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    <title type="html"><![CDATA[Die Buchdruckerei B. Heller: Ein Familienunternehmen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Seit 1879 ist die Buchdruckerei B. Heller Teil der Münchner Druck- und Verlagsgeschichte. In jenem Jahr übernahm Benno Heller (gestorben nach 1934) die J. Schaumberg’sche Druckerei und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das über Jahrzehnte hinweg eng mit dem jüdischen Kulturleben der Stadt verbunden war.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/52e8a234d8c733705eb104a70835f741.jpg" alt="Die Plinganserstraße 64, 2023." /><br/><p>Die Heller’sche Buchdruckerei hatte ihre Geschäftsräume ab 1883 zunächst in der Innenstadt, in der Herzog-Max-Straße 4. Das Produktionsprogramm der Druckerei umfasste medizinische sowie Kunstpublikationen. Heller, selbst jüdischer Herkunft, druckte auch jüdische Gemeindeschriften wie ab 1913 die Wochenzeitung <i>Das Jüdische Echo</i>, später auch die <i>Bayerische Israelitische Gemeindezeitung</i>, redaktionell betreut von Eugen Schmidt und Ludwig Feuchtwanger, dem Bruder Lion Feuchtwangers. Benno Hellers Sohn Alfred (1885–1955) absolvierte nach der mittleren Reife eine Lehre im väterlichen Betrieb und studierte dann am Buchdruckereitechnikum in Leipzig sowie Staatswissenschaften in München und Tübingen. Bereits 1909 wurde er Teilhaber der Buchdruckerei B. Heller. Nachdem er im Ersten Weltkrieg als Leutnant gedient hatte, übernahm er 1920 die Firma vollständig. Alfred Heller engagierte sich stark für die Ausbildung des Druckernachwuchses: Er war Gründungsmitglied der Münchner Meisterschule für Buchdrucker und unterrichtete dort von 1928 bis 1933.</p><p>1929 verlegte Alfred Heller das expandierende Unternehmen in die Plinganserstraße in Sendling. Das Neurenaissance-Fabrikantenhaus nach Entwürfen von Andreas Ostler wurde 1890 fertiggestellt. Hinter der heute unter Denkmalschutz stehenden Villa befand sich das Betriebsgelände. Dort waren in der Vergangenheit unter anderem eine Samenklenganstalt zur Saatgutherstellung aus Zapfen oder Fruchtkapseln und die Teigwarenfabrik Gebr. Hüther untergebracht. Die Heller’sche Buchdruckerei teilte sich das Firmengelände mit einem Mechaniker und einer Autolackiererei. 1933 wurde die Setzerei der Druckerei Heller von Nationalsozialisten verwüstet, Alfred Heller kurzzeitig inhaftiert. Sein Vater Benno hatte 1934 versucht, nach Palästina zu emigrieren; vermutlich kam er auf der Überfahrt im Mittelmeer ums Leben. Alfred Heller wurde nach den Novemberpogromen 1938 erneut verhaftet. Unter massivem Druck musste er den Betrieb verkaufen; lediglich der Verlag blieb ihm vorübergehend erhalten. Nach fünf Wohnortwechseln infolge antisemitischer Verfolgungsmaßnahmen zwischen 1935 und 1939 versuchten Alfred Heller und seine Frau Friedl 1939 illegal nach Palästina zu fliehen. Sie wurden von den britischen Behörden aufgegriffen und zusammen mit rund 1.500 weiteren jüdischen Flüchtlingen bis 1945 auf Mauritius in einem ehemaligen Polizeigefängnis inhaftiert. Unter dem Pseudonym Dr. Seligman, dem Mädchennamen seiner Frau, verfasste Alfred Heller einen Bericht über diese Flucht, der 1990 posthum erschien. Erst vier Jahre und acht Monate später erreichte das Ehepaar Palästina – Friedl Heller starb dort wenige Tage nach der Ankunft. Alfred Heller arbeitete von Dezember 1945 bis März 1951 als Leiter einer Druckerei in Haifa, zog anschließend nach Jerusalem zu seiner Tochter und eröffnete dort eine kleine Werkstatt, in der er Büttenpapier herstellte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/325">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T11:31:26+01:00</published>
    <updated>2026-04-23T14:18:58+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Betina Pflaum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Gräber aus der Glockenbecherzeit in Sendling: Eine Zeitreise auf den Spuren der ältesten Sendlinger]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein Bestattungsort mit Aussicht und Grabbeigaben, die Licht auf das Leben und die Menschen einer längst vergangenen Zeit werfen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/824416f84161118d3f3559b6a8cd51bb.jpg" alt="Keramikgefäße in Glockenbecherform, Pfeilspitzen und Knochenknöpfe (ca. 2600–2200 v. Chr.)" /><br/><p>Begeben wir uns auf eine Zeitreise in das Jahr 2474 v. Chr., in den Raum des heutigen Münchens. Dort angekommen, haben wir eine Landschaft vor uns, die von einer in der Eiszeit entstandenen Ebene geprägt und von kleinen Flüssen wie der Würm, der Isar und dem Hachinger Bach durchzogen ist. Hier wächst ein Tannen- und Buchenwald, der sich an einigen Stellen zu einer Steppe mit Heidebewuchs öffnet. Es ist möglich, dass wir in der offenen Heidelandschaft auf Siedlungen stoßen, deren Bewohner die Aufzucht von Rindern, Pferden und anderen Tieren betreiben. Sie sind Teil einer Epoche, die später als Glockenbecherkultur bekannt sein und etwa 400 Jahre andauern wird.
Irgendwann im Laufe dieser Zeit wählten die damaligen Bewohner des heutigen Sendling die natürliche Terrassenkante der Isar als letzte Ruhestätte für ihre Angehörigen. Diese zieht sich gut sichtbar durch Thalkirchen, Sendling und den Harras hindurch. Sie trennt die Bavaria von der Theresienwiese und läuft langsam an der Hackerbrücke aus. Wahrscheinlich eröffnete sich von hier aus ein erhabener Blick über die damals noch wilde Isar mit ihren zahlreichen Flusswindungen.
Dass wir heute von der Existenz dieser Siedler aus der Glockenbecherkultur wissen, ist nur den Überresten ihrer Bestattungen zu verdanken. Denn dort, wo heute die Wolfratshauser- in die Plinganserstraße mündet, wurden 1906 bei Kanalisations- und Straßenarbeiten nicht nur ein frühmittelalterlicher Friedhof, sondern auch die Gräber von mindestens sechs Personen aufgedeckt. Sie waren in Hockerlage, also mit angezogenen Beinen auf der Seite, begraben und mit Beigaben ausgestattet worden. Damals war es üblich, Männer und Frauen mit dem Blick nach Osten zur aufgehenden Sonne niederzulegen, wobei die Frauen mit dem Kopf im Süden und auf die rechte Körperseite gebettet wurden, während man die Männer mit dem Kopf im Norden und auf der linken Körperhälfte liegend bestattete. Vor allem die Grabbeigaben ermöglichen die Zuordnung zu einer Zeit früher Bewohner Sendlings. Unter anderem hatte man den Verstorbenen Dolche aus Kupfer, Eberzähne, kleine Muscheln und mehrere Keramikgefäße mit ins Grab gegeben. Gerade letztere sind wichtige Indizien dafür, dass diese Menschen zur Glockenbecherkultur gehörten, die Jahrtausende später von Archäologen nach den charakteristischen glockenförmigen Keramikgefäßen benannt wurde. Neben den Gefäßen lassen auch die Kupfergegenstände zeitliche Rückschlüsse zu, da Kupfer als Material für Waffen und Werkzeuge erst weit in der Jungsteinzeit im 4. Jahrtausend auftrat, der Epoche der ersten Ackerbauern und Viehzüchter, die in Mitteleuropa um 5500 v. Chr. begann. Bereits ab der darauffolgenden Bronzezeit ab etwa 2200 v. Chr., wurde dann jene namengebende Legierung aus Kupfer und Zinn zum dominierenden Werkstoff für Werkzeuge, Waffen und Schmuck.
Zwar nicht häufig, aber doch regelmäßig auftretend und in ihrer Form typisch für diese Zeit sind Armschutzplatten. Von ihnen wurden in den Sendlinger Gräbern mindestens zwei Stück gefunden. Sie waren aus Schiefergestein gefertigt, konnten aber auch aus Knochen bestehen und dienten beim Bogenschießen dem Schutz des Unterarms vor der zurückschnellenden Sehne. Einige Knöpfe unterschiedlicher Größe, die aus Knochen gefertigt wurden, schmückten Textilien.
Obwohl die Informationen zu den 1906 entdeckten Gräbern leider sehr dürftig sind, können wir uns doch ein Bild von den damaligen Bewohnern des Sendlinger Raums machen. Die Menschen, die am Ende der Steinzeit an der Isar lebten, züchteten Vieh und beherrschten bereits die Verarbeitung von Metall. Außerdem waren sie nicht allein, wie der Blick über das Sendlinger Gebiet hinaus zeigt. Denn auch im benachbarten Pasing, in Moosach und Freiham sowie auf der anderen Seite der Isar in Zamdorf, Trudering und Berg am Laim wurden Bestattungen aus der Glockenbecherzeit entdeckt, die auf weitere Siedlungen schließen lassen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/173">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-08-30T11:57:02+02:00</published>
    <updated>2024-08-30T13:19:01+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Heiner Schwarzberg</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Fassade Am Harras 13: Eine Lindwurmfassade für Sendling]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Am dicht bebauten, betonierten Verkehrsknoten Harras in Sendling treten die wenigen pastellfarbenen Jugendstilhäuser deutlich hervor. Protagonistin ist die Drachen-Fassade des mittleren Hauses. Vielleicht eine Hommage an August Endells Hofatelier Elvira und damit die Münchner Jugendstilarchitektur schlechthin? </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/de60581bf73cc8a3feffef8569c67df2.jpg" alt="Fassade Am Harras 13" /><br/><p>Um 1900 war das Stadtbild Sendlings, gerade mal 1877 eingemeindet, noch sehr dörflich geprägt. Einziges Merkmal einer industriellen Umgebung war eine Malzfabrik, die in den 1930er Jahren dem Postgebäude wich. Dieser gegenüber befand sich die Gaststätte Löwenhof (Café Harras). Das Lokal an der Plinganserstraße war bis zum Abriss des Gebäudes 1903 ein beliebtes Ausflugsziel und namensgebend für den Platz. Im Zuge des Platzausbaus wurden an der Stelle des Wirtshauses Mietshäuser errichtet, die sich im damaligen modernen Baustil präsentieren. Im Erdgeschoss der 1905 errichteten Hausnummer 13 befand sich einst ebenfalls eine Gaststätte.
Dieser Bau ist mittig auf den Platz ausgerichtet und fällt vor allem aufgrund der Ornamentik ins Auge. Zwei Drachen (oder sind es Schwertfische?) kringeln sich um jeweils zwei Fenster. Ihre Mäuler sind geöffnet, ihre Zungen schlängeln heraus und ihre Körper verbinden sich in ein krauses Flächenornament, das noch einen schmalen strukturierten Schwanz mit einer Art Flosse erkennen lässt.
Vorbild für dieses Lindwurm-ähnliche Motiv war vermutlich das prominenteste Beispiel einer Münchner Jugendstilfassade: das von August Endell entworfene Foto-Atelier Elvira, das von den Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg und Sophia Goudstikker in der Von-der-Tann Straße geführt wurde. Das circa 13 × 7 Meter große „Überornament“ Endells schlug 1898 – buchstäblich – Wellen: Es wurde als Seepferd, Drache oder Meereswelle gedeutet. Anstelle von architektonischen Struktur- und Funktionselementen, wie Säulen oder Türen, dominierte am Hofatelier Elvira das radikale Ornament an der farbenreichen Fassade. Für Endell stand die unmittelbare Wirkung einer Form im Vordergrund, die nicht in der Kopie der Natur, sondern in deren abstrakter Übersetzung sowie der Darstellung von Bewegung erreicht wurde.
Das Ornament wurde 1937 bereits durch die Nationalsozialisten abgetragen, da es in der Blickachse auf das <em>Haus der Deutschen Kunst</em> (heute: Haus der Kunst) als störend empfunden wurde. Der gesamte Bau wurde 1944 durch eine Bombe zerstört.
Doch die Drachen sind nicht das Einzige, was diese Fassade am Harras so aus dem Stadtbild hervorhebt. Putz in einem ockergelb rahmt die Fenster ellipsenartig oder verbindet die Geschosse. Jedes der 15 Fenster der oberen Stockwerke ist auf eine Weise in die unterschiedlichen Ornamente eingebunden, sodass die Fassade als Gesamtbild erscheint – alles nimmt aufeinander Bezug, fügt sich zusammen. Besonders die drei mittleren Fenster des ersten Geschosses werden nochmals als Einheit markiert, indem sie von einem Reliefbogen umspannt werden. Dieser verliert sich im Putz um die Fenster. Das Motiv des Drachenschweifs wird ebenfalls wieder aufgegriffen, wodurch die Mittelachse betont wird.
Neben der schwungvollen Silhouette der Lindwürmer verleiht auch die Neuinterpretation der zwei Pilaster als palmenartige Form der Hausoberfläche Dynamik. Diese dienen als visuelle Stützen der Lindwürmer, nehmen allerdings auch Bezug zu tradierter Architektursprache. Die klassische Säulenstruktur von Kapitell, Schaft und Basis wird hier mit dem Vokabular des Jugendstils verbunden. Ein korinthisches Kapitell mit Akanthusblättern und Voluten wird flächig zu Palmenblättern transformiert; das Wellenrelief in der ovalen Basis erinnert an Wurzeln.
Bekrönt wird der Bau mittig von einem Rundgiebel, der zweimal durch Putz und Stuckelemente zurückgestuft ist und figürlich durch einen Frauenkopf ausgezeichnet wird. Dieser scheint aus einem Ornament aufzutauchen, die langen Haare verbinden sich mit dessen Strahlen, ihr Blick ist auf den Harras gerichtet.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/171">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-08-13T10:28:54+02:00</published>
    <updated>2024-09-03T19:11:24+02:00</updated>
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      <name>Jasmin Gierling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Hochbunker in der Boschetsrieder Straße: Ein Baudenkmal aus dem Zweiten Weltkrieg]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Während des Zweiten Weltkriegs wurden in München, wie in vielen anderen Städten, Hochbunker errichtet, um die Menschen vor den Luftangriffen der Alliierten zu schützen. Der Hochbunker in der Boschetsrieder Straße ist ein Baudenkmal aus dieser Zeit. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/aade0bf8b26d58aa8d0f549f7e75df65.jpg" alt="Der Hochbunker an der Boschetsrieder Straße, West- und Südseite, 2010" /><br/><p>Der Hochbunker in der Boschetsrieder Straße wurde 1941, während des Zweiten Weltkrieges, von Karl Meitinger (1882–1970) zum Schutz vor feindlichen Luftangriffen errichtet. Karl Meitinger erbaute neben dieser Schutzeinrichtung noch sechs weitere Hochbunker, die alle heute noch erhalten sind. Nach dem Krieg war er am Wiederaufbau Münchens maßgeblich beteiligt. Damit sind von ihm nicht nur die Bunkerbauten erhalten, sondern auch zahlreiche architektonisch anspruchsvollere Gebäude, wie etwa das Nordbad.
Der Hochbunker steht an der Ostseite des Albert-Bayerle-Platzes, an der Ecke der Kreuzung Boschetsrieder Straße und Hofmannstraße. Die Räume des Bunkers waren auf 437 Personen ausgelegt und dienten dem Schutz der Obersendlinger Industriearbeiter bei Bombenangriffen. In den 1930 und 1940er Jahren war Obersendling ein großer Industriestandort, in dem vor allem die Siemens AG tätig war, die im Auftrag der Wehrmacht Elektrogräte herstellte. Daher war Obersendling ein strategisch wichtiges Ziel für Luftangriffe der Alliierten.
Der Bunker selbst ist ein siebengeschossiger Turm mit einem quadratischen Grundriss von etwa 13 mal 13 Metern. Er hat ein Zeltdach, dass auf einem Konsolgesims aufliegt. Das Gebäude verfügt über zwei Eingänge, einen auf der Südseite, auf Straßenniveau, sowie einen auf der Westseite, der über eine Freitreppe zu erreichen ist und direkt in das erste Obergeschoss führt. Auf drei Seiten weist das Gebäude in jedem Stockwerk Zuluftöffnungen auf, die heute zubetoniert sind.
In München wurden im Zuge eines „Führer-Sofortprogramms“ insgesamt 40 Hochbunker errichtet. Aus Mangel an Wohnraum nach Kriegsende blieben die meisten von ihnen erhalten. Der Bunker an der Boschetsrieder Straße steht unter Denkmalschutz und befindet sich heute in Privatbesitz. Im Gegensatz zu anderen Hochbunkern in München, die zum Beispiel als Wohnungen oder für Ausstellungen genutzt werden, wurde der Hochbunker in der Boschetsrieder Straße noch keiner neuen Nutzung zugeführt. Daher ist er auch noch weitestgehend im Originalzustand erhalten und bietet einen guten Einblick in die Geschichte der Stadt und die Lebensrealität der Menschen während des Krieges.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/169">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T10:18:42+02:00</published>
    <updated>2025-11-13T09:48:39+01:00</updated>
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      <name>Adrian Wischnik</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Himmelfahrtskirche: Ein Symbol des Wiederaufbaus in Sendling]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die auf den ersten Blick unscheinbare Himmelfahrtskirche blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die baulichen Veränderungen der letzten 100 Jahre zeugen von Umwandlungen, die auf sich immer wieder ändernde Anforderungen einer Kirchengemeinde zurückzuführen sind.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4efa36ed5faacf2b5c70cd8fe4b93de8.jpg" alt="Vorderseite der Kirche mit Kircheneingang" /><br/><p>Die Himmelfahrtskirche befindet sich im Zentrum von Sendling. Der erste Kirchenbau entstand 1919, als die Großgaststätte „Vergnügungsetablissement Elysium“ nach den Plänen des Architekten Georg Zeitler zu einem Gotteshaus umgebaut wurde. Nachdem im gleichen Jahr südöstlich noch ein Glockenturm errichtet worden war, wurde der Kirchensaal 1920 schließlich eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche starke Schäden, 1944 wurde sie durch Bombardierungen nahezu komplett zerstört. Der Wiederaufbau begann ab 1946 auf den Resten der alten Kirche, ab 1950 konnte sie wieder genutzt werden. 1963/64 wurde ein neuer Kirchturm errichtet, dessen Erdgeschoss als Andachtskapelle dient.</p><p>Die heutige Gestaltung der Himmelfahrtskirche geht auf einen größeren Umbau zwischen 1988 und 1992 zurück. Neben dem Anbau eines Gemeindezentrums wurde die Anordnung im Kircheninneren grundlegend verändert. Seitdem befinden sich das historische Taufbecken sowie Altar und Ambo in der Mitte des Kirchenschiffs. Um diesen zentralen Punkt ist die Bestuhlung kreisförmig angeordnet. Eine weitere Besonderheit ist die Platzierung der 1994 eingeweihten neuen Orgel, die im Chorraum den ursprünglichen Platz des Altars einnimmt.</p><p>Nicht nur die Orgelmusik prägt das Gemeindeleben, sondern auch die Kunst. So steht beispielsweise eine von Andreas Kuhnlein mit Kettensäge gefertigte Holzskulptur des Pilatus prominent im Raum, am Eingang des Saals befindet sich das Kreuz „Ecce Homo“ von Sven Kalb.</p><p>Heute gibt es neben den wiederkehrenden Gottesdiensten auch andere Veranstaltungen im Gotteshaus, wie Friedensgebete, Gesprächsrunden über Glauben, Gott und Kirche sowie den Kinderchor und Orgelmusik bei Kerzenschein.</p><p>Es besteht Kontakt zu einer Partnerkirche in Tansania, deren Bauprojekte, wie etwa die Errichtung eines neuen Schulgebäudes, begleitet und unterstützt werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/168">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T09:49:56+02:00</published>
    <updated>2024-07-16T13:12:58+02:00</updated>
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      <name>Carl Licht</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Schulgebäude am Gotzinger Platz: Bildung mit Repräsentationsansprüchen ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Schulgebäude am Gotzinger Platz in Sendling beherbergten eine der ersten Simultanschulen in München. Wie viele andere Schulen des Architekten Hans Grässel (1860–1939) entstand der Bau, bei dem gleichermaßen auf Angemessenheit, ästhetischen Anspruch sowie auf die Anwendung traditioneller Methoden der Baukunst geachtet wurde, in einem Arbeiter:innenviertel.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3a07b750e7aec3083a21f4b9a51e677d.jpg" alt="Schule am Gotzinger Platz auf unbebautem Terrain, 1907" /><br/><p>Die Einführung von Simultanschulen oder Gemeinschaftsschulen, das heißt Schulen, in denen Kinder unterschiedlicher Konfessionen zusammen nach christlich-abendländischen Grundsätzen unterrichtet wurden, war in München umstritten gewesen – 1912 ließen sich im ganzen Stadtgebiet nur zwei zählen. Verschiedene Versuche, in Bayern Gemeinschaftsschulen zu etablieren, waren bis auf die Zeit des Nationalsozialismus von geringem Erfolg. Erst 1968 konnten in Bayern Simultanschulen großflächig eingeführt werden. </p><p>Das zweiflügelige Schulhaus wurde zwischen 1905 und 1907 an der Südseite des Gotzinger Platzes erbaut. Die katholische Volksschule sowie Kindergarten und Tageshort befanden sich im höheren Osttrakt, welcher sich nach außen durch einen Turm baulich abhebt. Im Westflügel waren eine protestantische Schule sowie die städtische Berufsschule für Schlosser und Schreiner untergebracht. Die beiden Trakte teilten sich einen quer eingeschobenen Verbindungsbau mit Turnsälen und Aula.</p><p>Im Gegensatz zu vielen Schulgebäuden aus dem 19. Jahrhundert ist dieser Gebäudekomplex nicht streng symmetrisch. Die einzelnen Elemente sind stattdessen zueinander versetzt, wobei sie gestalterisch immer noch miteinander korrespondieren. Das nimmt dem Gebäude den kasernenartigen Charakter, den Schulen im 19. Jahrhundert oftmals besaßen.</p><p>Der Gebäudekomplex ist in hellgrüner Farbe gestrichen. Diverse dekorative Elemente sind an unterschiedlichen Stellen der Gebäude in dunkelgrüner, gelber oder roter Farbe angebracht. </p><p>Die Betonung einer emotionalen und individualisierenden Komponente, auch im Inneren der Gebäude, war für den zuständigen Architekten Hans Grässel von großer Bedeutung. Davon zeugen seine Experimente mit der Farbenlehre (gespeist u.a. aus den Schriften Goethes und Grässels subjektiven Erfahrungen), welche er mehrfach in seine Vorträge einbezog, sowie sein Interesse für Kunstgewerbe und Volkskunst – was sich bis in die Inneneinrichtung der Schulen fortzog. Diese Herangehensweise kann auch als eine Gegenbewegung zur Modernisierung und Rationalisierung des Bauwesens mit seiner Hinwendung zu Technik und Komfort verstanden werden. Bestimmte Architekten, zu denen Grässel zählte, fürchteten eine zunehmende Verdrängung traditioneller Methoden der Baukunst.</p><p>Gleichzeitig sollte der Schulbau im umliegenden Stadtbild dominieren und durch seine Wirkung auch zur Geschmacksbildung beitragen. Schulgebäuden kam im Verlaufe des 19. Jahrhunderts zunehmend eine repräsentative Funktion im Stadtraum zu, welche früher Kirchen vorbehalten gewesen war.</p><p>Der Komplex wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 1954–1955 wiederhergestellt und 1994 bis 2000 generalsaniert. Mittlerweile beherbergen die Gebäude die Volksschule Gotzinger Platz (mit Grund- und Mittelschule), sowie die Maria-Probst-Realschule. Zu den ehemaligen Schülern zählen unter anderem der Journalist und Schriftsteller Sigfried „Sigi“ Sommer und der Regisseur Rainer Werner Fassbinder.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/136">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-19T16:53:16+01:00</published>
    <updated>2023-12-20T16:29:26+01:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Post am Harras: Oberpostdirektion gegen Verkehrschaos <br />
]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Postgebäudekomplex am Harras, der nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eröffnet wurde, ist eines der späteren Projekte der Postbauschule. Da beim Bau der Anlage die Verkehrsregelung des ganzen Platzes bedacht und neu strukturiert wurde, gilt es als eines der bedeutendsten Projekte von Robert Vorhoelzer, dem damaligen Leiter der Oberpostdirektion.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8a82d9ab557a47ac9d344820da26cfbf.jpg" alt="Postamt und Wohnbau am Harras, 1933" /><br/><p>Die Post am Harras, errichtet im Stil des Neuen Bauens, (auch bekannt aus dem Kontext von Neuer Sachlichkeit und Bauhaus) verbindet gleichzeitig ein Postamt samt Büroräumen mit einem Wohnkomplex für die Angestellten. Es handelt sich um eines der späteren Projekte der Postbauschule, welche die Verbesserung sozialer Zustände und postalischer Arbeitsabläufe durch Verwendung neuer Materialien und technischer Möglichkeiten sowie die Etablierung einer modernen Architektursprache vorsah.</p><p>1931 trat die Oberpostdirektion mit dem Projekt für den Ausbau des Post- und Telegrafenwesens am Harras an die Öffentlichkeit. Die Lokalpresse forderte daraufhin, dass in diesem Zuge auch eine Umgestaltung des Platzes an der Gabelung der heutigen Plinganserstraße und Albert-Roßhaupter-Straße erfolgen sollte.</p><p>Der Platz lag zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Stadtrand Münchens und war Siedlungsraum hauptsächlich für Arbeiter:innenfamilien, die in den umliegenden Fabriken angestellt waren. Durch sein organisches Wachstum entwickelte sich der Harras zu einem stark genutzten und sehr chaotischen Verkehrsknotenpunkt.</p><p>Bei der Konzeption und beim Bau des Gebäudekomplexes am Harras konnten der Leiter der Oberpostdirektion Robert Vorhoelzer und Hans Schnetzer  das in der Vergangenheit beispielsweise an der Postversuchssiedlung in Neuhausen oder der Post an der Tegernseer Landstraße erprobte Wissen anwenden und erweitern.</p><p>Das von Vorhoelzer und Schnetzer projektierte Postgebäude wird von zwei höheren Wohngebäuden umrahmt. Das Ensemble umschließt einen Innenhof auf der einen Seite und begrenzt auf der anderen Seite den davorliegenden Platz nach Süden hin. Durch den Umbau wurde der Platz auf das Doppelte seiner ursprünglichen Fläche ausgedehnt. Das nach Westen hin als Abschluss geplante siebengeschossige Hochhaus wurde nicht mehr verwirklicht – möglicherweise aufgrund einer dem Projekt gegenüber eher zurückhaltenden Einstellung der Stadtverwaltung.</p><p>Für die Konstruktion der Gebäude setzte man die zu dieser Zeit häufig verwendete Eisenbetonskelettbauweise ein, die mit Mauerwerk ausgefacht und glatt verputzt wurde.</p><p>Der Gebäudekomplex wurde nach kurzer Bauzeit vollendet – bereits zum 1. November 1932 waren die 65 Eineinhalbzimmereinheiten und 30 Vierzimmerwohnungen bezugsfertig. Das Postdienstgebäude wurde am 1. April 1933 eröffnet – also bereits nach der Machtergreifung Hitlers, am selben Tag, an dem der Boykott jüdischer Geschäfte begann.</p><p>Eine konkrete Zusammenarbeit mit der NSDAP liegt allerdings nicht vor. Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um eines der spätmöglichsten modernen Bauwerke, welche in der Zeit direkt vor der Diktatur umgesetzt werden konnten. Robert Vorhoelzer wurde aufgrund seines modernistischen Baustils eine „bolschewistische Bauhaltung“ (zit. nach Aicher u.a. 1990, S. 81) vorgeworfen und letztlich  seines Amtes als Leiter der Oberpostdirektion enthoben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/124">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-11-07T15:25:50+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:14:16+02:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina </name>
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