Peter Cornelius, Das Jüngste Gericht, 1836/39

Das Vorbild für Kaulbach, Cornelius in der Ludwigskirche. Kaulbach transformierte das Zeitschema der Darstellung, indem er ein vorweggenommenes Urteil, eine Art selffulfilling prophecy malte. Deren Ausgang ist ein mit absoluter Sicherheit guter für den „guten König“, ist er doch im Bild auf alle Zeiten festgestellt. Im Sinne der positiven Motivation Maximilians zur Selbstperfektionierung als Herrscher ist die Drohgebärde der Hölle aus dieser Darstellung eliminiert. Stattdessen wird mit erhebenden Zukunftsaussichten operiert und nur implizit, über die Bildkomposition, ein Jüngstes Gericht beschworen, das gar nicht erst stattfinden muss, denn die Erlösung wird dem eifrigen Schüler der Lehrmeisterin Geschichte – bei exakter Befolgung der Regeln, die aus dem Fürstenspiegel des Sanktuariums zu ziehen sind –, als Gewissheit und verdiente Belohnung vor Augen geführt. | Erstellt von: Zentralinstitut für Kunstgeschichte | Quelle: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek/Archiv, Th219218