Die Malgruppe WeibsBilder (1977–1988)
Für die Malgruppe WeibsBilder (Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Alrun Prünster Soares, Sara Rogenhofer und Ursula Strauch-Sachs) hatte Kollektivmalerei viele Bedeutungsebenen: der Wechselprozess als Form, die Idee der Gruppenarbeit als gesellschaftliche und politische Praxis, feministische Kritik am Geniekult sowie die empirische Suche nach einer möglichen „weiblichen Ästhetik“. Bei der Entstehung eines Bildes wechselten Phasen der gemeinsamen Malaktion – alle Künstlerinnen arbeiteten zusammen auf der am Boden liegenden Leinwand – und Phasen des Meinungs- und Wahrnehmungsaustauschs vor dem Bild an der Wand ab. Das Foto zeigt die WeibsBilder in einer solchen Austauschphase am 17. Mai 1982 in der Historischen Aula der Akademie; auf dem Boden liegt ein weiteres, gerade begonnenes Bild. Die Werke fungierten damit gleichzeitig als Dispositiv von Arbeit, Pause, Diskussion, Konfrontation, Auseinandersetzung und gemeinsamem Erleben.
