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    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogspitalkirche Mater Dolorosa: Spätbarockes Gnadenbild in postmodernem Betonbau]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Herzogspitalstraße verbirgt sich, eingerückt hinter die Fassadenfront der Wohnhäuser, ein postmoderner Kirchenbau mit einer altehrwürdigen Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7de77f3b8bfce7feb6a9d74ad46a0896.jpg" alt="Stich „Das Churfürstliche St. Elisabeth oder Herzogs- und St. Josephs Spital in München.“" /><br/><p>Das Spital, das der Straße und auch der Kirche ihre Namen gegeben hat, wurde von 1552 bis 1570 unter dem Wittelsbacher Herzog Albrecht V. von Bayern (1528–1579) erbaut. Es sollte schwerkranken Hofbediensteten zur Verfügung stehen, die in anderen Einrichtungen nicht aufgenommen wurden. Unter Herzog Wilhelm V. dem Frommen (1548–1626) wurde es erweitert und 1626 von Kurfürst Max I. dem Großen (1573–1651) mit einer Apotheke und einem „chirurgischen Apparat“ ausgestattet sowie durch das südlich gelegene Josephspital ergänzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Herzogspital 1800 aufgehoben. Herzog Albrecht V. ließ seinem Spital 1555 auch eine Kirche errichten, die 1572 geweiht wurde. Für das Patrozinium wählte man die Heilige Elisabeth als Patronin der Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen. Der Baumeister dieser ersten Kirche war Heinrich Schöttl (+1576). Die Spitalkirche war ihrer Funktion entsprechend eher schlicht gehalten. Schöttl entwarf hierfür einen rechteckigen Zweckbau mit Tonnengewölbe und polygonalem Chorschluss - der früheste, wenn auch bescheidene, kirchliche Renaissancebau Münchens (mit einigen gotischen Zügen)! Gut 100 Jahre nach der Weihe erfolgte 1676 die Barockisierung des Kirchenraumes, bei der namhafte Künstler an der Ausstattung mitwirkten. In den Jahren 1727/28 ergänzte Johann Baptist Gunetzrhainer (1692–1763) den Kirchenbau mit einem Turm im Stil des Rokoko. Der Kirchenbau von 1555 wurde im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) zunächst im April 1944 beschädigt und nach ersten Wiederaufbau-Versuchen der Ordensschwestern im November desselben Jahres bis auf den Turm vollständig zerstört. Die Schwestern zogen daraufhin mit dem von Ihnen angebeteten Allerheiligsten zu Fuß nach Schönbrunn bei Dachau. Das wundertätige Gnadenbild und einige Schwestern fanden Zuflucht in der Maria-Theresia-Klinik von Prof. Max Lebsche (1886–1957) am Bavariaring. Nach dem Krieg richtete man zunächst eine Notkapelle im Herzogspital ein und begann dann mit einem Kirchenneubau unter Einbeziehung des historischen Turmes. Die moderne Herzogspitalkirche „Mater dolorosa“ befindet sich am Standort der ehemaligen Kirche „St. Elisabeth“, reicht aber nicht mehr bis an die Straßenseite. Die Grundsteinlegung für die Kirche und einem dazugehörigem Mädchenwohnheim erfolgte am 12.12.1954 durch Weihbischof Johannes Neuhäusler (1888–1973). Die Architekten waren Alexander Freiherr von Branca (1919–2011) und Herbert Groethuysen (1921–2020). Die Einweihung erfolgte am 04.12.1955 durch Joseph Kardinal Wendel (1901–1960). Der Neubau ist nicht mehr der Heiligen Elisabeth, sondern der Mater dolorosa (15.9.), der schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die moderne Herzogspitalkirche präsentiert sich als nach Südwesten ausgerichteter, einfacher Backsteinbau mit integriertem Rokokoturm. Im Inneren öffnet sich ein auffällig dunkel gehaltener Kirchenraum auf rechteckigem Grundriss mit Hauptschiff und Seitenkapelle. Auf eine barocke Lichtführung wurde bewusst zugunsten einer meditativen Lichtstimmung verzichtet. Die betonte Schlichtheit des Raumes ist zum einen sicherlich den begrenzten finanziellen Mitteln nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet, lenkt den Fokus aber auch bewusst auf die zentralen Motive des eucharistischen Herrn in Form des Doppelseitigen Anbetungsfenster und des Gnadenbildes der schmerzhaften Muttergottes. Auch für die Nachkriegskirche wurden namhafte Künstler zur Gestaltung beauftragt. Herbert Altmann schuf das Engelgitter und das Hauptportal, Blasius Gerg (1927–2007) gestaltete die Betonelemente im Kirchenraum (Chorschranke und Windfang), Karl Knappe (1884–1970) schuf das bunte Glasfenster zwischen Kirchenraum und Nonnenchor, die neue liturgische Ausstattung ist von Fritz König (1924–2017) und von Prof. Heinrich Kirchner (1902–1984) stammt das Tabernakel auf dem Seitenaltar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-11T16:15:33+01:00</published>
    <updated>2026-04-29T15:38:33+02:00</updated>
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      <name>Katharina Roßmy</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Jesuitenkirche St. Michael: Ein Bauwerk am Übergang von Renaissance und Barock]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>St. Michael gehört zu den zentralen Bauwerken der Gegenreformation im süddeutschen Raum. Die Kirche markiert nicht nur die Ambitionen des Jesuitenordens in München, sondern steht zugleich für einen architektonischen Übergang zwischen Renaissance und Barock. Nicht ohne Grund wurde die Wandpfeilerkirche Vorbild für zahlreiche weitere Sakralbauten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/10c2d21f638af8cabccc5f3b506aea09.jpg" alt="Das Jesuitenkollegium in München, 1687" /><br/><p>Herzog Albrecht V. (1528‒1579) gründete 1559 in München ein Jesuitenkolleg. Die Kirche wurde erst unter seinem Sohn Herzog Wilhelm V. (1548‒1626), genannt der Fromme, ab 1583 errichtet – ein Projekt, das den bayerischen Staat beinahe ruinierte. Dennoch wurde der Münchner Jesuitenorden zum Zentrum der Gegenreformation in Deutschland. Wilhelm V. war maßgeblich für die Verbreitung des Jesuitenordens in Bayern verantwortlich. Architektonisch entzieht sich St. Michael einfachen Kategorien. Die Fassade folgt weder den klassischen Proportionen der Renaissance noch der plastischen Fülle des Barock. Vielmehr erinnert sie eher an profane Bauten wie großbürgerliche Häuser oder Rathäuser. In den damals engen Gassen des noch stark mittelalterlich geprägten Münchens war jedoch einfach kein Platz für eine tiefgestaffelte Schaufassade. Stilistisch orientiert sich der Bau an der Mutterkirche des Ordens, Il Gesù in Rom, in ihren Ausmaßen übertrifft St. Michael jedoch diesen Vorgänger. Die Fassade dient als Selbstinszenierung des Bauherrn und seinem Einsatz für die Gegenreformation. Wilhelm V. reiht sich hier in eine Genealogie von Herrschern, die für den <i>wahren Glauben</i> und die Verbreitung des Katholizismus in Bayern stehen. Die Figurenfolge bildet einen geistigen Stammbaum der in Christus als Salvator Mundi oben im Giebel endet. Die Nische zwischen den Eingangsportalen zeigt den Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen. In den beiden Geschosszonen darüber sind zwölf Skulpturen von römisch-deutschen Kaisern und bayerischen Herrschern jeweils in Nischen zu sehen. Die beiden Nischen über dem Kirchenpatron Michael zeigen links Albrecht V. und rechts Wilhelm V. (mit einem Modell der Kirche). Zwei weitere Skulpturen stehen frei an den Seitenflügeln des Giebels. Im Inneren beeindruckt der gewaltige, säulenlose Tonnenraum, einer der frühesten seiner Art nördlich der Alpen. Die Querhausarme übertreffen mit 31 Metern Breite sogar das römische Vorbild Il Gesù. Verschachtelte Triumphbogenmotive strukturieren das Langhaus und verleihen dem Raum Monumentalität. Die Planung des erweiterten Chors wird meist Friedrich Sustris zugeschrieben, während Wolfgang Miller und Wendel Dietrich an der Ausführung beteiligt waren. Unter dem Chor befindet sich die Fürstengruft des Hauses der Wittelsbacher, in der unter anderem Herzog Wilhelm V. und seine Gemahlin Renata von Lothringen (1544‒1602), ihr Sohn Maximilian I. (1573‒1651) und auch König Ludwig II. (1845‒1886) beigesetzt wurden. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel die Kirche an das Haus Wittelsbach, 1921 kehrten die Jesuiten zurück. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurden bis 1948 behoben; 1953 erfolgte die erneute Weihe. Die jüngste Renovierung bis 2018 stellte die Fassade wieder in eine Farbigkeit, die der ursprünglichen nahekommt. St. Michael ist damit ein Schlüsselbau der europäischen Architekturgeschichte: ein Monument des konfessionellen Zeitalters und ein bedeutender Beitrag zur Entwicklung des großräumigen, stützenlosen Kirchenraums.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/321">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-03T11:30:22+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T09:03:49+02:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Theatinerkirche St. Kajetan und Adelheid: Ordens-, Hof- und Votivkirche vom kurfürstlichen Kinderwunsch zum Startschuss für den bayerischen Barock]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Man muss Mut zu prächtigen Dingen haben.“ Mit diesen Worten verteidigte der Kurfürst Ferdinand Maria die Ausmaße der Kirche, die seine Gemahlin Henriette Adelheid und er als Dank für die Geburt ihrer ersten beiden lang ersehnten Kinder dem Armut gelobenden Theatinerorden erbauten. So gab die ambitionierte Votivkirche tatsächlich den Anstoß für den nordalpinen und besonders den eigenwilligen bayerischen Barock.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/058323319ff571c520aaef25cc768446.jpg" alt="Stich „Das Theatiner Kloster in München“" /><br/><p>Die<span> Anfänge der Theatinerkirche </span>beschreibt eine lyrische Visionsgeschichte von Henriette Adelheid von Savoyen (1636–1676). Die bayerische Kurfürstin soll 1660 an einem Fenster der Münchener Residenz gestanden und beim Blick hinaus von einer prachtvollen Kirche mit einer weiten Kuppel und schmuckreichen Türmen nach römischer Art geträumt haben. So dichtet zumindest die Schriftstellerin Ricarda Huch 1910 in ihrem Werk über den Kirchenpatron.
Der Heilige Kajetan von Thiene (1480–1547) ist keiner der in Bayern traditionell verehrten Heiligen und war auch zur Gründungszeit der Theatinerkirche noch weitestgehend unbekannt und „nur“ seliggesprochen. Kurfürstin Henriette Adelheid hatte den Gründer des Theatinerordens bereits als junges Mädchen zu ihrem persönlichen Schutzpatron erkoren (was sicher mit ihrem theatinischen Erzieher Stefano Pepe zusammenhing) und ihn bei ihrer Vermählung mit dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria (1636–1679) mit ins Kurfürstentum gebracht.
Als die Ehe des jungen Kurfürstenpaares sechs Jahre kinderlos blieb, legte Henriette Adelheid 1658 ein Gelübde an ihren Schutzpatron ab: Sollte sie durch die Fürsprache Kajetans ein Kind zur Welt bringen, würde sie seinen Orden nach München holen und hier eine Kirche mit zugehörigem Kloster zu seinen Ehren errichten.
Zwei Jahre später konnte das Herrscherpaar endlich das erste Kind, Maria Anna Christina (1660–1690), in den Armen halten und man begann, inspiriert von Henriette Adelheids Vision einer prächtigen Kirche, die das Auge erfreuen sollte, die ersten Planungen für die heutige Theatinerkirche.
Angetrieben von einem zweiten Gelübde, in dem das Paar nun gemeinsam um einen männlichen Nachkommen bat, wurde am 29. April 1663 der Grundstein für die Kirche gelegt – ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Max Emanuel.
Bereits 1661 übernahm der bolognesische Architekt Agostino Barelli (1626–1697) den Auftrag zum Bau der Votivkirche. Als Vorbild wünschte der Kurfürst die Mutterkirche der Theatiner in Rom, Sant’Andrea della Valle. Auch die Pariser Votivkirche Val de Grâce, gestiftet  von Henriette Adelheids Tante Anne d’Autriche im Jahr 1645, wird als Vorbild genannt.
Für den Innenraum orientierte sich Barelli an der Jesuitenkirche Santa Lucia in Bologna. Auf Einwände aus dem bescheidenen Orden, der „vollkommene Armut“ gelobt hatte, erwiderte Ferdinand Maria, „man muss Mut zu prächtigen Dingen haben“. Auch die Kurfürstin äußerte den Wunsch, die Kirche solle die „schönste und kostbarste der Stadt werden“. Der Kirchenbau nahm rasch Form an und der Rohbau wurde 1674 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt übernahm der Hofbaumeister Enrico Zuccalli (um 1642–1724) das Bauprojekt. Während der Bauarbeiten kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Barelli und dem Theatiner Antonio Spinelli (1630–1706), der die Bauleitung übernahm, da Barelli wohl bolognesische und römische Maßeinheiten durcheinanderbrachte, was die Statik gefährdete.
Kurz nach der Weihe im Jahr 1675 verstarben zunächst 1676 die Kurfürstin und 1679 auch Ferdinand Maria, dem der erst 18-jährige Sohn Max Emanuel als Kurfürst nachfolgte. Die Amtszeit des jungen, ehrgeizigen Fürsten war bestimmt durch kriegerische Auseinandersetzungen mit den Osmanen und einem neuen Repräsentationsbewusstsein. Die Theatinerkirche musste daher mit begrenzten finanziellen Mitteln vollendet werden. Bis 1685 wurde das Kloster, bis 1688 die Innenausstattung fertig gestellt. Statt des aufwendigen Fassadenentwurfs von Barelli wurden bis 1692 nur die beiden Fassadentürme vereinfacht ausgeführt. Der Mittelteil der Fassade blieb zunächst unvollendet und wurde zu besonderen Anlässen mit bemalten Tüchern geschmückt.
Endlich vollendet wurde die Fassade fast 100 Jahre später, als ein weiteres Kurfürstenpaar kinderlos blieb: Max III. Joseph von Bayern (1727–1777) und Maria Anna von Sachsen (1728–1797) stifteten die Kirchenfassade in derselben Hoffnung wie schon ihre Vorfahren. Bis 1768 wurde die Fassade im Stil des Frühklassizismus von den beiden Münchener Architekten Francois de Cuvillés d. Ä. (1695–1768) und seinem gleichnamigen Sohn (1731–1777) fertiggestellt. Dieses Mal blieb der Wunsch des Fürstenpaares jedoch unerfüllt und die altbayerische Linie der Wittelsbacher starb mit ihnen aus. Als neuer Kurfürst wurde 1777 Karl Theodor <span>(1724-1799) </span>aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher eingesetzt.
Die Theatinerkirche gilt als die erste Kirche Bayerns, die sich konsequent am neuen, barocken Idealbauschema nach dem tridentinischen Konzil orientiert. Wie das große Vorbild Il Gesù in Rom, präsentiert sie sich als weitläufige Saalkirche auf kreuzförmigem Grundriss mit einer zentralen Kuppel und Seitenkapellen. Damit ist St. Kajetan und Adelheid in München ein einzigartiges Beispiel eines neuen fürstlichen Repräsentationsbedürfnisses und gab als erster Kirchenbau des italienischen Hochbarocks nördlich der Alpen den Anstoß für den späteren, einzigartigen bayerischen Barock.
</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/300">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-10T11:17:11+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:11:43+01:00</updated>
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      <name> Katharina Roßmy&#13;
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    <title type="html"><![CDATA[Die Pfarrkirche Heilig Blut:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um das Jahr 1900 gehörten zur Pfarrei St. Georg in Bogenhausen bis zu 5000 Katholiken, so dass der Bau einer neuen Pfarrkirche notwendig wurde. In der Urkunde zur Grundsteinlegung am 25. Mai 1934 war zu lesen: „Nach vielen Versuchen, die bis auf das Jahr 1912 zurückgehen und bald einen Neubau neben der Gebeleschule, bald einen Erweiterungsbau oder Umbau der St. Georgskirche ins Auge fassten, kam endlich die Erbauung dieser Kirche zustande.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/cbcc6aa3c5108f71e292b4f4e41bf77e.jpg" alt="Die Kirche Heilig Blut, vor 1945" /><br/><p>Den Kirchenbauplatz am damaligen Secchiplatz erhielt die Kirchenstiftung Bogenhausen als Schenkung von der Stadtgemeinde München. Der erste Spatenstich für die neue Kirche Heilig Blut fand am 18. März 1934 und die Einweihung durch Erzbischof Kardinal Faulhaber am 1. November 1934 statt. Der Architekt Hans Döllgast schuf eine dreischiffige Hallenkirche in einfachen und klaren Formen. Sie hat eine Länge von 40 Metern und eine Breite von 16 Metern. Die von Richard Braun 1950 bemalte Holzdecke wird von 14 runden Säulen getragen (14 Nothelfer, 14 Kreuzwegstationen). Das Altarbild stammt von Albert Burkart, ebenso die Wandfresken von 1941 im nördlichen und südlichen Seitenschiff. Auf dem Fresko mit dem auferstandenen Christus sind einige, zum Kirchentitel passende Heilige abgebildet: Gertrud, Judas Thaddäus, Theresia v. Lisieux, Albertus Magnus, Longinus, Bruder Konrad, Hedwig und Johannes Bosco. Vom Altöttinger Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, der 1934 heiliggesprochen wurde, gibt es eine Reliquie.
Den Reliefbogen über dem Hauptportal gestaltete Georg Pezold. Im Bogenfeld sind neben dem Lamm Christi die Symbole der vier Evangelisten dargestellt. Das Mosaik „zwei Engel mit dem Schweißtuch Christi“ aus geschliffenen Natursteinen im Giebelfeld schuf Günther Graßmann. Das Wappen daneben verweist auf Kardinal von Faulhaber, der die Kirche weihte und das Wappen an der Kirchensüdseite neben der Sonnenuhr erinnert an den ersten Pfarrer von Heilig Blut, den Prälaten Maximilian Blumschein.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 brannte die Kirche durch Bombeneinschlag bis auf die Umfassungsmauern aus. Turm, Sakristei und Unterkirche blieben erhalten. Die kirchlichen Einrichtungsgegenstände konnten nur zum Teil gerettet werden. Erhalten geblieben ist das Altarbild, der Tabernakel vom Silberschmied Johann Michael Wilm (1885–1963), die Statue des Auferstandenen von Theodor Georgii und die Ölberggruppe von Oswald Hofmann.
1950 baute man die Kirche unter Leitung von Hans Döllgast wieder auf. Der nun höhere Turm erhielt 1953 ein flaches Satteldach anstatt des früheren Spitzturmes. Der Kreuzweg (die Druckplatten entstanden um 1932) besteht aus Holzschnitten der Künstlerin Ruth Schaumann. Die Josefsfigur aus den 1950er Jahren stammt von Maria Elisabeth Stapp (1908–1995) und die Bronzefigur des hl. Antonius von Padua von Klaus Backmund. Hans Wimmer schuf die bronzene Heilig-Geist-Taube über dem von Architekt Oswald Hermann entworfenen Weihwasserbrunnen, ehemals der Taufstein der Kirche. Der heutige Taufstein mit Deckel (2009) stammt von Josef Alexander Henselmann wie auch die Delpbüste und das Gitter hinter der Madonnenstatue von Josef Hien, das sich aus 122 abstrahierten Engeln zusammensetzt. Das Kriegerdenkmal ist ein Werk von Josef Henselmann; den Steinaltar, den Bronzeambo und den Osterleuchter entwarf Max Faller.
Für ein Jahr war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Kaplan in der Pfarrei. An ihn erinnern seit 2009 die Glasbilder von Josef Alexander Henselmann „Deus Caritas Est“ am Eingangsportal.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/261">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-06-30T16:20:40+02:00</published>
    <updated>2025-07-21T18:12:54+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[St. Johann Baptist in Johanneskirchen:  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Am 2. Oktober 815 wurde eine Kirche, gewidmet Johannes dem Täufer, erstmals in einer Urkunde des Hochstiftes Freising erwähnt. Die Urkunde belegt die Schenkung an den Diakon Huuezzi. Er empfing damals die Pfarrei zu Föhring als Lehen vom Bischof Hitto und musste dafür jährlich eine Wagenladung Bier, zwei Scheffel Getreide, einen Frischling, zwei Hühner und eine Gans nach Freising liefern.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bf11b45850dc571d2d1b2504da688e49.jpg" alt="St. Johann Baptist, um 1900" /><br/><p>Der heutige Kirchenbau stammt aus dem 13. Jahrhundert, belegt durch die spätromanische Wandmalerei an der Nordwand des Langhauses. Die Mauerstärke des Turms beträgt im unteren Bereich etwa 1,80 Meter. Er diente in Notzeiten als Zufluchtsort, die Schalllöcher als Ausguck und Schießscharten. Über den Kirchenspeicher und von dort durch ein Schlupfloch gelangte man in den Turm, eine Leiter führte zum unteren Teil hinab. <b>Die Hofmarksbesitzer Ridler und Mayr</b> Im 15. Jahrhundert wurde Johanneskirchen als geschlossene Hofmark vom Münchner Geschlecht der Ridler erworben. In den Chorbogen sind deren Epitaphien eingelassen. An der Nordwand erinnert ein Renaissancestein an Maria Ridler (1546–1621). Dieser Grabstein aus Untersberger Rotmarmor stammte aus der Münchner Frauenkirche. Einen weiteren Gedenkstein gibt es für Maria Josepha Theresia Freifrau von Mayr, geb. von Ridler (1703–1791) und an der Südseite des Chorbogens befindet sich der Gedenkstein für Maria Josepha Freifräulein von Mayr (1732–1799). <b>Der Choraltar von 1624</b> Über einen „neuaufgesetzten Choraltar“, der durch die Hofmarksbesitzer Ridler für 155 Gulden angeschafft wurde, gibt uns ein „Verhörprotokoll“ von 1624 Auskunft. Damals sollte jeder örtliche Bauer seinen Teil je „nach Gestalt seines besitzenden Gutes“ zur Bezahlung beitragen. Anlässlich der Barockisierung 1688 wurde ein Durchbruch zwischen Langhaus und Turm geschaffen, und dieser Hochaltar, der sich vor der Wand des Turmes befand, in den Turm eingebaut. Der neu geschaffene Chorraum und der Chorbogen erhielten eine Stuckierung in frühbarocken Formen. In der Mitte der Wölbung des Chorraums bildet ein reich gegliedertes Rahmenwerk ein Vierpaßfeld in dem das Monogramm Christi im Strahlenkranz erscheint. Fein durchgearbeitete Stuckrahmen sind an der Chorbogenleibung angebracht. In den seitlichen Rundfeldern sind fruchtkorbtragende Engelsköpfe von Akanthusranken umgeben, im Mittelfeld erscheint das Wappen der Hofmarksbesitzer. <b>Der Hochaltar</b> Der Hochaltar von Ignaz Günther aus der Zeit um 1770 ist das Prunkstück der Johanneskirche. Der Altar misst eine Höhe von 5,05 Metern und wirkt in den 3,35 Metern breiten und 5,17 Meter hohen Chorraum wie hineingepresst. Dass er für eine andere Kirche gemacht worden ist, liegt deshalb nahe. Die Kirchenrechnung der Johanneskirche von 1807/08 bestätigt die Herkunft des Hochaltars aus der Klosterkirche St. Maximilian der Barmherzigen Brüder. Die Barmherzigen Brüder erhielten im Jahre 1750 durch den Kurfürsten Maximilian III. Joseph die Erlaubnis in der Nähe des Sendlinger Tors ein Kloster und ein Hospital zu errichten. In der zugehörigen Spitalkirche St. Maximilian befanden sich sieben Altäre, darunter vier Seitenaltäre ausgestattet mit je zwei Statuen, einem Baldachin, zwei Engeln und einem Vorsatzbild. Die Altäre erhielten folgende Altarbilder: 1. Herz Jesu mit dem Vorsatzbild der schmerzhaften Mutter Gottes, 2. Herz Mariä und das Schweißtuch der hl. Veronika, 3. Augustinus und Christus an der Geißelsäule und 4. Johann von Nepomuk, mit dem Vorsatzbild Maria vom guten Rat. Laut Voranschlag kostete ein Altar etwa 700 Gulden. Das Kloster der Barmherzigen Brüder wurde mit der Säkularisation 1803/04 aufgehoben. Ernst von Destouches beschreibt 1869 die vorgenommene Versteigerung von Einrichtung und Paramenten der Kirche. Den Johannesaltar kaufte laut Destouches der Münchner Bürgermeister und Hofmarksbesitzer Markus von Mayr für 75 Gulden. Er wählte den Nepomuk-Altar, da dieser mit den Statuen Zacharias und Elisabeth, den Eltern von Johannes dem Täufer, ausgestattet war. Das heutige, ovale Altarbild stammt von 1809 und zeigt die Taufe Jesu durch Johannes. Das Vorsatzbild stellt Christus an der Geißelsäule dar, der vom Augustinus-Altar stammte. <b>Neugestaltung der liturgischen Orte im Jahre 2022</b> Anlässlich der 1200-Jahrfeier Johanneskirchens wünschte sich die Pfarrgemeinde, die Johanneskirche wieder vermehrt als Taufkirche zu nutzen. Zu einer Taufkirche gehört aber ein fester Taufstein. Ein steinerner Volksaltar und ein neues Ambo standen ebenfalls auf der Wunschliste. 2016 beschloss man, die neue Altarraumgestaltung anzugehen und 2018 stand fest, dass die beiden maroden Reste der Seitenaltäre aus dem 19. Jahrhundert entfernt werden sollten. Als Künstler für den neuen Volksaltar, Taufbecken und Ambo wählte man Toni Stegmayer. Seit Fertigstellung der Umgestaltung kann man den Hauptaltar von Ignaz Günther in seiner ursprünglichen Zusammenstellung bewundern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/210">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-02-28T17:15:45+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T12:33:54+02:00</updated>
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      <name>Karin Bernst</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Münchner Westfriedhof: Ein Meisterwerk Hans Grässels]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Münchner Stadtteil Moosach gelegen, ist der Westfriedhof dort nicht nur Stätte der Stille und Besinnung auf das Leben und dessen Endlichkeit, sondern auch Ort der Natur und ihrer Vielfalt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/86c248e4b262f1e793ab501626f09813.jpg" alt="Der Westfriedhof, 1908" /><br/><p>Zu den Planungen des späteren Münchner Stadtbaudirektors Hans Grässel (1860–1939) für die Neuordnung der Münchner Friedhofssituation gehörte auch ein Friedhof im Westen der Stadt. Das dafür benötigte Gelände im Süden der Gemeinde Moosach wurde eigens nach München eingemeindet. Die Friedhofsbauten entstanden zwischen 1897 und 1902 nach Entwürfen von Grässel. Nach dem Nord- und dem Ostfriedhof war es der dritte Friedhof der Landeshauptstadt, der von ihm erbaut wurde. Im Zentrum der baulichen Anordnung steht eine runde überkuppelte Aussegnungshalle, die nach dem frühchristlichen Vorbild von Santa Costanza in Rom gestaltet ist und als Grässels wohl vollendetstes Werk angesehen wird. In bewusster Asymmetrie sind westlich davon die Leichenhalle in basilikaler Bauweise mit einem Campanile und östlich Verwaltungsgebäude angefügt. Als Besonderheit wurde nach italienischem Vorbild eine Krypta mit 219 Begräbniszellen als einzige unterirdische Begräbnisstätte in München angelegt. Im Norden des Baukomplexes entstand eine Terrassenanlage, die in ihrer Nordostecke mit einer Ölberggruppe versehen wurde.
Der von Grässel geplante Friedhofsteil besteht, ebenso wie spätere Friedhofserweiterungen nach Westen, weitgehend aus rechteckig angelegten Gräberfeldern. Die Erweiterungen im Südwesten und Norden der Anlage sind dagegen unregelmäßiger geformt.
Im neuen Teil des Friedhofs stellte man 1927 eine in Tirol erworbene hölzerne Kalvarienberggruppe aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Für die im Dienst zu Tode gekommenen Angehörigen der bayerischen Polizei wurde 1931 ebenfalls im neuen Friedhofsteil ein Denkmal in der Form einer überlebensgroßen Rolandsfigur nach einem Entwurf von Emil Epple (1877–1948) errichtet.
Bei einem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs kam 1944 die Leichenhalle zu Schaden. Sie wurde 1951 äußerlich weitgehend in der früheren Form und im Innern mit einem erhöhten Platzangebot wieder aufgebaut. 1960 trug die Stadt München der vermehrten Nachfrage von Urnenbestattungen im Westfriedhof Rechnung, indem sie im Südwesten des Friedshofsgeländes eine neue Urnenhalle nach einem Entwurf von Eugen Jacoby (1920–1963), dem Leiter des Münchner Grabmalamtes, errichten ließ. Auf dem Urnenfeld im Westen gestaltete die in München wirkende Bildhauerin Karolin Bräg 2007 einen Steinkreis aus Granit, der das Abschiednehmen thematisiert. 2015 wurde die Urnenanlage „Mosaikgärten“ mit inzwischen über 2000 Bestattungsplätzen eröffnet. Sie besteht aus handwerklich gestalteten Natursteinen und Steinstelen mit den Namen der Bestatteten sowie zwei Urnenwänden mit Glasmosaiken, welche der Anlage ihren Namen geben.
Der Westfriedhof umfasst nach mehreren Erweiterungen heute eine Fläche von 49,72 Hektar mit rund 41.700 Grabplätzen und ist somit nach dem Waldfriedhof der zweitgrößte Friedhof der Landeshauptstadt.
Dieser Friedhof ist unter anderem der letzte Ruheort für 21 Gesellen des kath. Gesellenvereins St. Josef (heute Kolpingsfamilie), die am 6. Mai 1919 während ihrer wöchentlichen Versammlung in der Augustenstraße von Mitgliedern des Freikorps Epp verhaftet und zum Prinz-Georg-Palais am Karolinenplatz geführt worden waren, weil man sie fälschlicherweise für Spartakisten (also Revolutionsanhänger) hielt. In Wahrheit waren sie regierungstreue Anhänger der Bayerischen Volkspartei. Dort wurden die 26 Verhafteten schwer misshandelt und 21 von ihnen schließlich ermordet. Fünf Gesellen überlebten die Tat, weil man sie für tot hielt. Die Gedächtnisrede bei der Beerdigung hielt der später im Widerstand gegen die NS-Diktatur tätige Jesuitenpater Rupert Mayr (1876–1945), der 1986 von Papst Johannes Paul II. (1920–2005/1978–2005) im Münchner Olympiastadion seliggesprochen wurde.
Auch zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur sind hier bestattet, wie Kaiserin Soraya von Persien (1932–2001), die Maler Franz von Lenbach (1836–1904) und Paul Weber (1823–1916), der ehemalige bayerische Ministerpräsident Hanns Seidel (1901–1961), die Sängerin „Alexandra“ – Doris Nefedov - (1942–1969), der Widerstandskämpfer Walter Klingenbeck (1924–1943) oder der Erbauer der gegenüber dem Westfriedhof gelegenen und nach ihm benannten Wohnanlage Bernhard Borst (1883–1963).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/202">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-01-16T13:25:22+01:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:30+02:00</updated>
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      <name>Christian Freundorfer&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Manfred Heimers</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Himmelfahrtskirche: Ein Symbol des Wiederaufbaus in Sendling]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die auf den ersten Blick unscheinbare Himmelfahrtskirche blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die baulichen Veränderungen der letzten 100 Jahre zeugen von Umwandlungen, die auf sich immer wieder ändernde Anforderungen einer Kirchengemeinde zurückzuführen sind.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4efa36ed5faacf2b5c70cd8fe4b93de8.jpg" alt="Vorderseite der Kirche mit Kircheneingang" /><br/><p>Die Himmelfahrtskirche befindet sich im Zentrum von Sendling. Der erste Kirchenbau entstand 1919, als die Großgaststätte „Vergnügungsetablissement Elysium“ nach den Plänen des Architekten Georg Zeitler zu einem Gotteshaus umgebaut wurde. Nachdem im gleichen Jahr südöstlich noch ein Glockenturm errichtet worden war, wurde der Kirchensaal 1920 schließlich eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche starke Schäden, 1944 wurde sie durch Bombardierungen nahezu komplett zerstört. Der Wiederaufbau begann ab 1946 auf den Resten der alten Kirche, ab 1950 konnte sie wieder genutzt werden. 1963/64 wurde ein neuer Kirchturm errichtet, dessen Erdgeschoss als Andachtskapelle dient.</p><p>Die heutige Gestaltung der Himmelfahrtskirche geht auf einen größeren Umbau zwischen 1988 und 1992 zurück. Neben dem Anbau eines Gemeindezentrums wurde die Anordnung im Kircheninneren grundlegend verändert. Seitdem befinden sich das historische Taufbecken sowie Altar und Ambo in der Mitte des Kirchenschiffs. Um diesen zentralen Punkt ist die Bestuhlung kreisförmig angeordnet. Eine weitere Besonderheit ist die Platzierung der 1994 eingeweihten neuen Orgel, die im Chorraum den ursprünglichen Platz des Altars einnimmt.</p><p>Nicht nur die Orgelmusik prägt das Gemeindeleben, sondern auch die Kunst. So steht beispielsweise eine von Andreas Kuhnlein mit Kettensäge gefertigte Holzskulptur des Pilatus prominent im Raum, am Eingang des Saals befindet sich das Kreuz „Ecce Homo“ von Sven Kalb.</p><p>Heute gibt es neben den wiederkehrenden Gottesdiensten auch andere Veranstaltungen im Gotteshaus, wie Friedensgebete, Gesprächsrunden über Glauben, Gott und Kirche sowie den Kinderchor und Orgelmusik bei Kerzenschein.</p><p>Es besteht Kontakt zu einer Partnerkirche in Tansania, deren Bauprojekte, wie etwa die Errichtung eines neuen Schulgebäudes, begleitet und unterstützt werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/168">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T09:49:56+02:00</published>
    <updated>2024-07-16T13:12:58+02:00</updated>
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      <name>Carl Licht</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Neue Pfarrkirche St. Margaret: Überwindung von Komplikationen beim Bau der neobarocken Kirche ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Kirche, die trotz erheblicher Bauprobleme fertiggestellt werden konnte, steht heute als Mutterkirche vieler Münchner Pfarreien im Zentrum des Margaretenplatzes in München-Sendling. Das Gotteshaus bietet ein Ensemble aus zahlreichen historischen Baustilen der Vergangenheit, die in diesem Monument bis heute weiterleben.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2c57e8396238bf69e5aa0674a959943b.jpg" alt="Die Pfarrkirche Sankt Margaret, 1970" /><br/><p>Nach der Eingemeindung nach München im Jahr 1877 wuchs Sendling stark an. 1892 lebten dort ungefähr 19.000 Katholiken. Für diese Masse an Gläubigen bot die alte Kirche Sankt Margaret nicht annähernd genug Platz, da der Kirchenraum nur auf etwa 300 Personen ausgelegt war. Deshalb gründete der damalige Sendlinger Stadtpfarrer 1892 einen Verein, der sich für den Bau einer neuen, größeren Kirche einsetzte. Diese sollte, genau wie ihr Vorgängerbau, unter den Patrozinien von Sankt Margaret und Sankt Georg stehen und an die Sendlinger Mordweihnacht erinnern. Gleichzeitig sollte sie das 100-jährige Jubiläum der Erhebung Bayerns zum Königreich feiern.
1897 wurde Michael Dosch, ein Münchner Architekt, mit der Planung eines auf 4.000 Menschen ausgerichteten Gotteshauses beauftragt. Nachdem der erste Entwurf aufgrund seiner Opulenz und Größe abgelehnt worden war, wurde 1901 ein etwas kleiner dimensioniertes Projekt genehmigt. Bei der am 6. Juli 1902 stattfindenden Grundsteinlegung durch Kardinal Franz von Stein war Prinzregent Luitpold, der 1899 das Protektorat übernahm, anwesend.
Bis zum Richtfest im Jahr 1904 ging der Bau gut voran, geriet dann aber durch erhebliche Finanzierungsschwierigkeiten ins Stocken. In Folge dessen wurde sehr zum Unmut der Gemeinde eine Kirchenumlage, also eine zweckgebundene Steuer, die zum Bau beitragen sollte, erhoben. Im Oktober 1910 trat Dosch zurück und wurde durch Franz Xaver Boemmel ersetzt, welcher nach einer weiteren Planvereinfachung den Bau der Neuen Kirche Sankt Margaret fertigstellte.
Geweiht wurde die Kirche schließlich am 16. November 1913 in Anwesenheit von König Ludwig III. durch Kardinal Franziskus von Bettinger. Die Vollendung der Ausstattung zog sich aufgrund erneuter erheblicher Finanzierungsschwierigkeiten weitere 26 Jahre bis 1938 hin.
Neu-Sankt Margaret erlitt während des Zweiten Weltkriegs schwere Beschädigungen, die final erst 2012 beseitigt waren.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/166">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-05T10:23:26+02:00</published>
    <updated>2025-05-08T09:26:22+02:00</updated>
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      <name>Felix Müller</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Maximilianskirche: Wie die Stadtpfarrkirche zur „Notre-Dame an der Isar“ wurde]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>München war eine der am schnellsten wachsenden Metropolen des späten 19. Jahrhunderts. Allein von 1880 bis 1900 verdoppelte sich ihre Einwohnerzahl. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der katholischen Stadt nicht mehr genügend Gotteshäuser für die rasant zunehmende Zahl an Kirchgängern. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/421f59974d3b46f8a81edb1b4e71b35b.jpg" alt="Ansicht von Süden von der anderen Isarseite, ca. 1920er/1930er" /><br/><p>In den 1880er Jahren reichten die Münchner Kirchengebäude nicht mehr aus, um die Zahl der Gottesdienstbesucher zu bewältigen. So wurde am 20. November 1883 der Bau von drei neuen Pfarrkirchen bekannt gegeben: Sankt Benno in der Maxvorstadt, Sankt Paul an der Theresienwiese und Sankt Maximilian im Glockenbachviertel. Für diese monumentalen Pfarrkirchen war eine neue Formensprache gefragt. Im Oktober 1893, während der Neubau der Maximilianskirche noch in Planung war, wurde eine alte Schulbaracke in der Auenstraße in eine Notkirche umgewandelt. In einem Architektenwettbewerb um den Neubau der Kirche setzte sich Heinrich Freiherr von Schmidt (1850–1928) mit seinem Entwurf durch. Die Grundsteinlegung fand am 24. Juni 1895 statt. Die neuromanische, dreischiffige Basilika wurde 1901 fertiggestellt. Am 6. Oktober 1901 weihte der Erzbischof von Stein die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Maximilian. Im Jahr 1903 wurde sie zur Stadtpfarrkirche erhoben. Die Formensprache lehnt sich an die oberitalienische Romanik an. Das Langhaus ist stark reduziert und ohne Querschiff ausgeführt. Der Bau unterlag aufgrund der geringeren Tragfähigkeit des Geländes an der Isar einigen Einschränkungen. Deshalb wurden die Türme nicht an der Hauptfassade, sondern an den Seiteneingängen, bei der Vierung, platziert. Anstelle eines Gewölbes wurde über dem Kirchenschiff eine flache Balkendecke aus Lärchenholz eingezogen. Im Chor steht ein Steinkreuz nach keltischem Vorbild, unter dem der heilige Maximilian thront, flankiert von weiteren Heiligen, die eine wichtige Rolle für die bayerische Geschichte spielten: Winthir, Rasso, Korbinian, Luitpold, Theodolinde, Ulrich, Hardemunde und Emmeram, die von zwei hochrangigen Engeln, sogenannten Cherubinen, begleitet werden. Ein Auszug aus der Festschrift zur Einweihung der Kirche verrät mehr über die Intention: „Es sollte dem hl. Maximilian ein Altar errichtet werden, wie ihn unmittelbar nach seinem Tode [um 284 n. Chr.] damalige Künstler erdacht haben könnten; diese Künstler, vielleicht noch heidnisch vorgebildet, hätten angesichts der halbkreisförmigen Grundgestalt des Chores vielleicht auf die Bauweise der keltischen und altgermanischen Ringgräber zurückgegriffen, deren es damals noch manche gab.“ (nach Habel 1971, S. 38). Nach der Ausschreibung eines Wettbewerbs für die bildliche Gestaltung der Kirche malte zunächst Theodor Baierl (1881–1932) die Apsis über dem Hochaltar mit einer Darstellung der Schmerzensmutter aus (im Zweiten Weltkrieg teilweise beschädigt und später übertüncht). Josef Bergmann (1888–1952) fertigte 1933 zwei Fresken, David mit Goliath sowie den Christophorus mit dem Jesuskind, in der Nische beim Taufbecken. In den Jahren 1938/1939 wurde am südöstlichen Seitenschiff eine Sakristei angefügt. Im Jahr 1941 erweiterte Bergmann das Bildprogramm der Kirche noch um das Fresko „Jüngstes Gericht“ an der südöstlichen Mittelschiffswand. Drei Luftangriffe am 6. September und 2. Oktober 1943 sowie am 13. Juli 1944 beschädigten die Kirche schwer: Der Dachstuhl, die Turmhelme und die Innenausstattung verbrannten fast vollständig. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Notkirche im nordwestlichen Seitenschiff eingerichtet, in der ab Ostern 1946 wieder regelmäßig Gottesdienste abgehalten werden konnten. Von 1949 bis 1953 erfolgte der Wiederaufbau der Kirche. Am 11. Oktober 1953 wurde der Hochaltar durch Bischof Johannes Neuhäusler wieder geweiht. Beim Wiederaufbau wurden die Mittelschiffspfeiler zur Stabilisierung mit Beton ummantelt. Da die Geldmittel jedoch knapp waren, erhielten die Südwesttürme anstelle ihrer ursprünglichen Turmhelme nur Notdächer. Dieses Provisorium wurde bis heute nicht behoben. Aufgrund dieses Erscheinungsbildes wird die Maximilianskirche auch „Notre-Dame an der Isar“ genannt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/162">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-13T10:39:36+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T13:30:38+02:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die alte Sendlinger Kirche: Gotteshaus und Schauplatz der Sendlinger Mordweihnacht]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Alte Sendlinger Kirche, auch bekannt als Sankt Margaret, ist ein faszinierendes historisches Juwel im Herzen von Sendling. Die Kirche, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht, stand im Mittelpunkt des Geschehens der Sendlinger Mordweihnacht.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/187ac9ab962b024dd9eef587720a5dda.jpg" alt="Die alte Sendlinger Kirche, Ansicht von Süden" /><br/><p>Die Ursprünge der alten Sendlinger Kirche lassen sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Pfarrei Sendling wurde 1140 begründet, aufgrund der Kirchenpatrone der Heiligen Margaret und Georg wird aber angenommen, dass ihre Geschichte noch weiter zurückreicht. Die genaue Bauzeit ist daher unbekannt. Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte zahlreiche Veränderungen und Renovierungen erlebt.
Im Laufe der Jahrhunderte war die alte Sendlinger Kirche nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch Zeugin bedeutender historischer Ereignisse. Während der Kämpfen der Sendlinger Mordweihnacht Ende des Jahres 1705 erlitt der Kirchenbau schwere Schäden durch kriegerische Auseinandersetzungen und Plünderungen. Anfang des folgenden Jahres wurde die Kirche erneut geweiht und in den darauffolgenden Jahren weitgehend neu erbaut. Nur wenige erhaltene Bauteile im Chor- und Turmbereich wurden in den Neubau einbezogen. Baumeister des barocken Neubaus war Wolfgang Zwerger der Jüngere (1649–1715). Unter Pfarrer Caspar Soyer wurde die größtenteils fertiggestellte Kirche im Jahr 1713 geweiht.
Der Künstler Wilhelm Lindenschmit der Ältere (1806–1848), der aus Mainz stammte, schuf das große Fresko in dem zum ersten Mal die Heldenfigur des ,,Schmieds von Kochel” präsentiert wird, das die nördliche Außenwand der Kirche schmückt. Auf dem alten Friedhof der Sendlinger Kirche befinden sich zwei weitere Denkmäler aus Gusseisen, die 1833 errichtet wurden. Diese Denkmäler erinnern an die Sendlinger Bauernschlacht und an die Ruhestätte zahlreicher Opfer. Auch die kleine Kapelle neben dem Haupteingang der Kirche ist den Gefallenen von 1705 gewidmet.
Da die alte Sendlinger Kirche durch die wachsende Bevölkerungszahl an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, legte man 1913 den Grundstein für die Kirche Neu-Sankt Margaret.Während des Zweiten Weltkriegs wurde die alte Sendlinger Kirche durch Luftangriffe schwer beschädigt, sie wurde aber in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut und restauriert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/160">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-11T10:00:31+02:00</published>
    <updated>2024-10-24T10:07:46+02:00</updated>
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      <name>Antonio Puseljic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die neue Matthäuskirche: Der kühne Neubau der ersten evangelischen Kirche Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Kirche am Sendlinger-Tor-Platz mit ihren organisch schwingenden Formen, bei denen zunächst nur der Glockenturm deutlich macht, dass es sich um einen Sakralbau handelt, ist der Nachfolger der ersten evangelischen Kirche Münchens, die in den 1930er Jahren abgerissen wurde. Der Bau gehört zu den architektonisch markantesten Arbeiten des Architekten Gustav Gsaenger und ist einer der ersten modernen Kirchenbauten Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e5188df796e03d971172d7a884e66d38.jpg" alt="St. Matthäus, Ansicht von Nordosten, ca. 1960" /><br/><p>Noch während die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/133" target="_blank" rel="noreferrer noopener">alte Matthäuskirche</a> an der Sonnenstraße in der Nähe des Karlsplatzes vom NS-Regime Ende Juni 1938 abgerissen wurde, beauftragte man den Münchner Architekt German Bestelmeyer (1874–1942), Pläne für einen Neubau zu entwerfen. Er hatte erst 5 Jahre zuvor die Restaurierungsarbeiten zur alten Kirche geleitet. Der Bauplatz am Sendlinger Tor wurde dafür bereits im Oktober 1938 genehmigt, woraufhin die Gemeinde ihren Bauplatz an der Sonnenstraße gegen den am Nußbaumpark tauschte. Das Bauvorhaben sollte sich jedoch noch einige Jahre verzögern aufgrund des Krieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten die Gläubigen den Wiederaufbau der Matthäuskirche. Im März 1947 wurde eine Notkirche für die Gemeinde St. Matthäus eingeweiht. Nachdem die Finanzierung geklärt werden konnte, wurde 1951 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Obwohl er im Wettbewerb lediglich den zweiten Platz belegte, wurde der Münchner Architekt Gustav Gsaenger (1900–1989) mit dem Bau beauftragt. Gsaenger, der unter anderem bei Bestelmeyer in München studiert hatte, war dabei, sich auf evangelische Kirchenbauten zu spezialisieren. Der Bau der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche St. Matthäus, der von 1953 bis 1955 nach seinen Plänen errichtet wurde, war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.
Er bediente sich bei diesem Projekt einer dezidiert neuen Architektursprache. Während Bestelmeyers (nicht ausgeführter) Entwurf von 1939 den querovalen Grundriss des Zentralraums der alten Matthäuskirche gegen einen kreisrunden ersetzt hatte, erweiterte Gsaenger den geschwungenen Zentralraum in Richtung Osten, während er nach Westen breiter wird. Laut Gsaenger sollte das Gebäude sowohl die Formen der Stadt aufnehmen als auch den Raum des protestantischen Glaubens symbolisieren. So korrespondiert beispielsweise der runde Chor – sowohl im Grundriss als in der Dachform – mit der Bogenform des Sendlinger Tors auf der Ostseite des Sendlinger-Tor-Platzes. Das Gebäude sollte gleichzeitig auch Gemeindezentrum sein, weshalb sich zu den Seiten des Zentralraums unter anderem der Gemeindesaal und Sitzungsräume befinden. Die Kirche und die Gemeinderäume überschneiden sich sowohl im Grundriss als auch im Aufriss und sollen somit die Offenheit und die große Bedeutung der Gemeinschaft im evangelischen Glauben versinnbildlichen. Die organisch geschwungene Form der neuen Matthäuskirche wurde intensiv diskutiert und erhielt Spitznamen wie z.B. Gottes Achterbahn. Als Bischofskirche ist sie auch Predigtstätte des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/147">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-22T16:40:35+01:00</published>
    <updated>2025-04-01T18:19:04+02:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Ausstattung von St. Ursula in Schwabing: Harmonie und Historismus]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die katholische Pfarrkirche St. Ursula in Schwabing ist mit ihrer Ausstattung ein seltenes Beispiel qualitätvoller Neo-Renaissance in Deutschland. Die Proportionslehre des Architekten August Thiersch bestimmt nicht nur Architektur und Altäre, sondern wird auch in den zeitgenössischen Kunstwerken fortgesetzt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/80711a0c63f21b71448a36de1c014857.jpg" alt="Die neue Altarinsel mit nachkonziliarem Zelebrationsaltar, 1979" /><br/><p>In einer Zeit, in der im Kirchenbau vor allem auf mittelalterliche Formensprachen zurückgegriffen wurde, wagte der Architekt August Thiersch (1843–1917) mit St. Ursula einen neuen Ansatz. Zwar bewegte sich der Entwurf weiterhin auf den strengen Pfaden eines stilreinen Historismus, statt gotisch oder romanisch baute man die Kirche jedoch im Stil der italienischen Renaissance des Quattrocento. Ein Grund für diese Entscheidung war wohl Thierschs Studium der Proportionslehre, welche zur Grundlage seiner Baukunst wurde. Ausgehend von den Arbeiten der großen Architekturtheoretiker des 15. und 16. Jahrhunderts, welche das Bauhandbuch des Vitruv (1. Jahrhundert v. Chr.) wiederentdeckt und mit ihm Maßverhältnisse neu definiert hatten und eigenen Naturstudien erarbeitete Thiersch eine Architekturlehre, die er dann in seinen Entwürfen umsetzte.
Die von der Formensprache der Florentiner Frührenaissance inspirierte klare Gliederung nach Thierschs Ideal ist im Kirchenbau von St. Ursula bis in die kleinsten Details der Kirchenausstattung wiedererkennbar. Dabei wurden längst nicht alle seiner Ideen und Entwürfe umgesetzt. Oft musste ein Kompromiss gefunden werden zwischen Thierschs Vorstellungen für einen harmonischen Kirchenraum, dem Geschmack des Pfarrers, den finanziellen Möglichkeiten der Kirchenstiftung und letztlich auch den Wünschen der Stifter, die oftmals als Geldgeber das letzte Wort behielten. Die ohnehin schon zurückhaltend geplante Innenausstattung wurde aus finanziellen Gründen letztendlich noch sparsamer ausgeführt; die geschaffenen Stücke zeichnen sich jedoch durch ihre qualitätvolle Gestaltung aus.
<strong>// Hochaltar</strong>
Für den Hochaltar wurde die ungewöhnliche Form eines Ziborium-Altares ausgewählt. Ein halbrunder Baldachin spannt sich, getragen von fünf Stützen, über den Altar und greift die Form der Apsiskalotte auf. Während die Pfeiler nur zurückhaltend mit Engelsreliefs und Festons geschmückt sind, zeigt die Kuppel ein reiches Goldornament. Das Mosaik wurde von Johann Odorici gefertigt. Das Ziborium, welches sich über den Hochaltar spannt, orientiert sich mit seiner mit blau-goldenem Mosaik verzierten Halbkuppel an Vorbildern aus Ravenna. Bekrönt wird die Halbkuppel von einem großen Kreuz. Flankiert wird der Altar von Skulpturen der Kirchenpatrone: der Heiligen Ursula und dem Heiligen Nikolaus.
Auf dem eigentlichen Altar befindet sich das Tabernakel, das wiederum von einem großzügigen Ziborium überfangen wird, welches als Aussetzungsnische dient. Auf den Türflügeln des Schreins ist eine Sequenz zum Fronleichnamsfest von Thomas von Aquin zu lesen.
<strong>// Marienkapelle</strong>
Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht. Farblich bestimmt wird er durch die Majolikareliefs in Kobaltblau und Bleiweiß, welche sich eng an Arbeiten der Florentiner Brüder Della Robbia orientieren. Geschaffen wurden sie nach Modellen von Balthasar Schmitt (1858–1942), einem der vielbeschäftigtsten Künstler seiner Zeit.
Der Ädikula-Altar zeigt eine thronende Maria in einer perspektivischen Säulenhalle. In der Predella unter ihr illustrieren drei Majolikareliefs Szenen aus dem Leben Mariens: Die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, mittig die Himmelfahrt Mariae und die Geburt Christi in der Geburtshöhle. Im Zentrum des Altarretabels thront die Muttergottes mit dem Jesusknaben auf ihren Knien. Als Assistenzfiguren stehen ihr die Heiligen Dominikus und Franziskus zur Seite.
Die Szene des Retabels steht in Tradition italienischer Altäre der Frührenaissance, auf denen solche „Sacre conversazioni“ gerne dargestellt wurden.
<strong>// Josephskapelle</strong>
Der rechte Seitenaltar ist dem Ziehvater Jesu, dem Heiligen Joseph, geweiht. Der Künstler des Altarblatts ist der Historienmaler Ludwig Glötzle (1847–1929), der auch die Kreuzwegstationen in St. Ursula malte. In der Predella sind drei Szenen aus dem Leben des Heiligen dargestellt. Im Zentrum begleiten Engel den sterbenden Joseph; auf der rechten Seite ist die Flucht der Heiligen Familie aus Ägypten und links die Verkündigung zu sehen. Das Altarblatt zeigt ein monumentales Gemälde des Hl. Joseph, der den Jesusknaben trägt. Das Figurenpaar steht in einer Muschelnische in einer Landschaft. Zur Linken des Jesuskindes, das die Arme weit ausbreitet, kniet Ecclesia, die Allegorie der Kirche, in liturgischem Gewand. Sie verweist auf die Bedeutung Josephs für die Heilsgeschichte, während die Figuren der linken Bildseite auf die Funktion Josephs als Schutzherr der Jugendlichen und Handwerker verweisen. Dort sind als Stellvertreter der Pfarrei St. Ursula ein Knabe, der von seiner Mutter zur Andacht gewiesen wird, und ein Handwerker mit einem Korb voll Werkzeug dargestellt.
<strong>// Mit weitem Herzen</strong>
Obgleich St. Ursula vor allem mit der Konsequenz der ursprünglichen Ausstattung besticht, wurden über die Jahrzehnte immer wieder zeitgenössische Kunstwerke in den Kirchenraum hinzugefügt. Zuletzt kam 2021 das Gemälde „Mit weitem Herzen“ von Raoul Rudolf Maria Rossmy in die Kirche. Der Proportionslehre Thierschs folgend ergänzt es ein Pfingstbild aus der Entstehungszeit von St. Ursula und füllt eine Leerstelle an der Westseite des Mittelschiffes. Dargestellt ist der Heilige Benedikt, als Garant für Anstand und Vernunft. Zu seinen Füßen sitzt eine junge Frau mit aufgeschlagenem Buch. In Anlehnung an die antike Sage vom Raub Europas durch den Göttervater Zeus, verweist sie hier auf Benedikts Funktion als Patron des Kontinents Europa. Durch ihre Bildung emanzipiert sich die junge Europa von der Gewalt und mahnt so zu einem verantwortungsvollen und friedvollem Miteinander.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/144">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-09T13:30:21+01:00</published>
    <updated>2025-01-22T18:28:44+01:00</updated>
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      <name>Katharina Roßmy</name>
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