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  <title type="text">MunichArtToGo</title>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Kleinhesseloher See im Englischen Garten: „Ein malerisches Bild“]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als „malerisches Bild“ konzipierte der Hofgarten-Intendant Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823, 1808 geadelt) künstliche Seen in Gärten, so wie im Englischen Garten und im Nymphenburger Schlossgarten.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/435111bf377e42c101df04ada7cf6959.jpg" alt="Carl August Lebschée, Aquatinta, 1831" /><br/><p>Sckell vergrößerte den 1800–1802 durch Werneck angelegten See auf eine Fläche von letztlich 8,2 Hektar. Nach seinem Entwurf wurde der Kleinhesseloher See mit seinen drei Inseln 1810–1813 unter der Bauleitung seines Bruders Mathias Sckell (1760–1815) ausgeführt. In seinen „Beiträgen zur bildenden Gartenkunst“ (1818) beschrieb der Hofgarten-Intendant, wie wichtig es sei, eine abwechslungsreiche Uferlinie von malerischer Wirkung herzustellen. Unter den geeigneten Gehölzen hob er Pyramidenpappeln hervor, deren Reflex in der Wasseroberfläche „eine ganz vorzüglich schöne Wirkung“ habe. Trauerweiden „an den hervortretenden Uferspitzen“ vermittelten einen „Charakter der Ruhe, der süßen Schwermuth“ „bei Denkmälern, die einen Verlust beweinen lassen“. Sckell selbst wurde 1824 am See <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/309" target="_blank" rel="noopener">ein von Pappeln und Trauerweiden gerahmtes Denkmal</a> gesetzt. Dessen ehemals exponierte Lage auf einer Halbinsel hat sich verändert. Denn heute liegt die Uferlinie bei dem Restaurantkomplex „Seehaus“ etwa 25 Meter weiter im See als im 19. Jahrhundert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/312">Für mehr (einschließlich 4 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-02-19T15:44:41+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T09:36:24+02:00</updated>
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      <name>Iris Lauterbach</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Der Lenbachgarten: Ein Künstlergarten im Wandel der Zeit]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Der in Anspielung auf seinen extravaganten, selbstinszenierten Lebensstil als „Münchner Malerfürst“ bezeichnete Franz von Lenbach (1836–1904) ließ an der Luisenstraße, in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz, in den Jahren von 1887 bis 1890 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Gabriel von Seidl (1848–1913) seine Künstlervilla errichten. Zu dem Gesamtkonzept der Villa gehörte ein eindrucksvoller Garten, welcher von Max Kolb (1829–1915) mitgestaltet wurde und ähnlich wie der Gebäudekomplex eine ästhetische sowie repräsentative Funktion erfüllen sollte. </em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/df66c67ff1a8b4ab2029c98377796b0f.jpg" alt="Lenbachhaus, um 1905" /><br/><p>Lenbach kaufte das Grundstück im Jahr 1886 für eine Summe von 220.000 Gulden. Der linke Flügel, der als Atelierbau diente, wurde 1888 fertiggestellt, der Hauptteil zehn Jahre später. Erst 1900 wurden beide Gebäude durch einen Zwischentrakt miteinander verbunden. Adolf Rosenberg beschrieb das Gestaltungskonzept folgendermaßen: „Nach und nach entstand jene prächtige Anlage im Stil italienischer Villenarchitektur, bei der sich die Kunst des Baumeisters mit der des Gärtners vereinigt haben, um ein Gebilde von vollendeter Harmonie zu schaffen“ (Rosenberg 1899, S. 92). Nach Lenbachs Tod im Jahr 1904 durchlief das Grundstück einige Wandlungen, so verband man 1911/12 Wohnhaus und Atelier mit einem Zwischenbau, 1927 wurde der nördliche Flügel neu errichtet. Dadurch wurde eine symmetrische Gestaltung von Haus und Garten erzeugt, die Lenbach auf diese Weise nicht beabsichtigt hatte. Anhand von Fotografien soll ein Einblick in das Erscheinungsbild des Gartens des Lenbachhauses über den Verlauf der letzten 100 Jahre hinweg geboten werden. Die Auswahl der Abbildungen stammt aus dem Fundus der rund 25.000 München-Fotos der Photothek sowie aus dem Bruckmann-Archiv des Zentralinstituts für Kunstgeschichte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/148">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2024-02-28T10:05:56+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T13:41:14+02:00</updated>
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      <name>Hannah Rathschlag</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Das Künstlerhaus: Schnittstelle von Künstlern und Gesellschaft]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Das Münchner Künstlerhaus ist am Lenbachplatz nicht nur zentral gelegen, sondern war tatsächlich ein zentraler Knotenpunkt der "Kunststadt München". In den Jahrzehnten zwischen der Einweihung im Jahr 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg wurden hier teils pompöse Feste gefeiert. 1944 brannte das Künstlerhaus vollkommen aus. Seit seinem Wiederaufbau 1961 bringen Veranstaltungen und Ausstellungen dem Münchner Publikum die Kunst nahe.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/529db73ec874b6af1df0004fcbb737fa.jpg" alt="Gesamtansicht, um 1900" /><br/><p>Das Künstlerhaus befindet sich am Lenbachplatz. So zentral, wie es heute gelegen ist, so bedeutsam war es früher für die Entwicklung und das Selbstverständnis der Künstlerschaft in der "Kunststadt München". Denn "das Haus soll allen Künstlern Münchens ein Sammelplatz sein, ein Mittelpunkt für Frohsinn, Rat und erste Tat", wie in der Gründungsurkunde festgehalten wurde.
Bis zur Gründung des Künstlerhauses war es ein langer Weg. Erste Pläne gab es schon in den 1850er Jahren, aber erst die 1873 gegründete Künstlergesellschaft "Allotria" konnte das Vorhaben umsetzen. Diese hatte sich von der "Münchener Künstlergenossenschaft" abgespaltet. Maßgeblich daran beteiligt waren Lorenz Gedon, August Kaulbach, Franz von Stuck, die Künstlerklasse von Wilhelm Diez sowie die jüngeren Schüler von Carl Theodor von Piloty, der in den Jahren 1869 bis 1879 das monumentale Gemälde "Monachia" für das Münchner Rathaus geschaffen hatte. Eine entscheidende Rolle für die Realisierung des Künstlerhauses spielte ein weiterer "Künstlerfürst", Franz von Lenbach, von 1883 bis zu seinem Tod 1904.
Die größten Hindernisse stellten ein geeignetes Grundstück sowie die Finanzierung dar. Nach langem Suchen konnte endlich das Gelände am Lenbachplatz günstig von Stadt und Königshaus erworben werden. Der Entwurf zum Gebäude im Stil der Neo-Renaissance stammt von Gabriel von Seidl. Den Grundstein legte am 3. Juli 1893 der Prinzregent Luitpold höchstpersönlich.
Die Einweihungsfeier am 29. März 1900 war ein pompöses Fest, dem viele weitere folgten. Mit seinen Veranstaltungen wurde das Künstlerhaus ein Sammelpunkt und Ort der Begegnung für Künstler und zahlreiche Mitglieder der Münchner Gesellschaft. In diesem kulturellen Zentrum der Stadt wurden kunstgeschichtliche, archäologische, ethnologische sowie geographische Vorträge gehalten. Es gab regelmäßig Liederabende, Kammerkonzerte, Aufführungen von Oratorien und Operettenabende. Auch Dichterlesungen, Tanzvorstellungen und Singspiele durften nicht fehlen. Ab Ende der 1920er Jahre kamen die Münchner hier auch zu Filmabenden zusammen.
Das repräsentative, maßgeblich von Franz von Lenbach eingerichtete Haus bot mit seinem kostbaren Mobiliar, den Gemälden und Wandtäfelungen stets einen eindrucksvollen Rahmen. Auch wenn die Münchner davon erst überzeugt werden mussten, wie dieser Ausspruch verdeutlicht:</p><p>"Der Franz, der Rudolf und der Gabi</p><p>San doch net gar so miserabi.</p><p>Daß sich das Haus verwenden läßt,</p><p>Zeigt sich bei jedem Künstlerfest!"</p><p>(gemeint sind Franz v. Lenbach, Rudolf Seitz und Gabriel v. Seidl; zitiert nach Kennedy 2006, S. 8).
Doch nach Ende des Ersten Weltkriegs ging es mit dem Künstlerhaus bergab: Förderer und Fördermittel von Staat und Königshaus gingen verloren. 1938 erzwangen die Nationalsozialisten die Übereignung des Gebäudes an ihre nationalsozialistische Künstlervereinigung. Im Zweiten Weltkrieg brannte es 1944 völlig aus.
15 Jahre lang stand das Künstlerhaus nach vormaligem Glanz nun als Ruine da. Aber der Künstlerhausverein konnte mit Unterstützung von Bürgern, Presse und dem Exportklub den Wiederaufbau ermöglichen und das Künstlerhaus am 1. Oktober 1961 neu eröffnen. Heute ist das Künstlerhaus Baudenkmal, Eventlocation, Ort für Lithographiekurse und viele Arten von Veranstaltungen; es wird genutzt und öffnet wieder – wie es über dem Eingang steht – "Nobis et Amicis" (Uns und unseren Freuden) seine Tore.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/57">Für mehr (einschließlich 6 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-11-28T22:18:55+01:00</published>
    <updated>2023-07-10T13:04:21+02:00</updated>
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      <name>Isabella Limmer</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Kunsthandlung Julius Böhler: Drehscheibe des internationalen Kunsthandels]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Fast über hundert Jahre wurden im Palais Böhler in der Brienner Straße Kunstwerke ausgestellt, verkauft und versteigert. Besucher:innen bewunderten hier Kunstschätze aus aller Welt, Händler:innen feilschten um Preise, Expert:innen rangen um Echtheitsfragen, Museumsleute hielten Ausschau nach Ergänzungen für ihre Sammlungen. Damit war das Palais Böhler ein Zentrum des einst weltberühmten Münchner Kunstmarktes.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/90dab6ef2180c660e834b457ac052dcc.jpg" alt="Wohn- und Geschäftshaus Julius Böhler, ca. 1916/1923" /><br/><p>Nach mehr als zwanzig Jahren waren die in der Sophienstraße 6, direkt gegenüber des Eingang des für die "Kunststadt" so bedeutsamen Glaspalastes gelegenen Räumlichkeiten des Hofantiquars Julius Böhler (1860–1934) zu klein geworden. 1903 erwarb Böhler deshalb ein Anwesen in der damaligen Brienner Straße 12 und beauftragte Gabriel von Seidl (1848–1913), ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Die bildnerische Ausschmückung der Fassade verantwortete der Münchner Bildhauer und spätere Akademieprofessor Julius Seidler (1867–1936). 1904 war das wie ein oberitalienischer Palazzo gestaltete Gebäude fertiggestellt. Im Erdgeschoss fanden mehrere Verkaufs- und Ausstellungsräume und ein großer Oberlichtsaal Platz. Der erste Stock war für die umfangreiche Privatsammlung vorgesehen; in den beiden oberen Etagen befand sich je eine geräumige Wohnung für die Familie Böhler.</p><p>Mit dem neuen Standort war Böhler in bester Gesellschaft anderer großer Kunsthandelshäuser, wie L. Bernheimer oder der Galerie Heinemann – Konkurrenz belebte auch schon damals das Geschäft. Mit dem Umzug in die Brienner Straße begann die Blütezeit der Kunsthandlung Böhler. Julius’ ältester Sohn Julius Wilhelm Böhler (1883–1966) trat 1906 als Teilhaber in das Geschäft ein; sein jüngerer Bruder Otto Alfons Böhler (1887–1950) folgte vier Jahre später. Von der Brienner Straße aus forcierten die Brüder die internationale Expansion; Otto Alfons gründete 1910 zusammen mit dem Kunsthändler Fritz Steinmeyer (1880–1959) die Kunsthandlung Böhler und Steinmeyer in New York, Julius Wilhelm initiierte 1919 zusammen mit Fritz Steinmeyer die Gründung der Kunsthandel AG in Luzern.</p><p>In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zählte die Kunsthandlung Julius Böhler zu den ersten Kunsthandelshäusern in Deutschland. Im Palais Böhler gingen internationale Museumsleute ein und aus, die mithilfe der Böhlers ihre Sammlungen erweiterten und verfeinerten; ebenso Sammler:innen, die ihre Häuser und Wohnungen mit repräsentativen Möbeln, bedeutenden Gemälden oder Plastiken, wertvollen Gobelins, glänzendem Porzellan- oder Silbergeschirr oder exotisch anmutenden Kunstobjekten aus aller Welt ausstatteten.</p><p>Nach dem Einbruch in Folge der Weltwirtschaftskrise erholten sich Umsatz und Gewinn in den 1930er Jahren, auch weil das seit 1928 von Julius Harry Böhler (1907–1979) geleitete Unternehmen – anders als die zahlreichen als „jüdisch“ diskriminierten Kunsthandlungen, die ab 1934 sukzessive verdrängt, enteignet und liquidiert wurden – von der antisemitisch motivierten Umstrukturierung des Kunstmarktes profitierte. Mit vier Auktionen, die Böhler zwischen 1936 und 1938 im großen Oberlichtsaal veranstaltete, weitete die Kunsthandlung zusätzlich ihr Geschäftsfeld aus. </p><p>Trotz der heftigen alliierten Luftangriffe auf die in unmittelbarer Nähe gelegenen Bauten der NSDAP rund um den Karolinen- und Königsplatz wurde das Gebäude nur leicht beschädigt, sodass das Geschäft in der Brienner Straße 12 auch nach Kriegsende fortgeführt werden konnte. 1956 übernahm Julius Gustav Böhler (1929–2010), der Urenkel des Firmengründers, die Kunsthandlung. Unter der Leitung von Florian Eitle-Böhler, seinem Neffen, zog das Unternehmen an den Starnberger See; nach hundert Jahren wurde damit der Stammsitz in der Brienner Straße aufgegeben. Das umfangreiche Archiv der Kunsthandlung ging 1995 an das Bayerische Wirtschaftsarchiv; seitdem stehen der Forschung dort die Lagerbücher und 35 laufende Meter Korrespondenz zur Verfügung. Rund 20 Jahre später verkaufte Eitle-Böhler dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte die ca. 30.000 Objektkarteikarten, über 8.000 Fotomappen und die knapp 4.000 Karten umfassende Kund:innenkartei.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/46">Für mehr (einschließlich 11 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-09-26T11:14:38+02:00</published>
    <updated>2023-12-12T13:40:52+01:00</updated>
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      <name>Theresa Sepp</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die Galerie Hugo Helbing: Auktionshaus, Kunstgalerie und Verlag von Weltgeltung 1885–1937  ]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Von 1900 bis 1938 war in München eines der bedeutendsten Auktionshäuser des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, die Galerie Hugo Helbing, ansässig.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/ea2f72847409fa3c75a15d79f6fa4b3d.jpg" alt="Galerie Hugo Helbing, 1901" /><br/><p>Von 1900 bis 1938 residierte die Galerie Hugo Helbing im Eckhaus Liebigstraße 21 / Wagmüllerstraße 15. Hugo Helbing (1863–1938) eröffnete 1885 seine erste Kunsthandlung in der Residenzstraße 12. Ab 1887 veranstaltete er Auktionen in stetig steigender Anzahl in München, aber auch in anderen deutschen Städten. 1893 versteigerte Helbing mehrere Nachlässe in Basel und damit erstmals im Ausland. Im Jahr 1900 zog die Galerie Helbing in das von Gabriel von Seidl (1848–1913) errichtete Eckhaus in der Liebigstraße 21. Im Jahr darauf ließ Helbing auf dem angrenzenden Grundstück in der Wagmüllerstraße 15 ein weiteres Gebäude mit einem repräsentativen Oberlichtsaal für die Auktionen errichten. Trotz eines Zusammenbruchs des Auslandsgeschäfts brachte der Erste Weltkrieg kaum wirtschaftliche Einbußen auf dem Kunstmarkt. 1917 eröffnete Helbing eine Zweigniederlassung in Berlin, 1919 expandierte er nach Frankfurt am Main. Im Rahmen der Auktionen, bei denen neben Gemälden, Grafik und Skulpturen auch prächtige Gobelins, wertvolles Porzellan, Schmuck oder seltene Musikinstrumente unter den Hammer kamen, ersteigerte nicht nur die Münchner Bourgeoisie die Ausstattung ihrer repräsentativen Stadtwohnungen; auch namhafte Sammler*innen und internationale Museen sowie Kunsthandlungen lieferten sich Bietergefechte um die besten Objekte. Aufgrund der hochwertigen Objekte, der Spitzenpreise, die sie erzielten und des illustren Kund*innenkreises erregten die Versteigerungen bei Helbing auch international große Aufmerksamkeit. Die im Juli 1933 in Angriff genommene „Gleichschaltung“ des deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels setzte dem ein Ende. Das am 16. Oktober 1934 verabschiedete „Gesetz über das Versteigerergewerbe“ machte es als jüdisch geltenden Personen fortan unmöglich, Versteigerungen abzuhalten. Sowohl Hugo Helbing als auch die drei weiteren Teilhaber des Unternehmens, Helbings Sohn Fritz (1888–1943) sowie Theodor Neustätter (1880–1936) und Ernst Spiegel (1878–1953), waren von dieser antisemitischen Verfolgungsmaßnahme betroffen. Unter der Leitung des als „arisch“ geltenden Prokuristen Adolf Alt (1866–1947), der seit 1911 für Helbing tätig war, konnten zwischen 1935 und 1937 nur mehr vereinzelt Auktionen bei Helbing abgehalten werden. Hugo Helbing wurde in der Pogromnacht 1938 verhaftet, brutal niedergeschlagen und erlag am 30. November 1938 im Alter von 75 Jahren seinen schweren Verletzungen. Theodor Neustätter war bereits 1936 verstorben. Fritz Helbing wurde im März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Allein Ernst Spiegel überlebte die Shoa, er konnte 1936 in die USA fliehen. Der Kunsthändler Jakob Scheidwimmer erwarb im Juli 1941 die Geschäftsräume und darin noch vorhandene Lagerbestände und führte den Galeriebetrieb als „Galerie an der Wagmüllerstr. Jakob Scheidwimmer, vormals Hugo Helbing“ fort. Da er allerdings weiterhin keine Auktionen abhalten durfte, war das ehemals international bekannte Auktionshaus Hugo Helbing endgültig Geschichte.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/13">Für mehr (einschließlich 15 images&#32;&amp;&#32;1 audio file) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2022-02-08T11:54:11+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T17:06:57+02:00</updated>
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      <name>Theresa Sepp</name>
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