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    <title type="html"><![CDATA[Das Tröpferlbad: Sozialgeschichte und Subkultur]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Als städtisches Brausen- und Wannenbad, wie es über dem ehemaligen Eingang noch heute steht, bot das sogenannte „Tröpferlbad“ der Münchner Bevölkerung, die kein eigenes Badezimmer besaß, die Möglichkeit, sich zu duschen oder zu baden.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/35bde810bf1e6285fd6459efb839aa01.jpg" alt="Das Tröpferlbad an der Thalkirchner Straße, 2025" /><br/><p>Der neoklassizistische Klinkerbau an der Thalkirchner Straße wurde zwischen 1912 und 1913 von den Architekten Adolf Schwiening und Richard Schachner in der zweiten Bauphase des Vieh- und Schlachthofgeländes errichtet. Im Tiefparterre und im Zwischengeschoß befanden sich die Badeeinrichtungen. Die Brausebäder waren zur Thalkirchner Straße ausgerichtet, ihnen gegenüber befanden sich die Wannenbäder. Besonders Menschen aus der Arbeiterschicht lebten im 19. Jahrhundert häufig in Wohnungen ohne eigene Bade- oder Duschmöglichkeiten. Um die körperliche Hygiene zu verbessern und der Ausbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken, wurden öffentliche Duschanlagen eingerichtet. Das erste „Probe-Douchebad“ wurde 1887 in der Mondscheingasse in Wien eröffnet. Die Nutzung der Brausebäder war einfach organisiert: Gegen ein geringes Entgelt erhielt man für einen begrenzten Zeitraum Zugang zu nach Geschlecht getrennten Bade- und Duschbereichen, oft inklusive Handtuch und Umkleidefach. Die Ausstattung war funktional, das Wasser in der Regel lauwarm, und der Wasserdruck reichte nicht immer aus, um einen kräftigen Wasserstrahl zu erzeugen – so tröpfelte es oft nur aus der Brause. Mit dem steigenden Wohnkomfort – insbesondere dem zunehmenden Einbau von Badezimmern in Privatwohnungen – nahm der Bedarf an öffentlichen Brausebädern ab. Ab den 1950er Jahren begann der langsame Rückgang dieser Einrichtungen; viele, wie das Tröpferlbad in der Thalkirchner Straße, wurden geschlossen, umgebaut oder ganz aufgegeben. Heute existieren nur noch wenige traditionelle Brausebäder. So ist das Brausen- und Wannenbad im <a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/167" target="_blank" rel="noopener">Müller’schen Volksbad</a> heute noch in Betrieb. Die ursprüngliche Bedeutung der „Tröpferlbäder“ als wichtige Einrichtungen der städtischen Gesundheitsinfrastruktur ist jedoch weitgehend Geschichte. Das Gebäude an der Thalkirchner Straße beherbergt seit 1983 den „Jugendtreff Tröpferlbad“ und das „Kafe Marat“ und fungiert damit als Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene sowie als Zentrum linker Subkultur in München. Wegen erheblicher Baumängel besteht Sanierungsbedarf am Gebäude; die beiden Einrichtungen suchen nach neuen Standorten. Im Sanierungskonzept ist vorgesehen, mindestens einen der originalen Waschräume im Sinne des Denkmalschutzes zu erhalten, um die frühere Nutzung des Hauses zu dokumentieren.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/295">Für mehr (einschließlich 8 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2026-01-20T10:53:51+01:00</published>
    <updated>2026-04-22T09:53:33+02:00</updated>
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      <name>Eva Blüml</name>
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    <title type="html"><![CDATA[Die psychiatrische Klinik in Haar: Warum Geheimrat Dr. Friedrich Vocke mit seiner Familie nach Eglfing-Haar zog]]></title>
    <summary type="html"><![CDATA[<p><strong><em>Im Zuge der Industrialisierung erlebte München einen enormen Bevölkerungszuwachs. Da es an Wohnraum mangelte, mussten viele Arbeiter an ihren Arbeitsplätzen in den Fabriken schlafen oder sich in sogenannten Herbergshäuschen stundenweise einen Schlafplatz mieten. Durch die beschwerlichen Lebensverhältnisse nahmen psychische Erkrankungen zu und die Kreisirrenanstalt war mit ihren 420 Plätzen bald dauerhaft überfüllt. Man beschloss daher den Neubau einer Anstalt mit 1.000 Dauerpflegeplätzen und fand ein Grundstück im Bereich des Eisenbahnvorortverkehrs – in Eglfing-Haar.</em></strong></p><img src="https://municharttogo.zikg.eu/files/fullsize/b901659da28bba88c3d5e71b6a5ba3c5.jpg" alt="Michael Zeno Diemer (1867–1939), „Blick auf das Verwaltungsgebäude der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing und St. Raphael von Westen“, Aquarell, 1905." /><br/><p>Geheimrat Dr. med. Friedrich Vocke (1865–1927) war Direktor an zwei wichtigen psychiatrischen Kliniken für den Großraum München: Ab 1901 in der bereits 1859 eröffneten Kreisirrenanstalt, Auerfeldstraße 19 in Au-Haidhausen und danach in der neuen Heil- und Pflegeanstalt Eglfing bei München, die er aufgrund seiner Erfahrungen und nach Erkenntnissen der neuen medizinischen Fachrichtung „Psychiatrie“ geplant hatte und die 1905 eröffnet wurde. Dr. Vocke war überzeugt, dass der Kontakt zur Natur und viel Ruhe den Kranken helfen würden und verteilte zusammen mit dem Architekten Adolf Stauffer (Rosenheim) die benötigten Gebäude in Pavillonbauweise wie in einem Dorf. Jedes Haus wurde anders gestaltet. So entstanden 60 Gebäude mit 46 Krankenstationen, allgemeinen Abteilungen und zahlreichen Dienstwohnungen. Ein Besucher schrieb nach seinem Besuch auf der Baustelle: „Ein Uneingeweihter käme beim Anblick der ganzen Anlage nicht auf den Gedanken, dass hier eine Anstalt für unglückliche Geisteskranke entsteht, sondern er würde glauben, dass hier eine neue Villensiedlung gebaut wird.“ (Richarz 1987, S. 32) Wichtig war Dr. Vocke, dass die PatientInnen feste Aufgaben hatten und nach ihren Möglichkeiten mitarbeiteten. Neben der Klinik war bereits 1903 das Bezirksgut Haar entstanden, auf dem sie im Gemüsegarten, auf den Feldern oder in den Viehställen mitarbeiten konnten. Weitere Arbeitsstätten waren die Schneiderei, Korbflechterei, Schusterei, Buchbinderei, Schlosserei, Gärtnerei, Metzgerei, Bäckerei und die Koch- und Waschküche. Jährlich wurden ca. 600.000 Flaschen Limonade für den Eigenbedarf hergestellt und Patienten drehten etwa 100.000 Zigarren. Auch für die Freizeit wurde gesorgt: Im „Gesellschaftshaus“ entstand ein zentraler Treffpunkt mit großer Bühne für Feste und Aufführungen. Allerdings durfte man das Anstaltsgelände ohne Erlaubnis weder verlassen noch betreten. Bei der Eröffnung der Anstalt am 12. Juli 1905 lobte Prinzregent Luitpold, Dr. Vocke sei ein sehr tüchtiger Irrenarzt und habe sich besondere Verdienste um den mustergültigen Ausbau der Anstalt nach neuesten wissenschaftlichen Gesichtspunkten erworben. Auch in der Presse wurde die neue Anstalt gelobt: „Unstreitig ist Eglfing gegenwärtig die mustergültigste Landesirrenanstalt der Welt.“ (zit. Nach Psychiatrisch-Neurologische Wochenschrift Nr. 8 von 1906, Seite 114) Bereits 1909 war die „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing“ mit 1.350 Betten voll belegt und nicht mehr erweiterungsfähig, sodass 1912 auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände die „Heil- und Pflegeanstalt Haar“ mit etwa 900 Betten, darunter auch ein Kinderkrankenhaus, eröffnet wurde. Auch hier brachte sich Dr. Vocke ein und plante die neue Anstalt gemeinsam mit dem Architekten Richard Neithard (Hof). Da die Baupreise gestiegen waren, entstanden in Haar größere zusammenhängende Gebäude als zuvor in Eglfing. Neithard entwarf für die „Anstalt aus einem Guß“ viele Details – vom Türgriff über die Beleuchtungskörper bis hin zu den Heizungsgittern. Beide Anstalten waren zunächst selbständig und wurden erst 1931 zur „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar“ mit 3.000 Plätzen zusammengelegt. Insgesamt entstanden so 96 – heute denkmalgeschützte – Gebäude im späten Jugendstil. Als Würdigung der Verdienste von Friedrich Vocke wurde eine Straße nach ihm benannt. So haben einige Haarer Bürger „Vocke“ in ihrer Wohnadresse stehen, denn die Hauptverkehrsstraße von Nord nach Süd, eine Bundesstraße, trennt als „Vockestraße“ die ehemaligen Anstalten Eglfing ("Haar I") und Haar ("Haar II") in Ost-West Richtung. Auf dem Gelände können neben der evangelischen Kirche zwei Mahnmale besucht werden, die der Opfer der NS-Zeit gedenken. Im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktionen wurden zwischen 1939 und 1945 etwa 300.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ermordet. Ein zentraler Ort der Selektion und teilweise auch der Tötung war die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar. Annähernd 4.000 Menschen wurden hier ermordet oder in eine Tötungsanstalt deportiert.</p><p><em><strong><a href="https://municharttogo.zikg.eu/items/show/280">Für mehr (einschließlich 10 images) sehen Sie den Originalartikel</a></strong></em></p>]]></summary>
    <published>2025-10-22T16:06:28+02:00</published>
    <updated>2026-04-30T11:46:55+02:00</updated>
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      <name>Ulrike Kirchner</name>
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