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Die alte Sendlinger Kirche

Gotteshaus und Schauplatz der Sendlinger Mordweihnacht

Die Alte Sendlinger Kirche, auch bekannt als Sankt Margaret, ist ein faszinierendes historisches Juwel im Herzen von Sendling. Die Kirche, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht, stand im Mittelpunkt des Geschehens der Sendlinger Mordweihnacht.

Die Ursprünge der alten Sendlinger Kirche lassen sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Pfarrei Sendling wurde 1140 begründet, aufgrund der Kirchenpatrone der Heiligen Margaret und Georg wird aber angenommen, dass ihre Geschichte noch weiter zurückreicht. Die genaue Bauzeit ist daher unbekannt. Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte zahlreiche Veränderungen und Renovierungen erlebt.

Im Laufe der Jahrhunderte war die alte Sendlinger Kirche nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch Zeugin bedeutender historischer Ereignisse. Während der Kämpfen der Sendlinger Mordweihnacht Ende des Jahres 1705 erlitt der Kirchenbau schwere Schäden durch kriegerische Auseinandersetzungen und Plünderungen. Anfang des folgenden Jahres wurde die Kirche erneut geweiht und in den darauffolgenden Jahren weitgehend neu erbaut. Nur wenige erhaltene Bauteile im Chor- und Turmbereich wurden in den Neubau einbezogen. Baumeister des barocken Neubaus war Wolfgang Zwerger der Jüngere (1649–1715). Unter Pfarrer Caspar Soyer wurde die größtenteils fertiggestellte Kirche im Jahr 1713 geweiht.

Der Künstler Wilhelm Lindenschmit der Ältere (1806–1848), der aus Mainz stammte, schuf das große Fresko in dem zum ersten Mal die Heldenfigur des ,,Schmieds von Kochel” präsentiert wird, das die nördliche Außenwand der Kirche schmückt. Auf dem alten Friedhof der Sendlinger Kirche befinden sich zwei weitere Denkmäler aus Gusseisen, die 1833 errichtet wurden. Diese Denkmäler erinnern an die Sendlinger Bauernschlacht und an die Ruhestätte zahlreicher Opfer. Auch die kleine Kapelle neben dem Haupteingang der Kirche ist den Gefallenen von 1705 gewidmet.

Da die alte Sendlinger Kirche durch die wachsende Bevölkerungszahl an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, legte man 1913 den Grundstein für die Kirche Neu-Sankt Margaret.Während des Zweiten Weltkriegs wurde die alte Sendlinger Kirche durch Luftangriffe schwer beschädigt, sie wurde aber in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut und restauriert.

Bilder

Die alte Sendlinger Kirche, Ansicht von Süden
Die alte Sendlinger Kirche, Ansicht von Süden Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-1-Th035834 Erstellt von: L. Weinfurtner
Blick auf die Kirche und Umgebung von oben, im Hintergrund die Türme der Frauenkirche.
Blick auf die Kirche und Umgebung von oben, im Hintergrund die Türme der Frauenkirche. Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-1-Th035839 Erstellt von: L. Weinfurtner
Fresko von Wilhelm Lindenschmit d.Ä. (1806–1848)
Fresko von Wilhelm Lindenschmit d.Ä. (1806–1848) Der Schmied von Kochel kämpft heroisch in der Sendlinger Mordweihnacht gegen die österreichischen Besatzer. Quelle: Wikimedia Commons Erstellt von: Helmlechner
Blick auf den Hochaltar
Blick auf den Hochaltar Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-2-Th035838 Erstellt von: L. Weinfurtner
Christus mit Kreuz im Paradies mit Adam und Eva, Tod und Teufel als Schlange, Deckengemälde am 3. Joch
Christus mit Kreuz im Paradies mit Adam und Eva, Tod und Teufel als Schlange, Deckengemälde am 3. Joch Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-3-Th035842 Erstellt von: L. Weinfurtner
,,Das apokalyptische Weib”, Gemälde nach Peter-Paul Rubens, frühes 18. Jahrhundert in der Sakristei der Kirche
,,Das apokalyptische Weib”, Gemälde nach Peter-Paul Rubens, frühes 18. Jahrhundert in der Sakristei der Kirche Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-4-Th085311 Erstellt von: L. Weinfurtner
Tabernakel vom Hochaltar
Tabernakel vom Hochaltar Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-2-Th048175 Erstellt von: L. Weinfurtner
Johannes Evangelist vom Hochaltar, 18. Jahrhundert
Johannes Evangelist vom Hochaltar, 18. Jahrhundert Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek / Archiv, ZI-0876-02-2-Th048198 Erstellt von: L. Weinfurtner

Ort

Plinganserstraße 1, 81373 München

Metadaten

Antonio Puseljic, “Die alte Sendlinger Kirche,” MunichArtToGo, accessed 19. Juli 2024, https://municharttogo.zikg.eu/items/show/160.