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    <title type="html"><![CDATA[Das Bayerische Landesamt für Steuern: Ein Bauwerk zwischen Raub, Macht und Nachnutzung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Münchner Maxvorstadt finden sich bis heute Bauwerke, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen. Der Verwaltungsbau in der Sophienstraße 6 gehört zu diesen historischen Gebäuden. Seine Geschichte zeigt den Wandel der Nutzung eines staatlichen Gebäudes des NS-Regimes bis in die Gegenwart.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3d061e4166d541d49cbefebc2fd16054.jpg" alt="Das Gebäude im Jahr 2017" /><br/><p>Das Gebäude in der Sophienstraße 6, welches sich unmittelbar gegenüber des Alten Botanischen Gartens in der Münchner Maxvorstadt befindet, gehört zu den Verwaltungsbauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Errichtet wurde das Gebäude zwischen 1938 und 1941 nach Plänen des Architekten Franz Stadler als Sitz des Oberfinanzpräsidiums München. Architektonisch folgt das Gebäude dem klassizierenden Monumentalstil, welchen das NS-Regime bevorzugte. Besonders prägnant ist der überdimensionierte steinerne Adler, welcher einen Lorbeerkranz mit Hakenkreuz hielt. Dieses wurde nach 1945 entfernt, der Adler ist jedoch bis heute sichtbar. Das Oberfinanzpräsidium war hauptsächlich an der Enteignung jüdischen Eigentums beteiligt. Eine eigene Hauptabteilung befasste sich mit der „Verwertung des einzuziehenden Vermögens“ jener jüdischen Bürger, die zur Emigration gezwungen oder deportiert wurden. Allein in München wurden die Vermögen von tausenden jüdischen Familien auf diese Weise enteignet – verwaltet und organisiert von Beamten am Oberfinanzpräsidium. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte zunächst die amerikanische Besatzung das Gebäude, da es kaum beschädigt worden war. Zwischen 1947 und 1949 tagte im sogenannten Sophiensaal sogar der Bayerische Landtag. Später wurde aus diesem Saal ein Konzertsaal, den man bis heute mieten kann. Und seit 2002 ist das Gebäude Sitz der Oberfinanzdirektion München sowie weiterer Finanzbehörden des Freistaats Bayern und des Hauptzollamts.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/324">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T10:56:21+01:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:19:31+02:00</updated>
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      <name>Tommy Sabsch</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Architekturmuseum der TUM: Amerikanisches Generalkonsulat, 1954–1958: Ein architektonisches Bekenntnis zu „Freiheit“ und „Demokratie“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Amerikanische Generalkonsulat am Englischen Garten, gegenüber dem frühklassizistischen Prinz-Carl-Palais und vis-à-vis dem nationalsozialistischen, neoklassizistischen Haus der Kunst, repräsentierte bei der Eröffnung 1958 das freiheitlich-demokratische Amerika.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/63d04327296f743cfd3ff4e96c226165.jpg" alt="Amerikanisches Generalkonsulat, 1958" /><br/><p>Das Gebiet zwischen Von-der-Tann-, Königin- und Schönfeldstraße wurde im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen schwer zerstört. Nachdem das Amerikanische Generalkonsulat zunächst im 1945 beschlagnahmten Zentralministerium an der Ludwigstraße 2 untergebracht war, sollte das Ruinengrundstück für den Neubau genutzt werden. Das amerikanische Architekturbüro SOM (Skidmore, Owings & Merill), das mit dem Lever Building in New York das erste vollverglaste Bürogebäude im International Style geschaffen hatte, entwickelte einen Bautypus, der für die in Deutschland geplanten Generalkonsulate angepasst wurde. Die Landeshauptstadt München akzeptierte allerdings den Entwurf nicht und beauftragte Sep Ruf, der seinerzeit in Bonn für die US-amerikanischen Hochkommissare verschiedene Projekte bearbeitete. Auf Grundlage des SOM-Typus entwickelte Ruf schließlich eine einvernehmliche Lösung mit einer Grünverbindung vom Finanzgarten zum Englischen Garten: Über einem niedrigen Pavillon erhebt sich auf freistehenden geschosshohen Betonstützen das dreigeschossige Kanzleigebäude mit einer Vorhangfassade mit Natursteinplatten im Brüstungsbereich. Der Nordflügel des Pavillons schiebt sich unter das Hauptgeschoss und dient sowohl als Empfangsbereich wie auch als Treppenhaus. Die Glaswände des Pavillons öffnen sich zum Englischen Garten und sind rückseitig von Wänden mit einer Natursteinverkleidung umschlossen. Den Eingang akzentuiert das Kunstwerk „Der Gong“ von Harry Bertoia. Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen wird das Gelände seit 1985 von einem hohen Metallzaun abgeschirmt und permanent bewacht. In den späten 1990er-Jahren wurde auch noch die Straße gesperrt. Das programmatische Bekenntnis, mit einer offenen Architektur einen Blick in jenes Amerika, „von welchem man Demokratie und Lebensart lernen könne“, zu ermöglichen, scheiterte gleich zwei Mal. Zurzeit scheint die einer Festung gleichende Anlage von der Geschichte überholt und eher ein Sinnbild für den Verlust von Freiheit und Demokratie in den USA zu sein.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252">Für mehr (einschließlich 8 Bilder&#32;&amp;&#32;1 Audiodatei) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-04T11:14:43+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:23:43+02:00</updated>
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      <name>Irene Meissner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Anwesen Holbeinstraße 9–11:  Der ehemalige Sitz der Landesversicherungsanstalt von Oberbayern]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/13fc05c6e9f6c3de283914409166fdd5.jpg" alt="Das Eingangsportal der Versicherungsanstalt für Oberbayern, 1907" /><br/><p>Das Anwesen in barockisierenden Formen mit Risaliten, Zwerchgiebeln, Dachreitern und plastischem Dekor an beiden steinernen Portalvorbauten, wurde von 1903 bis 1905 von den Architekten Heilmann & Littmann für die Landesversicherungsanstalt (LVA) erbaut. Der östliche Erweiterungsbau entstand Anfang der 1950er Jahre. Der Bildhauer Julius Seidler (1867–1936) schuf den Fassadenschmuck am Hauptportal. Er war seit 1892 als Bildhauer überwiegend in München tätig, wo er bis zu seinem Tod lebte. Julius Seidler, der mit dem Architekten Gabriel Seidl, den Firmen Eugen Hönig & Karl Söldner und mit Heilmann & Littmann zusammenarbeitete, schuf unter anderem den Fassadenschmuck am Ruffiniblock (Rosental/Sendlinger Straße), Hirmer (Kaufingerstraße 28), Dallmayr (Dienerstraße 14/15) und dem ehemaligen Warenhaus Tietz (später Hertie) am Hauptbahnhof. Das Gebäude der LVA war seit der Beschlagnahmung durch die Amerikaner von Mai bis November 1945 Sitz des für ganz Bayern zuständigen Regional Military Government. Im Oktober 1945 zog das „Staatskommissariat für die Betreuung der Juden in Bayern“ ein. Unter Staatskommissar Hermann Aumer sollte eine Wiedergutmachung des an den Juden begangenen Unrechts organisiert werden. Erweitert im September 1946 durch das „Staatskommissariat für rassisch, religiös und politisch Verfolgte“, kümmerte sich nun Philipp Auerbach um die Wiedergutmachung, Wohnungsbeschaffung, Treuhänderschaft über „arisiertes“ Eigentum und Unterbringung von heimatlosen KZ-Überlebenden. Die Behörde unterstand dem bayerischen Innenministerium. Im selben Gebäude waren außerdem das „Staatssekretariat für das Flüchtlingswesen“ sowie das Staatsministerium der Justiz untergebracht. Der KZ-Überlebende Philipp Auerbach (1906–1952) war nicht nur als Staatskommissar tätig, sondern auch Gründungsmitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Mitglied des ersten Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsident des Bayerischen Landesentschädigungsamtes. Im März 1951 wurde er festgenommen, da man ihm Veruntreuung von 13 Millionen Reichsmark Wiedergutmachungsgeldern, 111-fache Urkundenfälschung, Annahme von Bestechungsgeldern und Erpressung vorwarf. Das Gericht verurteilte ihn nach einem aufsehenerregenden, antisemitisch aufgeladenen Prozess am 14. August 1952 zu zweieinhalb Jahren Haft und 2700 DM Geldstrafe. Philipp Auerbach nahm sich daraufhin das Leben. Durch einen Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags wurde er 1954 posthum rehabilitiert. In den 1970er Jahren übersiedelte die LVA an die Thomas-Dehler-Straße 3 in Neuperlach. Das Gebäude Holbeinstraße 9 wurde bis zu ihrem Umzug an den Prinzregentenplatz 16 im April 1998 von der Bogenhausener Polizei genutzt. Derzeit sind an der Holbeinstraße 9 wieder Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd untergebracht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/233">Für mehr (einschließlich 7 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-04-23T12:05:22+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:16:14+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Post am Harras: Oberpostdirektion gegen Verkehrschaos <br />
]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Postgebäudekomplex am Harras, der nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eröffnet wurde, ist eines der späteren Projekte der Postbauschule. Da beim Bau der Anlage die Verkehrsregelung des ganzen Platzes bedacht und neu strukturiert wurde, gilt es als eines der bedeutendsten Projekte von Robert Vorhoelzer, dem damaligen Leiter der Oberpostdirektion.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8a82d9ab557a47ac9d344820da26cfbf.jpg" alt="Postamt und Wohnbau am Harras, 1933" /><br/><p>Die Post am Harras, errichtet im Stil des Neuen Bauens, (auch bekannt aus dem Kontext von Neuer Sachlichkeit und Bauhaus) verbindet gleichzeitig ein Postamt samt Büroräumen mit einem Wohnkomplex für die Angestellten. Es handelt sich um eines der späteren Projekte der Postbauschule, welche die Verbesserung sozialer Zustände und postalischer Arbeitsabläufe durch Verwendung neuer Materialien und technischer Möglichkeiten sowie die Etablierung einer modernen Architektursprache vorsah.</p><p>1931 trat die Oberpostdirektion mit dem Projekt für den Ausbau des Post- und Telegrafenwesens am Harras an die Öffentlichkeit. Die Lokalpresse forderte daraufhin, dass in diesem Zuge auch eine Umgestaltung des Platzes an der Gabelung der heutigen Plinganserstraße und Albert-Roßhaupter-Straße erfolgen sollte.</p><p>Der Platz lag zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Stadtrand Münchens und war Siedlungsraum hauptsächlich für Arbeiter:innenfamilien, die in den umliegenden Fabriken angestellt waren. Durch sein organisches Wachstum entwickelte sich der Harras zu einem stark genutzten und sehr chaotischen Verkehrsknotenpunkt.</p><p>Bei der Konzeption und beim Bau des Gebäudekomplexes am Harras konnten der Leiter der Oberpostdirektion Robert Vorhoelzer und Hans Schnetzer  das in der Vergangenheit beispielsweise an der Postversuchssiedlung in Neuhausen oder der Post an der Tegernseer Landstraße erprobte Wissen anwenden und erweitern.</p><p>Das von Vorhoelzer und Schnetzer projektierte Postgebäude wird von zwei höheren Wohngebäuden umrahmt. Das Ensemble umschließt einen Innenhof auf der einen Seite und begrenzt auf der anderen Seite den davorliegenden Platz nach Süden hin. Durch den Umbau wurde der Platz auf das Doppelte seiner ursprünglichen Fläche ausgedehnt. Das nach Westen hin als Abschluss geplante siebengeschossige Hochhaus wurde nicht mehr verwirklicht – möglicherweise aufgrund einer dem Projekt gegenüber eher zurückhaltenden Einstellung der Stadtverwaltung.</p><p>Für die Konstruktion der Gebäude setzte man die zu dieser Zeit häufig verwendete Eisenbetonskelettbauweise ein, die mit Mauerwerk ausgefacht und glatt verputzt wurde.</p><p>Der Gebäudekomplex wurde nach kurzer Bauzeit vollendet – bereits zum 1. November 1932 waren die 65 Eineinhalbzimmereinheiten und 30 Vierzimmerwohnungen bezugsfertig. Das Postdienstgebäude wurde am 1. April 1933 eröffnet – also bereits nach der Machtergreifung Hitlers, am selben Tag, an dem der Boykott jüdischer Geschäfte begann.</p><p>Eine konkrete Zusammenarbeit mit der NSDAP liegt allerdings nicht vor. Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um eines der spätmöglichsten modernen Bauwerke, welche in der Zeit direkt vor der Diktatur umgesetzt werden konnten. Robert Vorhoelzer wurde aufgrund seines modernistischen Baustils eine „bolschewistische Bauhaltung“ (zit. nach Aicher u.a. 1990, S. 81) vorgeworfen und letztlich  seines Amtes als Leiter der Oberpostdirektion enthoben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/124">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-11-07T15:25:50+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:52:16+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina </name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Stadtarchiv der Landeshauptstadt München: Vom städtischen Wehramt zum Gedächtnis der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit dem städtischen Wehramt München in der Winzererstraße, in welchem seit 1926 das Stadtarchiv seine Heimat hat, schuf Hans Grässel (1860–1939) ein Dienstgebäude, das wie alle seine Bauwerke in seiner liebevollen Ausgestaltung nicht nur den praktischen Anforderungen der städtischen Verwaltung Rechnung trug, sondern bereits damals vornehmlich psychologische Aspekte berücksichtigte, die im Behördenbau heutiger Tage selbstverständlich erscheinen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/868c3cb307db57921d87017164291a89.jpg" alt="Stadtarchiv München, Vorderansicht von der Winzererstraße aus, um 1920" /><br/><p>Zur Unterbringung des 1888 für die städtischen Militäraufgaben geschaffenen Wehramtes entwarf Stadtbaurat Hans Grässel (1860–1939) ein repräsentatives Dienstgebäude. Es trägt mit seiner illustren Eingangshalle, dem breiten Treppenhaus, den großen hellen Räumen und lichtdurchfluteten Gängen dazu bei, dass sich die dort Beschäftigten in „ihrem“ Haus wohlfühlen. Dies ist im Übrigen ein Merkmal aller Grässelschen Bauten, gleich ob es sich um Dienst- oder um Wohngebäude handelt.</p><p>Das Wehramt wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube am Rand des Münchner Kasernenviertels zwischen 1912 und 1914 in zurückhaltenden Formen des späten 18. Jahrhunderts errichtet. Das viergeschossige Hauptgebäude war für den Amtsvorstand und die Friedensersatzkommissionen bestimmt, die den Innenhof umschließenden eingeschossigen Nebengebäude wurden von den Kriegsersatzkommissionen und als Lagerräume genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude mit dem Übergang der Wehrhoheit auf das Deutsche Reich funktionslos und diente anderen städtischen Dienststellen als Unterkunft. 1926 bezog das Stadtarchiv die beiden Obergeschosse des Hauptgebäudes mit einem Teil seiner Bestände. Schließlich konnte es das gesamte Hauptgebäude in Besitz nehmen.</p><p>Der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäudekomplex wurde nach Kriegsende wieder von verschiedenen heimatlos gewordenen städtischen Dienststellen bezogen. 1947 konnte das Stadtarchiv die alleinige Nutzung für Archivzwecke sicherstellen. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1950 mit dem Nordpavillon. Anstelle der beiden zerstörten östlichen Pavillons entstanden zwischen 1958 und 1961 Magazintürme in zeitgemäßer Gestalt. 1964 bis 1965 wurde das kriegszerstörte Dach des Hauptgebäudes in alter Form mit einem als Magazin ausgebauten Dachgeschoss wieder errichtet. Im Rahmen einer dringend notwendigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten des Stadtarchivs wurden zwischen 1977 und 1982 zunächst die beiden Seitentrakte im Norden und Süden äußerlich in alter Form aber innen für Aufbewahrungszwecke und zur Aufnahme der Restaurierungswerkstatt erneuert. Von 1986 bis 1989 wurden auch der Ostflügel und die beiden Magazintürme durch einen großen Trakt mit Seitentürmen nach Planungen des Architektenbüros Hans-Busso von Busse (1930–2009) ersetzt. Neben Magazinräumen für insgesamt 34 km Aktengut, von denen derzeit bereits rund 26 km belegt sind, erhielt der in Schicht-Ziegelbauweise errichtete Neubau als Publikumsbereich eine Rotunde für Ausstellungen und Veranstaltungen. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen 1990 durch die Aufstellung eines vierteiligen Kunstwerkes zwischen dem Gebäude und dem gegenüber liegenden Nordbad nach Entwürfen des französischen Künstlerehepaares Anne und Patrick Poirier. Es symbolisiert den Menschen und seinen Blick auf die Geschichte.</p><p>Das Stadtarchiv als „Gedächtnis der Stadt“ ist mehr als nur ein Lagerort für altes Schriftgut und Akten; es ist vielmehr ein Ort des Quellenmaterials für Forschende, sei es an wissenschaftlichen Institutionen oder privat zur eigenen Familiengeschichte. Damit will das Stadtarchiv die Menschen der Gegenwart mit der Überlieferung einer vermeintlich beendeten Zeit in Berührung bringen; es möchte ihnen helfen, sich für die Vergangenheit der eigenen Stadt zu interessieren – und diese auch zu verstehen. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/119">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-19T15:32:51+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T11:59:46+02:00</updated>
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      <name>Manfred Heimers&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Christian Freundorfer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Justizpalast:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/71b25a9326f297e20ae7874efee14fe2.jpg" alt="Gesamtansicht des Justizpalastes vom Karlsplatz aus, um 1900" /><br/><p>Der Architekt Friedrich von Thiersch (1852–1921) errichtete von 1891–1897 den Münchner Justizpalast am Karlsplatz. Der repräsentative Monumentalbau zeugt von dem gesteigerten Interesse an Gerichtsgebäuden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie von dem Bedürfnis nach der Mündigkeit und Öffentlichkeit von Gerichtsverfahren. Die Auswahl der Abbildungen stammt aus dem Fundus der rund 25.000 München-Fotos der Photothek sowie aus dem Bruckmann-Archiv des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/117">Für mehr (einschließlich 14 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-10-11T17:05:21+02:00</published>
    <updated>2026-08-06T11:57:41+02:00</updated>
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      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Parteiviertel der NSDAP: Bürokratie und Kult]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz war das erste große Bauprojekt der Nationalsozialisten in Deutschland. Durch die Errichtung von vier neoklassizistischen Bauten an der heutigen Katharina-von-Bora- und Arcisstraße sowie die Umgestaltung des Königsplatzes nach Plänen des Architekten Paul Ludwig Troost entstand bis 1937 ein monumentales Forum der Bürokratie und des Kults.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b126c0a3e89c78a705079ebe4bad3787.jpg" alt="Der Königsplatz, von den Propyläen nach Osten, 1938" /><br/><p>1930 kaufte die NSDAP das Palais Barlow in der Brienner Straße (ehemals Brienner Straße 34, im Krieg zerstört, dort heute das NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1) und baute es zur Geschäftsstelle der Partei um. Als „Wiege der Partei“ und ideologischer Memorialort der NS-Bewegung wurde dieses sogenannte „Braune Haus“ zum Kern des Parteiviertels, das seit 1933 in der Maxvorstadt entstand. Mehr als 50 Gebäude entlang der Arcisstraße und ihrem südlichen Abschnitt (heute: Katharina-von-Bora-Str. 10), Karlstraße, Brienner Straße, Barer Straße und Gabelsbergerstraße sowie angrenzender Straßen gingen im Laufe der 1930er Jahre in den Besitz der NSDAP über. Sie wurden entweder abgerissen, um Platz für Neubauten zu machen, so wie das Palais Pringsheim (Arcisstraße 12, 1933 vom Vorbesitzer Alfred Pringsheim unter Zwang verkauft, 1934 abgerissen), oder für die zahlreichen Dienststellen der Parteiorganisationen neu genutzt. Nach Entwurf des Architekten Paul Ludwig Troost (1878–1934) und unter der Leitung des nach seinem Tod gegründeten Atelier Troost (Gerdy Troost, Leonhard Gall) entstand an der Ostseite des Königsplatzes eine symmetrische Baugruppe: der „Führerbau“, zwei „Ehrentempel“ und der „Verwaltungsbau“. Südlich schloss der NSDAP-Postbau mit einem Heizkraftwerk an. Die „Ehrentempel“ dienten dem pseudo-religiösen NS-Kult zur Stilisierung von Hitlers (erfolglosem) Putschversuch vom 9. November 1923. Der „Führerbau“ wurde nur bei einem einzigen Anlass als politischer Repräsentationsort des NS-Regimes international wahrgenommen – bei der Unterzeichnung des Münchner Abkommens 1938. Der „Verwaltungsbau“ hingegen erfüllte bis April 1945 seine ursprüngliche Funktion. Bis Kriegsende blieb das Münchner Parteizentrum Sitz der „Reichsleitung der NSDAP“. Mit der administrativen Schaltstelle der Partei bildete die „Hauptstadt der Bewegung“ das Gegengewicht zur Reichshauptstadt Berlin. In München saßen neben dem „Reichsorganisationsleiter“ zwei große Abteilungen der „Reichsleitung der NSDAP“, die als administrative Macht- und Herrschaftsinstrumente Hitlers Regime bis zum Ende stützten und sicherten: die Dienststellen „Reichsschatzmeister“ und „Stellvertreter des Führers“. Die im „Verwaltungsbau“ geführte zentrale Mitgliederkartei der NSDAP, die 1939 ihren Höchststand mit knapp 8 Millionen Mitgliedern erreichte, enthielt bei Kriegsende etwa 11 Millionen Karten. Sie befinden sich heute im Bundesarchiv in Berlin. Die NSDAP-Parteigebäude wurden nach Kriegsende von der US-Armee beschlagnahmt und geräumt. Seit Juni 1945 wurden sie zunächst als Kunstsammelstelle (<a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/27" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Central Art Collecting Point</a>) genutzt und sind seither kontinuierlich Sitz von Kulturinstitutionen: das Haus der Kulturinstitute im ehemaligen „Verwaltungsbau der NSDAP“, die Hochschule für Musik und Theater München im ehemaligen „Führerbau“. Die Sprengung der Pfeiler der „Ehrentempel“ im Januar 1947 setzte die Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats um. Diese forderte, alle NS-Embleme aus dem Stadtbild zu entfernen. 1957/58 ließ die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in Vorbereitung der 800-Jahr-Feier Münchens die verbliebenen Sockel mit Erde auffüllen und bepflanzen. Der erhaltene Sockel südlich der Brienner Straße ist seit den 1980er Jahren zusammen mit dem Gartengelände des Gebäudes Katharina-von-Bora-Straße 10 als Biotop Muc-Bio-Nr. 151b kartiert. Seine Vegetation wird zur Wahrung der Verkehrssicherheit geschnitten. Der Bewuchs des nördlichen Sockels ist nicht (mehr) als Biotop klassifiziert. Die Rudimente des Sockels dienen als historisches architektonisches Exponat in Sichtbeziehung zum NS-Dokumentationszentrum für München, das 2015 am Standort des ehemaligen „Braunen Hauses“ eröffnet wurde. Beide Sockel sind historisch einzigartige Dokumente des nationalsozialistischen Kultes um die „Märtyrer der Bewegung“ wie auch der jahrzehntelangen Verdrängung der Rolle Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“. Die Sockel sowie die erhaltenen Monumentalgebäude stehen unter Denkmalschutz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60">Für mehr (einschließlich 13 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-01-30T13:40:07+01:00</published>
    <updated>2026-08-05T12:48:18+02:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Maxburg: Residenz, Museum, Behörde]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Neben der Residenz gab es in München weitere Stadtschlösser der Wittelsbacher. Eines davon war die Herzog-Maxburg, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts ihren Vorgängerbau, die heute als „Alter Hof“ bekannte Stadtburg, als herzogliche Residenz ablöste. Der „Alte Hof“ wurde als Behördensitz weitergenutzt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/12a6b1f807b1bce6d653683be7099bde.jpg" alt="Herzog-Maxburg, Ansicht von Norden, 1911" /><br/><p>Die Maxburg wurde unter Herzog Wilhelm V. (1548–1626) errichtet. Ihren Namen erhielt sie, als sein Sohn Herzog Maximilian Philipp (1658–1687) seinen Hauptsitz in das Schloss verlegte. Das Gebäude war als Vierflügelanlage mit Marstall und eigenem Hof angelegt. Teile des Gebäudes im Süden und Osten wurden 1887 abgerissen, dort wurden die Münchener Hauptsynagoge und Wohnbauten errichtet. Nachdem die letzte Bewohnerin der Maxburg, Königinwitwe Karoline (1776–1841), gestorben war, zog das 1855 neugegründete Bayerische Nationalmuseum in das Gebäude ein. Nach dem Auszug des Museums in den Neubau an der Maximiliansstraße, wo sich heute das Museum Fünf Kontinente befindet, wurde die Maxburg als Behördensitz genutzt. Zu diesem Zweck wurde sie durch einen Anbau erweitert und um einige Stockwerke erhöht. Das Gebäude wurde bei einem Bombenangriff am 24./25. April 1944 nahezu vollständig zerstört. Nach Kriegsende wurden die noch erhaltenen Reste bis auf den Turm abgerissen. Das Areal diente zunächst als Trümmerumschlagplatz. 1953 wurde mit dem Bau der „Neuen Maxburg“ der Architekten Sep Ruf und Theo Pabst begonnen, die 1957 fertiggestellt wurde. Ein wichtiges Kriterium des Ideenwettbewerbs für die Wiederbebauung des Areals war es, den noch vorhandenen Turm in den Entwurf zu integrieren sowie Verwaltungsräume für das Erzbischöfliche Ordinariat und das Amts- und Landesgericht zu schaffen. Die reduzierte Nachkriegsarchitektur im International Style greift in ihrer Formsprache den Turm der ehemaligen Burg auf und wird deshalb als ideale Verbindung von Altem und Neuem bezeichnet. Das Gebäude war in seiner Bauphase jedoch sehr umstritten, da die Architektur von vielen Bürger:innen als zu modern empfunden wurde. Die Gebäudeanlage aus drei Blöcken war eine der ersten Bauten, bei denen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder „Kunst am Bau“ realisiert wurde. So finden sich an der Maxburg Werke von Wilhelm Braun, Josef Henselmann, Anton Hiller, Karl Knappe, Josef Oberberger und Blasius Spreng. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2003 kam die Skulptur „Das Paar III“ von Josef Alexander Henselmann, dem Enkel des Bildhauers Josef Henselmanns, hinzu.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/37">Für mehr (einschließlich 9 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-08T17:39:21+02:00</published>
    <updated>2026-08-05T12:10:15+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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