<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
  <title type="text">MunichArtToGo</title>
  <updated>2026-04-29T19:48:43+02:00</updated>
  <generator uri="http://framework.zend.com" version="1.12.20">Zend_Feed_Writer</generator>
  <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/"/>
  <link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/browse?output=rss2"/>
  <id>https://municharttogo.zikg.eu/</id>
  <author>
    <name>MunichArtToGo</name>
    <uri>https://municharttogo.zikg.eu</uri>
  </author>
  <link rel="hub" href="http://pubsubhubbub.appspot.com/"/>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Monopteros im Englischen Garten: Point de vue, Belvedere, Gedenkmonument]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Monopteros zieht die Blicke auf sich, wenn man den Englischen Garten vom Hofgarten her betritt. Der auf einem eigens konstruierten Hügel über drei monumentalen Stufen errichtete Rundtempel entstand in den 1830er-Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Englische Garten zu einem beliebten Ziel für die Promenade entwickelt. Der von ionischen Säulen getragene elegante Rundtempel bietet auch heute noch eine der schönsten Aussichten auf die Landeshauptstadt.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8ad268cc2acdf1a6421ef8e0ad33301c.jpg" alt="Hügel und Monopteros nach der Restaurierung, Fotografie, 2016" /><br/><p>Als Monopteros bezeichnet man einen von Säulen getragenen offenen Rundtempel. Klassische Tempel, die einer Gartenszene als Staffagearchitekturen einen bestimmten Charakter verleihen, gehören zur Ausstattung vieler Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts. Schon Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt), seit 1804 bayerischer Hofgarten-Intendant, hatte in einem Konzept von 1807 gefordert, ein „Pantheon“ der bayerischen Herrscher solle auf einem weithin sichtbaren Hügel im Englischen Garten errichtet werden. Realisiert wurde ein solches klassisches Bauwerk erst später, unter König Ludwig I. Die Planung und Ausführung des ab 1831 geplanten und 1835–1836 errichteten Monopteros lag bei dem Hofbau-Intendanten Leo von Klenze (1784–1864, 1822 geadelt).
Zunächst wurde ab 1832 der Hügel angelegt und modelliert: eine alles andere als triviale Aufgabe. Der Hügel musste nicht nur den Tempel tragen, sondern sich in möglichst natürlicher und harmonischer Wirkung in das bestehende, völlig flache Gartengelände einfügen. Für die Konstruktion war Carl August Sckell (1793–1840) verantwortlich, ein Neffe von Friedrich Ludwig von Sckell und ab 1823 dessen Nachfolger als Leiter der Hofgarten-Intendanz. Der etwa 15 Meter hohe Unterbau des Tempels besteht aus Ziegeln. Erdreich und Humus wurden aufgetragen und Wiesengräser gepflanzt.
Heute zeigt sich der Hügel erneut in seinem ursprünglichen klaren Umriss und Erscheinungsbild, nach einer grundlegenden Restaurierung durch die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen 2011–2016. 2014–2016 wurde auch der Monopteros restauriert und seine ansprechende Farbfassung wiederhergestellt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/308">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-18T16:14:40+01:00</published>
    <updated>2026-02-23T10:00:37+01:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/308"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/308</id>
    <author>
      <name>Iris Lauterbach</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Herzog-Max-Palais: Ein Abriss zugunsten der „Hauptstadt der Deutschen Kunst“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/832d24c6f52a038445ff9eac8c858c09.jpg" alt="Das Herzog-Max-Palais, um 1900" /><br/><p>Was wäre das für ein Pilgerort für Sisi-Fans aus aller Welt: Im Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße 13 erblickte die Tochter von Herzog Maximilian in Bayern (1808–1888) und seiner Frau Ludovica (1808–1892), einer Schwester von König Ludwig I., an Heiligabend 1837 das Licht der Welt. Sisi, eigentlich Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, Herzogin in Bayern (1837–1898), die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, wuchs hier in einem schlossähnlichen Palast auf, der an Größe und klassizistischem Prunk in München nur von der Residenz übertroffen wurde. Doch heute ist das Palais längst Geschichte – abgerissen 1937/38.
Adolf Hitler war für die geplanten Aufmärsche zum „Haus der Deutschen Kunst“ die damals viel zu schmale Von-der-Tann-Straße ein Dorn im Auge, weshalb er das Palais abreißen ließ. Der damalige Eigentümer des Palastbaus, Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern (1884–1968), wurde unter Druck gesetzt, das Kaufangebot der Reichsbank zu akzeptieren und in nur drei Wochen das Palais leerzuräumen. Am 14. Juni 1937 verkaufte er – kurz vor seiner Flucht in die USA.
Noch im selben Jahr ließ der spätere Wiederaufbau-Architekt Hans Döllgast (Alte Pinakothek, St. Bonifaz, Residenz, Würzburger Dom) die herrlichen Innenräume dokumentieren, um zumindest das Andenken dieser verlorenen Pracht zu bewahren. Und Fritz Gablonsky von der Obersten Baubehörde überreichte Hitler sogar persönlich seine schriftlichen Bedenken (nebst Fotos) gegen den Abriss des prachtvollen Palais – vergeblich. Ende März 1938 war der Abriss vollendet. Was damit verloren war, waren die repräsentativsten Raumfluchten des Klassizismus Leo von Klenzes in München. So etwa der Große Speisesaal mit Kassettendecke und einem 44 Meter langen Relieffries von Ludwig von Schwanthaler, der noch prunkvollere, zweistöckige Ballsaal, der Empfangssalon mit seinen monumentalen Fresken, der Stuckmarmor, das prächtige Parkett, die vielen Malereien und kunstvoll geschnitzten Decken und Türen in allen Räumen. Auch ein zeltartiger Theatersaal, eine Hauskapelle, Wirtschaftsgebäude sowie Stallungen wurden in nur wenigen Monaten zerstört.
Dennoch hat sich ein wenig vom alten Palais erhalten. Das Meiste davon befindet sich im 1938 begonnenen Reichsbankgebäude an gleicher Stelle, das nach dem Krieg von der Landeszentralbank Bayern und dem Architekten Prof. Carl Sattler bis 1951 vollendet wurde. Das wertvollste Relikt hängt dort in der gewölbten Eingangshalle des Bankgebäudes – das Bacchus-Relief von Ludwig von Schwanthaler, das fast komplett erhalten ist – oder auch die von Klenze konzipierten und vor dem Abriss ausgebauten Intarsien-Parkettböden, die im Großen Sitzungssaal, in Vorstandsräumen, mehreren Diensträumen, im Präsidentenzimmer oder im kleinen Sitzungssaal Verwendung gefunden haben und so erhalten geblieben sind. Auch die vier monumentalen Fresken von Robert Langer haben den Abbruch des Palais überlebt. Vor dem Abriss bewahrt hatte sie der zuständige Baudirektor der Reichsbank Heinrich Wolff, der jedes der Monumentalfresken (2,5 mal 5 Meter) – einschließlich Mörtelschicht wog so ein Fresko etwa 10 Zentner – ausbauen ließ. Eingebaut wurden sie ausgerechnet in den Sitzungssaal im „Haus des Deutschen Rechts“ in der Ludwigstraße, das 1939 eingeweiht wurde. Dort gerieten sie dann allerdings erst in Vergessenheit, wurden teils übermalt und erst 1992/93 restauriert.
Immerhin, auch der Kaulbach-Zyklus aus dem Ballsaal ist erhalten – in der Musikalienabteilung der Staatsbibliothek – ansonsten nichts. Heute erinnern nur noch eine unauffällige Bronze- und eine nichtssagende Infotafel an Sisi und an das vormalige Pracht-Palais. Nein, wahrlich kein guter Ort für Sisi-Fans aus aller Welt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59">Für mehr (einschließlich 11 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-01-12T09:46:32+01:00</published>
    <updated>2023-08-01T10:06:57+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/59</id>
    <author>
      <name>Thomas Müller</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Königsplatz und Ludwigs Isar-Athen: Ideales Vorbild oder konkretes Gestaltungsprinzip Ludwigs I.?]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Ideal des Königs von Bayern war es, ein Athen-gleiches München an der Isar zu schaffen. Der Ort, an dem dieses Bestreben bis heute am besten erkennbar wird, ist der Königsplatz.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3da2975b454e8d4a26fe7a1653e0525c.jpg" alt="Königsplatz mit Propyläen und Glyptothek, 1905" /><br/><p>„Ich werde nicht ruhen, bis München aussieht, wie Athen!?!“ – so soll sich gemäß dem Historiker Johann Nepomuk Sepp der junge König Ludwig I. bei seinem Regierungsantritt 1825 geäußert haben. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich das Bild Griechenlands europaweit durch Ausgrabungen, Reisen und Reiseberichte verbreitet. Wie beeindruckend die Ruinen der Antike auch auf König Ludwig I. (1786–1868) gewirkt haben müssen und welche Sehnsüchte sie in ihm hervorriefen, wird an seinem Ausruf beim Anblick der Tempelreste in Paestum deutlich: „Lieber, denn Erbe des Throns, wär‘ ich ein hellenistischer Bürger, In den Gedanken wie oft träumt‘ ich mich sehnend zu euch.“ (zit. nach Habel 1981, S. 175).
Der passionierte Kunstliebhaber und Philhellene Ludwig I. unterstützte intensiv den griechischen Freiheitskampf (1821–1829), der schließlich in einer 30-jährigen Regentschaft seines Sohnes Otto als König von Griechenland gipfelte. München selbst versuchte Ludwig I. in ein „Isar-Athen“ zu verwandeln: Die griechische Antike sollte wiedererstehen und München kulturelles Zentrum Deutschlands werden. Diese Absicht suchte Ludwig vor allem durch Neubauten im griechischen Stil auf dem Königsplatz zu verwirklichen. Auch an anderen Orten Bayerns wollte er die Antike anhand von Architektur wiederbeleben und auf diese Weise die versunkene Kultur Griechenlands bewahren (beispielsweise in München durch das Siegestor und die Ruhmeshalle, durch die Walhalla bei Regensburg oder das Pompejanum in Aschaffenburg).
Gleichwie der Staatsmann Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr. ein glanzvolles Bauprogramm auf der Athener Akropolis förderte, sah sich auch der König von Bayern in seiner Bautätigkeit selbst als „neuer Perikles“ an und wollte München zur "Kunststadt" erheben.
Ludwig I. wünschte sich ein Antikenmuseum im „reinsten antiken Styl“ (zit. nach Nerdinger 1999, S. 187). Sein bevorzugter Architekt, Leo von Klenze (1784–1864), entwarf den Bau, der 1830 – mit deutlichen Bezügen zu antiken Vorbildern wie dem Athenatempel in Priene – fertiggestellt wurde. Schon der Name Glyptothek – ein Neologismus aus γλυπτός (glyptos) und θήκη (theke) – drückte aus, wofür das Museum geschaffen wurde: zur Aufbewahrung der beeindruckenden antiken Skulpturensammlung Ludwigs I. Diese umfasste herausragende Skulpturen, wie die von seinem persönlichen Kunstsammler Johann Martin von Wagner angekaufte Figurengruppe aus dem Aphaiatempel in Ägina – die Ägineten –, deren Ausgrabungen bereits 1810 von Ludwig I. gefördert worden waren.
Auch die Giebelfiguren der Glyptothek dienten als Verweis auf die Antike. So deutet die Eule als Attribut der Stadtgöttin Athena auf die griechische Stadt und die Weisheit sowie die Bildung des Menschen durch das neue, öffentliche Museum hin. Ludwig und Klenze wollten zusammen ein Ensemble dreier griechischer Säulenordnungen – ionische Glyptothek, dorische Propyläen und korinthische Antikensammlungen – erschaffen und so die antiken Formen „für den bairischen Himmel und Luft und Sonne“ (zit. nach Fendt 2021, S. 14) auf dem Königsplatz vereinen. Ludwig sei diesbezüglich sehr auf Authentizität der griechischen Architektur bedacht gewesen, um die „historische Aura“ (Nerdinger 1999, S. 187) Athens nach München zu übertragen. Zu seinem Museumsbau habe er folgende Verse gedichtet (zit. nach Baumstark 2000, S. 14), die das Ideal seines „Isar-Athen“ mustergültig illustrieren:
„Sie ragt, ein Ideal, verklärt,</p><p>In griechischen Himmels tiefer Bläue,</p><p>Voll Würde, in erhabnem Werth,</p><p>Und Hellas lebet auf das Neue.“
Neben den griechischen Künstlern und Professoren, die wie Nikolaus Gysis (1842–1901) an der Münchner Akademie der bildenden Künste lehrten, spielte der Vorbildcharakter Griechenlands noch im 20. Jahrhundert insofern eine Rolle, als die im Oktober 1933 zur „Hauptstadt der Deutschen Kunst“ erklärte frühere „Kunststadt München“ ausgerechnet den Kopf der Pallas Athene zum Signet bestimmte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/58">Für mehr (einschließlich 14 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-12-01T16:22:45+01:00</published>
    <updated>2025-05-19T10:42:12+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/58"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/58</id>
    <author>
      <name>Hannah Rathschlag</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Der Königsplatz: Kulturbauten und Kultort]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die klassizistische Platzanlage, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts als zentraler Punkt der neuen Maxvorstadt konzipiert wurde, präsentiert Vorbilder der griechischen Antike. Seine vielfältige Nutzungsgeschichte reicht rund 200 Jahre zurück, darunter auch die Indienstnahme für politische und kulturelle Veranstaltungen und die Profanierung als Parkplatz. In den letzten Jahren fanden hier häufig Open-Air-Konzerte statt, 2022 auch die Volleyball- und Kletterwettkämpfe während der European Championships.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/223baf6360687e94b0af3f1754f0cc73.jpg" alt="Goaßlschnalzer auf dem Königsplatz, um 1935" /><br/><p>Die Glyptothek, die Antikensammlungen (das ehemalige Kunstausstellungsgebäude) und die Propyläen prägen die Gestalt des Königsplatzes. Seinen Namen erhielt der im Auftrag von König Ludwig I. (1786–1868) entstandene Platz durch seine Funktion als herrschaftlich gestaltete Ausfahrt des Fürstenweges aus der Stadt, von der Residenz zum Sommerschloss Nymphenburg. Die Propyläen waren dabei als Stadttor vorgesehen. König Ludwigs I. Verehrung der Antike war Programm: Die Gebäude im klassizistischen Stil von Leo von Klenze (1784–1864) und Georg Friedrich Ziebland (1800–1873) gaben dem Platz das Aussehen einer griechischen Tempelanlage, einem <em>„oberbayerischen Hellas auf der grünen Wiese.“</em> (Vierneisel 1988, S. 5).
Die Pläne für die Gestaltung des Platzes aus dem Jahr 1820 stammen von Friedrich Ludwig von Sckell (1750<span>–</span>1823) und Leo von Klenze. Der Fürstenweg mit dem Straßennamen „Königsstraße“ verließ den Platz von Osten kommend durch das mittlere Tor der Propyläen Richtung Nymphenburg. Diese Hauptstraße für Kutschen war vom restlichen Niveau des Platzes abgesenkt. Der so geteilte Platz wurde auf beiden Seiten durch Kieswege, die zu den Gebäuden hinführten, und Rasenflächen in ein rechteckiges Raster gegliedert.
Auf dem Platz fanden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen statt, zum Beispiel am 100. Geburtstag Klenzes, <span>Otto von Bismarcks</span> 70. Geburtstag oder zur Huldigung des verstorbenen Stifters Ludwig I. Bisweilen wurde der Königsplatz mit Girlanden an den Gebäuden aufwendig dekoriert und mit temporären Architekturen umgestaltet. Ab 1920 fanden auf dem Platz vermehrt politische Veranstaltungen statt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der Königsplatz eingeebnet und mit 22.000 Granitplatten von je einem Quadratmeter komplett gepflastert – für eine Nutzung als „Acropolis germaniae“ im nationalsozialistischen Sinne. Der Verwaltungsbau der NSDAP an der heutigen Katharina-von-Bora-Straße und der sogenannte „Führerbau“ (heute Hochschule für Musik und Theater) bildeten eine neue Begrenzung des dadurch nach Osten vergrößerten Platzes. Eine Mauer, an den Seiten der Museumsbauten angeschlossen, umgab den Platz nun komplett. Die Propyläen wurden in den Platz integriert – innerhalb der Mauer, die hinter den Propyläen und der Luisenstraße halbrund mit einem Durchbruch Richtung Westen abschloss. Die Museumsbauten, optisch durch die Pflasterung an den Rand des Platzes gedrängt, waren nun Architekturstaffage des Versammlungs- und Kultortes der NSDAP mit den zwei Ehrentempeln an der Brienner Straße. Gesperrt für den Verkehr wurde der Platz zum Ort für Aufmärsche und Totenfeiern der Nationalsozialisten.
Der große Platz in der Mitte Münchens war auch aus der Luft gut zu erkennen und somit ein mögliches Ziel für Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs, um die Nationalsozialisten in ihrem politischen Zentrum zu treffen. Eine aufwendige Tarnung sollte das verhindern: Kies und Schablonen simulierten seit 1943 eine Bebauung der Freifläche, die Parteibauten wurden mit Tarnnetzen verhüllt. Der Plan war nur bedingt erfolgreich: Glyptothek und Kunstausstellungsgebäude wurden bei Bombenangriffen am 9. März 1943 stark beschädigt, die Ehrentempel hingegen nur leicht beschädigt.
Nach dem Krieg wurden 1948 im Osten des Platzes Bäume und Büsche gepflanzt, um ihn optisch einzufassen und um die nationalsozialistischen Bauten vom Königsplatz abzuschirmen. Die Granitfläche wurde wieder für den Verkehr geöffnet. Die mit dem wachsenden Wohlstand ansteigende Zahl an Autos führte bald dazu, dass auf der nicht befahrenen Fläche des Königsplatzes geparkt wurde. Um dies in geordnete Bahnen zu lenken, wurden 1961/62 zunächst im Osten, dann im Westen des Platzes Parkflächen markiert. Auch als Veranstaltungsort war der Königsplatz weiterhin gefragt: Passend zu seiner neuen Funktion als Parkplatz unter anderem für Geschicklichkeitsturniere des ADAC, aber auch für Stadtfeste. Schon ab 1961 gab es Überlegungen zur Neugestaltung des Platzes. Zunächst war nur die Entfernung der Granitplatten im Gespräch, ab 1978 wurden Konzepte mit Grünflächen und gleichzeitigem Durchfahrtverkehr diskutiert. Pläne für eine Tiefgarage unter dem Königsplatz (1961) waren ebenfalls Teil der Debatte. 1981 fiel die Entscheidung, den Königsplatz in den Originalzustand nach Klenze und Sckell zurückzuversetzen. Die Pläne für die Umgestaltung stammen von Hans Heid aus dem Jahr 1988, der aus Gründen des Denkmalschutzes die ursprüngliche Verkehrsführung – jetzt für Autos – durch das Propyläenportal nicht wiederherstellen ließ.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/52">Für mehr (einschließlich 13 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-10-21T14:12:25+02:00</published>
    <updated>2023-10-16T23:12:35+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/52"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/52</id>
    <author>
      <name>Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Das Odeon: Ein Haus für Musik, Gesang und Tanz ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das für den Odeonsplatz namensgebende Bauwerk von Leo von Klenze gehörte zu den frühen öffentlichen Konzerthäusern Europas und machte sich insbesondere durch die akustische Qualität seines Saales einen Namen. Seit seiner Eröffnung 1828 bis zu seiner Zerstörung durch Luftangriffe 1943/44 war das Odeon ein zentraler Veranstaltungsort des Münchner Konzertlebens. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c36128aa15c169a6b9b748c05efe3b09.jpg" alt="Das Odeon auf dem Münchner Odeonsplatz, 1880/1900" /><br/><p>Nachdem 1818 der zuvor genutzte Redoutensaal in der Prannerstraße in ein Ständehaus umfunktioniert worden war, wurde in München ein neuer Ort für Feste, Musik- und Tanzveranstaltungen gesucht. Auf dem repräsentativen Platz an der Ludwigstraße wurde schließlich von 1826 bis 1828 im Auftrag König Ludwigs I. nach einem Entwurf von Hofarchitekt Leo von Klenze (1784–1864) das zu diesem Zweck bestimmte Odeon errichtet. </p><p>In der Antike bezeichnete „Odeon“ (griech. ᾨδεῖον, lat. Odeum) ein Gebäude für musikalische und rhetorische Aufführungen und Wettkämpfe. Bereits im Namen klang der Anspruch Ludwigs I. an, ein „neues Athen“ wiederaufleben zu lassen und entsprechende für die Öffentlichkeit bestimmte Stätten zur ästhetischen Bildung zu schaffen. </p><p>Zu dem Zeitpunkt hatte sich noch kein Typus für die neue Bauaufgabe des selbstständigen, öffentlichen Konzerthauses, dessen Funktion schon an seinem Äußeren erkennbar war, ausdifferenziert. Für das Odeon war die Außengestalt bereits vorgegeben: Es sollte sich harmonisch in die Platzkomposition einfügen und als Pendant zum Leuchtenberg-Palais angelegt werden. Die Herausforderung des Entwurfes war, dass das Konzerthaus – trotz der anderen Nutzung – Größe, Form und Fassadengestaltung des adeligen Wohnpalastes übernehmen musste. </p><p>Herzstück war der festliche, von Säulen umgebene Saal, der rund 1400 Besuchern Platz bot. Büsten berühmter Komponisten von Johann Leeb in eichenlaub-umkränzten Nischen rahmten das Halbrund der Bühne. Mythologische Szenen mit Apoll, dem Gott der Künste, zierten die Deckenfresken von Akademieleiter Peter von Cornelius und seinen Schülern Wilhelm Kaulbach, Adam Eberle und Hermann Anschütz. Große Lüster und lyraförmige Wandleuchter mit Öllampen erhellten den Raum, 1854/56 folgte Gasbeleuchtung, 1888 elektrisches Licht. </p><p>Zeitgenössische Kulturzeitschriften lobten das Odeon als <i>„Kunsttempel“</i>, <i>„Euterpens</i> [Muse der Musik] <i>glänzende</i>[n] <i>Tempel“</i> und <i>„Versammlungsort des gebildeten und eleganten Publikums“</i> (<i>Münchener allgemeine Musik-Zeitung</i>, 19.04.1828, Sp. 459; <i>Flora</i>, 08.04.1828, S. 285; 08.01.1828, S. 27).</p><p>Da das Odeon als Konzert- und Ballsaal sowie als Begegnungsort (auch für König und Volk) geplant war, gab es – anders als im Logentheater – bis 1905/06 keine feste Bestuhlung. Stattdessen wurden Hocker, Sessel und teils Spieltische frei aufgestellt, was eine variable Sitzordnung, Raum zum Umhergehen und Möglichkeit zur Konversation bot. Für Konzerte wurde anfangs stets ein Orchesterpodium aufgebaut, bei Tanzabenden spielten die Musiker auf der Galerie. </p><p>Weithin gelobt wurde die ausgezeichnete Akustik (vermutlich dank Schallstreuung an den Säulen): <i>„gerundet und voll, deutlich in allen ihren Nuancen berührten die Harmonien das Ohr des Zuhörers, und noch günstiger als in den Instrumenten, lautete der Gesang in der</i> […] <i>Arie“</i> schrieb die Musikzeitschrift <i>Allgemeine musikalische Zeitung</i> (28.05.1828, S. 359). </p><p>Das Odeon gehörte bis 1878 zur Kgl. Hoftheater-Intendanz. 1846–1944 war es Heimstätte des Kgl. Konservatoriums für Musik (seit 1874 Akademie für Tonkunst) und nachfolgend der Kgl. Musikschule (heutige Musikhochschule). </p><p>Neben klassischer Musik wurde hier auch heitere Unterhaltungsmusik gespielt. Im bunt gemischten Programm fanden u. a. repräsentative Festlichkeiten, (Masken-)Bälle, Künstlerfeste, Versammlungen und zunehmend Konzerte statt. Zahlreiche namhafte Komponisten und Musiker traten auf der Bühne des Odeons auf, wie Clara Schumann, Johannes Brahms, Camille Saint-Saëns, Richard Strauss, Max Reger, Carl Orff und die Comedian Harmonists.</p><p>Im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe 1943/44 schwer beschädigt, wurde die Ruine 1951/52 durch den Münchner Architekten Josef Wiedemann als Sitz des Bayerischen Innenministeriums mit Fragmenten der historischen Bausubstanz wiederaufgebaut. Klenzes teils noch vorhandene Fassaden wurden originalgetreu rekonstruiert. Der ehemalige Saal wurde zu einem ebenerdigen, offenen Innenhof, der seit 2007 von einer filigranen Glas-Stahl-Konstruktion überdacht wird.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/34">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-08-08T09:21:40+02:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:31:46+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/34"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/34</id>
    <author>
      <name>Maya-Sophie Lutz</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Alte Pinakothek – die Gestaltung der Grünflächen: Nicht nur grüne Wiese]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Ursprünglich sollte die Pinakothek König Ludwigs I., die wir heute als Alte Pinakothek kennen, einen repräsentativen Standort an der Ludwigstraße erhalten. Nach dem verheerenden Brand, der im Oktober 1823 das Münchner Hoftheater zerstört hatte, überzeugten Architekt Leo von Klenze (1784–1864) und Galerieinspektor Georg von Dillis (1759–1841) stattdessen Ludwig I. von einem Solitärbau mit sicherem Abstand zu anderen Bauten, um die wertvollen Kunstwerke im Inneren zu schützen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/df676aafbc38fc269385a8d3d155231f.jpg" alt="Alte Pinakothek von Süden, 1885–1914" /><br/><p>Der Standort auf dem freien Feld bedeutete allerdings keineswegs, dass die Pinakothek nur von grüner Wiese umgeben war. Vielmehr waren die Grünflächen seit der Fertigstellung der Pinakothek 1826 bis heute immer wieder unterschiedlich gestaltet. Auch wenn die verschiedenen Gestaltungsphasen nicht vollständig überliefert sind, so lassen sich zumindest Teile der historischen Gartenarchitektur anhand von Fotografien rekonstruieren. Die Grünfläche im Süden der Alten Pinakothek war seit der Eröffnung und vermutlich bis 1914 in zwei quadratische Felder aufgeteilt, die von drei breiten Wegen gerahmt wurden: Während einer auf der Mittelachse auf das Gebäude zu führte, liefen die anderen beiden seitlich am Gebäude vorbei. Vor dem Haupteingang, der damals an der östlichen Gebäudeseite <strong>–</strong> an der Barer Straße <strong>–</strong> lag, öffneten sich die Wege zu einer platzähnlichen Fläche. Die Rasenbereiche zwischen den Wegen waren von niedrigen Hecken umgeben, die von jungen Bäumen unterbrochen wurden und ein kreisrund angelegtes Baumarrangement umfingen.
Diese Gestaltungsweise (<em>parterre de gazon</em>) war in der barocken Gartengestaltung üblich und ist auch im Münchner Hofgarten oder in den Grünanlagen von Schloss Schleißheim zu finden. Vor der Pinakothek wurde bewusst auf repräsentative Gestaltungselemente der königlichen Residenzen zurückgegriffen, um die Zugehörigkeit des Gebäudes und der Sammlungen zum Königshaus visuell hervorzuheben. Später luden Bänke im Schatten der Bäume zum Verweilen ein, während auf den Kieswegen flaniert und gespielt wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Alte Pinakothek stark beschädigt. Zwischenzeitlich wurde das Grundstück als Lager für Bauschutt und auch als Schafweide genutzt. Zukünftig standen „Abriss, entkernter Wiederaufbau, rekonstruierender Wiederaufbau und Rekonstruktion als Mahnmal” (Grammbitter 2010, S. 133) im Raum. An der Technischen Hochschule wurden indes Überlegungen angestellt, das Grundstück der Alten Pinakothek als Erweiterung zu nutzen. Und sogar die Errichtung neuer Wohnungen wurde aufgrund der nach dem Krieg herrschenden Wohnraumknappheit in Betracht gezogen. Letztlich erhielt Hans Döllgast 1952 den Auftrag zur Restaurierung des Museumsbaus. Er rekonstruierte den zerstörten mittleren Gebäudeteil mit Ziegeln in einer abweichenden Farbe, die bis heute die entstandenen Kriegswunden des Gebäudes sichtbar machen. Das Portal auf der Mittelachse gen Süden, das auf Fotografien des Vorkriegszustands zu sehen ist, wurde allerdings nicht wiederhergestellt.
Mit der Rekonstruktion des Gebäudes ging eine Umgestaltung der Grünflächen einher, die an die veränderte Nutzung durch die Bewohner:innen und Besucher:innen der Stadt München im 20. Jahrhundert angepasst wurden. Der barocke Charakter wurde nicht wiederhergestellt: Statt <em>parterres</em> und breiten Wegen charakterisieren heute weitläufige Rasenflächen das Areal. Dass die sorgfältig mit niedrigen Hecken gestalteten Elemente, die sogenannten <em>Broderien</em>, nicht erneut angelegt wurden, liegt neben ihrer großen Pflegebedürftigkeit möglicherweise am Wert der innerstädtischen Freiflächen selbst. Dies war schon bei der Diskussion um den Wiederaufbau der Pinakothek deutlich geworden.
Die Grünflächen um die Alte Pinakothek stehen heute als öffentliche Grünanlage den Besucher:innen zur Verfügung. Die offene Fläche ermöglicht eine vielfältige Nutzung. Wo früher aufwändig gestaltete Rasenflächen die Nobilität des Gebäudes und des Trägers symbolisierten, sind es heute weitestgehend ungestaltete Rasenflächen, die aber selten menschenleer sind – wer die Alte Pinakothek besucht, findet bei gutem Wetter Yogakurse, Geburtstagspicknicks, Tischtennisturniere oder Studierende beim Spikeballspielen vor.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/17">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-03-28T11:16:21+02:00</published>
    <updated>2025-05-19T10:39:13+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/17"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/17</id>
    <author>
      <name>Eva Blüml</name>
    </author>
  </entry>
  <entry>
    <title type="html"><![CDATA[Die Glyptothek: Farbdias aus dem Nachlass des Amateurfotografen Joseph Eschenlohr]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Nur wenige Stuckfragmente lassen heute noch erahnen, wie reich und farbig die Innenräume der Glyptothek ursprünglich ausgestattet waren. Durch eine Schenkung gelangte 2010 ein Konvolut von historischen Farbdias in die Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, das unter anderem die bis heute einzigen bekannten Farbfotografien des Vorkriegszustandes der Glyptothek enthält.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/bf82fb31df129605d3694a5558efa68c.jpg" alt="Glyptothek, Bacchischer Saal, 1939" /><br/><p>Der Fußboden aus rotem, grauem, schwarzem und weißem Füssener Marmor, die Wände in <em>verde antico</em> imitierender Stuckierung, die Decken reich mit zum Teil vergoldeten Stuckornamenten verziert – eindrucksvoll führt die Aufnahme des Barberinischen Fauns im Bacchischen Saal die Pracht der ursprünglichen Innenraumausstattung der Glyptothek vor Augen. Zu verdanken haben wir dieses einmalige Foto dem Augsburger Maler und Amateurfotografen Joseph Eschenlohr (1886–1978). Fast 400 der insgesamt 1125 Diapositive wurden in den Jahren 1937 bis 1965 in München aufgenommen, hauptsächlich in den großen Museen der Stadt, aber auch in Schloss Nymphenburg oder dem Tierpark Hellabrunn. Und nicht wenige stammen aus der Zeit der Erfindung des Farbdiamaterials: Die frühesten Bilder entstanden laut Beschriftung bereits 1937, als diese Filme erst seit wenigen Monaten von jedermann erworben werden konnten.
Im Auftrag des Kronprinzen Ludwig, dem späteren König Ludwig I. (1786–1868), war die Glyptothek in den Jahren 1816 bis 1830 von Leo von Klenze (1784–1864) erbaut worden. Der Architekt erschuf dabei ein Gesamtkunstwerk, welches aus dem Zusammenspiel von Architektur, den ausgestellten Werken sowie der Gestaltung und Dekoration der Räume entstand. Nicht nur der figürliche und ornamentale Schmuck der Wände und Decken, sondern auch die Farbigkeit der Fußböden und Wände sollten dabei die chronologische Aufstellung der Skulpturen und Reliefs betonen. An der Nordseite des Gebäudes befanden sich die beiden Festsäle, der Götter- und der Heldensaal. Hervorgehoben wurden sie durch den berühmten Freskenzyklus von Peter von Cornelius, der die Welt der griechischen Götter und die Sage vom Trojanischen Krieg zeigte.
Die Fresken finden sich auch auf Fotografien Eschenlohrs, wenn auch nur angeschnitten und im Hintergrund, weitere Farbaufnahmen sind bis heute nicht bekannt. Zwar war eine vollständige Dokumentation der Innenräume der Glyptothek bereits in Planung: Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fotografierte ab 1943 im Rahmen des „Führerauftrag Monumentalmalerei“ im „großdeutschen Reich“ historisch und künstlerisch wertvolle Raumausstattungen, die durch drohende Luftangriffe besonders gefährdet waren. Die geplante Kampagne in der Glyptothek konnte jedoch nicht mehr durchgeführt werden. In den Jahren 1943/44 verursachten mehrere Bombentreffer schwere Beschädigungen, so stürzten etwa die Gewölbe im Römersaal und im Ägyptischen Saal ein und der Dachstuhl brannte nieder. Während die Kunstwerke längst in Depots in und um München ausgelagert worden waren, hatte der wandfeste Dekor keine Chance, der nahezu vollständigen Vernichtung zu entgehen. Da über mehrere Jahre kein Notdach errichtet wurde, fielen die noch erhaltenen Reste der Innenausstattung letztlich der Witterung zum Opfer.
Am 28. April 1972 wurde die Glyptothek schließlich wiedereröffnet. Nach Jahren der Diskussionen hatte man sich gegen eine Rekonstruktion der ursprünglichen Gestaltung der Innenräume und für das bis heute überzeugende neutrale Konzept des Münchner Architekten Josef Wiedemann entschieden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/12">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2021-12-20T11:12:35+01:00</published>
    <updated>2023-10-12T16:15:25+02:00</updated>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/12"/>
    <id>https://municharttogo.zikg.eu/items/show/12</id>
    <author>
      <name>Johannes Griebel</name>
    </author>
  </entry>
</feed>
