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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Theresienwiese : Vom königlichen Hochzeitsgeschenk zur Weltbühne ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Aus der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. (1768–1868) und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792–1854) sowie einem Pferderennen zu ihren Ehren am 17. Oktober 1810 entwickelte sich das größte Volksfest der Welt. Heute ist die berühmte Wiese, die nach der Prinzessin benannt wurde, weit mehr als nur eine Eventfläche: Sie symbolisiert den historischen Wandel von einem einst unbedeutenden Gelände vor den Toren der Stadt zu einem der weltweit bekanntesten Schauplätze bayerischer Tradition.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2afafddf69a51e476165d9a474cb3194.jpg" alt="Wilhelm von Kobell: Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, Öl auf Leinwand, 78,5 cm x 135,5 cm" /><br/><p>Die Planung der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 war der Anfang eines Bedeutungsgewinns einer bis dahin ungenutzten 42 Hektar großen Wiese. Am 15. Oktober 1810, also während der Hochzeitswoche, wurde die Fläche offiziell mit ihrer Genehmigung nach der Prinzessin benannt. Das Pferderennen wurde im darauffolgenden Jahr wiederholt – so entwickelte sich das Oktoberfest als Tradition. Der Bankier und Major Andreas von Dall’Armi, der die Idee hatte, die Hochzeit mit einem Pferderennen zu beenden, wurde für seinen Vorschlag im Jahre 1824 mit der erstmals verliehenen Bürger-Medaille der Stadt München ausgezeichnet. Das Fest wurde 1811 um ein Landwirtschaftsfest mit Landwirtschaftsausstellung ergänzt.Anlässlich des Oktoberfests 1850 wurde die Theresienwiese durch die Bronzestatue der Bavaria um ein dauerhaftes Monument der Patronin Bayerns ergänzt. Mit der Zeit kamen immer mehr Gaukler, Kegelbahnen und Losbuden dazu. Aus kleinen Bierbuden wurden in den 1890er-Jahren riesige Bierzelte. Heute kennen wir die Theresienwiese als Ort des größten Volksfests der Welt, dem Oktoberfest, das jährlich über 6 Millionen Menschen aus der ganzen Welt besuchen. Außerdem wird die Fläche auch für Weihnachtsmärkte, Flohmärkte, politische Demonstrationen und andere Veranstaltungen genutzt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/328">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-08T11:27:16+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T11:50:02+02:00</updated>
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      <name>Rafael Valsamidis</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:44:40+02:00</updated>
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      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Schachterleis“: Eislaufspaß im Lehel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als der Architekt und Maschinenbauer Felix Unsöld 1891 nach München kam, brachte er die Idee vom ganzjährig kühlen Bier – und bald auch vom Eislaufen im Winter – mit. In seiner Kunsteisfabrik an der Galeriestraße entstand 1892 Deutschlands erste künstliche Eisbahn. Wo einst Musik vom Grammophon erklang und Kufen über das „Schachterleis“ glitten, steht heute ein Hotel, das die Geschichte des Ortes lebendig hält.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e2443dc690361d0960d040c75e312d86.jpg" alt="Unsölds künstliche Eisbahn in der Galeriestraße 24 in München, 1911 " /><br/><p>Johann Felix Unsöld (1852–1931) stammte aus einer Kemptener Brauereifamilie. 1891 zog er mit der Geschäftsidee, Stangeneis und Eisblöcke zur Kühlung von Bier herzustellen und so auch im Sommer kühles Bier trinken zu können, nach München. Ein passendes Grundstück für sein Vorhaben fand er bald darauf in der damaligen Galeriestraße 24, das auch die Wasserrechte für den angrenzenden Stadtmühlbach umfasste. Um die Produktion seiner Fabrik auch im Winter auszulasten, richtete Unsöld 1892 im Hinterhof seiner Kunsteisfabrik die erste künstliche Eisbahn in Deutschland ein. Der verschachtelte Glasbau zwischen den Häusern – überdacht und ungefähr 40 Meter lang und 15 Meter breit – verdankt seinen Namen „Schachterleis“ der Bauweise der nachträglich angelegten Eisbahn. Dort wurden Schlittschuhe verliehen und auch Eislaufkurse angeboten. Für musikalische Begleitung gab es ein Grammophon, an Donnerstagen, Sonntagen und Feiertagen nachmittags sogar ein Orchester, das live spielte. Vom 25. Bis 27. Januar 1913 fand auf Unsöld’s Eisbahn die vierte Europameisterschaft im Eishockey statt, an der vier Teams aus Österreich, Böhmen, Deutschland und Belgien teilnahmen. Der Vizepräsident des Österreichischen Eishockey-Verbands schrieb dazu im Illustrierten (Österreichischen) Sportblatt vom 1. Februar 1913: „Münchens Kunsteisbahn kann wohl einer geringen Menge von [Schlachten]bummlern genügen, aber zur Austragung sportlicher Wettkämpfe oder Konkurrenzen ist sie nicht geeignet.“ Das Dach der Eisbahn wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Dennoch blieb sie als Freiluftanlage bis 1949 bestehen. Aber die Eisbahn bekam Konkurrenz: Nachdem 1933 das Prinzregentenstadion aufgemacht hatte, gingen die Münchner lieber dorthin. 1960 wurde Unsöld’s Eisbahn geschlossen. Die technische Entwicklung in dieser Zeit machte auch den Handel mit Stangeneis überflüssig – elektrische Kühlschränke übernahmen die Kühlung im Alltag. Gleichzeitig verschwanden immer mehr Münchner Wasserläufe unter Beton und Asphalt, um dem in den Nachkriegsjahren stetig wachsenden Verkehr Raum zu geben. So sah sich Unsöld gezwungen, seine Wasserrechte an die Stadt abzutreten und den Betrieb seiner Eisfabrik 1961 endgültig einzustellen.  Seit 1970 steht an dieser Stelle ein Hotel, Unsölds Nachfahren hatten so im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972 ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell geschaffen, das sich über die folgenden 50 Jahre bewähren sollte. Unsölds Urenkelinnen, Sonja Unsöld und Susanna Lechner, haben das „Unsöld’s Factory Hotel“ zwischen 2019 und 2020 saniert und umgestaltet. Inspiriert von der Geschichte des Ortes orientiert sich die Innenarchitektur des Hotels mit Farben und Formen an der Vergangenheit. So ist nun in der Bar ein historisches Foto eines der Unsöld’schen Eislieferwagen zu sehen und im Frühstücksraum erinnert ein wandfüllendes Foto an die Eislaufbahn. Auch der Straßenname erinnert seit 1970 and den Kunsteisfabrikanten Felix Unsöld.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/278">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-15T11:02:48+02:00</published>
    <updated>2026-07-01T12:42:13+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Müller‘sche Volksbad: Der Badetempel im neobarocken Jugendstil ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Nirgendwo in München lässt es sich so stilvoll schwimmen und entspannen wie im Volksbad, einem der schönsten Badehäuser Europas, wo man in die Bäderzeit der Jahrhundertwende eintauchen kann.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3ef5bb8a5be42921453b06bf5ae5f925.jpg" alt="Müller‘sches Volksbad, Außenansicht von der Isar " /><br/><p>Entworfen und gebaut wurde das Bad von dem Architekten Carl Hocheder (1854–1917), der auch eine Anzahl anderer städtischer und sozialer Bauten in München errichtete. Hierzu zählt zum Beispiel das Hauptfeuerwehrhaus. Bei seiner Eröffnung im Mai 1901 war das Volksbad das größte und teuerste öffentliche Schwimmbad der Welt. Bis heute steht das Bad am Südufer der Isar Besucher*innen offen. Das Müller‘sche Volksbad wurde aufgrund einer Schenkung des Ingenieurs Karl von Müller (1821–1909) an die Stadt München gebaut. Dieser stiftete der Stadt einen Miet- und Geschäftshäuserkomplex, den er zwischen 1861 und 1863 erworben hatte, unter der Auflage, dieses zu verkaufen und den Erlös für den Bau eines Bades für das unbemittelte Volk, also den ärmeren Münchner*innen zu verwenden. Aus dieser Zeit, als das eigene Badezimmer noch seltener Luxus war, stammen die Wannen- und Brausebäder im nach seinem Stifter benannten Volksbad. Liebevoll und aufwändig wird bis heute dieses Stück Stadtgeschichte nahezu originalgetreu erhalten. Hocheder ließ Gestaltungselemente römischer Thermen, barocker Sakralbauten und von Hammams und Moscheen in den Bau des Volksbads einfließen, die er mit dem Jugendstil kombinierte. Das Volksbad hat zwei Schwimmhallen. Bis Mitte der 1970er Jahre wurde dort nach Geschlechtern getrennt gebadet. Ab diesem Zeitpunkt durften die Damen auch die ehemalige Herrenhalle benutzen. Bis die Herren aber auch ihre Bahnen in der Damenhalle ziehen durften, dauerte es noch circa zwanzig Jahre. Reich an aufwändigen Ornamenten und Wandmalereien bieten Herren- und Damen-Schwimmhalle Badevergnügen in originalgetreuer Ausstattung und versetzen die Badegäste zurück in die Zeit des Jugendstils. Das Becken der kleineren Schwimmhalle hat wärmeres Wasser (30 Grad), einen Massagestrahl aus einem Wasserspeier und ist heute eher zur Entspannung gedacht. Traditionell gibt es noch heute einen wöchentlichen Frauenbadetag in der Damenhalle. Die große Schwimmhalle, in welcher sich ebenfalls ein Wasserspeier befindet, wird von einem Tonnengewölbe mit Galerie gekrönt. Das Wasser ist etwas kühler (27 Grad) und ist vor allem für sportlichere Schwimmer*innen geeignet. Schon seit seiner Eröffnung verfügt das Müller‘sche Volksbad über ein römisch-irisches Schwitzbad. Dieses Schwitzbad beinhaltet heute Dampfbad, Heißlufträume, Warmwasserbecken, Kaltwasserbecken und seit Ende der 1990er Jahre eine 90 Grad heiße finnische Sauna. Das denkmalgeschützte Bad wurde in seiner jahrzehntelangen Geschichte mehrmals umfangreich saniert. Dabei wurde stets darauf geachtet, alle historischen Details zu erhalten.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/167">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-07-09T09:14:41+02:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:53:01+02:00</updated>
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      <name>SWM/M-Bäder </name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Stemmerhof: Ein historischer Bauernhof mitten in Sendling]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Stemmerhof ist ein kleiner Dorfplatz mitten in Sendling, doch hinter der Fassade des Bauernhofs verbirgt sich eine fast tausendjährige Geschichte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/21646cd20cc834ba15fd99c457ece9d4.jpg" alt="Landwirt Georg Stemmer (1911–1991) vor seinem Hof, um 1970" /><br/><p>Der Stemmerhof wurde erstmals 1381 urkundlich erwähnt, als ihn der herzogliche Gouverneur und Oberrichter von Oberbayern, Georg von Pienzenau, dem Heilig-Geist-Spital schenkte. Vermutlich stand an dieser Stelle aber schon seit circa 1000 nach Christus eine Hofstelle, die sich jedoch in Größe und Aufbau deutlich vom heutigen Stemmerhof unterschied. Das Heilig-Geist-Spital verpachtete den Hof dann über 500 Jahre lang an unterschiedliche Bauernfamilien, bis er 1638 im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau des Hofes durch Veith Hochmayr entsprach dieser durch seinen hufeisenförmigen Aufbau bereits weitgehend seiner heutigen Gestalt. Nachdem der Hof von mehreren Tierseuchen heimgesucht wurde, Brandschäden erlitten und einige Missernten zu verzeichnen hatte, wurde er von den Nachkommen Veith Hochmayrs 1799 schließlich an Georg Stemmer verkauft, welcher ihn bis 1827 zu einem der größten Höfe Sendlings ausbaute. 1864 wurde schließlich auch das Eigentum vom Heilig-Geist-Spital rechtlich auf die Familie Stemmer übertragen, welche den Hof bis heute besitzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stallteil des Gehöfts zerstört und danach neu aufgebaut. Bis 1992 wurde der Hof mit 46 Kühen noch aktiv landwirtschaftlich genutzt. Seit 2001 findet man im Stemmerhof neben einem urigen Restaurant mit typisch österreichischer Küche einen Biomarkt, den Sendlinger Bergfischer, welcher frischen Fisch und Meeresfrüchte anbietet, einen italienischen Feinkostladen, eine Eisdiele, einen Foodtruck, eine Goldschmiede und ein Hoftheater mit abwechslungsreichem Programm. Es gibt dort zudem einen Tierarzt und es werden Workshops angeboten. Der Stemmerhof kann also durchaus als ein kleiner Hofplatz mitten in Sendling gesehen werden, welcher nicht nur nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch eine kulinarische Auswahl an Restaurants bietet. Zudem befindet sich auf der von der Straße abgewandten Seite des Hofes die Stemmerwiese, einen Teil der ehemaligen Weideflächen des Hofes. Die Wiese sollte 1980 für Wohnraum weichen, dies wurde jedoch durch eine Bürgerinitiative verhindert. Sie ist nun ein beliebter Treffpunkt mitten in Sendling und bietet Raum für Natur in der Großstadt München.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/161">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-06-11T11:52:30+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T12:09:34+02:00</updated>
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      <name>Franz Parau</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Gisela: Gründungsort des FC Bayern München]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Gedenkstein ist auffällig, das Vereinswappen nicht zu übersehen – aber die Geschichte dahinter ist nicht jedem bekannt, der heute die Jägerstraße/Ecke Kardinal-Döpfner-Straße passiert. Sie ereignete sich am 27. Februar 1900, zu einer Zeit, in der an dieser Stelle der Maxvorstadt noch das „Café Gisela“ beheimatet war, und erzählt die Gründung des FC Bayern München.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/404bf113bcefc33688b1b817536ea31f.jpg" alt="Das Restaurant Gisela, 1900" /><br/><p>Ihren Ursprung nahm die Geschichte in der rund 750 Meter entfernten Gaststätte „Bäckerhöfl“, wo an jenem Faschingsdienstag eine folgenschwere Versammlung stattfand. Die Vorstandschaft des MTV München und die Fußballer des Vereins hatten Redebedarf, denn es gab einen großen Interessenskonflikt. Schon im Vorfeld hatten einige Männer ihre Unzufriedenheit über das mangelnde Interesse der Turner an den Zielen und Plänen ihrer Fußball-Abteilung in einem „Drohbrief“ zum Ausdruck gebracht. Weil die Turner im Männerturnverein (MTV) von 1879 den kickenden Kollegen die Selbstständigkeit verweigerten, kam es bei der Zusammenkunft dann zum Aufstand. „Lasst sie doch gehen, sie kommen ja doch wieder“, schallte es aus dem „Bäckerhöfl“, als die elf anwesenden der austrittswilligen Fußballer den Raum verließen. Das jedoch taten sie nicht. Vielmehr gingen sie ein paar Straßen weiter ins „Gisela“. Um 23.15 Uhr war der Beschluss endgültig und die verlagerte Gründungssitzung beendet: Der FC Bayern München, heute deutscher Fußball-Rekordmeister, war geboren. Die Gründungsurkunde des Münchner Fußballclubs „Bayern“ ist auf dem Gedenkstein verewigt und als Replikat im FC Bayern Museum in der Allianz Arena ausgestellt. Sie zeigt 17 Unterschriften, unter anderem jene des ersten Präsidenten Franz John, dem das „Café Gisela“ bestens bekannt war. Nur der heutige Oskar-von-Miller-Ring trennte die Lokalität von der Amalienstraße, in der John sowohl wohnte (damals Hausnummer 12) als auch seinen Unterhalt verdiente (damals Hausnummer 9). Drei Minuten zu laufen hatte er vom Geschäft des „Herzoglich Bayerischen Hofphotographen Friedrich Müller“, wo er einer renommierten Stelle für Fotografie nachging. München war damals eine Kunstmetropole – und der FC Bayern der ersten Stunde somit auch eine Art Künstlerverein. Aus Bremen, Dortmund, Leipzig und Pankow waren die „Ur-Bayern“ nach München gekommen, um ihre Ausbildung in einem fortschrittlichen, freiheitlichen Klima zu absolvieren. Besonders die Akademie der Bildenden Künste und die Kunstgewerbeschule als führende Ausbildungsstätten ihrer Art trugen den Ruf der Stadt als kulturelles Zentrum in die Welt hinaus. Im Künstlerviertel rund um Schwabing und die Maxvorstadt verkehrten die Gründungsmitglieder miteinander und merkten schnell, dass sie ähnlich tickten. Neben dem hohen Interesse an der Kunst einte die Maler und Bildhauer Paul Francke, Wilhelm Focke, Benno Elkan sowie Otto Naegele auch ihre Liebe zum Fußball. Elkans renommiertestes bildhauerisches Lebenswerk, die Menora (Siebenarmiger Leuchter), wurde 1956 gar vor der Knesset, dem israelischen Parlament in Jerusalem, aufgestellt. Auch einen ersten „Merchandise“-Artikel gab es zu dieser Zeit: Eine von Paul Francke, dem ersten Kapitän, gezeichnete Postkarte wurde unter den Mitgliedern weitergegeben. Torhüter Otto Naegele war als gebürtiger Münchner nicht nur einer der Fußballpioniere der Stadt, sondern entwickelte sich auch zu einem anerkannten Werbegrafiker. Die von ihm geschaffenen Plakate sind stark vom Münchner Jugendstil geprägt und werden heute noch als Reproduktionen verkauft – unter anderem auf Handy-Hüllen. Am Tisch im „Café Gisela“ saß auch Wilhelm Focke, ein Universalgenie. Der gebürtige Bremer war Fußballer, Kunstmaler, Bildhauer, Flugpionier und Bootsbauer zugleich. Kein Wunder also, dass er sich von Franz John für den neuen, fortschrittlichen Klub begeistern ließ. Denn John war der Mann, ohne den es den FC Bayern nicht geben würde. Der damals 27-Jährige wurde zum Namensgeber, zum ersten Vorsitzenden und machte den neuen Klub mit seiner Energie schnell zur führenden Kraft in München.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/101">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-07-21T16:04:12+02:00</published>
    <updated>2026-07-09T11:37:27+02:00</updated>
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      <name>FC Bayern Museum</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Hofbräuhaus: Von der Brauerei zum historistischen Bierpalast ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die 1589 gegründete Brauerei des herzoglichen Hofs Wilhelm V. wurde im 19. Jahrhundert vom Platzl nach Haidhausen verlegt, um dort größere Räumlichkeiten für den öffentlichen Ausschank schaffen zu können. Nach Plänen von Max Littmann entstand ein Bauwerk, das mittels historistischer Stilelemente die Tradition des Hofbräuhauses versinnbildlichen sollte.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c81833d2d4a0ef7b76f4870b7d3b80b3.jpg" alt="Das neue Hofbräuhaus, 1908" /><br/><p>Um die Kosten für den Import von Bier einzusparen, gründete Herzog Wilhelm V. von Bayern 1589 für den Hof und seine Bediensteten eine eigene Brauerei. Um 1830 erteilte Ludwig I. die Genehmigung für den öffentlichen Ausschank im Brauereibetrieb des Hofbräuhauses, wofür Gaststuben und ein Wirtschaftsbetrieb eingerichtet wurden.</p><p>Das Wirtshaus erfreute sich schnell sehr großer Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen, so dass der Brauereibetrieb ab 1882 aus Platzmangel vom Platzl nach Haidhausen verlegt wurde. Der große Erfolg des Wirtshauses machte recht bald aber auch deutlich, dass eine Erneuerung der baulichen Struktur unumgänglich war. Zum Problem wurden insbesondere die hygienischen Zustände, wie die Wochenzeitung „Münchener Ratsch-Kathl“ am 27. Mai 1896 berichtete: „Eine Frage, die für das Hofbräuhaus sehr wichtig ist, […] ist die Klosetfrage. Die heute noch in diesem Punkte herrschenden Zustände im alten Hofbräuhause sind nahezu beschämend“. Auf Anweisung des Prinzregenten Luitpold wurde das alte Hofbräuhaus im gleichen Jahr abgerissen, um am selben Standort einen geräumigen Neubau mit zeitgemäßer Infrastruktur für die Gäste zu schaffen. Mit der Aufgabe, ein neues Hofbräuhaus zu errichten, wurde der Architekt Max Littmann (1862–1931) betraut. Die Herausforderung bestand darin, „dem Bau nach Außen und Innen das der Geschichte des Hofbräuhauses entsprechende Gepräge des Alten zu geben, ihm die alte Gemüthlichkeit und Traulichkeit zu erhalten und doch den Bedürfnissen der Gegenwart gerecht zu werden“ [zit. nach Kunst und Handwerk 1897, S. 392]. Littmann gelang es tatsächlich, einen Bierpalast im Stil des Historismus zu schaffen, der trotz aller technischen Modernisierung den Eindruck einer jahrhundertelangen Baugeschichte erweckte. Dies erreichte er etwa durch die abwechslungsreiche Verwendung von Materialien an der Westfassade: Im Erdgeschoss wird die größtenteils verputzte Wand stellenweise durch Partien aus Muschelkalk unterbrochen, während er den großen dem Platzl zugewandten Erker aus Sandstein ausführen ließ. Den Eindruck eines über Jahrhunderte langsam gewachsenen Baus rief der Architekt durch den bewussten Rückgriff auf architektonische Motive aus unterschiedlichen Epochen hervor. Skizzenbücher Littmanns belegen, dass er sich bei den geschweiften Giebeln auf dem Dach von Bauten der Spätgotik inspirieren ließ, als Vorbild für den polygonalen Erker diente hingegen ein Pfarrhaus der Renaissance aus Rothenburg ob der Tauber. Gut nachvollziehbar ist diese Inszenierung auch im Innenhof: Die Arkaden im Erdgeschoss und die unregelmäßig gestaltete Fassade mit Türmchen und Erkern erinnern an „eine Burgenromantik im Stil zeitgenössischer Lohengrin-Inszenierungen“ [zit. nach Laiblin 2016, S. 56]. Vom Vorgängerbau erhalten blieben das Sud- und das Maschinenhaus im Erdgeschoss. Die zwei dreischiffigen Pfeilerhallen mit Kreuzgratgewölben wurden von Littmann in Bierhallen umfunktioniert, die bis heute als „Schwemme“ weltbekannt sind. Höhepunkt des neuen Hofbräuhauses aber war der von einem Tonnengewölbe überspannte „Große Saal“ im zweiten Stock, der heutige Festsaal. Mit der Ausschmückung der Wand- und Gewölbeflächen wurde Ferdinand Wagner (1847–1927) beauftragt, der ein reichhaltiges Bildprogramm schuf. Das Wandbild an der östlichen Stirnseite zeigte das bayerische Wappen, welches von der Fruchtbarkeitsgöttin Ceres und dem Erfinder des Bierbrauens, Gambrinus, flankiert wurde. Auf der gegenüberliegenden Wand schwebt die Figur der Patrona Bavariae über einer historischen Ansicht Münchens. Porträts bayerischer Regenten, allegorische Figuren und Straßenszenen aus Alt-München im Wechsel mit Schrifttafeln mit Hinweisen auf die Geschichte des Hauses sollten den Gästen die Tradition des Hofbräuhauses vor Augen führen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die neugeschaffenen Säle des Hofbräuhauses auch für größere politische Versammlungen genutzt; genannt sei hier vor allem die Gründung der NSDAP im Februar 1920, in Form der Umbenennung der 1919 gegründeten DAP (Deutsche Arbeiterpartei). Aufgrund schwerer Kriegsschäden ist von der ehemals so reichen Ausstattung der Innenräume heute nichts mehr erhalten. Der Festsaal zeigt nun eine einfache Holzvertäfelung, die Gewölbemalereien der "Schwemme" wurden nur noch in reduzierter Form wiederhergestellt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/66">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2023-02-15T21:48:48+01:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:08:29+02:00</updated>
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      <name>Johannes Griebel</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Kil’s Colosseum: Das pralle Leben und der Feuertod]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Münchens größtes Varietétheater war Schauplatz rauschender Feste, aber auch einer schrecklichen Brandkatastrophe.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4c7c3f450cb26c892ce097a670289792.jpg" alt="„Kil’s Colosseum“, Postkarte von 1897" /><br/><p>Die Kombination einer stets offenen Bierzapfsäule mit einem bunten Unterhaltungsprogramm ist bekanntermaßen ein Erfolgskonzept – nicht nur, aber besonders in München. Dies hatte auch der Bauunternehmer Franz Kil erkannt, als er 1873 in der Isarvorstadt sein legendäres „Colosseum“ (auch: „Kolosseum“) eröffnete. Das Glockenbachviertel sah damals noch völlig anders aus als heute: Es war vielmehr florierendes Gewerbegebiet denn Wohnviertel, mit dort ansässigen Traditionsunternehmen, die es teils heute noch gibt (etwa „Rodenstock“ und „Roeckl“). Bis zum Neubau der Hans-Sachs-Straße im Jahr 1896 befand sich in unmittelbarer Nähe zum „Colosseum“ außerdem eine Schwimm- und Badeanstalt – auch Naherholungsmöglichkeiten für die Großstädter waren also gegeben. Für Kils Etablissement war der Standort somit ideal: Varieté- und Artistikdarbietungen, Konzerte und Tanzveranstaltungen, mehrere Bierhallen, ein großer Biergarten und eine eigene Brauerei machten es rasch zu einem kulinarisch-kulturellen (und leicht verruchten) Hotspot vor den Toren der Stadt.</p><p>Zur Faschingszeit des Jahres 1881 ereignete sich hier jedoch eine Brandkatastrophe, die als „Eskimotragödie“ in die Annalen der Stadt einging: Am 18. Februar veranstaltete die Kunstakademie ein aufwendig gestaltetes Künstlerfest unter dem Motto „Eine Kneipreise um die Welt“. Über den gesamten Festsaal verteilten sich von den einzelnen Bildhauer- und Malerklassen inszenierte Länder-Stationen. Vor der Bühne erhob sich außerdem die riesige Attrappe eines Schiffs namens „Katerina“, das die Besucher der Veranstaltung imaginär durch die ganze Welt befördern sollte.</p><p>Das Unglück ereignete sich kurz vor Mitternacht an der Station „Eskimo-Höhle“ der Bildhauerklasse von Professor Max von Widnmann: Meterhohe Eisberge aus Gips und Felsblöcke aus Pappmaché simulierten hier ein arktisches Ambiente, die Studenten trugen zottelige, fatalerweise aus leicht brennbarem Werg und Watte gefertigte Inuitkostüme (bzw. was man damals eben für eine typische Tracht hielt). Das Kostüm eines Studenten entzündete sich an einer Kerze und binnen Sekunden standen er und mehrere Kommilitonen, die ihm zu Hilfe eilen wollten, in Flammen. Prominente Augenzeugen wie der Maler Lovis Corinth und der Schriftsteller Ludwig Ganghofer schilderten die schrecklichen Szenen später eindrücklich. Insgesamt neun Studenten verloren ihr Leben, sieben davon wurden am 22. Februar unter großer öffentlicher Anteilnahme in einem Gemeinschaftsgrab auf dem nahegelegenen Südfriedhof beigesetzt. Rund 15.000 Menschen begleiteten den Trauerzug, direkt hinter den Särgen schritt kein Geringerer als Prinz Luitpold von Bayern. Bis heute blieb das Unglück München und der Kunstakademie im Gedächtnis: Am Aschermittwoch 2015 erinnerte der Künstler und Absolvent der Münchner Akademie Stefan Lenhart mit seiner performativen Reinszenierung „Die Eskimo Tragödie (memento mori)“ an die Verstorbenen.</p><p>Dem Erfolg des „Colosseums“ tat das Desaster allerdings keinen Abbruch. Seinen Ruf als Münchner Kultinstitution konnte es sich noch gut dreißig Jahre lang bewahren, bevor das Programm nach dem Ersten Weltkrieg immer weniger bunt und stattdessen zunehmend profaner wurde. Nach einem Umbau der Innenräume im Jahr 1927 folgten nochmals einige Glanzzeit-Jahre, an denen die regelmäßigen Auftritte des Komikerduos Karl Valentin und Lisl Karlstadt deutlichen Anteil hatten. Der Zweite Weltkrieg markierte aber schließlich den endgültigen Niedergang: Durch einen Bombentreffer im Jahr 1944 schwer zerstört, entstand aus den Trümmern des „Colosseums“ wieder ein Tanzlokal, das jedoch nicht an alte Erfolge anknüpfen konnte. Im Jahr 1958 schlossen sich die Pforten schließlich für immer und der Komplettabriss des Gebäudes folgte drei Jahre später. Heute steht der kurz darauf errichtete Betonbaukomplex – eingefasst von Ickstatt-, Jahn-, Kolosseums- und Hans-Sachs-Straße – geradezu sinnbildlich für die brachialen Urbanisierungsmaßnahmen der 1960er Jahre im Glockenbachviertel. An das schillernde Treiben von einst erinnern nur noch der Name der „Kolosseumsstraße“ und ein einsamer Zeitzeuge an der Ecke Ickstatt-/Hans-Sachs-Straße: ein großer Kastanienbaum, der seinerzeit den Besuchern des Biergartens Schatten spendete.   </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/47">Für mehr (einschließlich 15 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-26T14:13:21+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:19:05+02:00</updated>
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      <name>Hanna Lehner</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Wiener Café Stefanie“: Sehen und gesehen werden – ein Treffpunkt der Kunstszene Münchens um 1900]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um 1900 galt das Café Stefanie in der Maxvorstadt als beliebter Treffpunkt der Bohemiens, besonders der Literat:innen und Kunstschaffenden Münchens.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/48d14dfd314d561e032ed9b562e385fd.jpg" alt="Außenansicht des Café Stefanie, um 1905–1910" /><br/><p>„<i>Irgendwo im Haus und im Himmel mußte ein Elektrizitätswerk sein. Die Gäste, angeschlossen an den Starkstrom, zuckten unter elektrischen Schlägen gestikulierend nach links und nach rechts und vor und von den Polsterbänken hoch, fielen ermattet zurück und schnellten mitten im Satz wieder hoch, die Augen aufgerissen im Kampf der Meinung über Kunst.</i>“ (Frank 1963, S. 11).</p><p>Leonhard Frank beschrieb mit diesen Worten das pulsierende Innere des „Wiener Café Stefanie“. Das legendäre Kaffeehaus wurde 1895 in dem Eckhaus an der Amalienstraße / Theresienstraße eröffnet und galt als beliebter Treffpunkt der Literat:innen, Kunstschaffenden und Studierenden. Als eines der wenigen Cafés Münchens durfte es sogar bis 3 Uhr nachts geöffnet haben. Auch wenn das Gebäude bei einem Fliegerangriff am 6./7. September 1943 gänzlich zerstört wurde, bleiben die Erzählungen, Zeichnungen und Karikaturen als bleibende Erinnerungen des Cafés im Gedächtnis der Stadt verankert. Das Mobiliar glich einem von vielen Cafés im Wiener-Kaffeehaus-Stil – Spiegelwand und Holzvertäfelungen, runde Marmortische, geschwungene Thonet-Stühle und ein Billardtisch –, doch besonders die (Stamm)Gäste galten als spezifisches Charakteristikum des Café Stefanie und trugen zu seiner Beliebtheit bei. Hier fühlte sich vor allem die sogenannte Schwabinger Bohème heimisch, Personen mit einer bestimmten freigeistigen Mentalität, einem unkonventionellen Lebensstil und einer exzessiven Lebensweise. Man frequentierte regelmäßig die zahlreichen Kneipen, Kleinkunstbühnen und Cafés – allen voran das Café Stefanie – in der Maxvorstadt. Viele Künstler:innen nutzten das „Café Größenwahn“, wie das Kaffeehaus im Volksmund genannt wurde, als Wohn- und Arbeitszimmer. Es war Knotenpunkt einer exzeptionellen Infrastruktur des künstlerischen Lebens: die Akademie, die Ateliers und die Museen waren ebenso nah wie Verlage, Fotograf:innen, Kunstvereine, Kunsthandlungen oder satirische Zeitschriften wie „Simplicissimus“ oder „Jugend“.</p><p>Einige Gäste im „Café Größenwahn“ waren beispielsweise die Zeichner und Karikaturisten Henry Bing, Hanns Bolz und Ernst Stern sowie die Maler:innen Lovis Corinth, Franz Marc, Paul Klee, Alfred Kubin, Marianne von Werefkin, die Schriftsteller:innen Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, Klabund, Heinrich Mann, Erich Mühsam, die Diseuse Marya Delvard, und die Personifikation des Bohèmelebens schlechthin – Franziska Gräfin zu Reventlow (1871–1918). Viele der Gäste kamen bei einer Melange und einem Glas Wasser im Café zum ersten Mal miteinander in Kontakt, ganze Gruppierungen und (Künstler)kreise entstanden hier. Beispielsweise traf sich die Kabarettgruppe der „Elf Scharfrichter“ im „Wiener Café Stefanie“ und auch die Mitglieder des Blauen Reiters verweilten dort.</p><p>Man hat im „Café Größenwahn“ leidenschaftlich philosophiert und debattiert, über Kunst und Literatur diskutiert sowie Schach gespielt und gezeichnet und zugleich bleibende Erinnerungen an das „Wiener Café Stefanie“ geschaffen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/32">Für mehr (einschließlich 16 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-07-29T11:27:17+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:19:14+02:00</updated>
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      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Luitpold: Kaffeepalast und Künstlertreff<br />
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    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c4a3fdc9f17f511b6f50ec74a16a0b64.jpg" alt="&quot;Gruß aus München&quot;, 1900" /><br/><p>Was in Wien das Café Sacher ist, war vor dem Zweiten Weltkrieg das Café Luitpold in München. Die prachtvollen Kaffeehäuser der k. u. k. Monarchie wie das Wiener Café Central waren auch das Vorbild, nach dem der Münchner Architekt Otto Lasne (1854–1935) das Luitpold gestaltete. Er nutzte dabei den Innenhof eines neuen Gebäudekomplexes, den er durch den Umbau von sieben Häusern zwischen Brienner Straße und Salvatorplatz 1886–1888 geschaffen hatte.</p><p>Am 1. Januar 1888 eröffnete mit Genehmigung des namensgebenden Prinzregenten das Café und Restaurant als Palast im Stil des Historismus mit prachtvollen Sälen mit dem Dekor von Neorenaissance, -barock und -rokoko, das angeblich Platz für 1200 Gäste bot. Wand- und Deckengemälde, schwarzer Marmor, Gold, Skulpturen und Brunnen beeindruckten die Besucher, ebenso wie die elektrische Beleuchtung aller Säle. Neben Palmengarten und Tanzsaal war der Billardsaal mit 14 Tischen eine besondere Attraktion, es war damals der größte im Deutschen Reich. Angehörige des Königshauses verkehrten im Luitpold ebenso wie Künstler und Schriftsteller. Die mit dem künstlerischen Niveau unzufriedenen Mitglieder der Münchener Künstlergenossenschaft gründeten hier unter der Leitung von Hugo Bürgel die sog. „Luitpold-Gruppe“, um an der VII. Internationalen Kunstausstellung 1897 im Münchner Glaspalast mit eigenen Räumen, Jury und Hängekommission teilzunehmen. Die sich als Elite verstehende Künstlervereinigung, die jedoch kein künstlerisches Programm aufgestellt hatte, war trotz zweier Spaltungen bis ins 20. Jahrhundert auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsent.</p><p>Am 18. Oktober 1899 wurde in den Festsälen des Café Luitpold der Erste Bayerische Frauentag eröffnet, auf dem über die Ideale der Frauenbewegung und den Zweck des Mädchengymnasiums gesprochen wurde. </p><p>Prominente Gäste aus der Welt der Bildenden Kunst und Literatur waren Wassily Kandinsky, Thomas Mann, Stefan George, Frank Wedekind, Henrik Ibsen, Christian Morgenstern, Ludwig Thoma und Ludwig Ganghofer. </p><p>Im Luitpoldblock, wie der Gebäudekomplex nach dem Café benannt wurde, befand sich auch die Kunsthandlung Hans Goltz, in der 1912 die „Zweite Ausstellung der Redaktion Der Blaue Reiter“ stattfand, in der 300 Arbeiten auf Papier u. a. von Kandinsky und Paul Klee gezeigt wurden.</p><p>Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Luitpold zum Konzertcafé: Richard Strauss, Johann Strauß d. J., Paul Lincke, Georges Boulanger (Gheorghe Pantazi) und viele andere bekannte Musiker gastierten hier und begeisterten das Publikum. Am 24. Mai 1930 führte das Luitpold das erste Straßencafé in München ein: Unter Sonnenschirmen und Palmen wehte nun ein Hauch von Riviera durch die Brienner Straße. </p><p>Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben das Gebäude so schwer, dass ein Wiederaufbau der alten Pracht unmöglich erschien. So wurde das Luitpold 1948 in stark vereinfachter Form als bürgerliches Restaurant wiedereröffnet, allerdings war diesem kein Erfolg beschieden und so wurde es 1960 geschlossen. 1962 konnte dann nach tiefgreifender Modernisierung und unter neuer Leitung die Wiedereröffnung gefeiert werden. Ein berühmter Gast war auch Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, der dem Luitpold eine mehrseitige Hommage widmete: Er schrieb 1963 ins Gästebuch: „Ich glaube, ich wohne hier“. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/15">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-03-15T13:34:32+01:00</published>
    <updated>2026-07-09T14:13:42+02:00</updated>
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      <name>Esther P. Wipfler</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Fink: – die ehemalige „Malerkneipe“ an der Frauenkirche<br />
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    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Heute kaum noch bekannt, war das einstige Café Fink in der Löwengrube Nr. 1 in den 1830er Jahren ein beliebter Treffpunkt der Künstlerschaft des Münchner Kunstvereins. Hier wurde in ungezwungener Atmosphäre Bier getrunken, geraucht, gesungen und debattiert.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/74d581e8e6cea3f341adc3ee33bbf572.jpg" alt="„Kunstnere i Fincks Kaffehus i München (Künstler in Finks Kaffeehaus in München)“" /><br/><p>Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Münchner Kaffeehäuser zu Begegnungsstätten von Künstlern und Intellektuellen. „<i>Eines der interessantesten </i>[Kaffeehäuser]<i> ist das Fink’sche, die sogenannte Malerkneipe, vor dem Carlsthore. Hier versammeln sich die jungen Maler, und oft schon sind Genrebilder mit dem Beifall der Kunstwelt beehrt worden, deren Originale in diesem unansehnlichen Winkel zusammengedrängt sitzen. […]</i>.“ So beschrieb der deutsche Publizist August Lewald (1792–1871) in seinem 1835 erschienenen „Panorama von München“ (Bd. 2, S. 186f.) Josef Anton Finks Kaffeehaus. Im Kreuzviertel, in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche gelegen, war das Café Fink eines der Stammlokale der Künstler des Münchner Kunstvereins, der sich 1823 in Konkurrenz zur „Königlichen Akademie der Bildenden Künste“ gegründet hatte. Laut der „Qualifikations-Tabelle der Kaffee-Häuser der königl. Haupt- und Residenzstadt München“ von 1835 (<a href="http://stadtarchiv.muenchen.de/scopeQuery/detail.aspx?ID=308791">Stadtarchiv München, GEW-0119</a>) verfügte das vielbesuchte Kaffeehaus über „<i>zwei tapezirte und elegant meublirte Zimmer</i>“, Bedienung und Bewirtung seien von bester Qualität und der „<i>Ton sehr anständig</i>“. Das Publikum setze sich aus „<i>Künstlern, Individuen vom jüng. Beamtenstand</i> [und] <i>einigen Studenten</i>“ zusammen. Ab 1830 etablierte sich im Café Fink um den Hamburger Maler Christian Morgenstern (1805–1867) ein beliebter Künstlerstammtisch, der nicht nur von Münchner, sondern besonders auch von norddeutschen und dänischen Künstlern frequentiert wurde. Gäste und Interieur des Kaffeehauses wurden von den Künstlern in Skizzen und Gemälden festgehalten. Eines der eingangs erwähnten Genrebilder, das auf der Ausstellung im Kunstverein München 1832 große Aufmerksamkeit erregt hatte und später vom dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen erworben wurde, war ein Gemälde des jungen dänischen Malers Wilhelm Ferdinand Bendz (1804–1832). Dessen Kaffeehausszene zeigt die Künstlerrunde um einen großen Tisch versammelt, unter ihnen Christian Morgenstern, Wilhelm von Kaulbach und Bendz selbst. Über die Anfänge des Cafés ist kaum etwas bekannt. Das Eckhaus in der Löwengrube war Teil des sogenannten ehemaligen Augustiner Mietstockes. Bis zu seiner Aufhebung 1803 hatte das Augustinerkloster den ganzen Block zwischen Neuhauser-, Ettstraße, Löwengrube und Augustinerstraße eingenommen und zur Bestreitung seines Unterhalts zwischen 1724 und 1727 Einzelwohnhäuser erbaut, die an Privatleute vermietet wurden. Nach der Säkularisation wurden die Häuser, darunter auch das Eckhaus, verkauft. Wohl spätestens Ende der 1820er Jahre beheimatete es das Kaffeehaus von Josef Anton Fink, der das Gebäude 1837 schließlich auch ersteigerte. Das einst bei Künstlern aller Art beliebte „Café Fink“ gibt es längst nicht mehr. Nach Finks Tod wechselte es zunächst innerhalb der Familie den Besitzer. Im Stadtführer „Acht Tage in München […]“ wird es zu jener Zeit als „g<i>eschmackvoll restaurirt</i>“ beschrieben (7. Aufl., München 1857, S. 21). Um 1860 übernahm der Cafetier Karl Riederer (1819–1884) die Lokalität, die daraufhin unter seinem Namen firmierte. Angeregt durch die Kontakte mit den zahlreichen Künstlern gab er jedoch seine Tätigkeit auf und versuchte sich selbst als Bildhauer. Er schuf dabei insbesondere Nippsachen, Salonplastiken und Reiterstatuetten. Im Jahr 1868 erwarb der vorher in Paris tätige Cafétier Adolf Baumann das Kaffeehaus und führte es fortan unter dem Namen „Café Baumann“. Später übernahmen dessen Frau bzw. Tochter die Führung, bevor es 1923 endgültig seine Tore schloss. Ab 1925 war die Deutsche Reichspost hier untergebracht. Heute befindet sich in einem Neubau an der Stelle der früheren „Malerkneipe“ ein Teil der Polizeiverwaltung und des Polizeipräsidiums. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/10">Für mehr (einschließlich 9 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2021-12-14T15:06:19+01:00</published>
    <updated>2026-06-18T11:24:04+02:00</updated>
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      <name>Krista Profanter</name>
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