Lenbachs Villa in den 1930er Jahren

Der Garten des Lenbachhauses kann als Selbstinszenierung des Künstlers sowie eines gesteigerten Selbstbewusstseins gewertet werden und visualisiert die Zurschaustellung von Ansehen, Status, Wohlstand sowie Erfolg des Malers. Nicht umsonst wurde Lenbach aufgrund seines sozialen Aufstieges, seiner führenden Rolle in der (Münchner) Kunstszene sowie ab 1882 durch seinen Adelstitel „Ritter von Lenbach“ als „Malerfürst“ tituliert. Wer solch ein stattliches Anwesen baute, plante selbstverständlich auch einen Garten zur öffentlichen Repräsentation - hier ähnlich eines italienischen Renaissancegartens. Der Garten und dessen Gestaltung stehen demnach in enger Verbindung mit dem Besitzer und leisten einen Beitrag bei der Überhöhung von Lenbachs Künstlerpersönlichkeit. Neben den Malereien, die Lenbach Erfolg und Ruhm brachten, kann der Komplex aus Atelier, Wohnhaus und Garten als ästhetisches und eindrucksvolles Gesamtkunstwerk des Künstlers angesehen werden. | Erstellt von: Helga Fietz | Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, ZI-0944-01-01-012226 | Rechte: vorbehalten