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    <title type="html"><![CDATA[Projekt Archäologie München: Über das Projekt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e795e58773d10da20e42f9b2077010e5.jpg" alt="Aufnahme der Ausgrabungen am Marienhof, 2011" /><br/><p>Im Rahmen des Projekts "Archäologie München" wurde seit 2013 die Münchner Altstadt erforscht, also der Bereich innerhalb bzw. nahe der zwei Stadtumfassungen. Schwerpunkt waren hierbei die Grabungen am Marienhof. Seit der Verlängerung 2023 sieht die Projektplanung vor, dass verstärkt auch Grabungen in den übrigen Stadtbezirken bearbeitet und für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Gerade die intensive Bautätigkeit wie beispielsweise im neuen Wohnquartier in Freiham bedingt umfangreiche archäologische Voruntersuchungen. Einige der Funde sind auch in unserer Tour "<a href="https://municharttogo.zikg.eu/tours/show/10" target="_blank" rel="noopener">Archäologie in München</a>" zu finden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/273">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-08T14:19:40+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:41:58+02:00</updated>
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      <name>Archäologische Staatssammlung München</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Ein römischer Münzschatz aus Lochhausen: Die Kaiser als Hoffnungsträger in unsicheren Zeiten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Schätze dem Boden anzuvertrauen, in einer Zeit, in der es noch keine Banken gab, war eine gängige Methode, sein Geld sicher aufzubewahren. Aber nicht in allen Fällen handelte es sich um ein mühsam angespartes Vermögen. Frisch geprägte Münzen deuten vielmehr darauf hin, dass man sie für einen ganz bestimmten Zweck hergestellt hat. Und trotzdem ist es heute schwer, die Ursache für den Verbleib im Boden zu ergründen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/88ab9cf92286dc5dc4356db12fed5f04.jpg" alt="Doppeldenare (Antoniniane) des späten 3. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Münzschatz von Lochhausen, 1908" /><br/><p>Der 26. November 1908 war zweifellos ein bedeutsamer Tag im Leben des Knechts Leonhard Heigl. Heigl stand als Stallknecht sowie Melker, der besondere Kenntnisse über Viehzucht und Molkerei „nach Schweizerart“ hatte, im Dienst des Ökonomierates Martin Heitmeier von Lochhausen. Er entdeckte beim Pflügen des sogenannten „äußeren Feldes rechts der Bezirksstraße Lochhausen – Obermenzing“ einen der größten römischen Münzschätze in Bayern. Der Heimatforscher Karl Sattler berichtet hierzu im Jahr 1931 in seinem Büchlein „Lochhausen – Langwied in der Vergangenheit und der Jetztzeit“: „Die Münzen wurden beim Pflügen ca. 10 cm tief – ohne irgend ein Gefäß eingeschlossen gewesen zu sein – auf dem Kiese gefunden.“ Ob der Münzfund in einem Keramikgefäß lag, wissen wir trotzdem nicht. Zur Zeit der Bergung hatte man es vielleicht übersehen oder die Münzen lagen in einem Beutel, der längst vergangen war. Der Münzschatz war für die damalige Zeit allerdings so außergewöhnlich, dass Max Bernhart (1883–1952), später Direktor am Münzkabinett in München, im Jahr 1910 darüber seine Dissertation verfasste. Ihm lagen mehrere hundert römische Doppeldenare (Antoniniane) zur Bestimmung vor, die alle aus der Zeit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. stammten. Von den insgesamt 1675 Münzen konnte Bernhart noch 1572 nach Kaisern, Motivrückseiten und Münzstätten bestimmen, also über 93 Prozent des gesamten Fundes. Obwohl die Münzgewichte durch Bernhart nur vereinzelt erfasst wurden, wird man bei einem durchschnittlichen Stückgewicht pro Münze von etwa 3,5 Gramm von knapp sechs Kilogramm gemünztem Metall ausgehen dürfen. Die interessantesten und besterhaltenen Exemplare des Fundes hat Bernhart in seiner Veröffentlichung 1911 auf zwei Lichtbildtafeln vorgestellt. Nach der Auswertung durch Bernhart erfolgte ein Ankauf durch die Staatliche Münzsammlung München, eine kleinere Zahl verblieb in Privatbesitz. Nach einer Überlieferung durch Karl Sattler hatte man am 6. Oktober 1930 der Schule in Lochhausen einige gut erhaltene Stücke als Anschauungsmaterial übergeben, die dort heute noch aufbewahrt werden. Ein Bombenangriff auf die Stadt München am 24./25. April 1944, der auch das Münzkabinett in der Residenz traf, hatte allerdings einen fast vollständigen Verlust des Schatzes zur Folge. In der Archäologischen Staatssammlung befinden sich heute neun, im Besitz der Schule von Lochhausen noch fünf Exemplare. Der Rest darf für die Forschung als verloren gelten. Von den wenigen Exemplaren, die schon vorab nicht in die Staatliche Münzsammlung und die Archäologische Staatssammlung gelangt waren, u. a. von den in Privatbesitz verbliebenen Exemplaren, ist nichts bekannt. Angaben zu Herkunft von archäologischen Funden werden in einer Erbengeneration leider nur selten weitergegeben, so dass sich die Verknüpfung einer Münze mit einem Fundort irgendwann verliert. Die Erstveröffentlichung des Schatzes durch Max Bernhart stellt auch heute noch eine wertvolle Schriftquelle dar, wenngleich die Münzen von ihm nicht in allen Fällen eindeutig bestimmt werden konnten. Hans-Jörg Kellner, 1960 bis 1984 Leiter der Prähistorischen Staatssammlung in München, hat dies, wo sich Unstimmigkeiten ergaben, in der Veröffentlichung „Die Fundmünzen der Römischen Zeit in Deutschland (= FMRD), Abt. 1 Band 1“ bereits 1960 angemerkt. Von Kellner stammt auch ein einzelnes, mit seiner Handschrift versehenes Datenblatt aus den späten 1950er Jahren, das in der Staatlichen Münzsammlung erhalten geblieben ist und Münzen der Kaiser Aurelianus und seiner Gemahlin Severina sowie Maximianus Herculius zitiert. Die ältesten Silbermünzen stammen von Kaiser Gallienus (259–268 n. Chr.), die jüngsten von Maximianus Herculius (285–288 n. Chr.). Die von Kellner erarbeitete Liste in FMRD zeigt, dass solche der Kaiser Aurelian (270–275), Probus (276–282) , Diocletian (285) und Maximianus Herculius über 90 % des Münzfundes ausmachen, wobei viele von ihnen als kaum zirkuliert oder sogar als prägefrisch bezeichnet wurden. Aufgrund der großen Zahl an Münzen aus der Münzstätte Ticinum, dem heutigen Pavia in Norditalien, scheint es sich um frisch geprägtes Geld aus der Münzstätte zu handeln, das vielleicht in Zusammenhang mit regulären Sold- oder Sonderzahlungen an einen höher gestellten Militär oder generell mit einer Auszahlung von in einem spätantiken Kastell stationierten Truppen zu sehen ist. Die rückseitigen Bilder auf den Münzen beschwören die wichtigsten Gestalten des Götterhimmels, Iupiter, Hercules, Mars und Victoria. Sie genossen ein besonders hohes Ansehen beim Militär. Sowohl die Kaiserporträts, die die individuellen physischen Merkmale des Herrschers widerspiegeln, als auch die Motivrückseiten mit ihren programmatischen Umschriften sind präzise gestaltet und fehlerfrei wiedergegeben. Sie beschwören die Unverbrüchlichkeit zwischen den Kaisern und dem Heer in Wort und Bild. Dazu zählen etwa die Umschriften „Concordia Militum“ (Eintracht des Heeres), „Securitas Perpetua“ (Fortwährende Sicherheit [gegenüber Feinden des Römischen Reiches]) oder „Fides Militum“ (Treue des Heeres [gegenüber dem Kaiser]). Alle Stücke verdeutlichen eine hohe Fertigungsqualität der Prägungen in den kaiserlichen Münzstätten. Und doch besaßen die Münzen vor allem seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. nur noch einen feinen Silberüberzug von wenigen Prozent und waren somit keine hochwertigen Silbermünzen mehr. Denare und Doppeldenare verloren bereits in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. laufend an Gewicht, wurden mit Bronzekernen gefüttert und manchmal auch nur aus einer zinnhaltigen Metalllegierung ausgegeben, die den Stücken lediglich einen silbrigen Schein verliehen. Somit spiegelt sich auch im Münzwesen der allmähliche Niedergang des Römischen Reiches wider, denn durch fortwährende Kriege an den Grenzen gegen Germanen und andere Völkerschaften im Osten war eine permanente Sicherung und Verteidigung durch den Einsatz von Militär erforderlich, das besoldet werden wollte. Mit dem Gebrauch der versilberten Münzen ging der dünne Überzug auf den Flächen jedoch rasch verloren und was blieb, waren nur noch Reste einer glänzenden Silberhaut. Johann Wolfgang von Goethe formulierte es in Faust I treffend: „Was glänzt, ist für den Augenblick geboren“. Was nun den Entdecker des Schatzes Leonhard Heigl betrifft, so hatte dieser keine Nachfahren, war der Familie des Ökonomierates Heitmeier aber so verbunden und von ihr so hochgeschätzt, dass er, als er 1953 starb, im Familiengrab der Heitmeiers auf dem Lochhausener Friedhof seine letzte Ruhe finden durfte. </p><p>Ein besonderer Dank geht an Barbara Kuhn M.A. und Detlef Kohler des Vereins „Langwied-Lochhausen Historisch e.V.“ für vielfältige Auskünfte und Zugang zu Druckerzeugnissen des örtlichen Archivs. Ferner gehen ein besonderer Dank an Prof. Dr. Kay Ehling von der Staatlichen Münzsammlung München sowie Karin und Elisabeth Kellner, München.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/251">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-02T12:02:29+02:00</published>
    <updated>2026-07-09T12:39:14+02:00</updated>
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      <name>Bernward Ziegaus</name>
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    <title type="html"><![CDATA[SMÄK: Befreie den Sonnengott!: Ein Augmented Reality Adventure im Museum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8611324d5e464f98503240315f103d43.jpg" alt="Spielende beim AR-Adventure" /><br/><p>Vor Dir lodert eine Flammenwand und der sprechende Löwe fordert ein Opfer, bevor er sich bereiterklärt, das Feuer zu löschen. Erst als der Sonnenstrahl auf das steinerne Tor fällt, öffnet es sich und lässt Dich in den nächsten Raum eintreten. Plötzlich umschwirrt Dich ein ganzer Schwarm bunte Skarabäen – wer hat die denn in die Freiheit entlassen, und was machen sie eigentlich hier im Museum? Löwe, Sonnenstrahl und Skarabäen gehören zu einem ganz besonderen Spiel, dass man im Ägyptischen Museum erleben kann – dem Augmented Reality Adventure „Die Nachtfahrt der Sonne“. Ausgestattet mit AR-fähigen Geräten bewegen sich die Spielenden frei im Museum und entdecken auf ihren Bildschirmen, was dem normalen Auge verborgen bleibt. Der Sonnengott selbst ist es, der über der ersten Galerie auftaucht und der Gruppe ihren Auftrag verkündet. Die Spielenden begleiten ihn auf seiner Reise durch die zwölf Stunden der Nacht. Dabei warten einige Rätsel und Herausforderungen: so müssen die Skarabäen wieder eingefangen werden und am Ende muss sich die Gruppe gar der großen Apophis-Schlange stellen, dem Widersacher des Sonnengottes. Ob es die Spielenden schaffen, dass auch am nächsten Morgen die Sonne wieder aufgeht? Die Idee des Spiels greift eine Grundsituation der Archäologie auf, Sehnsucht und Antrieb vieler Archäolog*innen: Sie sind auf der Suche, sie möchten etwas finden. Früher waren dies Schätze, Gräber und Tempel, heute mag es eher eine (wissenschaftliche) Erkenntnis sein – doch vor allem in der medialen Aufbereitung haftet der Archäologie immer noch die Aura einer romantischen Verklärung, einer Schatzsuche an. Mit diesen Klischees wird ganz bewusst gespielt und so ist dieses AR-Game ein spannendes und interessantes Angebot, bei dem das Museum auf eine ganz andere Art erkundet werden kann.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/247">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-05-16T17:02:04+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:21:19+02:00</updated>
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      <name>Roxane Bicker</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Am Bahnhof Allach-Untermenzing: Ein keltisches Schwert aus einem baiuvarischen Friedhof]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein Bestattungsort mit jahrhundertealter Tradition, ein keltisches Grab unter Baiuvaren und ein Schwert, das bis heute Fragen aufwirft und seine Geheimnisse hütet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d158f0e784848a017aa8157cc30960d4.jpg" alt="Das Schwert aus Allach-Untermenzing" /><br/><p>Nahe des heutigen Bahnhofs Allach-Untermenzing begab sich vor etwa 2400 Jahren ein Mensch auf seine letzte Reise. Als 850 Jahre später, im frühen Mittelalter, an genau dieser Stelle wieder eine lokale Bevölkerung ihre Toten zur letzten Ruhe bettete, war sein Grab freilich schon längst vergessen. 1891 stieß man beim Kiesabbau auf jene Gräber des Frühmittelalters und barg sie in den folgenden Jahren. Als die letzten Bestattungen aufgedeckt waren, hatte man insgesamt 357 Gräber gefunden, von denen die meisten ins 6. bis 8. Jahrhundert n. Chr. datieren. In dieser Zeit war es üblich, die Gräber sehr geordnet in parallelen Reihen anzulegen, so dass sogenannte Reihengräberfelder entstanden. Die Baiuvaren jener Zeit bestatteten ihre Verstorbenen auf dem Rücken liegend, mit dem Kopf im Westen, nach Osten in Richtung Sonnenaufgang blickend. Neben diesen baiuvarischen Gräbern des Frühmittelalters fand man auch die Grablege des Toten aus der Frühlatènezeit, der im Zeitraum zwischen 450 und 250 v. Chr., dem letzten Abschnitt der vorrömischen Eisenzeit, bestattet worden war. Aus diesem Grab 193 barg man neben einigen Knochen und einem Pferdezahn ein eisernes Schwert samt Blechscheide. Mit einer Länge von 51,5 Zentimetern gehört das zweischneidige Schwert zu den sogenannten ‚Kurzschwertern‘. Die hölzernen Griffschalen, die einst die stabförmige Griffangel umschlossen, sind in den Jahrhunderten der Bodenlagerung vergangen. Bei genauer Betrachtung fiel den Archäologen eine Besonderheit an der Schwertklinge direkt unterhalb des glockenförmig geschweiften Heftes auf, das den Griff zur scharfen Klinge hin abschloss. Hier zeigten sich Verzierungen in Form von Intarsien, die mit Gold eingelegt waren. Nach gründlicher Restaurierung sind die glänzenden Zeichen, die sich ehemals klar von der einstmals silbern glänzenden Stahlklinge abhoben, recht deutlich erkennbar: Auf der Vorderseite befindet sich eine Scheibe, unter der fünf winzige Punkte räumlich verteilt angeordnet sind. Ein senkrechter Strich trennt die Scheibe von einem nach rechts offenen Sichelsymbol. Die Rückseite zeigt einen Kreis, in dessen Mitte sich eine sogenannte Triskele befindet, ein Symbol aus drei C-förmigen Linien, die in der Mitte ihren gemeinsamen Ausgangspunkt haben. Daneben ist eine Bogenform mit kugelförmigen Enden eingelassen. Zu Lebzeiten des Verstorbenen war die Bedeutung der Zeichen sicherlich allgemein bekannt, dieses Wissen ist allerdings im Laufe der Zeit verloren gegangen. So gaben die Symbole seit ihrer Entdeckung den Forschern zunächst Rätsel auf, lassen sich aber durch kulturhistorische Vergleiche mittlerweile recht gut entschlüsseln. Vermutlich zeigt die Vorderseite jene Himmelskörper, die mit bloßem Auge sichtbar über den Tag- und Nachthimmel wandern. Neben den prägnanten Darstellungen der Sonnenscheibe und der Mondsichel dürften die winzig kleinen Pünktchen – ganz der astronomischen Beobachtungsrealität entsprechend – Merkur, Mars, Venus, Jupiter und Saturn darstellen. Eine andere Deutung sieht in ihnen das Abbild der Plejaden, die als Sternhaufen im astronomischen Zyklus die regelhafte Wiederkehr landwirtschaftlicher Termine anzeigten. Die Bilder der Rückseite sind weniger klar zu interpretieren. Dreiwirbel und Bögen mit Kugelenden zieren häufig keltische Goldmünzen und fanden so eine weite Verbreitung im Symbolgut der keltischen Welt. Möglicherweise sollte die von zwei Kugeln abgeschlossene Bogenform den Horizont oder aber den Neumond darstellen. Nicht auszuschließen ist ferner, dass es einen stilisierten keltischen Halsreif wiedergibt, einen sogenannten torques, der als Macht- und Herrschaftssymbol keltischer Männer oder Gottheiten galt. Der Kreis mit Triskele oder Dreiwirbel mag für Geburt und Tod oder auch die Unendlichkeit stehen. All diese Interpretationen setzen das Schwert in Bezug zum Kosmos und wiederkehrenden astronomischen Phänomenen. Bedeutung und Aussagekraft der Symbole auf dem Allacher Schwert stellen nach 2400 Jahren eine Herausforderung für die moderne Archäologie dar. Zumindest lassen sie erkennen, wie tief die Menschen der keltischen Eisenzeit mit astronomischen Phänomenen vertraut waren. Sie verraten uns damit Grundlegendes über das Verständnis der Welt und des Universums, über die Kosmologie einer oft rätselhaften Zeit, die auch an den Ufern der Isar ihre faszinierenden Spuren hinterlassen hat.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/192">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-11-11T12:24:33+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:34:44+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Holger Wendling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Gräber aus der Glockenbecherzeit in Sendling: Eine Zeitreise auf den Spuren der ältesten Sendlinger]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein Bestattungsort mit Aussicht und Grabbeigaben, die Licht auf das Leben und die Menschen einer längst vergangenen Zeit werfen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/824416f84161118d3f3559b6a8cd51bb.jpg" alt="Keramikgefäße in Glockenbecherform, Pfeilspitzen und Knochenknöpfe (ca. 2600–2200 v. Chr.)" /><br/><p>Begeben wir uns auf eine Zeitreise in das Jahr 2474 v. Chr., in den Raum des heutigen Münchens. Dort angekommen, haben wir eine Landschaft vor uns, die von einer in der Eiszeit entstandenen Ebene geprägt und von kleinen Flüssen wie der Würm, der Isar und dem Hachinger Bach durchzogen ist. Hier wächst ein Tannen- und Buchenwald, der sich an einigen Stellen zu einer Steppe mit Heidebewuchs öffnet. Es ist möglich, dass wir in der offenen Heidelandschaft auf Siedlungen stoßen, deren Bewohner die Aufzucht von Rindern, Pferden und anderen Tieren betreiben. Sie sind Teil einer Epoche, die später als Glockenbecherkultur bekannt sein und etwa 400 Jahre andauern wird. Irgendwann im Laufe dieser Zeit wählten die damaligen Bewohner des heutigen Sendling die natürliche Terrassenkante der Isar als letzte Ruhestätte für ihre Angehörigen. Diese zieht sich gut sichtbar durch Thalkirchen, Sendling und den Harras hindurch. Sie trennt die Bavaria von der Theresienwiese und läuft langsam an der Hackerbrücke aus. Wahrscheinlich eröffnete sich von hier aus ein erhabener Blick über die damals noch wilde Isar mit ihren zahlreichen Flusswindungen. Dass wir heute von der Existenz dieser Siedler aus der Glockenbecherkultur wissen, ist nur den Überresten ihrer Bestattungen zu verdanken. Denn dort, wo heute die Wolfratshauser- in die Plinganserstraße mündet, wurden 1906 bei Kanalisations- und Straßenarbeiten nicht nur ein frühmittelalterlicher Friedhof, sondern auch die Gräber von mindestens sechs Personen aufgedeckt. Sie waren in Hockerlage, also mit angezogenen Beinen auf der Seite, begraben und mit Beigaben ausgestattet worden. Damals war es üblich, Männer und Frauen mit dem Blick nach Osten zur aufgehenden Sonne niederzulegen, wobei die Frauen mit dem Kopf im Süden und auf die rechte Körperseite gebettet wurden, während man die Männer mit dem Kopf im Norden und auf der linken Körperhälfte liegend bestattete. Vor allem die Grabbeigaben ermöglichen die Zuordnung zu einer Zeit früher Bewohner Sendlings. Unter anderem hatte man den Verstorbenen Dolche aus Kupfer, Eberzähne, kleine Muscheln und mehrere Keramikgefäße mit ins Grab gegeben. Gerade letztere sind wichtige Indizien dafür, dass diese Menschen zur Glockenbecherkultur gehörten, die Jahrtausende später von Archäologen nach den charakteristischen glockenförmigen Keramikgefäßen benannt wurde. Neben den Gefäßen lassen auch die Kupfergegenstände zeitliche Rückschlüsse zu, da Kupfer als Material für Waffen und Werkzeuge erst weit in der Jungsteinzeit im 4. Jahrtausend auftrat, der Epoche der ersten Ackerbauern und Viehzüchter, die in Mitteleuropa um 5500 v. Chr. begann. Bereits ab der darauffolgenden Bronzezeit ab etwa 2200 v. Chr., wurde dann jene namengebende Legierung aus Kupfer und Zinn zum dominierenden Werkstoff für Werkzeuge, Waffen und Schmuck. Zwar nicht häufig, aber doch regelmäßig auftretend und in ihrer Form typisch für diese Zeit sind Armschutzplatten. Von ihnen wurden in den Sendlinger Gräbern mindestens zwei Stück gefunden. Sie waren aus Schiefergestein gefertigt, konnten aber auch aus Knochen bestehen und dienten beim Bogenschießen dem Schutz des Unterarms vor der zurückschnellenden Sehne. Einige Knöpfe unterschiedlicher Größe, die aus Knochen gefertigt wurden, schmückten Textilien. Obwohl die Informationen zu den 1906 entdeckten Gräbern leider sehr dürftig sind, können wir uns doch ein Bild von den damaligen Bewohnern des Sendlinger Raums machen. Die Menschen, die am Ende der Steinzeit an der Isar lebten, züchteten Vieh und beherrschten bereits die Verarbeitung von Metall. Außerdem waren sie nicht allein, wie der Blick über das Sendlinger Gebiet hinaus zeigt. Denn auch im benachbarten Pasing, in Moosach und Freiham sowie auf der anderen Seite der Isar in Zamdorf, Trudering und Berg am Laim wurden Bestattungen aus der Glockenbecherzeit entdeckt, die auf weitere Siedlungen schließen lassen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/173">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-08-30T11:57:02+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:26:48+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Heiner Schwarzberg</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Unter der Ichoschule in Giesing: Die Entdeckung der ersten Siedler des heutigen Giesing]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Anfänge eines Dorfes, das zum Herzen der bayerischen Landeshauptstadt werden sollte, und ein bajuwarischer Friedhof, der von 1400 Jahren Siedlungsgeschichte erzählt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/efca700a502d35fb56fd677775f579ac.jpg" alt="Bau der Ichoschule, ca. 1915" /><br/><p>Giesing wurde, wie viele andere Stadtteile Münchens, als eigenständiges Dorf gegründet. Wie einige dieser ehemaligen Dörfer reichen seine Wurzeln einige hundert Jahre weiter zurück als die der Landeshauptstadt. Auf dem Gebiet des heutigen Giesing lagen vermutlich im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. vier kleinere bajuwarische Siedlungen entlang der Tegernseer Landstraße und der Regerstraße. Darauf deuten verschiedene Friedhöfe hin, die in der Nähe der jeweiligen Siedlungen gelegen haben müssen. Der größte Friedhof befand sich im Bereich der heutigen Ichoschule und damit in der Nähe der alten Dorfkirche, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch die nach Norden verlegte Heilig-Kreuz-Kirche ersetzt wurde. Die Nähe des Friedhofs zur alten Dorfkirche deutet auf eine lange Siedlungskontinuität im Bereich von Giesing hin, deren Beginn mit den ältesten Gräbern aus dem späten 6. Jahrhundert gefasst werden kann. Der Bestattungsplatz im Bereich der Ichoschule ist ein typisches Reihengräberfeld. So werden Friedhöfe des 5. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. bezeichnet, auf denen die Toten mit dem Kopf nach Westen in parallelen Reihen bestattet wurden, ähnlich wie auf unseren heutigen Friedhöfen. Im 6./7. Jahrhundert n. Chr. wurden die Toten jedoch reich mit Grabbeigaben ausgestattet. Auf dem Friedhofsgelände im Dreieck zwischen Tegernseer Landstraße, Silberhornstraße und Ichostraße wurden 1898 an der Ostseite drei Häuser errichtet. Schon damals wurden ca. 50 Gräber entdeckt, die jedoch nicht in die Fundberichte aufgenommen und unwiederbringlich zerstört wurden. Lediglich einige Waffen und Schmuckstücke konnten aus dem Erdreich im Bereich der verschwundenen Gräber geborgen werden. Nachdem die Fundstelle bekannt war, wurden 1914 im Vorgriff auf den Bau der Ichoschule auf dem Gelände Forschungsgrabungen durchgeführt, die weitere 253 Bestattungen zu Tage brachten. Man schätzt, dass sich ursprünglich insgesamt etwa 320 Gräber auf dem Gelände befanden. Obwohl nicht bei allen Verstorbenen das Geschlecht durch anthropologische Untersuchungen oder geschlechtsspezifische Beigaben festgestellt werden konnte, ist davon auszugehen, dass etwa gleich viele Männer wie Frauen bestattet wurden. Der Anteil der Kinder ist mit 59 Bestattungen – entsprechend den damaligen Lebensumständen – sehr hoch. Nur in Ausnahmefällen fanden sich Reste von Holzsärgen, doch ist davon auszugehen, dass die Verstorbenen in der Regel in einem solchen bestattet wurden. Den meisten Toten wurden von ihren Angehörigen mehr oder weniger reiche Grabbeigaben mitgegeben. Charakteristisch für Männergräber sind Waffenbeigaben wie Sax (einschneidiges Schwert), Spatha (zweischneidiges Schwert), Lanze, Schild, Pfeil und Bogen, aber auch kunstvoll verzierte Gürtel. Frauengräber sind dagegen durch Schmuck wie Ohrringe, Perlenketten, Ziernadeln für die Haartracht und Fibeln, die das Gewand zusammenhielten, gekennzeichnet. Auch Frauen besaßen Gürtel, die jedoch nicht so reich verziert waren wie die der Männer. An einigen waren Messer oder Schmuckstücke befestigt. Messer und Kämme wurden sowohl in Männer- als auch in Frauengräbern gefunden. Etwa ein Viertel der Gräber wurde kurz nach der Bestattung wieder geöffnet und ein Teil der Beigaben wieder entwendet. Die Hintergründe sind vielfältig, in vielen Fällen stehen die Angehörigen tatsächlich unter dringendem Tatverdacht. Etwa ein Drittel der Gräber enthielt keinerlei Beigaben. Interessanterweise handelt es sich dabei um die jüngsten Gräber aus der Zeit um 700 n. Chr., die einen Zeitpunkt zu markieren scheinen, an dem die Beigabentradition aus bisher ungeklärten Gründen aufgegeben wurde. Obwohl dieser Ort bereits viel über seine Anfänge und die ersten Bewohner Giesings verraten hat, warten noch viele Geschichten im Boden Münchens darauf, entdeckt und erzählt zu werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/172">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-08-29T13:51:25+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:26:29+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Brigitte Haas-Gebhard</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Ein keltischer Arzt in der Hofbauernstraße von Obermenzing: Das Grab eines Chirurgen und Kriegers]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die überraschende Entdeckung eines Arztgrabes bietet nach Jahrtausenden die Möglichkeit, einen Mann kennenzulernen, der kämpfte, aber auch heilte. Das Grab gestattet einen seltenen Einblick in die rätselhafte und bisher weitgehend im Dunkeln liegende Medizin der Kelten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8042aa540ed89fb8049d6dff0a30e127.jpg" alt="Grabbeigaben des keltischen Arztes: Skalpell, Wundhaken, Knochensäge, Eisen" /><br/><p>Wer würde schon vermuten, dass sich in seinem Garten ein Friedhof aus der Frühgeschichte befindet? Vermutlich wäre auch der Postinspektor Schild nicht einmal im Traum auf diese Idee gekommen, bis er im Sommer des Jahres 1910 auf seinem Grundstück in der Hofbauernstraße nahe bei der Blutenburg in Obermenzing auf eine Begräbnisstätte aus der jüngeren Eisenzeit, der „Latènezeit“ stieß. Dabei handelt es sich um die letzte prähistorische Epoche im mitteleuropäischen Raum. Sie dauerte von ca. 450 v. Chr. bis zum Jahr 15 v. Chr. und wird mit den Kelten in Verbindung gebracht. Nachdem Herr Schild auf acht Gräber gestoßen war, fand drei Jahre später eine archäologische Ausgrabung auf seinem Grundstück statt, die neun weitere Gräber zu Tage förderte. Die Toten hatte man, wie für die Mittellatènezeit (250–150 v. Chr.) üblich, in Flachgräbern, auf dem Rücken liegend bestattet und mit Beigaben ausgestattet. Zu dieser Zeit setzte außerdem allmählich die Sitte der Brandbestattung ein. Dabei wurden die Verstorbenen auf einem Scheiterhaufen verbrannt und der sogenannte „Leichenbrand“ (Asche und Knochenreste) anschließend mit oder ohne Urne in einem Grab beigesetzt. Unter den Bestattungen aus Obermenzing fanden sich mindestens drei solcher Brandgräber, bei denen man die Asche ohne Urne auf den Boden der Grabgrube gestreut hatte. Hierzu zählt auch Grab 7, das durch seine Beigabenausstattung herausstach: Es erwies sich als letzte Ruhestätte eines Chirurgen der Zeit um 200 v. Chr. und damit als eines der ältesten bekannten Arztgräber Mitteleuropas. Da man dem Verstorbenen sein Handwerkszeug mit ins Grab gelegt hatte, war es möglich, ihn als Arzt zu identifizieren. Zu den medizinischen Instrumenten gehörten zwei Skalpelle, ein Wundhaken und eine Knochensäge, die alle aus Eisen gefertigt waren. Um das Rosten zu verhindern, hatte man die Klinge der Säge mit Bronze überzogen. Dass es sich bei dem Toten um einen Mann handelte, legen die weiteren Grabbeigaben nahe. Ein Schwert mit Scheide, eine Lanze, ein Schild, ein Rasiermesser sowie die Überreste eines Pferdegeschirrs gehören zur charakteristischen Ausstattung eines Mannes. Die Vorderseite der Schwertscheide ziert unterhalb des Griffs eine Triskele mit Vogelkopfenden. Dem magischen Symbol der Unendlichkeit erwachsen aus einem gemeinsamen Zentrum drei geschwungene Achsen oder Flügel. Das medizinische „Knowhow“ im keltischen Europa ist nicht zu unterschätzen. Obwohl mangelnde Hygiene und Fachwissen insbesondere bei schweren Erkrankungen die Überlebenschancen minderten, wurden schon weit früher, seit der Steinzeit, Operationen durchgeführt, die nicht unbedingt zum Tod führten. Aus der Eisenzeit des letzten Jahrtausends v. Chr. stammen die Überreste mehrerer Menschen, bei denen Schädeloperationen erfolgreich durchgeführt wurden und verheilt waren. Das medizinische Wissen jener Zeit beruhte auf einem generationenübergreifenden Erfahrungsschatz und wurde durch mündliche Überlieferung weitergegeben. Außerdem spielte mit Sicherheit auch der Wissensaustausch zwischen den Kulturen des Mittelmeerraums und Mitteleuropas eine große Rolle; so zeigen die Werkzeuge aus Obermenzing Ähnlichkeit mit medizinischen Instrumenten aus dem griechischen Raum, die man dort allerdings nicht aus Eisen fertigte. Welche Wunden der Arzt aus Obermenzing im Laufe seines Lebens behandelte, für welche Operationen er sein Chirurgenbesteck einsetzte und wie erfolgreich er dabei war, ist heute nicht mehr feststellbar. Die für die Kelten unübliche Beigabe von Werkzeug, zusammen mit mehreren Waffen, stellt allerdings eine besonders reiche Grabausstattung dar und lässt vermuten, dass es sich hier um eine bedeutende Person gehandelt hat, die als Krieger und Arzt gewissermaßen Tod und Heilung vereinte. Obwohl bisher selten, gibt es einige Gräber der jüngeren Eisenzeit, die der Bestattung aus Obermenzing ähneln. In Gräbern aus Zukowice (Polen), Batina-Kisköszeg (Serbien), Galatii Bistritei (Rumänien) und Zvonimirovo (Kroatien) fand man neben Waffen ebenfalls chirurgische Instrumente als Beigaben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese „Kriegerärzte“ in ihrer jeweiligen Gemeinschaft einen hohen Status innehatten und Teil einer lokalen Elite waren.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/165">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-28T15:22:03+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T13:24:26+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Holger Wendling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Mus-Topf vom Marienhof: Schätze aus einer Latrine]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Schätze aus einer etwa 400 Jahre lang genutzten Latrine und was diese über die Kochkunst des mittelalterlichen Münchens verraten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d4a2873462d6f93f0cecafcf418e80b1.jpg" alt="Keramiktopf aus dem 14. Jh. mit Resten eines angebrannten Apfel- und Steinobstmuses" /><br/><p>Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Beginn der Arbeiten an der zweiten S-Bahn-Stammstrecke im Jahr 2017 war der Marienhof die größte Freifläche der Münchner Altstadt. Vom Mittelalter bis zu den Luftangriffen 1944 hatte es dort jedoch eine durchgängige Besiedlung gegeben. Der Marienhof war bis dahin ein belebtes Stadtviertel mit Wohnhäusern, Handwerksbetrieben und Geschäften. Es lag in unmittelbarer Nähe zum Alten Hof und zum Marienplatz, auf dem die verschiedenen Märkte für Lebensmittel stattfanden. Über den heutigen Marienhof verlief auch die erste, mittelalterliche Stadtmauer. Daher war das hektargroße Areal buchstäblich eine Fundgrube für die Stadtgeschichte. Bevor die Bodenschätze bei den Aushebungen für immer verloren gegangen wären, fanden in den Jahren 2011 und 2012 umfangreiche archäologische Ausgrabungen statt, die alle vorherigen Grabungen in der Altstadt in den Schatten stellten. Mit der Marienhof-Grabung wurde die zweite Stammstrecke zum Auslöser für eine München-Archäologie im großen Stil. Die Grabungen gaben auch den Anlass für die Gründung des Forschungsprojektes "Archäologie München", das von der Landeshauptstadt gefördert wird und dessen Leitung bei der Archäologischen Staatssammlung liegt. Der Kriegsschutt war bei diesen Ausgrabungen nur die oberste Schicht. Neben altem Mauerwerk und Kellern wurden 15 tiefe Schächte ergraben: Brunnen, die im Mittelalter angelegt wurden und später als Abfallgruben und Latrinen dienten. Solche Schächte ermöglichen es, einen Querschnitt durch die Zeit zu erforschen. Sie enthalten ein breites Spektrum an meist entsorgten Gegenständen, die Auskunft über das Leben und den Alltag der Menschen geben, wie Keramik, Glas, Werkzeug, Holz, Leder, Tierknochen und Pflanzenreste. Schacht 1 befand sich wie Schacht 5 an der nordwestlichen Ecke des Marienhofs knapp außerhalb der Stadtmauer. Seit seiner Errichtung im 13. Jahrhundert wurde der Schacht kontinuierlich 400 Jahre lang bis ins 17. Jahrhundert als Latrine und zur Abfallentsorgung genutzt und von Zeit zu Zeit geleert. In dem ungefähr fünf Meter tiefen Schacht fanden sich bei den Ausgrabungen Alltagsgegenstände wie Pfeifen, Spielwürfel und Steine, aus Holz gefertigte Löffel, Schalen und eine Klobrille, sowie ein Kinderstiefel aus Leder und Textilreste aus Wolle, Leinen und Seide. Die geborgenen Keramikscherben gehören zum ältesten Typ mittelalterlicher Keramik aus der Münchner Innenstadt. Eher unerfreulich waren die unter dem Mikroskop entdeckten Parasiten wie Spul- und Peitschenwürmer, die vermutlich auf eine schlechte Hygiene zurückzuführen sind, sowie Bandwürmer, die darauf hindeuten, dass verseuchtes Fleisch vor dem Verzehr nicht gut genug durchgegart wurde. Ein besonders interessanter Fund war im untersten Viertel des Schachtes. Dort kam ein 700 Jahre alter, beinahe unversehrter Keramiktopf von fast 19 Zentimetern Höhe zum Vorschein. Brand- und Rußspuren an der Außenseite des Topfes bezeugen, dass er zum Kochen auf einem Herd mit offener Flamme verwendet worden war. Das Resultat seines letzten Gebrauchs ist noch in ihm enthalten: Eine klumpige Masse, die nahezu versteinert am Ton klebt. Mit bloßem Auge sind Kirsch- und Pflaumensteine erkennbar, daneben wurden Äpfel und Beeren nachgewiesen. Anscheinend hat jemand um das Jahr 1315 ein Mus gekocht und dabei die Zeit vergessen. Das Mus war möglicherweise als Nachspeise oder Beilage für einen Brei aus Getreide gedacht. Die teerartig eingebrannte Masse konnte offenbar nicht mehr von dem Topf gelöst werden und war wohl der Grund dafür, dass der nunmehr unbrauchbare Topf in der Latrine entsorgt wurde. Dort in der Tiefe des Schachtes hat er die Jahrhunderte und die Weltkriegsbomben sicher überstanden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/157">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-29T15:11:02+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:26:54+02:00</updated>
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      <name>Elke Bujok&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Anna Enzensberger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das baiuvarische Reihengräberfeld von Aubing: Die ersten Baiuvaren und die früheste Kirche im Münchner Stadtgebiet?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bereits 1938 konnten in Aubing (Stadtkreis München) zahlreiche Gräber aus dem frühen Mittelalter archäologisch untersucht werden. In den 1960er Jahren gelang der Brückenschlag zu den zuvor nicht erschlossenen Teilen dieses großen Friedhofs des 5. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. So wurde im Münchner Westen ein baiuvarischer Bestattungsplatz annähernd vollständig untersucht, was in dieser Größenordnung bisher einzigartig für Bayern ist. Die Grabfunde und weitere Beobachtungen beleuchten schlaglichtartig den Übergang von Römern zu den frühen Baiuvaren und erlauben Rückschlüsse auf die wachsende Bedeutung des Christentums in dieser Zeit.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/46dfdb707e0e92dad5321ca1022e4c46.jpg" alt="Ausgrabung des Reihengräberfelds in Aubing, 1938" /><br/><p>Eine archäologische Sensation! 1938 wurde in Aubing beim Abbau von Schotter für den Gleisbau eines neu geplanten Verschiebebahnhofs ein baiuvarischer Friedhof entdeckt. Aufmerksame Arbeiter bemerkten menschliche Überreste und Grabbeigaben und informierten das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das unverzüglich tätig wurde. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden damals 358 Bestattungen untersucht. Die meisten waren im 6. Jahrhundert angelegt worden. Einige reichen aber auch in die 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts zurück, die Zeit kurz nach dem Ende der römischen Herrschaft. Der Zweite Weltkrieg beendete dann alle weiteren Grabungsvorhaben. Erst ab 1961 kam es unter der Leitung der Archäologischen Staatssammlung zu erneuten Ausgrabungen mit dem Ziel, die gesamte Fläche des Friedhofs zu erfassen. Bis 1963 wurden weitere 477 Gräber entdeckt. Besonders wichtig war hierbei die Suche nach dem Anschluss an die Grabungsgrenze von 1938. Die Ausmachung der ehemaligen Randbereiche des Friedhofs zeigte den Archäolog:innen, dass sie das anvisierte Ziel der vollständigen Untersuchung eines baiuvarischen Friedhofs erreicht hatten. Die Fundstelle der frühmittelalterlichen Begräbnisstätte von Aubing liegt im westlichsten Teil der Münchner Schotterebene, ungefähr 12 Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt. Vorrangig dürfte der wichtige Verkehrsweg des Würmtals für die frühmittelalterliche Bevölkerung eine entscheidende Bedeutung bei der Platzwahl zur Errichtung ihrer Dörfer und Höfe gehabt haben. Diese Dörfer wurden im frühen Mittelalter aus Holz gebaut, sind deshalb nicht erhalten und für Archäolog:innen oft nur schwer zu finden. Sie werden deshalb meistens nur indirekt durch die dazugehörigen charakteristischen Friedhöfe angezeigt. Im frühen Mittelalter war es üblich, die Gräber gleichmäßig ausgerichtet in langen Reihen anzulegen. Deshalb werden diese Friedhöfe, die unseren heutigen ähneln, auch als „Reihengräberfelder“ bezeichnet. Einer dieser Begräbnisplätze war also in Aubing gefunden worden. Aber was konnten die Wissenschaftler:innen dort konkret feststellen? Zum einen, dass die Belegung des Reihengräberfeldes offenbar von Norden, wo die älteren Bestattungen angetroffen wurden, in Richtung Süden erfolgt war. Innerhalb von mehr als 200 Jahren erreichte der Bestattungsplatz somit Ausmaße von circa 120 × 55 Metern. Besonders auffällig war, dass die Menschen, die den Friedhof anlegten, sich bei der Ausrichtung an einem römerzeitlichen Graben orientierten. Dieser war im Frühmittelalter offenbar noch sichtbar und bildete immer die westliche Begrenzung. Die Verstorbenen in den 862 Gräbern wurden zumeist in Rückenlage und mit dem Kopf im Osten beigesetzt. Abweichungen kommen vor, sind aber selten. Die bis ins 8. Jahrhundert noch üblichen Grabbeigaben bestehen bei den Männern besonders aus ihren Waffen und verzierten Gürteln. Frauen wurden vor allem ihr Schmuck und ihre oft kunstvoll gefertigten Gewandverschlüsse (Fibeln) mit ins Grab gelegt. Dinge, die den Verstorbenen im Leben sicher wichtig waren. Diese oft sehr wertvollen Gegenstände lockten Grabräuber an, was in Aubing durch eine „Zerwühlung“ der Skelette und sogar das verlorene Werkzeug eines Plünderers angezeigt wurde. Als Besonderheit dürfen die festgestellten Spuren von Grabeinfassungen oder Überbauten gelten. Der an der östlichen Grenze des Gräberfeldes nachgewiesene Grundriss eines kleinen Holzgebäudes nimmt Bezug auf die Ausrichtung der Gräber und kann eventuell als sehr frühe christliche Kapelle oder Kirche angesehen werden. Sollte diese Theorie sich bestätigen, wäre das Friedhofsgebäude mit einer mutmaßlichen Erbauung um 700 die früheste Kirche im Münchner Stadtgebiet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/156">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-28T17:49:44+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:26:39+02:00</updated>
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      <name>Brigitte Haas-Gebhard &amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Tobias Heuwinkel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Marienhof: Das Skelett einer Kuh und ein Fischkasten aus Schacht 5]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die älteste Holzbaukonstruktion Münchens diente zunächst als Brunnen, später als Latrine. Anlass für den Umbau war wohl eine Kuh, die auf ungeklärte Weise in den Brunnen geraten war und sein Wasser unbrauchbar machte. Der Schacht ist ein einzigartiges Fundensemble und gibt Auskunft über das Leben der Menschen am Marienhof.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/5423fa75b06db1f1407d43931712780e.jpg" alt="Der aus originalen Holzbalken wiederaufgebaute Schacht 5 vom Marienhof, 2024" /><br/><p>Die umfangreichen Ausgrabungen am Marienhof in den Jahren 2011 und 2012 anlässlich des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke ermöglichten bislang unbekannte Einblicke in die Münchner Stadtgeschichte. Bevor das Stadtviertel durch Bombenangriffe der alliierten Verbände in der Nacht des 7. Januar 1945 zwischen 21.55 und 23.03 Uhr vollständig zerstört wurde, befand sich hier reges Leben mit zahlreichen Gaststätten, Wohnhäusern, Handwerksbetrieben und Geschäften. Das Viertel zählte zu den ältesten der Stadt, seine Geschichte reichte in die Zeit der Stadtgründung durch Heinrich den Löwen um 1158 zurück. Hier verlief auch der älteste Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Auf dem Grabungsareal fanden sich Relikte aus allen Epochen Münchens bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Zu den ältesten Bauresten dort gehören mittelalterliche Brunnen- und Latrinenschächte. In der Regel wurden sie als Brunnenschächte für die Trinkwasserversorgung errichtet und zu einem späteren Zeitpunkt aus verschiedenen Anlässen zu Latrinen umgebaut. Die darin entsorgten Gegenstände geben Auskunft über das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner Münchens seit dem Mittelalter. Ein besonderer Vorfall ereignete sich in Schacht 5, dem spektakulärsten Schacht am Marienhof. Er befand sich auf dem Grundstück der ehemaligen Theatinerstraße 52 an der nordwestlichen Ecke des Marienhofs zur Schrammerstraße hin, gerade außerhalb der Stadtmauer. Auf dem Grund des zunächst als Brunnen erbauten Schachtes fand sich bei den Ausgrabungen das vollständige Skelett einer Kuh, die auf ungeklärte Weise dorthin geraten war, denn der Brunnen besaß mit Sicherheit eine Umfassungsmauer. War es ein Unfall? Oder heimtückische Brunnensabotage? Der Hergang wird wohl für immer ein ungelöstes Rätsel bleiben. Fest steht jedoch, dass der Brunnen mit seiner aufwändigen und kostspieligen Holzkonstruktion um diese Zeit als Wasserquelle aufgegeben werden musste und für die Unratentsorgung umfunktioniert wurde. Die Kuh wird dazu den Anlass gegeben haben, denn der Kadaver verunreinigte das Wasser, so dass es nicht mehr genießbar war. Der Brunnen wurde 1261 oder kurz danach errichtet. Dies ergab die Jahrringuntersuchung der verbauten Hölzer, die aus dem Voralpenland stammten und im Frühsommer diesen Jahres gefällt worden waren. Bereits 1263 wurde der Brunnen jedoch mit einer zwei Meter dicken Flinzschicht verfüllt, wohl wegen des Kuhkadavers. Flinz ist ein Lehm-Sandgemisch, das natürlicherweise im Boden unter München vorkommt. Das Datum der Verfüllung konnte aus den darin befindlichen, zahlreichen Holzgegenständen erschlossen werden. Der Schacht hatte somit also gerade einmal zwei Jahre als Brunnen gedient, bevor er zu einer Latrine umfunktioniert werden musste. Schacht 5 war ungefähr zwei auf zwei Meter breit und fünf Meter tief. Im Gegensatz zu allen anderen Brunnenschächten am Marienhof war er aufwändig mit Holzbalken verkleidet. Heute sind davon noch 47 Bohlen erhalten. Mit seiner Erbauung im Jahr 1261 ist Schacht 5 die älteste Holzbaukonstruktion Münchens. Aus dem Inneren des Schachtes konnten viele gut erhaltene Gegenstände geborgen werden, unter anderem Holzeimer, Glasscherben und -perlen, Obstkerne, Keramik, Leder- und Textilreste, Fragmente einer Flöte aus Knochen und zwei Löffel. Besonders interessant ist der Fund eines bootsförmigen Fischkastens mit Deckel und eingebohrten Löchern, der 1449 entsorgt wurde und einen der ältesten Funde mittelalterlichen Fischereigerätes darstellt. Fischkästen wurden sowohl von Fischern, als auch von Fischhändlern zur Lebendhälterung der Tiere verwendet. Dafür wurde der wasserdurchlässige Kasten in einem der zahlreichen Stadtbäche verankert, die München durchzogen. Die gefangenen Fische wurden darin lebend gehalten, wodurch sie länger frisch und essbar blieben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/155">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-28T16:05:27+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:26:17+02:00</updated>
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      <name>Elke Bujok&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Anna Enzensberger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Ein Schatz im Luitpoldpark: Eine vergessene Kiesgrube und ihr prähistorischer Schatz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein überraschender Fund, dessen Interpretation die Forschung bis heute beschäftigt und der entweder einen faszinierenden Einblick in den Handel und Transport von Waren oder die religiöse Vorstellung der bronzezeitlichen Menschen im heutigen Südbayern bietet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f4f06a0efb87c20f65457a288ac49a37.jpg" alt="Der Obelisk im Luitpoldpark, 2021" /><br/><p>Ist es vorstellbar, dass sich im Luitpoldpark in Schwabing vor gar nicht allzu langer Zeit eine große städtische Kiesgrube befand? Heute ist von der Abraumhalde nichts mehr zu erahnen und doch war hier der Fundort eines bedeutenden Schatzes aus der Bronzezeit. Das grüne Naherholungsgebiet wurde 1911 anlässlich des 90. Geburtstages von Prinzregent Luitpold von Bayern angelegt. Damals gab es den aus Schutt des Zweiten Weltkrieges bestehenden Luitpoldhügel natürlich noch nicht und der Park wurde im Norden von der heute nicht mehr existierenden Stiftprobst-Türk-Straße begrenzt. Diese befand sich dort, wo sich heute die Burgunderstraße erstreckt und verband die Borschtallee mit der Schleißheimer Straße. Sie verlief an der Stelle, wo sich heute der Luitpoldhügel erhebt. Südlich der Stiftprobst-Türk-Straße, in der Nordwestecke des Luitpoldparks, befand sich die bereits genannte städtische Kiesgrube, in der man 1928 beim Kiesabbau in 1,10 Metern Tiefe auf ein Depot von insgesamt 500 C-förmig gebogenen Kupferstäben in drei Bündeln stieß. Sie werden als Spangenbarren bezeichnet und sind 18 bis 24 Zentimeter lang, in der Mitte verdickt und verjüngen sich zu den Enden. Sie haben ein Gesamtgewicht von circa 85 Kilogramm und datieren in eine Zeit zwischen 1.800 und 1.600 v. Chr. Demnach stammen die Barren aus dem jüngeren Abschnitt der frühen Bronzezeit (2.200 – 1.600 v. Chr.), in der sie auch in Beil- oder Ringform angefertigt wurden. Ab der Frühbronzezeit ist mit Barrenhorten ein neues Phänomen zu beobachten, das sich vor allem in Südostbayern und Niederösterreich konzentrierte, aber auch bis nach Tschechien und in die Slowakei reichte. Als Depot- oder Hortfunde werden Ansammlungen von mindestens zwei Artefakten bezeichnet, die gleichzeitig in die Erde gelangten und nicht in Verbindung mit einer Bestattung stehen. Man vermutet, dass die Barren wertvolles Rohmaterial darstellten, die noch an den Abbauplätzen, wie dem Unteren Inntal oder dem berühmten Mitterberg bei St. Johann im Pongau, in ihre jeweilige Form gegossen wurden. Da die fertigen Barren nun gut in Bündel zusammengebunden werden konnten, waren sie auch leichter transportierbar. Erreichten sie schließlich den Bronzeschmied, erfolgte ihre Weiterverarbeitung zum jeweiligen Endprodukt. Als man die Spangenbarren in der Kiesgrube an der Stiftprobst-Türk-Straße fand, hatte man den größten derartigen Fund in Bayern vor sich. Erst die Aufdeckung des Depots in Obererding im Jahr 2014 mit 796 Stücken übertraf den Fund aus dem Luitpoldpark. Die Bedeutung des Fundes aus Schwabing zeigt sich neben seiner Größe dahingehend, dass durch ihn ein Spangenbarrentyp definiert wurde, der unter Fachleuten als „Typ München-Luitpoldpark“ bekannt ist. Die Erklärung für die Deponierung der Spangenbarren im heutigen Luitpoldpark ist noch immer umstritten. Die sorgfältige Niederlegung der Kupferbarren in drei Haufen könnte für eine rituelle Handlung sprechen. Vielleicht steckte dahinter die Vorstellung, einen Teil des aus dem Berg geraubten Materials an die Erde zurückzugeben, um so dem Zorn der Götter zu entgehen. Es werden aber auch andere Erklärungen diskutiert, wie zum Beispiel das Vergraben des wertvollen Rohmaterials aufgrund drohender Überfälle oder als geheimes Rohstofflager eines Bronzeschmieds. Die Deponierungen könnten ebenso ein Zeichen für Störungen im damaligen Tauschhandel sein und Waren darstellen, die zur Zeit ihrer Vergrabung nicht weiter gehandelt werden konnten. Ob die Niederlegung der 500 Spangenbarren im Luitpoldpark nun wirtschaftliche oder religiöse Gründe gehabt haben mag, für uns sind sie auf eine andere Weise ein wertvoller Schatz, denn sie bringen uns das lange vergangene Leben der Menschen aus der Bronzezeit und damit unserer Vorfahren ein bisschen näher.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/154">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-27T16:57:25+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:26:02+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Heiner Schwarzberg</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Nonnen vom Max-Joseph-Platz: Klöster, Kirchen und Grüfte der Franziskanerbrüder, der Püttrich- und Ridlerschwestern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Längst vergessen – keine Spur im Münchner Stadtbild erinnert noch an das einst berühmte Franziskanerviertel an der Stelle des heutigen Max-Joseph-Platzes in unmittelbarer Nähe des Hofes: das Kloster der Brüder mit den beiden zugehörigen Frauenklöstern der Püttrich- und Ridlerschwestern. Die Klöster bestanden seit dem 13. und 14. Jahrhundert und wurden 1802 im Rahmen der Säkularisation abgerissen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/6f86791e3f6aded4df9d237037357a70.jpg" alt="Die Ausgrabung am Max-Joseph-Platz, 1982" /><br/><p>Schon unter Kaiser Ludwig dem Bayer (1281/1282–1347, reg. 1314/1328–1347) erlangte das Männerkloster große wissenschaftliche und politische Bedeutung innerhalb Europas. Der sicherlich berühmteste Bruder war William von Ockham (um 1288–1347), der hier 1330 mit seinen beiden Mitstreitern Bonagratia von Bergamo (um 1265–1340) und Michael von Cesena (um 1270–1342) Schutz vor der kirchlichen Verfolgung fand. Er wurde vor dem Altar im Chor der Kirche bestattet, der ungefähr unter der südwestlichen Ecke des Nationaltheaters – der Bayerischen Staatsoper – lag. Das Franziskanerkloster mit Kirche und umgebendem Friedhof nahm den ganzen Max-Joseph-Platz ein und erstreckte sich weit in den Bereich des heutigen Nationaltheaters sowie die Maximilianstraße hinein. Das Ridlerkloster befand sich unter dem westlichen Teil des Königsbaus der Residenz, der erst ab 1826 errichtet wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich an der nördlichen Ecke der heutigen Residenz- und Perusastraße das Püttrichkloster. Die Frauen lebten zunächst als Seelschwestern und widmeten sich der täglichen Krankenpflege, Sterbebegleitung und den Totengebeten. Sie konnten in freier Gemeinschaft ein weitgehend eigenständiges Leben ohne Gelübde und Habit führen, waren jedoch der geistlichen Obhut der Franziskaner unterstellt. Mit verschiedenen Reformen erhielten die Schwestern im Lauf der Zeit strengere Ordnungen. So wurden 1483/84 die drei Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams eingeführt, 1621 die ewige Klausur. Ab diesem Zeitpunkt lebten die Schwestern ausschließlich innerhalb ihrer Klostermauern und verschwanden gänzlich aus dem Münchner Stadtbild. Trotz dieser Einschränkungen konnten die Schwestern innerhalb des ihnen vorgegebenen, engen Rahmens ein selbständiges Leben führen. Sie verwalteten ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich, übten leitende Ämter, wie das einer Oberin, aus, konnten sich künstlerisch entfalten und waren in der Bibliothek, im Archiv und in der Schreibstube tätig. Ihr Bildungsniveau war vergleichsweise hoch. In aller Regel stammten die Schwestern aus adeligen und vermögenden Familien und waren bei ihrem Eintritt ins Kloster zwischen 17 und 21 Jahre alt. Die wohl berühmteste Bewohnerin im Püttrichkloster war Herzogin Kunigunde (1465–1520), die Tochter Kaiser Friedrichs III. (1415–1493, reg. 1440/1452–1493) und Schwester Kaiser Maximilians I. (1459–1519, reg. 1486/1508–1519). Sie war dem Kloster schon seit langem eng verbunden und begab sich 1508 nach dem Tod ihres Gemahls, Herzog Albrecht IV. von Bayern (1447–1508, reg. 1465–1508), dorthin. Mit den Schwestern führte sie ein einfaches und vorbildliches geistliches Leben. Bestattet wurde sie in der Fürstengruft Unserer Lieben Frau, jedoch im Ordenshabit, worum sie bereits zu Lebzeiten ihres Gemahls gebeten hatte. Bei einer Ausgrabung anlässlich von Erdarbeiten zur Erweiterung der Tiefgarage unter dem Max-Joseph-Platz wurde 1982 die Gruft der Frauenklöster gefunden, die 1714 unter der Franziskanerkirche errichtet worden war. Die Gräber waren mit Beigaben wie Papierblumen, Michaelsmedaillen, Christusfiguren, Rosenkränzen und Figürchen ausgestattet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/116">Für mehr (einschließlich 7 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-10T18:15:53+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:30:13+02:00</updated>
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      <name>Elke Bujok</name>
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