Lenbachhaus, um 1905

Ein ähnlicher Anblick, wie er sich den zwei adrett gekleideten Passanten offenbarte, die vor der Gartenmauer der Lenbachvilla stehend durch das Metallgitter hindurch in das grüne Innere blicken, muss sich auch dem Kunsthistoriker und Museumsdirektor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichwarck, geboten haben. 1889 beschreibt er seine Eindrücke – räumlich getrennt durch das Gitter, aber mit freiem Blick auf Lenbachs neues Wohnhaus:
„[…] später machten wir Lenbach einen Besuch, der leider nicht zu Hause war. Das war erst schön! Im Auenblick sieht man schon von außen, daß ein Mann von eminentem Geschmack dort wohnt. Durch ein prachtvolles Gitter sieht man einen Garten von regelmäßiger Anlage, ähnlich wie mein kleiner Garten in der Kunsthalle. Aber in der Mitte erhebt sich ein alter italienischer Brunnen aus einem tiefen Bassin. Links ein langer Bau, das Atelier […] So etwas von diskreter Pracht habe ich noch nicht gesehen. […]“ (Zit. N. Ruppert 1998).
| Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, ZI-0944-01-01-325531 | Rechte: vorbehalten