Korrespondenz Stabsleiter Martin Bormann mit Reichsleiter Karl Fiehler 29.05.1940

Als Leiter des „Stabes des Stellvertreters des Führers“ und enger Vertrauter Adolf Hitlers war Martin Bormann einer der mächtigsten und einflussreichsten Männer im NS-Staat. Seine Korrespondenz mit Karl Fiehler (Reichsleiter und zugleich Münchner Bürgermeister) erhellt, wie man auf höchster Parteiebene mit unerwünschten Denkmälern umzugehen gedachte. Nach einer bereits im April erfolgten Anregung zur „Entrümpelung“ der Städte von „unschönen Denkmälern“ wird Bormann in diesem Schreiben deutlicher. Unverhohlen drängt er zur „Ausscheidung“ missliebiger Kunst bzw. unzeitgemäßer Denkmäler, welche der NS-Ideologie nicht entsprechen. Dabei soll die angeordnete Metallabgabe als willkommener Deckmantel für die geplanten Aktionen dienen – ein Vorwand, der bei dem offensichtlich bald erwarteten Kriegsende entfallen würde. | Quelle: Stadtarchiv München, BUR-492 | Rechte: vorbehalten