„Lustwandler steh!“ – Georg Pettendorfer, Das Rumford-Denkmal vom Weg her, Fotografie, um 1915

Mit dem für die frühen Landschaftsgärten so typischen pädagogischen Imperativ appelliert die Inschrift auf der Wegseite an die Promenierenden: „Lustwandler steh! / Dank staerket den Genuss. / Ein schoepferischer Wink Carl Theodors, / vom Menschenfreunde Rumford / mit Geist, Gefühl und Lieb‘ gefasst, / hat diese ehemals oede Gegend / in das, was Du nun um Dich sihest, / veredelt.“
Das Konzept der „Veredelung“ der Landschaft, des „improvement“, ist zentral für die wegweisenden zeitgenössischen Gartenkonzepte des berühmten englischen Gärtners Lancelot „Capability“ Brown (1716–1783) und seines Landsmannes Humphry Repton (1752–1818). In München war die Anlage des neuen Volksgartens auch eine Maßnahme der ökonomischen Landesverschönerung und physiokratischen Verbesserung. Das Sandsteinrelief mit der Personifikation der von einer Abundantia (mit Füllhorn) geleiteten Bavaria (mit Rautenschild) ist eine nationalökonomische Vision im Sinne Rumfords. | Quelle: Stadtarchiv München, FS-NL-PETT2-1107 | Rechte: vorbehalten