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    <title type="html"><![CDATA[Die Widenmayerstraße 25: Ein Doppelmietshaus für den Handschuhfabrikanten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Fassade mit den vorgelagerten kannelierten Lisenen, zwischen denen kleine halbplastische Tier-Ornamente die Wandfelder zieren, hebt sich deutlich von den anderen Häusern in der Widenmayerstraße ab.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/008dc69c39fcba254a03233be97b67ab.jpg" alt="Widenmayerstraße 25/25a; Doppelhaus, klassizistischer Jugendstil, 2011" /><br/><p>Das symmetrisch angelegte Doppelhaus wurde 1910–11 für den Kommerzienrat Heinrich Roeckl (1867–1950) erbaut, der in dritter Generation Leiter der Leder- und Handschuhfabrik Roeckl München war. Architekten waren Emmanuel von Seidl und Hugo M. Roeckl. Der untere Teil der Fassade ist im neuklassizistischen Stil gehalten und zeichnet sich durch auffällige Ornamente aus. Oberhalb des ersten Obergeschosses schließt diese Fassadengliederung mit einer schmalen Verdachung ab. Darüber ist die Fassade – abgesehen von den für Seidl typischen geschwungenen Giebeln – im Vergleich zum unteren Bereich geradezu nüchtern gehalten. Die beiden Häuser sind durch einen baulich abgesetzten Bereich miteinander verbunden, der im Hochparterre ein großes, mit stilisierten Blumenranken verziertes Holzfenster sowie Balkone in den Obergeschossen aufweist. Rechts und links davon, zwischen den Lisenen und den Fenstern des Hochparterres und des ersten Obergeschosses, befinden sich kleine rechteckige Rahmen mit Reliefs: Auf beiden Seiten sind – von außen nach innen – ein Meerestier, ein Pfau und Vögel in einer Obstschale dargestellt. Rechts außen ist ein Fisch abgebildet, links eine Schildkröte, beide vor einer Etagere mit Obst. Während die Pfauen identisch sind, unterscheiden sich die Vogel-Ornamente: Links handelt es sich um zwei große Vögel in einem Obstkorb, rechts um zwei kleine Vögel auf einer Etagere mit Trauben. Bei der Dekoration der Fassade wurden verschiedene Stile miteinander kombiniert. Die Umkehr und Abwendung von traditionellen Fassadengliederungen sowie die Vermischung unterschiedlichster Stile sind Merkmale des späten Heimatstils, der in den Jugendstil überging und ländliche Elemente aufgriff. Diese Merkmale sind an der Fassade gut erkennbar. Innen ist das Gebäude verschiedenartig gegliedert. Der linke, von außen sichtbare Eingang (heute Hausnummer 25) führte in die Hochparterre-Wohnung. Durch den rechten Eingang (heute Hausnummer 25a) gelangte man in ein rückwärtig gelegenes repräsentatives Treppenhaus, neben dem sich auch der Personenaufzug befindet, der dort schon 1910–11 eingebaut wurde. Die großen Räume der Wohnungen zeugen vom Wohlstand und den sozialen Verhältnissen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Zum Hof hin befand sich im Erdgeschoss ein zweigeschossiger ovaler Tanzsaal, der später entfernt wurde. Im Rückbau lagen die Wohn- und Wirtschaftsräume des Personals sowie ein Kohleaufzug und die Dienstbotentreppe, die eine klare Trennung zwischen den Wegen der Herrschaften und des Personals sicherstellten. Das Haus wurde am 25. April 1944 von einer Brandbombe getroffen und erlitt bei den darauffolgenden Löscharbeiten einen Wasserschaden. Das daraufhin aufgesetzte Notdach wurde 1952–53 durch ein neues Dach mit zwei Dachwohnungen ersetzt. 1959–60 wurden weitere Umbaumaßnahmen durchgeführt: Es wurden Zugänge zu den Wohnungen im Rückflügel über die Haupttreppe geschaffen und der Bereich der ehemaligen Bedienstetentreppe wurde zugunsten von Wohnungen aufgegeben. 1975 wurde die Fassade restauriert und an die Farbigkeit der Entstehungszeit angeglichen und vereinheitlicht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/203">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-01-23T11:20:28+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:13:23+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Münchner Westfriedhof: Ein Meisterwerk Hans Grässels]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Münchner Stadtteil Moosach gelegen, ist der Westfriedhof dort nicht nur Stätte der Stille und Besinnung auf das Leben und dessen Endlichkeit, sondern auch Ort der Natur und ihrer Vielfalt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/86c248e4b262f1e793ab501626f09813.jpg" alt="Der Westfriedhof, 1908" /><br/><p>Zu den Planungen des späteren Münchner Stadtbaudirektors Hans Grässel (1860–1939) für die Neuordnung der Münchner Friedhofssituation gehörte auch ein Friedhof im Westen der Stadt. Das dafür benötigte Gelände im Süden der Gemeinde Moosach wurde eigens nach München eingemeindet. Die Friedhofsbauten entstanden zwischen 1897 und 1902 nach Entwürfen von Grässel. Nach dem Nord- und dem Ostfriedhof war es der dritte Friedhof der Landeshauptstadt, der von ihm erbaut wurde. Im Zentrum der baulichen Anordnung steht eine runde überkuppelte Aussegnungshalle, die nach dem frühchristlichen Vorbild von Santa Costanza in Rom gestaltet ist und als Grässels wohl vollendetstes Werk angesehen wird. In bewusster Asymmetrie sind westlich davon die Leichenhalle in basilikaler Bauweise mit einem Campanile und östlich Verwaltungsgebäude angefügt. Als Besonderheit wurde nach italienischem Vorbild eine Krypta mit 219 Begräbniszellen als einzige unterirdische Begräbnisstätte in München angelegt. Im Norden des Baukomplexes entstand eine Terrassenanlage, die in ihrer Nordostecke mit einer Ölberggruppe versehen wurde.
Der von Grässel geplante Friedhofsteil besteht, ebenso wie spätere Friedhofserweiterungen nach Westen, weitgehend aus rechteckig angelegten Gräberfeldern. Die Erweiterungen im Südwesten und Norden der Anlage sind dagegen unregelmäßiger geformt.
Im neuen Teil des Friedhofs stellte man 1927 eine in Tirol erworbene hölzerne Kalvarienberggruppe aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Für die im Dienst zu Tode gekommenen Angehörigen der bayerischen Polizei wurde 1931 ebenfalls im neuen Friedhofsteil ein Denkmal in der Form einer überlebensgroßen Rolandsfigur nach einem Entwurf von Emil Epple (1877–1948) errichtet.
Bei einem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs kam 1944 die Leichenhalle zu Schaden. Sie wurde 1951 äußerlich weitgehend in der früheren Form und im Innern mit einem erhöhten Platzangebot wieder aufgebaut. 1960 trug die Stadt München der vermehrten Nachfrage von Urnenbestattungen im Westfriedhof Rechnung, indem sie im Südwesten des Friedshofsgeländes eine neue Urnenhalle nach einem Entwurf von Eugen Jacoby (1920–1963), dem Leiter des Münchner Grabmalamtes, errichten ließ. Auf dem Urnenfeld im Westen gestaltete die in München wirkende Bildhauerin Karolin Bräg 2007 einen Steinkreis aus Granit, der das Abschiednehmen thematisiert. 2015 wurde die Urnenanlage „Mosaikgärten“ mit inzwischen über 2000 Bestattungsplätzen eröffnet. Sie besteht aus handwerklich gestalteten Natursteinen und Steinstelen mit den Namen der Bestatteten sowie zwei Urnenwänden mit Glasmosaiken, welche der Anlage ihren Namen geben.
Der Westfriedhof umfasst nach mehreren Erweiterungen heute eine Fläche von 49,72 Hektar mit rund 41.700 Grabplätzen und ist somit nach dem Waldfriedhof der zweitgrößte Friedhof der Landeshauptstadt.
Dieser Friedhof ist unter anderem der letzte Ruheort für 21 Gesellen des kath. Gesellenvereins St. Josef (heute Kolpingsfamilie), die am 6. Mai 1919 während ihrer wöchentlichen Versammlung in der Augustenstraße von Mitgliedern des Freikorps Epp verhaftet und zum Prinz-Georg-Palais am Karolinenplatz geführt worden waren, weil man sie fälschlicherweise für Spartakisten (also Revolutionsanhänger) hielt. In Wahrheit waren sie regierungstreue Anhänger der Bayerischen Volkspartei. Dort wurden die 26 Verhafteten schwer misshandelt und 21 von ihnen schließlich ermordet. Fünf Gesellen überlebten die Tat, weil man sie für tot hielt. Die Gedächtnisrede bei der Beerdigung hielt der später im Widerstand gegen die NS-Diktatur tätige Jesuitenpater Rupert Mayr (1876–1945), der 1986 von Papst Johannes Paul II. (1920–2005/1978–2005) im Münchner Olympiastadion seliggesprochen wurde.
Auch zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur sind hier bestattet, wie Kaiserin Soraya von Persien (1932–2001), die Maler Franz von Lenbach (1836–1904) und Paul Weber (1823–1916), der ehemalige bayerische Ministerpräsident Hanns Seidel (1901–1961), die Sängerin „Alexandra“ – Doris Nefedov - (1942–1969), der Widerstandskämpfer Walter Klingenbeck (1924–1943) oder der Erbauer der gegenüber dem Westfriedhof gelegenen und nach ihm benannten Wohnanlage Bernhard Borst (1883–1963).</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/202">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-01-16T13:25:22+01:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:30+02:00</updated>
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      <name>Christian Freundorfer&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Manfred Heimers</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Friedensengel: Ein geflügeltes Wort für ein Denkmal des Friedens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Münchnerinnen und Münchner nennen ihn liebevoll „Friedensengel“. Gemeint ist damit allerdings kein Engel im herkömmlichen Sinne, sondern der vergoldete und geflügelte Friedensgenius, der hoch oben auf einer Säule über die Prinzregentenstraße in Bogenhausen wacht. Oftmals wird die Bezeichnung auch für das gesamte Denkmal verwendet, das in eine weitläufige, historistische Anlage auf der Prinzregent-Luitpold-Terrasse zwischen der Luitpoldbrücke und dem Europaplatz eingebettet ist.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7fc8b22d5d84972e7e10e04aa2d32eaa.jpg" alt="Historische Aufnahme des Friedensdenkmals auf der Luitpoldterrasse mit dem vorgesetzten Springbrunnen, 1940" /><br/><p>Von der Luitpoldbrücke kommend ist die Anlage als Blickfang mittig gesetzt. Die Prinzregentenstraße teilt sich, führt seitlich an der Terrasse vorbei und fließt erst östlich vom Friedensengel wieder zusammen. In der Mitte des vorgesetzten Platzes befindet sich ein Springbrunnen in dessen Rücken eine Rustikawand mit drei Nischen liegt, wovon die mittlere durch ihre Größe und grottenartige Gestaltung hervorgehoben ist. Seitlich davon ist die Terrasse, und damit das Friedensdenkmal, durch eine doppelläufige Freitreppe zu erreichen.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 sollte ein Denkmal zur Feier des anschließenden Friedens errichtet werden. Es wurde ein Wettbewerb für Münchner Künstler ausgeschrieben, den die Bildhauer Heinrich Düll, Georg Pezold und Max Heilmaier in Zusammenarbeit gewannen. Die Grundsteinlegung wurde am 10. Mai 1896 vom Prinzregenten Luitpold persönlich vorgenommen.
Das Denkmal ist einschließlich der Säule und der Figur 38 m hoch – wovon der „Engel“ selbst 6 m einnimmt – und erinnert in einigen Details an antike Vorbilder. Der Unterbau ist über zwei Treppenzugänge auf der Nord- und Südseite zu erreichen. Vier Eckpfeiler und je zwei Karyatiden dazwischen tragen das Gebälk des Tempelbaus. Sowohl durch die Karyatiden als auch durch die Kassettendecke, hier bemalt mit goldenen Sonnen auf blauem Grund, erinnert der Bau an die Korenhalle des berühmten Erechtheions auf der Athener Akropolis. Im Zentrum des Baus befindet sich ein quadratischer Block, der als Stütze für die darüber emporsteigende Säule fungiert. Er ist an allen Seiten mit Mosaiken im frühen Jugendstil geschmückt. Sie zeigen Sinnbilder des Krieges, des Sieges, des Friedens sowie des Wohlstands auf goldenem Grund.
Die Eckpfeiler tragen nach Osten Medaillons mit Portraits der am Krieg beteiligten Feldherren Helmuth von Moltke, Ludwig von der Tann und Jakob von Hartmann, einem Bildnis Otto von Bismarcks sowie des bayerischen Kriegsministers Siegmund von Pranckh und des preußischen Kriegsministers Albrecht von Roon – außer letzterem finden sich alle ebenfalls in Münchner Straßennamen wieder. Nach Westen blicken die Portraits der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. sowie die Könige Ludwig II., Otto und der Prinzregent. Die weiteren Seiten der Pfeiler zeigen Darstellungen der zwölf Heldentaten des Herakles und rezipieren damit erneut die Antike. Anstelle der zehnten Tat des griechischen Helden, dem Raub der Rinderherde des Riesen Geryon, wurde am südöstlichen Pfeiler Herakles‘ Kampf mit dem Riesen Antaios dargestellt. Diesen konnte Herakles nur besiegen, indem er ihn anhob und damit die Energiezufuhr durch dessen Mutter Gaia, der Erde, kappte. Man kann vermuten, dass die Darstellung eines Sieges über einen als stärker erachteten Gegner als passender angesehen wurde als die Wiedergabe eines Raubes. Das Dach ist mit Rosetten, Palmetten und Löwenköpfen geschmückt und steinerne Kriegstrophäen wie Rüstungen, Schilde und Schwerter zieren seine Ecken.
Die darauf platzierte kannelierte Säule mit gegossenem Kapitell im korinthischen Stil trägt den namensgebenden Friedensengel. Dieser erinnert in seiner Ausgestaltung an antike Darstellungen der griechischen Siegesgöttin Nike, wie die Nike des Paionios. Diese wurde 1875 in Olympia entdeckt und erfreute sich noch zum Bau des Friedensengels großer Beliebtheit. Auch andere antike Statuetten zeigen die geflügelte Nike im Landeanflug mit wehendem Gewand und vorgestreckter Hand. Der Münchner Friedensengel hält in dieser einen Ölzweig als Zeichen für den Frieden und in der linken ein Palladion, ein Abbild der Athene, der griechischen Göttin für Kampfkunst und Weisheit. Genauer handelt es sich dabei um eine verkleinerte Nachbildung im Typus der Athena Parthenos, der kolossalen Kultstatue des Phidias aus dem Parthenon in Athen. Zahlreiche Motive und Darstellungen am Münchner Friedensdenkmal entstammen der antiken Bildwelt rund um Krieg und besonders die nachfolgende, blühende Zeit des Friedens und des Wohlstands. Die Anlehnung an die Antike entspricht dem Zeitgeschmack des Historismus und das gewählte Bildprogramm verbildlicht die friedvolle Zeit im Reich nach dem kriegerischen Sieg 1871.
Der Friedensengel ist aus dem Münchner Stadtbild nicht wegzudenken und bei Münchnerinnen und Münchnern allgemein bekannt. Er ist Orientierungs- und Aussichtspunkt zugleich. Dabei ist das Monument nicht nur schön anzusehen, sondern steht auch für Positivität und Frieden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/184">Für mehr (einschließlich 12 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-10-15T14:12:29+02:00</published>
    <updated>2025-06-26T16:44:21+02:00</updated>
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      <name>Vanessa Heiduck</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Müller‘sche Volksbad: Der Badetempel im neobarocken Jugendstil ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Nirgendwo in München lässt es sich so stilvoll schwimmen und entspannen wie im Volksbad, einem der schönsten Badehäuser Europas, wo man in die Bäderzeit der Jahrhundertwende eintauchen kann.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3ef5bb8a5be42921453b06bf5ae5f925.jpg" alt="Müller‘sches Volksbad, Außenansicht von der Isar " /><br/><p>Entworfen und gebaut wurde das Bad von dem Architekten Carl Hocheder (1854–1917), der auch eine Anzahl anderer städtischer und sozialer Bauten in München errichtete. Hierzu zählt zum Beispiel das Hauptfeuerwehrhaus. Bei seiner Eröffnung im Mai 1901 war das Volksbad das größte und teuerste öffentliche Schwimmbad der Welt.
Bis heute steht das Bad am Südufer der Isar Besucher*innen offen. Das Müller‘sche Volksbad wurde aufgrund einer Schenkung des Ingenieurs Karl von Müller (1821–1909) an die Stadt München gebaut. Dieser stiftete der Stadt einen Miet- und Geschäftshäuserkomplex, den er zwischen 1861 und 1863 erworben hatte, unter der Auflage, dieses zu verkaufen und den Erlös für den Bau eines Bades für das unbemittelte Volk, also den ärmeren Münchner*innen zu verwenden. Aus dieser Zeit, als das eigene Badezimmer noch seltener Luxus war, stammen die Wannen- und Brausebäder im nach seinem Stifter benannten Volksbad. Liebevoll und aufwändig wird bis heute dieses Stück Stadtgeschichte nahezu originalgetreu erhalten.
Hocheder ließ Gestaltungselemente römischer Thermen, barocker Sakralbauten und von Hammams und Moscheen in den Bau des Volksbads einfließen, die er mit dem Jugendstil kombinierte.
Das Volksbad hat zwei Schwimmhallen. Bis Mitte der 1970er Jahre wurde dort nach Geschlechtern getrennt gebadet. Ab diesem Zeitpunkt durften die Damen auch die ehemalige Herrenhalle benutzen. Bis die Herren aber auch ihre Bahnen in der Damenhalle ziehen durften, dauerte es noch circa zwanzig Jahre. Reich an aufwändigen Ornamenten und Wandmalereien bieten Herren- und Damen-Schwimmhalle Badevergnügen in originalgetreuer Ausstattung und versetzen die Badegäste zurück in die Zeit des Jugendstils.
Das Becken der kleineren Schwimmhalle hat wärmeres Wasser (30 Grad), einen Massagestrahl aus einem Wasserspeier und ist heute eher zur Entspannung gedacht. Traditionell gibt es noch heute einen wöchentlichen Frauenbadetag in der Damenhalle.
Die große Schwimmhalle, in welcher sich ebenfalls ein Wasserspeier befindet, wird von einem Tonnengewölbe mit Galerie gekrönt. Das Wasser ist etwas kühler (27 Grad) und ist vor allem für sportlichere Schwimmer*innen geeignet.
Schon seit seiner Eröffnung verfügt das Müller‘sche Volksbad über ein römisch-irisches Schwitzbad. Dieses Schwitzbad beinhaltet heute Dampfbad, Heißlufträume, Warmwasserbecken, Kaltwasserbecken und seit Ende der 1990er Jahre eine 90 Grad heiße finnische Sauna. Das denkmalgeschützte Bad wurde in seiner jahrzehntelangen Geschichte mehrmals umfangreich saniert. Dabei wurde stets darauf geachtet, alle historischen Details zu erhalten.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/167">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T09:14:41+02:00</published>
    <updated>2025-03-20T11:25:15+01:00</updated>
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      <name>SWM/M-Bäder </name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Maximilianskirche: Wie die Stadtpfarrkirche zur „Notre-Dame an der Isar“ wurde]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>München war eine der am schnellsten wachsenden Metropolen des späten 19. Jahrhunderts. Allein von 1880 bis 1900 verdoppelte sich ihre Einwohnerzahl. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der katholischen Stadt nicht mehr genügend Gotteshäuser für die rasant zunehmende Zahl an Kirchgängern. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/421f59974d3b46f8a81edb1b4e71b35b.jpg" alt="Ansicht von Süden von der anderen Isarseite, ca. 1920er/1930er" /><br/><p>In den 1880er Jahren reichten die Münchner Kirchengebäude nicht mehr aus, um die Zahl der Gottesdienstbesucher zu bewältigen. So wurde am 20. November 1883 der Bau von drei neuen Pfarrkirchen bekannt gegeben: Sankt Benno in der Maxvorstadt, Sankt Paul an der Theresienwiese und Sankt Maximilian im Glockenbachviertel. Für diese monumentalen Pfarrkirchen war eine neue Formensprache gefragt. Im Oktober 1893, während der Neubau der Maximilianskirche noch in Planung war, wurde eine alte Schulbaracke in der Auenstraße in eine Notkirche umgewandelt. In einem Architektenwettbewerb um den Neubau der Kirche setzte sich Heinrich Freiherr von Schmidt (1850–1928) mit seinem Entwurf durch. Die Grundsteinlegung fand am 24. Juni 1895 statt. Die neuromanische, dreischiffige Basilika wurde 1901 fertiggestellt. Am 6. Oktober 1901 weihte der Erzbischof von Stein die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Maximilian. Im Jahr 1903 wurde sie zur Stadtpfarrkirche erhoben. Die Formensprache lehnt sich an die oberitalienische Romanik an. Das Langhaus ist stark reduziert und ohne Querschiff ausgeführt. Der Bau unterlag aufgrund der geringeren Tragfähigkeit des Geländes an der Isar einigen Einschränkungen. Deshalb wurden die Türme nicht an der Hauptfassade, sondern an den Seiteneingängen, bei der Vierung, platziert. Anstelle eines Gewölbes wurde über dem Kirchenschiff eine flache Balkendecke aus Lärchenholz eingezogen. Im Chor steht ein Steinkreuz nach keltischem Vorbild, unter dem der heilige Maximilian thront, flankiert von weiteren Heiligen, die eine wichtige Rolle für die bayerische Geschichte spielten: Winthir, Rasso, Korbinian, Luitpold, Theodolinde, Ulrich, Hardemunde und Emmeram, die von zwei hochrangigen Engeln, sogenannten Cherubinen, begleitet werden. Ein Auszug aus der Festschrift zur Einweihung der Kirche verrät mehr über die Intention: „Es sollte dem hl. Maximilian ein Altar errichtet werden, wie ihn unmittelbar nach seinem Tode [um 284 n. Chr.] damalige Künstler erdacht haben könnten; diese Künstler, vielleicht noch heidnisch vorgebildet, hätten angesichts der halbkreisförmigen Grundgestalt des Chores vielleicht auf die Bauweise der keltischen und altgermanischen Ringgräber zurückgegriffen, deren es damals noch manche gab.“ (nach Habel 1971, S. 38). Nach der Ausschreibung eines Wettbewerbs für die bildliche Gestaltung der Kirche malte zunächst Theodor Baierl (1881–1932) die Apsis über dem Hochaltar mit einer Darstellung der Schmerzensmutter aus (im Zweiten Weltkrieg teilweise beschädigt und später übertüncht). Josef Bergmann (1888–1952) fertigte 1933 zwei Fresken, David mit Goliath sowie den Christophorus mit dem Jesuskind, in der Nische beim Taufbecken. In den Jahren 1938/1939 wurde am südöstlichen Seitenschiff eine Sakristei angefügt. Im Jahr 1941 erweiterte Bergmann das Bildprogramm der Kirche noch um das Fresko „Jüngstes Gericht“ an der südöstlichen Mittelschiffswand. Drei Luftangriffe am 6. September und 2. Oktober 1943 sowie am 13. Juli 1944 beschädigten die Kirche schwer: Der Dachstuhl, die Turmhelme und die Innenausstattung verbrannten fast vollständig. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Notkirche im nordwestlichen Seitenschiff eingerichtet, in der ab Ostern 1946 wieder regelmäßig Gottesdienste abgehalten werden konnten. Von 1949 bis 1953 erfolgte der Wiederaufbau der Kirche. Am 11. Oktober 1953 wurde der Hochaltar durch Bischof Johannes Neuhäusler wieder geweiht. Beim Wiederaufbau wurden die Mittelschiffspfeiler zur Stabilisierung mit Beton ummantelt. Da die Geldmittel jedoch knapp waren, erhielten die Südwesttürme anstelle ihrer ursprünglichen Turmhelme nur Notdächer. Dieses Provisorium wurde bis heute nicht behoben. Aufgrund dieses Erscheinungsbildes wird die Maximilianskirche auch „Notre-Dame an der Isar“ genannt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/162">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-13T10:39:36+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T12:59:40+02:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Ein Schatz im Luitpoldpark: Eine vergessene Kiesgrube und ihr prähistorischer Schatz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ein überraschender Fund, dessen Interpretation die Forschung bis heute beschäftigt und der entweder einen faszinierenden Einblick in den Handel und Transport von Waren oder die religiöse Vorstellung der bronzezeitlichen Menschen im heutigen Südbayern bietet.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f4f06a0efb87c20f65457a288ac49a37.jpg" alt="Der Obelisk im Luitpoldpark, 2021" /><br/><p>Ist es vorstellbar, dass sich im Luitpoldpark in Schwabing vor gar nicht allzu langer Zeit eine große städtische Kiesgrube befand? Heute ist von der Abraumhalde nichts mehr zu erahnen und doch war hier der Fundort eines bedeutenden Schatzes aus der Bronzezeit. Das grüne Naherholungsgebiet wurde 1911 anlässlich des 90. Geburtstages von Prinzregent Luitpold von Bayern angelegt. Damals gab es den aus Schutt des Zweiten Weltkrieges bestehenden Luitpoldhügel natürlich noch nicht und der Park wurde im Norden von der heute nicht mehr existierenden Stiftprobst-Türk-Straße begrenzt. Diese befand sich dort, wo sich heute die Burgunderstraße erstreckt und verband die Borschtallee mit der Schleißheimer Straße. Sie verlief an der Stelle, wo sich heute der Luitpoldhügel erhebt. Südlich der Stiftprobst-Türk-Straße, in der Nordwestecke des Luitpoldparks, befand sich die bereits genannte städtische Kiesgrube, in der man 1928 beim Kiesabbau in 1,10 Metern Tiefe auf ein Depot von insgesamt 500 C-förmig gebogenen Kupferstäben in drei Bündeln stieß. Sie werden als Spangenbarren bezeichnet und sind 18 bis 24 Zentimeter lang, in der Mitte verdickt und verjüngen sich zu den Enden. Sie haben ein Gesamtgewicht von circa 85 Kilogramm und datieren in eine Zeit zwischen 1.800 und 1.600 v. Chr. Demnach stammen die Barren aus dem jüngeren Abschnitt der frühen Bronzezeit (2.200 – 1.600 v. Chr.), in der sie auch in Beil- oder Ringform angefertigt wurden. Ab der Frühbronzezeit ist mit Barrenhorten ein neues Phänomen zu beobachten, das sich vor allem in Südostbayern und Niederösterreich konzentrierte, aber auch bis nach Tschechien und in die Slowakei reichte. Als Depot- oder Hortfunde werden Ansammlungen von mindestens zwei Artefakten bezeichnet, die gleichzeitig in die Erde gelangten und nicht in Verbindung mit einer Bestattung stehen. Man vermutet, dass die Barren wertvolles Rohmaterial darstellten, die noch an den Abbauplätzen, wie dem Unteren Inntal oder dem berühmten Mitterberg bei St. Johann im Pongau, in ihre jeweilige Form gegossen wurden. Da die fertigen Barren nun gut in Bündel zusammengebunden werden konnten, waren sie auch leichter transportierbar. Erreichten sie schließlich den Bronzeschmied, erfolgte ihre Weiterverarbeitung zum jeweiligen Endprodukt. Als man die Spangenbarren in der Kiesgrube an der Stiftprobst-Türk-Straße fand, hatte man den größten derartigen Fund in Bayern vor sich. Erst die Aufdeckung des Depots in Obererding im Jahr 2014 mit 796 Stücken übertraf den Fund aus dem Luitpoldpark. Die Bedeutung des Fundes aus Schwabing zeigt sich neben seiner Größe dahingehend, dass durch ihn ein Spangenbarrentyp definiert wurde, der unter Fachleuten als „Typ München-Luitpoldpark“ bekannt ist. Die Erklärung für die Deponierung der Spangenbarren im heutigen Luitpoldpark ist noch immer umstritten. Die sorgfältige Niederlegung der Kupferbarren in drei Haufen könnte für eine rituelle Handlung sprechen. Vielleicht steckte dahinter die Vorstellung, einen Teil des aus dem Berg geraubten Materials an die Erde zurückzugeben, um so dem Zorn der Götter zu entgehen. Es werden aber auch andere Erklärungen diskutiert, wie zum Beispiel das Vergraben des wertvollen Rohmaterials aufgrund drohender Überfälle oder als geheimes Rohstofflager eines Bronzeschmieds. Die Deponierungen könnten ebenso ein Zeichen für Störungen im damaligen Tauschhandel sein und Waren darstellen, die zur Zeit ihrer Vergrabung nicht weiter gehandelt werden konnten. Ob die Niederlegung der 500 Spangenbarren im Luitpoldpark nun wirtschaftliche oder religiöse Gründe gehabt haben mag, für uns sind sie auf eine andere Weise ein wertvoller Schatz, denn sie bringen uns das lange vergangene Leben der Menschen aus der Bronzezeit und damit unserer Vorfahren ein bisschen näher.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/154">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-27T16:57:25+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:06:12+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Heiner Schwarzberg</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Kreisarchiv in der Himbselstraße 1: Die historischen Standorte des Bayerischen Hauptstaatsarchivs]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/89dbc26da289e20f93862451e69084c1.jpg" alt="Fassade des Kreisarchivs, Kopie nach einer Federzeichnung, Mai 1894" /><br/><p>Für das Kreisarchiv – heute Staatsarchiv München – entstand am Südostrand des Englischen Gartens 1890/1891 ein Neubau. Das Kreisarchiv siedelte vom Alten Hof dorthin um und blieb bis zur Zusammenführung aller in München befindlichen staatlichen Archive in der Schönfeld-/Ludwigstraße dort. Der Standort wurde nicht nur aus organisatorischen Gründen aufgegeben, auch die Magazine entsprachen modernen Anforderungen nicht mehr. Die Gebäude werden heute unter anderem vom Staatlichen Bauamt München 1 genutzt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/153">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-05-03T09:37:45+02:00</published>
    <updated>2024-06-07T13:19:10+02:00</updated>
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      <name>Elisabeth Weinberger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Lenbachgarten: Ein Künstlergarten im Wandel der Zeit]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der in Anspielung auf seinen extravaganten, selbstinszenierten Lebensstil als „Münchner Malerfürst“ bezeichnete Franz von Lenbach (1836–1904) ließ an der Luisenstraße, in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz, in den Jahren von 1887 bis 1890 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Gabriel von Seidl (1848–1913) seine Künstlervilla errichten. Zu dem Gesamtkonzept der Villa gehörte ein eindrucksvoller Garten, welcher von Max Kolb (1829–1915) mitgestaltet wurde und ähnlich wie der Gebäudekomplex eine ästhetische sowie repräsentative Funktion erfüllen sollte. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/df66c67ff1a8b4ab2029c98377796b0f.jpg" alt="Lenbachhaus, um 1905" /><br/><p>Lenbach kaufte das Grundstück im Jahr 1886 für eine Summe von 220.000 Gulden. Der linke Flügel, der als Atelierbau diente, wurde 1888 fertiggestellt, der Hauptteil zehn Jahre später. Erst 1900 wurden beide Gebäude durch einen Zwischentrakt miteinander verbunden. Adolf Rosenberg beschrieb das Gestaltungskonzept folgendermaßen: „Nach und nach entstand jene prächtige Anlage im Stil italienischer Villenarchitektur, bei der sich die Kunst des Baumeisters mit der des Gärtners vereinigt haben, um ein Gebilde von vollendeter Harmonie zu schaffen“ (Rosenberg 1899, S. 92). Nach Lenbachs Tod im Jahr 1904 durchlief das Grundstück einige Wandlungen, so verband man 1911/12 Wohnhaus und Atelier mit einem Zwischenbau, 1927 wurde der nördliche Flügel neu errichtet. Dadurch wurde eine symmetrische Gestaltung von Haus und Garten erzeugt, die Lenbach auf diese Weise nicht beabsichtigt hatte. Anhand von Fotografien soll ein Einblick in das Erscheinungsbild des Gartens des Lenbachhauses über den Verlauf der letzten 100 Jahre hinweg geboten werden. Die Auswahl der Abbildungen stammt aus dem Fundus der rund 25.000 München-Fotos der Photothek sowie aus dem Bruckmann-Archiv des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/148">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-28T10:05:56+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:28:34+02:00</updated>
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      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Schulgebäude Fürstenriederstraße : Disziplin und Pastelltöne ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Fürstenrieder Schule wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Eingemeindung Laims in die Stadt München erbaut, um den stetig wachsenden Bedarf an Schulplätzen zu decken. Der Bau lag in den Händen des Architekten Hans Grässel, der in München eine Vielzahl unterschiedlicher Amtsgebäude errichtete, darunter auch mehrere Schulen. Die Architektur sollte ein repräsentatives Zeichen für das Viertel setzen, aber auch auf die Kinder in ihrem Schulalltag wirken.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/dc854711759850f466bd68fad80a5e87.jpg" alt="Die Fürstenriederschule als das Wahrzeichen Laims, 2023" /><br/><p>Zwischen 1901 und 1904 entstand die Fürstenrieder Schule im neu eingemeindeten Stadtteil Laim. Das Gebäude löste die erste, erst 1891 entstandene Schule im rasant wachsenden Viertel ab. Dieser Vorgängerbau war anfangs für nur für 21 Kinder vorgesehen gewesen, welche somit nicht mehr den langen Weg nach Nymphenburg auf sich nehmen mussten. </p><p>Das Wachstum der Viertel war eine generelle Tendenz, die durch die zunehmende Industrialisierung und Landflucht hervorgerufen wurde. In Laim war der Bau eines Rangierbahnhofes und der damit verbundene Zuzug von Eisenbahnerfamilien ein wichtiger Faktor für den Bevölkerungsanstieg. </p><p>Zur Bauzeit war die Schule noch weitgehend freistehend, ohne Eingrenzung durch umliegende Gebäude. Die Architektur sollte einen städtebaulichen Akzent setzen und den Münchner Vorort damit neu definieren. Im voranschreitenden 19. Jahrhundert übernahmen Schulen zunehmend die Signalfunktion in ihrem Stadtteil, die vormals den Kirchenbauten vorbehalten gewesen war. Über ihren Zweck als Schulbauten hinaus sollten sie auch der geschmacklichen Erziehung dienen, „da nach den Münchener Bauvorschriften Bauten in der Nähe von öffentlichen Gebäuden ästhetischen Anforderungen genügen und sich diesen öffentlichen Gebäuden harmonisch angliedern [mussten]“ (Neue Münchener Schulbauten, in: Deutsche Bauzeitung 1910, S. 1–2). </p><p>Trotz der Tatsache, dass die Geschichte des Schulbaus Anfang des 20. Jahrhunderts bereits auf einige Jahrzehnte zurückblicken konnte, in denen zunehmend unterschiedliche Formen entwickelt wurden, handelt es sich bei dem von Hans Grässel entworfenen Schulhaus um eine Art Kasernenbau, mit klaren, linearen, strengen Formen, einem symmetrischen Aufbau und einheitlichen rechteckigen Fensterformen mit Sprosseneinteilung.</p><p>Von außen gesehen scheint die Farbgestaltung in grau und beige sehr zurückgenommen. Strukturierter Aufbau und ästhetisch angenehme Atmosphäre für die Schüler:innen sollten miteinander verbunden werden. Während aus Kostengründen auf Prunkelemente weitgehend verzichtet werden sollte, waren Schmuckelemente am Gebäude erwünscht. Auffallend ist die sich zentral auf dem Gebäude befindende kleine Turmhaube mit grünem Dach und blauer Turmuhr. Einen Kontrast zu den linearen Formen liefern die geschwungenen Giebelumrisslinien und die Gestaltung der Dachgauben, die in neobarocken Formen ausgeführt wurden. Den Dachabschluss bilden als verspielte ornamentale Elemente Vasen mit Blumengebinden. </p><p>Die Entwicklung der zeitgenössischen Pädagogik spiegelt sich darin, dass das Gebäude neben explizit schulischen Zwecken dienenden Räumen auch mit Turnsälen, Werkstätten, Schulgärten, Zeichensälen und einem Physiklabor ausgestattet war. Daneben wurden oft Kindergärten und Kinderhorte in Schulhäuser einbezogen, in München waren diese ab 1874 vorgesehen. Auch Armenversorgung wurde oft durch die Ausgabe von Mahlzeiten innerhalb der Schulhäuser geleistet. Obwohl in den Bauplänen für letztere keine örtliche Zuweisung vermerkt ist, ließen sich die Räumlichkeiten für den Kindergarten im Erdgeschoss der Fürstenrieder Schule finden.</p><p>Im Schulgebäude Hans Grässels lässt sich ein Miteinander unterschiedlicher für die Zeit typischer Ansätze finden. Ästhetik und Atmosphäre wurden bedacht, die Ausstattung der Räume erfolgte nach neuen pädagogischen Prinzipien, ist gleichzeitig aber auch reglementierend. Traditionelle Bauweise und die Verwendung folkloristischer Elemente waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts progressiv, wurden allerdings fortschreitend von völkischen Perspektiven vereinnahmt. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/138">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-20T16:30:24+01:00</published>
    <updated>2023-12-20T17:34:58+01:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Königliche Lehrerinnen-Bildungsanstalt : Ort der Ausbildung von Ausbilderinnen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Königliche Lehrerinnen-Bildungsanstalt diente der Ausbildung weltlicher – in bewusstem Gegensatz zu kirchlicher – Lehrerinnen, vor allem von Volksschullehrerinnen. Das 1907 von Hans Grässel konzipierte Gebäude wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b88c1a41cbcb663fd926081a72b1c149.jpg" alt="Die Lehrerinnen-Bildungsanstalt in der Au, Postkarte vor 1914" /><br/><p>Bereits 1871 war durch den Landrat von Oberbayern der Beschluss gefasst worden, ein Lehrerinnenseminar in München zu gründen, da es an geregelter Ausbildung für weltliche Volksschullehrerinnen mangelte. Räumlichkeiten wurden ironischerweise bis 1908 vom Damenstift St. Anna in der Ludwigstraße 14 zur Verfügung gestellt. 1901 wurde angesichts der wachsenden Schülerinnenzahlen einstimmig der Errichtung eines neuen, eigenen Gebäudes zugestimmt.</p><p>Das Gebäude an der Frühlingstraße wurde zwischen 1907 und 1909 unter der Leitung von Hans Grässel errichtet. Der Bau sollte, wie auch die anderen Schulbauten Grässels, den Repräsentationsansprüchen einer „überregionalen, oberbayerischen Erwachsenenweiterbildung“ (zit. nach Voglmaier 1994, S. 146) entsprechen. </p><p>Die innerstädtische Grundstückswahl war bereits eine wichtige Vorgabe. Das Gebäude sollte von der Museumsinsel oder dem Zentrum aus gesehen eine Fernwirkung erzielen. Der Farben- und Formenreichtum des Gebäudes ging über die von Grässel „proklamierten und praktizierten Einfachlösungen der Volksschulen“ (zit. nach Voglmaier 1994, S. 146) hinaus. Bei der barockisierenden Baugestaltung handelt es sich allerdings nicht um eine behördliche Vorgabe, sondern um eine bewusste künstlerische Entscheidung des Architekten.</p><p>Der Bau bestand aus einem Haupttrakt, der an die Frühlingstraße gerückt war, und zwei niedrigen Flügelbauten, die senkrecht die Verbindung zu Schweigerstraße und Entenbachstraße herstellten. Entlang der Entenbachstraße war zudem ein Flügelbau mit Turnsaal und darüber der Direktorenwohnung angelegt. An den alten Baumgruppen befand sich ein Turn- und Spielplatz. </p><p>Die Deutsche Bauzeitung von 1910 beschrieb die Ausstattung der Schule wie folgt: „Das Gebäude enthält eine Präparandinnen-Abteilung zu 2 mal 3 Klassen, eine Seminar-Abteilung ebenfalls zu 2 mal 3 Klassen und eine Seminar-Uebungsschule zu 8 Volksschulklassen, dazu eine Turn- und Festhalle, einen Naturkunde-Saal mit ansteigenden Sitzreihen, einen Lehrprobesaal mit verstellbaren Sitzen, Zeichnungs- und Modelliersäle, Musik-Uebungsräume, eine Schulküche, ein Wannenbad für unbemittelte Schülerinnen, ein Brausebad für die Seminar Uebungsschule, sowie Wohnungen des Direktors und Schuldieners“ (Neue Münchener Schulbauten, in: Deutsche Bauzeitung 1910, S. 46).</p><p>Die Lehrerinnen-Bildungsanstalt blieb  von 1908 bis 1935 in diesem Gebäude. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es nach Hans Schemm, dem Gauleiter der Bayerischen Ostmark, zur Hans-Schemm-Aufbauschule umbenannt und als gemischte und verkürzte Oberschule genutzt. </p><p>Das Gebäude wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1943 bei einem Luftangriff zerstört. 1952 wurde an dieser Stelle ein Neubau errichtet, dessen Grundriss Ähnlichkeiten zu dem von Grässel aufweist. Mittlerweile befindet sich dort das musische Pestalozzi-Gymnasium. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/137">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-20T15:56:42+01:00</published>
    <updated>2023-12-20T17:12:04+01:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Schulgebäude am Gotzinger Platz: Bildung mit Repräsentationsansprüchen ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Schulgebäude am Gotzinger Platz in Sendling beherbergten eine der ersten Simultanschulen in München. Wie viele andere Schulen des Architekten Hans Grässel (1860–1939) entstand der Bau, bei dem gleichermaßen auf Angemessenheit, ästhetischen Anspruch sowie auf die Anwendung traditioneller Methoden der Baukunst geachtet wurde, in einem Arbeiter:innenviertel.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3a07b750e7aec3083a21f4b9a51e677d.jpg" alt="Schule am Gotzinger Platz auf unbebautem Terrain, 1907" /><br/><p>Die Einführung von Simultanschulen oder Gemeinschaftsschulen, das heißt Schulen, in denen Kinder unterschiedlicher Konfessionen zusammen nach christlich-abendländischen Grundsätzen unterrichtet wurden, war in München umstritten gewesen – 1912 ließen sich im ganzen Stadtgebiet nur zwei zählen. Verschiedene Versuche, in Bayern Gemeinschaftsschulen zu etablieren, waren bis auf die Zeit des Nationalsozialismus von geringem Erfolg. Erst 1968 konnten in Bayern Simultanschulen großflächig eingeführt werden. </p><p>Das zweiflügelige Schulhaus wurde zwischen 1905 und 1907 an der Südseite des Gotzinger Platzes erbaut. Die katholische Volksschule sowie Kindergarten und Tageshort befanden sich im höheren Osttrakt, welcher sich nach außen durch einen Turm baulich abhebt. Im Westflügel waren eine protestantische Schule sowie die städtische Berufsschule für Schlosser und Schreiner untergebracht. Die beiden Trakte teilten sich einen quer eingeschobenen Verbindungsbau mit Turnsälen und Aula.</p><p>Im Gegensatz zu vielen Schulgebäuden aus dem 19. Jahrhundert ist dieser Gebäudekomplex nicht streng symmetrisch. Die einzelnen Elemente sind stattdessen zueinander versetzt, wobei sie gestalterisch immer noch miteinander korrespondieren. Das nimmt dem Gebäude den kasernenartigen Charakter, den Schulen im 19. Jahrhundert oftmals besaßen.</p><p>Der Gebäudekomplex ist in hellgrüner Farbe gestrichen. Diverse dekorative Elemente sind an unterschiedlichen Stellen der Gebäude in dunkelgrüner, gelber oder roter Farbe angebracht. </p><p>Die Betonung einer emotionalen und individualisierenden Komponente, auch im Inneren der Gebäude, war für den zuständigen Architekten Hans Grässel von großer Bedeutung. Davon zeugen seine Experimente mit der Farbenlehre (gespeist u.a. aus den Schriften Goethes und Grässels subjektiven Erfahrungen), welche er mehrfach in seine Vorträge einbezog, sowie sein Interesse für Kunstgewerbe und Volkskunst – was sich bis in die Inneneinrichtung der Schulen fortzog. Diese Herangehensweise kann auch als eine Gegenbewegung zur Modernisierung und Rationalisierung des Bauwesens mit seiner Hinwendung zu Technik und Komfort verstanden werden. Bestimmte Architekten, zu denen Grässel zählte, fürchteten eine zunehmende Verdrängung traditioneller Methoden der Baukunst.</p><p>Gleichzeitig sollte der Schulbau im umliegenden Stadtbild dominieren und durch seine Wirkung auch zur Geschmacksbildung beitragen. Schulgebäuden kam im Verlaufe des 19. Jahrhunderts zunehmend eine repräsentative Funktion im Stadtraum zu, welche früher Kirchen vorbehalten gewesen war.</p><p>Der Komplex wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 1954–1955 wiederhergestellt und 1994 bis 2000 generalsaniert. Mittlerweile beherbergen die Gebäude die Volksschule Gotzinger Platz (mit Grund- und Mittelschule), sowie die Maria-Probst-Realschule. Zu den ehemaligen Schülern zählen unter anderem der Journalist und Schriftsteller Sigfried „Sigi“ Sommer und der Regisseur Rainer Werner Fassbinder.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/136">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-19T16:53:16+01:00</published>
    <updated>2023-12-20T16:29:26+01:00</updated>
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      <name>Alexandra Avrutina</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz: Adolf von Hildebrands Hauptwerk in München]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>1888 schrieb die Stadt München einen Wettbewerb zur Errichtung eines Brunnens zur Feier der Fertigstellung der Quellwasserleitung aus dem Mangfalltal aus. Der Sieger des Wettbewerbs zog in der Folge nach München.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/eb0aa1787fb2fb00663e0aa500765e43.jpg" alt="Der Wittelsbacher Brunnen, Gesamtansicht, 1895" /><br/><p>Als im Jahre 1883 die Wasserversorgung Münchens durch die Fertigstellung von Wasserleitungen aus dem Mangfalltal vollendet war, beschloss die Stadt einen Brunnen am Maximiliansplatz errichten zu lassen und schrieb 1888 einen ersten Wettbewerb aus. Adolf von Hildebrand nahm als Jurymitglied an der Auswahl der eingereichten Entwürfe teil. Zu jener Zeit genoss er bereits hohes Ansehen in München: 1887 war ihm für sein künstlerisches Werk der Maximiliansorden verliehen worden.
1847 in Marburg geboren, wuchs Adolf von Hildebrand seit 1850 in der Schweiz auf und kam 1861 mit seiner Familie nach Jena. Ab 1864 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg, folgte nach nur eineinhalb Jahren allerdings 1866 Caspar von Zumbusch nach München und kurz darauf nach Rom. 1874 erwarb er gemeinsam mit Hans von Marées ein ehemaliges Kloster (heute Villa di San Francesco di Paola) in Florenz, wo er seither residierte.
Zum Zeitpunkt der Münchner Ausschreibung nahm Hildebrand an zwei Berliner Wettbewerben teil, die er jedoch nicht gewann. Unterdessen endete der (erste) Münchner Wettbewerb ohne Ergebnis. Als der Bildhauer eine Skizze für den neuen Münchner Brunnen anfertigte und diese u.a. bei seinen Jurykollegen Rudolf von Seitz, Gabriel von Seidl und Ferdinand Miller großen Anklang fand, trat er im November 1889 aus der Jury aus, nahm an einem zweiten Wettbewerb selbst teil und reichte im August 1890 ein eigenes Modell ein. Nach etlichen Abwägungen und Bedenken der Jury, die einem Briefwechsel mit Rudolf von Seitz zu entnehmen sind, trug von Hildebrand schließlich Ende 1890 den Sieg davon. Zur Bedingung machte man ihm allerdings, dass er sowohl einheimische Firmen mit der Ausführung zu beauftragen als auch einheimische Materialien zu verwenden habe.
Insgesamt besteht der monumentale Brunnen aus einem 25m breiten Wasserbecken, das sich zum heutigen Lenbachplatz hin ausbuchtet. Etwas eingerückt erhebt sich eine in sieben Felder unterteilte Wand. In jedes dieser Felder ist ein Wasserspeier als Relief in Form eines Meereswesens eingearbeitet. Begrenzt wird die Wand auf beiden Seiten von zwei Sockeln, die aus scheinbar zufällig angeordneten Gesteinsbrocken herauszuwachsen scheinen. Auf diesen stehen zwei monumentale Figurengruppen. Mittig hinter der inneren Wand erhebt sich ein Zweischalenbrunnen, an dessen Schaft rundherum abwechselnd Masken und Wappen angebracht sind.
Auf dem oberen Sockelband, direkt unterhalb der zweiten Schale, auf der Vorderseite zum Lenbachplatz hin, befindet sich die Inschrift: „Wittelsbacher Brunnen MDCCCXCV“. Auf der Rückseite des Brunnens am Maximiliansplatz steht: „Errichtet von der Stadtgemeinde Muenchen. Zur Erinnerung an die Vollendung der städt. Wasserversorgung aus dem Mangfallthale.“
Die linke Figurengruppe des Brunnens besteht aus einem nackten jungen Mann, der ohne Sattel und Zaumzeug auf einem Pferd mit Fischschwanz reitend einen Gesteinsbrocken über seinen Kopf hält, gleich so, als würde er ihn im nächsten Moment von sich schleudern wollen. Die rechte Gruppe zeigt eine junge Frau, die mit entblößter Brust, den Oberkörper zum Betrachter gewandt, auf einem ebenfalls fischschwänzigen Stier sitzt und in ihrer ausgestreckten linken Hand eine Wasserschale präsentiert. Mit der rechten Hand hält sie sich am Kopf des Tieres fest. Beide Gruppen sind aus Untersberger Marmor gefertigt, einem Kalkstein aus dem Salzburger Raum, der wie Marmor verarbeitet und poliert werden kann.
Die beiden Figuren stehen allegorisch für die Zerstörungs- sowie die Schöpfungskraft des Wassers. Die männliche repräsentiert dabei die ungezügelte Wildheit der Gebirgsbäche im Mangfalltal, während die weibliche den Segensreichtum des Wassers nach seiner Bändigung symbolisiert. Insbesondere zur Figurengruppe des steinschleudernden Mannes auf dem Wasserpferd gab es von Hildebrand verschiedene Überlegungen. Zunächst war die Gruppe mit zwei Personen, einer männlichen und einer weiblichen, auf einem Wasserpferd geplant. Im Dezember 1891 entschied sich Hildebrand dann allerdings für die Ausführung wie sie heute zu sehen ist.
Bei den Bombenangriffen auf München 1944 wurde auch der Wittelsbacher Brunnen in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere der Steinschleuderer war fast gänzlich zerstört. An dieser Figurengruppe ist noch heute der Ansatz des neuen (oberen) Teils durch eine Nahtstelle klar zu erkennen. Durch die Initiative des 1950 von Münchner Bürgern gegründeten „Arbeitsausschusses für die Wiederherstellung des Wittelsbacher Brunnens e.V.“ konnte der Steinschleuderer von Theodor Georgii, Schwiegersohn und Schüler Adolf von Hildebrands, erneuert und der Brunnen am 3. Oktober 1952 wieder in Betrieb genommen werden. Georgii orientierte sich bei der Restaurierung an einem Ausspruch seines Schwiegervaters, der nachträglich gesehen diese Figur nicht als ganz gelungen ansah und gestaltete sie in leicht anderer Weise.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/135">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-12-19T11:24:40+01:00</published>
    <updated>2024-05-29T18:08:15+02:00</updated>
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      <name>Silvia Werndl</name>
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