<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-05-13T22:38:58+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Standbild von Christoph Willibald Gluck: Ein Denkmal für die Ewigkeit?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>„Errichtet 1848“ ist am Denkmal des Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck zu lesen. Allerdings gilt dies nur für den Sockel. Bei der Bronze-Statue selbst handelt es sich um eine Kopie. Das Original wurde in den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen. Um es zu retten, fehlte es in München an Fürsprechern. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8243c2079c7e3d51b88d623625fc1695.jpg" alt="Denkmal für Gluck am Promenadeplatz" /><br/><p>Keinem anderen Komponisten bescherte König Ludwig I. (1786–1868) ein so vielfaches Andenken wie dem 1714 in Erasbach geborenen Christoph WillibaldGluck, der es schon zu Lebzeiten als gefeierter „Opernreformer“ zu großem Ruhm gebracht hatte. Gluck war niemals in München. Er stammte aber aus der bayerischen Oberpfalz, weswegen sein Denkmal für Ludwig I. Teil seiner Integrationspolitik für die neu hinzugekommenen bayerischen Territorien war. Als glühender Griechenlandbewunderer fand er in Glucks musikalischen Neuerungen zudem eigene künstlerische Ideale verkörpert. Schließlich habe Gluck die Einheit von Musik und Text endlich zu dem zurückgeführt „<i>was sie bei den Griechen gewesen</i>“ seien. Bei dem 1848 enthüllten Denkmal handelt es sich um eine Bronze-Statue. Bronze galt als edel, vor allem aber als unvergänglich – passend für ein Standbild, welches als Andenken an Gluck für alle Zeiten gedacht war. Ganz im Geiste des 19. Jahrhunderts, schuf der Münchner Bildhauer Friedrich Brugger den Komponisten als schöpferischen Künstler, der eine Notenrolle in der Hand hält. Ein Instrument fehlt. Stattdessen lässt er Glucks in der Luft schwebende Hand einen klingenden Akkord greifen. Glucks Denkmal wurde direkt vor dem Konzertsaal am Odeonsplatz aufgestellt, ein Jahr später gefolgt von seinem bronzenen Komponisten-Kollegen Orlando di Lasso. 1861 forderte das monumentale Reiterstandbild Ludwigs I. am Odeonsplatz viel Platz, so dass beide Statuen an den Promenadeplatz umzogen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Situation. Zunehmende Metallknappheit bedrohte den Nachschub an Waffen und Munition, weswegen ab 1940 von den Reichsministerien diverse Erlasse und Anordnungen zur „Metallmobilisierung“ an die Gemeinden ergingen. Schon früh gerieten dabei auch die Bronzedenkmäler ins Visier. Ausgenommen von der geforderten Ablieferung waren ausdrücklich jene Denkmäler, die „von besonderem künstlerischem oder historischem Wert“ seien und deshalb nicht eingeschmolzen, sondern erhalten werden sollten; eine Werte-Definition, für die es allerdings nirgends klare Richtlinien gab. In München führte dies dazu, dass zwischen 1940 und 1942 eine Reihe von Entscheidungsträgern und Mitspielern zu Richtern über den Erhalt oder die Vernichtung von Kulturgut und Erinnerung wurde. Eindrücklich dokumentieren erhaltene Akten, wie das Schicksal des Gluck-Denkmals von Kompetenzgerangel, ideologisch geprägter Einflussnahme, unterschiedlichen Werturteilen und staatlichem Druck bestimmt wurde. Am Promenadeplatz resultierte der Widerstreit verschiedener Interessen schließlich in der absurden Situation, dass von den dort aufgereihten fünf Bronzestandbildern zwei erhalten und drei eingeschmolzen wurden – unter den letzteren die der Komponisten Gluck und Lasso, denen ausgerechnet ihre für zeitlose Dauer gedachte Materialität zum Verhängnis wurde. 16 Jahre lang sollten nur noch ihre leeren Sockel an sie erinnern. 1958 feierte München seinen 800. Stadtgeburtstag. Der Beschluss, aus diesem Anlass eine Reihe von Denkmälern (wieder) zu errichten, leitete die Wiederauferstehung des Gluck-Denkmals aus dem 19. Jahrhundert ein. Bruggers originales Gipsmodell hatte sich erhalten und konnte nun als Vorlage für einen Neuguss verwendet werden. Am 31. August 1958 erfolgte die Enthüllung der identischen, frisch gegossenen Statue unter reger öffentlicher Teilnahme – die Münchner hatten „ihren“ Gluck wieder. Heutigen Betrachtern vermittelt sein Denkmal am Promenadeplatz einerseits das Verständnis von Kunst und nationaler Heroen-Darstellung im 19. Jahrhundert – gleichzeitig aber auch eine in der Münchner Nachkriegszeit installierte Scheinkontinuität, die nie bestand.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T13:13:55+02:00</published>
    <updated>2026-05-05T09:21:25+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/338</id>
    <author>
      <name>Marlies Lüpke</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Standbild von Orlando di Lasso: Zwischen Erinnern und Vergessen: Wie sich ein Denkmal verwandelt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Fast vier Jahrzehnte lang war München die Heimat eines der bedeutendsten Komponisten der Renaissance. Orlando di Lasso brachte im 16. Jahrhundert Ruhm und musikalischen Glanz an den Münchner Hof. Sein Denkmal am Promenadeplatz hat immer wieder neue Rollen übernommen und erzählt von den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der Stadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b6737d6ce92943bed2c6681ce60d025a.jpg" alt="Denkmal Lasso" /><br/><p>Im Mai 1956 fand in München ein feierlicher Festakt in Gegenwart oberster Vertreter aus Kultur, Wissenschaft und Kirche statt. Genau 400 Jahre war es her, dass der Komponist Orlando di Lasso Antwerpen verließ, um 1556 in die Dienste Herzog Albrechts V. (1528–1579) zu treten und die hiesige Hofkapelle zu ungeahnter Blüte zu führen. Bis zu seinem Tod 1594 blieb Lasso München treu. In den 1830er Jahren hatte König Ludwig I. (1786–1868) damit begonnen, verdiente Persönlichkeiten seines Landes mit bronzenen Standbildern zu ehren und dies zugleich mit seinen kulturpolitischen Zielen und Idealen zu vereinen. Die Denkmäler sollten die Untertanen aller Landesteile in nationalem Stolz vereinen und Bayern nach außen hin als bedeutende Kulturnation präsentieren. Der allgemeine Geniekult des 19. Jahrhunderts verlangte darüber hinaus nach einer sprichwörtlichen „Überhöhung“. Ein massiver Sockel, der den Dargestellten über den Betrachter erhebt, war unabdingbar. Bildhauer Max von Widnmann hatte zudem die Aufgabe, Lasso nicht nur erkennbar als Musiker, sondern zugleich als schöpferisches Individuum von überragender geistiger Größe zu formen. Widnmann zeigt den Komponisten deshalb im Moment musikalischer Eingebung mit unbestimmt in die Ferne gerichtetem Blick. Notenpapier und Feder in der Hand lassen vermuten, dass er diese Inspiration sogleich in überzeitlich gültige Musik verwandeln wird. Die überhöhende Bezeichnung als „Tondichter“ am Sockel stellt Lasso dabei bewusst über seine weniger gesegneten Komponistenkollegen. Idealisierende Funktion hat auch der wallende Mantel, der die Figur faltenreich umhüllt – eine beliebte „Zutat“ des 19. Jahrhunderts, die Gelehrsamkeit vermitteln soll. Mit der zu Lassos Zeiten tatsächlich getragenen, modischen Schaube (eine Art Kurzmantel) hat das fantasievolle Kleidungsstück wenig zu tun und steht somit in merkwürdigem Kontrast zu der übrigen, historisch korrekt dargestellten Kleidung. Lassos Denkmal wurde 1849 neben seinem bereits im Jahr zuvor enthüllten Komponistenkollegen Gluck am Odeonsplatz aufgestellt, doch schon 1861 ließ Widnmanns neues Reiterstandbild Ludwigs I. keinen Platz mehr für die beiden. Gemeinsam wanderten sie auf den Promenadeplatz, den sie sich für die nächsten 80 Jahre mit drei weiteren Bronzestatuen teilten. Ab 1940 sorgte der kriegsbedingte hohe Bedarf an Metallreserven für eine Auslese. Lassos Bronze-Porträt gehörte zu jenen Statuen, die man nicht vor dem Einschmelzen für Rüstungszwecke bewahrt hatte. Genauso wie die benachbarten Statuen von Christoph W. Gluck und Alois Kreittmayr entsprach es nicht den Werten der neuen Zeit und wurde in einem Akt selektiver Tilgung der „Metallmobilisierung“ geopfert. Zurück blieben drei verwaiste Sockel. Während der Vorbereitungen für den 800. Stadtgeburtstag im Jahr 1958 beschloss man, Orlando di Lasso wieder ein Denkmal zu errichten. Statt für eine Neuschöpfung entschied sich der städtische Festausschuss für eine originalgetreue Kopie nach dem noch vorhandenen Gipsmodell Widnmanns. Mit der Enthüllung der vertrauten Statue am 22. Juli 1958 wurde die Erinnerung an ihren Verlust gleichsam überschrieben: Der Komponist auf dem wiederbelebten Sockel sah aus, als sei er nie fortgewesen. Die bewusste Rückkehr zum Alten fügte sich nahtlos in ein Festprogramm ein, das sich der Inszenierung einer ungebrochenen Kulturtradition verschrieben hatte und dabei die Jahre 1933 – 1945 vollständig ausblendete. Damit erhielt Lassos Statue eine Doppelfunktion: Als Symbol musikalischer Tradition stand sie für einen gewollten Erinnerungswert, der zugleich unerwünschte Erinnerungen an belastende Brüche und Leerstellen überdeckte. Heute besitzt Lassos Denkmal vor allem historischen Wert. 2009 wurde sein längst funktionslos gewordene Monument von der Fangemeinde Michael Jacksons zum „Memorial“ ihres Idols umgewandelt und im Sockelbereich mit zahlreichen Andenken an den Popstar bestückt. Seither hat sich die Wahrnehmung des Denkmals deutlich verschoben: Privates Gedenken ersetzt die „von oben“ verordnete Repräsentationsfunktion; aus Distanz durch Überhöhung wurde ein emotionaler Erinnerungsort auf Augenhöhe. Lasso hat inzwischen eine andere Art von Denkmal erhalten: Die jüngst in München vollendete Gesamtausgabe seiner Werke hat ihm ein neues (diesmal musikalisches) Monument gesetzt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337">Für mehr (einschließlich 12 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-28T12:04:14+02:00</published>
    <updated>2026-05-12T09:35:50+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/337</id>
    <author>
      <name>Marlies Lüpke</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Symposium Kunst und/von Frauen, 1982: Eine Akademie ohne Professorinnen]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Akademie der Bildenden Künste ist ein prestigeträchtiger Ort. Veranstalter des Symposiums <i>Kunst und/von Frauen </i>ist jedoch nicht der in dieser Zeit ausnahmslos männlich besetzte Lehrkörper. Stattdessen ist die Textilkünstlerin und Bibliothekarin Heidrun Schimmel Initiatorin und Organisatorin. Unterstützt wird sie von Komplizinnen der Malgruppe <i>WeibsBilder</i> (Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Alrun Prünster Soares, Sara Rogenhofer und Ursula Strauch-Sachs). Eine Geschichte, die es wiederzuentdecken gilt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f3a7ef1315178ef6554135cab29b89af.jpg" alt="Miriam Cahn im Gespräch" /><br/><p>Eine wichtige, jedoch lange in Vergessenheit geratene Station der zweiten Welle der Frauenbewegung im deutschsprachigen Raum war das Symposium <i>Kunst und/von Frauen</i>, das 1982 an der Akademie der Bildenden Künste München stattfand. Vom 17. bis zum 28. Mai war die Historische Aula tagsüber und abends Schauplatz eines vielfältigen Programms aus Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen, Konzerten und Podiumsdiskussionen zum Thema Künstlerinnenschaft. Neben bereits damals profilierten Persönlichkeiten wie der Künstlerin VALIE EXPORT, der Kuratorin Margarethe Jochimsen und der Kunstkritikerin Gislind Nabakowski nahmen auch Personen teil, die damals erst am Anfang ihrer Karriere standen, jedoch in kurzer Zeit wegweisende Spuren in ihren jeweiligen Feldern hinterlassen sollten. Zu ihnen gehörten Renate Berger, Miriam Cahn, Jula Dech, Erica Pedretti, Heide Göttner-Abendroth und Gertraud Schottenloher. Anfang der 1980er Jahre trat die Frauenbewegung in eine neue Phase der Utopie und Solidarität ein. Bereits 1977 gründeten die Münchner Künstlerinnen Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Alrun Prünster Soares, Sara Rogenhofer und Ursula Strauch-Sachs die Malgruppe <i>WeibsBilder</i>. In dieser erkundeten und erprobten sie eben jene Utopie und Solidarität – sowohl im Hinblick auf den Malprozess als auch auf die Infragestellung stilistischer Konventionen. Im Herbst 1981 wandte sich Heidrun Schimmel, Textilkünstlerin und Bibliothekarin der Akademie, an die <i>WeibsBilder</i> mit der Idee, ein großes Symposium zu diesem Thema zu konzipieren und eine Liste der einzuladenden Personen zu erstellen. Dank ihrer Beharrlichkeit und Vernetzung rief Schimmel die Veranstaltungsreihe innerhalb weniger Monate ins Leben.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/329">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-14T11:07:49+02:00</published>
    <updated>2026-04-22T08:39:40+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/329"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/329</id>
    <author>
      <name>Beniamino Foschini</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Herzogspitalkirche Mater Dolorosa: Spätbarockes Gnadenbild in postmodernem Betonbau]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In der Herzogspitalstraße verbirgt sich, eingerückt hinter die Fassadenfront der Wohnhäuser, ein postmoderner Kirchenbau mit einer altehrwürdigen Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7de77f3b8bfce7feb6a9d74ad46a0896.jpg" alt="Stich „Das Churfürstliche St. Elisabeth oder Herzogs- und St. Josephs Spital in München.“" /><br/><p>Das Spital, das der Straße und auch der Kirche ihre Namen gegeben hat, wurde von 1552 bis 1570 unter dem Wittelsbacher Herzog Albrecht V. von Bayern (1528–1579) erbaut. Es sollte schwerkranken Hofbediensteten zur Verfügung stehen, die in anderen Einrichtungen nicht aufgenommen wurden. Unter Herzog Wilhelm V. dem Frommen (1548–1626) wurde es erweitert und 1626 von Kurfürst Max I. dem Großen (1573–1651) mit einer Apotheke und einem „chirurgischen Apparat“ ausgestattet sowie durch das südlich gelegene Josephspital ergänzt. Im Zuge der Säkularisation wurde das Herzogspital 1800 aufgehoben. Herzog Albrecht V. ließ seinem Spital 1555 auch eine Kirche errichten, die 1572 geweiht wurde. Für das Patrozinium wählte man die Heilige Elisabeth als Patronin der Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen. Der Baumeister dieser ersten Kirche war Heinrich Schöttl (+1576). Die Spitalkirche war ihrer Funktion entsprechend eher schlicht gehalten. Schöttl entwarf hierfür einen rechteckigen Zweckbau mit Tonnengewölbe und polygonalem Chorschluss - der früheste, wenn auch bescheidene, kirchliche Renaissancebau Münchens (mit einigen gotischen Zügen)! Gut 100 Jahre nach der Weihe erfolgte 1676 die Barockisierung des Kirchenraumes, bei der namhafte Künstler an der Ausstattung mitwirkten. In den Jahren 1727/28 ergänzte Johann Baptist Gunetzrhainer (1692–1763) den Kirchenbau mit einem Turm im Stil des Rokoko. Der Kirchenbau von 1555 wurde im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) zunächst im April 1944 beschädigt und nach ersten Wiederaufbau-Versuchen der Ordensschwestern im November desselben Jahres bis auf den Turm vollständig zerstört. Die Schwestern zogen daraufhin mit dem von Ihnen angebeteten Allerheiligsten zu Fuß nach Schönbrunn bei Dachau. Das wundertätige Gnadenbild und einige Schwestern fanden Zuflucht in der Maria-Theresia-Klinik von Prof. Max Lebsche (1886–1957) am Bavariaring. Nach dem Krieg richtete man zunächst eine Notkapelle im Herzogspital ein und begann dann mit einem Kirchenneubau unter Einbeziehung des historischen Turmes. Die moderne Herzogspitalkirche „Mater dolorosa“ befindet sich am Standort der ehemaligen Kirche „St. Elisabeth“, reicht aber nicht mehr bis an die Straßenseite. Die Grundsteinlegung für die Kirche und einem dazugehörigem Mädchenwohnheim erfolgte am 12.12.1954 durch Weihbischof Johannes Neuhäusler (1888–1973). Die Architekten waren Alexander Freiherr von Branca (1919–2011) und Herbert Groethuysen (1921–2020). Die Einweihung erfolgte am 04.12.1955 durch Joseph Kardinal Wendel (1901–1960). Der Neubau ist nicht mehr der Heiligen Elisabeth, sondern der Mater dolorosa (15.9.), der schmerzhaften Muttergottes geweiht. Die moderne Herzogspitalkirche präsentiert sich als nach Südwesten ausgerichteter, einfacher Backsteinbau mit integriertem Rokokoturm. Im Inneren öffnet sich ein auffällig dunkel gehaltener Kirchenraum auf rechteckigem Grundriss mit Hauptschiff und Seitenkapelle. Auf eine barocke Lichtführung wurde bewusst zugunsten einer meditativen Lichtstimmung verzichtet. Die betonte Schlichtheit des Raumes ist zum einen sicherlich den begrenzten finanziellen Mitteln nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet, lenkt den Fokus aber auch bewusst auf die zentralen Motive des eucharistischen Herrn in Form des Doppelseitigen Anbetungsfenster und des Gnadenbildes der schmerzhaften Muttergottes. Auch für die Nachkriegskirche wurden namhafte Künstler zur Gestaltung beauftragt. Herbert Altmann schuf das Engelgitter und das Hauptportal, Blasius Gerg (1927–2007) gestaltete die Betonelemente im Kirchenraum (Chorschranke und Windfang), Karl Knappe (1884–1970) schuf das bunte Glasfenster zwischen Kirchenraum und Nonnenchor, die neue liturgische Ausstattung ist von Fritz König (1924–2017) und von Prof. Heinrich Kirchner (1902–1984) stammt das Tabernakel auf dem Seitenaltar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-11T16:15:33+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:45:06+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/322</id>
    <author>
      <name>Katharina Roßmy</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Englische Garten: „Der Volksgarten ist […] die vernünftigste, wohltätigste, und lehrreichste Gymnastische Schule für Geist und Körper.“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/301fa92189aab171604cdf5344885e6a.jpg" alt="Licht und Schatten" /><br/><p>Seit weit über 200 Jahren bewährt sich der weltberühmte Englische Garten in jenen wesentlichen Anliegen und Eigenschaften, die seiner Entstehung als „Volksgarten“ zugrunde lagen:
<ul>
<li>die gesellschaftspolitische Vision eines friedlichen und toleranten Umgangs der Menschen miteinander</li>
<li>der Genuss des künstlerisch gestalteten Naturraums jenseits der Enge und den Zwängen der Stadt</li>
<li>der herausragende künstlerische und ästhetische Rang des Landschaftsgartens mit seinen „Bildern der Natur“</li>
<li>die städtebauliche und ökologische Dimension der innerstädtischen Gartenanlage mit allen Qualitäten eines schützenswerten Naturraums.</li>
</ul>
„Der Volksgarten ist […] die vernünftigste, wohltätigste, und lehrreichste Gymnastische Schule für Geist und Körper.“ [Zit. nach Sckells Denkschrift von 1807, S. 97]. So charakterisierte <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/309" target="_blank" rel="noopener">der bayerische Hofgarten-Intendant Friedrich Ludwig von Sckell</a> (1750–1823, 1808 geadelt), der bedeutendste deutsche Gartenkünstler seiner Generation, 1807 den „Volksgarten“. Gartentheoretisch folgte er damit Christian Cay Lorenz Hirschfeld (1742–1792), der dieses Konzept bereits 1785 formuliert hatte. Der im landschaftlichen („englischen“) Stil angelegte Münchener Park ist der erste große „Volksgarten“ überhaupt und mit einer Fläche von 384 Hektar die weltweit größte innerstädtische Gartenanlage.
Der zunächst auch als Theodors-Park bezeichnete Englische Garten entstand als Ergebnis einer Staats- und Gesellschaftsreform, die von Kurfürst Carl Theodor (1724–1799, reg. Kurfürst von Bayern 1778–1799) und seinem <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/314" target="_blank" rel="noopener">Minister Benjamin Thompson (1753–1814, ab 1792 Graf Rumford)</a> konzipiert wurde. Hierzu zählte Rumford die Bestellung von Gärten, um das Militär in Friedenszeiten sinnvoll zu beschäftigen. In München entstanden ab Juni 1789 sogenannte Militärgärten im Hirschanger in der Isaraue unweit des Hofgartens. Am 13. August 1789 verfügte der Kurfürst, auf diesem Gelände einen Garten anzulegen, in dem die Stadtbevölkerung sich in ihren Erholungsstunden erquicken könne. Dies ist der Gründungsakt eines der ersten öffentlichen Gärten, der zwar im Auftrag eines Fürsten entstand, aber nicht einer Residenz oder einem Schloss zugeordnet war. Er wurde ausdrücklich mit dem Ziel der Erholung des städtischen Publikums gestiftet.
Sckell legte die Grundzüge der Anlage. 1804 fertigte er einen Bestandsplan an („Plan A“), 1807 folgte sein Entwurf für die Weiterentwicklung der Anlage („Plan B“). Diese gartenkünstlerische Vision kommentierte Sckell in einer Denkschrift zur „Charakteristik des Volksgartens“. Zentrales Thema dieses urbanistischen Manifestes ist das Bedürfnis der Stadtgesellschaft – in allen ihren sozialen und Altersschichten – nach Erholung und friedlicher Geselligkeit im Schoße der Natur.
Der Englische Garten befindet sich in der Obhut der Gärtendirektion der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Seit den 1990er-Jahren wird die differenzierte räumlich-visuelle Konzeption des Gartens in Anlehnung an Sckell wieder sichtbar gemacht, die pflanzliche Ausstattung kontinuierlich erneuert und wiederhergestellt. Das seit 2022 durchgeführte Projekt zur Wiederherstellung der artenreichen Wildblumenwiesen macht den Englischen Garten als Lebensraum seltener Tiere, Insekten und Vögel und als Ort der Artenvielfalt erkennbar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/310">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-18T20:38:20+01:00</published>
    <updated>2026-03-11T08:59:43+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/310"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/310</id>
    <author>
      <name>Iris Lauterbach</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das AIDS-Memorial von Wolfgang Tillmans: Eine U-Bahn-Säule als Mahnmal am Sendlinger-Tor-Platz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Eine türkis gekachelte Säule, als Bauteil Münchner U-Bahn-Stationen vertraut, steht plötzlich im Freien und irritiert durch ihre vermeintliche Deplatziertheit die vorbeigehenden Passanten. Wolfgang Tillmans’ <i>AIDS-Memorial</i> setzt bewusst auf Wiedererkennung und zugleich auf minimale Verschiebung der Wahrnehmung des Altbekannten. Auf dem Sendlinger-Tor-Platz aufgestellt, verankert die Gedenksäule die Erinnerung an all diejenigen Menschen, deren Leben durch AIDS geprägt worden ist und weiterhin wird. An einem städtischen Knotenpunkt, an dem sich die Menschen im Modus des Vorübergehens befinden, lädt das Memorial zum Verweilen und zur Reflektion ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8ed9692f055c9c850f1113dbab0092e8.jpg" alt="Wolfgang Tillmans, AIDS-Memorial, 2002." /><br/><p>Das <i>AIDS-Memorial </i>am Sendlinger-Tor-Platz, aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen und am 17. Juli 2002 eingeweiht, gehört zu jenen künstlerischen Interventionen, die sich – anders etwa als klassische Pestsäulen – der Rhetorik des monumentalen Denkmals entziehen und gerade dadurch wirksam werden. Wolfgang Tillmans nutzt die Logik eines städtischen Transitortes: flüchtiger Blick, schneller Schritt und erhoffte Umsteigemöglichkeit bestimmen hier am Drehpunkt des Nahverkehrs den Rhythmus der Passanten. Aus der U-Bahn an die Oberfläche gelangt, richtet sich der Blick der Menschen gen Einkaufsstraße und bleibt zugleich an einer „Irritation“ im Stadtbild hängen, die zu Entschleunigung und Reflektion einladen möchte. Besagte Störung der Wahrnehmung ist von Tillmans intendiert und entsteht, indem er ein Element der Münchner U-Bahn-Architektur, mit dessen markanten Siebziger Jahre-Design, übernimmt und es als Solitär in den Stadtraum setzt. Die türkisblau gekachelte Gedenksäule wirkt wie ein fragmentiertes Stück Infrastruktur, das aus dem Untergrund an die Oberfläche geholt wurde. Die Arbeit spielt mit Index und Replik. Das seriell gefertigte Material, die sachliche Vertikale und die vertraute Farbigkeit erzeugen Wiedererkennung, zugleich verschiebt die Versetzung aus dem Funktionsraum in den Außenraum die Wahrnehmung der Betrachtenden. Das heißt, erst auf den zweiten Blick wird die Säule zum Memorial. War sie in der U-Bahn noch eine unter Vielen, steht sie im Tageslicht allein da. Der Eindruck der Vereinzelung oder gar des Alleingelassen-Seins ruft in Zusammenschau mit der Alltäglichkeit des U-Bahn-Designs Assoziationen zu den prekären Lebensumständen und der Stigmatisierung hervor, denen an AIDS erkrankte Personen und ihr soziales Umfeld lange Zeit ausgesetzt waren, und teils weiterhin sind. Die Inschrift „AIDS / den Toten / den Infizierten / ihren Freunden / ihren Familien / 1981 bis heute“ formuliert eine Widmung ohne Personalisierung und erinnert an Beziehungen, an soziale Eingebundenheit, an Liebe, an Pflege und Verlust. Wobei die gewählte Zeitformel „bis heute“ die Erinnerung offenhält, sie an Gegenwart bindet und zur Solidarität aufruft. Zwei nahe Sitzbänke schaffen die Möglichkeit des Verweilens und machen aus dem dynamischen Durchgangspunkt einen Gedenkort des Innehaltens. Seit der Aufstellung des AIDS-Memorials im Jahr 2002 hat sich die Wahrnehmung des Memorials etwas verändert, denn der U-Bahnhof Sendlinger Tor wurde 2021/22 renoviert und dabei auch die Verkleidung der Säulen modernisiert. Durch den Einsatz des Rosa-Liste Stadtrats Thomas Niederbühl konnte erwirkt werden, dass zumindest einer der Rundpfeiler im originalen Siebziger-Jahre-Keramikkachel-Design verblieben ist, um den Bezug zu Tillmans <i>AIDS-Memorial</i> an der Oberfläche erkennbar zu lassen. Inwiefern die intendierte Aussage des Denkmals hierbei erhalten werden konnte, ist eine andere Frage. Als Ort für Kundgebungen und Protest, der gepflegt und geachtet wird, ist das <i>AIDS-Memorial</i> aber weiterhin fest in der queeren Community Münchens verankert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-05T11:14:12+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T09:51:51+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297</id>
    <author>
      <name>Henry Kaap</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Pagodenburg im Schlosspark Nymphenburg: China-Mode am barocken Hofe und architektonisches Vorbild]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Pagodenburg ist eine der vier Parkburgen in der Schlossanlage Nymphenburg. 1716 bis 1719 im Auftrag Kurfürst Max Emanuels von Bayern (1662–1726) durch Joseph Effner (1687–1745) errichtet, weist ihr Name auf die im Inneren zu findenden Chinoiserien hin.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3c88c0ec3b7e335b82e7fede8c5835d6.jpg" alt="Pagodenburg, Südseite, 20. Jahrhundert" /><br/><p>Der charmante zweigeschossige Außenbau orientiert sich an einem französischen Barockklassizismus, der sich als Lustbau eine ungewöhnliche Gestaltung wie überdimensionierte Kolossalpilaster erlaubt. Der achteckige Grundriss mit vier auf den Kreuzachsen angesetzten, kurzen Armen stellt eine Seltenheit dar. In der vormals barocken Gestaltung des Gartens bildete die Pagodenburg den Anfang für die Bahn des Paille-Maille-Spiels (Vorgänger des Croquets). Nach dem Spiel konnte sich die Hofgesellschaft innen ausruhen und vergnügen.  Im durch Rotterdamer Kacheln verkleideten ebenerdigen Salettl wurde gespeist. Dort sind die Wände mit fantasievollen Chinadarstellungen ausgemalt. Die Küche befand sich östlich in einem Nebengebäude. Das Obergeschoss aus einem Vorzimmer mit Lackarbeiten und chinesischen Papiertapeten, einem Schlafzimmer mit teilvergoldeten Wandvertäfelungen im Régence-Stil und einem roten Kabinett ist von außergewöhnlicher künstlerischer Feinheit und Intimität. Nur wenigen Personen dürfte es zugänglich gewesen sein. Der einzigartige Bautypus fand Nachfolger in der Pagodenburg in Rastatt und Schloss Clemenswerth in Sögel, welches Max Emanuels Sohn Clemens August von Bayern (1700–1761) als Fürstbischof von Münster errichtete.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/284">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-12-10T10:25:24+01:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:46:37+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/284"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/284</id>
    <author>
      <name>Neven Denhauser</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Ludwig-Maximilians-Universität: Studentisches Engagement beim Wiederaufbau nach 1945]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Universität München wurde 1472 von Herzog Ludwig IX. zunächst in Ingolstadt gegründet, 1800 aufgrund der Bedrohung durch französische Truppen von König Maximilian I. Joseph nach Landshut verlegt und 1826 schließlich von König Ludwig I. nach München geholt. Mit ihrem Umzug nach München erhielt sie nicht nur ihren heutigen Namen zu Ehren ihrer Gründerväter, sondern auch das bis heute genutzte Hauptgebäude an der Ludwigstraße. Der ab 1835 vom Architekten Friedrich von Gärtner (1791–1847) errichtete Bau machte aus München eine Universitätsstadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/eac165ab268dc1255ace05391b220e49.jpg" alt="Ludwig-Maximilians-Universität, gegen Ende des 19. Jahrhunderts" /><br/><p>Die von der Ludwigstraße durchbrochene Vierflügelanlage bildete mit ihrer Fertigstellung 1840/41 den vorläufigen Endpunkt der repräsentativen Prachtstraße. Seine erste Erweiterung erhielten der Nord- und Südflügel aufgrund steigender Studierendenzahlen in den Jahren 1892 bis 1894 und 1897/98. Da diese Anbauten den Platzmangel jedoch nur temporär beheben konnten, wurde der Bau schon 1911 nach Plänen von German Bestelmeyer (1874–1942) erneut erweitert. Bestelmeyers Anbau im Westen umfasst den Gebäudeteil an der Amalienstraße und den Lichthof als Verbindung zwischen Alt- und Neubau. Sein Ziel war es, die beiden Bauten ineinander zu verschränken und als Einheit darzustellen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden 80% des Universitätsgebäudes zerstört. Besonders betroffen war der Altbau von Gärtner an der Ludwigstraße: Der Mittelflügel war vollständig ausgebrannt, ein großer Teil des Gebäudes hatte kein Dach mehr. Auch der repräsentative Lichthof und die Ehrenhalle im ersten Stock hatten schweren Schaden genommen.
Vordringliches Ziel der Wiederaufbau- und Reparaturarbeiten in den ersten Nachkriegsjahren war die Wiederherstellung des Daches. Doch Baustoff und Arbeitskräfte waren knapp, weshalb sich im September 1945 eine Gruppe Studierender zum sogenannten <em>Studentenbautrupp</em> zusammenschloss. Gemeinsam halfen sie beim Wiederaufbau von Hörsälen, beseitigten Schutt und schippten im Winter Schnee. Im Folgejahr arbeiteten von April bis November circa 2.800 Studierende in allen Bereichen der Universität als „Studentischer Ehrendienst“, um eine Rückkehr zum Lehrbetrieb zu ermöglichen. Ab 1947 wurde ein solcher Dienst verpflichtend, ein halbes Jahr Aufbaudienst wurde zur Voraussetzung für die Studienzulassung. So arbeiteten in den folgenden Semestern 500 bis 700 Studierende am Wiederaufbau der Universität. Der zunächst nur als Behelfsmaßnahme gedachte <em>Studentenbautrupp</em> wurde erst 1949 aufgelöst.
Mehrere Institute und Fakultäten sind in den letzten Jahrzehnten aus dem Hauptgebäude der LMU ausgezogen und heute teils auf das Münchner Stadtgebiet verteilt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/36">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-05T14:08:49+02:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:10:14+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/36"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/36</id>
    <author>
      <name>Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
