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    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogspitalkirche Mater Dolorosa: Spätbarockes Gnadenbild in postmodernem Betonbau]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Herzogspitalstraße verbirgt sich, eingerückt hinter die Fassadenfront der Wohnhäuser, ein postmoderner Kirchenbau mit einer altehrwürdigen Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7de77f3b8bfce7feb6a9d74ad46a0896.jpg" alt="Stich „Das Churfürstliche St. Elisabeth oder Herzogs- und St. Josephs Spital in München.“" /><br/><p>Das Spital, das der Straße und auch der Kirche ihre Namen gegeben hat, wurde von 1552 bis 1570 unter dem Wittelsbacher Herzog Albrecht V. von Bayern (1528–1579) erbaut. Es sollte schwerkranken Hofbediensteten zur Verfügung stehen, die in anderen Einrichtungen nicht aufgenommen wurden. Unter Herzog Wilhelm V. dem Frommen (1548–1626) wurde es erweitert und 1626 von Kurfürst Max I. dem Großen (1573–1651) mit einer Apotheke und einem „chirurgischen Apparat“ ausgestattet sowie durch das südlich gelegene Josephspital ergänzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Herzogspital 1800 aufgehoben. Herzog Albrecht V. ließ seinem Spital 1555 auch eine Kirche errichten, die 1572 geweiht wurde. Für das Patrozinium wählte man die Heilige Elisabeth als Patronin der Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen. Der Baumeister dieser ersten Kirche war Heinrich Schöttl (+1576). Die Spitalkirche war ihrer Funktion entsprechend eher schlicht gehalten. Schöttl entwarf hierfür einen rechteckigen Zweckbau mit Tonnengewölbe und polygonalem Chorschluss - der früheste, wenn auch bescheidene, kirchliche Renaissancebau Münchens (mit einigen gotischen Zügen)! Gut hundert Jahre nach der Weihe erfolgte 1676 die Barockisierung des Kirchenraumes, bei der namhafte Künstler an der Ausstattung mitwirkten. In den Jahren 1727/28 ergänzte Johann Baptist Gunetzrhainer (1692–1763) den Kirchenbau mit einem Turm im Stil des Rokoko. Der Kirchenbau von 1555 wurde im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) zunächst im April 1944 beschädigt und nach ersten Wiederaufbau-Versuchen der Ordensschwestern im November desselben Jahres bis auf den Turm vollständig zerstört. Die Schwestern zogen daraufhin mit dem von Ihnen angebeteten Allerheiligsten zu Fuß nach Schönbrunn bei Dachau. Das wundertätige Gnadenbild und einige Schwestern fanden Zuflucht in der Maria-Theresia-Klinik von Prof. Max Lebsche (1886–1957) am Bavariaring. Nach dem Krieg richtete man zunächst eine Notkapelle im Herzogspital ein und begann dann mit einem Kirchenneubau unter Einbeziehung des historischen Turmes. Die moderne Herzogspitalkirche „Mater dolorosa“ befindet sich am Standort der ehemaligen Kirche „St. Elisabeth“, reicht aber nicht mehr bis an die Straßenseite. Die Grundsteinlegung für die Kirche und einem dazugehörigem Mädchenwohnheim erfolgte am 12.12.1954 durch Weihbischof Johannes Neuhäusler (1888–1973). Die Architekten waren Alexander Freiherr von Branca (1919–2011) und Herbert Groethuysen (1921–2020). Die Einweihung erfolgte am 04.12.1955 durch Joseph Kardinal Wendel (1901–1960). Der Neubau ist nicht mehr der Heiligen Elisabeth, sondern der Mater dolorosa (15.9.), der schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die moderne Herzogspitalkirche präsentiert sich als nach Südwesten ausgerichteter, einfacher Backsteinbau mit integriertem Rokokoturm. Im Inneren öffnet sich ein auffällig dunkel gehaltener Kirchenraum auf rechteckigem Grundriss mit Hauptschiff und Seitenkapelle. Auf eine barocke Lichtführung wurde bewusst zugunsten einer meditativen Lichtstimmung verzichtet. Die betonte Schlichtheit des Raumes ist zum einen sicherlich den begrenzten finanziellen Mitteln nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet, lenkt den Fokus aber auch bewusst auf die zentralen Motive des eucharistischen Herrn in Form des Doppelseitigen Anbetungsfenster und des Gnadenbildes der schmerzhaften Muttergottes. Auch für die Nachkriegskirche wurden namhafte Künstler zur Gestaltung beauftragt. Herbert Altmann schuf das Engelgitter und das Hauptportal, Blasius Gerg (1927–2007) gestaltete die Betonelemente im Kirchenraum (Chorschranke und Windfang), Karl Knappe (1884–1970) schuf das bunte Glasfenster zwischen Kirchenraum und Nonnenchor, die neue liturgische Ausstattung ist von Fritz König (1924–2017) und von Prof. Heinrich Kirchner (1902–1984) stammt das Tabernakel auf dem Seitenaltar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-11T16:15:33+01:00</published>
    <updated>2026-04-07T11:09:47+02:00</updated>
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      <name>Katharina Roßmy</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der „Rumfordsaal“:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/059ed824a20b53643d88154375a62d9f.jpg" alt="Der Rumfordsaal, 1927" /><br/><p>Im Hirschangerwald ließ Benjamin Thompson (1753–1814, ab 1792 Graf Rumford), Minister des Kurfürsten Carl Theodor und Initiator des Englischen Gartens, 1791 ein imposantes klassizistisches Gebäude errichten. Der Englische Garten war durch seine Gründer ausdrücklich nicht einem Schloss oder Herrschaftssitz zugeordnet. Daher erregte dieses durch Johann Baptist Lechner (1758–1809) errichtete Bauwerk im Stil einer neopalladianischen Villa zunächst einmal Aufmerksamkeit. Es trug verschiedene Bezeichnungen, unter anderem die als „Rumfordsaal“. Seiner Funktion nach war es jedoch ein Offizierskasino, ausgestattet mit einem großen Festsaal und einer Küche im Untergeschoss. Heute dient das Gebäude dem Kreisjugendring München als Natur- und Jugendtreff.
Zwar liegt das repräsentative Kasino am Hauptweg vom Chinesischen Turm nach Norden, eine Fernwirkung in den Garten hinein hatte es aber nie.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/316">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-20T17:41:20+01:00</published>
    <updated>2026-03-11T09:08:02+01:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Monopteros im Englischen Garten: Point de vue, Belvedere, Gedenkmonument]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Monopteros zieht die Blicke auf sich, wenn man den Englischen Garten vom Hofgarten her betritt. Der auf einem eigens konstruierten Hügel über drei monumentalen Stufen errichtete Rundtempel entstand in den 1830er-Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Englische Garten zu einem beliebten Ziel für die Promenade entwickelt. Der von ionischen Säulen getragene elegante Rundtempel bietet auch heute noch eine der schönsten Aussichten auf die Landeshauptstadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8ad268cc2acdf1a6421ef8e0ad33301c.jpg" alt="Hügel und Monopteros nach der Restaurierung, Fotografie, 2016" /><br/><p>Als Monopteros bezeichnet man einen von Säulen getragenen offenen Rundtempel. Klassische Tempel, die einer Gartenszene als Staffagearchitekturen einen bestimmten Charakter verleihen, gehören zur Ausstattung vieler Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts. Schon Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt), seit 1804 bayerischer Hofgarten-Intendant, hatte in einem Konzept von 1807 gefordert, ein „Pantheon“ der bayerischen Herrscher solle auf einem weithin sichtbaren Hügel im Englischen Garten errichtet werden. Realisiert wurde ein solches klassisches Bauwerk erst später, unter König Ludwig I. Die Planung und Ausführung des ab 1831 geplanten und 1835–1836 errichteten Monopteros lag bei dem Hofbau-Intendanten Leo von Klenze (1784–1864, 1822 geadelt).
Zunächst wurde ab 1832 der Hügel angelegt und modelliert: eine alles andere als triviale Aufgabe. Der Hügel musste nicht nur den Tempel tragen, sondern sich in möglichst natürlicher und harmonischer Wirkung in das bestehende, völlig flache Gartengelände einfügen. Für die Konstruktion war Carl August Sckell (1793–1840) verantwortlich, ein Neffe von Friedrich Ludwig von Sckell und ab 1823 dessen Nachfolger als Leiter der Hofgarten-Intendanz. Der etwa 15 Meter hohe Unterbau des Tempels besteht aus Ziegeln. Erdreich und Humus wurden aufgetragen und Wiesengräser gepflanzt.
Heute zeigt sich der Hügel erneut in seinem ursprünglichen klaren Umriss und Erscheinungsbild, nach einer grundlegenden Restaurierung durch die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen 2011–2016. 2014–2016 wurde auch der Monopteros restauriert und seine ansprechende Farbfassung wiederhergestellt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/308">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-18T16:14:40+01:00</published>
    <updated>2026-02-23T10:00:37+01:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. : Kunsthistorische Lehre gestern und heute]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Institut für Kunstgeschichte, das seinen Sitz seit nun bald zwanzig Jahren in der Zentnerstraße 31 hat, zählt, betrachtet man Studierenzahlen sowie Lehr- und Forschungskapazitäten, zweifelsfrei zu den ‚größten‘ Instituten im deutschsprachigen Raum. Mehreren hundert Studierenden und Dutzenden von Promovierenden stehen zwei Lehrstühle, fünf Professuren, zahlreiche Mittelbaustellen sowie mehrere internationale Forschungsprojekte gegenüber.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b0e9c5f18f023adb944e77a4bfb9447c.jpg" alt="Das Institut für Kunstgeschichte an seinem heutigen Standort in der Zentnerstraße 31, 2026" /><br/><p>Das Institut blickt auf eine lange Geschichte zurück, deren institutionellen Anfang man gemeinhin mit der Begründung eines Lehrstuhles für Kunstgeschichte im Jahr 1909 durch Berthold Riehl beginnen lässt. Das damals neu entstandene „Kunsthistorische Seminar und Kupferstichsammlung“ wurde im Bestelmeyer-Anbau des Universitätshauptgebäudes untergebracht und umfasste einen Hörsaal, einen Seminarraum und ein Vorstandszimmer. Die institutseigene Graphiksammlung ging dabei auf bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts für den kunsthistorischen Unterricht erworbene Bestände zurück.
Auf Riehl folgten die Lehrstuhlinhaber Heinrich Wölfflin, Max Hauttmann, Wilhelm Pinder, Hans Jantzen, Hans Sedlmayr, Norbert Lieb, Wolfgang Braunfels, Hermann Bauer, Hans Belting, Frank Büttner und Hubertus Kohle. Unter Wölfflin wurde die Dia-Doppelprojektion eingeführt, Pinder holte man 1935 „als ersten Kunsthistoriker im Reich“ mittels eines so genannten „Ringtausches“ nach Berlin, während Jantzen nach München beordert wurde. Sedlmayrs Berufung 1951 löste aufgrund seiner NS-Vergangenheit Proteste aus. In den 1960er Jahren bezog das Institut Räume im Amalientrakt, bevor es in eine Villa in der Georgenstraße 11 umzog, die jedoch zugunsten der aktuellen, größeren Räumlichkeiten wieder verlassen wurde.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/299">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-10T09:58:09+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:11:45+01:00</updated>
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      <name>Daniela Stöppel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Preysing: Beginn des Rokoko vor den Toren der Residenz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In unmittelbarer Nachbarschaft zur Residenz München befindet sich das ehemalige Adelspalais des Grafen Johann Maximilian IV. Emanuel von Preysing (1687–1764). In nur fünfjähriger Bauzeit von 1723 bis 1728 errichtete Josef Effner (1687–1745) das Bauwerk für den damaligen Oberststallmeister des Kurprinzen Karl Albrecht (1697–1745). Die spätbarocke Fassade und die prunkvolle Innenausstattung läuteten eine neue Phase im Münchner Profanbau ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fe34d4d45fb44bd44abc8905a039fc1c.jpg" alt="Fassade an der Residenzstraße, vor 1938." /><br/><p>Der nördlich an die Feldherrnhalle angrenzende Baublock mit reich stuckierten Fassaden geht auf einen Entwurf des Hofarchitekten Joseph Effner zurück. Er war bereits in Paris für Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662–1726) tätig, während dieser im Exil lebte. Als Effner den Kurfürsten 1715 zurück nach München begleitete, bereicherte er das hiesige höfische Bauwesen mit neuen, aus Frankreich importierten Bauideen.
Die prachtvolle Ausstattung des Palais mit Stuck und Deckenmalerei wurde von Johann Baptist Zimmermann (1680–1758) beziehungsweise Jacopo Amigoni (1682–1752) realisiert. Zimmermann brach dabei mit den Konventionen der damaligen profanen Palastarchitektur: Er übertrug feingliedrige innenarchitektonische Elemente auf den Außenbau. Als Inspiration dienten ihm die Stadtpaläste in Wien, wie das Palais Schönborn-Batthyány oder das Palais Daun-Kinsky. Die polychrome Fresken Amigonis, die im Inneren die Decken einzelner Räume zierten, sind bereits im 19. Jahrhundert verschwunden, darüber hinaus erlitt das Gebäude im Zweiten Weltkrieg starke Schäden.
Ein besonderer Höhepunkt ist das heute frei zugängliche Prunktreppenhaus. Hier verbergen sich in der üppig stuckierten Pflanzornamentik fantasievolle Tier- und Fabelwesen. Schriftlichen Überlieferungen zufolge war an der Decke das Haus Preysing dargestellt, geführt von der Personifikation der Klugheit (Prudentia). Die Gottheiten Minerva und Mars überreichten ihr die Attribute der Gerechtigkeit und des Friedens (Palm- und Olivenzweigen).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/287">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-07T09:16:01+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:09:02+01:00</updated>
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      <name>Lilia Gaivan</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg: China-Mode am barocken Hofe und architektonisches Vorbild]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Pagodenburg ist eine der vier Parkburgen in der Schlossanlage Nymphenburg. 1716 bis 1719 im Auftrag Kurfürst Max Emanuels von Bayern (1662–1726) durch Joseph Effner (1687–1745) errichtet, weist ihr Name auf die im Inneren zu findenden Chinoiserien hin.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg" alt="Pagodenburg, Südseite, 20. Jahrhundert" /><br/><p>Der charmante zweigeschossige Außenbau orientiert sich an einem französischen Barockklassizismus, der sich als Lustbau eine ungewöhnliche Gestaltung wie überdimensionierte Kolossalpilaster erlaubt. Der achteckige Grundriss mit vier auf den Kreuzachsen angesetzten, kurzen Armen stellt eine Seltenheit dar. In der vormals barocken Gestaltung des Gartens bildete die Pagodenburg den Anfang für die Bahn des Paille-Maille-Spiels (Vorgänger des Croquets). Nach dem Spiel konnte sich die Hofgesellschaft innen ausruhen und vergnügen. 
Im durch Rotterdamer Kacheln verkleideten ebenerdigen Salettl wurde gespeist. Dort sind die Wände mit fantasievollen Chinadarstellungen ausgemalt. Die Küche befand sich östlich in einem Nebengebäude. Das Obergeschoss aus einem Vorzimmer mit Lackarbeiten und chinesischen Papiertapeten, einem Schlafzimmer mit teilvergoldeten Wandvertäfelungen im Régence-Stil und einem roten Kabinett ist von außergewöhnlicher künstlerischer Feinheit und Intimität. Nur wenigen Personen dürfte es zugänglich gewesen sein.
Der einzigartige Bautypus fand Nachfolger in der Pagodenburg in Rastatt und Schloss Clemenswerth in Sögel, welches Max Emanuels Sohn Clemens August von Bayern (1700–1761) als Fürstbischof von Münster errichtete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/284">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-12-10T10:25:24+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:08:11+01:00</updated>
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      <name>Neven Denhauser</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die psychiatrische Klinik in Haar: Warum Geheimrat Dr. Friedrich Vocke mit seiner Familie nach Eglfing-Haar zog]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Zuge der Industrialisierung erlebte München einen enormen Bevölkerungszuwachs. Da es an Wohnraum mangelte, mussten viele Arbeiter an ihren Arbeitsplätzen in den Fabriken schlafen oder sich in sogenannten Herbergshäuschen stundenweise einen Schlafplatz mieten. Durch die beschwerlichen Lebensverhältnisse nahmen psychische Erkrankungen zu und die Kreisirrenanstalt war mit ihren 420 Plätzen bald dauerhaft überfüllt. Man beschloss daher den Neubau einer Anstalt mit 1.000 Dauerpflegeplätzen und fand ein Grundstück im Bereich des Eisenbahnvorortverkehrs – in Eglfing-Haar.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b901659da28bba88c3d5e71b6a5ba3c5.jpg" alt="Michael Zeno Diemer (1867–1939), „Blick auf das Verwaltungsgebäude der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing und St. Raphael von Westen“, Aquarell, 1905." /><br/><p>Geheimrat Dr. med. Friedrich Vocke (1865–1927) war Direktor an zwei wichtigen psychiatrischen Kliniken für den Großraum München: Ab 1901 in der bereits 1859 eröffneten Kreisirrenanstalt, Auerfeldstraße 19 in Au-Haidhausen und danach in der neuen Heil- und Pflegeanstalt Eglfing bei München, die er aufgrund seiner Erfahrungen und nach Erkenntnissen der neuen medizinischen Fachrichtung „Psychiatrie“ geplant hatte und die 1905 eröffnet wurde.
Dr. Vocke war überzeugt, dass der Kontakt zur Natur und viel Ruhe den Kranken helfen würden und verteilte zusammen mit dem Architekten Adolf Stauffer (Rosenheim) die benötigten Gebäude in Pavillonbauweise wie in einem Dorf. Jedes Haus wurde anders gestaltet. So entstanden 60 Gebäude mit 46 Krankenstationen, allgemeinen Abteilungen und zahlreichen Dienstwohnungen.
Ein Besucher schrieb nach seinem Besuch auf der Baustelle: „Ein Uneingeweihter käme beim Anblick der ganzen Anlage nicht auf den Gedanken, dass hier eine Anstalt für unglückliche Geisteskranke entsteht, sondern er würde glauben, dass hier eine neue Villensiedlung gebaut wird.“ (Richarz 1987, S. 32)
Wichtig war Dr. Vocke, dass die PatientInnen feste Aufgaben hatten und nach ihren Möglichkeiten mitarbeiteten. Neben der Klinik war bereits 1903 das Bezirksgut Haar entstanden, auf dem sie im Gemüsegarten, auf den Feldern oder in den Viehställen mitarbeiten konnten. Weitere Arbeitsstätten waren die Schneiderei, Korbflechterei, Schusterei, Buchbinderei, Schlosserei, Gärtnerei, Metzgerei, Bäckerei und die Koch- und Waschküche. Jährlich wurden ca. 600.000 Flaschen Limonade für den Eigenbedarf hergestellt und Patienten drehten etwa 100.000 Zigarren.
Auch für die Freizeit wurde gesorgt: Im „Gesellschaftshaus“ entstand ein zentraler Treffpunkt mit großer Bühne für Feste und Aufführungen.
Allerdings durfte man das Anstaltsgelände ohne Erlaubnis weder verlassen noch betreten.
Bei der Eröffnung der Anstalt am 12. Juli 1905 lobte Prinzregent Luitpold, Dr. Vocke sei ein sehr tüchtiger Irrenarzt und habe sich besondere Verdienste um den mustergültigen Ausbau der Anstalt nach neuesten wissenschaftlichen Gesichtspunkten erworben. Auch in der Presse wurde die neue Anstalt gelobt: „Unstreitig ist Eglfing gegenwärtig die mustergültigste Landesirrenanstalt der Welt.“ (zit. Nach Psychiatrisch-Neurologische Wochenschrift Nr. 8 von 1906, Seite 114)
Bereits 1909 war die „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing“ mit 1.350 Betten voll belegt und nicht mehr erweiterungsfähig, sodass 1912 auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände die „Heil- und Pflegeanstalt Haar“ mit etwa 900 Betten, darunter auch ein Kinderkrankenhaus, eröffnet wurde. Auch hier brachte sich Dr. Vocke ein und plante die neue Anstalt gemeinsam mit dem Architekten Richard Neithard (Hof). Da die Baupreise gestiegen waren, entstanden in Haar größere zusammenhängende Gebäude als zuvor in Eglfing. Neithard entwarf für die „Anstalt aus einem Guß“ viele Details – vom Türgriff über die Beleuchtungskörper bis hin zu den Heizungsgittern.
Beide Anstalten waren zunächst selbständig und wurden erst 1931 zur „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar“ mit 3.000 Plätzen zusammengelegt. Insgesamt entstanden so 96 – heute denkmalgeschützte – Gebäude im späten Jugendstil.
Als Würdigung der Verdienste von Friedrich Vocke wurde eine Straße nach ihm benannt. So haben einige Haarer Bürger „Vocke“ in ihrer Wohnadresse stehen, denn die Hauptverkehrsstraße von Nord nach Süd, eine Bundesstraße, trennt als „Vockestraße“ die ehemaligen Anstalten Eglfing ("Haar I") und Haar ("Haar II") in Ost-West Richtung.
Auf dem Gelände können neben der evangelischen Kirche zwei Mahnmale besucht werden, die der Opfer der NS-Zeit gedenken. Im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktionen wurden zwischen 1939 und 1945 etwa 300.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ermordet. Ein zentraler Ort der Selektion und teilweise auch der Tötung war die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar. Annähernd 4.000 Menschen wurden hier ermordet oder in eine Tötungsanstalt deportiert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/280">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-22T16:06:28+02:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:05:30+01:00</updated>
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      <name>Ulrike Kirchner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Amalienstraße 66: Die Wohnsituationen des Malers Friedrich Dürck: Mieter, Bauherr, Hausbesitzer – „ein Renditehaus im mittelalterlichen Style“<br />
]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>22. Februar 1845: „Im Vollzuge einer höchsten Entschließung des k. Ministeriums des Inneren ... daß Seine Majestät der König, den man dem Maler Dürck allerunterthänigst vorgelegten, in Anlage zurückfolgenden Entwurf zu einem Wohngebäude in der verlängerten Amalienstraße dahier, allergnädigst zu genehmigen geruht haben, jedoch mit der allerhöchsten Bestimmung, daß der, der bestehenden Bauordnung und dem guten Geschmack wiedersprechende Erker hinweggelaßen werde.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a9a13176a0d0dac4cb186092b41713d.jpg" alt="Projektskizze für das Haus in der Amalienstraße 66, 1845." /><br/><p>Zum Leidwesen des aufstrebenden Porträtmalers Friedrich Dürck (1809 Leipzig – 1884 München) wurde seine nachgeschobene Petition vom 1. März 1845 an König Ludwig I. ebenso abschlägig beschieden wie die vom 22. Februar. Der über drei Stockwerke reichende Eckerker im „altdeutschen Style“ durfte nicht gebaut werden. Dürcks Architekt, der Oberbaurat Eduard Metzger, beklagt sich darüber noch 1851 in <em>Rombergs Zeitschrift für praktische Baukunst</em>: „Obwohl in letzter Zeit manche Erker und Vorbauten in München ausgeführt worden sind, ... wurde [damals] dennoch dem Bauherrn die Baubewilligung nur gegen Hinweglassung des Erkers ertheilt, worauf ich erst die Umänderung beantragte, wenngleich ich vor wie nach das ursprüngliche Project für besser halte.“
Wie kam es zu diesem mittelalterschwärmerischen Vorhaben in der biedermeierlich-klassizistischen Maxvorstadt? Wagte zu dieser Zeit lediglich der als leicht verschroben geltende Ludwig Schwanthaler (1802–1848) draußen im Isartal die Burg Schwaneck in einem ähnlichen Stil zu errichten. Hätte Dürck seine Residenz „nach altdeutschen Motiven“ mit Staffelgiebel, Türmchen, Altane, Erker und Schindeldach ausführen dürfen, hätte das sicherlich ein werbewirksames Alleinstellungsmerkmal bedeutet. Zu dieser Zeit arbeitete Dürck an der Ausführung seines ersten und größten Doppelporträts in seinem Mietatelier im Odeon. Für Aloys Graf von Arco-Stepperg (1808–1891) sollte er diesen und dessen Gemahlin Irene (1811–1877) in lebensgroßen Kostümbildern für das gerade im neugotischen Stil umgestaltete Wasserschloss Anif porträtieren. Wenngleich Dürck nicht auf der Baustelle südlich von Salzburg gewesen sein dürfte, kannte er zumindest Aloys‘ romantisierende Baupläne. So weist die Säulenbasis auf dem Bild von Irene Gräfin Arco-Stepperg große Ähnlichkeit mit der Bauzeichnung der Wendeltreppe in Anif auf.
Der am Anfang stehende „gothische Styl“ vermochte sich „im Wohngebäude des Malers Dürck ... nicht zur Höhe des Zeitgeschmacks erheben“, wurde in der Zeit­schrift <em>Über Land und Meer</em> vermeldet. Der weitere Grund für den Bau eines großen „Renditehauses“ lag wohl schlicht darin, dass die Kinderzahl der Dürcks mittlerweile auf sechs angewachsen war. Möglicherweise wollte der Künstler auch die Dresdener Hoteliersfamilie (Hotel zur Stadt Berlin) seiner Frau beeindrucken. Es war zu dieser Zeit ungewöhnlich, dass Kunstmaler Hausbesitzer waren – im Jahr 1842 lediglich sechs Prozent. Eine gute Auftragslage ermutigte ihn, Grundstück und Hausbau mit privaten Hypotheken über 19.000 Gulden zu finanzieren.
1846 konnte die Familie Dürck von ihrer Wohnung in der Briennerstr. 13 in das Haus in der Neuen Amalienstr. 66 (später Amalienstr. 2) ziehen. Sie wohnten nicht vorne in der „Bel étage“, sondern hinten im Erdgeschoß. Die „Bel étage“ wurde an Wilhelm von Dönniges (1814–1872), dem königlichen Hofrat, Bibliothekar und engen Berater des Königs Maximilian II. vermietet. Die Dönniges unterhielten in ihrer mit grellroten Samtmöbeln, napoleonischen Kanapees und Sphinx-Uhren ausgestatteten Wohnung regelmäßige „Tee-Abende“ mit Berühmtheiten der damaligen Zeit.
Im dritten Obergeschoß war ein großzügiges Atelier eingebaut, in welchem Dürck täglich von neun bis zehn Uhr anwesend war und auch seine neuesten Porträts ausgestellt wurden. 1857 teilte er das Atelier mit dem Historienmaler Feodor Dietz (1813–1870). 1863 wurde das Haus in der Amalienstraße schließlich  verkauft. Friedrich Dürck wohnte bis zu seinem Lebensende im zweiten Stock des Hauses des Hofmalers Peter von Heß (1792–1871) in der Glückstraße 10a. Sein Biograph Hyazinth Holland notierte lakonisch: „Hausbau durch Metzger eine Quelle der Verdrießlichkeiten.“ Den Erlös von 10.000 Gulden investierte er in eine kleine Sommerfrische in Niederpöcking am Starnberger See, an welcher Dürck ein Atelier errichten ließ. Aufgrund seiner Erkrankung musste er das Anwesen an den Maler Prof. Ferdinand Keller (1842–1922) veräußern. Den beabsichtigten Umzug in die von Gabriel von Seidl erbauten Häuser in der Liebigstraße 19–21 sollte er nicht mehr erleben. Seine Witwe Laura wohnte dort mit ihrer Tochter Josephine bis 1900.
Das weitere Schicksal des „Renditehauses im mittelalterlichen Style“ sei noch kurz erzählt: Der neue Besitzer Oskar von Schanzenbach ließ das gesamte Anwesen im neobarocken Stil umbauen. Bei den schweren Luftangriffen von 1943/44 wurde das Haus schließlich in Schutt und Asche gebombt. Heute befindet sich an der Stelle der westliche Tunnelmund des Oscar-von-Miller-Ringes.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/274">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-16T09:39:16+02:00</published>
    <updated>2025-09-17T11:34:44+02:00</updated>
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      <name>Arno Scherling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Architekturmuseum der TUM: Das Archiv als Freiraum der Forschung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Archiv des Architekturmuseums der TUM liegen Zeichnungen, Fotografien und Archivalien von einst verfeindeten Architekten und politisch konträren Architekturauffassungen im Freiraum der Forschung gleichberechtigt nebeneinander.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/fdb459174a86ac9d31aea6f98b624f7e.jpg" alt="Eingang Archiv des Architekturmuseum der TUM" /><br/><p>Das Architekturmuseum der TUM betreut eines der größten Archive im deutschsprachigen Raum für alle Bereiche der Architektur. Die Bestände – 1868 als Lehrmittelsammlung für den Architekturunterricht eingerichtet – dienen heute als Grundlage für internationale Forschungen und Publikationen sowie für die Lehre und Ausstellungen. Im Archiv liegen zahlreiche Unterlagen ehemals verfeindeter Architekten – Klenze vs. Gärtner, Thiersch vs. Riemerschmid, Bestelmeyer vs. Fischer, Fick vs. Vorhoelzer, Schmitthenner vs. Schneck – sowie von politisch sich bekämpfenden Richtungen – wie das Neue Bauen gegen Heimatschutzarchitektur – friedlich nebeneinander.
Der in Vergessenheit geratene Architekt Adolf Schneck gehörte zu den Vertretern der Moderne in Deutschland, deren Ziele – „Licht, Luft, Öffnung für ein befreites Wohnen“ (Sigfried Giedion), Rationalisierung, soziales Wohnen, neue Ästhetik – das Neue Bauen bestimmten. Besondere Bedeutung erlangte Schneck, als er auf der von Mies van der Rohe betreuten Werkbundausstellung Am Weißenhof in Stuttgart 1927 zwei Häuser errichten konnte. Die Siedlung wurde von der konservativen „Stuttgarter Schule“ um Paul Schmitthenner bekämpft und Schneck als „Baubolschewist“ beschimpft. Als Gegenmodell zum Weißenhof initiierte Schmitthenner 1933 im Rahmen der Ausstellung „Deutsches Holz“ in unmittelbarer Nachbarschaft die Kochenhofsiedlung mit Einfamilienhäusern mit konventionellen Satteldächern. Als architektonisches Ideal propagierte Schmitthenner Goethes Gartenhaus, für ihn der Urtyp eines „Deutschen Wohnhauses“, das aus „deutscher Tradition“ und „deutschem Boden“ erwachsen war und damit den Gegenpol zur traditionslosen „Internationalen Architektur“ bildete, wie sie auf dem Weißenhof demonstriert wurde. Die politische Instrumentalisierung des Gartenhauses ging im Nationalsozialismus weiter, der kleine Bau diente in vielen Varianten als Leitbild und Muster eines „deutschen Hauses“. Schneck blieb nach 1933 in Stuttgart und beschränkte sich zunächst auf seine Lehrtätigkeit an der Württembergischen Kunstgewerbeschule, passte sich dann aber doch an. Die als „entartete Architektur“ oder „Arabersiedlung“ diffamierte Siedlung Am Weißenhof sollte 1938 für den Neubau des Generalkommandos V des Heeres abgerissen werden, dazu kam es zum Glück nicht mehr.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/258">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-24T13:16:29+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:19:33+01:00</updated>
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      <name>Irene Meissner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Hochschule für Musik und Theater: Arcisstraße 12.: Ein Ort für Kunst und Zukunft, Erinnerung und Demokratie ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1957 haben wir, die Hochschule für Musik und Theater München, unseren Hauptstandort im Gebäude der Arcisstraße 12 auf dem Campus Arcisstraße. Obwohl die Nationalsozialisten nur rund acht Jahre von 1937 bis 1945 die „Hausherren“ auf diesem Gelände waren, gelingt es uns nicht immer, den braunen „Geist“ zu überschreiben.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1d4e2b6c7a677c77aa256986b8640874.jpg" alt="Das Hauptgebäude der Hochschule für Musik und Theater München in der Arcisstraße 12" /><br/><p>Wir, die wir auf dem Gelände unseres Campus Arcisstraße arbeiten, musizieren, studieren, lehren oder forschen, werden jeden Tag auf fast profane Weise an die toxische Wirkung und Schuld dieses Ortes erinnert. Die kleinen Momente sind es, die einen unerwartet überkommen: der Klang der eigenen Schritte am Morgen auf der Marmortreppe im Lichthof, die kantige Glattheit der Türklinken, die Wuchtigkeit der sich auflösenden Fensterrahmen.
Wie kann es uns gelingen, den menschenverachtenden Geist, den man beim Betreten des Gebäudes spüren kann, zu überwinden? Welche Verantwortung ergibt sich aus der Last der Vergangenheit für die Gestaltung von Gegenwart und der Zukunft? Welche Möglichkeiten ergeben sich aus der Überlagerung der toxischen historischen Linien an diesem Ort?
Eine Musikhochschule wie wir – eine Universität der Künste – ist ein Ort der Freiheit, der Debatte und der Vielfalt. Wie verteidigen wir diese Werte gegen demokratiefeindliche Stimmen bei gleichzeitiger Offenheit? In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns. Dies zu reflektieren, zu nutzen und sich selbst/bewusst in diesem Kontext zu bewegen, ist Chance, Bürde und Verantwortung zugleich.
 </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/257">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-24T12:52:44+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:19:07+01:00</updated>
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      <name>Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Amerikahaus München : Bayerns transatlantisches Zentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Amerikahaus ist ein offenes Haus für die breite Öffentlichkeit und transatlantische Akteure, das sich mit seinem vielfältigen Veranstaltungs- und Serviceangebot der Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Amerikas widmet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2d6c351bc1c0e464a29743ee49a81ac5.jpg" alt="Frontansicht des Amerikahauses" /><br/><p>Das Amerikahaus ist eine Kultur- und Bildungseinrichtung des Freistaats Bayern und Bayerns transatlantisches Zentrum für die USA, Kanada und Lateinamerika. </p><p>Das Amerikahaus setzt sich mit seinem Programm aktiv für die Meinungs-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit ein. Es ist ein Ort der Bildung und Begegnung – ein lebendiges Forum für transatlantischen Dialog, kritischen Diskurs, wissenschaftlichen Austausch und kulturelle Verständigung.
Das Veranstaltungsprogramm zu Kultur und Gesellschaft bietet u.a. Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Lesungen – viele Programme werden auf Englisch oder auch auf Spanisch durchgeführt. Zudem gibt es das hauseigene Recherchezentrum zu Nordamerika; die Austausch- und Studienberatung für junge Leute, die sich für einen Aufenthalt in den USA oder Kanada interessieren, sowie als wissenschaftliche Netzwerkeinrichtung die Bayerische Amerika-Akademie.
Entstanden ist das Amerikahaus nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Einrichtung der US-Regierung, um die Demokratisierung der vom Nationalismus befreiten Deutschen voranzubringen. Das denkmalgeschützte Gebäude steht seit 1957 am Karolinenplatz und wurde als Symbol für die demokratische Wiedergeburt in München errichtet. 1997 hat die US-Regierung ihre Arbeit dort eingestellt. Aufgrund des großen Einsatzes der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft ist das Amerikahaus seitdem eine Einrichtung in bayerischer Hand.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/255">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-18T14:22:28+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:19:44+01:00</updated>
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      <name>Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Architekturmuseum der TUM: Amerikanisches Generalkonsulat, 1954–1958: Ein architektonisches Bekenntnis zu „Freiheit“ und „Demokratie“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Amerikanische Generalkonsulat am Englischen Garten, gegenüber dem frühklassizistischen Prinz-Carl-Palais und vis-à-vis dem nationalsozialistischen, neoklassizistischen Haus der Kunst, repräsentierte bei der Eröffnung 1958 das freiheitlich-demokratische Amerika.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/63d04327296f743cfd3ff4e96c226165.jpg" alt="Amerikanisches Generalkonsulat, 1958" /><br/><p>Das Gebiet zwischen Von-der-Tann-, Königin- und Schönfeldstraße wurde im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen schwer zerstört. Nachdem das Amerikanische Generalkonsulat zunächst im 1945 beschlagnahmten Zentralministerium an der Ludwigstraße 2 untergebracht war, sollte das Ruinengrundstück für den Neubau genutzt werden. Das amerikanische Architekturbüro SOM (Skidmore, Owings & Merill), das mit dem Lever Building in New York das erste vollverglaste Bürogebäude im International Style geschaffen hatte, entwickelte einen Bautypus, der für die in Deutschland geplanten Generalkonsulate angepasst wurde. Die Landeshauptstadt München akzeptierte allerdings den Entwurf nicht und beauftragte Sep Ruf, der seinerzeit in Bonn für die US-amerikanischen Hochkommissare verschiedene Projekte bearbeitete.
Auf Grundlage des SOM-Typus entwickelte Ruf schließlich eine einvernehmliche Lösung mit einer Grünverbindung vom Finanzgarten zum Englischen Garten: Über einem niedrigen Pavillon erhebt sich auf freistehenden geschosshohen Betonstützen das dreigeschossige Kanzleigebäude mit einer Vorhangfassade mit Natursteinplatten im Brüstungsbereich. Der Nordflügel des Pavillons schiebt sich unter das Hauptgeschoss und dient sowohl als Empfangsbereich wie auch als Treppenhaus. Die Glaswände des Pavillons öffnen sich zum Englischen Garten und sind rückseitig von Wänden mit einer Natursteinverkleidung umschlossen. Den Eingang akzentuiert das Kunstwerk „Der Gong“ von Harry Bertoia.
Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen wird das Gelände seit 1985 von einem hohen Metallzaun abgeschirmt und permanent bewacht. In den späten 1990er-Jahren wurde auch noch die Straße gesperrt. Das programmatische Bekenntnis, mit einer offenen Architektur einen Blick in jenes Amerika, „von welchem man Demokratie und Lebensart lernen könne“, zu ermöglichen, scheiterte gleich zwei Mal. Zurzeit scheint die einer Festung gleichende Anlage von der Geschichte überholt und <span>eher ein Sinnbild für den Verlust von Freiheit und Demokratie in den USA zu sein.</span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252">Für mehr (einschließlich 8 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-04T11:14:43+02:00</published>
    <updated>2025-10-30T15:20:13+01:00</updated>
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      <name>Irene Meissner</name>
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