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    <title type="html"><![CDATA[Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen: Ein Mosaik als Ort der Erinnerung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Bunte Betonkacheln liegen wie ein Flickenteppich an der Ecke Oberanger und Dultstraße am Rande der Fußgängerzone zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz. Durch die Umgestaltung des Raumes setzt Ulla von Brandenburg seit 2017 mit dem <i>Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen</i> eine Geschichte in Szene, die ansonsten unsichtbar bleibt. Der Stadtraum wird so zur Bühne einer gewaltvollen Vergangenheit und zum Markierungspunkt einer gelebten Erinnerung.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/80587725e7198358be8fcd65f7ae5e56.jpg" alt="Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Lesben und Schwulen, 2017" /><br/><p>Das <i>Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen</i> ist heute der einzige Hinweis auf die Großrazzia der Nazis, die am 20. Oktober 1934 im Gasthaus „Schwarzfischer“ den Auftakt für die systematische Homosexuellenverfolgung im gesamten Deutschen Reich bildete. Das im Jahr 1928 eröffnete Lokal war ein Treffpunkt für queere Menschen, stand aber von Anfang an unter Überwachung durch die Behörden. Zwischen 1933 und 1945 wurden im NS-Staat etwa 7.500 Personen wegen Homosexualität in Konzentrationslagern inhaftiert. Noch bis weit in die Nachkriegszeit kam es in der Bundesrepublik Deutschland mit Berufung auf den im Kaiserreich geschaffenen und von den Nazis verschärften §175 zu Verhaftungen und Verurteilungen. Im Jahr 1969 wurde das Gesetz das erste Mal entschärft und schließlich im Jahr 1994 gestrichen. Ulla von Brandenburg setzt in ihrem Bodenmosaik, dessen bunt gefärbte Betonkacheln in Form eines rechten Winkels um die Häuserecke herum angeordnet sind, drei Symbole der queeren Geschichte in Bezug zueinander: den rosa Winkel, den schwarzen Winkel und die Regenbogenfahne. Der rosa Winkel steht im Mosaik für die einstige Kennzeichnung der Schwulen in den Konzentrationslagern des NS-Staats. In den 1970er Jahren begann ein Aufarbeitungs- und Aneignungsprozess durch die queere Community, wobei das Dreieck vom Zeichen der Diffamierung und Ausgrenzung zum aktivistischen Motiv der Selbstbestimmung und Identifikation umgedeutet wurde und schließlich in der AIDS-Bewegung Gebrauch fand. Einer ähnlichen Entwicklung folgte der schwarze Winkel in der Unterdrückungs- und Emanzipationsgeschichte von Lesben, blieb dabei jedoch stärker als der rosa Winkel in der Gedenkkultur verhaftet. Nachdem der NS-Staat unter anderem Lesben mit dem schwarzen Winkel im KZ kennzeichnete, wurde das Symbol in der lesbisch-feministischen Frauenbewegung der 1980er Jahre aufgegriffen, um auf die Situation lesbischer Frauen im NS aufmerksam zu machen. Der Regenbogen stellt, seit der Kreation der Regenbogenfahne in San Francisco im Jahr 1978, heute das bekannteste Zeichen der queeren Bewegung dar und repräsentiert Stolz, Offenheit und Vielfalt. Von Brandenburg lässt sich von den Farben der Flagge inspirieren, verwendet jedoch eine eigene Farbgestaltung, deren Bedeutung im Kontext des Denkmals ersichtlich wird. Die Verbindung der drei Symbole im Denkmal lädt zu einem gedanklichen Gang durch die queere Stadtgeschichte ein: von der Gewalt der Nazi-Zeit hin zu einer Bewegung für Freiheit und Selbstbestimmung. Im Zusammenspiel der Zeichen auf derselben Ebene wird dabei deutlich, wie eng die historischen Ereignisse miteinander verknüpft sind und dass der Weg zur offenen Gesellschaft nicht geradlinig verläuft und weiterhin geschützt werden muss. Ulla von Brandenburg verändert die Raumwahrnehmung der Besucher*innen, indem sie mit dem Denkmal den Übergang zwischen Fußgängerzone und Fahrbahn markiert und als historischen Raum inszeniert. Ergänzt durch eine Gedenktafel macht das Mahnmal als Erinnerungsort Gewalt und Verfolgung, aber auch Gemeinschaft und Widerstand sichtbar. Einmal im Jahr wird hier der queeren Opfer des Nationalsozialismus gedacht. An jedem anderen Tag des Jahres wirkt das Denkmal selbstständig als Markierungspunkt der Geschichte und hoffnungsvolles Zeichen für eine tolerante Gesellschaft.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/319">Für mehr (einschließlich 2 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-24T10:38:08+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:34:45+02:00</updated>
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      <name>Laura König</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Am Glockenbach 10: Das erste Schwulenzentrum Münchens]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Teestube <em>Am Glockenbach</em> wurde von Aktivisten der <em>Homosexuellen Aktion München</em> (HAM) 1975 eröffnet, in einer Zeit, in der das selbstbewusste Eintreten für die Rechte homosexueller Menschen keineswegs selbstverständlich war. Sie bereiteten durch ihr Engagement den Weg für ein queeres Leben in München, wie wir es heute kennen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a869869a20de16b8672643082c958e0.jpg" alt="Innenaufnahme der Teestube Am Glockenbach, 1976" /><br/><p>Alljährlich wird auf dem Platz <em>Am Glockenbach</em> das Maibaumfest gefeiert, ein sichtbares Zeichen der Integration queeren Lebens im Münchner Alltag. Bis hierhin war es jedoch ein langer Weg. Als der § 175 im Jahr 1969 entschärft wurde, war es für homosexuelle Männer erstmals möglich geworden, sexuelle Kontakte in Freiheit zu knüpfen und sich ohne Gefahr zu organisieren. Ein Klima der Ausgrenzung und staatlichen Willkür herrschte aber weiterhin. Überall in Deutschland, so auch in München, nahmen deshalb politisch aktive Schwule und Lesben den Kampf für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung auf. 1971 gründeten sie die <em>Homosexuelle Aktionsgruppe München</em> mit dem Ziel, heterosexuelle Mitmenschen über homosexuelle Lebensformen aufzuklären, gegen den § 175 zu protestieren, der in abgeschwächter Form noch weiterlebte, auf der Straße Sichtbarkeit zu signalisieren und Selbstbewusstsein zu schöpfen. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines schwulen Zentrums. Im queeren Hotspot Münchens, dem Glockenbachviertel, wurde eine Lokalität gefunden: die Teestube. Sie war über vier Jahre das Zentrum, ein <em>safe space</em>, in dem sich schwule Männer kennenlernten und Pläne schmiedeten.
In den folgenden Jahren entstanden mit dem <em>Verein für sexuelle Gleichberechtigung</em> (VSG) neue Homosexuellen-Vereine, die die HAM ablösten. Als im Jahr 1978 die Räume der Teestube Am Glockenbach von der Brauerei gekündigt wurden, setzten die Aktivisten ihre Arbeit in den Kellerräumen des VSG in der Weißenburger Straße 26 fort.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/315">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T16:17:50+01:00</published>
    <updated>2026-03-03T10:37:02+01:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Zweibrückenstraße 10: Wohnhaus zweier Kämpfer für schwule Gleichberechtigung]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>In diesem Haus in der Zweibrückenstraße 10 wohnte um 1902 der Homosexuellenaktivist August Fleischmann. Seit 1981 wohnte in demselben Haus auch Gustl Angstmann, eine prominente Figur der Münchner Schwulenbewegung der 1970er- bis 1990er-Jahre. Dank dem Mut Einzelner wie Fleischmann und Angstmann erzielte die LGBTIQ+-Bewegung entscheidende Fortschritte, um in einer nicht immer freundlich gesinnten Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Isarvorstadt ist seit über 100 Jahren bevorzugtes Wohngebiet von Mitgliedern der LGBTIQ+-Gemeinschaft.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d0de8fa0564aae588a30ebfef94d02d2.jpg" alt="Straßenansicht des Gebäudes in der Zweibrückenstraße 10, 2007" /><br/><p>Hinter der neobarocken Putzfassade dieses typischen Miets- und Geschäftshauses aus dem Jahr 1893 lebten zu unterschiedlichen Zeiten gleich zwei prägende Persönlichkeiten der Münchner Schwulenbewegung: August Fleischmann und Gustl Angstmann.
August Fleischmann (1859–1931) war ein früher Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen, die er als „das dritte Geschlecht“ bezeichnete. Er stammte aus Baden und ließ sich 1888 in München nieder. Fleischmann wurde 1899 wegen des sexuellen Kontakts zu einem anderen Mann inhaftiert. Er verhielt sich nach seiner Entlassung – im Gegensatz zu vielen anderen Verurteilten – nicht still, sondern klärte in zahlreichen Schriften über die Gefahren der Erpressung auf Grundlage des § 175 (Kriminalisierung von Homosexualität zwischen Männern) auf. Im Juli 1902 erschien das erste Exemplar seiner Zeitschrift <em>Der Seelenforscher</em>, die er in seiner Wohnung in der Zweibrückenstraße 10 herstellte. Als dem Einzelkämpfer in den folgenden Jahren kein Erfolg vergönnt war, gab er sein bürgerrechtliches Engagement auf, verließ München und starb in der Nähe von Mannheim.
Gustl Angstmann (1947–1998) engagierte sich seit 1971 maßgeblich in der zweiten Münchner Schwulenbewegung. Der Therapeut und politisch aktive Schriftsteller kämpfte in der <em>Homosexuellen Alternative München</em> für die Entkriminalisierung schwuler Beziehungen, für eine tolerante Gesellschaft und für Respekt innerhalb der schwulen Szene. Mit dem autobiografischen Roman <em>Ein ganz normaler Mann</em> stieß er 1982 in die bayerische Literaturszene vor. Angstmann wohnte in den 1980er und 90er Jahren in demselben Haus wie 80 Jahre zuvor sein Vornamens-Vetter Fleischmann. Er starb an den Folgen von AIDS.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/313">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T15:51:47+01:00</published>
    <updated>2026-03-03T10:36:54+01:00</updated>
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      <name>Albert Knoll</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Bonbonniere:  Spielort des Kabaretts &#039;Die Pfeffermühle&#039;]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Kabarett „Pfeffermühle“ demonstrierte durch scharfzüngige Kritik im Revuetheater „Bonbonniere“ intellektuellen Widerstand gegen die Nazis, die sich gleich um die Ecke im Hofbräuhaus versammelten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/c944abdcbe47aa06ef7a76a04d13fc91.jpg" alt="Das Gebäude an der Neuturmstraße 5, ca. 1935" /><br/><p>In der Neuturmstraße 5 lag das Revuetheater „Bonbonniere“. Dort spielte seit dem 1. Januar 1933 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten das politisch engagierte Kabarett „Die Pfeffermühle“. Dessen Programm übte scharfzüngige, unerschrockene Kritik an Nazis und Nazi-Ideologie, während gleich nebenan auch heute noch das Hofbräuhaus liegt, wo sich damals häufig die Nationalsozialisten trafen.
Die prominentesten Mitglieder der „Pfeffermühle“ waren der homosexuelle Klaus (1906–1949) und die bisexuelle Erika Mann (1905–1969) sowie die lesbische Schauspielerin Therese Giehse (1898–1975). Erika Mann und Therese Giehse hatten zu dieser Zeit eine Liebesbeziehung.
Der Spielbetrieb der Gruppe „Die Pfeffermühle“ vor stets ausverkauftem Haus dauerte aufgrund ihrer NS-kritischen Positionen nur knapp zwei Monate und wurde Ende Februar 1933 eingestellt. Gleich darauf, im Anschluss an den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar, gewannen die Nationalsozialisten am 5. März 1933 die Wahlen. Das Ensemble emigrierte in die Schweiz und tourte später bis 1936 durch das noch freie Europa, dann zog man weiter in die USA. Dort konnte sich „Die Pfeffermühle“ jedoch nicht etablieren und löste sich auf.
Die Beziehung zwischen Therese Giehse und Erika Mann zerbrach. Die beiden blieben sich aber lebenslang verbunden. Erika Mann blieb in den USA, wo sie Vorträge hielt und schrieb. Klaus Mann verübte 1949 Selbstmord. Therese Giehse kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und war später viele Jahre eine gefeierte Schauspielerin an den Kammerspielen in München, in deren Vorraum eine Büste an sie erinnert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/305">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-16T16:02:52+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:11:19+01:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Café Luitpold: Treffpunkt für kaffeeliebende Suffragetten]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Café Luitpold in der Briennerstraße 11 spielte in der von lesbischen Frauen maßgeblich mitgestalteten ersten Münchner Frauenbewegung eine wichtige Rolle. Es diente als Treffpunkt und Tagungsort. Ganz vorn mit dabei: Anita Augspurg (1857–1943) und ihre damalige Lebensgefährtin Sophie Goudsticker (1865–1924).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/44ee3edef7fdb9cc5ff673f6adc99e75.jpg" alt="Wichtige Feministinnen des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, 1894" /><br/><p>In der Entwicklung der Münchner Frauen- und im späteren 20. Jahrhundert explizit auch Lesbenbewegung spielte anfangs das Café Luitpold, ein mondänes, klassisches Kaffeehaus im Wiener Stil in Bestlage an der innerstädtischen Brienner Straße unweit von Odeons- und Wittelsbacherplatz eine wichtige Rolle. So traf sich dort die 1894 von dem damaligen lesbischen Paar Anita Augspurg und Sophie Goudsticker gegründete „Gesellschaft zur Förderung der geistigen Interessen der Frau“.
1899 wurde die Gesellschaft in „Verein für Fraueninteressen“ umbenannt. Das geschah wegen einer Änderung im bayerischen Recht, die es Frauen erlaubte, endlich an Veranstaltungen teilzunehmen und Vereine zu gründen, die Bildungs- und Pflegeaufgaben wahrnehmen. Davor war ihnen praktisch jedwede politik-ähnliche Betätigung oder Interessenvertretung verboten. Fortan traf man sich, um mehr Öffentlichkeitswirkung zu erzielen, bevorzugt im Café Luitpold und anderen mondänen Örtlichkeiten.
Noch im Jahr 1899 organisierte der „Verein für Fraueninteressen“, unterstützt von sieben Frauenvereinen, den 1. Bayerischen Frauentag. Die Eröffnung spielte sich im Café Luitpold ab. Viele weitere Programmpunkte fanden im Alten Rathaus statt. Die Veranstaltung sollte die bis dahin wenig vernetzten lokalen Fraueninitiativen Bayerns miteinander ins Gespräch bringen und so letztlich eine breitere Basis für die eigenen Anliegen schaffen.
Der Kongress fand vom 18. bis 21. Oktober 1899 statt. Als Vorsitzende fungierte die lesbische Ika Freudenberg (1858–1912). Es kamen 50 Vertreterinnen von Frauengruppen aus ganz Bayern nach München. Sie beschäftigten sich mit vielfältigen Themen rund um die Rolle der Frau und ihre Emanzipation in Bayern.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/304">Für mehr (einschließlich 7 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T20:34:58+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:10+01:00</updated>
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      <name>Ariane Rüdiger</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Paul Hoeckers Wohnung in der Gabelsbergerstraße: Letzter Wohnort des Malers in München ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em><span>Im Gartenhaus des Anwesens Gabelsbergerstraße 45 befand sich der letzte Wohnort des Malers Paul Hoecker. Er war Hochschullehrer an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste und Gründungsmitglied der Münchner Secession bevor er 1898 infolge von Gerüchten über eines seiner Modelle, das als Sexarbeiter tätig war, München verlassen musste. Seit mehreren Jahren wird am Forum Queeres Archiv München an der Erforschung und Sichtbarmachung von Hoeckers Leben und Werk gearbeitet. Dies gibt Anlass, um über die Geschichte struktureller Repression sowie die Resilienzfähigkeit im Spannungsfeld zwischen Geheimhaltung und Stolz nachzudenken, in dem sich Menschen bewegten, die heute als queer gelesen werden.</span></em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ece138991bbaefb607a6747f4c468610.jpg" alt="Paul Hoecker bei der Arbeit im Atelier, um 1900" /><br/><p><span>Paul Hoecker (1854–1910) war eine prägende Figur der Münchner Kunstszene um 1900. Dennoch wurde sein Wirken von der Forschung lange Zeit marginal behandelt. Als Maler, Professor und Mitbegründer der Münchner Secession war er aktiv an der Neuausrichtung des Ausstellungsbetriebs beteiligt, die darauf zielte moderne Strömungen nach München zu holen, um den konservativen Historismus und akademische Normen zu überwinden. Seine Malklasse erlangte rasch einen hervorragenden Ruf: Mit seinem liberalen Lehrstil – er verlagerte den Unterricht von den Ateliers in die freie Natur zur Pleinairmalerei – prägte er eine neue, kreative Künstlergeneration. Fast alle Gründungsmitglieder der Künstlervereinigung <em>Die Scholle</em> sowie einige frühe Illustratoren der Zeitschriften <em>Die Jugend</em> und <em>Simplicissimus</em> gingen aus seiner Klasse hervor. Hoeckers eigenes Œuvre umfasst eine Vielzahl an Themen: von Marinedarstellungen über holländische Genrebilder und Nonnenporträts bis hin zu humorvollen Pierrots.</span>
<span>In einem Brief an den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld gestand Hoecker, dessen Einsatz für die Abschaffung des §175 (Kriminalisierung von Homosexualität zwischen Männern) zu unterstützen. Er traute sich jedoch nicht, dies öffentlich zu bekunden, aus Angst, sich selbst zu enttarnen. 1898 kursierten Gerüchte über sein Gemälde <em>Ave Maria</em>: Angeblich sollte ihm ein männlicher Sexarbeiter für die Madonnenfigur Modell gestanden haben. Bevor daraus ein öffentlicher Skandal werden konnte, trat Hoecker von seiner Professur zurück. In den folgenden Jahren lebte er in Italien, auf Capri und in Rom, bevor er sich ab 1901 in das Haus seiner Eltern im schlesischen Oberlangenau (heute Długopole Górne) zurückzog. Seine Kunst und sein Wirken gerieten weitestgehend in Vergessenheit; viele seiner Gemälde gelten heute als verschollen. Durch die Arbeit einer Forschungsgruppe am Forum Queeres Archiv München kehrt Hoecker jedoch langsam ins Kunst- und Geschichtsbewusstsein zurück. So konnte 2025 das Gemälde “Sage und Volkslied” (vor 1907) an das Lenbachhaus München vermittelt werden. </span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/303">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:33:57+01:00</published>
    <updated>2026-02-24T10:53:10+01:00</updated>
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      <name>Forschungsgruppe Paul Hoecker</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Bei Cosy: „Ein Gemisch von allen möglichen Existenzen“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Lokal „Bei Cosy“ – betrieben von der Künstlerin Cosy Pièro – prägte von 1961 bis in die 1980er Jahre das Münchner Nachtleben. Die Bars hatten schnell den legendären Ruf als Orte, in denen „sich alle Existenzen mischten, sich miteinander wohlfühlten, sich kennenlernten und gegenseitig tolerierten“ (Zitat Cosy Pièro).</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d3e75cfabd415231c1491b8fc955bb4d.jpg" alt="Cosy Pièro bei einem Auftritt, Jahr unbekannt" /><br/><p><span>Cosy Pièro wurde 1937 in Köln geboren. Bereits als 14-jährige ging Cosy Pièro von zu Hause weg und entschied sich, Kunst zu studieren – eine besondere Entscheidung als junge Frau in den 1950er Jahren, an der sich bereits ihre außergewöhnliche Unabhängigkeit, ihr Freiheitsdrang und ihre Selbstständigkeit erkennen lässt. Sie hatte Erfolg und studierte von 1952 bis 1957 Malerei und Keramik an der Kunstgewerbeschule in Köln, in Brüssel und in Vallauris in Südfrankreich. Schließlich zog sie nach München und bestritt als alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt mit ihrer Künstler:innen-Bar „Bei Cosy“. Das Lokal zog  mehrfach um und machte Station in der Baaderstraße, Klenzestraße, am Elisabethplatz, in der Ledererstraße, am Oskar-von-Miller-Ring und in der Clemensstraße. </span>
<span>Während und nach ihrer Bartätigkeit arbeitete Cosy Pièro als Künstlerin: „Gastronomin und Künstlerin war ich gleichzeitig. Für mich gehörte das immer zusammen.“ Ihr Werk erstreckt sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Malerei, Performance und Aktionskunst, Künstlerinnenbücher, Poesie, Skulpturen, Installationen und Videokunst. Ihr favorisiertes Medium blieb dabei aber immer die Arbeit auf Papier. Mit ihrem Tod im Jahr 2023 verlor München auch eine große Unterstützerin anderer Künstler:innen und Kollektive, wie ihre enge Freundschaft mit der Künstlerin Rabe perplexum verdeutlicht. </span></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/302">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-12T15:17:59+01:00</published>
    <updated>2026-02-25T16:06:07+01:00</updated>
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    <author>
      <name>Stefan Gruhne</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Odeonsplatz als Protestort: Demonstrationen gegen die AIDS-Politik der bayerischen Staatsregierung im Jahr 1987]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Odeonsplatz ist ein Erinnerungsort für den umstrittenen Umgang der bayerischen Staatsregierung mit HIV/AIDS in den 1980er Jahren. Um gegen den sogenannten <em>Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS</em> zu protestieren, fanden 1987 mehrere Demonstrationen auch in der Landeshauptstadt München statt. Die Proteste auf dem Odeonsplatz vom 4. April und vom 24. Oktober 1987 sind fotografisch gut dokumentiert.
 </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/7e3a3f616653945e2df2b0551b2c641b.jpg" alt="Demonstration gegen den Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS am 4. April 1987 auf dem Odeonsplatz" /><br/><p>Das <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297" target="_blank" rel="noopener">AIDS-Memorial von Wolfgang Tillmans</a> weist den Sendlinger-Tor-Platz als einen Ort queeren Gedenkens aus, an dem auch heute weiterhin regelmäßig Protestaktionen stattfinden. Doch auch der Odeonsplatz darf als Erinnerungsort der politischen und gesellschaftlichen Kontroverse um den Umgang mit HIV/AIDS in Bayern gelten. Zwei frühe Protestaktionen aus dem Jahr 1987 markieren den damaligen Konflikt besonders deutlich: Am 4. April 1987 zog ein von zahlreichen Initiativen organisierter Demonstrationszug medienwirksam durch München und über den Odeonsplatz, um Gesicht zu zeigen und um mit Bannern und Parolen gegen den bayerischen Politkurs zu protestieren. Am 24. Oktober 1987 folgte eine weitere Kundgebung auf dem Odeonsplatz. In beiden Fällen wurde der Platz zum öffentlichen Forum für die Frage, welche Mittel ein Staat in einer Gesundheitskrise legitim einsetzen darf.
Hintergrund war der sogenannte <em>Maßnahmenkatalog zur Verhütung und Bekämpfung der Immunschwäche AIDS</em>, den die bayerische Staatsregierung am 25. Februar 1987 beschloss und im Frühjahr durch ministerielle Vorgaben präzisierte. Die Bekanntmachung vom 19. Mai 1987 band den Umgang mit AIDS ausdrücklich an seuchen-, ausländer- und polizeirechtliche Instrumente. So konnten die Gesundheitsämter unter bestimmten Voraussetzungen Vorladungen und Blutentnahmen anordnen und diese notfalls zwangsweise durchsetzen. Dieser Ansatz stand quer zu Präventionsstrategien, die stärker auf Aufklärung, freiwillige Beratung und den Schutz vor Ausgrenzung setzten.
Wie die Fotos des Aufzugs am Odeonsplatz zeigen, richtete sich die protestierende Menschenmenge mittels Transparenten weniger gegen „AIDS-Maßnahmen“ an sich als vielmehr gegen die ordnungspolitische Logik der bayerischen Regierung, für die etwa der damals amtierende Staatsekretär Peter Gauweiler exemplarisch einstand. Die Demonstrierenden nutzen diesen zentralen und in Bezug auf Paraden und politische Aufmärsche unterschiedlichster Couleur sehr geschichtsträchtigen Ort in der Altstadt Münchens als politische Bühne, um der Öffentlichkeit aufzuzeigen, dass effektive Seuchenpolitik nicht nur eine Frage administrativer Durchsetzungskraft ist, sondern auch von Vertrauen und gesellschaftlicher Solidarität abhängt. Krisenpolitik, die auf Sicherheitsversprechen zielt, führt aber, wenn sie auf Zwang und Verdacht anstatt auf Kommunikation und Kooperation setzt, immer zu Stigmatisierung und bedroht so den gesellschaftlichen Zusammenhalt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/298">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-05T11:32:25+01:00</published>
    <updated>2026-02-18T15:42:42+01:00</updated>
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      <name>Henry Kaap</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das AIDS-Memorial von Wolfgang Tillmans: Eine U-Bahn-Säule als Mahnmal am Sendlinger-Tor-Platz]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Eine türkis gekachelte Säule, als Bauteil Münchner U-Bahn-Stationen vertraut, steht plötzlich im Freien und irritiert durch ihre vermeintliche Deplatziertheit die vorbeigehenden Passanten. Wolfgang Tillmans’ <i>AIDS-Memorial</i> setzt bewusst auf Wiedererkennung und zugleich auf minimale Verschiebung der Wahrnehmung des Altbekannten. Auf dem Sendlinger-Tor-Platz aufgestellt, verankert die Gedenksäule die Erinnerung an all diejenigen Menschen, deren Leben durch AIDS geprägt worden ist und weiterhin wird. An einem städtischen Knotenpunkt, an dem sich die Menschen im Modus des Vorübergehens befinden, lädt das Memorial zum Verweilen und zur Reflektion ein.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/8ed9692f055c9c850f1113dbab0092e8.jpg" alt="Wolfgang Tillmans, AIDS-Memorial, 2002." /><br/><p>Das <i>AIDS-Memorial </i>am Sendlinger-Tor-Platz, aus einem internationalen Wettbewerb hervorgegangen und am 17. Juli 2002 eingeweiht, gehört zu jenen künstlerischen Interventionen, die sich – anders etwa als klassische Pestsäulen – der Rhetorik des monumentalen Denkmals entziehen und gerade dadurch wirksam werden. Wolfgang Tillmans nutzt die Logik eines städtischen Transitortes: flüchtiger Blick, schneller Schritt und erhoffte Umsteigemöglichkeit bestimmen hier am Drehpunkt des Nahverkehrs den Rhythmus der Passanten. Aus der U-Bahn an die Oberfläche gelangt, richtet sich der Blick der Menschen gen Einkaufsstraße und bleibt zugleich an einer „Irritation“ im Stadtbild hängen, die zu Entschleunigung und Reflektion einladen möchte. Besagte Störung der Wahrnehmung ist von Tillmans intendiert und entsteht, indem er ein Element der Münchner U-Bahn-Architektur, mit dessen markanten Siebziger Jahre-Design, übernimmt und es als Solitär in den Stadtraum setzt. Die türkisblau gekachelte Gedenksäule wirkt wie ein fragmentiertes Stück Infrastruktur, das aus dem Untergrund an die Oberfläche geholt wurde. Die Arbeit spielt mit Index und Replik. Das seriell gefertigte Material, die sachliche Vertikale und die vertraute Farbigkeit erzeugen Wiedererkennung, zugleich verschiebt die Versetzung aus dem Funktionsraum in den Außenraum die Wahrnehmung der Betrachtenden. Das heißt, erst auf den zweiten Blick wird die Säule zum Memorial. War sie in der U-Bahn noch eine unter Vielen, steht sie im Tageslicht allein da. Der Eindruck der Vereinzelung oder gar des Alleingelassen-Seins ruft in Zusammenschau mit der Alltäglichkeit des U-Bahn-Designs Assoziationen zu den prekären Lebensumständen und der Stigmatisierung hervor, denen an AIDS erkrankte Personen und ihr soziales Umfeld lange Zeit ausgesetzt waren, und teils weiterhin sind. Die Inschrift „AIDS / den Toten / den Infizierten / ihren Freunden / ihren Familien / 1981 bis heute“ formuliert eine Widmung ohne Personalisierung und erinnert an Beziehungen, an soziale Eingebundenheit, an Liebe, an Pflege und Verlust. Wobei die gewählte Zeitformel „bis heute“ die Erinnerung offenhält, sie an Gegenwart bindet und zur Solidarität aufruft. Zwei nahe Sitzbänke schaffen die Möglichkeit des Verweilens und machen aus dem dynamischen Durchgangspunkt einen Gedenkort des Innehaltens. Seit der Aufstellung des AIDS-Memorials im Jahr 2002 hat sich die Wahrnehmung des Memorials etwas verändert, denn der U-Bahnhof Sendlinger Tor wurde 2021/22 renoviert und dabei auch die Verkleidung der Säulen modernisiert. <p>Durch den Einsatz des Rosa-Liste Stadtrats Thomas Niederbühl konnte erwirkt werden, dass zumindest einer der Rundpfeiler im originalen Siebziger-Jahre-Keramikkachel-Design verblieben ist, um den Bezug zu Tillmans <i>AIDS-Memorial</i> an der Oberfläche erkennbar zu lassen. Inwiefern die intendierte Aussage des Denkmals hierbei erhalten werden konnte, ist eine andere Frage. Als Ort für Kundgebungen und Protest, der gepflegt und geachtet wird, ist das <i>AIDS-Memorial</i> aber weiterhin fest in der queeren Community Münchens verankert. <strong> </b></p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/297">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-05T11:14:12+01:00</published>
    <updated>2026-03-30T13:36:07+02:00</updated>
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      <name>Henry Kaap</name>
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