an, andererseits stellte man einen lokalen Bezug mit Elementen der Voralpenlandschaft her. So pflanzte man auf dem 85 Hektar großen Gelände des Olympiaparks 3.100 Bäume und 18.000 Sträucher, Latschenkieferfelder, aber auch Linden und Silberweiden. Geschwungene Wege verbanden die Sportstätten. Günther Grzimek, der Gestalter, wollte einen Park schaffen, bei dem die „freie und aktive Selbstverwirklichung seiner Benutzer“ maßgeblich sei. Gleichzeitig wurde jenseits des Mittleren Rings das Olympische Dorf angelegt und die Verkehrsanbindung inklusive U-Bahnanschluss geschaffen. Schließlich hatte man die Nachnutzung als Naherholungsgebiet und Studentenstadt von Anfang an im Blick. Die Utopie eines friedlichen Miteinanders anlässlich der Spiele wurde jedoch am 5. September 1972 durch einen Terroranschlag zerstört, dem elf israelische Athleten und ein Polizist zum Opfer fielen.</p><p>Das Konzept des Olympiaparks überzeugt zu großen Teilen noch immer. Die Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO wird derzeit angestrebt.    </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/38">Für mehr (einschließlich 12 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-13T08:58:59+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:52:19+02:00</updated>
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      <name>Esther Wipfler</name>
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    <title type="html"><![CDATA[U-Bahn-Entlüftungsschacht am Stachus: Künstlerisch gestaltet von Günter Fruhtrunk]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/525e6b6ea47c8e60a3df65e0d7365141.jpg" alt="Günter Fruhtrunks Ummantelung eines U-Bahn-Entlüftungsschachts, 2022" /><br/><p>Nur einen Katzensprung von der vielbefahrenen und -besuchten Sonnenstraße findet sich an der Herzog-Wilhelm-Straße Ecke Herzogspitalstraße für alle Begeisterten der Konkreten Kunst eine kleine architektonische Überraschung. Im Sommer oft zu großen Teilen von Laub verdeckt, ragt neben der Pizzeria „Bella Italia“ ein fensterloser oktogonaler Turm gen Himmel. Es handelt sich um einen Lüftungsschacht des darunterliegenden U-Bahntunnelsystems zwischen Karlsplatz/Stachus und Sendlinger Tor. Gebaut von Paolo Nestler (1920–2010), die Ummantelung gestaltet vom Münchner Maler und Grafiker Günter Fruhtrunk (1923–1982).</p><p>Günter Fruhtrunk begann 1941 an der Staatsbauschule München ein Architekturstudium, wurde allerdings noch im selben Jahr zum Reichsarbeitsdienst nach Polen eingezogen und geriet 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg wandte sich Günter Fruhtrunk der Kunst zu, lernte bis 1950 beim Maler William Straube (1871–1954) und pflegte Kontakte mit Künstlern wie Fernand Léger, Julius Bissier, Willi Baumeister und Hans Arp. Nach Stationen in Freiburg i. Br. und Paris übernahm er 1970 die Professur für Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste in München. </p><p>Seine wohl populärste Arbeit soll er seinen Student:innen 1970 mit den vielzitierten Worten „Ich habe gesündigt“ (Ausst.-Kat. Ludwigshafen 2011, S. 12) beschämt gestanden und als Strafgeld 400 DM in die Klassenkasse entrichtet haben. Es handelte sich um die Ausführung einer Auftragsarbeit für ALDI Nord, der Gestaltung der allseits bekannten blau-weißen Einkaufstüte. Vielleicht lässt sich diese der Oral History zuzuordnende Überlieferung dieser Aussage Fruhtrunks als eine Abneigung gegenüber dem Aspekt der Einbettung seines Werkes in massenhaft reproduzierbares Produktdesign oder vielleicht auch als Äußerung eines ambivalenten Erfolgsgefühls verstehen. Das Design der Einkaufstüte, seit 2018 mit der Neueinführung der Einkaufstasche als Mehrwegtasche formattechnisch verändert, bleibt bis heute ikonisch. 2020 brachten der Schauspieler Lars Eidinger und der Designer Philipp Bree eine Tasche auf den Markt, nicht zuletzt aufgrund der Werbekampagne kontrovers rezipiert, gedacht als eine Hommage an Günter Fruhtrunk. In limitierter Stückzahl für je 550 Euro. ALDI selbst bracht 2020 und 2021 die von dem gelernten Erkennungsmerkmal der diagonal kombinierten blauen und weißen Streifen plus dem markant gestalteten „A“ dominierte Modekollektion „Aldi-Original“ heraus.</p><p>Die Farbgestaltung der Ummantelung des Entlüftungsschachts von 1971 war eine Zusammenarbeit mit dem Münchner Architekten Paolo Nestler, seit 1959 Professor für Raumgestaltung und seit 1968 Präsident der Akademie der Künste in München. Zwischen 1971 und 1997 gestaltete Paolo Nestler insgesamt 12 Bahnhöfe der neuen Münchner U-Bahn, davon elf – inzwischen teilweise modernisiert – auf der Gründungslinie U6 (Nordfriedhof, Dietlindenstraße, Münchner Freiheit, Giselastraße, Universität, Odeonsplatz, Sendlinger Tor, Goetheplatz, Implerstraße, Harras, Klinikum Großhadern).</p><p>Für das Konzept der Farbgestaltung entstanden mehrere Vorstudien und Modelle, eines erhalten in den Beständen der Städtischen Galerie im Lenbachhaus (Invnr.: G 15937 a-d) in München, welche im Jahr 1973 eine Ausstellung mit Fruhtrunks Bildern aus dem Zeitraum 1952–1972 ausrichtete. Die Arbeit ist in das Spätwerk Fruhtrunks der 1970er und 1980er Jahre einzuordnen, eine ähnliche Farbkombination und der Rhythmus der horizontal ausgerichteten Streifenfolge ist in seinen Arbeiten „Parameter“, 1969 (Werkverzeichnis der Serigraphien 2016, 40), „Parameter II“, 1971 (WVZ 2016, 50), „Rote Horizontale“, 1968-70 (Werkverzeichnis der Bilder 2018, 561/562/596), „Composizione, 1969 (WVZ 2018, 579) zu finden. Für die Farbgestaltung des Lüftungsschachts wurde Fruhtrunk 1977 mit dem ersten Preis auf der „Constructa“ in Hannover ausgezeichnet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/30">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-07-12T17:10:43+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:25:41+02:00</updated>
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      <name>Sonja Nakagawa</name>
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