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    <title type="html"><![CDATA[Der ehemalige Firmensitz der Leonhard Moll AG: Vom Industriegelände zum Kulturzentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bauunternehmer Leonhard Moll, geboren am 31.07.1870 in Külsheim (Mittelfranken), errichtete 1922 einen Bauhof an der Hansastraße mit Eisenbiegerei, Sägewerk, Zimmerei und Schreinerei und 1929 ein Betonwerk. In den darauffolgenden Jahrzehnten produzierte der Bauhof unter anderem Betonfertigteile für die Sportanlagen der Olympischen Sommerspiele 1972, Stahlbeton-Tübbings für den Bau der U-Bahn, Einmannbunker, Gehwegplatten, Bahnschwellen sowie Betonmasten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1dfa88e3c2d29f26b0a7ec94841a522c.jpg" alt="Feierwerk, Gebäude Hansastraße 41, 2012 " /><br/><p>Die heute denkmalgeschützten Gebäude in der Hansastraße 39–41 wurden 1924 als symmetrische Anlage aus höheren Pavillonbauten und niedrigeren Flügelbauten erbaut. In der Hausnummer 39 befand sich das ehemalige Bürogebäude mit Magazin und Montagehalle. In Hausnummer 41 befand sich das Pförtnergebäude und die Kantine, sowie eine Abbindehalle und eine Transformatorenstation. Nachdem Moll mit gerade einmal 24 Jahren am 01.10.1894 sein Baugeschäft gründete, führte er zunächst kleinere Um- und Ausbauten durch. Bereits kurze Zeit später errichtete er jedoch auch Neubauten von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg realisierte das Unternehmen zahlreiche bedeutende Bauwerke in München. Insgesamt zählen mehrere dieser Bauten bis heute zu den prägenden Elementen des Münchner Stadtbildes. Dazu gehören unter anderem das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum, die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/332" target="_blank" rel="noopener">Großmarkthallen</a>, das Hauptzollamt, das Schwabinger Krankenhaus sowie das Sanatorium in Harlaching. Im Mai 1933 trat Leonhard Moll der NSDAP bei. Daraufhin übernahm das Unternehmen Aufträge für staatliche Bauprojekte, darunter das Haus der Deutschen Kunst. Am 8. Juni 1938 wurde den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde in der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums per sogenanntem „Führerbefehl“ mitgeteilt, dass die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/114" target="_blank" rel="noopener">Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße</a> abzubrechen sei. Der Abriss wurde im Juni 1938 durch das Bauunternehmen Leonhard Moll durchgeführt. Trotz der sehr kurzen Frist für den Abbruch einschließlich der Sprengarbeiten gelang es dem Unternehmen, die neue Orgel, die die Israelitische Kultusgemeinde zuvor an das Erzbischöfliche Ordinariat veräußert hatte, auszubauen. Auf Bitten der jüdischen Gemeinde sicherte Leonhard Moll zudem die Kupferbüchse mit den Gründungsurkunden aus dem Grundstein. Sie befindet sich heute wieder im Besitz der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern. Die Rolle des Unternehmens ist auch deshalb besonders ambivalent, weil Leonhard Moll noch 1930/31 den Einbau des Dachstuhls beim Neubau der Synagoge in der Reichenbachstraße ausgeführt hatte. Wie andere deutsche Bauunternehmen erhielt auch Leonhard Moll kriegswichtige Bauaufträge, unter anderem beim Bau von Autobahnen. Leonhard Moll gilt als Profiteur des NS-Regimes, da das Unternehmen zahlreiche prestigeträchtige Großaufträge ausführte. So war die Firma am Ausbau des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NSDAP-Parteiviertels am Münchner Königsplatz</a> beteiligt. Auf Münchner Baustellen setzte das Unternehmen während der NS-Zeit in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene ein. Allein 1942 waren in firmeneigenen Lagern in der Hansastraße über 1.100 Zwangsarbeiter sowie rund 70 französische Kriegsgefangene untergebracht. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erfolgte erst spät. Ab 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und leistete Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Rolle des Bauunternehmens Leonhard Moll während der NS-Zeit wird derzeit von der <i>Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e. V.</i> wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Aufgrund der NS-Belastung beschloss der Münchner Stadtrat 2014, Leonhard Moll die Ehrung durch einen Straßennamen zu entziehen. Der 1990 nach ihm benannte Leonhard-Moll-Bogen heißt seit 2014 Landaubogen, nach der niederbayerischen Stadt Landau (an der Isar). 1945 wurde das Unternehmen unter die Kontrolle der US-amerikanischen Militärregierung gestellt. Der Firmengründer Leonhard Moll starb im Oktober 1945. Ab 1948/49 ging die Leitung des Unternehmens auf seine Söhne über. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten, unter anderem am <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245" target="_blank" rel="noopener">Flughafen München-Riem</a>, im BMW-Werk Karlsfeld sowie an Wohnhäusern, Brücken und Verkehrswegen. In den folgenden Jahren errichtete die Leonhard Moll AG zahlreiche Bauwerke, die das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen, darunter die alte Eingangshalle des Hauptbahnhofs, das Gebäude des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252" target="_blank" rel="noopener">US-Generalkonsulats</a> und das Haus des Bayerischen Rundfunks, sowie die Sportstätten für die Olympischen Spiele 1972. 1976 verkaufte das Unternehmen seine ehemaligen Betriebsflächen an der Hansastraße an die Landeshauptstadt München; auf Teilen des Geländes entstand zunächst die Internationale Gartenbauausstellung 1983, später der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342" target="_blank" rel="noopener">Westpark</a>. Im Zentrum des ehemaligen Moll-Geländes befindet sich heute das Kultur- und Veranstaltungszentrum Feierwerk mit mehreren Konzert- und Ausstellungshallen. Außerdem befindet sich dort das Radio Feierwerk, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München und die Fachstelle Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-27T16:19:20+02:00</published>
    <updated>2026-06-18T12:03:39+02:00</updated>
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      <name>Nikita Wilhelm</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Isarphilharmonie: Münchens neuer Konzertsaal]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit der Isarphilharmonie bekam München im Jahr 2021 einen neuen, modernen Konzertsaal, der schnell internationale Aufmerksamkeit auf sich zog. In überraschend kurzer Zeit entstand ein Gebäude, das vor allem durch seine hervorragende Akustik und seine klare, moderne Gestaltung überzeugt. Als Teil des Kulturzentrums Gasteig HP8 hat sich die Isarphilharmonie inzwischen fest im kulturellen Leben der Stadt etabliert.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/97a2a5759766dbbc5daa19ef98f0d962.jpg" alt="Der Gasteig HP8 von außen" /><br/><p>Eröffnet wurde die Isarphilharmonie im Oktober 2021. Sie liegt im Münchner Stadtteil Sendling, direkt an der Isar, und gehört zum Ausweichstandort Gasteig HP8. Der Saal dient als Übergangslösung, solange der ursprüngliche Gasteig am Rosenheimer Platz saniert wird. Trotz dieses provisorischen Charakters wurde die Isarphilharmonie von Anfang an als vollwertiger Konzertsaal geplant. Das Foyer der Isarphilharmonie befindet sich in der ehemaligen Transformatorenhalle aus dem Jahr 1926, die Teil des benachbarten Heizkraftwerks Süd ist, und wurde ab 2019 für eine Nutzung durch den Gasteig saniert. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp). Für die Akustik war der international bekannte Akustiker Yasuhisa Toyota mit seinem Büro Nagata Acoustics verantwortlich. Der Konzertsaal bietet Platz für rund 1.900 Besucherinnen und Besucher und ist besonders auf große symphonische Werke ausgelegt. Der Innenraum wirkt bewusst zurückhaltend und ist von dunklen Holzflächen geprägt, die nicht nur das Design bestimmen, sondern auch eine wichtige akustische Funktion erfüllen. Auffällig ist vor allem die sehr kurze Bauzeit von nur etwa eineinhalb Jahren. Viele Kritiken loben die außergewöhnlich gute Klangqualität und betonen, dass die Isarphilharmonie weit mehr ist als nur eine Übergangslösung. Sie gilt vielmehr als gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Architektur, hochwertige Akustik und kulturelle Nutzung miteinander verbunden werden können.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/334">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-21T15:34:48+02:00</published>
    <updated>2026-07-30T12:40:35+02:00</updated>
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      <name>Mathieu Göritz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Siemenshochhaus: Ein Hochhaus mit Blick in die Zukunft]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Siemens-Hochhaus an der Baierbrunner Straße in München-Obersendling verweist wie der Name der nahegelegenen S-Bahn-Station auf die Verbindung des Ortes im Münchner Süden mit der Firma Siemens. Errichtet in den frühen 1960er-Jahren, gehörte es lange Zeit zu den höchsten Bürogebäuden Münchens und diente als Wahrzeichen des ehemaligen Siemens-Industriegeländes. Derzeit symbolisiert der 75 Meter hohe Turm den urbanen Wandel eines Stadtviertels.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f24857b11193dfbc99c653cba9923646.jpg" alt="Das Siemens-Hochhaus von Süden, 2006" /><br/><p>Gebaut zwischen 1961 und 1963 nach den Entwürfen des Architekten Hans Maurer, diente das Hochhaus jahrzehntelang als Verwaltungs- und Bürostandort von Siemens. Maurer errichtete zahlreiche Bauten für die Siemens AG. Das Gebäude orientiert sich in seiner Fassadengestaltung an Glas-Vorhangfassaden des <i>international style</i>. Mit 23 Etagen ragt es deutlich über die umliegenden Bauten hinaus und stand damit symbolisch für den technologischen Fortschritt der 1960er-Jahre. Nach der Aufgabe des Siemens-Standorts 2001 und längeren Leerstandsphasen wechselte das Gebäude mehrere Male den Eigentümer. Es steht unter Denkmalschutz, was seine Erhaltung trotz lukrativer Nutzungsoptionen gewährleistete. Die Bewohner des Viertels lehnten in den vergangenen 15 Jahren wiederholt Entwürfe verschiedener Eigentümer zur Nutzung des Gebäudes und des umliegenden Areals ab. Ab 2021 wurde das Bauwerk im Rahmen des Projekts „The Source“ revitalisiert: Der Turm wird sorgfältig saniert und gemeinsam mit zwei neuen Gebäuden zu einem energieeffizienten Mixed-Use-Ensemble weiterentwickelt. Die Revitalisierung sieht moderne Büroflächen, gemeinschaftliche Nutzungen sowie eine nachhaltige Energieversorgung vor, unter anderem durch Photovoltaik. Durch diese Veränderung wird jedoch der Denkmalschutz verloren gehen. Geplant ist die Fertigstellung bis 2027. Das ehemalige Siemens-Hochhaus zeigt beispielhaft, wie historische Architektur unter neuem städtebaulichem und ökologischem Blickwinkel neu definiert werden kann. Der Umbau veranschaulicht, wie Bauwerke der Vergangenheit zu zukunftsfähigen Orten für Arbeit und Lebensqualität transformiert werden können.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/333">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-21T12:35:24+02:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:18:41+02:00</updated>
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      <name>Boris Tesic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Bahnbetriebswerk Thalkirchen: Zwischen Dampf und Strom]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Betriebswerk Thalkirchen war lange Herzstück der Isartalbahn. Gegründet 1891, erlebte es den Übergang von Dampf- zu Elektroantrieb und ist als Bauensemble im ins 21. Jahrhundert weiterhin sichtbar und erzählt viel über die Geschichte der Münchner Lokalbahn.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2cb4ee127d357649015fc80f6b9bcc12.jpg" alt="Ehemalige vierständige Reparaturwerkstätte" /><br/><p>Das Betriebswerk entstand zur Eröffnung der Isartalbahn am 10. Juni 1891. Es lag zwischen den Haltestellen Thalkirchen und Maria‑Einsiedel und diente als Hauptwerkstätte der LAG (Lokalbahn AG). Anfangs standen dort sieben Dampflokomotiven. Ein fünfständiger Rundlokschuppen formte das Gelände. Am 15. Januar 1900 kamen die ersten Triebzüge in München zum Einsatz. Dafür baute man eine dreigleisige Triebwagenhalle und ein kleines E‑Werk zur Stromversorgung. Dampf‑ und Elektrofahrzeuge fuhren eine Zeit lang parallel. Das stellte Werkstatt und Personal vor neue Aufgaben. Ab 1. Januar 1952 wurde das Bw (Betriebswerk) Thalkirchen als Außenstelle dem Bw München Ost unterstellt. Vier Jahre später, 1956, wurde das Betriebswerk aufgehoben. Teile der Gleisanlagen blieben noch bis 1964 erhalten. Einige Gleise erinnern noch an die frühere Nutzung des Geländes. Zwischenzeitlich befand sich dort auch ein Spielplatz, der mittlerweile aber wieder abgebaut wurde. Einige Gebäude, etwa der Rundlokschuppen, das Kesselhaus und die Triebwagenhalle, überdauerten und stehen heute als Baudenkmäler in der Bayerischen Denkmalliste. Zwischen 2014 und 2015 wurden Teile des Geländes saniert und gewerblich genutzt. Heute erinnert die ehemalige Trasse mit Radweg und Parkflächen an die Zeit, als früher hier Züge das Isartal verbanden. Die Spuren sind sichtbar und so bleibt die Geschichte greifbar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/323">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T10:00:54+01:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:24:22+02:00</updated>
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      <name>Philip Nätscher</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der „BMW Vierzylinder“<br />
“BMW Four-Cylinder”: Fünf Jahrzehnte Modernität<br />
Five decades of modernity]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Geschichte der weltbekannten BMW Zentrale in München handelt von Innovationsgeist, Architekturvision und neuen Ideen in Zeiten großer Veränderung. Das BMW Hochhaus ist als Ensemble mit den angrenzenden Flachbauten und der Schale des BMW Museums eine Architekturikone im Norden Münchens. Gleichsam als plastische Großfigur ist der „Vierzylinder“ seit 1972 ein Wahrzeichen der Moderne in München.  Durch den architektonisch einzigartigen Bau der BMW Welt im Jahr 2008 und im Zusammenspiel mit dem Olympiapark verfügt der Münchner Norden damit über ein außergewöhnliches Ensemble von internationalem Rang.  </p></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/62555ec995ad913d88ae5a03f581085e.jpg" alt="BMW Hochhaus und BMW Museum, ca. 1975
BMW High-rise and BMW Museum, approx. 1975
" /><br/><p>Im Mai 1968 beschloss der BMW Vorstand, einen Architektenwettbewerb für ein neues Verwaltungsgebäude südlich des Werks auszuschreiben. Als Siegerentwurf ging daraus eine fast 100 Meter hohe, futuristische „Hängekonstruktion“ mit vier zylinderförmigen Hauptelementen des Wiener Architekten Karl Schwanzer hervor. Das Hochhausareal konzipierte Schwanzer nach dem Vorbild seines Lehrmeisters Oscar Niemeyer im Sinne einer Architekturlandschaft. Wie dessen Nationalparlament in Brasília besteht das Ensemble aus geometrischen Formen: in Brasilien Scheibe und Trichter, hier Zylinder und die Halbkugel des Museums, verbunden durch dienende Flachbauten. Die vier Zylinder des BMW „Vierzylinders“ stehen nicht auf einem Fundament, sondern hängen an vier riesigen „Kragarmen“, die kreuzweise oben auf dem zentralen Kern aus Stahlbeton ruhen. Das fast 100 Meter hohe Gebäude sollte deshalb auch nicht wie allgemein üblich von unten nach oben errichtet werden, sondern die Baukörper wurden hydraulisch nach oben gezogen und so das Gebäude von oben nach unten in mehreren Segmenten vervollständigt. Die Architektur ist somit passgenau auf einen Autobauer als Auftraggeber und späteren Nutzer zugeschnitten, da allein schon ihre Ausführung nicht der klassischen Baukunst entspricht, sondern dem damals modernen Bauprinzip eines Ingenieursbauwerkes, das aus Stahlträgern, Fertigbetonteilen und Funktionsleitungen erstellt wird. Ähnliche Ansätze lassen sich bei den zeitgleich geplanten Bauprojekten des Centre Pompidou in Paris und des Opernhauses in Sydney finden. In einer Rekordzeit von nur zwei Jahren wurde der neue BMW Büroturm zumindest äußerlich fertiggestellt – rechtzeitig zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1972. Am 18. Mai 1973 wurde das Hochhaus mit einem großen Festakt eingeweiht. Seit 1999 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wurde zwischen 2004 und 2006 saniert und modernisiert. Das BMW Hochhausareal ist von großer architektur- und firmenhistorischer Bedeutung. Schon während der Olympischen Sommerspiele in München verfehlte das in seiner Außenwirkung bereits vollendete Ensemble die weltweite Aufmerksamkeit nicht. Das BMW Hochhaus darf zu Recht als ein architektonischer Höhepunkt der Moderne in München bezeichnet werden, als ein gebautes Versprechen einer positiven Zukunft im Einklang von Kunst, Kultur und Technik. ENGLISH VERSION <i>The history of the world-renowned BMW headquarters in Munich is about innovative spirit, architectural vision, and new ideas in times of great change. The BMW High-rise, as an ensemble with the adjacent low-rise buildings and the "shell" of the BMW Museum, is an architectural icon in the north of Munich. Since 1972, the "Four-Cylinder" has been an impressive symbol of modernity and has long become one of Munich's outstanding landmarks. With the architecturally unique construction of the BMW Welt in 2008, and in conjunction with the Olympic Park, the northern Munich area now boasts an exceptional ensemble of international stature. In May 1968, the BMW board decided to announce an architecture competition for a new administrative building south of the factory. From this, a nearly 100-meter-high, futuristic "hanging construction" with four cylinder-shaped main elements by Viennese architect Professor Karl Schwanzer emerged as the winner. Schwanzer designed the high-rise area as an architecture landscape inspired by his teacher Oscar Niemeyer. Like Niemeyer's National Congress in Brasília, the ensemble consists of geometric shapes - disc and funnel in Brazil, cylinders and the half-sphere of the museum, connected by servicing buildings. The four cylinders of the BMW "Four-Cylinder" are not standing on a foundation but hanging from four huge "cantilever arms" which cross diagonally at the top of the central reinforced concrete core. The almost 100-meter-high building was thus not intended to grow from the ground up, as is generally the case, but the structures were hydraulically raised to the top and the building completed from the top down in several segments. The architecture is thus tailored precisely to an automaker because its execution alone does not correspond to classic architecture, but to the modern construction principle of an engineering structure, which is created from steel beams, precast concrete parts, and functional lines. Similar approaches can be found in the contemporaneously planned construction projects of the Centre Pompidou in Paris and the Sydney Opera House. In a record time of only two years, the new BMW office tower was completed at least externally - just in time for the opening of the 1972 Summer Olympics. On May 18, 1973, the high-rise was inaugurated with a grand ceremony. The building has been under monument protection since 1999 and was renovated and modernized between 2004 and 2006. The BMW high-rise complex holds great significance in terms of architectural and corporate history. Even during the 1972 Summer Olympics in Munich, the completed ensemble did not miss out on global attention. The BMW high-rise rightly qualifies as an architectural highlight of modernity in Munich, as a built promise of a positive future in harmony with art, culture, and technology.</i></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/140">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-01-09T13:59:38+01:00</published>
    <updated>2026-08-06T12:17:50+02:00</updated>
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      <name>Klaus-Anton Altenbuchner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Pfanni-Gelände am Ostbahnhof: Vom Knödel zur Kultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof, auf dem momentan das Werksviertel entsteht, hat in seiner Geschichte mehrere Umnutzungen erfahren. Einst unter anderem von der ehemaligen Knödelfabrik Pfanni verwendet, erfuhr es in den 1990er und 2000er Jahren eine Verwandlung zum Kunstpark Ost und danach zur Kultfabrik, einer der europaweit größten Partymeilen. Mittlerweile beheimatet es neue Kulturangebote, Hotels und Unternehmen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4dc7854711ba93c438cbacdc49d639c5.jpg" alt="Pfanni-Werke hinter dem Ostbahnhof, 1957/58" /><br/><p>Das Gelände hinter dem Ostbahnhof hat oft sein Gesicht verändert. Wo seit einigen Jahren das Werksviertel entsteht, befanden sich früher Firmengelände, wie etwa die Optimol Ölwerke, das Bekleidungshaus Konen oder die auf Motorräder spezialisierte Zünder-Apparatebau-Gesellschaft (Zündapp). Am bekanntesten sind aber wohl die Knödel-Produktionshallen, Teil der 1949 von Werner Eckart (1909–1997) gegründeten Pfanni-Werke, die zum größten europäischen Spezialisten für Kartoffelprodukte avancierten. Da industrielle Produktion innerhalb von München weniger erwünscht war, sich die Marktverhältnisse verändert hatten und Energie- und Lohnkosten gestiegen waren, mussten sie in den 1990er Jahren schließen. 1993 wurde das Gelände vom Münchner Kulturunternehmer Wolfgang Nöth (1943–2021) aufgekauft. Dieser war seit den 1980er Jahren in München für seine unkonventionellen Ideen zum Feierleben und seiner Hartnäckigkeit bezüglich bürokratischer Auflagen bekannt. 1996 entstand auf dem Gebiet der ehemaligen Pfanni-Werke der „Kunstpark Ost“, der zeitweise als größtes Clubgelände in Deutschland galt und rund 250.000 Besuchende pro Monat zählte. Neben den etwa 30 Diskotheken und Clubs, die in unterschiedlichen Hallen angesiedelt waren, gab es Restaurants, Spielhallen, Antikmärkte und Ateliers zu günstigen Mieten. Ab 2003 wurde der ehemalige „Kunstpark Ost“ vom Team der Eventfabrik GmbH als „Kultfabrik“ betrieben, mit reduzierter Größe und Vielfalt, während Nöth in die benachbarten Optimolwerke umzog, auf deren Gelände wiederum mehrere Clubs eröffnet wurden.</p><p>Da die Planung des sogenannten Werksviertels immer mehr Form angenommen hatte, mussten Kultfabrik, Optimolwerke und andere kulturelle Einrichtungen 2015 weichen. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Areal 1.500 Wohnungen, Büroräume für 7.000 Arbeitsplätze, fünf Hotels, Einzelhandelsfläche von 30.000 Quadratmetern, mehrere Musikbühnen und eine neue Philharmonie geplant. Das Gesamtkonzept sollte vom Büro Steidle Architekten erarbeitet werden. Für Bauherren, Stadt und Architekten war es wichtig, den Kern des alten Pfanniwerks mit Kartoffelsilo, Verpackungshalle oder Kartoffelwaschanlage zu erhalten: „Spannende Architektur, die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sowie eine spektakuläre Mischnutzung von Gebäuden und öffentlichem Raum machen das Werksviertel zu dem Zukunftsviertel für München“, heißt es auf der offiziellen Website des Werksviertels (zit. nach <a href="https://werksviertel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">werksviertel münchen</a>). Dort werden neben Büros, Wohnungen und Hotels auch vielzählige Startups, Veranstaltungshallen, Theater, das Container Collective mit Gastronomie, Einzelhandel, Kunst und Kultur sowie viele weitere Einrichtungen beherbergt. Auch wenn das Projekt im Mai 2023 den deutschen Städtepreis gewonnen hat, weisen Gegner:innen der Bauvorhaben darauf hin, dass alteingesessene Kultur vertrieben wurde, um Hotels zu errichten und Raum für Arbeitsplätze privater Medienunternehmen zu schaffen. Viele der Künstler:innen, die Ateliers auf dem Gelände nutzten, werden kaum die Miete aufbringen können, die bereits heute in einigen Bürogebäuden angesetzt wird. Die kreative Lücke, die entsteht, um das neue Konzept zu verwirklichen, lässt sich nur schwer füllen, da es in München – einer Stadt, die lange Zeit für ihre künstlerische Bohème bekannt war – an bezahlbarem Raum für alternative Nutzungen, wie etwa den damaligen Kunstpark Ost, mangelt.</p><p>Seit Ende 2023 stehen Verwaltungsgebäude und Kesselhaus unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/111">Für mehr (einschließlich 11 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-08-30T18:52:51+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T14:27:54+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Paketzustellamt: Betriebsabläufe als Ästhetik]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Paketzustellamt an der Arnulfstraße ist ein repräsentatives Beispiel für den Kerngedanken des Neuen Bauens, die Ästhetik eines Gebäudes aus seiner Funktion entstehen zu lassen. Herausragendes Merkmal des Gebäudeensembles, welches sich nach außen traditionell gab, war die Verteilerhalle mit hoher Glaskuppel im Inneren.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/0c0901b6d145adfb7132b94818200679.jpg" alt="Die Verteilerhalle kurz vor Fertigstellung, 1926" /><br/><p>Erbaut zwischen 1924 und 1927 von Walther Schmidt (1899–1993), Robert Vorhoelzer (1884–1954) und Franz Holzhammer (1893–1958) wurde der Gebäudekomplex für das maschinelle Sortieren und Verteilen der Post realisiert. Die Anlage wurde in Deutschland nach einem gemeinsamen Patent der Berliner Firma Mix & Genest und des Reichspostministeriums entwickelt und war eine Reaktion auf die Notwendigkeit, die Räumlichkeiten der bayerischen Post auszubauen. Das stark gewachsene Aufkommen von Paketsendungen und das Wachstum Münchens (in der Stadt lebten inzwischen über 700.000 Menschen) erforderten zusätzliche Gebäude und Standorte. Das neue Paketzustellamt war für alle Stadtteile links der Isar zuständig und nahm ein Gelände von 23.000 Quadratmetern ein. Die Lage garantierte die logistisch wichtige unmittelbare Nähe zur Bahn sowie zur Oberpostdirektion. Die neobarocke zweistöckige Fassade an der Arnulfstraße beherbergte Werkstätten, Büroräume und Hallen. Erst hinter dem Einfahrtstor, im Osten der Anlage, befindet sich das modernistische Gebäude. Der Rundbau mit 52 Metern Durchmesser besitzt eine von acht pilzförmigen Säulen getragene Eisenbetondecke mit aufgesetztem Glastambour zur Beleuchtung der Halle. Die Verteilerturbine, an der bis zu zwölf Personen gleichzeitig arbeiten konnten, bestand aus verschiedenen Maschinen, einem Labyrinth aus Förderbändern und Rutschen. „Betrieb, Maschine und Haus sind zur Einheit verschmolzen“, kommentierte der ausführende Architekt Walther Schmidt (zit. nach Blohm / Nerdinger 1994, S. 114). Die starke Diskrepanz zwischen den von außen sichtbaren und den im Inneren verborgenen Gebäudeteilen zeigt, dass die öffentliche Präsentation moderner Architektur mit ihrem Fokus auf Rationalisierung, das Maschinelle und einer Ästhetisierung der Betriebsabläufe im Sinne eines „form follows function“ im konservativen München noch nicht selbstverständlich war. Aber auch im Kontext der anderen Bauten der sogenannten Postbauschule in München ist der Rundbau des Paketzustellamts besonders hervorzuheben – denn die Betriebsabläufe waren weniger auf Menschen angewiesen als auf Verteilermaschinen. Damit verbunden war allerdings eine komplette Negierung von Flexibilität und Individualität. Dieser Umstand war es auch, welcher der weiteren Nutzung des Gebäudes zum Verhängnis wurde. Das neue Paketzustellamt – der sogenannte „Paketdom“ – der zwischen 1965 und 1969 an der Arnulfstraße 195 errichtet wurde, löste das alte Gebäude zunehmend ab. Bis 1972 blieb die Paketverteilung noch in Betrieb, danach diente das Gebäude vorwiegend als Lagerraum. 1985 wurde das Paketzustellamt durch Fridolin Christen und Franz Stauda saniert – unter seinem Dach befanden sich dann eine Mensa und eine Bibliothek. Später fand die Halle Verwendung für Veranstaltungen unterschiedlicher Art. 2006 rief die Stadt München dazu auf, neue und nachhaltigere Nutzungsmöglichkeiten vorzuschlagen. Voraussetzungen waren der Erhalt des Charakters der Gesamtanlage und eine Mischung aus gewerblicher Nutzung (wie Büros und Ateliers) und Wohnungen. Nach mehreren Verhandlungen ging das Gelände an die Firma Google, die dort ihre Münchner Filiale weiter ausbaut, welche bereits über 1.200 Arbeitsplätze in München verfügt. Die von Walther Schmidt beabsichtigte „Versöhnung des Technischen mit dem Menschlichen“ (zit. nach Aicher / Drepper 1990, S. 193) hätte damit eine neue Wendung nehmen können – neben 1.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen lässt sich in den Plänen der Firma allerdings keine Spur mehr von neuem Wohnraum finden. Dafür soll die hochmoderne Halle im Innenhof des Amtes zu einer Eventlocation umgebaut werden – und damit auch für Außenstehende zugänglich sein. Die Fertigstellung des Umbaus ist zum Ende des Jahres 2023 geplant.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/51">Für mehr (einschließlich 14 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-10-21T09:56:39+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T12:40:37+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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