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    <title type="html"><![CDATA[Das Sckell-Denkmal am Kleinhesseloher See: Monument für einen großen Gartenkünstler]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt) legte 1789 den „Anfang und ersten Entwurf des Englischen Gartens“ vor. Der Hofgärtner gab damit der Münchner Stadtentwicklung ihren nachhaltigsten Impuls. Sckell war der bedeutendste deutsche Gartenkünstler seiner Generation.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2b9c807c97394f84ed9ae96f744b3897.jpg" alt="„Auch Du Lustwandler ehre / das Andenken des Biedermannes“ – Das 1824 ausgeführte Sckell-Denkmal, Fotografie, 1904" /><br/><p>Sckells Ausbildung in Schwetzingen, in Frankreich und in England verhalf ihm zu einem internationalen Netzwerk. Als Hofgärtner und seit 1804 bayerischer Hofgarten-Intendant sowie in privatem Auftrag realisierte er zahlreiche, bedeutende Gartenanlagen, wie etwa <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/318" target="_blank" rel="noopener">den Montgelas-Garten in Bogenhausen</a>. Als weitsichtiger Stadtplaner legte er die Grundlage für die Erweiterung Münchens zur königlichen Residenzstadt. Der Englische Garten und die Umgestaltung des Nymphenburger Schlossgartens sind die Hauptwerke seiner Münchner Phase. Mit klassisch schönen „Bildern der Natur“ entwarf Sckell Landschaftsgärten, die sich durch große Dimensionen, ausgefeilte räumliche Gestaltungen und einen respektvollen Umgang mit dem Vorhandenen auszeichnen. Nach Sckells Tod am 24. Februar 1823 ließ König Max I. Joseph für den hoch geachteten Gartenkünstler und Stadtplaner ein monumentales Denkmal am Nordostufer des Kleinhesseloher Sees im Englischen Garten planen. Der Bildhauer Ernst von Bandel (1800–1876) führte 1824 einen Entwurf Leo von Klenzes (1784–1864) aus. Die ursprüngliche Sandsteinsäule wurde 1932 wegen Verwitterungsschäden entfernt und 1939 durch die heute erhaltene Kalksteinsäule von Georg Pezold ersetzt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/309">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-18T20:06:23+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T09:38:32+02:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Max-Joseph-Platz: Ein Platz für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Wer heute über den Max-Joseph-Platz schlendert, begegnet einem Raum, der seit Jahrhunderten im Wandel begriffen ist. Vom klösterlichen Ort der letzten Ruhe über die Bühne für den König des Volkes bis zur modernen Asphaltwiese und dem Rollrasen des Jahres 2025 spiegelt er die wechselvolle Geschichte Münchens wider.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/785a17e9121e016a013e452a5ec6df37.jpg" alt="Der Max-Joseph-Platz, ca. 1930" /><br/><p>Im Zuge der stadtplanerischen Änderungen des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph (1756–1825) wurde das seit 1284 bestehende Franziskanerkloster 1802 säkularisiert. Noch im selben Jahr begann der Abbruch des Klosters, um Platz zu schaffen für das Bayerische Hof- und Nationaltheater, welches 1811 bis 1818 errichtet wurde (siehe Beitrag <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/286" target="_blank" rel="noopener">Das Bayerische Hof- und Nationaltheater</a>). 1804/1805 erhielt der noch kahle Platz schließlich seinen heutigen Namen: Max-Joseph-Platz. 1835 wurde dem Monarchen ein Denkmal gesetzt und sich in diesem Zuge um einen Ensemblecharakter des Platzes bemüht. Der Bau der Tiefgarage im Jahr 1963 veränderte den Platz entscheidend.
Im 21. Jahrhundert entsprach der schlichte Steinplatz mit seinen breiten Asphaltstraßen weder den ursprünglichen Plänen des 19. Jahrhunderts noch den Wünschen der heutigen Bürgerinnen und Bürger, einen Ort zum gemütlichen Verweilen zu haben. Seit 2017 plante die Stadt München daher eine Neugestaltung des Platzes mit Grünanlagen. Kritik zur geplanten Begrünung kam jedoch vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, da sie im Widerspruch zu den ursprünglichen Entwürfen des 19. Jahrhunderts stehen. Die Umsetzung verzögerte sich weiter und es wurden auch alte Pläne zur gärtnerischen Gestaltung des Platzes zur Rate herangezogen. Seit Oktober 2025 lockern nun acht Kreissegmente mit Rasenflächen und Rollsplitt dazwischen den Platz auf. Dabei wurde auf einen 200 Jahre alten Plan des Bauamts der Residenz zurückgegriffen. Es handelt sich hierbei jedoch vorerst um ein bis 2030 geplantes Provisorium. Sollte die seit Längerem angestrebte Verlegung der Tiefgaragenzufahrt auf die Maximilianstraße umgesetzt werden, könnte der Platz vielleicht wirklich in seine ursprüngliche Form zurückgeführt werden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/285">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-12-17T13:32:07+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:07:35+01:00</updated>
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      <name>Nadine Raddatz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Grabstein von Friedrich von Schlichtegroll auf dem Alten Südfriedhof: Ein fast vergessenes Grab eines Universalgelehrten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Auf dem Alten Südfriedhof findet sich neben zahlreichen bekannten Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts auch das Grab von Friedrich von Schlichtegroll, dem ersten Generalsekretär der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Anteil an der Entzifferung der Hieroglyphen hatte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/cd17df5537dd2949dd5e655c61fffb90.jpg" alt="Friedrich von Schlichtegroll (1765–1822)" /><br/><p>Friedrich von Schlichtegroll (1765–1822) war Philologe, Numismatiker, Altertumsforscher, Mozart-Biograph und von 1807–1822 erster Generalsekretär der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Dort förderte er die Beschäftigung mit der altägyptischen Kultur. Seine Absicht war es, den Wettstreit um die Entzifferung der Hieroglyphenschrift zugunsten der deutschen Forscher zu beeinflussen. Hierzu ließ er 1817 mittels der kurz zuvor in München von Alois Senefelder entwickelten Technik der Lithographie eine Reproduktion des Rosetta-Steins anfertigen. Schlichtegroll selbst berichtete hierüber in einer Rede, die er am 28. März 1818 zur Feier des Stiftungstages der Akademie der Wissenschaften gehalten hatte, die unter dem Titel „Ueber die bey Rosette in Aegypten gefundene dreyfache Inschrift“ auch in gedruckter Form vorgelegt wurde. Dort stellte er fest: „<i>Der heilige Käfer mit seinen großen Flügeln, der geweihte Sperber, Isis mit dem Horus an der Brust, Anubis mit dem Kopf des Hundes, das Auge, der Lotus, das Sistrum und ähnliche Embleme wiederholen sich in mannichfaltiger und doch auch wiederkehrender Verbindung so unzähligmal in diesen Bilderreihen, daß man meynt, es muß sich durch Scharfsinn und Glück ein Schlüssel dazu finden;</i>“ (Schlichtegroll 1818, S. 8). Die bisherigen Bemühungen im internationalen Wettstreit um die Entzifferung der Hieroglyphen waren bisher aber alle vergebens. „<i>Niedergeschlagen gab der ernste Forscher die Hoffnung fast auf; immer von neuem lud die unzählbare Menge solcher Bilderreihen, mit Absicht und Sinn auf die Tausend großen und kleinen Monumente hingesetzt, zur Lösung des Räthsels ein, und immer blieb es ungelöst … Nirgends ein Anhaltspunct, nirgends ein Landungsplatz, wo der muthige Forscher Anker werfen und, wenn auch Fuß für Fuß, das unbekannte Land erobern könnte.</i>“ (Schlichtegroll 1818, S. 11). Die Resignation, die aus diesen Worten spricht, benutzte Friedrich von Schlichtegroll, um dem nun doch aufkeimenden Hoffnungsschimmer besonderes Gewicht zu verleihen: „<i>Man denke sich daher die freudige Überraschung, als vor etwa 17 Jahren die Nachricht erscholl, es sey bey Rosette in Aegypten ein Basaltstein gefunden worden, der eine dreyfache Inschrift enthielte, erst eine Anzahl hieroglyphischer, weiter unten vier und dreyßig koptische, und noch tiefer vier und funfzig griechische Zeilen, … Eine neue Hoffnung ging auf! Die Gelehrten, die der französischen Armee nach Aegypten gefolgt waren, hatten sogleich, als der Stein bey Rosette gefunden worden, die Wichtigkeit desselben erkannt!</i>“ (Schlichtegroll 1818, S. 12). Allerdings musste Schlichtegroll daraufhin sofort wieder relativieren: „<i>Aber die Haupterwartung, einen sicheren Schlüssel zu der Hieroglyphenschrift zu finden, wurde bis jetzt nicht erfüllt.</i>“ (Schlichtegroll 1818, S. 14). Das sollte aber nicht so bleiben, weshalb Schlichtegroll nun selbst aktiv wurde und ankündigte, zur Entschlüsselung der Schrift beitragen zu wollen und rief seine gelehrten Kollegen dazu auf, sich anzuschließen. Wichtig war für Schlichtegroll vor allem, dass möglichst vielen Forschern die Gelegenheit gegeben wurde, sich mit den Inschriften auseinanderzusetzen. Zwar gab es seit längerem Abbildungen, vor allem Kupferstiche, der Inschrift, die unter anderem auch von den Briten herausgegeben wurden, aber diese waren für viele Forschende schwer erreichbar, nur in wenigen Bibliotheken vertreten und zudem auf Grund ihres hohen Preises unerschwinglich. Schlichtegroll forderte daher, dass Abbildungen des Steins den Forschern zugänglich gemacht werden sollten. Hier konnte er auf die Forschungsinfrastruktur und einen besonderen Standortvorteil in München zurückgreifen, denn er hatte veranlasst, dass die englischen Lithographien des Steins vervielfältigt wurden und in München für ganz Deutschland zur Verfügung standen. Bescheiden in einer erklärenden Fußnote fügte Schlichtegroll hinzu, was er veranlasst hatte: „<i>Ich habe die drey Englischen Kupferblätter auf sechs Steine übertragen lassen, so daß das zu München verfertigte treue Nachbild in sechs Blättern besteht.</i>" (Schlichtegroll 1818, 25, Anmerkung). Nichts desto trotz gelang die Entzifferung der Hieroglyphenschrift dann doch einem Franzosen, nämlich Jean-François Champollion (1790–1832), der diesen Erfolg am 25. Oktober 1822 in der berühmten Lettre à M. Dacier bekannt machte. In Schlichtegrolls Amtszeit als Generalsekretär der Akademie fallen auch die ersten Schenkungen und Erwerbungen von ägyptischen Altertümern als Grundstock einer Sammlung der Akademie. Schlichtegroll hatte bereits 1818 die Hoffnung geäußert, durch günstige Erwerbungen eine Sammlung von beschrifteten altägyptischen Originalen, vorwiegend Särgen und Stelen, aufbauen zu können. Dies bildete gewissermaßen das Gegenstück zu den Erwerbungen von Ludwig I., der überwiegend „<i>Objekte herausragender Schönheit</i>“ ankaufen ließ, also den Schwerpunkt Kunst förderte, wohingegen Schlichtegroll mit den beschrifteten Objekten den – aus damaliger Sicht – wissenschaftlichen Aspekt förderte. Friedrich von Schlichtegroll starb kurz nach Champollions Triumph am 4. Dezember 1822. Sein Grabstein auf dem Alten Südfriedhof (M-re-213) wurde 2009/2010 mit Mittel des Freundeskreises des Ägyptischen Museums München e.V. restauriert und erstrahlt seither in neuem Glanz.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/151">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-04-29T13:06:03+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T13:39:56+02:00</updated>
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      <name>Arnulf Schlüter</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Alte Akademie: Den Hieroglyphen auf der Spur …]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Alten Akademie findet sich ein Ursprung des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst – hier wurden vornehmlich altägyptische Objekte mit Inschriften gesammelt, um sich am Wettlauf zur Entzifferung der Hieroglyphen zu beteiligen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/9fb652fd0ad70f56d86d5dd96e78d931.jpg" alt="Die Alte Akademie an der Neuhauser Straße, 1973" /><br/><p>Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst verdankt seine Entstehung der Sammelleidenschaft früherer Generationen. Die Motivation für den Erwerb war dabei durchaus unterschiedlich, so kaufte die Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften in der ersten Hälfte des 19. Jahrunderts Objekte, um vor allem eine Sammlung für die Forschung zu schaffen.
Ihr Generalsekretär Adolf Friedrich Heinrich von Schlichtegroll förderte bereits 1817 mit der Veröffentlichung einer Reproduktion des Steins von Rosetta die Bemühungen um die Entzifferung der Hieroglyphenschrift. Im gleichen Jahr begann der Aufbau einer eigenen Sammlung ägyptischer Objekte an der Akademie der Wissenschaften.
David Dumreicher, ältester Spross einer Kemptener Handwerkerfamilie, hatte in Alexandria eine Handelsniederlassung gegründet und brachte den Sarg des Werbiksea (ÄS 16) aus Ägypten nach München, um ihn dem bayerischen König Max I. Joseph zum Geschenk zu machen. Dieser gab ihn an die Akademie der Wissenschaften. Schlichtegroll formulierte anlässlich dieser ersten Schenkung im Jahresbericht der Akademie für 1818 seine Hoffnung, dass aus dem Sarg über die Jahre eine Sammlung ähnlicher Objekte aufgebaut werden könne.
Nur zwei Jahre später konnte die Akademie die Sammlung von Franz Wilhelm Sieber ankaufen. Der Naturwissenschaftler, Botaniker und Forschungsreisende hatte auf einer Reise über Kreta, Ägypten und Palästina in den Jahren 1817 bis 1819 die Sammlung selbst zusammengetragen und nach Europa gebracht. Er versuchte, sie dort zur Finanzierung weiterer Reisen zu veräußern.
Insgesamt brachte Sieber etwa 230 ägyptische Antiken mit, darunter Särge und Mumien, Amulette, Uschebti, Papyri, Stelen, Öllampen, Sandalen und vieles andere. Nicht alle Objekte sind dabei anhand seines „Beschreibenden Verzeichnisses“ identifizierbar. Als die bedeutendsten Objekte wurden die Sargensemble von Heritubechet (ÄS 12), Djedchonsuiuefanch (ÄS 63) und Imenemuia (ÄS 67) betrachtet.
Die 1820 erworbenen Objekte der Sammlung Sieber kamen in das Akademiegebäude an der Neuhauser Straße und wurden im gleichen Jahr von Gustav Friedrich Waagen in seiner Veröffentlichung „Ueber die, in den Sammlungen der königl. Akademie der Wissenschaften zu München befindlichen Mumien und andere ägyptische Alterthümer“ beschrieben. Zu dieser Publikation schrieb wiederum Schlichtegroll das Vorwort und regte an, ein Corpus der Darstellungen altägyptischer Särge zu schaffen. Er nannte dabei die in Berlin, Kopenhagen, Dresden, Göttingen, London, München, Paris, Rom und Wien vorhandenen Särge und führte aus, dass nur der Vergleich möglichst vieler Darstellungen „der Betrachtung ältester Kunst und Hieroglyphe ein neues Feld öffnen“ kann. Außerdem betonte er auch an dieser Stelle noch einmal klar den Zweck der Sammlung, indem er darauf verwies, dass in München der Anfang einer ägyptischen Sammlung gemacht worden sei, deren weiterem Ausbau sich die Akademie verschreiben wolle und die dazu diene, aktuellen und künftigen Forschergenerationen als Untersuchungsgegenstand zur Verfügung zu stehen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/149">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-04-18T16:03:58+02:00</published>
    <updated>2024-04-24T16:32:53+02:00</updated>
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      <name>Arnulf Schlüter</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Alte Südliche Friedhof: „[G]roßartiges Monument der Sterblichkeit der Münchner Einwohner“ (Denk, Ziesemer 2013, 22)]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Inmitten des heutigen Glockenbachviertels lädt der Alte Südliche Friedhof ein, in seiner dem Stadttrubel entrückten Grünlandschaft zu spazieren, zum schaurig-schönen Betrachten und Verweilen. Seine Popularität stieg durch die ab dem Anfang des 18. Jahrhunderts zunehmend auf den Markt gekommenen Reiseführer, die ihn für seinen gefälligen gartenähnlichen Charakter, die eindrucksvolle Architektur wie auch aufgrund der Bedeutsamkeit der dort bestatteten Persönlichkeiten als Sehenswürdigkeit hervorhoben. So formulierte beispielsweise Max J. Hufnagel, der Friedhof biete einen „Querschnitt durch das kulturelle und geistige und wirtschaftliche Leben“ der Großstadt, wodurch sich in ihm eine „wahrhaft große Zeit [spiegle]“ (Hufnagel 1970, S. 16). </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/30f091ce8ace4d3bcd4178f0331f5420.jpg" alt="Der Alte Südliche Friedhof mit Blick in Richtung Süden, 2010" /><br/><p>Die Entstehung des Friedhofs im 16. Jahrhundert war eng mit Reformprozessen im Bestattungswesen und dem rapiden Bevölkerungswachstum der aufblühenden Haupt- und Residenzstadt verbunden. Hinzu kamen die vielen Toten, die der Dreißigjährige Krieg und die Pest gefordert hatten. Diese Entwicklungen führten dazu, dass die innerstädtischen Kirchhöfe nicht mehr ausreichten. So wurde der Südliche Friedhof 1563 als Behelfsfriedhof vor dem Sendlinger Tor gegründet. Allerdings wurde seine Entfernung zur Stadt von der Bevölkerung als zu groß empfunden. Deshalb sowie aufgrund der Gestaltung der Friedhofsanlage, die bis dahin nur nach zweckmäßigen und nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten erfolgte, war dieser lange, auch in seuchenfreien Zeiten, nicht besonders beliebt. Daher wurden dort zunächst vornehmlich Personen bestattet, die in der Stadt kein Erbgrab erwerben konnten, so etwa Heimatlose oder Arme. Außerdem wurde erst Jahre nach der Weihe (1674–1677) eine Friedhofskirche, die heutige St. Stephanskirche nach Plänen von Georg Zwerger, am nördlichen Ende des Friedhofs erbaut. Nach der Kommunalisierung des Friedhofswesens, welche bedingte, dass 1788 ein innerstädtisches Bestattungsverbot verabschiedet wurde, wurde der Südliche Friedhof zum alleinigen Begräbnisplatz des gesamten Stadtgebiets erklärt. Dies sollte er dann bis zur Eröffnung des Nördlichen Friedhofs 1868 in der Maxvorstadt bleiben. Immer wieder kam es zu Erweiterungen der Anlage im Süden der Stadt. Alle Planungen, die über den alltäglichen Bestattungsbetrieb hinausgingen, sind auf königliche Initiativen zurückzuführen. Unter anderem entstand so nach Plänen Friedrich von Gärtners 1844–1850 unter Ludwig I. der Campo Santo, ein italienischer Friedhofstypus mit einer von Architektur vollständig gerahmten Anlage in Kombination mit Säulenhallen und einem nach innen geöffneten klassizistischen Bogengang. Dieser wurde nach Inspiration von Bolognas Friedhof La Certosa errichtet und sollte das für Friedhöfe in Deutschland des 19. Jahrhunderts weitgehend singuläre gestalterische Projekt werden, das dem Alten Südlichen Friedhof deutschlandweit besondere Aufmerksamkeit einbrachte. Es ging dabei weniger um eine allgemein mustergültige Lösung, sondern um eine gestalterische Aufwertung des Münchner Bestattungsortes als königliches Bauprojekt. Wie Glyptothek, Pinakothek oder Ludwigstraße sollte der Campo Santo durch seine Architektur Zeugnis von der herausragenden Stellung der „Kunststadt“ München ablegen und damit nicht zuletzt dem Nachruhm des Königs Ludwig I. dienen. Die Umbauarbeiten unter Berücksichtigung ästhetisch-gestalterischer Kriterien beschrieb damals Andreas Träger, mit skeptischem Unterton, als „[…] mit ironischer Schärfe angestellte Bemühungen der Zeit, Tod, Beisetzung und Friedhof von ihren ‚schauerlichen Assoziationen‘ zu befreien“. Er schließt mit der Feststellung, dass innerhalb der Neuerungen des Friedhofs ein „traurige[s], abscheuliche[s] Memento mori in einen niedlichen, allerliebsten französischen Lust- und Blumen-Garten mit Arkaden […] umgestaltet“ (Träger 1818, S. 7) worden sei. So wurde der früher missliebige „Fertere“ [äußere] (Hufnagel 1970, S. 20) Gottesacker im Zuge der ambitionierten Stadtverschönerungspolitik Ludwigs I. zu einem „Vorzeigeobjekt“, welches auch heute noch, als seit 1944 aufgelassener Friedhof, von Anwohnern wie Besuchern gewürdigt wird und als memoriale Oase in Münchens Südwesten fortwährend ein Ort der Toten und der Lebenden ist.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/145">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-15T11:10:06+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T13:43:29+02:00</updated>
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      <name>Nathalie Haas</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Fundort: Odeonsplatz: Ein antiker griechischer Grabstein]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Was uns ein griechischer Grabstein über Recycling in der Antike und die Geschichte des Antiquariums in der Münchner Residenz erzählen kann.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3bdd9bf74a39361d47c3383b73fb5a7e.jpg" alt="Das Grabrelief vom Odeonsplatz" /><br/><p>Man fragt sich: „Was hat ein griechischer Grabstein mit der Geschichte der Stadt München zu tun?“ Tatsächlich erzählt er erstaunlich viel über die Antikenbegeisterung und Sammelleidenschaft von Herzog Albrecht V. von Bayern und seinen Nachfahren. Gleichzeitig öffnet er einen Blick dafür, wie man bereits in der Antike Recycling betrieben hat.
Das schlecht erhaltene Relief mit den Maßen 34 x 74 cm hat die Form eines Tempelchens. In diesem erkennt man noch einen frontal stehenden Mann in einem kunstvoll ausgearbeiteten Gewand. Er wendet sich leicht vom Betrachter und einem nackten Knaben weg, der eine kleine Weinkanne trägt. Der Grabstein kann in die Jahrhunderte um Christi Geburt datiert werden. Damals war Griechenland ein Teil des Römischen Reiches. Wie kam nun dieser Grabstein von Griechenland nach München, an den Odeonsplatz?
Diese Frage stellte sich bereits dem Star-Architekten Leo von Klenze (1784–1864), als im frühen 19. Jahrhundert die alte Stadtmauer am einstigen Schwabinger Tor abgetragen wurde, um den heutigen Odeonsplatz zu schaffen. Bei diesen Bauarbeiten entdeckte man nämlich den Grabstein. Die Verwunderung über diesen Fund am Rand der Münchner Altstadt zeigt sich in dem Bericht, den Leo von Klenze 1822 an König Ludwig I. schrieb, denn er notiert: „(…) wohin es, Gott weiß wie, gekommen sein mag.“ (zitiert nach Weski 2009, S. XXXVII). Obwohl vielleicht manch einer das Auffinden eines antiken Grabsteins in der Münchner Altstadt gerne als Hinweis auf einen römischen Ursprung Münchens deuten möchte, ist diese Theorie kaum haltbar.
Mit höherer Wahrscheinlichkeit stammt das Relief nämlich aus dem Antiquarium der Münchner Residenz. Dieses wurde bereits im Jahr 1568 im Auftrag von Herzog Albrecht V. für seine Sammlung antiker Figuren errichtet und ist heute das älteste noch erhaltene Gebäude des Residenzschlosses. Um seine Ausstellung zu bestücken, kaufte der Herzog viele antike Skulpturen ein. Allerdings war Albrecht kein Antikensammler, der nur seinem privaten Vergnügen nachging. Vielmehr war der Bau des Antiquariums und die Ausstellung der Antiken ein Teil der fürstlichen Selbstdarstellung und sollte den kulturellen Reichtum der bayerischen Herzöge repräsentieren.
Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm V. (1548–1626) war von der Sammlung seines Vaters nicht mehr ganz überzeugt und ließ das Antiquarium in einen prachtvollen Ball- und Bankettsaal umgestalten. Da in diesem kein Platz mehr für große Statuen und Stelen war, mussten sie weichen und nur die Büsten der römischen Kaiser und ihrer Familien durften bleiben. Doch was tun mit den nun unerwünschten Antiken? Albrecht V. hatte die Sammlung in seinem Testament zum unantastbaren Hausschatz erklärt, weshalb die Entsorgung der Kunstwerke nicht in Frage kam. Stattdessen entschied man sich dafür, die Antiken in die Gärten auszulagern. Dort waren sie allerdings der Witterung ausgesetzt, was vermutlich dazu führte, dass sie beschädigt wurden und nach und nach verschwanden. Es ist gut möglich, dass das Relief ebenfalls zunächst im herzoglichen Garten landete, dort immer mehr verwitterte und schließlich doch entsorgt wurde. Der Sohn Wilhelms V., Maximilian I. hatte wieder mehr für antike Kunst übrig als sein Vater und ließ den Prunksaal in eine Antikensammlung zurück widmen. Der Grabstein aber sollte erst ca. 200 Jahre später den Weg zurück ans Tageslicht finden.
Besonders spannend: Der Stein wurde offenbar bereits in der Antike recycelt! Die griechische Inschrift auf ihm lautet nämlich: „Der Stadtrat und das Volk verleihen einen goldenen Kranz an Eutaktos, Sohn des Eutaktos, angesichts seiner Freigebigkeit gegenüber seiner Heimatstadt.“ Das hat inhaltlich Nichts mit einem Grabstein zu tun und nach den Buchstabenformen wurde die Inschrift auch erst 300 Jahre nach der ersten Verwendung des Reliefs angebracht. Durch dieses Recycling sparte man Geld für die kostspielige Anfertigung einer neuen Marmor- oder Kalksteinstele. Diese Zweckentfremdung eines Grabsteins erscheint uns heute erstaunlich pietätlos, und tatsächlich ist die Verwendung älterer Statuen zu diesem Zweck schon in der Antike nicht ohne Kritik geblieben. Trotzdem kam sie allenthalben vor.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/95">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-06-26T15:09:50+02:00</published>
    <updated>2024-05-29T18:42:54+02:00</updated>
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      <name>Anna Enzensberger&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Brigitte Haas-Gebhard</name>
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