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    <title type="html"><![CDATA[Der ehemalige Firmensitz der Leonhard Moll AG: Vom Industriegelände zum Kulturzentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bauunternehmer Leonhard Moll, geboren am 31.07.1870 in Külsheim (Mittelfranken), errichtete 1922 einen Bauhof an der Hansastraße mit Eisenbiegerei, Sägewerk, Zimmerei und Schreinerei und 1929 ein Betonwerk. In den darauffolgenden Jahrzehnten produzierte der Bauhof unter anderem Betonfertigteile für die Sportanlagen der Olympischen Sommerspiele 1972, Stahlbeton-Tübbings für den Bau der U-Bahn, Einmannbunker, Gehwegplatten, Bahnschwellen sowie Betonmasten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1dfa88e3c2d29f26b0a7ec94841a522c.jpg" alt="Feierwerk, Gebäude Hansastraße 41, 2012 " /><br/><p>Die heute denkmalgeschützten Gebäude in der Hansastraße 39–41 wurden 1924 als symmetrische Anlage aus höheren Pavillonbauten und niedrigeren Flügelbauten erbaut. In der Hausnummer 39 befand sich das ehemalige Bürogebäude mit Magazin und Montagehalle. In Hausnummer 41 befand sich das Pförtnergebäude und die Kantine, sowie eine Abbindehalle und eine Transformatorenstation. Nachdem Moll mit gerade einmal 24 Jahren am 01.10.1894 sein Baugeschäft gründete, führte er zunächst kleinere Um- und Ausbauten durch. Bereits kurze Zeit später errichtete er jedoch auch Neubauten von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg realisierte das Unternehmen zahlreiche bedeutende Bauwerke in München. Insgesamt zählen mehrere dieser Bauten bis heute zu den prägenden Elementen des Münchner Stadtbildes. Dazu gehören unter anderem das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum, die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/332" target="_blank" rel="noopener">Großmarkthallen</a>, das Hauptzollamt, das Schwabinger Krankenhaus sowie das Sanatorium in Harlaching. Im Mai 1933 trat Leonhard Moll der NSDAP bei. Daraufhin übernahm das Unternehmen Aufträge für staatliche Bauprojekte, darunter das Haus der Deutschen Kunst. Am 8. Juni 1938 wurde den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde in der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums per sogenanntem „Führerbefehl“ mitgeteilt, dass die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/114" target="_blank" rel="noopener">Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße</a> abzubrechen sei. Der Abriss wurde im Juni 1938 durch das Bauunternehmen Leonhard Moll durchgeführt. Trotz der sehr kurzen Frist für den Abbruch einschließlich der Sprengarbeiten gelang es dem Unternehmen, die neue Orgel, die die Israelitische Kultusgemeinde zuvor an das Erzbischöfliche Ordinariat veräußert hatte, auszubauen. Auf Bitten der jüdischen Gemeinde sicherte Leonhard Moll zudem die Kupferbüchse mit den Gründungsurkunden aus dem Grundstein. Sie befindet sich heute wieder im Besitz der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern. Die Rolle des Unternehmens ist auch deshalb besonders ambivalent, weil Leonhard Moll noch 1930/31 den Einbau des Dachstuhls beim Neubau der Synagoge in der Reichenbachstraße ausgeführt hatte. Wie andere deutsche Bauunternehmen erhielt auch Leonhard Moll kriegswichtige Bauaufträge, unter anderem beim Bau von Autobahnen. Leonhard Moll gilt als Profiteur des NS-Regimes, da das Unternehmen zahlreiche prestigeträchtige Großaufträge ausführte. So war die Firma am Ausbau des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NSDAP-Parteiviertels am Münchner Königsplatz</a> beteiligt. Auf Münchner Baustellen setzte das Unternehmen während der NS-Zeit in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene ein. Allein 1942 waren in firmeneigenen Lagern in der Hansastraße über 1.100 Zwangsarbeiter sowie rund 70 französische Kriegsgefangene untergebracht. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erfolgte erst spät. Ab 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und leistete Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Rolle des Bauunternehmens Leonhard Moll während der NS-Zeit wird derzeit von der <i>Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e. V.</i> wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Aufgrund der NS-Belastung beschloss der Münchner Stadtrat 2014, Leonhard Moll die Ehrung durch einen Straßennamen zu entziehen. Der 1990 nach ihm benannte Leonhard-Moll-Bogen heißt seit 2014 Landaubogen, nach der niederbayerischen Stadt Landau (an der Isar). 1945 wurde das Unternehmen unter die Kontrolle der US-amerikanischen Militärregierung gestellt. Der Firmengründer Leonhard Moll starb im Oktober 1945. Ab 1948/49 ging die Leitung des Unternehmens auf seine Söhne über. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten, unter anderem am <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245" target="_blank" rel="noopener">Flughafen München-Riem</a>, im BMW-Werk Karlsfeld sowie an Wohnhäusern, Brücken und Verkehrswegen. In den folgenden Jahren errichtete die Leonhard Moll AG zahlreiche Bauwerke, die das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen, darunter die alte Eingangshalle des Hauptbahnhofs, das Gebäude des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252" target="_blank" rel="noopener">US-Generalkonsulats</a> und das Haus des Bayerischen Rundfunks, sowie die Sportstätten für die Olympischen Spiele 1972. 1976 verkaufte das Unternehmen seine ehemaligen Betriebsflächen an der Hansastraße an die Landeshauptstadt München; auf Teilen des Geländes entstand zunächst die Internationale Gartenbauausstellung 1983, später der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342" target="_blank" rel="noopener">Westpark</a>. Im Zentrum des ehemaligen Moll-Geländes befindet sich heute das Kultur- und Veranstaltungszentrum Feierwerk mit mehreren Konzert- und Ausstellungshallen. Außerdem befindet sich dort das Radio Feierwerk, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München und die Fachstelle Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344">Für mehr (einschließlich 3 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-27T16:19:20+02:00</published>
    <updated>2026-06-18T12:03:39+02:00</updated>
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      <name>Nikita Wilhelm</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Isarphilharmonie: Münchens neuer Konzertsaal]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Mit der Isarphilharmonie bekam München im Jahr 2021 einen neuen, modernen Konzertsaal, der schnell internationale Aufmerksamkeit auf sich zog. In überraschend kurzer Zeit entstand ein Gebäude, das vor allem durch seine hervorragende Akustik und seine klare, moderne Gestaltung überzeugt. Als Teil des Kulturzentrums Gasteig HP8 hat sich die Isarphilharmonie inzwischen fest im kulturellen Leben der Stadt etabliert.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/97a2a5759766dbbc5daa19ef98f0d962.jpg" alt="Der Gasteig HP8 von außen" /><br/><p>Eröffnet wurde die Isarphilharmonie im Oktober 2021. Sie liegt im Münchner Stadtteil Sendling, direkt an der Isar, und gehört zum Ausweichstandort Gasteig HP8. Der Saal dient als Übergangslösung, solange der ursprüngliche Gasteig am Rosenheimer Platz saniert wird. Trotz dieses provisorischen Charakters wurde die Isarphilharmonie von Anfang an als vollwertiger Konzertsaal geplant. Das Foyer der Isarphilharmonie befindet sich in der ehemaligen Transformatorenhalle aus dem Jahr 1926, die Teil des benachbarten Heizkraftwerks Süd ist, und wurde ab 2019 für eine Nutzung durch den Gasteig saniert. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp). Für die Akustik war der international bekannte Akustiker Yasuhisa Toyota mit seinem Büro Nagata Acoustics verantwortlich. Der Konzertsaal bietet Platz für rund 1.900 Besucherinnen und Besucher und ist besonders auf große symphonische Werke ausgelegt. Der Innenraum wirkt bewusst zurückhaltend und ist von dunklen Holzflächen geprägt, die nicht nur das Design bestimmen, sondern auch eine wichtige akustische Funktion erfüllen. Auffällig ist vor allem die sehr kurze Bauzeit von nur etwa eineinhalb Jahren. Viele Kritiken loben die außergewöhnlich gute Klangqualität und betonen, dass die Isarphilharmonie weit mehr ist als nur eine Übergangslösung. Sie gilt vielmehr als gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Architektur, hochwertige Akustik und kulturelle Nutzung miteinander verbunden werden können.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/334">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-21T15:34:48+02:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:18:33+02:00</updated>
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      <name>Mathieu Göritz</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Siemenshochhaus: Ein Hochhaus mit Blick in die Zukunft]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Siemens-Hochhaus an der Baierbrunner Straße in München-Obersendling verweist wie der Name der nahegelegenen S-Bahn-Station auf die Verbindung des Ortes im Münchner Süden mit der Firma Siemens. Errichtet in den frühen 1960er-Jahren, gehörte es lange Zeit zu den höchsten Bürogebäuden Münchens und diente als Wahrzeichen des ehemaligen Siemens-Industriegeländes. Derzeit symbolisiert der 75 Meter hohe Turm den urbanen Wandel eines Stadtviertels.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/f24857b11193dfbc99c653cba9923646.jpg" alt="Das Siemens-Hochhaus von Süden, 2006" /><br/><p>Gebaut zwischen 1961 und 1963 nach den Entwürfen des Architekten Hans Maurer, diente das Hochhaus jahrzehntelang als Verwaltungs- und Bürostandort von Siemens. Maurer errichtete zahlreiche Bauten für die Siemens AG. Das Gebäude orientiert sich in seiner Fassadengestaltung an Glas-Vorhangfassaden des <i>international style</i>. Mit 23 Etagen ragt es deutlich über die umliegenden Bauten hinaus und stand damit symbolisch für den technologischen Fortschritt der 1960er-Jahre. Nach der Aufgabe des Siemens-Standorts 2001 und längeren Leerstandsphasen wechselte das Gebäude mehrere Male den Eigentümer. Es steht unter Denkmalschutz, was seine Erhaltung trotz lukrativer Nutzungsoptionen gewährleistete. Die Bewohner des Viertels lehnten in den vergangenen 15 Jahren wiederholt Entwürfe verschiedener Eigentümer zur Nutzung des Gebäudes und des umliegenden Areals ab. Ab 2021 wurde das Bauwerk im Rahmen des Projekts „The Source“ revitalisiert: Der Turm wird sorgfältig saniert und gemeinsam mit zwei neuen Gebäuden zu einem energieeffizienten Mixed-Use-Ensemble weiterentwickelt. Die Revitalisierung sieht moderne Büroflächen, gemeinschaftliche Nutzungen sowie eine nachhaltige Energieversorgung vor, unter anderem durch Photovoltaik. Durch diese Veränderung wird jedoch der Denkmalschutz verloren gehen. Geplant ist die Fertigstellung bis 2027. Das ehemalige Siemens-Hochhaus zeigt beispielhaft, wie historische Architektur unter neuem städtebaulichem und ökologischem Blickwinkel neu definiert werden kann. Der Umbau veranschaulicht, wie Bauwerke der Vergangenheit zu zukunftsfähigen Orten für Arbeit und Lebensqualität transformiert werden können.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/333">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-04-21T12:35:24+02:00</published>
    <updated>2026-05-21T11:18:41+02:00</updated>
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      <name>Boris Tesic</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Bahnbetriebswerk Thalkirchen: Zwischen Dampf und Strom]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Betriebswerk Thalkirchen war lange Herzstück der Isartalbahn. Gegründet 1891, erlebte es den Übergang von Dampf- zu Elektroantrieb und ist als Bauensemble im ins 21. Jahrhundert weiterhin sichtbar und erzählt viel über die Geschichte der Münchner Lokalbahn.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/2cb4ee127d357649015fc80f6b9bcc12.jpg" alt="Ehemalige vierständige Reparaturwerkstätte" /><br/><p>Das Betriebswerk entstand zur Eröffnung der Isartalbahn am 10. Juni 1891. Es lag zwischen den Haltestellen Thalkirchen und Maria‑Einsiedel und diente als Hauptwerkstätte der LAG (Lokalbahn AG). Anfangs standen dort sieben Dampflokomotiven. Ein fünfständiger Rundlokschuppen formte das Gelände. Am 15. Januar 1900 kamen die ersten Triebzüge in München zum Einsatz. Dafür baute man eine dreigleisige Triebwagenhalle und ein kleines E‑Werk zur Stromversorgung. Dampf‑ und Elektrofahrzeuge fuhren eine Zeit lang parallel. Das stellte Werkstatt und Personal vor neue Aufgaben. Ab 1. Januar 1952 wurde das Bw (Betriebswerk) Thalkirchen als Außenstelle dem Bw München Ost unterstellt. Vier Jahre später, 1956, wurde das Betriebswerk aufgehoben. Teile der Gleisanlagen blieben noch bis 1964 erhalten. Einige Gleise erinnern noch an die frühere Nutzung des Geländes. Zwischenzeitlich befand sich dort auch ein Spielplatz, der mittlerweile aber wieder abgebaut wurde. Einige Gebäude, etwa der Rundlokschuppen, das Kesselhaus und die Triebwagenhalle, überdauerten und stehen heute als Baudenkmäler in der Bayerischen Denkmalliste. Zwischen 2014 und 2015 wurden Teile des Geländes saniert und gewerblich genutzt. Heute erinnert die ehemalige Trasse mit Radweg und Parkflächen an die Zeit, als früher hier Züge das Isartal verbanden. Die Spuren sind sichtbar und so bleibt die Geschichte greifbar.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/323">Für mehr (einschließlich 5 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-03-18T10:00:54+01:00</published>
    <updated>2026-06-17T10:21:59+02:00</updated>
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      <name>Philip Nätscher</name>
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