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    <title type="html"><![CDATA[Der ehemalige Firmensitz der Leonhard Moll AG: Vom Industriegelände zum Kulturzentrum]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der Bauunternehmer Leonhard Moll, geboren am 31.07.1870 in Külsheim (Mittelfranken), errichtete 1922 einen Bauhof an der Hansastraße mit Eisenbiegerei, Sägewerk, Zimmerei und Schreinerei und 1929 ein Betonwerk. In den darauffolgenden Jahrzehnten produzierte der Bauhof unter anderem Betonfertigteile für die Sportanlagen der Olympischen Sommerspiele 1972, Stahlbeton-Tübbings für den Bau der U-Bahn, Einmannbunker, Gehwegplatten, Bahnschwellen sowie Betonmasten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/1dfa88e3c2d29f26b0a7ec94841a522c.jpg" alt="Feierwerk, Gebäude Hansastraße 41, 2012 " /><br/><p>Die heute denkmalgeschützten Gebäude in der Hansastraße 39–41 wurden 1924 als symmetrische Anlage aus höheren Pavillonbauten und niedrigeren Flügelbauten erbaut. In der Hausnummer 39 befand sich das ehemalige Bürogebäude mit Magazin und Montagehalle. In Hausnummer 41 befand sich das Pförtnergebäude und die Kantine, sowie eine Abbindehalle und eine Transformatorenstation. Nachdem Moll mit gerade einmal 24 Jahren am 01.10.1894 sein Baugeschäft gründete, führte er zunächst kleinere Um- und Ausbauten durch. Bereits kurze Zeit später errichtete er jedoch auch Neubauten von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg realisierte das Unternehmen zahlreiche bedeutende Bauwerke in München. Insgesamt zählen mehrere dieser Bauten bis heute zu den prägenden Elementen des Münchner Stadtbildes. Dazu gehören unter anderem das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum, die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/332" target="_blank" rel="noopener">Großmarkthallen</a>, das Hauptzollamt, das Schwabinger Krankenhaus sowie das Sanatorium in Harlaching. Im Mai 1933 trat Leonhard Moll der NSDAP bei. Daraufhin übernahm das Unternehmen Aufträge für staatliche Bauprojekte, darunter das Haus der Deutschen Kunst. Am 8. Juni 1938 wurde den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde in der Obersten Baubehörde des Bayerischen Staatsministeriums per sogenanntem „Führerbefehl“ mitgeteilt, dass die <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/114" target="_blank" rel="noopener">Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße</a> abzubrechen sei. Der Abriss wurde im Juni 1938 durch das Bauunternehmen Leonhard Moll durchgeführt. Trotz der sehr kurzen Frist für den Abbruch einschließlich der Sprengarbeiten gelang es dem Unternehmen, die neue Orgel, die die Israelitische Kultusgemeinde zuvor an das Erzbischöfliche Ordinariat veräußert hatte, auszubauen. Auf Bitten der jüdischen Gemeinde sicherte Leonhard Moll zudem die Kupferbüchse mit den Gründungsurkunden aus dem Grundstein. Sie befindet sich heute wieder im Besitz der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern. Die Rolle des Unternehmens ist auch deshalb besonders ambivalent, weil Leonhard Moll noch 1930/31 den Einbau des Dachstuhls beim Neubau der Synagoge in der Reichenbachstraße ausgeführt hatte. Wie andere deutsche Bauunternehmen erhielt auch Leonhard Moll kriegswichtige Bauaufträge, unter anderem beim Bau von Autobahnen. Leonhard Moll gilt als Profiteur des NS-Regimes, da das Unternehmen zahlreiche prestigeträchtige Großaufträge ausführte. So war die Firma am Ausbau des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">NSDAP-Parteiviertels am Münchner Königsplatz</a> beteiligt. Auf Münchner Baustellen setzte das Unternehmen während der NS-Zeit in großem Umfang ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene ein. Allein 1942 waren in firmeneigenen Lagern in der Hansastraße über 1.100 Zwangsarbeiter sowie rund 70 französische Kriegsgefangene untergebracht. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erfolgte erst spät. Ab 2000 beteiligte sich das Unternehmen an der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und leistete Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die Rolle des Bauunternehmens Leonhard Moll während der NS-Zeit wird derzeit von der <i>Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e. V.</i> wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden. Aufgrund der NS-Belastung beschloss der Münchner Stadtrat 2014, Leonhard Moll die Ehrung durch einen Straßennamen zu entziehen. Der 1990 nach ihm benannte Leonhard-Moll-Bogen heißt seit 2014 Landaubogen, nach der niederbayerischen Stadt Landau (an der Isar). 1945 wurde das Unternehmen unter die Kontrolle der US-amerikanischen Militärregierung gestellt. Der Firmengründer Leonhard Moll starb im Oktober 1945. Ab 1948/49 ging die Leitung des Unternehmens auf seine Söhne über. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten, unter anderem am <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/245" target="_blank" rel="noopener">Flughafen München-Riem</a>, im BMW-Werk Karlsfeld sowie an Wohnhäusern, Brücken und Verkehrswegen. In den folgenden Jahren errichtete die Leonhard Moll AG zahlreiche Bauwerke, die das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen, darunter die alte Eingangshalle des Hauptbahnhofs, das Gebäude des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/252" target="_blank" rel="noopener">US-Generalkonsulats</a> und das Haus des Bayerischen Rundfunks, sowie die Sportstätten für die Olympischen Spiele 1972. 1976 verkaufte das Unternehmen seine ehemaligen Betriebsflächen an der Hansastraße an die Landeshauptstadt München; auf Teilen des Geländes entstand zunächst die Internationale Gartenbauausstellung 1983, später der <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/342" target="_blank" rel="noopener">Westpark</a>. Im Zentrum des ehemaligen Moll-Geländes befindet sich heute das Kultur- und Veranstaltungszentrum Feierwerk mit mehreren Konzert- und Ausstellungshallen. Außerdem befindet sich dort das Radio Feierwerk, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München und die Fachstelle Pop.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/344">Für mehr (einschließlich 3 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-05-27T16:19:20+02:00</published>
    <updated>2026-08-19T09:19:45+02:00</updated>
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      <name>Nikita Wilhelm</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Leprosenhaus am Gasteig: Bettler mit silberner Klapper an der Salzstraße]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Zu dem Leprosenhaus am Gasteig gehörte neben der Kirche Sankt Nikolai auch eine Kopie der Santa Casa von Loreto. Die Kranken hatten hier, an der Salzstraße die Möglichkeit, sich von den reisenden Händlern etwas zu ihrem Lebensunterhalt zu erbetteln.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d19e8cb219c0ccd00735bab7b9b79601.jpg" alt="Nikolaikirche, Lebschee, 1861" /><br/><p>Das vermutlich älteste Hospital Münchens lag weit vor den Stadtmauern am gegenüberliegenden Hochufer der Isar, dem Gasteig. Quellen deuten darauf hin, dass das dortige Leprosenhaus bereits 1204 gegründet wurde. Die zugehörige Nikolaikirche ist für das Jahr 1315 belegt, 1678 kam eine Loretokapelle hinzu. Leprosenhäuser befanden sich meist außerhalb des bebauten Stadtgebiets, aber noch innerhalb des städtischen Rechtsraums, dem sogenannten Burgfrieden. Oft lagen sie an stark frequentierten Handelswegen, damit sich die Kranken durch Betteln versorgen konnten – in München war das die Salzstraße, die von Reichenhall, Salzburg und Berchtesgaden nach Westen in die Stadt führte. Leprakranke mussten sich schon von Weitem kenntlich machen, etwa durch einen spitzen Hut oder das Schlagen einer Klapper. Eine solche Klapper aus Silber ist im Inventar des Leprosenhauses von 1755 erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war die Lepra in Europa zwar rückläufig, doch die Häuser dienten weiterhin zur Unterbringung „Sundersiecher“, also Menschen mit ansteckenden Krankheiten. Für 1803 ist überliefert: Von 124 Kranken wurden 77 wieder gesund entlassen, nur ein Todesfall war zu verzeichnen. Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem die Loretokapelle beschädigt, in den 1950er-Jahren aber wieder aufgebaut. Heute nutzt die slowakisch-katholische Gemeinde die Kirche, die Kapelle gehört zur ukrainisch-orthodoxen Gemeinde.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/294">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-15T13:56:53+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:21:04+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Stadtwaisenhaus: Ein Zuhause für 60 elternlose Kinder]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Waisen, also elternlose Kinder, hatten früher in München kein leichtes Leben. Selbst wenn sie von der Stadt eine Unterkunft bekamen, mussten sie für ihren Unterhalt selbst aufkommen. Hoffentlich hatten sie ab und zu Gelegenheit, den Schatten der „schönen Bäume“ vor dem Waisenhaus zu genießen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/d9f8cd2ee0a9a8e90d2dbd1100503ced.jpg" alt="Stadtwaisenhaus, Sandtner, um 1570" /><br/><p>Zur historischen Orientierung: Der Untere Anger führte einst vom Angertor – etwa dort, wo heute das Städtische Hochhaus steht – zum Sankt-Jakobs-Platz mit dem Klarissenkloster. Etwa auf Höhe der heutigen Hausnummer 14 befand sich spätestens ab 1774 das Stadtwaisenhaus. Um 1800 zeigte sich die Straße laut Johann Paul Stimmelmayr noch ganz anders – mit niedrigeren Häusern und kleinen Grünflächen. Er beschrieb die Lage wie folgt: „das vormalige Stadtwaisen- und hernach Spegmair-Metzger-Haus, vor welchem gegen die Mitte der Gasse zwei schöne Bäume“. Etwa 60 Kinder lebten dort, erkennbar an ihrer braunen Kleidung, die einer Uniform glich. Neben dem Findelhaus des Heilig-Geist-Spitals kümmerten sich bereits ab dem 16. Jahrhundert mehrere bürgerliche Stiftungen um verwaiste Kinder. 1625 wurden diese Einrichtungen zunächst in die Mühlgasse verlegt, anscheinend in die Räume des früheren Frauenhauses, bevor sie schließlich am Oberanger untergebracht wurden. Für Waisen von Hofbediensteten hatte Kurfürst Maximilian I. bereits 1615 das Hofwaisenhaus errichten lassen (heute etwa Herzog-Wilhelm-Straße 28/30). 1742 kam auf Initiative des Bürgers Johann Michael Pöppel das Pöppelsche Waisenhaus in der Au hinzu (Sammtstraße 3). Diese Einrichtungen boten meist nur Unterkunft – ihren Lebensunterhalt mussten die Kinder durch Arbeit oder Bettelei selbst bestreiten. 1809 wurden die drei Häuser zusammengelegt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/293">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-15T13:46:16+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:20:37+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Frauenhaus: Die Stadt als Zuhälter]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Um „vil ybels an frawen und jungkfrawen“ zu verhindern, errichtete die Stadt München ein Bordell in dem zwölf „gemeine Dochterlein“ der Sex-Arbeit nachgingen. Mit der Ausbreitung der Syphilis wurde das Haus 1498 zum Ansteckungs-Hotspot und musste von Soldaten bewacht werden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/73b33827f5341bd11bd01e812e3a229e.jpg" alt="Frauenhaus, Sandtner, um 1570" /><br/><p>Der frühere Standort des Münchner Frauenhauses wirkt heute alles andere als verrucht. Wer vor der St.-Willibrord-Kirche steht und zur Hauptfeuerwache gegenüber blickt, nimmt vor allem den Verkehr auf dem Altstadtring hinter sich wahr - früher verlief dort die Stadtmauer. Wo heute der Altstadtring zum Roßmarkt abzweigt, floss einst der Glockenbach durch den Heu-Turm in die Stadt, direkt an einer Mühle vorbei. Rechts neben der Mühle, etwa am linken Eck der heutigen Feuerwache, befand sich das Frauenhaus. Müller galten damals als unehrlich, ebenso wie der Scharfrichter, der ganz in der Nähe wohnte. Wir befinden uns also im „schlechten“ Teil der Stadt. 1433 wurde das Frauenhaus auf Initiative der Herzöge Ernst und Wilhelm für die „gemeinen Dochterlein“ errichtet – aus Schutzinteresse gegenüber den bürgerlichen Frauen, „daz dadurch vil ybels an frawen und jungkfrawen“ verhindert werde. Zwölf Kammern standen für das Gewerbe bereit, der Beischlaf kostete zwei Pfennig. In zwei geheizten Stuben konnte man Karten spielen und trinken. Während der Syphilis-Epidemie 1498 stürmten empörte Kunden das Haus und wollten den Frauenmeister lynchen. 35 Soldaten schützten das Gebäude daraufhin wochenlang. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Frauenhaus schließlich geschlossen – die letzten Frauen wechselten ins Kloster.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/292">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-15T13:29:31+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:19:59+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Herzog-Spital: Alterssitz fürs ausgedientes Hofgesinde]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Kirche gilt aus kunsthistorischer Perspektive als der wohl erste Renaissancebau Münchens. Für die Gläubigen früherer Jahrhunderte war sie vor allem ein Ort, an dem das wohl wichtigste Gnadenbild der Stadt zu finden war.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/53f866a735a55634361628c978810156.jpg" alt="Herzog-Spital, Stridbeck, rund 1697" /><br/><p>Die Ursprünge des Herzog-Spitals gehen wohl auf das Jahr 1550 zurück und beruhen auf einer Initiative von Erzherzog Albrecht V. Die Spital-Kirche wurde von Hofbaumeister Heinrich Schöttl errichtet, der auch für den Ausbau von Schloss Dachau verantwortlich war. 1572 wurde sie zu Ehren der heiligen Elisabeth geweiht und gilt als ältester Renaissancebau Münchens, obwohl auch gotische Elemente, wie Rippen, verwendet wurden. 1945 wurde die Kirche im Krieg zerstört, ohne dass es bekannte bildliche Dokumentationen des Innenraums gibt. Der erhaltene barocke Turm gehört nicht zum Spital, sondern zum 1728 errichteten Servitinnen-Kloster, das östlich an das Spital anschloss. Die Trakte des Spitals westlich der Kirche waren „für die arme kranke und alte Hofdienere“ bestimmt, wie Herzog Maximilian I., der Enkel Albrechts bestätigte. Trotz eines Fassungsvermögens von etwa 200 Personen ließ Maximilian von 1626 bis 1632 auch noch das Joseph-Spital auf der gegenüberliegenden Seite errichten, das mit dem Herzog-Spital einen gemeinsamen Innenhof teilte. Nach Umbauten 1676 und 1727 wurde das Herzog-Spital 1800 aufgelöst. Ein bedeutendes Kunstwerk des Herzog-Spitals war die Statue der Schmerzhaften Muttergottes, die 1651 von Tobias Bader geschaffen wurde. 1690 soll die Statue ihre Augen gewendet haben, was zu einer regen Verehrung als Gnadenbild führte. Die erhaltene Statue wurde nach dem Krieg im Neubau wieder aufgestellt.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/291">Für mehr (einschließlich 7 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-14T11:50:05+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:19:22+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Rochus-Spital an der Wilhelminischen Veste: Das Rochusbergl – wo die Blinden stehend eingegraben wurden]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Rochus-Spital war eine Stiftung des bayerischen Herzogs Herzog Wilhelm V. Sein Zweck war es, durchreisende Pilger zu beherbergen. Die eingeengte Lage zwischen der herzoglichen Residenz und der Stadtmauer, führte zu skurrilen Scherzen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/3a89b434837017b01a2151541a14b83a.jpg" alt="Rochus-Spital, Paur, 1705" /><br/><p>Vom ehemaligen Rochus-Spital zeugt heute nur eine Steinplatte an der Fassade von Rochusstraße 6 im oberen Stockwerk. Die Umgebung hat sich stark verändert, und die Seitengasse erinnert kaum noch an die einstige vornehme Nachbarschaft. Auf der anderen Seite der heutigen Pacellistraße stand die Wilhelminische Veste (als Maxburg bekannt), die Herzog Wilhelm V. von 1593 bis 1597 errichten ließ. Schon 1589 hatte er hier ein Spital bauen lassen, das dem heiligen Rochus von Montpellier geweiht war – einem Pilger und Schutzpatron gegen die Pest. Das Spital wurde von zwei Geistlichen betreut und hatte die Aufgabe, Pilger drei Tage lang zu versorgen. In seiner 1803 erschienenen Beschreibung Münchens schrieb der Aufklärer Lorenz Hübner über diese Funktion abschätzig: „Pilger, welche in jenen Zeiten alle katholischen Länder durchstrichen, und Römer, Loretaner, Composteller und andere geweihte Waare an andächtige, leichtgläubige Menschen vertrödelten, wurden hier aufgenommen und einige Zeit lang verpflegt.“ 1603 wurde das Spital um eine Kapelle an der Stadtmauer und einen Friedhof erweitert. Bald war dieser Ort als Rochusbergl bekannt. Wegen des beengten Raums des Friedhofs hieß es scherzhaft, hier begrabe man die Blinden stehend (die Toten seien blind und der Totengräber grabe stehend). 1789 wurde das Spital aufgelöst und der Friedhof eingeebnet und nur die Kapelle blieb noch eine Zeitlang erhalten. </p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/290">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-14T11:31:06+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:18:55+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Haus des Reichen Almosens: Ihr Kinderlein kommet – zur Ridler-Spende an der Frauenkirche]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Einmal pro Woche wurde an diesem Haus neben der Frauenkirche an in Not geratene Familien mit Kindern ein Lebensmittel-Almosen verteilt. Noch heute erinnert eine Steintafel an Martin Ridler, den Initiator dieser Stiftung.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/04df90722d25ed18f64b3f390fd1e05b.jpg" alt="Reiches Almosen, Sandtner, um 1570" /><br/><p>Unmittelbar neben der Frauenkirche wurden in diesem Haus jeden Samstagabend Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Die Grundlage dafür bildete eine Stiftung, die Martin Ridler im Jahr 1449 ins Leben gerufen hatte. Sie war für sechs unverschuldet verarmte Bürger mit Kindern bestimmt. Menschen, die bereits anderweitige Almosen erhielten oder auf der Straße bettelten, waren von der Unterstützung ausgeschlossen. Die Hilfe bestand ursprünglich aus einem großen Laib Roggenbrot und drei Pfund Rindfleisch – während der Fastenzeit wurden anstelle des Fleisches Erbsen ausgegeben. Anfangs erfolgte die Verteilung am Wurzer-Tor im Nordosten der Stadt, das aufgrund dieser Tätigkeit bald den Namen „Kosttor“ erhielt – der heutige Straßenname <i>Am Kosttor</i> erinnert noch daran. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Almosen durch weitere Zustiftungen erweitert. 1487 wurde die Verteilung an den Standort am Frauenplatz verlegt. Kurz vor der Aufhebung der Stiftung im Jahr 1806 versorgte sie schließlich 238 Bedürftige. An der Hauswand erinnerte einst ein Gemälde an die Lebensmittelausgabe, und auch heute noch verweist eine Steintafel am Neubau auf den Stifter Martin Ridler. Die Inschrift lautet: „Hie geit man das Almusen, prot und flaisch all</p><p>sambstag durch gotes wilen hausarm elenden.</p><p>Des Martein Ridler ein Anfang ist. Das zu</p><p>deglich gemehret ist durch anndere Leit. 1449“</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/289">Für mehr (einschließlich 5 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-14T09:07:46+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T15:02:02+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Heilig-Geist-Spital: Spurensuche auf dem Viktualienmarkt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Die Ausdehnung des Münchner Viktualienmarktes lässt die Ausmaße des Spitals erahnen, das einst an dieser Stelle stand. Doch nur mit viel Phantasie kann man die ehemaligen Gebäude im Kopf wieder erstehen lassen.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4716566d21e6200ce00323820132a84e.jpg" alt="Weiber-Spital, Schiessl, 1884" /><br/><p>Blickt man vom <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/73" target="_blank" rel="noopener">Elise-Aulinger-Brunnen</a> zur Heilig-Geist-Kirche, kennzeichnet die dortige Dachrinne anschaulich den hinteren Bereich, den früher das Weiber-Spital eingenommen hat. Verlängert man diesen fast bis zum Brunnen, lässt sich die damalige Ausdehnung erahnen. Leicht abgewinkelt in Richtung Peterskirche schloss sich das kleinere Männer-Spital an, das etwa bis zur Einmündung des Petersplatzes reichte. Doch die beiden Gebäude und die Kirche waren nur ein Teil des großen Heilig-Geist-Spitals. Es umfasste auch ein Findelhaus für Waisenkinder, eine Gebärstube, eine Rauchstube zur Behandlung mit Räucherwerk sowie ein sogenanntes Tollhaus für „Narren“. Geistliche lebten im Pfarrhaus und in Benefiziatenhäusern. Im Südwesten lagen rund um einen eigenen Hof Wirtschaftsgebäude wie Viehställe, Schmiede, Brauerei und Schlachthaus. Am heutigen Dreifaltigkeitsplatz befand sich ein Friedhof mit eigener Kapelle. Das Ende des Spitals kam schrittweise: Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Findelhaus verlegt, 1803 folgten Gebärstube und Tollhaus. 1807 zog der Schrannenmarkt vom Marienplatz auf das Spitalsgelände, wofür erste Gebäude abgerissen wurden. 1823 verließen die letzten Pfründner das Areal. Das Weiber-Spital diente noch bis 1884 als Fleischbank – dann wurde es abgetragen.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/288">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-13T15:41:14+01:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:52:56+02:00</updated>
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    <title type="html"><![CDATA[Das „Schachterleis“: Eislaufspaß im Lehel]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als der Architekt und Maschinenbauer Felix Unsöld 1891 nach München kam, brachte er die Idee vom ganzjährig kühlen Bier – und bald auch vom Eislaufen im Winter – mit. In seiner Kunsteisfabrik an der Galeriestraße entstand 1892 Deutschlands erste künstliche Eisbahn. Wo einst Musik vom Grammophon erklang und Kufen über das „Schachterleis“ glitten, steht heute ein Hotel, das die Geschichte des Ortes lebendig hält.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e2443dc690361d0960d040c75e312d86.jpg" alt="Unsölds künstliche Eisbahn in der Galeriestraße 24 in München, 1911 " /><br/><p>Johann Felix Unsöld (1852–1931) stammte aus einer Kemptener Brauereifamilie. 1891 zog er mit der Geschäftsidee, Stangeneis und Eisblöcke zur Kühlung von Bier herzustellen und so auch im Sommer kühles Bier trinken zu können, nach München. Ein passendes Grundstück für sein Vorhaben fand er bald darauf in der damaligen Galeriestraße 24, das auch die Wasserrechte für den angrenzenden Stadtmühlbach umfasste. Um die Produktion seiner Fabrik auch im Winter auszulasten, richtete Unsöld 1892 im Hinterhof seiner Kunsteisfabrik die erste künstliche Eisbahn in Deutschland ein. Der verschachtelte Glasbau zwischen den Häusern – überdacht und ungefähr 40 Meter lang und 15 Meter breit – verdankt seinen Namen „Schachterleis“ der Bauweise der nachträglich angelegten Eisbahn. Dort wurden Schlittschuhe verliehen und auch Eislaufkurse angeboten. Für musikalische Begleitung gab es ein Grammophon, an Donnerstagen, Sonntagen und Feiertagen nachmittags sogar ein Orchester, das live spielte. Vom 25. Bis 27. Januar 1913 fand auf Unsöld’s Eisbahn die vierte Europameisterschaft im Eishockey statt, an der vier Teams aus Österreich, Böhmen, Deutschland und Belgien teilnahmen. Der Vizepräsident des Österreichischen Eishockey-Verbands schrieb dazu im Illustrierten (Österreichischen) Sportblatt vom 1. Februar 1913: „Münchens Kunsteisbahn kann wohl einer geringen Menge von [Schlachten]bummlern genügen, aber zur Austragung sportlicher Wettkämpfe oder Konkurrenzen ist sie nicht geeignet.“ Das Dach der Eisbahn wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Dennoch blieb sie als Freiluftanlage bis 1949 bestehen. Aber die Eisbahn bekam Konkurrenz: Nachdem 1933 das Prinzregentenstadion aufgemacht hatte, gingen die Münchner lieber dorthin. 1960 wurde Unsöld’s Eisbahn geschlossen. Die technische Entwicklung in dieser Zeit machte auch den Handel mit Stangeneis überflüssig – elektrische Kühlschränke übernahmen die Kühlung im Alltag. Gleichzeitig verschwanden immer mehr Münchner Wasserläufe unter Beton und Asphalt, um dem in den Nachkriegsjahren stetig wachsenden Verkehr Raum zu geben. So sah sich Unsöld gezwungen, seine Wasserrechte an die Stadt abzutreten und den Betrieb seiner Eisfabrik 1961 endgültig einzustellen.  Seit 1970 steht an dieser Stelle ein Hotel, Unsölds Nachfahren hatten so im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972 ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell geschaffen, das sich über die folgenden 50 Jahre bewähren sollte. Unsölds Urenkelinnen, Sonja Unsöld und Susanna Lechner, haben das „Unsöld’s Factory Hotel“ zwischen 2019 und 2020 saniert und umgestaltet. Inspiriert von der Geschichte des Ortes orientiert sich die Innenarchitektur des Hotels mit Farben und Formen an der Vergangenheit. So ist nun in der Bar ein historisches Foto eines der Unsöld’schen Eislieferwagen zu sehen und im Frühstücksraum erinnert ein wandfüllendes Foto an die Eislaufbahn. Auch der Straßenname erinnert seit 1970 and den Kunsteisfabrikanten Felix Unsöld.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/278">Für mehr (einschließlich 4 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-15T11:02:48+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:48:27+02:00</updated>
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      <name>Betina Pflaum&amp;#32;&amp;amp;&amp;#32;Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Amalienstraße 66: Die Wohnsituationen des Malers Friedrich Dürck: Mieter, Bauherr, Hausbesitzer – „ein Renditehaus im mittelalterlichen Style“<br />
]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>22. Februar 1845: „Im Vollzuge einer höchsten Entschließung des k. Ministeriums des Inneren ... daß Seine Majestät der König, den man dem Maler Dürck allerunterthänigst vorgelegten, in Anlage zurückfolgenden Entwurf zu einem Wohngebäude in der verlängerten Amalienstraße dahier, allergnädigst zu genehmigen geruht haben, jedoch mit der allerhöchsten Bestimmung, daß der, der bestehenden Bauordnung und dem guten Geschmack wiedersprechende Erker hinweggelaßen werde.“</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/4a9a13176a0d0dac4cb186092b41713d.jpg" alt="Projektskizze für das Haus in der Amalienstraße 66, 1845." /><br/><p>Zum Leidwesen des aufstrebenden Porträtmalers Friedrich Dürck (1809 Leipzig – 1884 München) wurde seine nachgeschobene Petition vom 1. März 1845 an König Ludwig I. ebenso abschlägig beschieden wie die vom 22. Februar. Der über drei Stockwerke reichende Eckerker im „altdeutschen Style“ durfte nicht gebaut werden. Dürcks Architekt, der Oberbaurat Eduard Metzger, beklagt sich darüber noch 1851 in <i>Rombergs Zeitschrift für praktische Baukunst</i>: „Obwohl in letzter Zeit manche Erker und Vorbauten in München ausgeführt worden sind, ... wurde [damals] dennoch dem Bauherrn die Baubewilligung nur gegen Hinweglassung des Erkers ertheilt, worauf ich erst die Umänderung beantragte, wenngleich ich vor wie nach das ursprüngliche Project für besser halte.“ Wie kam es zu diesem mittelalterschwärmerischen Vorhaben in der biedermeierlich-klassizistischen Maxvorstadt? Wagte zu dieser Zeit lediglich der als leicht verschroben geltende Ludwig Schwanthaler (1802–1848) draußen im Isartal die Burg Schwaneck in einem ähnlichen Stil zu errichten. Hätte Dürck seine Residenz „nach altdeutschen Motiven“ mit Staffelgiebel, Türmchen, Altane, Erker und Schindeldach ausführen dürfen, hätte das sicherlich ein werbewirksames Alleinstellungsmerkmal bedeutet. Zu dieser Zeit arbeitete Dürck an der Ausführung seines ersten und größten Doppelporträts in seinem Mietatelier im Odeon. Für Aloys Graf von Arco-Stepperg (1808–1891) sollte er diesen und dessen Gemahlin Irene (1811–1877) in lebensgroßen Kostümbildern für das gerade im neugotischen Stil umgestaltete Wasserschloss Anif porträtieren. Wenngleich Dürck nicht auf der Baustelle südlich von Salzburg gewesen sein dürfte, kannte er zumindest Aloys‘ romantisierende Baupläne. So weist die Säulenbasis auf dem Bild von Irene Gräfin Arco-Stepperg große Ähnlichkeit mit der Bauzeichnung der Wendeltreppe in Anif auf. Der am Anfang stehende „gothische Styl“ vermochte sich „im Wohngebäude des Malers Dürck ... nicht zur Höhe des Zeitgeschmacks erheben“, wurde in der Zeit­schrift <i>Über Land und Meer</i> vermeldet. Der weitere Grund für den Bau eines großen „Renditehauses“ lag wohl schlicht darin, dass die Kinderzahl der Dürcks mittlerweile auf sechs angewachsen war. Möglicherweise wollte der Künstler auch die Dresdener Hoteliersfamilie (Hotel zur Stadt Berlin) seiner Frau beeindrucken. Es war zu dieser Zeit ungewöhnlich, dass Kunstmaler Hausbesitzer waren – im Jahr 1842 lediglich sechs Prozent. Eine gute Auftragslage ermutigte ihn, Grundstück und Hausbau mit privaten Hypotheken über 19.000 Gulden zu finanzieren. 1846 konnte die Familie Dürck von ihrer Wohnung in der Briennerstr. 13 in das Haus in der Neuen Amalienstr. 66 (später Amalienstr. 2) ziehen. Sie wohnten nicht vorne in der „Bel étage“, sondern hinten im Erdgeschoß. Die „Bel étage“ wurde an Wilhelm von Dönniges (1814–1872), dem königlichen Hofrat, Bibliothekar und engen Berater des Königs Maximilian II. vermietet. Die Dönniges unterhielten in ihrer mit grellroten Samtmöbeln, napoleonischen Kanapees und Sphinx-Uhren ausgestatteten Wohnung regelmäßige „Tee-Abende“ mit Berühmtheiten der damaligen Zeit. Im dritten Obergeschoß war ein großzügiges Atelier eingebaut, in welchem Dürck täglich von neun bis zehn Uhr anwesend war und auch seine neuesten Porträts ausgestellt wurden. 1857 teilte er das Atelier mit dem Historienmaler Feodor Dietz (1813–1870). 1863 wurde das Haus in der Amalienstraße schließlich verkauft. Friedrich Dürck wohnte bis zu seinem Lebensende im zweiten Stock des Hauses des Hofmalers Peter von Heß (1792–1871) in der Glückstraße 10a. Sein Biograph Hyazinth Holland notierte lakonisch: „Hausbau durch Metzger eine Quelle der Verdrießlichkeiten.“ Den Erlös von 10.000 Gulden investierte er in eine kleine Sommerfrische in Niederpöcking am Starnberger See, an welcher Dürck ein Atelier errichten ließ. Aufgrund seiner Erkrankung musste er das Anwesen an den Maler Prof. Ferdinand Keller (1842–1922) veräußern. Den beabsichtigten Umzug in die von Gabriel von Seidl erbauten Häuser in der Liebigstraße 19–21 sollte er nicht mehr erleben. Seine Witwe Laura wohnte dort mit ihrer Tochter Josephine bis 1900. Das weitere Schicksal des „Renditehauses im mittelalterlichen Style“ sei noch kurz erzählt: Der neue Besitzer Oskar von Schanzenbach ließ das gesamte Anwesen im neobarocken Stil umbauen. Bei den schweren Luftangriffen von 1943/44 wurde das Haus schließlich in Schutt und Asche gebombt. Heute befindet sich an der Stelle der westliche Tunnelmund des Oscar-von-Miller-Ringes.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/274">Für mehr (einschließlich 6 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-16T09:39:16+02:00</published>
    <updated>2026-06-25T16:20:27+02:00</updated>
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      <name>Arno Scherling</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Projekt Archäologie München: Über das Projekt]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/e795e58773d10da20e42f9b2077010e5.jpg" alt="Aufnahme der Ausgrabungen am Marienhof, 2011" /><br/><p>Im Rahmen des Projekts "Archäologie München" wurde seit 2013 die Münchner Altstadt erforscht, also der Bereich innerhalb bzw. nahe der zwei Stadtumfassungen. Schwerpunkt waren hierbei die Grabungen am Marienhof. Seit der Verlängerung 2023 sieht die Projektplanung vor, dass verstärkt auch Grabungen in den übrigen Stadtbezirken bearbeitet und für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Gerade die intensive Bautätigkeit wie beispielsweise im neuen Wohnquartier in Freiham bedingt umfangreiche archäologische Voruntersuchungen. Einige der Funde sind auch in unserer Tour "<a href="https://municharttogo.zikg.eu/tours/show/10" target="_blank" rel="noopener">Archäologie in München</a>" zu finden.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/273">Für mehr sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-09-08T14:19:40+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:41:58+02:00</updated>
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      <name>Archäologische Staatssammlung München</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Palais Pringsheim: Musik, Majolika und die Familie Mann]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Alfred Pringsheim war nicht nur Mathematikprofessor, Kunstsammler, Musikliebhaber und Schwiegervater Thomas Manns, sondern auch eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Münchner Bildungsbürgertums um 1900. Gemeinsam mit seiner Familie bewohnte er das prächtige Palais Pringsheim in der Arcisstraße 12. Das Haus war ein Ort des kulturellen Austauschs und Treffpunkt prominenter Zeitgenossen. Wegen des <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/60" target="_blank" rel="noopener">Parteiforums am Königsplatz</a> wurde das Palais bald nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten abgerissen, und die Familie Pringsheim floh ins Exil.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/a5cd82ac5337913bcbe067431db6529d.jpg" alt="Das Palais Pringsheim, 1894" /><br/><p>Der Bewohner und Namensgeber des Palais Pringsheim, Alfred Pringsheim, wurde am 2. September 1850 in Ohlau, Oberschlesien, in eine jüdische Familie geboren. Sein Vater hatte als Besitzer von Kohlegruben und als Eisenbahnunternehmer ein beträchtliches Vermögen erworben. Der junge Alfred studierte in Berlin und Heidelberg Mathematik und habilitierte sich 1877 an der Universität München. Ab 1886 lehrte er dort als außerordentlicher, ab 1901 dann als ordentlicher Professor in den Fachbereichen „Analysis, Functionen-Theorie, Algebra und Zahlentheorie“ (Süddeutsche Zeitung, 16./17. November 2024, R 6). 1894 wurde er zudem als außerordentliches, 1898 als ordentliches Mitglied in die Königlich-Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Das von seinem Vater geerbte Millionenvermögen machte ihn zu einem der reichsten Männer Bayerns. In den 1870er Jahren lernte Alfred Pringsheim die Schauspielerin Hedwig Dohm kennen, die er 1878 heiratete. In den darauffolgenden Jahren bekam das Paar fünf Kinder, zuletzt das Zwillingspaar Klaus und Katharina (genannt Katia). Ihre Kinder ließen die Pringsheims evangelisch taufen. Die junge Familie Pringsheim bezog bald nach seiner Fertigstellung in den Jahren 1889/90 das Palais an der Arcisstraße 12. Das nach einem Entwurf der Berliner Architekten Kayser & von Großheim errichtete Gebäude gehörte zu den modernsten in München. Es war mit einer Zentralheizung, elektrischem Licht und einem Telefon ausgestattet. Die 24 Meter breite Ziegelfassade im Stil der deutschen Neorenaissance war mit Türmchen und Erkern geschmückt, die Innenräume waren im Stil der Renaissance gehalten. Neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor war Alfred Pringsheim Musiker und Kunstsammler. Im Palais befand sich ein 63 Quadratmeter großes Musikzimmer mit einem 21 Meter langen Wandfries des Malers Hans Thoma, in dem Konzerte mit bis zu 150 Gästen stattfanden. Daneben lag eine Bibliothek, in der ein Porträt Hedwig Pringsheims, gemalt von Franz von Lenbach, die Wand zierte. Neben Gemälden seiner Zeitgenossen, darunter Franz von Lenbach und Friedrich August von Kaulbach, welche die Frauen der Familie porträtiert hatten, sammelte Alfred Pringsheim auch Kunstgegenstände der Renaissance. Dazu zählten Silberobjekte aus Deutschland und den Niederlanden, italienische Bronzeskulpturen sowie Majoliken. Zu den Gästen, die das Palais Pringsheim besuchten, um die Sammlung zu besichtigen, gehörten Prinz Rupprecht von Bayern und Henry Ford. Pringsheim verlieh Werke aus seiner Sammlung für Ausstellungen und war Mitglied der Ankaufkommission des Bayerischen Nationalmuseums. Im Palais waren zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Prinzregentenzeit zu Gast: Richard Strauss, Fritz August Kaulbach, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Paul Heyse, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Mahler und auch Thomas Mann. Der Schriftsteller kannte Katia Pringsheim bereits aus den Konzerten im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/8" target="_blank" rel="noopener">Kaimsaal</a>, die sie gemeinsam mit ihren Brüdern besuchte. Eine erste persönliche Begegnung der beiden fand 1904 im Salon von Max und Elsa Bernstein statt. Das Paar heiratete am 11. Februar 1905, obwohl Alfred Pringsheim den Schriftstellerberuf als wenig seriös und Thomas Mann so für den gesellschaftlichen Stand der Tochter nicht angemessen hielt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Thomas Mann, ein entschiedener Gegner und öffentlicher Kritiker des NS-Regimes, im März 1933 gemeinsam mit Katia in die Schweiz ins Exil, während die Pringsheims zunächst in München blieben. Da Alfred Pringsheims Eltern jüdisch gewesen waren und auch Hedwigs Familie vom jüdischen zum evangelischen Glauben konvertiert war, wurde auf Alfred Pringsheim seit Januar 1933 Druck durch die NSDAP ausgeübt. Man forderte ihn auf, sein Haus zu verkaufen, andernfalls würde er enteignet. Hintergrund war neben der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung auch das Vorhaben der Partei, auf dem Grundstück des Palais Pringsheim den Verwaltungsbau der NSDAP zu errichten. Der 83-jährige Alfred Pringsheim verkaufte das Palais unter diesem Druck noch 1933 weit unter Wert und zog gemeinsam mit Hedwig in eine acht Zimmer umfassende Wohnung am Maximiliansplatz. Nachdem auch dieses Haus von der NSDAP gekauft wurde, mussten sie erneut umziehen, diesmal in eine kleinere Wohnung in der Widenmayerstraße. Das Palais wurde noch im November 1933 abgerissen. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden die Kunstschätze aus der Sammlung Alfred Pringsheims beschlagnahmt. Viele dieser Werke befinden sich heute in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt. 1939 kaufte die NSDAP auch das Haus in der Widenmayerstraße. Ende Oktober desselben Jahres emigrierten die Pringsheims schließlich in die Schweiz. Alfred Pringsheim starb dort am 25. Juni 1941, ein Jahr später folgte ihm seine Frau.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/268">Für mehr (einschließlich 10 Bilder) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-08-08T10:41:33+02:00</published>
    <updated>2026-08-13T14:39:54+02:00</updated>
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